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Versuch einer psychoanalytischen Tempustheorie zu den Tagebüchern Franz Kafkas

Diplomarbeit 2006 71 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

EINLEITUNG: ... 3

I. SIGMUND FREUDS KONZEPT DER PSYCHOANALYSE ... 5
1. Der Ödipuskomplex: ... 5
2. Die Verdrängungslehre: ... 7
3. Das Ich und das Es: ... 8
4. Das Ich und das Über-Ich: ... 10
5. Zusammenfassung: ... 11

II. PSYCHOANALYTISCHE TEMPUSTHEORIE ZU DEN TAGEBÜCHERN FRANZ KAFKAS: ... 13

1. EINFÜHRUNG: ... 13
1.1. Vergangenheit: ... 14
1.2. Zukünftigkeit: ... 23
1.3. Gegenwärtigkeit: ... 24

2. DAS PRÄSENS: ... 26
2.1. Vergangenheit: ... 26
2.1.1. Allgemeine Gültigkeit: ... 26
2.1.2. Wiederholung: ... 29
2.2. Gegenwart: ... 32
2.2.1. Unausweichlichkeit: ... 32
2.2.2. Vision: ... 34
2.2.3. Gezogene Lehre: ... 36

3. DAS PERFEKT: ... 38
3.1. Vergangenheit: ... 38
3.1.1. Emotionsgebundenheit: ... 38
3.2. Gegenwart: ... 40
3.2.1. Bewusstseinsgebundenheit: ... 40

4. DAS PRÄTERITUM: ... 42
4.1. Vergangenheit: ... 43
4.1.1. Unwiderruflichkeit: ... 43
4.1.2. Unkontrollierbarkeit: ... 45
4.1.3. Emotionslosigkeit: ... 46

5. DAS PLUSQUAMPERFEKT: ... 48
5.1. Vergangenheit: ... 48
5.1.1. Abhebung: ... 48
5.1.2. Unverständnis: ... 50

6. DAS ERSTE FUTUR: ... 51
6.1. Zukünftigkeit: ... 52
6.1.1. Undurchführbarkeit: ... 52
6.1.2. Vermutung: ... 54

III. EXKURS TEMPUSTHEORIEN ... 56

1. ROLAND HARWEGS TEMPUSTHEORIE: ... 56
1.1. Praktische Theorieanwendung: ... 58

2. HARALD WEINRICHS TEMPUSTHEORIE: ... 62
2.1. Praktische Theorieanwendung: ... 64
Besprechen Erzählen Null-Perspektive Rückschau Vordergrund Hintergrund ... 65

IV. ZUSAMMENFASSUNG DER DIPLOMARBEIT: ... 67

BIBLIOGRAFIE ... 71

EINLEITUNG:

Als „das weite Land“ würde ich metaphorisch gesprochen das Gebiet der Erforschung des Gebrauchs der Tempora in den einzelnen Sprachen bezeichnen. Vieles ist bereits getan worden, dennoch sind noch immer zahlreiche Fragen offen. Eine davon war für mich der Tempusgebrauch in Franz Kafkas Tagebüchern.

Auf das Deutsche bezogen existieren derzeit in der Tempusforschung zwei Hauptrichtungen. Nach dem deiktischen Ansatz ist für die Wahl des Tempus, den sogenannten temporaldeiktischen Vorgang, ausschlaggebend, wo sich ein Ereignis, auf das sich ein Sprecher bezieht, auf der Zeitachse befindet. Vor-, Gleich- und Nachzeitigkeit des Ereignisses in Bezug auf den Zeitpunkt, zu dem eine Äußerung produziert wird, beziehungsweise, im Falle der Referenz auf mehrere Ereignisse, die chronologische Abfolge auf der Zeitachse, sind hierbei von Belang. Die andere Möglichkeit ist, die Tempora nicht als Zeiten, sondern als Aspekte im Sinne einer Kategorisierung des Verbs zu betrachten. In diesem Ansatz sind zeitliche Relationen irrelevant, da Referenzen nicht zeitstufenübergreifend sind. Aspektuelle Differenzierungen finden immer auf ein und derselben Zeitstufe statt. Unterschieden wird zwischen perfektivem, prospektivem (Zielgerichtetheit auf einen Punkt) und imperfektivem (Betonung des Verlaufscharakters) Aspekt. Neuere Forschungsansätze heben die Situationsabhängigkeit des Tempusgebrauchs hervor und entfernen sich somit von der Deixis und Aspektualität, wie auch ich das in meiner psychoanalytischen Tempustheorie tue.

