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Basel II - Auswirkung auf die mittelständische Wirtschaft

Hausarbeit 2002 21 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis Seiten

1. Einleitung

2. Basel II
2.1 Erste Säule: Mindesteigenkapitalanforderungen
2.1.1 Bemessung der Eigenkapitalausstattung einer Bank
2.1.2 Ansätze zur Bemessung des Kreditrisikos
2.1.3 Ansätze zur Bemessung des Marktrisikos (unverändert)
2.1.4 Ansätze zur Bemessung des operationellen Risikos
2.1.5 Zweite Säule: Überprüfung durch die Aufsicht
2.1.6 Dritte Säule: Marktdisziplin
2.2 Chronologie Basel II

3. Ratings nach Basel II
3.1 Wesen des Ratings
3.2 Rating: qualitative und quantitative Kennzahlen
3.3 Interne Ratings
3.4 Externe Ratings
3.5 Kosten für ein Rating

4. Auswirkungen auf die Zukunft
4.1 EU-Ebene
4.2 Steuerrechtliche Ebene
4.3 Anleihenmarkt
4.4 Technische Anforderungen

5. Auswirkungen auf den Mittelstand
5.1 Kreditvergabe
5.2 Kundendifferenzierung
5.3 Alternative Finanzierungen für Klein- und Mittelstandsunternehmen
5.4 Konsequenzen für den Mittelstand

6. Fazit

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis/Definitionen

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis II

Mag. Gottfried Schellmann,Steuerberater; Dr.Gottwald Kranebitter, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, „KPMG-Studie: Bonität und Risiko neue Größen in der Unternehmensfinanzierung“; S.11; April 2002

Inanspruchnahme von Außenfinanzierung durch KMU

Anteil der KMU in %, die die jeweilige Finanzierungsmöglichkeit nutzen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Exco & Grant Thomton, KMU-Umfrage 2001

Tabellenverzeichnis III

Christoph Tiskens, Diplom-Kaufmann bei KfW, „Basel II und Rating“, S. 14;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

11. März 2002

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Definitionen

Bankenaufsicht: Der Ausschuß setzt sich aus hochrangigen Vertretern der Bankenaufsicht von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, japan, Kanada, Luxemburg, den Niederlanden, Schweden, der Schweiz, den USA und dem Vereinigten Königreich zusammen. Der Ausschuß tritt in der Regel bei der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel zusammen, wo sich auch sein ständiges Sekretariat befindet

Bankinterne Ratings: das Ergebnis der internen Risikomessung einer Bank in ihrem Kreditportfolio

Externe Bonitätsbeurteilungen: Ratings von privaten oder staatlichen Agenturen

Kreditrisiko: das Risiko von Verlusten infolge des Ausfalls eines Gläubigers oder einer Gegenpartei

Marktrisiko: das Risiko von Verlusten in Handelsoptionen bei ungünstiger Preisentwicklung

Operationelles Risiko: das Risiko direkter oder indirekter Verluste infolge unzugänglicher oder ausfallender interner Verfahren, Mitarbeiter, Systeme oder infolge von bankexternen Ereignissen

Private placement: Beteiligung an einer Gesellschaft, die lediglich für Einzelanleger oder wenige private Investoren vorgesehen ist

Private equity: Beteiligung an bestehenden Gesellschaften als Unternehmensfinanzierung

Verbriefung von Kreditforderungen: der Einbezug von Forderungen oder Verbindlichkeiten in Wertpapiere für den Verkauf an Dritte

Literaturverzeichnis

Zeitungs- und Zeitschriftenaufsätze

Claudia Wanner, „Basel II: Institute erfassen gemeinsam operative Risiken“ , Frankfurt, Financial Times Deutschland, 16.04.2002

Kurt Schilken Marketing-Manager; „Erfassung und Management operativer Risiken ist schwierig“; Handelsblatt; 15. Mai 2002

Udo Rettberg, „Anleihenmarkt“ Handelsblatt; 16. Mai 2002

ham., „Mittelständler mit hohem Risiko sind künftig schlechter dran“ FAZ, 11.Juli 2002

ham., „Banken brauchen für hohe Risiken weniger Kapital als gedacht“ Bonn;

FAZ; 12. Juli 2002

Claudia Ströer, „Basel II und die Folgen“; Bankmagazin 4/01; S.17-19; Gabler-Verlag

Gernot M. Becker, Dozent an der Bankakademie e.V., Frankfurt und an der European Bank Akademie, Luxemburg; „Interne Ratings nach Basel II“, Bankmagazin 4/01; S.19; Gabler-Verlag

Silke Siems; „Basel II: die Banken müssen jetzt handeln“, Bankmagazin 8/01; S.28-29; Gabler-Verlag

