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Der Verlauf des Ersten Punischen Krieges

Vom Kampf um Messana bis zum Lutatius-Vertrag

Referat (Ausarbeitung) 2007 20 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Kriegsbeginn und der Kampf auf Sizilien

III Flottenbau der Römer und der Kampf um die Seeherrschaft

IV Aufbau einer zweiten Front und die römische Invasion in Afrika

V Unbeständiger Erfolg und die Pattsituation auf Sizilien

VI Privatfinanzierter Flottenbau und der Sieg der Römer

VII Schluss

VIII Literaturverzeichnis

I Einleitung

Nachdem die Römer erst wenige Jahre zuvor im Pyrrhoskrieg zum ersten Mal einer außeritalischen Macht gegenübergestanden hatten,[1] mussten sie sich in den Jahren 264 bis 241 v. Chr. im Kampf gegen die phönizischen Großmacht Karthago behaupten. Während der Pyrrhoskrieg noch in vergleichsweise kleineren Ausmaßen verlief und auf dem italienischen Festland ausgetragen wurde, entwickelte sich der Erste Punische Krieg zu einer wesentlich größeren Auseinandersetzung. Zum ersten Mal musste Rom das eigene Gebiet verlassen, das Meer befahren und sogar in Korsika, Sardinien und an der afrikanischen Küste kämpfen. Im Zuge des Krieges musste Rom immer wieder Rückschläge in Kauf nehmen und war gezwungen, seine Grenzen zu erfahren und über sie hinauszuwachsen. Erfolg oder Misserfolg in diesem Krieg sollten über die langfristige Zukunft der römischen Republik und über das Kräfteverhältnis am Mittelmeer entscheiden.

Die nachfolgende Arbeit ist eine verkürzte Darstellung des Kriegsverlaufes, die einerseits einen chronologischen Faden aufweist, andererseits aber auch die zentralen Momente des Krieges beleuchtet und näher ausführt.

II Kriegsbeginn und der Kampf auf Sizilien

Der Erste Punische Krieg beendete zwei Jahrhunderte des friedlichen Nebeneinanders der aufstrebenden römischen Republik und der phönizischen Handelsmacht Karthago.[2] Dabei war die Koexistenz beider Staaten eigentlich durch die so genannten Karthager-Verträge gesichert, welche ihre Handels- und Piraterieräume klar voneinander trennten.[3] Der Krieg entzündete sich aber schließlich am Konflikt um die auf Sizilien gelegene Stadt Messana. Diese von den Mamertinern bewohnte Stadt wurde 269 v. Chr. durch Hieron II.[4] von Syrakus belagert, worauf die Karthager den Mamertinern zur Hilfe eilten, die Stadt aber dann ihrerseits in Besitz nahmen.[5] Nach der Zusicherung römischer Hilfe und vermutlich auch mit Unterstützung römischer Truppen vertrieben die Marmertiner 264 v. Chr. die karthagischen Soldaten aus Messana.[6] Als Reaktion auf das römische Eingreifen schlossen sich die ehemaligen Gegenspieler Syrakus und Karthago zu einer antirömischen Allianz zusammen. Bei beiden Staaten war vermutlich die Angst vor Rom als dritter Macht auf Sizilien ausschlaggebend für das Bündnis.[7] Karthago begann darauf, gemeinsam mit Truppen aus Syrakus, Messana zu belagern, worauf der römische Senat 264 v. Chr. zwei Legionen auf Schiffen von Italien nach Sizilien entsandte.[8]

Zunächst gelang es dem karthagischen Heer noch die Landung des römischen Konsuls Appius Claudius Caudex[9] von Rhegion nach Sizilien zu verhindern.[10]

Aufgrund mangelnder Koordination zwischen den Bündnern gelang dem Konsul die Landung aber schon im zweiten Anlauf.[11] Auf Sizilien konnte der Konsul die Truppen aus Syrakus zurückdrängen und auch gegen die Karthager agierte er erfolgreich, auch wenn die Belagerung erst 263 v. Chr. aufgehoben werden konnte.[12] Schon das erste Kriegsjahr brachte also den Erfolg der Römer auf Land. Karthago hingegen schien für eine größeren militärischen Konflikt noch nicht gerüstet zu sein.[13]

Im folgenden Jahr setzten die Römer mit insgesamt vier Legionen und beiden Konsuln nach Sizilien über, um das feindliche Bündnis zu zerschlagen.[14] Die Stärke der Armee macht deutlich, dass der zunächst kleinere Konflikt sich zu einem größeren Krieg entwickelte. Nach der Befreiung von Messana richteten sich die römischen Angriffe zunächst gegen Syrakus, den schwächeren der beiden Bündnispartner. Auf Grund der weiterhin schlechten Koordination zwischen den Verbündeten gelangen Rom in der Anfangsphase des Krieges wichtige militärische Erfolge und die Einnahme mehrerer Städte im Osten Siziliens.[15] Als schließlich die Hauptstadt Syrakus selbst durch römische Truppen bedroht wurde, sah sich Hieron II. zum Frieden mit Rom gezwungen. Er verpflichtete sich zur Treue und überließ zudem den Römern die bereits eroberten Städte, wodurch sie einen großen Teil des östlichen Siziliens unter ihre Kontrolle bringen konnten.[16]