Jene Tatsache, dass Kafka bei der Schilderung von Ereignissen, die sich auf ein und derselben Zeitstufe befinden, etliche Male das Tempus wechselt, lässt sich nach meiner Ansicht gemäß den geschilderten Forschungsansätzen nicht zufriedenstellend erklären. Für den Tempusgebrauch in Kafkas Tagebüchern ist weder relevant, wo sich Ereignisse auf der Zeitachse befinden, noch ist eine Zielgerichtetheit beziehungsweise Nicht-Zielgerichtetheit einer Äußerung zu bemerken. Für die Wahl eines Tempus ist lediglich entscheidend, inwieweit ein Ereignis mit dem Bewusstsein des Sprechers konfrontiert werden kann, ohne dessen seelisches Gleichgewicht zu gefährden. Innerpsychologische Vorgänge spiegeln sich daher im Tempusgebrauch wider. Zur Methodik meiner Theorie möchte ich anmerken, dass das Korpus für meine Untersuchungen die ersten drei von insgesamt acht Heften der Tagebücher Kafkas umfasst. Untersucht wurden aus Gründen der Überschaubarkeit lediglich die Tempusformen in den Hauptsätzen. Die vereinzelt in den Tagebüchern vorhandenen Fragmente von Prosaerzählungen sowie Texte in Dialogform wurden von mir nicht tempuswissenschaftlich gedeutet, da ich mich ausschließlich auf Eintragungen konzentriert habe, in denen Kafka persönliche Erlebnisse und Kontemplationen thematisiert.

I. SIGMUND FREUDS KONZEPT DER PSYCHOANALYSE

1. Der Ödipuskomplex:

"Jetzt bin ich aber erst recht Ihrer Verwunderung sicher. Gibt es denn eine infantile Sexualität? werden Sie fragen. Ist das Kindesalter nicht vielmehr die Lebensperiode, die durch das Fehlen des Sexualtriebes ausgezeichnet ist? Nein, meine Herren, es ist gewiß nicht so, daß der Sexualtrieb zur Pubertätszeit in die Kinder fährt wie im Evangelium der Teufel in die Säue. Das Kind hat seine sexuellen Triebe und Betätigungen von Anfang an, es bringt sie mit auf die Welt, und aus ihnen geht durch eine bedeutungsvolle, an Etappen reiche Entwicklung die sogenannte normale Sexualität des Erwachsenen hervor."1

Laut Freud beginnt das Kind bereits im Alter von drei Jahren, sexuelles Interesse zu entwickeln. Es ist jedoch noch unabhängig von der Funktion der Fortpflanzung, sondern dient der Gewinnung verschiedener Arten von Lustempfindung, die Freud zusammengefasst alsSexuallust2 bezeichnet. Deren Hauptquelle ist die Erregung bestimmter, besonders reizbarer Körperstellen, so zum Beispiel der Genitalien, des Mundes, der After- und Harnröhrenöffnungen, aber auch der Haut und anderer Sinnesoberflächen. Freud nennt diese erste Phase des kindlichen SexuallebensAutoerotismus 3, da in dieser Zeit die Befriedigung der Sexuallust am eigenen Körper erfolgt, nicht an fremden Objekten. Jene für die Gewinnung von sexueller Lust bedeutsamen Stellen bezeichnet er alserogene Zonen 4. Zu autoerotischen Befriedigungen erogener Zonen zählen auch das Ludeln oder Wonnesaugen der kleinen Kinder. Eine andere Form der Sexualbefriedigung dieser Lebenszeit ist die masturbatorische Erregung der Genitalien.

Neben solchen autoerotischen Betätigungen äußern sich beim Kind bereits sehr früh die Triebkomponenten der Sexuallust oder derLibido 5, die durch ein fremdes Objekt ausgelöst wird. Die diesbezügliche Objektwahl des Kindes ist in erster Linie von seiner Hilfsbedürftigkeit abhängig und wendet sich daher zunächst seinen Pflegepersonen zu. Die Beziehung des Kindes zu seinen Eltern ist also keineswegs frei von sexuellen Komponenten. Gewöhnlich reagiert es dabei auf die durch die Eltern ihm entgegengebrachte Zärtlichkeit, die Freud als "in ihren Zielen gehemmte Sexualbetätigung"6 betrachtet. Jene Gefühle, die auf diese Weise im Kind hervorgebracht werden, sind nicht nur positiver, zärtlicher Natur, sondern auch negativer, feindseliger. Der Sohn, der sich nach der Nähe der Mutter sehnt, wird eifersüchtig auf den Vater (beim Mädchen verhält es sich umgekehrt). Derartige Emotionen werden vor allem durch den Wunsch des Sohnes bedingt, den Vater zu ersetzen. Dieser gipfelt in der Vorstellung, den Vater zu beseitigen; wie einst König Ödipus, der seinen Vater tötet und seine Mutter zur Frau gewinnt7. In Anlehnung an diesen griechischen Mythos bezeichnet Freud jenen Faktor alsÖdipuskomplex 8, den er als "Kernkomplex einer jeden Neurose" sieht. In dieser Phase, in der der Knabe (beim Mädchen zu wenig erforscht) von jenem Kernkomplex beherrscht wird, setzt dessen intellektuelle Betätigung im Dienste der Sexualinteressen ein.

