Lade Inhalt...

Open Source - Historische Entwicklung eines Begriffs und seine künftige Bedeutung für den Informations- und Kommunikationsmarkt

Seminararbeit 2005 27 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Gang der Untersuchung

2 Der Begriff „Open Source“ und seine Lizenzformen
2.1. Ein kurzer historischer Abriss und Abgrenzung zu anderen Formen von Software
2.2. Formen von Open-Source
2.2.1. GNU General Public License (GPL)
2.2.2. Lesser-GPL
2.2.3. MIT, Berkley-Software-Distribution(BSD)
2.2.4. Mozilla Public License 1.1 (MPL 1.1)
2.2.5. „Dual Licensing“
2.3. Überblick über die wichtigsten „Open-Source-Projekte“
2.3.1. Linux
2.3.2. Apache
2.3.3. Perl
2.3.4. Python
2.3.5. Sendmail

3 Erörterung der künftigen Bedeutung von Open Source für den Informations- und Kommunikationsmarkt
3.1. Relevanz von OSS auf dem ICT-Markt
3.2. Versuch einer Prognose, inwieweit OSS gegenwärtig etablierte ICT-Martkstrukturen verändern könnte, aufgezeigt am Markt für Betriebssysteme im Fall Linux
3.3. Welche Auswirkungen zeichnen sich ab für künftige Softwareentwicklungsprozesse?

4 Resumé und Schlussfolgerungen / Ausblick

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Verwendungshäufigkeit der Lizenzen auf Source Forge.net (11/2003).

Abb. 2: Market Share for Top Servers Across All Domains August 1995 - February 2005..

Abb. 3: Einbindung von führenden IT-Unternehmen in “Free and Open Source Software” / IT industry leaders’ involvement in FOSS

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Gegenüberstellung von Open Source zu anderen Softwareformen

Tab. 2: Marktanteile der Server-Betriebssysteme, in Prozent

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Open Source Software (OSS) erlangt immer größere Bedeutung in einem Informationszeitalter, in dem Software alle computerautomatisierten Prozesse steuert. OSS ist eine kostengünstige und zukunftssichere Alternative zu den etablierten proprietären und meist kostenintensiven Softwaresystemen. OSS und das Konzept der „freien“ Softwareentwicklung bedeuten die Veröffentlichung des Quellcodes und den Verzicht auf direkte finanzielle und kommerzielle Interessen.

Aus zwei Hauptgründen erhält der Begriff Open Source hohe Medienpräsenz:

Erstens lässt sich eine zunehmende Akzeptanz von Open Source bei Unternehmen feststellen.[1]

Desweiteren lenkt die Neuentdeckung von Sicherheitslöchern in dem bedeutendsten Betriebssystem Microsoft Windows und dem dazugehörigen Internet Explorer, und der Bedrohung durch Computerviren und „trojanischen Pferden“ die Aufmerksamkeit auf Softwarealternativen, die mit diesem Sicherheitsproblem besser umzugehen wissen.

1.1. Problemstellung und Zielsetzung

Das Ziel dieser Arbeit ist es dem Leser eine Erklärung für den Zugewinn an Bedeutung von Open Source Software zu geben, ihm grundlegende Kenntnisse über den Begriff und über die Funktionsweise der OSS-Lizenzen zu vermitteln und weiter kurz wichtige Open Source Projekte vorzustellen. Der Leser soll sowohl vertraut werden mit dem theoretischen Hintergrund als auch mit den vorherrschenden Gegebenheiten in der Praxis, wozu eine Analyse der gegenwärtigen Marktstrukturen und des Einflusses von Open Source Software in einem IT-Sektor durchgeführt wird, um daraus zukünftige Entwicklungen zu antizipieren.

1.2. Gang der Untersuchung

Diese Arbeit wird zunächst den Begriff „Open Source“ erläutern und ihn von den anderen Softwareformen abgrenzen, um eine Grundlagendefinition als Ausgangspunkt für spätere Analysen zu bilden. Ein historischer Abriss wird gegeben, um Gründe für den enormen Erfolg von OSS erkennen zu können. Den rechtlichen Rahmen der Open Source bilden die Lizenzen, deren wichtigste in Kapitel 2 charakterisiert werden. Weiter wird kurz eine Auswahl der bedeutendsten Open Source-Projekte erläutert.

Das 3. Kapitel stellt Prognosen über Veränderungen der ICT-Marktstrukturen an, aufgezeigt am Markt für Betriebssysteme im Fall Linux, und versucht, mögliche Auswirkungen auf künftige Softwareentwicklungsprozesse zu antizipieren.

2 Der Begriff „Open Source“ und seine Lizenzformen

2.1. Ein kurzer historischer Abriss und Abgrenzung zu anderen Formen von Software

Am Beginn der Entwicklung von Computern war die Software eine kostenlose Beigabe zu jedem neuen Rechner. Es wurde ausschließlich an der Hardware des Computers verdient, wodurch auch keine kommerziellen Interessen mit der Entwicklung von Software verbunden wurden und die Quellcodes jener Software jedem uneingeschränkt zugänglich waren.

Erst in den Siebziger Jahren wurden die Programmierer auf das kommerzielle Potential von Software aufmerksam. Die uneingeschränkte Weitergabe von Software wurde durch proprietäre Lizenzen rechtlich eingeschränkt. Die Quellcodes werden seitdem verborgen entwickelt. Sie wurden schließlich zu den Erfolgsgeheimnissen der IT-Unternehmen.

