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Internationale Unternehmenstätigkeit und interkulturelles Management

Hausarbeit 2004 25 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Die Internationalisierung der Wirtschaft

3 Die internationale Unternehmung
3.1 Grundlagen der internationalen Unternehmenstätigkeit
3.2 Theorien internationaler Unternehmenstätigkeit
3.2.1 Theorien des Außenhandels
3.2.2 Theorien der Direktinvestitionen im Ausland
3.2.3 Theorien des Abschlusses internationaler Technologieverträge
3.3 Formen internationaler Unternehmenstätigkeit

4 Interkulturelles Management
4.1 Was ist Kultur?
4.2 Die Kulturdimensionen von Hofstede – Die Suche nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten
4.3 Managementsysteme
4.3.1 Managementsysteme in den Industrieländern – Beispiel Japan
4.3.2 Managementsysteme in den Entwicklungsländern – Beispiel Lateinamerika

5 Schlussbemerkung

6 Zitierte Literatur

1 Einleitung

Gründet Siemens, Puma oder Volkswagen im Ausland eine neue Tochtergesellschaft ist dies kein weltbewegendes Ereignis. Tagtäglich werden Exporte getätigt, Joint Ventures gegründet oder Lizenzverträge geschlossen. Unternehmen sind schon seit langem nicht mehr nur am nationalen Markt vertreten, sondern agieren über die ganze Welt verteilt. Kontakte mit Menschen anderer kultureller Herkunft sind keine Seltenheit mehr. Im Laufe der Zusammenarbeit mit ausländischen Geschäftspartnern ist den Handelnden bewusst geworden, dass Menschen in anderen Ländern unterschiedlich, denken, fühlen, urteilen und handeln. Die Schnittstelle interkultureller Kontakte wurde somit zu einer unternehmensstrategischen Aufgabe des Managements. Ziel des interkulturellen Managements ist es Geschäftskontakte über die kulturellen Grenzen hinweg effizient zu gestalten.

In den Punkten zwei und drei werde ich einen Einblick in die Entwicklung, die Grundlagen und die Formen internationaler Unternehmenstätigkeit geben. Hierbei habe ich mich bemüht trotz der diversen Ansätze und Autoren einen kurzen Überblick über die weite Landschaft der internationalen Unternehmenstätigkeit zu geben.

Der vierte Punkt widmet sich ausschließlich dem Thema des interkulturellen Managements. Zu Beginn gehe ich auf den komplexen Begriff Kultur ein um auf dessen Basis interkultureller Vergleichstudie von Hofstede und Managementsysteme zu erläutern.

2 Die Internationalisierung der Wirtschaft

Internationale Unternehmen in der Form wie sie uns heute bekannt sind entstanden erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Dennoch weist die internationale Geschäftstätigkeit eine lange Tradition auf. Bereits 2000 vor Christus erkannten die Assyrer die Möglichkeit ihre Konsum – und Produktionsalternativen durch Tausch von Waren und Leistungen auszuweiten (Kutschker; Schmidt 2002: 7). Auch die alten Griechen trieben Handel mit Römern und Phöniziern - zunächst als reines Tauschgeschäft später mit Gold, Silber oder Münzen als Zahlungsmittel. Als weitere Beispiele alter Handelsbeziehungen wären außerdem Europa und China, die über die Seidenstrasse Waren tauschten sowie Arabien und Indien zu nennen (Koch 1992: 35).

Während diese Wirtschaftsaktivitäten zur Grenzerweiterung der eigenen Ökonomie freiwillig und selektiv ausgeführt wurden, fand der internationale Warentausch unter den Kolonialregierungen zwischen Ende des 15. und Mitte des 20. Jahrhunderts unter Zwang statt (ebd.). Mit der Ausbeutung Lateinamerikas und Afrikas, dem Sklavenhandel und der gewaltsamen Öffnung asiatischer Märkte institutionalisierte sich im Laufe der Zeit der internationale Handel in zunehmenden Maße. Die Kolonialmächte gründeten vom Staat konzessionierte Handelsunternehmungen so genannte Überseegesellschaften, die den heutigen internationalen Unternehmen bereits glichen (Kutschker; Schmidt 2002: 10).

Im Zuge der industriellen Revolution und der Dekolonisierung nach Ende des zweiten Weltkrieges entwickelte sich ein prinzipiell freier Handel zwischen den Ländern. Zunehmend betrieben die ehemaligen Überseegesellschaften nicht nur Import – und Export Geschäfte, sondern investierten Kapitel und gründeten Vertriebs – und Produktionsniederlassungen im Ausland. Die rasant wachsenden Geflechte bi – und multilateraler Abkommen und Verträge von Handelspartnern unterschiedlicher Kulturen und anderer politischer und wirtschaftlicher Interessen bereitete den Weg zu der heutigen Welthandels – und Wirtschaftsordnung (Koch 1992: 35).

Die wachsende internationale Unternehmenstätigkeit und weltweite Integration der Märkte wird an zwei Statistiken verdeutlicht: auf der einen Seite das progressive Wachstums des Welthandelsvolumens und auf der anderen die dynamische Zunahme grenzüberschreitender Investitionen. Gefördert wird dieser Entwicklungstrend durch den Fortschritt in der Informations- und Kommunikationstechnologie, der Tatsache, dass aufgrund steigender Produktionskosten einhergehend mit der Kurzlebigkeit des Produktes der ertragreiche Absatz nur auf grenzüberschreitenden Märkten zu realisieren ist, und dem Wegfall staatlicher Restriktionen und Reglementierungen (Scherm; Süß 2001: 2f).