"Es beginnt zu forschen, woher die Kinder kommen, und errät in Verwertung der ihm gebotenen Anzeichen mehr von den wirklichen Verhältnissen, als die Erwachsenen ahnen können. (...) Unter dem Einfluß der in ihm selbst tätigen Partialttriebe gelangt es zu einer Anzahl von `infantilen Sexualtheorien´, wie daß es beiden Geschlechtern das gleiche männliche Genitale zuspricht, daß es die Kinder durch Essen empfangen und durch das Ende des Darmes geboren werden läßt, und daß es den Verkehr der Geschlechter als einen feindseligen Akt, eine Art von Überwältigung erfaßt."9

Zur selben Zeit beginnt eine intensive Schaulust sich beim Knaben als erotische Triebbetätigung zu äußern. Er will andere Genitalien sehen, um sie mit den eigenen zu vergleichen. Diese erotische Sehnsucht gipfelt bald in dem Streben nach dem für einen Penis gehaltenen Genitale der Mutter. Jene Beobachtung, die für den Knaben ein einschneidendes Erlebnis darstellt, ist der Anblick des weiblichen Genitales. Aufgrund der Annahme, dass die Frau kastriert worden sei, ist auch der eigene Penisverlust vorstellbar geworden, der nun als Straffolge der Befriedigung aus dem Ödipuskomplex heraus betrachtet wird. Da der Vater einen Penis besitzt, wird diese Bedrohung als von ihm ausgehend wahrgenommen, wird dieser also als Hindernis gegen die Verwirklichung der Ödipuswünsche anerkannt.

Der Knabe reagiert hierauf nun erstmalig mit der seelischen Leistung der Verdrängung 10 , indem er dasselbe Hindernis in sich aufrichtet. Ein daraus entstehendes Ich-Ideal (= Über-Ich) bewahrt den Charakter des Vaters, während im Gegenzug die ödipalen Sehnsüchte aus dem Bewusstsein verbannt werden. Durch diesen Vorgang kommt es zur Entstehung eines unbewussten seelischen Feldes (= Es), in dem die verbotenen Wünsche vom Ich isoliert weiter bestehen.

"Das Über-Ich wird den Charakter des Vaters bewahren und je stärker der Ödipuskomplex war, je beschleunigter (unter dem Einfluß von Autorität, Religionslehre, Unterricht, Lektüre) seine Verdrängung erfolgte, desto strenger wird später das Über-Ich als Gewissen, vielleicht als unbewußtes Schuldgefühl über das Ich herrschen."11

2. Die Verdrängungslehre:

"Nehmen Sie an, hier in diesem Saale und in diesem Auditorium, dessen musterhafte Ruhe und Aufmerksamkeit ich nicht genug zu preisen weiß, befände sich doch ein Individuum, welches sich störend benimmt und durch sein ungezogenes Lachen, Schwätzen, Scharren mit den Füßen meine Aufmerksamkeit von meiner Aufgabe abzieht. Ich erkläre, daß ich so nicht weiter vortragen kann, und daraufhin erheben sich einige kräftige Männer unter Ihnen und setzen den Störenfried nach kurzem Kampfe vor die Tür. Er ist also jetzt `verdrängt` und ich kann meinen Vortrag fortsetzen. Damit aber die Störung sich nicht wiederhole, wenn der Herausgeworfene versucht, wieder in den Saal einzudringen, rücken die Herren, welche meinen Willen zur Ausführung gebracht haben, ihre Stühle an die Türe an und etablieren sich so als `Widerstand` nach vollzogener Verdrängung."12

Jenes sich störend benehmende Individuum wird in Freuds Verdrängungslehre mit einer Wunschregung gleichgesetzt, die in scharfem Gegensatz zu den sonstigen Wünschen einer Person steht, sich also als unverträglich mit den ethischen und ästhetischen Ansprüchen der Persönlichkeit erweist. Dieser verbotene Wunsch, der nach Erfüllung strebt, stößt im Ich nun auf Mechanismen des "Widerstandes" 13, die eine Hemmung desselben bewirken. Auslöser dieses Widerstandes im Ich gegen unerfüllbare Wünsche bildet die Unvereinbarkeit des"Lustprinzips“ und des"Realitätsprinzips" 14. Das Lustprinzip strebt nach der Befriedigung jeglicher Wunschregungen im Ich. Unter dem Einfluss der Außenwelt könnte sich dies jedoch oft als unangebracht, ja sogar gefährlich erweisen. Hier kommt das Realitätsprinzip ins Spiel, das von den Selbsterhaltungstrieben des Ichs geprägt ist, und fordert einen Aufschub beziehungsweise, im Falle von unerfüllbaren Wünschen, den Verzicht der Befriedigung. Jene Regungen und Triebe, die sich in ihren Zielen und Ansprüchen als unverträglich mit den übrigen des Ichs erweisen, erzeugen nun anstelle von Lust "Unlust“ 15, die zwar im Einklang mit dem Realitätsprinzip steht, nicht jedoch mit dem Lustprinzip. Da auf diese Weise die Einheit des Ichs gefährdet wird, werden derartige widerstrebende Ansprüche vom Ich abgespalten. Um ein derartiges Vorhaben zu gewährleisten, ist es erforderlich, dass die Widerstandskräfte im Ich jene Idee oder Vorstellung, die diesen unerfüllbaren Wunsch bedingt, aus dem Bewusstsein ins Unbewusste verbannen, um es so der Wahrnehmung durch das Ich zu entziehen. Dieser Vorgang wird von Freud als "Verdrängung" 16 bezeichnet.

