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Evaluation des JBoss-Portals

Seminararbeit 2007 37 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Begriffsdefinitionen
1.2 Erfolgsfaktoren

2 Portal Analyse und Design Methode
2.1 Grundlagen und Umfang von PADEM
2.2 PADEM Portalsoftware Referenzarchitektur
2.2.1 Präsentationsschicht
2.2.2 Anwendungslogik
2.2.2.1 Portalanwendungsvisualisierung
2.2.2.2 Individuelle Portalanwendungen
2.2.2.3 Portalanwendungsmodule
2.2.2.4 Portalbasisdienste
2.2.3 Backend
2.3 Auswahl- und Beurteilungskriterien
2.3.1 Allgemeine produktspezifische Kriterien
2.3.2 Technische Kriterien

3 Das JBoss-Portal
3.1 Grundlagen des JBoss-Portal
3.2 Komponenten des JBoss-Portal
3.2.1 Management-Portlet
3.2.2 User-Portlet
3.2.3 Role-Management-Portlet
3.2.4 CMS-Portlet
3.3 Bewertung des JBoss-Portals
3.3.1 Allgemeine produktspezifische Kriterien
3.3.2 Technische Kriterien
3.3.2.1 Portalbasisdienste
3.3.2.2 Portalanwendungsmodule
3.3.2.3 Weitere Eigenschaften

4 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vorgehensmodell von Fraunhofer PADEM

Abbildung 2: Fraunhofer PADEM Portalsoftware Referenzarchitektur 2.0

Abbildung 3: Aufbau einer Portalseite

Abbildung 4: Portal Page Creation

Abbildung 5: Die Admin-Page mit ihren Portlets

Abbildung 6: Das Management-Portlet

Abbildung 7: Search-User Window

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Technische Kriterien von Portalsoftware

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

Der Begriff Portal wurde in den letzten Jahren im informationstechnischen Be- reich für verschiedene Zwecke genutzt. So steht er heutzutage synonym für un- terschiedliche Typen von Portalen mit verschiedenen Bedeutungen und Funktio- nen. Die folgende Seminararbeit stellt zu Beginn einige aktuelle Portaldefinitio- nen und Funktionen vor und erklärt, warum Portale in Unternehmen zunehmend eingesetzt werden (Kapitel 1.1 und 1.2). Im weiteren Verlauf wird im Speziellen auf Unternehmensportale und Portalsoftware im Rahmen der Portal Analyse und Design Methode (kurz: PADEM) des Fraunhofer Instituts eingegangen (Kapitel

2). Es wird aufgezeigt, nach welchen Kriterien Portalsoftware in PADEM analy- siert und bewertet wird. Im Rahmen dieser Methode wird dann das JBoss-Portal (JBP), eine Open-Source-Portalsoftware, vorgestellt und beschrieben (Kapitel 3). Es werden die Bestandteile des JBP vorgestellt und anschließend wird beschrie- ben inwiefern das JBP die Vorgaben der Fraunhofer PADEM Portalsoftware Refe- renzarchitektur 2.0 erfüllt. Im abschließenden Teil dieser Arbeit folgt eine zu- sammenfassende Bewertung des JBoss-Portals sowie ein kurzes Fazit (Kapitel 4).

1.1 Begriffsdefinitionen

Für den Begriff Portal gibt es mehrere unterschiedliche Definitionen im Bereich der Informationstechnologie. Eine ältere, allgemeine Definition eines Portals be- schreibt dieses als „eine Webseite, die nach zielgruppenspezifischen Inhalten strukturiert ist und einen schnellen Zugang zu anderen Webseiten ermöglicht“ [StHa2002, 115]. Im Laufe der Zeit folgten die Bezeichnungen vertikale und ho- rizontale Portale. Vertikale Portale stehen für Portale, die Informationen über verschiedene Themenbereiche bereitstellen, um so den Nutzer möglichst lange aufgrund des umfangreichen, vielfältigen und breiten Angebots auf der Seite zu halten. Im Gegensatz dazu stellen horizontale Portale Informationen zu nur ei- nem bestimmten, speziellen Thema bereit, das wiederum detaillierter präsentiert wird [TKLM2003, 215 ff.]. Nach dieser Definition wäre z.B. ein Sportportal verti- kal, da es mehrere Sportarten abdeckt, ein Fußballportal jedoch dann horizontal, da es sich auf ein bestimmtes Themengebiet spezialisiert und dieses in der Breite präsentiert.