Silke Siems, „Offenheit schafft vertrauen“; Bankmagazin 1/02; S.49-50; Gabler-Verlag

Bernhard Rudolf und Carsten Wagner; Interview mit Rolf-E. Breuer, Vorstandssprecher der Deutschen Bank; „Basel II ist nicht der Tod des deutschen Mittelstandes“ Bankmagazin 5/02; S.30-31; Gabler-Verlag

„Rating-Beratung für den Mittelstand“; Bankmagazin 2002 S.6; Gabler-Verlag

Frank Jolliet; „Basel II- Ist die Existenzgründungsfinanzierung gefährdet?“; Deutsche Ausgleichsbank; 2001

Studien

Dr. Gunter Kayser wissenschaftlicher Geschäftsführer, Institut für Mittelstandsforschung, „Basel II-Mittelstand vor neuen Herausforderungen“ November 2001

Ch. Tiskens Diplom-Kfm. KfW, „Basel II und Rating“ 11. März 2002

Mag. Gottfried Schellmann,Steuerberater; Dr.Gottwald Kranebitter, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, KPMG-Studie: „Bonität und Risiko neue Größen in der Unternehmensfinanzierung“ April 2002

Martin Clement, Technical Sales Consultant Business Intelligence, IBM, „Basel II- Rating im Mittelstand, Auswirkungen auf Banken und Untenehmen“ 2002

Berichte

Erläuternde Angaben zur Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung; Sekretariat des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht; Januar 2001

Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II); Deutsche Bundesbank Monatsbericht April 2001

Nachschlagewerke

Wirtschaftslexikon: http://www.gub-analyse.de/html2/lexikon/Lexikon.htm

Anhang 2: Erklärung einiger grundlegender Begriffe; Erläuternde Angaben zur Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung; Sekretariat des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht; Januar 2001

1 Einleitung

Im Juni 1999 veröffentlichte der Ausschuß für Bankenaufsicht[1] einen Vorschlag zur Ersetzung der Eigenkapitalverordnung von 1988 durch eine risikogerechte Regelung. Der Basel II genannte Entwurf sollte ab 2006 in mehr als 100 Ländern eingesetzt werden. Ziel der neuen Regelung ist größere Sicherheit und Solidität des Finanzsystems, indem die internen Kontrollsysteme und die Geschäftsführung der Banken, die Überprüfung durch die Aufsicht und die Marktdisziplin einen höheren Stellenwert erhalten. „Der Ausschuß vertritt die Ansicht, daß die Vorteile eines Systems, in dem sich das Eigenkapital stärker an Risiken anlehnt, wesentlich größer sind als der Aufwand und dazu führen werden, daß das Bankensystem an Sicherheit, Solidität und Effizienz gewinnt.“[2] Die Höhe des erforderlichen Eigenkapitals soll sich deshalb in Zukunft stärker an den individuellen Risiken der vergebenen Kredite und der einzelnen Bank orientieren. Mit der neuen Regelung werden bankinterne und externe Ratings zur Bewertung von Kreditrisiken zugelassen. Ein gutes Ratingergebnis zu veröffentlichen, bedeutet nicht nur eine verbesserte Beziehung zwischen Kunden und Bank, sondern dadurch wird ein positives Image des gerateten Kunden auf dem Markt positioniert. Der Kunde kann auf Wunsch einen Zertifikat erhalten, in dem verschiedene Bonitätsklassen und -kriterien wie Kundenbeziehung, Management, wirtschaftliche Verhältnisse, Unternehmensentwicklung mit Schulnoten bewertet werden.

Der Aufbau der neuen Eigenkapitalvereinbarung basiert auf drei Säulen. Die erste Säule formuliert die Mindesteigenkapitalanforderungen der Banken. Die Neuerungen beinhalten eine umfassende Bewertung von Kreditrisiken, Marktrisiken und operationellen Risiken. Die zweite Säule dient der Überprüfung durch die Aufsichtsinstanzen, die dafür Sorge tragen, daß jede Bank solide interne Verfahren um die Angemessenheit ihres Eigenkapitals mittels einer gründlichen Risikobewertung

anwenden. Die vermehrte Offenlegung der Banken ist in der dritten Säule unter Marktdisziplin erfaßt.