"Denken Sie daran, mit der Entfernung des störenden Gesellen und der Niederlassung der Wächter vor der Türe braucht die Angelegenheit nicht beendigt zu sein. Es kann sehr wohl geschehen, daß der Herausgeworfene, der jetzt erbittert und ganz rücksichtslos geworden ist, uns weiter zu schaffen gibt. Er ist zwar nicht mehr unter uns, wir sind seine Gegenwart, sein höhnisches Lachen, seine halblauten Bemerkungen los geworden, aber in gewisser Hinsicht ist die Verdrängung doch erfolglos gewesen, denn er führt nun draußen einen unerträglichen Spektakel auf, und sein Schreien und mit den Fäusten an die Türe Pochen hemmt meinen Vortrag mehr als früher sein unartiges Benehmen."17

Jede Idee, an die ein unerträglicher Wunsch gebunden ist, ist durch den Akt der Verdrängung zwar vom bewussten Ich isoliert, jedoch keineswegs ausgelöscht worden. Im Unbewussten besteht die verdrängte Wunschregung weiter und lauert auf eine Gelegenheit, erneut ins Bewusstsein zu dringen. Da die Kräfte des Widerstandes dies jedoch zu verhindern suchen, besteht der einzige Weg für diese Regung darin, eine entstellte und unkenntlich gemachte Ersatzbildung für das Verdrängte ins Bewusstsein zu schleusen, ein sogenanntes "Symptom" 18. Derartige Ersatzbildungen können auf zwei Arten auftreten: Die Erste ist die der"Sublimierung“ 19. In diesem Fall wird jene Energie, mit der die verdrängte Idee ins Bewusstsein zu dringen versucht, auf ein höheres und darum einwandfreies Ziel geleitet, das heißt, die Energie wird dem Bereich des intellektuellen und sozialen Strebens zugeführt. Die andere Möglichkeit ist die der"Identifizierung" 20, die im Falle einer unvereinbaren Objektbesetzung im Ich an dessen Stelle tritt. Es werden also die Eigenschaften des unerreichbaren Objekts im Ich verinnerlicht beziehungsweise ins Über-Ich erhoben.

Auf diese Weise ist es vor weiteren Angriffen vonseiten des abwehrenden Ichs gefeit. Doch schon bald knüpft sich an dieses Symptom im Ich dieselbe Unlustempfindung wie einst an die verdrängte Idee, da an ihm trotz der Entstellung ein Rest von vermittelter Ähnlichkeit mit der Idee auszumachen ist. Im Laufe der Zeit tritt nun erneut jener Konflikt zwischen Lust- und Realitätsprinzip im Ich auf. Im Unterschied zu dem einstigen Konflikt, der vor der Verdrängung herrschte, ist es dem Ich nun unmöglich, die genaue Ursache hierfür zu klären, da es keinen Zugang zur auslösenden Idee im Unbewussten mehr hat. Die Möglichkeit einer neuerlichen Verdrängung ist daher nicht gegeben, da dieses Konzept an die Idee selbst gebunden ist, nicht an die Empfindung, die diese im Ich auslöst. An diesem Punkt setzt Freuds "Neurosenlehre“ 21 ein, die jedoch für die Zwecke meiner wissenschaftlichen Untersuchung irrelevant ist und von mir daher nicht behandelt wird.

