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Elektronische Wörterbücher - Mit besonderer Betrachtung der onomasiologischen Suche in Collins COBUILD e-dict

Seminararbeit 2006 15 Seiten

Anglistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Besonderheiten elektronischer Wörterbücher - Multimedia
1.1 Bilder / Graphiken
1.2 Audiomaterial
1.3 Videomaterial
1.4 Gesteigerte Information

2. Verschiedene Suchoptionen in elektronischen Wörterbüchern
2.1 Platzhalter / wildcards
2.2 Phonologische Suche
2.3 Hyperlinking
2.4 Volltextsuche
2.5 3D-Suche
2.6 Crosslinking
2.7 Gezielte Suche

3. Vor- und Nachteile elektronischer Wörterbücher

4. Onomasiologische Suche
4.1 Begriffserklärung
4.2 Analyse der onomasiologischen Suchmöglichkeiten in Collins COBUILD e-dict

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

In den letzten zwei Jahrzehnten sind neben den traditionellen gedruckten Wörterbüchern auch zahlreiche in elektronischer Form auf dem Markt erschienen. Mittlerweile bieten nahezu alle gängigen lexikographischen Verlage computergestützte Nachschlagewerke an. Bei diesen kann man grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Formen unterscheiden:

1. PC-Wörterbücher auf CD-ROM
2. hand-helds
3. online Wörterbücher

In dieser Hausarbeit werde ich mich ausschließlich auf die am weitesten verbreitete Form, die CD-ROM Wörterbücher, beschränken. Ich werde versuchen ihren Stellenwert herauszuarbeiten, indem ich ihre Besonderheiten (Multimediamaterial, gesteigerte Information), ihre Vorteile (verschiedene Suchoptionen), aber auch ihre Nachteile (ungenügende Entwicklung, etc.) beschreibe.

Eine interessante Besonderheit stellt hierbei die onomasiologische Suchfunktion dar, die ein traditionelles Wörterbuch nicht bieten kann. Im letzten Teil der Hausarbeit werde ich diese deshalb anhand des elektronischen Wörterbuchs Collins COBUILD e-dict untersuchen und ihre Vor- und Nachteile erläutern und bewerten. Die entscheidende Frage bei der Bewertung ist, wie treffsicher und somit sinnvoll diese Suchoption für den Anwender ist.

1. Besonderheiten elektronischer Wörterbücher - Multimedia

Elektronische Wörterbücher weisen einige Besonderheiten auf, die es in gedruckten Wörterbüchern nur teilweise oder gar nicht gibt. Bilder sowie Audio- und / oder Videomaterial ergänzen oft textdominierte Wörterbücher und veranschaulichen dem Benutzer das Suchwort (Storrer, 1998: 109).

1.1 Bilder / Graphiken

In einigen elektronischen Wörterbüchern finden sich zu zahlreichen Lemmata Bilder, Zeichnungen oder Karten, die dem Nutzer bestimmte Begriffe besser erläutern und veranschaulichen sollen als ein reiner Text (Heuberger, 2000: 42-43). Viele dieser Graphiken sind im Gegensatz zu Bildern in gedruckten Medien koloriert und / oder animiert. (Storrer, 1998: 109). Man findet beispielsweise Darstellungen von Tieren oder Pflanzen, Szenen von Sportarten oder Bewegungsabläufen, wie zum Beispiel Tänzen, Karten von Ländern und Städten oder auch Abbildungen von Theaterszenen (Heuberger, 2000: 43-44 / Storrer, 1998: 110-111).

1.2 Audiomaterial

In zahlreichen elektronischen Wörterbüchern besteht die Möglichkeit, sich die Stichworte und teilweise sogar seine flektierten Formen anzuhören (Herbst, 2003: 253). Dies hat vor allem für Lerner und die Benutzer, die die Lautschrift nicht beherrschen große Vorteile, da diese so direkt die Aussprache der Wörter mitlernen können (Herbst, 2003: 253).

Da die Begriffe meist von Muttersprachlern gesprochen sind, sind die Audiomaterialien auch aus linguistischer Sicht durchaus positiv zu bewerten. Während man zum Beispiel in der Lautschrift des Wortes little /′lıtl/ nicht erkennen kann, dass die beiden /l/-Laute eine unterschiedliche Qualität haben, kann man den Unterschied anhand der Audiodateien jedoch hören (Herbst, 2003: 253).

Teilweise werden die Stichwörter sogar in verschiedenen Varietäten angeboten, wodurch dem Anwender zum Beispiel ermöglicht wird Unterschiede in amerikanischer und britischer Aussprache zu hören (Herbst, 2003: 253).

1.3 Videomaterial

Neben Bild und Ton gibt es in manchen elektronischen Wörterbüchern auch einige Videodateien. Diese sind jedoch aufgrund geringer Speicherkapazität und hoher Produktionskosten weitaus weniger verbreitet als Audioformate (Herbst, 2003: 253).

Die kurzen Videoclips sind eine weitere sinnvolle Anwendungsmöglichkeit, da sie dem Benutzer eine Visualisierung von Bewegungsabläufen ermöglichen. So werden beispielsweise Tänze gezeigt und teilweise sogar mit passender Musik unterlegt, wodurch der Anwender eine klarere Vorstellung des Begriffs erhält (Herbst, 2003: 254 / Storrer, 1998: 110). Des Weiteren können bestimmte sprachliche Verhaltensweisen, wie zum Beispiel das Erfragen eines Weges oder das Bestellen in einem Restaurant, dargestellt werden. Dies hat vor allem für Lerner Vorteile, da auf diese Weise nicht nur einzelne Wörter gelernt sondern komplexe Situationen gelernt werden können (Herbst, 2003: 254).

