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Emanzipation der Frau - "Vom Heimchen zur Emanze!?"

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 18 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

1. Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Familien in vorindustrieller Zeit

Werbung der 50er Jahre: "Was soll ich anziehen?" und "Was koch ich heute?"

Ein Leben ohne Kinder heute - Gewollt oder ungewollt

Die Familienpolitik - Was Gesellschaft und Politik von der heutigen Frau erwarten

Fazit

Quellenverzeichnis

2. Einleitung

In der folgenden Arbeit werde ich mich mit dem Wandel der Rolle der Frau in der Gesellschaft beschäftigen. Wo stand sie damals, in vorindustrieller Zeit? Wo steht sie heute?

Welche Erwartungen stellen Politik und Gesellschaft an sie?

Im Vordergrund steht hierbei der Disput der Frauen zwischen Familie und Karriere

Was eigentlich in der Natur des Menschen liegt, ist heute zu einer konfliktreichen und meist auch lebensverändernden Entscheidung geworden

Immer wieder bewegt sich die moderne Frau auf einem schmalen Grat zwischen beruflicher Integration und familiärer Abstinenz, immer wieder endet das Kind als Karrierebremse und trotzdem gibt es sie, die erfolgreichen Gratwanderinnen

Warum habe ich mich gerade für dieses Thema entschieden? Da ich selbst gerade in einer akademischen Ausbildung stecke, wird sich für mich auch in naher Zukunft die Frage stellen: Familie oder Karriere? Bringe ich beides unter einen Hut? Erst die berufliche Position sichern, dann der Kinderwunsch?

Ich denke diese Thematik ist stets aktuell und hat mich selbst zum nachdenken gebracht: hat sich die Rolle der Frau so drastisch verschoben? „Vom Heimchen zur Emanze?“

3. Die Rolle der Frau in vorindustrieller Zeit... und heute

Im folgenden gehe ich auf die Individualisierung der Frau in den letzten 4 Jahrhunderten ein und werde dabei die Entwicklung der Gesellschaft als Leitfaden nutzen, um den Einfluss von Wirtschaft, Recht und Bildung auf die familiäre und gesellschaftliche Position der Frau Gestern und Heute darzustellen

„Vom Heimchen zur Emanze?!“

Zu vorindustrieller Zeit bestand eine Arbeits- und Lebensform wie sie uns heute längst fremd geworden ist, nicht das Familiäre auf emotionaler Ebene sondern der Familienhaushalt als Wirtschaftsgemeinschaft stand im Vordergrund;

Wirtschaftlichkeit statt Gefühle

In dieser Epoche bestand die Masse der Bevölkerung aus Bauern und Handwerkern,

jeder Haushalt, mit all seinen Bewohnern, trug hier zur Existentsicherung der Wirtschaftsgemeinschaft bei, „[...](dass) war das oberste Gebot, die tägliche Existenzsicherung und der Erhalt der Generationenabfolge. Unter diesen Bedingungen blieb wenig Raum für persönliche Neigungen, Gefühle, Motive“(E. Beck- Gernsheim, 1997: S.25)

Womit die hohe Anzahl von Kindern im Vergleich zu heute wohl eindeutig ökonomische Gründe hatte; der Nachwuchs als Alterssicherung, Erbe und Namensträger,

sowie als Arbeitskraft

Eine klare Definition der Rolle der Frau im 18. Jahrhundert fällt eher ernüchternd aus, sie schwindet als Element der Arbeitsgemeinschaft, trägt stillschweigend ihren Part zur Existenz- und Generationssicherung bei, nicht mehr oder minder bedeutend als der Greis oder Jüngling, ein Mittel zum Zweck

So lebten Mann, Frau, Kinder und Alte gleichsam in einer Zweckgemeinschaft, einer Art Symbiose, die gemeinsame Existenz zu sichern. Verdeutlichen möchte ich dies kurz an Hand eines Zitates über Partnerwahl und Ehe in vorindustrieller Zeit

Der Einfluss von Gefühlen bei solchen Bindungen war unsagbar gering, die Zweckmäßigkeit

einer solchen Zusammenkunft stand im Mittelpunkt

„Das ,persönliche Glück `... lag für den Bauern darin beschlossen, eine Frau zu heiraten, mit der er arbeitete, die ihm gesunde Kinder gebar und ihn durch die Mitgift vor Schulden bewahrte“(Hausen 1976)

Doch schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts und der damit einhergehenden Industrialisierung bricht die Einheit von Arbeit und Leben auf und läutet damit einen elementaren Wandel der Position der Frau in Familie und Gesellschaft ein. Der Mann wird nun immer häufiger außerhalb der alten Wirtschaftsgemeinschaft tätig und damit verliert die Familie ihre Funktion als Element der Arbeitsgemeinschaft. In dieser Übergangsphase zur Moderne entsteht ein Anspruch auf Selbstbestimmung und Autonomie, zumindest was die Welt der Männer betrifft

„Er wird zuständig für Außenwelt, Beruf, Öffentlichkeit; sie für Heim, Haushalt, Familie“ (E. Beck- Gernsheim, 1997, S.30- 31). Sie erhält nun die uns als „Heimchen“ bekannte Rolle zugewiesen und bekommt dadurch eine völlig neue Identität in Familie und Gesellschaft

Sie wird zum Zentrum der Emotionen, Beauftragte für Glück und Wohlsein für Mann und Kinder

