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Entwicklung eines Konzepts zur betrieblichen Gesundheitsförderung am Beispiel des städtischen Altenheimes „Bürgerspital“ in Amberg

Studienarbeit 2005 21 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Gliederung

A. Einleitung

1. Ausgangslage
1.1. Zielgruppe
1.2. Besondere Gefährdungsfaktoren in dieser Sparte
1.3. Konsequenzen für Konzept:

2. Vorbereitung der Maßnahmen
2.1. Planungsphase (Projektmanagement):
2.2. Arbeitskreis aufbauen:
2.3. Zieldefinition:

3. Planungsphase Ressourcen
3.1. Arbeitskreis was ist das?
3.2. Interventionsteams aufbauen
3.3. Informationsteam gründen
3.4. Maßnahmenplanung
3.5. Themenfeld Muskel- und Skeletterkrankungen
3.6. Themenfeld Arbeitszeitmodelle
3.7. Themenfeld psychische Belastungen für Arbeitnehmer
3.8. Maßnahmen zur Evaluation

4. Durchführungsphase und Projektsteuerung
4.1. Warum Projektsteuerung?
4.2. Interventionen
4.3.1. Schulungs- und Trainingskurse für Muskel- und Skeletterkrankungen zum Beispiel:
4.3.2. Focusgruppe
4.3.3. Evaluation zu den Schulungs- und Trainingskurse für Muskel- und Skeletterkrankungen
4.3.4. Weiteres Vorgehen
4.4.1 Arbeitszeitmodelle am Beispiel:
4.4.2. Focusgruppe
4.4.3. Evaluation zu Arbeitszeitmodellen
4.4.4. Weiteres Vorgehen
4.5.1. Reduktion der psychischen Belastungen am Beispiel:
4.5.2 Focusgruppe
4.5.3 Evaluation zu Reduktion der psychischen Belastungen
4.5.4 Weiteres Vorgehen
4.6. Zusammenfassung der Maßnahmen für dieses Beispiel:

5. Stärken des Sportmanagementstudiums in Kontext zur Betrieblichen Gesundheitsförderung

6. Argumentation für Einführung von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung aus meiner eigener fachlicher Sicht

B. Fazit

C. Literaturliste:

A. Einleitung

Im Rahmen des Kurses Betriebliche Gesundheitsförderung wurden uns in den einzelnen Lerneinheiten die Modelle der Gesundheit, Gesundheitsressourcen, die Zugangswege über die Verhaltens- bzw. Verhältnisprävention und die Herausforderungen der betrieblichen Gesundheitspolitik näher gebracht. Auch beschäftigte sich der Kurs mit den Methoden und Möglichkeiten der Gesundheitsförderung in Betrieben und es wurden Problemstellungen erörtert. Außerdem wurde uns noch die Evaluation von durchgeführten Maßnahmen näher gebracht. Zuerst möchte ich noch den Begriff Gesundheit anhand einer Definition der World Health Organisation klären. „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“[1] Der zentrale Aspekt der Gesundheitsförderung ist die Vermittlung gesundheitsbezogenen Wissens und das Schaffen von Entscheidungsspielraum durch Handlungsalternativen. Weiterhin sollte die Gesundheitsförderung als Hilfe zur Selbsthilfe verstanden werden. Somit ist das Ziel von gesundheitsfördernder Maßnahmen die Entwicklung gesünderer Lebensweisen und Förderung des Wohlbefindens.[2]

Im Rahmen dieser Studienarbeit möchte ich nun ein Konzept zur Betrieblichen Gesundheitsförderung auf ein Beispiel aus der Praxis anwenden. Dafür habe ich mir ein Altenheim aus Amberg ausgesucht, das ich noch aus der Zeit meines Zivildienstes her kenne. Aus dieser Zeit sind mir die Missstände und Probleme dieser städtischen Einrichtung nur allzu gut bekannt. Da die gesamten Lösungsansätze den Umfang dieser Arbeit bei weiten sprengen würden, möchte ich nur einige Gedanken und Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter anbringen.