Aus diesen Definitionen folgend, entstanden auf Basis von Internettechnologien Unternehmensportale. Ein Unternehmensportal stellt eine Webanwendung auf Basis von Internettechnologien dar, die einen zentralisierten und personalisierten Zugriff auf Inhalte, sowie bedarfsgerecht auf unternehmensinterne Prozesse, ermöglicht [VlKG2005, 11]. Den Begriff Unternehmensportal muss man jedoch abgrenzend zu den Begriffen Internet- und Unternehmenswebsites, sowie dem Intra- und Extranet betrachten. Unternehmenswebsites im Internet stellen ein Schaufenster für Kunden und Lieferanten dar. Hier werden das Unternehmen und seine Produkte präsentiert und es können dazu jeweils entsprechende In- formationen abgerufen werden. Zusätzlich können Unternehmenswebsites über einen Onlineshop verfügen, um einen Direktvertrieb der eigenen Produkte zu ermöglichen. Das Intranet hingegen dient als Mittel zur Verbreitung von unter- nehmensinternen Informationen [VlKG2005, 12]. Dies bedeutet, dass Mitarbei- tern eines Unternehmens die Möglichkeit gegeben wird, sich im Intranet Infor- mationen beschaffen zu können, die das Unternehmen intern betreffen. Zu die- sen Informationen zählen beispielsweise Dokumente für Urlaubsanträge oder Speisepläne der Betriebskantine. Analog verhält es sich für das Extranet. Hier steht jedoch nicht die unternehmensinterne Kommunikation, sondern die Kom- munikation mit Geschäftspartnern im Vordergrund. Diesen wird hier ermöglicht, auf gemeinsam genutzte Informationen zuzugreifen [VlKG2005, 12].

Unternehmensportale lassen sich außerdem zielgruppenspezifisch klassifizieren. Eine Klassifizierung kann demnach z.B. nach Mitarbeitern (Employee Portals, Business-to-Employee Portals), Geschäftskunden (Business Portals, Business-to- Business Portals), Lieferanten (Supplier Portals) und Endkunden (Consumer Portals, Business-to-Consumer Portals) erfolgen.

1.2 Erfolgsfaktoren

Der Erfolg von Portalen und der Schritt in Richtung Unternehmensportale lassen sich dadurch begründen, dass ein Portal für einen Nutzer Informationen, die ihn betreffen, übersichtlich und personalisiert bereitstellt - wahlweise kann dies ein Informationsportal sein (horizontal oder vertikal), bei dem ein Nutzer die für ihn relevanten Informationen angeboten bekommt, oder aber ein Unternehmenspor- tal, bei dem ein Mitarbeiter Zugriff auf alle für ihn relevanten Applikationen samt benötigten Informationen hat. Ein Unternehmensportal stellt eine Informations-, Kommunikations- und Arbeitsplattform für die erfolgreiche Umsetzung des elekt- ronischen Geschäftsverkehrs dar (vgl. [VlKG2005, 7]). Unternehmensportale bringen Chancen aber auch Risiken mit sich. Die Einführung eines Portals, sofern sie auf einem gut ausgearbeiteten Konzept beruht, kann einem Unternehmen die Ausschöpfung wirtschaftlicher Potentiale ermöglichen [VlKG2005, 9].

Zudem kommt die immer einfacher werdende Implementierung von Portalen durch Portalsoftware, die bereits häufig die wichtigsten Funktionen eines Portals bereitstellt. Diese Funktionen sind auch Bestandteil der Referenzarchitektur 2.0 ür Portalsoftware der Fraunhofer PADEM, auf die im nächsten Kapitel näher eingegangen wird.

2 Portal Analyse und Design Methode

Das folgende Kapitel gibt eine kurze Einführung in die Portal Analyse und Design Methode des Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation und stellt die Portalsoftware-Referenzarchitektur 2.0 vor, die später als Bewertungsgrund- lage für das JBP dienen soll. Zum Abschluss dieses Kapitels werden Kriterien vorgestellt, die teilweise auf der Referenzarchitektur beruhen und ebenfalls für die Bewertung des JBP herangezogen werden. Diese Kriterien dienten schon als Grundlage bei der Bewertung und Auswahl von anderen Portalsoftwarelösungen im Rahmen der „Marktübersicht Portalsoftware 2005“ [VlKG2005, 28 ff.].