3 Die internationale Unternehmung

3.1 Grundlagen der internationalen Unternehmenstätigkeit

Wie bereits oben dargestellt ist das Phänomen der Internationalisierung nicht erst eine Entwicklung der letzen Jahre, sondern schon länger ein Thema mit dem sich die Unternehmen auseinandersetzen. Der Begriff der Internationalisierung beschreibt in der Literatur ein breites Spektrum der internationalen Unternehmenstätigkeit. Dies kann von den unterschiedlichen Markteintritts- beziehungsweise Marktbearbeitungsformen, über Richtlinien zur Führung ausländischer Tochterunternehmen bis zur begrifflichen Gleichsetzung von Internationalisierung und grenzüberschreitender Auslandstätigkeit reichen (Perlitz 2000: 8).

In der Literatur sind viele Definitionen – zum Beispiel von Lilienthal, Sieber, Dunning, Bormann und Glaum, um nur einige nennen - zu finden, die den Versuch unternehmen eine einheitliche Abgrenzung von nationalen zu internationalen Unternehmen zu schaffen und allgemein gültige Termini einzuführen. Denn auch hinsichtlich der verwendeten Begriffe – es wird von multinationalen, globalen und transnationalen Unternehmen gesprochen – herrscht keine einheitliche Verwendung (Scherm; Süß 2001: 6f). Zur Disposition der Unternehmen orientieren sich die Autoren an Faktoren wie der Präsenz von Vertriebstochtergesellschaften beziehungsweise Produktionstochtergesellschaften im Ausland oder dem Umsatz im Ausland im Vergleich zu dem Gesamtgewinn des Unternehmens.

Zur weiteren Erfassung eines grenzüberschreitend agierenden Unternehmen gibt es aus wissenschaftlicher Sicht verschiedene Zugänge: quantitative Merkmale und qualitative Merkmale. Diese Merkmale dienen dazu den Grad der Internationalisierung eines Unternehmens zu messen (Dülfer 1992: 7).

Die absolut quantitativen Merkmale lassen sich untergliedern in Bestands- und Bewegungsgrößen. Die statistisch gemessenen Bestandsgrößen beschreiben beispielsweise die Anzahl der ausländischen Betriebe, investiertes Kapital, das Ausmaß an Eigen- und Fremdkapital, die Zahl der Beschäftigten und Führungskräfte oder die Zahl der Aktionäre im Ausland. Als Bewegungsgrößen gelten der Umsatz beziehungsweise Gewinn im Ausland, die Höhe der Löhne und Gehälter sowie die Produktion und Steuerabgaben im Ausland (ebd.). Während Bestandsgrößen zu einem bestimmten Zeitpunkt zum Beispiel zu Beginn oder Ende eines Kalender- oder Geschäftsjahres gemessen werden, werden die Bewegungsgrößen während eines bestimmten Zeitraumes errechnet. Da diese absoluten Zahlen nicht hinreichend aussagekräftig sind um die Intensität des Internationalisierungsprozesses abzubilden werden Auslandsquoten ermittelt (Scherm; Süß 2001: 7). Bei dieser so genannten relativ quantitativen Betrachtung wird der erwirtschaftete Auslandsumsatz dem Gesamtumsatz des Unternehmens gegenübergestellt, wodurch die Verbundenheit zum Ausland dargestellt werden soll (Perlitz 2000: 14).

Die Problematik der quantitativen Messung liegt in der willkürlichen Festlegung der Schwellenwerte und der Bestimmung der Kennzahlen ab wann ein Unternehmen als International gilt. Daraufhin wurden auch qualitative Konzepte zur Erfassung der Internationalität eines Unternehmens herangezogen (Scherm; Süß 2001: 8).

Qualitative Merkmale haben im Gegensatz zu den quantitativen nicht die statistische Darstellung eines Unternehmens zum Ziel, sondern wollen ein tieferes Verständnis des internationalen Managements vermitteln. Eng verbunden damit sind zentrale Problemstellungen wie Strategie-, Struktur- und Koordinationsfragen als auch Führungsphilosophien. In der Literatur wird bei der qualitativen Messung in mehrstufige und einstufige Konzepte zur Analyse einer internationalen Unternehmung unterschieden. Während erstgenannte Konzepte davon ausgehen, dass mehrere unterschiedliche Archetypen eines internationalen Unternehmens existieren gehen einstufige Konzepte von einem einzigen aufstrebenden Archetypen aus (Kutschker; Schmid 2002: 270f). Zur Charakterisierung der Archetypen werden drei Gruppen von Kriterien unterschieden: Die mentale Einstellung des Managements, die strategische Ausrichtung und organisatorischen Charakteristika des Unternehmens (Scherm; Süß 2001: 8).

Um im Folgenden Verwirrungen aufgrund der herrschenden Begriffsvielfalt zu vermeiden werde ich mich an dieser Stelle auf die ausschließliche Verwendung des Begriffs des internationalen Unternehmens festlegen. Dies bedeutet allgemein und unabhängig von Art und Umfang des Unternehmens, eine grenzüberschreitende dauerhafte Aktivität auf ausländischen Märkten.

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Details

Seiten
25
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638830942
Dateigröße
926 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v78911
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Institut für Wirtschaftsgeographie
Note
1,7
Schlagworte
Internationale Unternehmenstätigkeit Management

Autor

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Titel: Internationale Unternehmenstätigkeit und interkulturelles Management