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Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Europa. Wie kinderfreundlich sind die europäischen Länder?

Studienarbeit 2007 25 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Motto

1. Problemstellung

2. Kinderbetreuung in den Vergleichsländern
2.1. Kinderbetreuung in Schweden
2.2. Kinderbetreuung in Frankreich
2.3. Kinderbetreuung in Italien
2.4. Kinderbetreuung in Deutschland

3. Finanzielle Transferleistungen und Freistellungsregelungen im Ländervergleich
3.1. Freistellung und Finanztransfers in Schweden
3.2. Freistellung und finanzielle Transfers in Frankreich
3.3. Freistellung und finanzielle Transferleistungen in Italien
3.4. Freistellungsregelungen und finanzielle Transferleistungen in Deutschland

4. Diskussion der Kinderfreundlichkeit

5. Familienfreundliche Maßnahmen in Unternehmen

6. Entwicklungstendenzen in den Vergleichsländern zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf – ein Ausblick

Literaturverzeichnis
Bücherquellen
Zeitungs- und Zeitschriftenquellen
Internetquellen:

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zusammenhang zwischen Kinderbetreuung und Geburtenrate im Ländervergleich

Abbildung 2: Besuch von Kindertageseinrichtungen im Ländervergleich

Abbildung 3: Verhältnis von Dienstleistungen und Geldleistungen für Familien im Ländervergleich

Abbildung 4 Anteil der Frauen in Teilzeitarbeit im Ländervergleich

Abbildung 5: Zunahme der Zahl der Unternehmen die Teilzeit anbieten im Ländervergleich..

Motto

Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du deinem Kind den Regenbogen zeigst.

Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fertig bist.

Aus China

1. Problemstellung

Die vorliegende Arbeit erörtert die Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf im internationalen Ländervergleich unter besonderer Berücksichtigung der Kinderfreundlichkeit. Unter Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird hier die Möglichkeit von Müttern und Vätern verstanden, sich zugleich Beruf und Karriere einerseits und dem Leben in der Familie und der Betreuung von Kindern andererseits zu widmen. Die Betreuung pflegebedürftiger Personen ist nicht Be­standteil dieser Untersuchungen, sondern bedarf einer gesonderten Untersuchung.

Das Thema Familie beschäftigt die Politik heute stärker denn je und ist ein zentrales Thema der öffentlichen Diskussion. Dies hat die folgenden Gründe: In Europa schrumpft die Bevölkerungszahl kontinuierlich. Laut UN-Schätzungen wird die Anzahl der Bevölkerung in den 15-EU Ländern bis 2050 von 377 auf 339 Millionen Einwohner schrumpfen (vgl. UN 2001 aus DB research, S. 51 ff). Die inzwischen auf 27 Staaten erfolgte Erweiterung der EU wird an diesem Trend nichts ändern. Damit nimmt auch das Erwerbspotential in Europa relativ und absolut gesehen ab. Um diesen Negativ-Trend abzuschwächen, müssen die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. Diese Arbeit stellt einen internationalen Ländervergleich (Benchmarking) zwischen Schweden und Frankreich, zwei Vertretern der so genannten „Best-Practise-Länder“, in denen diese Problematik gut gelöst wurde, und den Ländern Deutschland und Italien dar, die von diesen „Vorbildern“ wesentlich Impulse zur Verbesserung ihrer eigenen Lage erhalten können. Von den insgesamt gut be­werteten skandinavischen Ländern wird Schweden genauer untersucht, da es die höchste Erwerbsquote jener Länder hat und aufgrund seiner Gleichstellungspolitik und seines flächendeckenden kinderfreundlichen Betreuungsangebotes als vorbildlich in Europa gilt. Frankreich wird vertieft be­trachtet, da das Land Spitzenwerte im Anteil der Vollzeit arbeitenden Frauen er­reicht und mit einer Geburtenrate von 2,1 Prozent seine Bevölkerungszahl konstant hält. In Italien, dem Vertreter der Mittelmeerländer, findet zurzeit ein drastischer sozialer Wandel statt mit einem starkem Anstieg der erwerbstätigen Frauen in Norditalien und einer sinkenden Geburtenrate, die mittlerweile mit 1,3 Prozent die niedrigste in Europa ist. In Deutschland ziehen sich Frauen mit einem bis zwei Kindern im europäischen Ländervergleich, mit Ausnahme von Irland, am häufigsten aus dem Erwerbsleben zurück. Der Kinderwunsch und die realisierte Kinderzahl klaffen deutlich auseinander. Während sich Paare im Schnitt 1,8 Kinder wünschen, liegt die Geburtenrate tatsächlich bei 1,3 Prozent. Der Anteil der über 60-jährigen wird in Deutschland bis 2050 ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachen (vgl. Statistisches Bundesamt 2004 S. 56 ff). Aufgrund dieser Tatsachen steuert Deutschland auf einen gravierenden Mangel an Fachkräften zu. In Italien und Deutschland ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Länder­vergleich am schwierigsten realisierbar.

