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"Die Kinderkarawane" von An Rutgers. Eine kurze Buchpräsentation

von Britta Daniel Hans-Peter Tonn

Referat (Handout) 2002 9 Seiten

Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

1. Einleitung

„Die Kinderkarawane“, geschrieben von der holländischen Jugenbuchschriftstellerin An Rutgers (geb. 1910 in Amsterdam), übersetzt von Irma Silzer. Das Buch erschien erstmals 1975 im Deutschen Taschenbuchverlag München. An Rutgers erzählt in ihrem Buch über die Wanderung der sieben Kinder Sager durch den Nordwesten Amerikas, die im Jahre 1844 stattfand.

(Folie 1, Geographische Darstellung der USA)

Rutgers erfuhr durch einen Zeitungsartikel vom Schicksal dieser Kinder. Dieser weckte ihr Interesse und sie recherchierte intensiv. Sie forschte in Büchern über die Geschichte amerikanischer Pioniere und alten Tagebüchern von Entdeckungsreisenden. Dabei stieß sie unter anderem auf einen Brief vom Verwalter eines kleinen Pelzjägerforts und den Bericht des amerikanischen Missionars Doktor Marcus Whitman. Dort fand sie wichtige Informationen über die Sager-Kinder. Auf diese geschichtlichen Tatsachen und Recherchen stützt sich die Erzählung .

2. Thematischer Inhalt

Im Jahr 1844 wurde der Nordwesten Amerikas als „Wilder Westen“ bezeichnet. Das Land zwischen dem Columbiatal, Oregon und Californien, rings um die Rocky Mountains, war noch weitgehend unbesiedelt. Die ersten Siedler (Pioniere) aus aller Welt bahnten sich ihren weiten Weg Richtung Californien und Oregon.

(Folie 1, Planwagen)

Dabei zogen sie in „ „Trecks“ von meist mehreren hundert Planwagen mit Ihrem gesamten Besitz und Viehherden durch karges, lebensfeindliches Land. Oft mehrere tausend Meilen, monatelang. Ständig bedroht von feindlich gesonnenen Indianerstämmen, wilden Büffelherden, Krankheiten („Ruhr“) und Nahrungsmangel. Hilflos ausgeliefert den Naturgewalten. Viele Pioniere bezahlten ihren Traum vom „fruchtbaren Land“ und „neuem Leben“ mit dem Tod.

Zu einem solchen Treck gehören auch die Kinder Sager: John (fast 14 Jahre), Luise (12 Jahre), Francis (11 Jahre), Käthe (9 Jahre), Mathilde (5 Jahre), Lizzi (3 Jahre) und Indepentia (Säugling). Gemeinsam mit ihren Eltern Naomi und Heinrich Sager ziehen sie bereits seit fünf Jahren Stück für Stück weiter nach Westen. Nachdem sie sich in St. Louis eine Farm aufgebaut haben, packt den Vater wieder das Reisefiber.

(Folie 1, Geographische Darstellung der USA)

Im Sommer 1944 macht sich die Familie mit einem Treck auf in Richtung Oregon. Die Reise ist alles andere als ungefährlich. Feindselige Indianerstämme, raffgierige Fortverwalter und wilde Tiere machen den Siedlern zu schaffen. Im unwegsamen Gelände brechen die Achsen der Planwagen. Reißende Flüsse müssen mit Pferd und Wagen überquert werden. Unwetter zerstören fast die Hälfte aller Wagen.

Während dieser Reise wird bei den Sagers der Säugling Indepentia geboren, als eine Gruppe Indianer den Planwagen der Familie angreift.

Kurz nach der Geburt erkranken die Eltern Naomi und Heinrich Sager unerwartet. Der Planwagen der Familie muss zurückbleiben. Der Vater erteilt seinem ältesten Sohn John den Auftrag, von nun an für die Familie zu sorgen. John übernimmt nun das Jagen und Versorgen der Familie. Nach zwei Tagen trifft ein berühmter Trapper, Kit Carson, auf den Planwagen der Familie. Er sieht die kranken Eltern und den Säugling und rät John, sofort weiterzufahren. Er soll so schnell wie möglich, Tag und Nacht fahren, um den Treck einzuholen. John befolgt diesen Rat und lenkt den Wagen zwei Tage und zwei Nächte wie ein Wahnsinniger, bis er den Treck eingeholt hat. Vollkommen erschöpft holt er den Doktor. Doch der kann nur noch den Tod beider Eltern feststellen. Ein unvorstellbarer Schmerz für alle Kinder. Aber John trauert nicht zu lange. Er sieht es als seine Aufgabe, seine jüngeren Geschwister zu trösten.

John muss weiter für das Schicksal seiner Familie kämpfen. Zunächst entscheidet der Rat der Vertrauensmänner unter den Siedlern, die Kinder auf verschiedene Familien aufzuteilen. Doch John zeigt Verantwortung. Er erreicht durch seine vernunftbetonte Argumentation, daß die Kinder auf dem Familienplanwagen zusammenbleiben können. Bis auf das jüngste Familienmitglied, die kleine Indepentia. Der Rat beschließt, dass sie von einer anderen Siedlerfrau versorgt werden soll.

Als der Treck zu einem Fort gelangt, welches auf halbem Weg nach Oregon liegt, versucht der britische Fortverwalter mit allen Mitteln, den Pionieren ihren Traum von Oregon auszureden. Sein Wunsch ist es, dass Oregon einmal zu England gehört, nicht zu der amerikanischen Regierung. Um das zu erreichen, erzählt er den Siedlern Horrormärchen über Hungersnöte, Schneestürme, mörderische Indianerstämme und hohe Verluste von Menschen und Tieren, wenn sie den Weg nach Oregon weiter gehen. Tatsächlich gelingt es ihm, die Siedler zu überzeugen. Der Treck entscheidet, stattdessen nach Californien weiterzuziehen.

Als John diese Entscheidung hört, wird er wütend. Er will den Traum seines toten Vaters nicht aufgeben. Heinrich Sagers Wunsch war es, den Säugling Indepentia von einem der ersten Oregon-Entdecker, dem Missionar Doctor Marcus Whitman, in Oregon taufen zu lassen. John überzeugt die anderen Kinder von seinem Plan.

In der folgenden Nacht holt John den Säugling Indepentia von der fremden Siedlerfrau zurück. Er zieht mit seinen Geschwistern allein los. Ohne Wagen, mit dem starken Ochsen Walter, der jungen Kuh Anna und dem jungen Wolfshund Oskar. Im Gepäck: Mehl, etwas Zucker, gesalzener Speck, gedörrtes und gehacktes Büffelfleisch, Wasserkessel, Pfanne, Topf, Bibel, Nähzeug, Decken und Zelttücher, Gewehre, Ladestöcke, Pulver, Blei, Zündhütchen, Jagdmesser und Wassersäcke.

[...]

Details

Seiten
9
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638151610
ISBN (Buch)
9783638934206
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v8083
Institution / Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen – FH Hildesheim/ Holzminden
Note
1,0
Schlagworte
Buchvorstellung Literatur Präsentation Kinderbuch Jugendbuch Kinderkarawane

Autoren

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