3. Das Ich und das Es:

Die Unterscheidung des menschlichen Seelenlebens in Bewusstes und Unbewusstes ist die Grundvoraussetzung der Psychoanalyse. In diesem Sinne erhebt sie das Wesen der menschlichen Psyche nicht ins Bewusstsein, sondern betrachtet das Bewusstsein als einen Bereich, der neben anderen seelischen Bereichen besteht. Das Bewusstsein repräsentiert das "Ich" 22 eines Individuums und wird von Freud als "Vorstellung von einer zusammenhängenden Organisation der seelischen Vorgänge in einer Person"23 verstanden. Dieses Ich ist diejenige seelische Instanz, die eine Kontrolle über alle Teilvorgänge der menschlichen Persönlichkeit ausübt. Von diesem Ich gehen auch die Verdrängungen aus, wodurch gewisse Strebungen vom Bewusstsein und somit von anderen Arten der Betätigung ausgeschlossen werden. Das Ich verkörpert, was man Vernunft und Besonnenheit nennen könnte, im Gegensatz zum"Es" 24, das das Verdrängte und die menschlichen Triebe umfasst. Freud unterscheidet im Es zwei Arten von Trieben, von denen der eine als "Sexualtrieb" 25 bezeichnet wird. Dieser umfasst nicht nur den eigentlichen ungehemmten Sexualtrieb, sondern auch den Selbsterhaltungstrieb, der seine bewusste sublimierte Komponente im Ich in Form von Macht- beziehungsweise Geltungsstreben findet. Die Sexualtriebe sind die eigentlichen Lebenstriebe, da sie in einem weiteren Sinne das Leben selbst erhalten. Das Ich kann eine ungehemmte Befriedigung der Sexualtriebe jedoch nicht zulassen, es ist daher gezwungen, diesen weitgehend durch Verdrängung entgegenzuwirken. Der verdrängte Trieb hört jedoch nie auf, nach seiner vollen Befriedigung zu streben. Um diesen dennoch im Zaum zu halten, ist das Ich gezwungen, Kompromisse einzugehen, dem Sexualtrieb also zum Teil zu gestatten, bewusste Zielgerichtetheit zu erlangen. Das Ich tut dies, indem es versucht, den Trieb zu sublimieren. Allerdings erweisen sich jegliche Formen derartiger Ersatzbildungen als ungenügend, da sie auf Dauer nicht in der Lage sind, die anhaltende Spannung aus der teilweisen Befriedigung des Sexualtriebs aufzuheben. Aus dieser Differenz aus der vom Es geforderten und im Ich gefundenen Befriedigungslust ergibt sich im Ich im Bereich der Sublimierung eine treibende Kraft. Da der Weg zur eigentlichen Befriedigung des Triebes aus dem Es durch jene Widerstände, die die Verdrängung aufrechterhalten, verlegt ist, bleibt dem Ich nichts anderes übrig, als in seiner Entwicklungsrichtung fortzuschreiten. Es besteht jedoch keine Aussicht, diesen Prozess jemals abzuschließen, da das eigentliche Ziel auf diese Weise niemals erreicht werden kann. Dieses Streben ist laut Freud im Prinzip jedoch nichts anderes als ein "Fluchtversuch vor einer Triebbefriedigung"26, das in der Entwicklung eines Vervollkommnungstriebes im Ich gipfeln kann.

"Vielen von uns mag es auch schwer werden, auf den Glauben zu verzichten, daß im Menschen selbst ein Trieb zur Vervollkommnung wohnt, der ihn auf seine gegenwärtige Höhe geistiger Leistung und ethischer Sublimierung gebracht hat, und von dem man erwarten darf, daß er seine Entwicklung zum Übermenschen besorgen wird. Allein ich glaube nicht an einen solchen inneren Trieb und sehe keinen Weg, diese wohltuende Illusion zu schonen. Die bisherige Entwicklung des Menschen scheint mir keiner anderen Erklärung zu bedürfen als die der Tiere, und was man an einer Minderzahl von menschlichen Individuen als rastlosen Drang zu weiterer Vervollkommnung beobachtet, läßt sich ungezwungen als Folge der Triebverdrängung verstehen, auf welcher das Wertvollste an der menschlichen Kultur aufgebaut ist."27

Die zweite Triebkomponente, die im Es beheimatet ist, ist der"Todestrieb" 28. Während der Sexualtrieb das Ziel verfolgt, das Leben zu erhalten, strebt der Todestrieb danach, "das organisch Lebende in den leblosen Zustand zurückzuführen"29. Die Entstehung des Lebens ist also einerseits Ursache des Weiterlebens, andererseits aber auch des Strebens nach dem Tod, nach dem Zustand der Einheitlichkeit vor der Geburt. Diese gefährlichen Todestriebe werden im Ich auf zweierlei Arten behandelt. So können sie zum Beispiel mit erotischen Trieben vermischt und dadurch unschädlich gemacht werden, da die Abfuhr der Spannungsenergie gewährleistet ist. Die sadistische Komponente des Sexualtriebs repräsentiert in diesem Sinne ein klassisches Beispiel einer solchen zweckdienlichen Triebmischung. Eine andere Form der Energieabfuhr des Todestriebes wäre eine Ablenkung nach außen in Form von Aggression. Im Ich äußert sich der Todestrieb in diesem Fall als "Destruktionstrieb" 30, als eine Art von Feindseligkeit beziehungsweise Neigung zur Aggression, die oft gefährliche Ausmaße annehmen kann.

Die Vorstellungen vom Ich beginnen sich nun zu klären, an Deutlichkeit zu gewinnen. Seine Stärken und Schwächen liegen klar vor Augen. Das Ich hat wichtige Funktionen im Bereich der menschlichen Psyche zu erfüllen. Als Wahrnehmungsorgan des Individuums stellt es die zeitliche Anordnung seelischer Vorgänge her und unterstellt dieselben einer Realitätstauglichkeitsprüfung. Es trifft Entscheidungen darüber, welche Vorgänge ausgeführt, aufgeschoben oder verdrängt werden. Das Ich bereichert sich bei allen Lebenserfahrungen von außen. Das Es aber ist seine andere Außenwelt, die es zu unterwerfen strebt. Mithilfe des Über-Ichs schöpft es auch aus dem im Es angehäuften Erfahrungen der Vorzeit.