2.1 Grundlagen und Umfang von PADEM

Die Portal Analyse und Design Methode (PADEM) des Fraunhofer Institut für Ar- beitswirtschaft und Organisation (IAO) ist eine unterstützende Methode, die die Einführung eines Unternehmensportals von der Planung bis zur Nutzung beglei- tet (vgl. [VlKG2005, 18]). PADEM basiert auf einem Phasenmodell, das aus den fünf Kernphasen Strategie, Analyse, Konzeption, Realisierung und Einführung besteht. Diese fünf Kernphasen sind jeweils in durchzulaufende und sich gege- benenfalls wiederholende Unteraktivitäten aufgeteilt. Abbildung 1 stellt diesen Durchlauf der einzelnen Phase dar, auf den nachfolgend näher eingegangen wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Vorgehensmodell von Fraunhofer PADEM

Quelle: [VlKG2005, 20]

Die Entwicklung der Portalstrategie steht im Mittelpunkt der Strategiephase. Hierbei steht das Finden von Optimierungspunkten im Bezug auf Organisation, Prozessen und Systemen im Vordergrund (vgl. [VlKG2005, 21]). Die Strategie- phase dient als Grundlage für die Analysephase. Zuvor gefundene potenzielle Optimierungspunkte werden hier im Hinblick auf ihr Optimierungspotential ana- lysiert (vgl. [VlKG2005, 22]). Darauf folgt die Konzeptionsphase, in der in Ab- sprache mit dem einführenden Unternehmen ein Grobkonzept erstellt wird. Da- bei werden bei PADEM Referenzmodelle genutzt, die bei der Entwicklung von speziell auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittenen Konzepten helfen sollen. Als eine mögliche Grundlage kann hierbei auch die (in Kapitel 2.2 beschriebene) PADEM-Referenzarchitektur 2.0 dienen. In dieser Phase entstehen auch die ers- ten optischen Prototypen, es wird eine Entscheidung über die zu verwendende Technologie getroffen und der Portalanbieter bzw. die Portalsoftware ausgewählt. Als Resultat eines abschließenden Feinkonzeptes steht am Ende der Konzepti- onsphase ein Pflichtenheft, das als Grundlage für die folgende Realisierungspha- se dient (vgl. [VlKG2005, 23 ff.]). In der Realisierungsphase wird das zuvor kon- zipierte Projekt umgesetzt, wobei es dabei nicht nur um die technische Imple- mentierung des Portals geht, sondern auch um ein Einführungskonzept in Ver- bindung mit dem Change Management und Schulungskonzepten, die wiederum Mitarbeiter, Organisation und Prozesse betreffen. Ein weiterer wichtiger Punkt in dieser Phase sind Tests und Zielerreichungskontrollen sowie Evaluierungen um die Qualität der Anwendung zu testen und eventuell weitere Optimierungspunkte zu finden (vgl. [VlKG2005, 25 ff.]). Die abschließende Phase bildet die Einfüh- rungsphase. Hierbei dient PADEM der Unterstützung bei der Einführung des Pro- jektes in den Betrieb sowie bei den nötigen Mitarbeiterschulungen.

Am Ende des Durchlaufs aller Phasen sollte ein durch PADEM-Unterstützung ent- standenes Unternehmensportal stehen, welches die Voraussetzungen der PADEM Portalsoftware Referenzarchitektur 2.0, die im folgenden Abschnitt behandelt wird, erfüllt.

2.2 PADEM Portalsoftware Referenzarchitektur

Die PADEM Portalsoftware Referenzarchitektur 2.0 besteht im Groben aus drei Schichten: der Präsentationsschicht, der Anwendungslogik und dem Backend (siehe Abbildung 2). Die Referenzarchitektur beschreibt, welche Komponenten in diesen Schichten vorhanden sein sollten, aber nicht zwingend vorhanden sein müssen und unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Sie dient einer transparenten Darstellung der Funktionen von Portalsoftware [VlKG2005, 14]. Die jeweiligen Komponenten und Funktionen dieser drei Schichten werden im folgenden Kapitel vorgestellt und beschrieben.