Nach diesem Erfolg und mit Unterstützung aus Syrakus wandte sich Rom dem Westen Siziliens und damit direkt der karthagischen Epikratie zu.[17] Spätestens jetzt weitete sich der Konflikt um die Stadt Messana zu einem Krieg um ganz Sizilien aus.[18]

Noch im gleichen Jahr zeigte Rom seine Dominanz auf dem Land und konnte mehrere Erfolge erzielen. Unter anderem trat die sehr weit im karthagischen Herrschaftsbereich gelegen Stadt Segesta kampflos zu Rom über.[19]

Einen besonderen Erfolg konnten die Römer auch 261 v. Chr. bei Akragas, dem karthagischen Hauptstützpunkt, verbuchen. Nach einer siebenmonatigen Belagerung mussten die Karthager schließlich aus der Stadt fliehen.[20] Rom verkaufte alle verbliebenen Einwohner in die Sklaverei, als abschreckendes Beispiel für andere karthagofreundliche Städte.[21]

Schon bald zeigte sich jedoch, dass die römischen Erfolge weder kriegsentscheidend noch von langer Dauer waren. Durch die karthagische Flotte bedroht fielen viele der Küstenstädte wieder von Rom ab und schlossen sich den Karthagern an.[22] Auch unternahm die karthagische Marine Fahrten zur Küste Italiens, plünderte dort ganze Siedlungen und zwang die Römer, Schutztruppen an der Küste zu postieren.[23] Zudem konnten die wichtigen karthagischen Seefesten Drepana und Lilybaion auf dem Landweg nicht eingenommen werden, da sie hauptsächlich über das Meer mit Nachschub versorgt wurden.[24]

Um eine Entscheidung auf Sizilien zu erreichen, war für die Römer eine Flotte von absoluter Notwendigkeit.

III Flottenbau der Römer und der Kampf um die Seeherrschaft

Zwar verfügten Rom und seine Bundesgenossen schon vor dem Ersten Punischen Krieg über eine kleinere Flotte,[25] für einen Seekrieg mit einer Seemacht wie Karthago war Rom aber keinesfalls gerüstet. Aus diesem Grund wurde 261 v. Chr. in einer erstaunlichen Geschwindigkeit eine Flotte von rund 200 Großkampfschiffen, den Penteren (Fünfruderer), ausgehoben.[26] Von ihrer Form und Technik orientierten sich die römischen Schiffe an den karthagischen Modellen, allerdings waren sie schwerer und damit auch schwerfälliger als diese.[27] Nach Polybios diente sogar ein angeschwemmtes karthagisches Kriegsschiff als Vorlage.[28] Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Römer Unterstützung von außeritalienischen Schiffsbauern in Anspruch nahmen.[29]

Obwohl die Römer nun über eine große Flotte verfügten, waren sie den Karthagern noch keineswegs ebenbürtig. Der Kampf auf See wurde mit Hilfe einer Rammtechnik entschieden.[30] Dazu war an dem Bug eines jeden Kriegschiffes ein Rammsporn befestigt, mit dem man versuchte, ein Loch in die Bordwand des feindlichen Schiffes zu reißen.[31] Um aber mit einem Schiff überhaupt eine feindliche Pentere rammen zu können, war ein hohes Maß an Geschick notwendig. Es kam auf die Fähigkeiten der Ruderer, das taktische Geschick des Kommandanten und auch auf die Bauart des Schiffes an.[32] In all diesen Punkten unterschieden sich die Kontrahenten grundlegend. Karthago war seit Jahrhunderten eine der großen Seemächte des Mittelmeerraumes[33] und verfügte über technisch bessere Schiffe, ausgereiftere Taktiken und erfahrenere Seeleute.

[...]


[1] Vgl. Günther, Linda-Marie: Art. Pyrrhos, in: Der Neue Pauly: Enzyklopädie der Antike 10 (2001), Sp. 645 - 648.

[2] Vgl. Heftner, Herbert: Der Aufstieg Roms. Vom Pyrrhoskrieg bis zum Fall von Karthago, Regensburg 1997, S. 120. (Im Folgenden zitiert als: Heftner: Der Aufstieg Roms).

[3] Vgl. Welwei, Karl-Wilhelm: Piraterie und Sklavenhandel in der frühen römischen Republik, in: Ders., Res Publica und Imperium. Kleine Schriften zur römischen Geschichte, hrsg. von Meier, Mischa und Strothmann, Meret, Stuttgart 2004, S. 65 -73.