4. Das Ich und das Über-Ich:

Das "Über-Ich" 31, das Freud als eine Art Ich-Ideal versteht, verdankt seine Entstehung, wie das Es, der Verdrängung des Ödipuskomplexes. Das infantile Ich stärkte sich für diese Verdrängungsleistung, indem es sich gewissermaßen die Kraft dazu vom Vater auslieh und diesen, das Hindernis für den Ödipuskomplex, in sich aufrichtete und zu seinem Gewissen machte. Durch diese Aufrichtung hat sich das Ich des Ödipuskomplexes bemächtigt und sich gleichzeitig selbst dem Es unterworfen. Es hat das Über-Ich also, wie Freud es ausdrückt, zum "Anwalt des Es"32 gemacht, das ausnahmslos alle Regungen im Es beobachtet und einer moralischen Wertung unterzieht. Konflikte des Ich mit dem Es setzen sich so in Konflikten mit dem Über-Ich fort. Als Idealvorbild für all das, worauf das Streben des Ichs abzielt, setzt es das Ich in gnadenloser Weise unter Druck, idealwidrige Strebungen im Es zu unterdrücken. In dieser Tätigkeit wendet das Über-Ich die Charaktereigenschaften des einst introjizierten Vatercharakters an: Macht, Strenge, Neigung zur Beaufsichtigung, Bestrafung. Im Ernstfall kann das Über-Ich sogar hart, grausam und unerbittlich gegen das Ich werden.

Aufgabe des Über-Ichs ist es also, das Ich dazu zu bringen, seinem Ich-Ideal gerecht zu werden. Da das Über-Ich jedoch vom Ich abgespalten und diesem, wie das Es, nicht bewusst zugänglich, also unbewusst, ist, kann es dem Ich seine Forderungen nicht in eindeutiger Weise aufzwingen. Es äußert sich im Ich lediglich als kritisches Gewissen oder Schuldgefühl. Mit unerbittlicher Gnade wütet es so gegen das Ich, nötigt es zur Verdrängung gewisser Regungen und bestraft es im gleichen Moment für idealwidrige Vorstellungen, die bereits ins Es verbannt wurden und dem Ich daher nicht mehr zugänglich sind. In einem solchen Stadium hat das Ich keinerlei Möglichkeit, ein vorhandenes Schuldgefühl mit einem realen Sachverhalt in Verbindung zu bringen. Das Über-Ich benimmt sich jedoch, als wäre das Ich dennoch für den Gehalt der Verdrängungen verantwortlich. Nach beiden Seiten hilflos wehrt sich das Ich vergeblich gegen die Zumutungen des triebhaften Es und die Vorwürfe des strafenden Über-Ichs. Das Ergebnis ist eine endlose Selbstqual, die im schlimmsten Fall in einer Selbsttötung gipfeln kann.

5. Zusammenfassung:

Die Grundlage der freudschen Psychoanalyse ist die Unterteilung der menschlichen Persönlichkeit in Bewusstes (Ich) und Unbewusstes (Es, Über-Ich). Im Kindesalter existiert nur das Bewusste, das keine Grenzen zwischen sich und der Außenwelt erkennt und sich daher völlig im Einklang mit dieser befindet. Das Erwachen des Sexualtriebes führt über den einführenden Weg autoerotischer Betätigungen schließlich dazu, dass das Kind in der Erkennung seiner Eltern als Sexualobjekte eine Grenze zwischen sich selbst und der Realität, die seine Pflegepersonen repräsentieren, wahrnimmt. Diese infantile Sexuallust gipfelt in dem Bestreben des männlichen Kindes, den eigenen Vater zu ersetzen, um diese Lust an der Mutter befriedigen zu können. Als es jedoch bemerkt, dass außer dem männlichen Penis auch ein weibliches Genitale existiert, schließt es daraus, dass Frauen kastriert worden seien. Diese Bedrohung durch Kastration wird nun vom Kind als vom Vater ausgehend betrachtet und als Bestrafung für ödipale Lust interpretiert. Aus dieser Kastrationsangst heraus ist das Kind nun gezwungen, sein unstillbares Begehren aus dem Bewusstsein zu verbannen, um Unlustempfindungen vorzubeugen. Zu diesem Zweck identifiziert es sich nun selbst mit dem Vater, indem es diesen zu seinem Idealbild (=Über-Ich) erhebt. Unter dem moralischen Druck des Über-Ichs gelingt es dem Kind schließlich, den Ödipuskomplex ins Unbewusste (=Es) zu verdrängen.

