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Mobile Commerce - Analyse der Einbindung von Mobilitätsfunktionen im Electronic Commerce Business-to-Business-Bereich

Lizentiatsarbeit 2001 127 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1. Ausgangslage
1.2. Zielsetzung
1.3. Gliederung der Arbeit

2. E-Commerce Business-to-Business
2.1. Grundlagen
2.1.1. Definition
2.1.2. Abgrenzung
2.2. Angewandte Technologien
2.2.1. Electronic Data Interchange
2.2.2. Internet
2.2.3. Trends
2.3. Ausgewählte Geschäftsmodelle
2.3.1. Ausgangslage
2.3.2. Supply Chain Management
2.3.3. E-Procurment
2.3.4. Customer Relationship Management (CRM)
2.4. Electronic Commerce B-to-B im Rahmen der Mobilität
2.4.1. Mobilitätsfunktionen innerhalb von Unternehmen
2.4.2. Integrationsmodell von Mobilitätsformen in Unternehmen Auswirkungen auf organisatorischer Ebene

3. Entwicklung der Mobilkommunikation
3.1. Technische Mobilität
3.2. Abgrenzung
3.3. Zelluläre Mobilfunktechnik
3.3.1. Entstehungsgeschichte des Mobilfunks
3.3.2. Technische Grundlagen
3.3.3. Analoger Mobilfunk
3.3.4. Global System for Mobile Communications (GSM)
3.4. Mobilität aufgrund der GSM Technologie

4. Entstehung von M-Commerce
4.1. Grundlage
4.1.1. Digitale Konvergenz
4.1.2. Mobile Datenübertragung
4.1.3. Entwicklungen im IT-Bereich
4.2. Mobile Commerce
4.2.1. Definition
4.2.2. Technische Voraussetzungen
4.2.3. M-Commerce Wertkette
4.2.4. Typische Merkmale von M-Commerce
4.3. Basistechnologien für M-Commerce
4.3.1. Mobilfunk G2.5
4.3.2. Mobilfunk G3
4.3.3. Mobilfunk G4
4.4. M-Commerce Endgeräte
4.5. M-Commerce Basisdienste
4.6. Übertragungsstandards für M-Commerce Anwendungen
4.6.1. Wireless Application Protocol (WAP)
4.6.2. I-Mode
4.6.3. Ausblick
4.7. Mobile Middleware
4.8. M-Commerce Basisanwendungen
4.9. Erwartete Entwicklung von Mobile Commerce

5. M-Commerce im B-to-B-Bereich
5.1. Ausgangslage
5.2. Abgrenzung M-Commerce im B-to-B-Bereich
5.2.1. Definition
5.2.2. M-Commerce B-to-B
5.2.3. M-Commerce B-to-B im engeren Sinne
5.3. Komponenten zum Aufbau mobiler Lösungen für Anwender
5.3.1. Nutzungssituation
5.3.2. Benötigte Leistung
5.3.3. Technische Eigenschaften
5.3.4. Transaktionsmodell
5.4. Integration der Mobilität ins E-Commerce B-to-B
5.4.1. M-Commerce B-to-B im Rahmen des Integrationsmodells
5.4.2. Gründe für Investitionen in mobile Lösungen
5.4.3. Architektur
5.4.4. Umsetzen von M-Commerce Lösungen

6. Anwendungen im M-Commerce B-to-B-Bereich
6.1. Entwicklung von Anwendungen und Service
6.2. Anwendungen im M-Business Bereich
6.3. M-Commerce Anwendungen im Bereich materielle Güter
6.3.1. M-Procurement
6.3.2. M-Auktionen
6.3.3. M-SCM
6.3.4. M-CRM
6.3.5. Point-of-Sale-Handel
6.4. M-Commerce Anwendungen im Dienstleistungs-Bereich
6.4.1. M-Banking
6.4.2. M-Ticketing
6.4.3. POS-Handel mit Dienstleistungen
6.4.4. Serviceanwendungen
6.5. M-Commerce Anwendungen im Informations-Bereich
6.5.1. Informations Pull
6.5.2. Informations Push

7. Nutzenpotentiale
7.1. Methodische Grundlagen
7.2. Analyse der Nutzenpotentiale von M-Commerce Anwendungen
7.3. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Hyperlinkverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Varianten des E-Commerce B-to-B.

