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Globalisierung - Eine faire Chance für Entwicklungsländer ?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 25 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Entwicklungspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Aktuelle Problemstellung

2. Zum Begriff der Globalisierung

3. Globalisierung warum?
3.1. Die Außenhandelstheorie nach Adam Smith
3.2. Die Außenhandelstheorie nach David Ricardo

4. Gerechtigkeitstheorie nach Rawls

5. Auswirkungen und Gerechtigkeit der Globalisierung
5.1. Historische Entwicklung als Chance
5.2. Auswirkungen der Globalisierung
5.3. Gründe für die Entwicklung unter Globalisierung
5.4. Gerechtigkeit dieser Entwicklung?
5.5. Resultierende Aufgaben für die Entwicklungspolitik

6. Fazit

Abbildungen

Literaturverzeichnis

Erklärung

1. Aktuelle Problemstellung

Im 21. Jahrhundert ist der Begriff der Globalisierung aus den Tagesmedien nicht mehr wegzudenken. Die Auswirkungen dieser globalen Entwicklung werden vielfach diskutiert. Oft herrscht Unklarheit über die Definition, was Globalisierung eigentlich bedeutet und welche ökonomischen und sozialen Folgen mit ihr verbunden sind. Befürworter der Globalisierung sehen große Chancen für die Weltwirtschaft, deren Gegner führen die Ausbeutung der Entwicklungsländer als Argument für eine Eindämmung dieses Prozesses an. Das Hauptanliegen dieser Arbeit soll sein, die Auswirkungen der Globalisierung auf die Entwicklungsländer zu prüfen. Stellt der Vorgang dieser Entwicklung die unterentwickelten Staaten vor unlösbare Probleme oder bietet er eine faire Chance zur Integration in den Welthandel?

Um diese Frage beantworten zu können muss vorab geklärt werden, was genau unter Globalisierung zu verstehen ist und welche Dimensionen dieser Begriff tangiert. Mit den Außenhandelstheorien von Adam Smith und David Ricardo werden Argumente aufgezeigt, die für einen fortschreitenden Globalisierungsprozess sprechen. Daraufhin werden im Gegensatz dazu die Grundzüge der Gerechtigkeitstheorie nach John Rawls erläutert. Anhand dieser Grundlagen kann eine Überprüfung der zentralen Fragestellung „Globalisierung – Eine faire Chance für Entwicklungsländer?“ in den darauf folgenden Abschnitten stattfinden.

Die Auswirkung der Globalisierung auf die Entwicklungsländer wird im fünften Kapitel behandelt. Nachdem die Gründe für diesen Verlauf festgestellt werden, kann überprüft werden, inwieweit sich diese Ergebnisse mit der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls vereinbaren lassen. Die zentrale Fragestellung, ob Entwicklungsländern Gerechtigkeit im Zuge der Globalisierung erfahren, soll in diesem Kapitel geklärt werden. Den Abschluss dieser Arbeit bilden eine zusammenfassende Einordnung und ein persönliches Fazit.

2. Zum Begriff der Globalisierung

„Globalisierungsprozesse sind nicht neu. Die Wirtschaftsgeschichte führt genügend Beispiele dafür an, dass es Globalisierungsschübe zur Durchsetzung von Neuerungen schon immer gegeben hat.“ (Taake, 2001) Seit Beendigung des Kalten Krieges und der damit verbundenen Öffnung der Märkte des Ostens hat der Begriff der Globalisierung an Bedeutung gewonnen und ist aus der politischen Diskussion nicht mehr wegzudenken. Globalisierung wird dabei zu einem „Sammelbegriff für alle Prozesse im Zusammenhang mit den wachsenden weltweiten Verflechtungen zwischen Staaten, Gesellschaften und Volkswirtschaften, die vor allem durch Veränderungen in der Kommunikationstechnologie und im Transportwesen bestimmt sind.“ (Andersen, 2005, S. 5) Konkret bezeichnet die Globalisierung die Zunahme des Austausches von Menschen, Gütern, Kapital und Ideen über die Grenzen von Nationalstaaten hinweg. (Dieter, 2003, S.34) Dadurch wird klar erkenntlich, dass Globalisierung nicht ein eigenständiges Phänomen, sondern auch das Ergebnis politischer Entscheidungen darstellt. „Richtung und Intensität des Globalisierungsprozesses werden vor allem von Entscheidungen einflussreicher nationalstaatlicher Regierungen und internationaler Organisationen bestimmt, die durch Maßnahmen im ökonomischen wie auch im sozial- und umweltpolitischen Bereich wichtige Rahmenbedingungen vorgeben.“ (Taake, 2001) Nicht nur der zunehmende technologische Fortschritt im Bereich des Transportwesens und der Telekommunikation ist Auslöser für diese Entwicklung. (vgl. Müller-Hofstede, 2001) Vor allem die Verringerung wirtschaftspolitischer Hindernisse, beispielsweise die Senkung von Importzöllen oder die Beseitigung der Beschränkungen für den internationalen Kapitalverkehr, haben ein Fortschreiten der Globalisierung gefördert. (vgl. Dieter, 2001, S.34) Weiterhin „beschleunigt wurde sie durch die Übernahme marktorientierter Wirtschaftssysteme sowohl durch Länder des ehemaligen Ostblocks als auch Staaten in der Dritten Welt.“ (Göllner-Scholz, 2003, S.5)