Die dadurch entstandene Dreiteilung der menschlichen Psyche bleibt fortan bestehen. Nicht nur der in der ödipalen Phase entstandene Sexualtrieb wurde ins Es verdrängt, sondern auch der Todestrieb. Auch andere persönliche Strebungen, die in der Realität keine Aussicht auf Befriedigung haben, die also mit dem Realitätsprinzip des Ichs unvereinbar sind, werden verdrängt, um jenem Maß an Unlust vorzubeugen, das durch die Forderung des Lustprinzips nach Befriedigung entsteht. Das Über-Ich bleibt hierbei weiterhin die treibende Kraft, da es in seiner Gestalt als menschliches Gewissen das Ich permanent unter Druck setzt, um es seinem moralischen Ideal näher zu bringen. Vom Über-Ich durch Schuldgefühle geplagt befindet sich das Ich fortan in dauerhaftem Konflikt mit diesem und dem triebhaften Es, das beständig versucht, erneut ins Bewusstsein zu gelangen. Da sich ihm jedoch Widerstände im Ich entgegensetzen, schickt es getarnte Ersatzformen ins Ich, die von den Widerstandskräften nicht als anstößig erkannt werden. Doch schon bald knüpft sich auch an diese Symptome Unlustempfindung, da die im Ich hierfür entstandenen Sublimierungen keine völlige Befriedigung erzielen können. Eine neuerliche Verdrängung erweist sich jedoch als unmöglich, da jene Vorstellung, an die sich die Unlustempfindungen knüpfen, bereits ins Es verdrängt wurde und dem Ich nicht mehr zugänglich ist. Das Über-Ich bestraft das Ich jedoch weiterhin für diese, als wäre das Ich hierfür verantwortlich. Das Ich befindet sich also in einem permanenten Kampf mit den Schuldgefühlen aus dem Über-Ich und den Triebregungen aus dem Es. Im schlimmsten Fall kann diese Situation, für die keine Aussicht auf Lösung besteht, die Selbsttötung des Individuums zur Folge haben.

II. PSYCHOANALYTISCHE TEMPUSTHEORIE ZU DEN TAGEBÜCHERN FRANZ KAFKAS:

1. EINFÜHRUNG:

Alle Akte der Verdrängung, die das Ich eines Individuums vornimmt, erfolgen unter dem moralischen Druck des Über-Ichs. In diesem Sinne entscheidet im Grunde das Über-Ich, welche Vorstellungen und Emotionen im Ich nicht geduldet und daher verdrängt werden. Das Über-Ich als oberste Gewissensinstanz ist somit alleiniger Auslöser von Verdrängungshandlungen. Genau genommen ist ja das im Ich wirksame Realitätsprinzip nichts anderes als eine Projektion aus dem Über-Ich, während das Lustprinzip auf den Sexualtrieb im Es zurückgeht. Ziel des Über-Ichs ist es also, das Ich von moralisch verwerflichen Ideen und Wünschen zu reinigen, um es seinem Idealcharakter anzugleichen. Endpunkt dieser Linie ist demnach ein Über-Ich, das wohlwollend auf seinen Schützling herabblicken kann, der, wie es selbst, frei von seelischen Konflikten und Schwachstellen ist. Das Über-Ich möchte zu sich selbst sagen können: "Endlich braucht mich das Ich nicht mehr, da seine Idealität keiner Zurechtweisung mehr bedarf!" Um diesen Zustand zu erreichen, beobachtet das Über-Ich das Ich in penibler Genauigkeit und unterzieht alle seine Handlungen und Denkvorgänge einer strengen moralischen Prüfung. Entdeckt es irgendwo einen Ansatz, der das Ich von dem Ideal der Gefestigtheit abbringt, verstärkt es seinen Druck und nötigt das Ich förmlich dazu, derartige Tendenzen in sich auszulöschen und zu verdrängen.

Diese Wirkungsweisen des Über-Ichs lassen sich auch im Bereich von Kafkas Tempusgebrauch feststellen. Für die Wahl eines Tempus ist für das Über-Ich nicht entscheidend, ob sich ein Ereignis in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft befindet. Wichtig ist nur, ob das Über-Ich ein Ereignis dem Bewusstsein des Individuums gegenüberstellen kann, ohne dessen seelisches Gleichgewicht zu gefährden. Diesen Idealzustand strebt das Über-Ich grundsätzlich an. Es trachtet also danach, das Bewusstsein (B) des Individuums (I) nach dem Ereignis (E) beziehungsweise das Ereignis nach dem Bewusstsein zu verschieben. Dies gelingt ihm allerdings nicht immer, da nicht alle Erlebnisse des Ichs mit der Über-Ich-Konzeption der Einheitlichkeit vereinbar sind. Manche Vorfälle müssen erst vom Ich verarbeitet, andere können nicht verarbeitet und müssen daher verdrängt werden und einige entziehen sich der Kontrolle des Über-Ichs. Um diese Prozesse zu verdeutlichen, unterziehe ich im Folgenden die Begriffe "Vergangenheit", "Zukünftigkeit" und "Gegenwärtigkeit" in Zusammenhang mit deren temporalen Realisierungen einer psychoanalytischen Betrachtung.

1.1. Vergangenheit:

In erzählerischen Passagen gebraucht Kafka die Tempora Präsens, Perfekt, Präteritum, Plusquamperfekt und Futur II. Ich werde nun deren Verwendungsweisen anhand von Auszügen aus Kafkas Tagebüchern genauer besprechen.