Abb. 2: Nahtstellen bei der Kommunikation zwischen Unternehmen

Abb. 3: Abgrenzung der Begriffe.

Abb. 4 Traditioneller Ablauf der Beschaffung.

Abb. 5: Einbindung der Mobilitätsfunktion Besuchen ins E-Commerce B-to-B.

Abb. 6: Einbindung der Mobilen Arbeit in die Organisation.

Abb. 7: Anwendungsformen des Mobilfunks.

Abb. 8: Konvergenz.

Abb. 9: M-Commerce Entwicklungsmodell.

Abb. 10: WAP-Protokoll-Architektur im Vergleich zum Internet Protokoll.

Abb. 11: Funktionsweise der WAP-Übermittlung.

Abb. 12: Erwartete Entwicklung der M-Commerce Umsätze in Europa

Abb. 13: Entwicklung der Datenübertragungstechnologie in Unternehmen.

Abb. 14: Bedingende Komponenten für mobile Transaktionen.

Abb. 15: Mobiler Mitarbeiter als direkter Leistungsempfänger.

Abb. 16: Mobiler Mitarbeiter als dierekter Leistungserbringer.

Abb. 17: Mobiler Mitarbeiter als indierekter Leistungsempfänger.

Abb. 18: Mobiler Mitarbeiter als indirekter Leistungserbringer.

Abb. 19: Einbindung aller Mobilitätsfunktionen ins E-Commerce B-to-B.

Abb. 20: Architektur zur Integration mobiler Lösungen.

Abb. 21: Beispiel für M-Procurement über WAP.

Abb. 22: Beispiel für M-CRM über WAP.

Abb. 23: Beispiel für M-Banking über WAP.

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Technologieeinsatz in den Unternehmensschnittstellen.

Tab. 2: Unterstützung der persönlichen durch die technische Mobilität.

Tab. 3: Übertragungsleistungen im Vergleich.

Tab. 4: Abbgrenzung von M-Commerce B-to-B zu B-to-C.

Tab. 5: Nutzenpotentiale von M-Commerce B-to-B Anwendungen.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1. Ausgangslage

Die Mobilkommunikation verzeichnete in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs. Dank der technischen Entwicklung im Bereich der mobilen Datenübermittlung wird erwartet, dass sich Electronic Commerce (kurz E-Commerce) zunehmend über mobile Endgeräte vollziehen wird. Während in Japan das Mobile Electronic Commerce (kurz M-Commerce) schon Realität ist, hofft man in Europa noch auf den Durchbruch. Dies ist vor allem auf den technologischen Rückstand der Mobiltechnologie Europas gegenüber Japan zurückzuführen. Trotzdem sind die Erwartungen an M-Commerce hoch. Durch die grosse Verbreitung von Mobiltelefonen in der Bevölkerung findet die Entwicklung von M-Commerce zunächst vorwiegend im Business-to-Consumer-Bereich statt. Praktisch alle M-Commerce Lösungen orientieren sich an Privatkunden[1].

Die hohe Aktualität des Themas und die Dynamik dieses Marktes bringen es mit sich, dass fast täglich neue Fakten rund um M-Commerce veröffentlicht werden. Daneben konnte jedoch kaum fundierte Literatur für den Business-to-Business Bereich gefunden werden. Zudem erwies sich die Informationsbeschaffung für diese Arbeit, wegen dem noch verhaltenen Interesse von Lösungsentwicklern am Business-to-Business-Markt als äusserst schwierig. Selbst Expertengespräche liessen auf eine abwartende Haltung der Unternehmen gegenüber M-Commerce Business-to-Business Lösungen schliessen.[2]

1.2. Zielsetzung

Diese Arbeit soll zunächst einen Einblick in die Entwicklung von M-Commerce einerseits aus der Sicht des E-Commerce Business-to-Business und andererseits aus dem Blickwinkel der Mobilkommunikation verschaffen. Neben dem Beschreiben der M-Commerce Technologie soll diese Arbeit vor allem die Mobilität von Unternehmen untersuchen und Möglichkeiten aufzeigen, diese Bedürfnisse durch den Einsatz von M-Commerce-Lösungen zu befriedigen.