Als ein wesentliches Kriterium zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird zunächst die Flexibilität, Qualität und Quantität des Betreuungsangebotes von Kindern im Alter von ein bis drei Jahren und im Vorschulalter untersucht. Die Hemmschwelle liegt für Frauen niedriger, je besser die Betreuungsangebote für Kleinkinder sind. ( vgl. Abbildung 1)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zusammenhang zwischen Kinderbetreuung und Geburtenrate im Ländervergleich

Das CIA World Factbook wird jährlich von der Central Intelligence Agency in den Vereinigten Staaten herausgegeben und enthält grundlegende statistische Daten über die Länder der Welt. Es ist öffentlich zugänglich. New York 2004. Die Bertelsmannstiftung initiiert selbständig und neutral Forschungsprojekte zu gesellschaftlichen Themen, so auch das Benchmarking Deutschland Aktuell, in dem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf thematisiert werden, Gütersloh 2002. Die OECD Organisation for Economic Cooperation and Development ist eine internationale Organisation, die in verschiedenen Publikationen die Arbeitsmarktsituation in Industrienationen untersucht. Entnommen wurde die Abbildung aus der Studie Unternehmen Familie von Roland Berger Strategy Consultants. S.26, Stuttgart, 2006.

Im Anschluss daran wird die Problematik der Kinderfreundlichkeit unter der Fragestellung untersucht, ob es für das Kinderwohl, d. h. die gesunde Entwick­lung des Kindes im sensiblen Alter von null bis drei Jahren besser ist, vorrangig von der Mutter betreut zu werden, oder ob die außerhäusliche Betreuung eine gleichwertige Alternative bietet. Je nach Vergleichsland wird diesem Thema unterschiedliches Gewicht beigemessen.

Es folgt ein Vergleich der Freistellungsregelungen und finanziellen Transferleistungen für Familien in den Vergleichsländern einschließlich der Erörterung, inwieweit diese zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen.

Anschließend werden Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Unternehmen untersucht. Als familienfreundlich gelten hierbei Unternehmen, die flexible Arbeitsformen- und zeiten fördern, wie z. B. die Teilzeitarbeit, Telearbeit, Jobsharing bzw. die Maßnahmen zur Förderung des Wiedereinstiegs der Eltern, in eine ihrer ursprünglichen Stelle entsprechenden Position im Unternehmen umsetzen und ein Netz von Weiterbildungsmaßnehmen anbieten. Ferner werden gleiche Löhne für gleiche Arbeit für Männer und Frauen bzw. die Einrichtung von Betriebskindergärten als Bestandteile einer familienfreundlichen Personalpolitik angesehen.

Abschließend wird ein Ausblick gegeben, wie in den Vergleichsländern die Situation zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden könnte.

2. Kinderbetreuung in den Vergleichsländern

2.1. Kinderbetreuung in Schweden

In den skandinavischen Ländern ist die Kinderbetreuung im Kontext eines Wohl­fahrtmodells zu sehen, dessen Ziel die Vollbeschäftigung ist und das die Gleich­stellung von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt fördert. Väter und Mütter sollen sich die Erziehungsaufgaben teilen können. Schweden hat als erstes Land in Europa einen Vaterurlaub eingeführt, der die Aufteilung der Erziehungsaufgaben zwischen den beiden Elternteilen unterstützt (vgl. Bpb (2003) M. Veil, http://www.bpb.de/files/RXFU7L.pdf ).

Schweden verfügt im europäischen Ländervergleich über die höchste Betreuungsdichte für Kinder unter drei Jahren. Fast die Hälfte dieser Kinder hat einen Betreuungsplatz (vgl. Abbildung 2). Eltern, die erwerbstätig sind oder studieren, haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen Platz für jedes ihrer Kinder in einer ganztägig geöffneten Vorschultagesstätte oder alternativ auf eine Kindertagespflege. Die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen sind flexibel an die Arbeitszeiten der Eltern angepasst und die Gebühren betragen nur maximal drei Prozent ihres Einkommens (vgl. Studie von Roland Berger Strategy Consultants S. 36).

In Schweden ist die Kinderbetreuung für Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren eine Aufgabe des Staates. Im Vergleich zu Frankreich oder Deutschland wird weit weniger privat, z. B. von Tagesmüttern, und auch weniger in betrieblichen Ein­richtungen betreut.

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Details

Seiten
25
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638829960
ISBN (Buch)
9783638831901
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v77822
Note
1,4
Schlagworte
Vereinbarkeit Familie Beruf Ländervergleich Berücksichtigung Kinderfreundlichkeit

Autor

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Titel: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Europa. Wie kinderfreundlich sind die europäischen Länder?