"Beim Diktieren einer größern Anzeige an eine Bezirkshauptmannschaft im Bureau. Im Schluß, der sich aufschwingen sollte, blieb ich stecken und konnte nichts als das Maschinenfräulein Kaiser ansehn, die nach ihrer Gewohnheit besonders lebhaft wurde, ihren Sessel rückte hustete, auf dem Tisch herumtipte und so das ganze Zimmer auf mein Unglück aufmerksam machte. Der gesuchte Einfall bekommt jetzt auch den Wert, daß er sie ruhig machen wird, und läßt sich je wertvoller er wird desto schwerer finden. Endlich habe ich das Wort "brandmarken" und den dazu gehörigen Satz, halte alles aber noch im Mund mit einem Ekel und Schamgefühl wie wenn es rohes Fleisch, aus mir geschnittenes Fleisch wäre (solche Mühe hat es mich gekostet). Endlich sage ich es, behalte aber den großen Schrecken, daß zu einer dichterischen Arbeit alles in mir bereit ist und eine solche Arbeit eine himmlische Auflösung und ein wirkliches Lebendigwerden für mich wäre, während ich hier im Bureau um eines so elenden Aktenstückes willen einen solchen Glückes fähigen Körper um ein Stück seines Fleisches berauben muß."33

In diesem Zitat ist auffällig, dass Kafka in der Schilderung eines fortlaufenden Ereignisses, das sich in der Vergangenheit zugetragen hat, von dem Erzähltempus Präteritum auf das Präsens wechselt. Dieser Wechsel wird weder von einem Ereigniswechsel noch von einem Wechsel der zeitlichen Ebene begleitet. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch offensichtlich, dass die Passagen im Präteritum Vorgänge der Außenwelt beschreiben, während jene im PRÄSENS Vorgänge der Innenwelt Kafkas thematisieren. Diese inneren Vorgänge beziehen sich auf den nahezu ekstatischen Prozess dichterischen Schaffens, mit dem Kafka äußerst positive Faktoren wie "himmlische Auflösung", "wirkliches Lebendigwerden", "Glück" und sogar "Stück meines Fleisches" assoziiert. Dieser Schaffensprozess repräsentiert demnach jenen Bereich seines Lebens, in dem er zu einer völligen Lustbefriedigung gelangen kann. Augenfällig sind hier auch die Parallelen dieser kreativen Ekstase zur sexuellen. Jener Teil im Präsens verfügt, wie der Vollzug eines sexuellen Aktes, über Vorspiel ("Der gesuchte Einfall bekommt jetzt auch den Wert ..."), Steigerung der Erregung ("Endlich habe ich das Wort ´brandmarken´ ..."), Höhepunkt ("Endlich sage ich es ...") und Zustand der Gelöstheit ("himmlische Auflösung"). Im Vergleich zu einer Befriedigung des Sexualtriebs zieht die Befriedigung der kreativen Lust keinerlei Konflikte mit dem Über-Ich nach sich, da sie im Einklang mit dessen moralischer Idealkonzeption steht. Es handelt sich hierbei also um eine perfekte Sublimierung des Sexualtriebs. Um die Hochwertigkeit dieses Schaffensprozesses zu unterstreichen, holt das Über-Ich das Ereignis in die Gegenwart. Auf diese Weise gibt es dem Ich zu verstehen, dass es sich auch weiterhin darauf konzentrieren soll. Dieser Umstand erklärt auch Kafkas schlechtes Gewissen an anderen Tagebuchstellen, wenn er sich in Phasen der Schreibhemmung befindet. Die folgenden beiden Tagebucheintragungen Kafkas unterstützen diese Hypothese:


1 Freud (1909), S. 43

2 Freud (1909), S. 46

3 Freud (1909), S. 46

4 Freud (1909), S. 46

5 Freud (1909), S. 46

6 Freud (1909), S. 50

7 Vgl. Gottschalk (1973), S. 162f

8 Freud (1909), S. 50

9 Freud (1909), S. 50

10 Freud (1920-24), S. 222f

11 Freud (1920-24), S. 263

12 Freud (1909), S. 22f

13 Freud (1909), S. 20

14 Freud (1920-24), S. 6

15 Freud (1920-24), S. 6

16 Freud (1920-24), S. 7

17 Freud (1909), S. 24

18 Freud (1909), S. 25

19 Freud (1909), S. 25

20 Freud (1920-24), S. 399

21 Vgl. Freud (1920-24), S. 387-391

22 Freud (1920-24), S. 243

23 Freud (1920-24), S. 243

24 Freud (1920-24), S. 251

25 Freud (1920-24), S. 43

26 Freud (1920-24), S. 45

27 Freud (1920-24), S. 44

28 Freud (1920-24), S. 269

29 Freud (1920-24), S. 269

30 Freud (1920-24), S. 269

31 Freud (1920-24), S. 256

32 Freud (1920-24), S. 264

33 Kafka (1911), S. 53f.

Details

Seiten
71
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638826174
ISBN (Buch)
9783638832755
Dateigröße
729 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v80367
Institution / Hochschule
Universität Wien – Germanistik
Note
Sehr Gut
Schlagworte
Versuch Tempustheorie Tagebüchern Franz Kafkas Thema Kafka Interpretationen

Autor

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Titel: Versuch einer psychoanalytischen Tempustheorie zu den Tagebüchern Franz Kafkas