1. Ausgangslage

Bei dem Beispiel handelt es sich um das städtische Altenheim „Bürgerspital“ in Amberg. Das Haus verfügt über 106 Pflegeplätze und beschäftigt im Moment ca. 60 Mitarbeiter, davon ca.35 Mitarbeiter in der Pflege.[3] Das Bürgerspital ist nicht gerade auf den neuesten Stand der Technik, so dass die Pflegemaßnahmen zum Teil einen hohen körperlichen Einsatz von den Mitarbeitern verlangen. Auch leidet das Heim auch unter dem allgemeinen Pflegenotstand und dem Geldmangel der örtlichen Kommune. Das Unternehmen hat schon seit Jahren mit einem nicht allzu guten Ruf zu kämpfen, der auch durch die Aussagen der Mitarbeiter noch untermauert wird. Diese beschweren sich schon seit Jahren über schlechte Arbeitbedingungen, ein schlechtes Betriebsklima, hohe Arbeitsbelastungen, fehlerhafte Arbeitsorganisation, wenig Freizeit, schlechte Bezahlung, Mobbing, die hohe psychische Belastung und die schlechte Betreuung durch ihre Vorgesetzten. Die Angestellten in der Pflege Arbeiten in einem drei Schicht System mit einem Rhythmus von 11 Arbeitstagen und 3 freien Tagen. Das Haus weist auch hohe Fluktuationsraten unter den Mitarbeitern auf und eine hohe Anzahl von Krankheitsfällen. Diese Angaben sind vor allem auf den Pflegebereich übertragbar, da der Reinigungsdienst von einer externen Firma gestellt ist und das Küchenpersonal hauptsächlich aus Geringverdienern besteht und dort ein annehmbares Arbeitsklima zu herrschen scheint. Diese Angaben beziehen sich auf Gespräche mit Mitarbeitern des Pflegebereichs, die ich noch aus meiner Tätigkeit aus dem Heim kenne.

1.1. Zielgruppe

Die Zielgruppe in diesem Beispiel realen Beispiel sind die Mitarbeiter des Pflegebereichs mit erheblichen psychischen und physischen Belastungen in ihrem beruflichen Alltag zu kämpfen haben.

1.2. Besondere Gefährdungsfaktoren in dieser Sparte

Im Pflegebereich sind die besonderen Gefährdungsfaktoren vor allem im schlechten Aufwands – Ertagsverhältnis des Pflegepersonals zu sehen. Das heißt, dass die Mitarbeiter in diesen Bereichen für die hohen körperlichen und geistigen Belastungen viel zu schlecht bezahlt werden. Beispiele für die Belastungen sind zum Beispiel das schwere Heben, der tägliche Umgang mit Menschen, die hohe Verantwortung, Tot, Leid der alten Leute, Schichtdienst um hier nur einige wenige zu nennen. Auch ist die Gefahr von Krankheitsübertragungen wie zum Beispiel Hepatitis immer ein Thema im Pflegebereich. Wenn diese Aufwands - Ertagsverhältnis dauerhaft gestört ist kommt es schnell zu einer inneren oder echten Kündigung des Mitarbeiters, was den Betrieb vor viele Probleme und nicht zu vergessen vor nicht zusätzliche Kosten stellt, die vermieden hätten werden können.

1.3. Konsequenzen für Konzept:

Konsequenzen für das Konzept wären, dass das Aufwands-Ertragsverhältnis der Pflegemitarbeiter zurechtgerückt wird. Das heißt, dass ich den Mitarbeitern neue Anreize und Motivationen für die tägliche Arbeit verschaffe. Dies geht zu einem über Erhöhung der Bezüge, mehr Freizeit, flexiblere Arbeitszeiten, mehr Mitbestimmung im Arbeitsalltag, Gruppenaktivitäten und die Betreuung der Arbeitnehmer durch geschultes Personal, um nur einige Beispiele zu nennen. Kurz gesagt muss überlegt werden welche Maßnahmen der Verhältnisprävention und oder der Verhaltensprävention durchgeführt werden sollten um die Wertevorstellungen der Belegschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Da der Pflegebereich von den finanziellen Möglichkeiten arg begrenzt wird, muss auch überlegt werden welche Maßnahmen überhaupt finanziell machbar sind.