Die neue Regelungen „... verstärken bei allen Banken die Weiterentwicklung interner Ratingverfahren vor allem der Messungs- und Steuerungsverfahren. Hier setzt Basel

neue Mindeststandards fest. Positiv ist außerdem, daß das Thema transparenter wird, auch für die Kunden. Basel II ist aber ebenso eine echte Herausforderung und Aufgabe der Banken.“[3]

2 Basel II (Aufbau der neuen Eigenkapitalvereinbarung)

2.1 Erste Säule: Mindesteigenkapitalanforderungen

2.1.1 Bemessung der Eigenkapitalausstattung einer Bank

In der ersten Säule werden die Mindesteigenkapitalanforderungen einer Bank zusammengefaßt, die an der geltenden Eigenkapitaldefinition aus 1988 anknüpfen. Die Eigenkapitalquote beträgt mind. 8 %. Die Neuerungen betreffen die Ermittlung von Risiken. Das Meßverfahren unterteilt die Risiken in drei Gruppen Kreditrisiko[4], Marktrisiko[5] und operationelles Risiko[6]. Daraus resultiert folgende Bemessungsformel:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.2 Ansätze zur Bemessung des Kreditrisikos

Für die Bemessung des Kreditrisikos stehen den Banken zwei Möglichkeiten zur Auswahl eine Standardmethode und ein auf internen Ratings basierender Ansatz (IRB-Ansatz). Beim IRB-Ansatz gibt es zwei Varianten: eine Basisversion und eine fortgeschrittene Methode. Der Einsatz des IRB-Ansatzes wird von der Zustimmung durch die Aufsichtsinstanz abhängig gemacht.

Die Standardmethode enthält eine risikogerechte Ausrichtung der Eigenkapitalvereinbarung. Sämtliche Aktiva und außerbilanziellen Positionen erhalten eine Risikogewichtung, deren Summe den Vermögenspositionen zugeordnet wird. Die einzelnen Gewichte sind nach geltender Regelung von der allgemeinen Risikokategorie der Schuldner (d.h. Staaten, Banken oder Wirtschaftsunternehmen) abhängig. Die neue Eigenkapitalvereinbarung sieht eine Verfeinerung der Risikogewichten- Konstellationen vor, durch ein externes Bonitätsbeurteilungsinstitut (z.B. eine Rating-Agentur), das strenge Auflagen erfüllt. Nach der neuen Regelungen sind vier Kategorien (20%, 50%, 100% und 150%) zur Risikoermittlung zulässig, die sich in der Eigenkapitalquote wiederfinden.

Der auf internen Ratings basierender Ansatz bedeutet, daß die Bank die Bonität sämtlicher Schuldner schätzt. Die ermittelten Ergebnisse werden in die Kalkulation der Mindesteigenkapitalanforderungen aufgenommen. Bei der Basisversion schätzt die Bank in bezug auf jeden Schuldner die Ausfallwahrscheinlichkeit, die Input-Faktoren werden von der Aufsichtinstanz geliefert. Bei der fortgeschrittenen Methode ist den Banken gestattet die nötigen Input-Faktoren selbst zu ergänzen. IRB-Ansatz umfaßt eine breitere Palette an Risiken, daher ist diese Methode risikogerechter als die Standardmethode.

Die neue Eigenkapitalvereinbarung formuliert sowohl bei der Standardmethode als auch beim IRB-Ansatz risikogerechte Methoden für die Behandlung von Sicherheiten, Garantien, Kreditderivaten, Netting und Verbriefung[7].

[...]


[1] Def.: Der Ausschuß setzt sich aus hochrangigen Vertretern der Bankenaufsicht von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, den Niederlanden, Schweden, der Schweiz, den USA und dem Vereinigten Königreich zusammen. Der Ausschuß tritt in der Regel bei der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel zusammen, wo sich auch sein ständiges Sekretariat befindet

[2] Sekretariat des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht, Erläuternde Angaben zur Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung; Januar 2001

[3] Susanne Gögel, Abteilungsleiterin Risikosteuerung, WGZ-Bank; Diskussionsteilnehmerin; Basel II: die Banken müssen jetzt handeln, Bankmagazin 8/01

[4] Def.: Das Risiko von Verlusten infolge des Ausfalls eines Gläubigers oder einer Gegenpartei, Erläuternde Angaben zur Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung; Januar 2001

[5] Def.: Das Risiko von Verlusten in Handelspositionen bei ungünstiger Preisentwicklung, ebenda

[6] Def.: Das Risiko direkter oder indirekter Verluste infolge unzulänglicher oder ausfallender interner Verfahren, Mitarbeiter und Systeme oder infolge von bankexternen Ereignissen; ebenda

[7] Def.: Verbriefung von Kreditforderungen: Der Einbezug von Forderungen oder Verbindlichkeiten in Wertpapiere für den Verkauf an Dritte

Details

Seiten
21
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638150446
Dateigröße
732 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v7951
Institution / Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale – Wirtschaft
Note
2,3
Schlagworte
Basel II Mittelstand

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Titel: Basel II - Auswirkung auf die mittelständische Wirtschaft