Dazu sollen Massnahmen formuliert werden, um diese Technologie weitgehend ins E-Commerce System eines Unternehmens zu integrieren. Mögliche Anwendungen sollen auf ihre Eignung zur Steigerung des Unternehmensnutzens hin untersucht werden.

1.3. Gliederung der Arbeit

Die Gliederung dieser Arbeit lehnt sich an den zeitlichen Ablauf der Entwicklung im Bereich der für Unternehmen relevanten Technologien an.

Kapitel 2: E-Commerce Business-to-Business beschreibt die Entwicklung standortgebundener E-Commerce Lösungen zwischen zwei oder mehreren Unternehmen. Zusätzlich werden Mobilitätsformen innerhalb von Unternehmen definiert und diese in einem Integrationsmodell gegenübergestellt.

Kapitel 3: Entwicklung der Mobilkommunikation befasst sich mit der technischen Seite der Mobilität. In diesem Kapitel wird vor allem auf die Technologie eingegangen, die in Europa zur Verbreitung der Mobilkommunikation in der Bevölkerung geführt hat und als Grundvorausetzung für M-Commerce gilt.

Kapitel 4: Entstehung von M-Commerce beschreibt die Entstehung und die technischen Voraussetzungen für die Entwicklung von M-Commerce Lösungen.

Kapitel 5: M-Commerce im B-to-B Bereich soll Möglichkeiten für den Einsatz und die Integration der M-Commerce Technologie im Geschäftsbereich untersuchen.

Kapitel 6: M-Commerce B-to-B Anwendungen soll Anwendungsbeispiele aufführen und beschreiben.

Kapitel 7: Nutzenpotentiale soll die im Kapitel 6 formulierten Beispiele auf ihre Nutzenpotentiale für Unternehmen hin untersuchen.

2. E-Commerce Business-to-Business

2.1. Grundlagen

2.1.1. Definition

„Electronic Commerce Business-to-Business bezeichnet den Einsatz von Datenverarbeitung und Telekommunikation, um Geschäfte zwischen Unternehmen zu unterstützen - typischerweise den Austausch von Gütern und Dienstleistungen gegen Bezahlung. Eingeschlossen sind private Netzwerke (z.B. EC mittels EDI), das Internet, unternehmensinterne Netzwerke (sogenannte Intranets) sowie Internet-basierte Netzwerke mit einer begrenzten Zahl von Teilnehmern (sogenannte Extranets).

"Geschäft" umfasst dabei alle wertschöpfenden Aktivitäten beim Käufer und beim Verkäufer.“[3]

Damit sind alle geschäftlichen Transaktionen zwischen Unternehmen zu verstehen, also auch ihre Anbahnung und die Kundenbindung. Dies umfasst Prozessschritte wie z.B. Marketing, Bestellung, Auftragsabwicklung, Auslieferung, Support und Bezahlung. Im Hinblick auf geschäftliche Transaktionen geht man davon aus, dass eine finanzwirksame Transaktion in der Unternehmensschnittstelle getätigt oder durch sie initiiert wird. E-Commerce schliesst auch die elektronische Bereitstellung von Diensten und die elektronische Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen mit ein. Man unterscheidet zwischen Transaktionen über Electronic Data Interchange (EDI) oder zwischen Internet-basierten E-Commerce Transaktionen.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Varianten des E-Commerce B-to-B.[5]

Im Hinblick auf die Einbindung von mobilen Lösungen im E-Commerce Business-to-Business (B-to-B) spielt das Internet eine zentrale Rolle. Aus diesem Grund wird sich diese Arbeit in erster Linie mit dieser Technologie befassen.

