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Leseförderung in Deutschland und Vorstellung der Stiftung Lesen

Seminararbeit 2005 11 Seiten

Buchwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff des Lesens

3. Das Leseverhalten in Deutschland
3.1. PISA 2000
3.2. Studie der Stiftung Lesen

4. Leseförderung in Deutschland
4.1. Allgemeines
4.2. Leseförderungsmaßnahmen
4.3. Leseförderung für Kinder und Jugendliche
4.4. Initiatoren der Leseförderung
4.5. Probleme

5. Stiftung Lesen
5.1. Projekte
5.2. Wirtschaftliche Situation

6. Schluss

7. Literaturangaben

1. Einleitung

Die Aktualität des Themas >>Leseförderung<< ist spätestens seit Veröffentlichung der Pisa-Studie im Jahr 2000 öffentlich bekannt geworden.

Das schlechte Abschneiden der deutschen Schüler im Bereich Lesetechnik und Leseverständnis löste heftige Diskussionen, sowohl in der Politik wie in den Medien, über mögliche Gegenmaßnahmen wie Leseförderung aus.

Um die Leseförderung im richtigen Kontext betrachten zu können, möchte ich zunächst kurz auf den Begriff des Lesens an sich und das Leseverhalten in Deutschland eingehen.

2. Der Begriff des Lesens

Der Begriff >>Lesen<< leitet sich von dem althochdeutschen >>lesan<< ab, was ursprünglich >>zusammentragen, sammeln<< bedeutete. Später wurde es auch für >>erzählen, berichten<< sowie für das Zusammenstellen von Buchstaben zu Wörtern >>und damit für die Sinnentnahme aus geschriebenen und gedruckten Sprachzeichen und im weiteren Sinne auch für die Sinndeutung vorgegebener Zeichen oder Zeichengruppen überhaupt<< verwendet.

Das Lesen ist also ein Prozess, schriftlich niedergelegte Informationen und Ideen aufzunehmen und zu verstehen. Dies kann man als Kulturtechnik bezeichnen, die vom Menschen geschaffen wurde, um miteinander kommunizieren zu können, und die von den Mitgliedern einer Gesellschaft erlernt werden muss, um am gesellschaftlichen Handeln teilnehmen zu können.[1]

3. Das Leseverhalten in Deutschland

Das veränderte Leseverhalten in Deutschland ist ein bekanntes Thema- die Printmedien haben in den letzten Jahren starke Konkurrenz in Form von Internet und elektronischen Medien bekommen. Welche Auswirkungen diese Erweiterung der zur Verfügung stehenden Informationsquellen letztendlich auf das Leseverhalten hatte, lässt sich anhand verschiedener Studien und Statistiken erkennen.

Ich möchte dabei näher auf die PISA Studie 2000 sowie auf Auszüge aus der Dokumentation >>Leseverhalten der Deutschen im neuen Jahrtausend<< eingehen.

3.1. PISA 2000

Die Pisa-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD verglich mit einem Test die Basiskompetenzen 15jähriger Schüler in 32 Ländern. Dabei schnitten deutsche Schüler im Bereich der Lesekompetenz, die sich nicht nur auf die Lesetechnik, sondern auch auf Leseverständnis erstreckte, auffallend schlecht ab. Die Ergebnisse in Kürze:

23% aller Teilnehmer wurden als sehr schlechte Leser eingestuft, d.h. sie sind aufgrund ihrer mangelhaften Lesefähigkeit von weiten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen.

Nur 9% erwiesen sich als sehr gute Leser.

42% der deutschen Schüler in dieser Altersgruppe lesen nur ungern und nicht zum Vergnügen und 31% stimmen dabei der Aussage >>Lesen ist für mich Zeitverschwendung<< zu.

Am deutlichsten werden die Defizite im Bereich der Haupt- und Gesamtschüler, während die Lesebereitschaft an Realschulen und Gymnasien größer ist.[2]

3.2. Studie der Stiftung Lesen

Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung dokumentierte die Stiftung Lesen im Jahr 2000 das Leseverhalten der Deutschen im neuen Jahrtausend anhand einer neuen Studie.

Dazu wurden 2530 Personen ab 14 Jahren zu ihren Lesegewohnheiten befragt. Ein Auszug aus den Ergebnissen:

Im Vergleich mit den Ergebnissen der gleichen Untersuchung im Jahr 1992 ergab sich, dass 10% weniger, nämlich nur noch 6% der Deutschen täglich in einem Buch lesen. In allen Altersgruppen war zunehmend der Trend zu beobachten, allenfalls die Seiten zu überfliegen. 74% fühlen sich durch die große Menge der zur Verfügung stehenden Bücher überfordert, 1992 waren es nur 63%.

28% sind aufgrund ihrer Angaben Vielleser, dem stehen jedoch 45% der so genannten Wenigleser entgegen, 38% geben sogar an, pro Jahr nur maximal 5 Bücher zu lesen.

Die Vielleser, die von Kindheit an häufiges Lesen gewöhnt sind, beschäftigen sich vor allem mit Romanen, Erzählungen und Gedichten, während Sachbuchleser häufig nur zweckorientiert ein Buch zur Hand nehmen und das Lesen, sobald die Notwendigkeit wegfällt, aufgeben.

Während 1992 noch 46% der Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren angaben, dass bei ihnen zuhause auf gute Lektüre geachtet wird, sind es heute nur noch 25%.[3]

[...]


[1] Fritz, Angela und Suess, Angelika: Lesen. Die Bedeutung der Kulturtechnik Lesen für den

gesellschaftlichen Kommunikationsprozess. Konstanz 1986.

[2] Deutsches PISA Konsortium (Hrsg.): Pisa 2000. Basiskompetenzen von Schülerinnen und

Schülern im internationalen Vergleich. Opladen 2001

[3] Stiftung Lesen (Hrsg.): Leseverhalten in Deutschland im neuen Jahrtausend. Eine Studie der

Stiftung Lesen. Schriftenreihe „Lesewelten“. Mainz/ Hamburg 2001.

Details

Seiten
11
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638870375
ISBN (Buch)
9783638870429
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v80333
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1-
Schlagworte
Leseförderung Deutschland Vorstellung Stiftung Lesen Grundkurs Buchwissenschaft

Autor

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