1.4 Gesteigerte Information

Eine weitere Besonderheit von elektronischen Wörterbüchern ist, dass sie für gewöhnlich mehr Informationen enthalten als gedruckte Medien (Herbst, 2003: 255).

Es gibt zum einen mehr Einträge, also eine größere Makrostruktur. Dies liegt hauptsächlich an der höheren Platzkapazität. So kann man ein aus mehreren Bänden bestehendes Papierwörterbuch beispielsweise auf einer einzigen CD-ROM wieder finden (Herbst, 2003: 255). Auf der anderen Seite ist auch die die Mikrostruktur, das heißt die Qualität der Einträge, in vielen elektronischen Wörterbüchern deutlich besser. Zum Beispiel sind Einträge wie to ask someone a question - jemanden etwas fragen oft nicht durch to ask s.o. a question - j-n. et. fragen abgekürzt und man findet zu den einzelnen Lemmata weitere Einträge, wie bestimmte Kollokationen, Zitate usw. (Herbst, 2003: 255-256 / Heuberger, 2000: 125-127).

2. Verschiedene Suchoptionen in elektronischen Wörterbüchern

Durch die Fülle an Informationen die elektronische Wörterbücher bieten liegt der Verdacht nahe, dass die computergestützten Nachschlagewerke teilweise zu umfangreich sind, denn in den seltensten Fällen will der Benutzer wirklich alle Informationen zu einem Lemma einsehen. Die Lösung, die elektronische Medien dafür bieten liegt in verschiedenen Suchoptionen, die dem Anwender ermöglichen auf bestimmte Art und Weise nach spezifischen Informationen die ein Stichwort enthält zu suchen (Herbst, 2003: 256-257).

Allgemein verfügt jedes elektronische Wörterbuch über ein Eingabefeld für das Suchwort und ein Register, das die gefundenen Lemmata in alphabetischer Reihenfolge anzeigt. Selbst diese sehr einfache Art erleichtert das Nachschlagen von Begriffen im Gegensatz zur Suche in gedruckten Wörterbüchern bereits ungemein, da man sich das Blättern und somit viel Zeit und Mühe spart (Herbst, 2003: 258).

2.1 Platzhalter / wildcards

Eine weitere Erleichterung für den Anwender ist die, bereits in vielen elektronischen Wörterbüchern verbreitete Suche mit so genannten Platzhaltern oder wildcards. Dies sind Sonderzeichen wie * oder ?, die der Nutzer beim Suchen eines Lemmas einsetzen kann, wenn er die genaue Schreibweise nicht kennt. Das Symbol * ersetzt dabei eine beliebige Anzahl von Buchstaben und das ? ein einzelnes Zeichen. Dem Anwender wird somit ermöglicht, eben auch ohne genaue Kenntnis über die richtige Schreibung das gesuchte Wort zu finden, was erneut besonders Lernern zugute kommt (Herbst, 2003: 258 / Storrer, 1998: 116).

2.2 Phonologische Suche

Einige elektronische Wörterbücher bieten außerdem die Möglichkeit der phonologischen Suche. Hierbei verfügt das Wörterbuch über Schaltflächen für die einzelnen Phoneme, die der Nutzer anklicken kann. Im Eingabefeld erscheint somit die Transkription des Wortes mit der dann nach Informationen zu dem Begriff gesucht werden kann. Voraussetzung für die Benutzung dieser Suchoption ist allerdings, dass der Anwender die Transkription beherrscht (Herbst, 2003: 259).

2.3 Hyperlinking

Die Suche über so genannte Hyperlinks ist in elektronischen Wörterbüchern mittlerweile weit verbreitet. Hyperlinks ermöglichen es, durch Anklicken eines Wortes in einem Artikel direkt zum Artikel des angeklickten Begriffs zu gelangen. Das heißt, man kann durch diesen Link beispielsweise direkt zu Kollokationen oder Zitaten zu dem gesuchten Wort gelangen (Herbst, 2003: 259-260 / Storrer, 1998: 116).

Des Weiteren können Bilder und Videos die sich auf mehr als ein Lemma beziehen, mit allen für sie relevanten Artikeln verlinkt sein und sind nicht mehr wie im gedruckten Medium an einen Begriff gebunden (Herbst, 2003: 259-260).

2.4 Volltextsuche

Eine andere Suchmöglichkeit in computergestützten Wörterbüchern ist die Volltextsuche, mit der man auch die Explikationsteile der Artikel selbst durchsuchen kann. Dies ermöglicht oft, durch die Eingabe des Wortes zu bestimmten Kollokationen zu kommen, die man mit normaler Suche unter diesem Begriff nicht gefunden hätte. Zum Beispiel gelangt man bei der Standardsuche nach dem Wort deadline zwar zur Kollokation meet the deadline, jedoch nicht zu dem Ausdruck beat the deadline. Dieser ist erst in der Volltextsuche zu finden, da er eigentlich unter dem Eintrag von beat steht (Herbst, 2003: 260-261 / Heuberger, 2000: 139-140).

Eine weitere Art der Volltextsuche ist die so genannte onomasiologische Suche, auf die ich in Punkt 4 dieser Hausarbeit näher eingehen werde.

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Details

Seiten
15
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638873789
ISBN (Buch)
9783638873840
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v80744
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Schlagworte
Elektronische Wörterbücher Betrachtung Suche Collins COBUILD English Words

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