[4] Hieron II. wurde 300 v. Chr. in Syrakus geboren, errichtete 275 v. Chr. gegen die Karthager eine Militärmonarchie und wurde erst deren Stratege und schließlich nach einem Sieg über die Marmertiner 269 v. Chr. deren König. Traditionell war er mit den Karthagern verfeindet. Nachdem er im Ersten Punischen Krieg auf die römische Seite gewechselt war, blieb er der Republik Zeit seines Lebens treu und unterstützte sie sowohl im Ersten als auch im Zweiten Punischen Krieg. Unter Hieron II. erlebte Syrakus eine letzte Hochzeit. (Vgl. Meister, Klaus: Art. Hieron II. Tyrann von Syrakus, in: Der Neue Pauly: Enzyklopädie der Antike 5 (1998), Sp. 544 – 545).

[5] Vgl. Zimmermann, Klaus: Rom und Karthago, Darmstadt 2005, S. 20 (Im Folgenden zitiert als: Zimmermann: Rom und Karthago).

[6] Vgl. Heftner: Der Aufstieg Roms, S. 114.

[7] Vgl. Welwei, Karl-Wilhelm: Hieron II. von Syrakus und der Ausbruch des ersten Punischen Krieges, in: Ders ., Res Publica und Imperium. Kleine Schriften zur römischen Geschichte, hrsg. von Meier, Mischa und Strothmann, Meret, Stuttgart 2004, S.99-113, S.105-106.

[8] Vgl. Heftner: Der Aufstieg Roms, S. 116.

[9] Appius Claudius Caudex war der Konsul des Jahres 264 v. Chr. und damit auch einer der militärischen Oberbefehlshaber. Auch auf Grund seiner anstachelnden Reden beschloss der Senat das Eingreifen in den Konflikt um Messana (Vgl. Heftner: Der Aufstieg Roms, S.115).

[10] Vgl. Huss, Werner: Die Karthager, München 1990, S.159. (Im Folgenden zitiert als: Huss: Die Karthager).

[11] Vgl. Huss: Die Karthager, S. 159.

[12] Vgl. Zimmermann: Rom und Karthago, S. 102.

[13] Vgl. Huss: Die Karthager, S. 160.

[14] Vgl. Heftner: Der Aufstieg Roms, S. 117.

[15] Vgl. Zimmermann: Rom und Karthago, S. 102.

[16] Vgl. Heftner: Der Aufstieg Roms, S. 117.

[17] Vgl. Huss: Die Karthager, S. 161.

[18] Vgl. Heftner: Der Aufstieg Roms, S. 118

[19] Vgl. Zimmermann: Rom und Karthago, S. 102.

[20] Vgl. Heftner: der Aufstieg Roms, S. 118 – 120.

[21] Vgl. Huss: Die Karthager, S. 162.

[22] Vgl. Heftner: Der Aufstieg Roms, S. 120.

[23] Vgl. Heftner: Der Aufstieg Roms, S. 120.

[24] Vgl. Zimmermann: Rom und Karthago, S. 103.

[25] Vgl. Schulz, Raimund: Roms Griff nach dem Meer, in: Hantos, Theodora, Lehmann, G.A. (Hgg.), Althistorisches Kolloquium zum Anlass des 70. Geburtstages von Jochen Bleicken. 29. – 30. November in Göttingen, Stuttgart 1998, 121 -134, S. 122. (Im Folgenden zitiert als: Schulz: Roms Griff nach dem Meer).

[26] Vgl. Heftner: Der Aufstieg Roms, S. 123.

[27] Vgl. Scullard, H. H.: Carthage and Rome, in: Walbank, F.W. u. a. (Hg.), The Cambridge Ancient History VII, Part 2, The Rise of Rome to 220 BC, Cambridge² 1990, S. 486 – 572, S.549. (Im Folgenden zitiert als: Scullard: Carthage and Rome).

[28] Vgl. Zimmermann: Rom und Karthago, S. 104 – 105.

[29] Vgl. Heftner: Der Aufstieg Roms, S. 123.

[30] Vgl. Viereck, H.D.L.: Die römisch Flotte. Classis Romana, Herford 1975, S. 161 – 163. (Im Folgen zitiert als: Viereck: Die römische Flotte).

[31] Vgl. Viereck: Die römische Flotte, S .23.

[32] Vgl. Viereck: Die römische Flotte, S. 161 – 163.

[33] Vgl. Heftner: Der Aufstieg Roms, S. 105 – 108.

Details

Seiten
20
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638879828
ISBN (Buch)
9783638879903
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v80873
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Historisches Institut
Note
1,0
Schlagworte
Verlauf Ersten Punischen Krieges Karthago Rom Seeschlacht Herrschaft See Meer

Autor

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