Hierbei werden die beiden Dimensionen des Begriffs der Globalisierung deutlich: Er beinhaltet eine geographische Komponente im Sinne globaler Ausdehnung und erfasst in seiner Bedeutung sämtliche Aspekte des wirtschaftlichen und sozialen Lebens. (vgl. ebenda, S.5) Vorrangig bezieht sich der Begriff auf das Wirtschaftssystem, erfasst aber in Abstufungen alle Bereiche bis hin zur kulturellen Prägung. (Andersen, 2005, S. 5)

„Die Globalisierung intensiviert die internationale Arbeitsteilung, treibt den Fortschritt von Produktion und Produktivität an und verschärft den Strukturwandel.“ (Göllner-Scholz, 2003, S.5) Der vor allem von privaten Akteuren vorangetriebene Prozess verschärft den weltweiten Wettbewerb. Dies hat zur Folge, dass die Kosten des Protektionismus für die einzelnen Nationen stark ansteigen und die Wirksamkeit nationaler politischer Steuerungsinstrumente stark eingeschränkt wird.

„Konsequenz von Globalisierung ist die Integration und Konvergenz von Staaten, Kulturen, Gesellschaften und Nationalökonomien zur Weltwirtschaft, Weltgesellschaft und Weltkultur.“ (Müller-Hofstede, 2001)

3. Globalisierung warum?

Um eine Begründung für die Globalisierung zu finden genügt ein einfacher Blick in die Geschichte des Wirtschaftsliberalismus. Die Ansätze von Adam Smith und David Ricardo versuchen das agieren kapitalistischer Marktwirtschaften zu erklären.

3.1. Die Außenhandelstheorie nach Adam Smith

In den Werken über den „Wohlstand der Nationen“ beschäftigt sich Adam Smith mit politischer Ökonomie, „also mit der Frage, wie man Wohlstand und Reichtum des Volkes und des Staates erhöhen kann.“ (Smith, 1974, S.347) In der Theorie der absoluten Kostenvorteile zeigt er, dass Arbeit den bedeutendsten Produktionsfaktor darstellt. „Smith sieht in der Arbeitsteilung die wesentliche Ursache einer gesellschaftlichen Wohlstandsmehrung. Arbeitsteilung führt über die Spezialisierung zu höherer Geschicklichkeit und Zeitersparnis und demzufolge zu einer Produktivitätssteigerung.“ (Hottinger, 1998, S.143) Durch die Ausnutzung existierender absoluter Kostenvorteile findet eine differierende Spezialisierung statt, die zu kostengünstiger und effektiver Produktion führt und einen internationalen Güteraustausch zur Folge hat.

„Weil Arbeitsteilung und Tausch durch Marktbeschränkungen und Grenzen der Märkte limitiert sind, tritt Smith für eine grundsätzliche Liberalisierung in allen Bereichen ein.“ (ebenda, S. 146) Wettbewerb und Freihandel, also die wesentlichen Kennzeichen der Globalisierung sind die Maximen in der Theorie von Smith. „Staatliche Lenkung bzw. Beeinflussung der Produktionsfaktoren führen nicht zwingend zur optimalen Allokation der Ressourcen. (vgl. ebenda, S.158) Da aber jeder einzelne Akteur einer Volkswirtschaft nach seinem ökonomischen Eigeninteresse handelt, stellt sich eine Selbstregulierung ein, die nach Smith als „die unsichtbare Hand des Marktes“ bezeichnet wird und stets eine effiziente Allokation hervorruft. Eine Liberalisierung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen im Sinne der Globalisierung führt demnach zu einem Profitgewinn aller beteiligten Länder.

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Details

Seiten
25
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638852890
ISBN (Buch)
9783638853606
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v79138
Institution / Hochschule
Universität Konstanz
Note
2,0
Schlagworte
Globalisierung Eine Chance Entwicklungsländer Entwicklungspolitik Politikfeld

Autor

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Titel: Globalisierung - Eine faire Chance für Entwicklungsländer ?