Doch die `Heimchenharmonie` trügt den Schein, denn der unscheinbaren Position in der Arbeitsgemeinschaft folgten Selbstzurücknahme und Selbstaufgabe in der bürgerlichen Familie

„Das Glück des Mannes heißt: ich will. Das Glück des Weibes heißt: er will“ (Nietzsche)

Damit wurde die Frau in ihre erste Individualisierung gedrückt, wir können zwar nicht von der Individualität der Einzelnen sprechen, aber dennoch von der Individualisierung des Geschlechtes, der Frau als Gruppierung der Gesellschaft

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es kaum Bildungschancen und –möglichkeiten für Frauen. So bekamen die Mädchen der Unterschicht eine geringe Bildung in Lesen, Schreiben und Rechnen, oftmals nicht einmal das

Ähnliche Aussichten wie im Bildungssystem erwarteten die Frau auch im Rechtsystem, denn es war vorwiegend auf den Mann ausgerichtet. So wurden die bürgerlichen Freiheitsrechte für Frauen, vorzugsweise Ehefrauen, teils beschränkt und sogar verweigert

An Hand dieser zwei Beispiele ist erkennbar wie massiv der Druck der Gesellschaft auf ideologischer als auch realer Ebene (z.B.: Rechts- und Bildungssystem) auf die Frau im Einzelnen zu damaliger Zeit gewesen sein muss

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts blieb die Frau fest in dieser Struktur verwachsen, obgleich diese Fassade langsam aber sicher zu bröckeln begann. Intensität und Form dieser festen Rollenzuweisung variierte bereits mit dem Aufkommen dieser, da es beispielsweise in der Unterschicht kaum Familien gab, die sich allein vom Lohn des Mannes unterhalten konnten

So war es dort also nichts Neues, dass Frau und Kinder in den vielfältigsten Formen zum Familienunterhalt beitrugen. Mit voranschreitender Modernisierung und Industrialisierung jedoch wandelt sich auch die Form des Geldverdienens in der Unterschicht;

„[...], je mehr sich die grundlegenden Produktionsformen der Gesellschaft veränderten, desto mehr werden Frauen einbezogen in außerhäusliche Formen der Erwerbsarbeit, grob zusammengefasst: von Heimarbeit, häuslichen Diensten und Landwirtschaft in Fabrik, Büro und Verkauf“ (E. Beck- Gernsheim, 1997, S.50)

Erste Züge einer Konsumgesellschaft beginnen sich zu bilden, denn der Haushalt wird immer mehr zu einer Stätte des Konsums, weg von der rundum Eigenversorgung und hin zur stetig wachsenden Nutzung des Marktes. Die Familie gibt der Frau damit weniger und weniger Arbeit, da vieles ja nun auf dem Markt gekauft wird, wovon besonders auch die unvermählte Frau betroffen ist. In vielen Frauen macht sich grade in dieser Zeit ein Gefühl der Unvollkommenheit und Nutzlosigkeit breit

Durch diese Gesellschaftsentwicklung wachsen allmählich neue Berufsmöglichkeiten für die Frauenwelt heran, anfangs „[...] noch im Rahmen des Privathaushalts (als Hausdame, Erzieherin, Gouvernante); später über den Markt vermittelt, doch immer noch in familiennaher Form, vorwiegend auf das Feld der Sozialberufe beschränkt (z.B. Kindergärtnerin, Lehrerin, Krankenschwester)“ (E. Beck- Gernsheim, 1997, S.51)

„Außerhäusliche Erwerbstätigkeit“ (E. Beck- Gernsheim, 1997, S.51) ist das Stichwort, denn egal in welcher gesellschaftlichen Schicht sich die Frauen befinden, es bedeutet ein Stück weit mehr Freiheit aber auch Gefahr

Die Frauen der Unterschicht, für die der Miterwerb des Lebensunterhaltes schon längst alltäglich ist, unterstehen mit ihrem Verdienst noch lange bis ins 19. Jahrhundert der Kontrolle durch Eltern, Arbeitgeber oder ähnlichen Instanzen

Doch mit der voranschreitenden Entwicklung im Verkehrs- und Nachrichtenwesen zum Ende des 19. Jahrhunderts, sowie wachsender geographischer Mobilität, entstehen auch neue Berufsgenre und damit ist in vielen jungen Frauen und Mädchen der damaligen Zeit der Kampf um mehr Unabhängigkeit entfacht;

Stadtmädchen ziehen sich aus dem Metier des Dienstbotengeschäftes zurück und nutzen die neuen Berufsmöglichkeiten in Fabriken, Geschäften und Büros

Die Frauen vom Lande entfliehen der familiär- dörflichen Beengtheit auf der Suche nach der farbenfrohen Vielfalt der Städte

Aber auch in der Mittelschicht bringt die Möglichkeit des Geldverdienens den Frauen neue Perspektiven, denn bisher war es in den Familien der Mittelschicht üblich, dass der Mann allein die Zuständigkeit für den Unterhalt der Familie trug

Das nun verdiente Geld gibt der Frau Möglichkeit Ansprüche und Rechte besser durchzusetzen und ein völlig neues Lebensgefühl entsteht, erste Erfahrungen mit Geld werden gemacht. Für den Mann längst alltäglich ist der Umgang mit ´der Münze` für die Frau ein pures Abenteuer- die Entdeckung einer neuen Welt

[...]

Details

Seiten
18
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638841207
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v78578
Institution / Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
1,7
Schlagworte
Emanzipation Frau Heimchen Emanze Soziologie Emotionen

Autor

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