Der Grundstein der Open-Source-Entwicklung wurde vor mehr als 20 Jahren mit dem Beginn des GNU-Projektes und der Schaffung der GNU General Public License (GPL), die zum Schutze des Projektes diente, gelegt.

Im Zuge dieser Neuerungen stellte Richard Stallman, der Gründer des GNU-Projektes, eine Definition von „Freier Software“ auf. Seine Aussagen, die als eine unwiderrufbare Erlaubnis für Lizenznehmer von „Freier Software“ galten, gliederte er in folgende vier Punkte: 1. Unbegrenzte Nutzung der Software für jeden Zweck, 2. Studium der Funktionsweise für Anpassungen an eigene Bedürfnisse, 3. Weitergabe durch Kopie und 4. Verbesserung deren Veröffentlichung. Darüberhinaus musste der Quelltext der Software zur freien Verfügung stehen.[2]

Diese freien Regelungen lassen auf nicht-kommerzielles Interesse aller Beteiligten an Open Source Software (OSS) schließen. Zu Beginn der 90er Jahre erkannten große Unternehmen wie IBM, Sun Microsystems und Hewlett Packard wirtschaftliche Vorteile in der Entwicklung von OSS und machten sich diese zunutze, wodurch Interaktionen zwischen der Open Source Gemeinschaft und den Informationstechnologie(IT)-Unternhemen gang und gäbe wurden.

Der Begriff „Open-Source-Software“ entstand erst 1998 mit der Gründung der Open Source Initiative (OSI). Diesem bedeutenden Schritt ging die „quelloffene Software“ voran, die ein Fundament für das heutige Verständnis von „Open-Source“ aufbaute. Der Open Source Software steht die Closed Source Software oder synonymisch kommerzielle oder proprietäre Software gegenüber. Bei der Closed Software wird der Quellcode grundsätzlich nicht veröffentlicht.[3]

Um ein eindeutiges Grundverständnis des Begriffs Open Source zu finden, soll es zu anderen verwandten Formen von Software klar abgegrenzt werden. So ist Open Source im heutigen Verständnis nicht mit „Freier Software“ bzw. Freeware zu verwechseln. Freie Software steht kostenfrei zur Verfügung und räumt dem Anwender ein Nutzungsrecht an der Software ein, jedoch keine weiteren Rechte. Der Quellcode der Software wird nicht veröffentlicht. Die „Freie Software“ ist also deutlich restriktiver als Open Source Software. Nicht zu verwechseln mit der „Freien Software“ ist die „Free Software“. Die „Free Software“ weist gleiche Eigenschaften auf wie die OSS, jedoch erhebt sie zusätzlich den Anspruch, dass Modifikationen von ihr als „Free Software“ weitergeführt werden.[4]

Deutlich weniger beschränkend ist die „Public Domain Software“[5]. Sie verzichtet auf die Urheberrechte vollständig. (Tab. 1 Gegenüberstellung von Open Source zu anderen Softwareformen)

Ein weiterer, ganz neuer Softwarebegriff, welcher der Open Source ähnelt, stammt aus dem Hause Microsoft. Der sog. „Shared Source Code“ ist speziell für das Betriebssystem Microsoft Windows CE konzipiert und räumt dem Lizenznehmer das Recht ein, Software zu nutzen, zu verändern und mit Einschränkungen zu distribuieren.

2.2. Formen von Open-Source

Dass Open Source nicht allein Zugang zum Quellcode bedeutet, sondern eine Vielzahl von weiteren Eigenschaften und Rechten besitzt, macht die Open Source Initiative (OSI) auf ihrer Homepage opensource.org deutlich. So stellte die OSI zehn Kriterien auf, die über die freie Zugänglichkeit des Quellcodes hinausgehen, und als Vorraussetzung für die Akzeptanz einer Softwarelizenz als Open Source gelten.

Die Kriterien umfassen den Grundsatz der „freie[n] Weitergabe“ (Kriterium 1), das Gebot, dass Open Source Software stets den Quellcode enthält (Kriterium 2), die Zulässigkeit von Veränderung und Derivate am Programm (Kriterium 3) und die Unversehrtheit des Quellcodes des Autors (Kriterium 4). Darüberhinaus dürfen keine Personen oder Gruppen diskriminiert werden (Kriterium 5), das Programm keine Einschränkung bezüglich des Einsatzfeldes aufweisen (Kriterium 6), die Lizenzen an alle Personen übergehen die das Programm erhalten (Kriterium 7), sie nicht auf ein bestimmtes Produktpaket beschränkt ist (Kriterium 8), keinen Einschränkungen bei der Weitergabe mit anderer Software unterliegt (Kriterium 9) und die Lizenz technologieneutral ist (Kriterium 10).[6]

[...]


[1] Vgl. sueddeutsche.de (2003).

[2] Vgl. Sauerburger (2004), S 83

[3] Vgl. Kooth. (2003), S.34, Lessig (2002), S.52 f.

[4] Vgl. Siepmann (1999), Abs. 9-11

[5] Vgl. Siepmann (1999), Abs. 13

[6] The Open Source Definition (2005), Brügge (2004) S. 20 f.

Details

Seiten
27
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638860239
ISBN (Buch)
9783638860994
Dateigröße
731 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v79490
Note
1,7
Schlagworte
Open Source Historische Entwicklung Begriffs Bedeutung Informations- Kommunikationsmarkt

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Open Source - Historische Entwicklung eines Begriffs und seine künftige Bedeutung für den Informations- und Kommunikationsmarkt