2.2.1 Präsentationsschicht

Die Präsentationsschicht übernimmt die client-seitige Präsentation des Portals auf diversen Endgeräten [VlKG2005, 16]. Auf der einen Seite sind Webbrowser, wie z.B. der Microsoft Internet Explorer oder der Mozilla Firefox, zu erwähnen. Auf der anderen Seite können aber auch WAP-Browser für mobile Endgeräte, wie z.B. Mobiltelefone oder ähnlichem, zum Einsatz kommen. In dieser Schicht wer- den jedoch auch Konzepte, wie die barrierefreie Darstellung für Menschen mit Behinderung oder andere Konzepte bezüglich der Darstellung, beschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Fraunhofer PADEM Portalsoftware Referenzarchitektur 2.0

QUELLE: [VlKG2005, 15]

1BPortal Analyse und Design Methode 7

2.2.2 Anwendungslogik

Das Kernstück der Referenzarchitektur bildet die Anwendungslogik [VlKG2005, 16]. Sie besteht aus einem Webserver, der die Bereitstellungsdienste umfasst, und der Portalsoftware, die unter Umständen einen bestimmten Application Server (AS) voraussetzt (vgl. [GuHioJ]).

Zu den im Webserver vorzufindenden Diensten gehören das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) und das World Wide Web Distributed Authoring and Versioning (WebDAV)1. Diese Dienste stellen die Schnittstelle zwischen der Portalsoftware und der Präsentationsschicht dar.

Die Portalsoftware wird im Rahmen der Anwendungslogik dieser Referenzarchitektur in vier Elemente aufgeteilt:

- Portalanwendungsvisualisierung
- individuelle Portalanwendungen
- Portalanwendungsmodule und
- Portalbasisdienste

Diese Komponenten kommunizieren jeweils über ein sog. Portal Application Pro- gramming Interface (Portal-API) und werden nachfolgend näher beschrieben.

2.2.2.1 Porta lanw endungsv isualisierung

Zum Darstellen der einzelnen Portalanwendungen - auch Portlets genannt - im HTML-Format, werden Portalvisualisierungskomponenten benötigt. Ein Portlet ist eine Webanwendung auf Basis der Java-Technologie. Das Portlet wird durch ei- nen Portlet-Container gesteuert, der die Requests bearbeitet und dynamisch den Inhalt des Portlets generiert. Portlets dienen in Portalen als Nutzerschnittstelle [AbHe2003, 13].

Die Portalvisualisierungskomponenten basieren auf verschiedenen Technologien und Standards. Zum einen ist die Portlet API nach dem Java Specification Re- quest 168 (JSR-168) zu erwähnen (siehe [AbHe2003]). Die nach dieser Spezifi- kation entwickelten Portlets sind in jeder Portalsoftware, die diese Spezifikation unterstützt, lauffähig und nutzbar. Die Spezifikation ist vor allem bei Open- Source-Portalen sehr weit verbreitet und ein Grund dafür, dass diese sehr häufig genutzt werden. Im Gegensatz dazu stehen die proprietären Technologien, die nur von einem bestimmten Anbieter genutzt werden. So heißen z.B. beim Micro- soft Sharepoint Portalserver die Portlets Webparts [LaMV2006, 357]. Zudem wird keine Unterstützung von JSR-168 angeboten, was bedeutet, dass Portlets, die nach JSR-168 entwickelt wurden, nicht in diesem Portal genutzt werden können. Andererseits sind Webparts auch nicht zu anderer Portalsoftware kompatibel.

Abschließend wäre noch der Web Services for Remote Portals2 (WSRP) Standard zu erwähnen. Er dient dazu, dynamische Inhalte von externen Portlets im eige- nen Portal einzubinden. Ein Beispiel stellt das Portlet eines Wetterdienstes dar, welches auf einem Wetterportal bereitgestellt wird und im eigenen Portal genutzt werden kann.

2.2.2.2 Individuelle Portalanwendungen

Zu den individuellen Portalanwendungen gehören spezielle, von der Portalsoft- ware angebotene Anwendungen, die nicht zu den Pflichtkomponenten gehören, aber auch selbst erstellte Anwendungen, die mit Hilfe der oben schon erwähnten Portlet API entwickelt wurden, um so eine Erweiterung des Portals um individuel- le Anwendungen zu ermöglichen. Zu diesen Erweiterungen zählen Komponenten, die nicht zwingend vorausgesetzt werden für die Nutzung eines Portals bzw. nicht zu den Portalbasisdiensten oder den Portalanwendungsmodule gehören. Diese individuellen Portalanwendungen sind weder in der Referenzarchitektur (siehe Abbildung 2) noch in der Literatur (siehe [VlKG2005]) genau definiert o- der vorgeschrieben.