2. Vorbereitung der Maßnahmen

Zuerst sollte sich die Führung des Heimes ein Bild über die Situation des Pflegepersonals machen können. Dazu sollte eine anonyme Mitarbeiterbefragung durchgeführt werden, in der sich die Beschäftigten zu den oben angeführten Punkten äußern könnten. Auch sollten die Arbeitsausfälle und die Gründe für die krankheitsbedingten Ausfälle näher erörtert werden. Durch diese Maßnahmen sieht die Führung an welche Punkte man ansetzen kann und muss. Da in der Zeit in der ich dort tätig war die Klagen über Rückenschmerzen, bedingt durch das heben der Patienten, und die Klage über schlechten und unflexible Arbeitszeiten am häufigsten waren würde ich dort gerne ansetzen. Auch die Beschwerden über die hohen psychischen Belastungen würde ich ebenfalls noch in diese Arbeit mit einfließen lassen.

2.1. Planungsphase (Projektmanagement):

Zuerst wäre hier die Frage zu klären was Projektmanagement überhaupt ist. Es „ist ein umfassendes Führungskonzept, das ermöglichen soll, komplexe Vorhaben termingerecht, kostengünstig und mit hoher Qualität durchzuführen.“[4] Der Zweck des Projektmanagements ist, alle Arbeitsschritte und Aktivitäten so zu planen, zu organisieren und zu kontrollieren, dass ein Projekt trotz aller Risiken und Unwägbarkeiten erfolgreich abgeschlossen wird. Wichtig für den Projekterfolg ist die Einhaltung von getroffenen Vereinbarungen zu den drei zentralen Faktoren. Diese sind:

- Termine
- Ressourcen
- Qualität

2.2. Arbeitskreis aufbauen:

Die nächste Maßnahme sollte sein, dass sich ein Arbeitskreis aus Mitgliedern der Führung und aus Mitarbeitern des Pflegebereichs bildet, in dem die analysierten Punkte besprochen werden und Lösungskonzepte miteinander erarbeitet werden. Auch sollte ein Ablaufplan erarbeitet werden, d.h. es sollte die Reihenfolge festgelegt werden in welcher die einzelnen Verbesserungen durchgeführt werden sollten. Auch muss auf die Durchführbarkeit und im sozialen Arbeitsbereich leider auch auf die Finanzierbarkeit geachtet werden.

Was helfen mir die schönsten Pläne und Studien wenn sie nicht finanzierbar sind. Auch sollte hier festgelegt werden, wie die Evaluation im Nachhinein durchgeführt werden soll.

2.3. Zieldefinition:

Nach einiger Zeit der Beratung des Gremiums sollten die Ziele der Maßnahmen definiert werden. Und ein genauer Ablaufplan der Arbeitschritte erstellt werden. Es sollte schriftlich festgehalten werden wer für was, wann zuständig ist. Der Arbeitskreis achtet darauf, dass nur solche Ziele festgehalten werden, die auch im Rahmen der abschließenden Evaluation mit vorher vereinbarten Messinstrumenten überprüft werden können. Als Interventionsbereiche würden auf der Grundlage der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung vorerst nur der gesamte Pflegebereich ausgewählt werden. Die übrigen Bereiche erst nach Abschluss dieses Projekts. Mit den finanziell bescheidenen Mitteln die zur Verfügung stehen würden, sollte sich das Heim zum Ziel setzen, die Rückenbeschwerden der Belegschaft zu minimieren. Des Weiteren sollte der Arbeitskreis zusammen mit den Pflegekräften neue Arbeitszeitmodelle diskutieren und diese nach Einigung in die Tat umsetzen. Des Weiteren sollten Mittel und Wege Gefunden werden die psychischen Belastungen der Belegschaft abzubauen und aufzufangen.

[...]


[1] Fachhochschule für angewandtes Management, Foliensatz zur Vorlesung, WHO 1946.

[2] Vgl. Fachhochschule für angewandtes Management, Foliensatz zur Vorlesung LE I.

[3] Vgl. Bürgerspital Amberg, Infos.

[4] Litke und Kunow, Fachhochschule für angewandtes Management, Foliensatz zur Vorlesung LE V.

Details

Seiten
21
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638874267
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v80903
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,3
Schlagworte
Entwicklung Konzepts Gesundheitsförderung Beispiel Altenheimes Amberg Wahlfach Betriebliche

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Titel: Entwicklung eines Konzepts zur betrieblichen Gesundheitsförderung am Beispiel des städtischen Altenheimes „Bürgerspital“ in Amberg