2.2.2.3 Porta lanw endungsm odule

Portalanwendungsmodule sind vorgefertigte Portalanwendungen, die mit der Portalsoftware ausgeliefert werden. Häufig sind sie Bestandteil einer Produktfa- milie und stellen jedes für sich die Lösung für ein bestimmtes Problem dar [VlKG2005, 16]. Zu diesen möglichen Anwendungsmodulen gehören z.B. Shops, Communities, Collaborations, Groupware, Workflow Management oder Dokumen- tenmanagement (siehe [VlKG2005, 16 ff., 32 ff.] und Abbildung 2). Diese Modu- le stellen eine Erweiterung des Funktionsumfangs des Portals dar. Teilweise bil- den sie auch die Grundlage für bestimmte Portaltypen, so wären bei einem Un- ternehmensportal u.a. die Module Collaboration, Groupware oder Workflow Ma- nagement erforderlich.

2.2.2.4 Portalbasisdienste

Die Portalbasisdienste stellen die Grundfunktionen einer Portalsoftware, die für den regulären Betrieb des Portals benötigt werden, dar. Diese Basisdienste lassen sich grob in drei Kategorien einteilen [VlKG2005, 30 ff.].

Als erstes sind die Dienste zu nennen, die im direkten Zusammenhang mit der Präsentation stehen. Dazu zählen das Layout-, das Struktur- und das Content- management. Diese Dienste sind für die optische Aufbereitung des Portalinhalts zuständig. Das Layoutmanagement legt das Layout/Theme des Portals fest, z.B. kann das Theme eines Unternehmensportals hiermit an eine bestimmte Corpora- te Identity angepasst werden. Das Strukturmanagement beschreibt die Struktur und den inhaltlichen Aufbau des Portals, d.h. es wird festgelegt wie die einzelnen Komponenten bzw. Portlets in dem Portal angeordnet werden sollen. Das Con- tentmanagement verwaltet schließlich die individuellen Inhalte der einzelnen Portlets.

Die nächste Gruppe von Diensten bezieht sich auf die Verwaltung von benutzer- spezifischen Inhalten. Hier ist die Rechte- und Benutzerverwaltung zu nennen. Sie ermöglicht den im Portal registrierten Nutzern den allgemeinen Zugang und Nutzern mit individuellen, zusätzlichen Rechten den Zugang zu speziellen Inhal- ten. Diese Rechteverwaltung kann wiederum auch auf verschiedenen Wegen realisiert werden (z.B. gruppen- oder rollenorientiert). Ebenfalls dazu zählen Per- sonalisierungsdienste, die dem Nutzer die Möglichkeit bieten, sein Portal indivi- duell zu gestalten bzw. dem Nutzer ein Portal bieten, das auf seine Anforderun- gen hin individuell eingerichtet worden ist. Hinzu kommt ein Single Sign On (SSO) Dienst, der dazu dient, dass sich ein Nutzer einmal im Portal anmeldet und dann verschiedene Komponenten, bei denen er sich normalerweise separat einloggen müsste, sofort nutzen kann.

Die letzte Klasse der Basisdienste bezieht sich auf die Komponenten, die die Arbeitsprozesse eines Unternehmens betreffen. Dazu zählt eine Suchfunktion, welche dem Nutzer die Möglichkeit gibt, die von ihn gesuchten Inhalte, Komponenten etc. schnell und einfach zu finden. Eine weitere Komponente kann zudem ein Dienst zur unternehmensinternen Prozesssteuerung sein, d.h. es sollte ein Schnittstellendienst vorhanden sein, der den Zugriff auf unternehmensinterne Prozesse und Anwendungen ermöglich.

2.2.3 Backend

Das Backend umfasst die Dienste und Funktionen zur Datenhaltung, sowie die betrieblichen Informationssysteme. Hierzu zählen Backendsysteme, externe Da-

[...]


1 Siehe: http://www.webdav.org/specs/

2 Siehe: http://www.oasis-open.org/committees/wsrp/documents/wsrp_wp_09_22_2002.pdf

Details

Seiten
37
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638826389
ISBN (Buch)
9783638827027
Dateigröße
866 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v77704
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,0
Schlagworte
Evaluation JBoss-Portals Betriebliche Kommunikationssysteme

Autor

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