2.1.2. Abgrenzung

Der Begriff E-Commerce steht für den Verkauf und die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen über Telekommunikationsnetze, insbesondere dem Internet.[6] Der Begriff E-Commerce wird meistens dafür verwendet, den Handel von Gütern und Dienstleistung zwischen Unternehmen und Privatpersonen zu beschreiben. Man spricht dabei auch von E-Commerce Business-to-Consumer (B-to-C). Diese Arbeit wird sich jedoch auf den Business-to-Business-Markt (B-to-B) konzentrieren, d.h. mit dem Handel von Gütern und Dienstleistungen zwischen Unternehmen. Im Vergleich zum E-Commerce B-to-C beträgt das Umsatzvolumen beim E-Commerce B-to-B 80%. Weitere Unterschiede gegenüber dem B-to-C-Markt sind in den Geschäftsprozessen, in der Art der kommerziellen Beziehung und in den Nahtstellen zwischen Kunde und Lieferant zu finden.[7]

- Die Geschäftsprozesse auf Kunden- bzw. Lieferantenseite:

Dabei werden Prozesse unterschieden, welche die beiden Verhandlungsparteien zum Austauschpunkt bringen, Prozesse, die es erlauben, dass die Parteien zu einer Einigung kommen und Prozesse, die zur Erfüllung der zustandegekommenen Einigung beitragen. Diese Prozesse werden für E-Commerce Business to Business vorausgesetzt.

- Die kommerzielle Beziehung zwischen Kunde und Lieferant:

Einer der wichtigsten Faktoren für den Handel über elektronische Netze ist der Aufbau von Beziehungen, insbesondere von Handelsbeziehungen. In einem kommerziellen Umfeld ist Vertrauen sehr wichtig. Die Auswahl von Geschäftspartnern stellt für eine Unternehmung einen strategischen Entscheidprozess dar, der langwierig und kostenintensiv sein kann .

- Die Nahtstelle der Anwendung:

E-Commerce B-to-B-Prozesse unterscheiden sich massgeblich durch die Art der Verteilung der Verantwortung zwischen Käufer und Verkäufer einerseits und andererseits zwischen der Interaktion zwischen Mensch und Anwendung.

Äusserst selten teilen sich Käufer und Verkäufer einen Prozess gemeinsam. Normalerweise weist ein Käufer einen Beschaffungsprozess und der Verkäufer einen Absatzprozess vor. Für eine Transaktion ist es demzufolge wichtig, dass sich diese Prozesse genügend überschneiden oder ev. einen gemeinsam definierten Prozess bilden. Abbildung 2 zeigt, die möglichen Nahtstellen von solchen Prozessen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Nahtstellen bei der Kommunikation zwischen Unternehmen.[8]

Wichtig ist zudem, dass zwischen zwei Nahtstellen die weniger flexible und weniger intelligente die Prozessbedingungen festsetzt. Jedoch müssen beide Nahtstellen dieselbe Schnittstelle und dasselbe Protokoll verwenden. Je nachdem was für eine Schnittstelle verwendet wird, kommen verschiedene Technologien zum tragen.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Technologieeinsatz in den Unternehmensschnittstellen.

2.2. Angewandte Technologien

2.2.1. Electronic Data Interchange

„Unter EDI im klassischen Sinne wird die Übertragung von Geschäftsdokumenten in einem standardisierten, vereinbarten Datenformat zwischen den DV-Anwendungen zweier Geschäftspartner verstanden. EDI erlaubt es, über ein Netzwerk automatisiert Daten zwischen DV-Anwendungen auszutauschen.“[10]

EDI über Value Added Networks (VAN’s) wird schon seit Ende der 60er Jahre für die elektronische Prozessunterstützung eingesetzt.[11] Durch die direkte Verbindung von zwei Datenverarbeitungssystemen können so Daten in einer automatisierten Form übermittelt werden. Dank der dadurch erreichten Verkürzung und der Automation von Prozessen können beträchtliche Kosten gespart und Zeit gewonnen werden. Trotz den möglichen Kostenvorteilen hat sich EDI nicht richtig durchgesetzt. Sehr hohe Investitionen erfordern ein finanzielles Engagement, das nur grosse Unternehmen aufzubringen vermögen. Viele Zulieferfirmen haben EDI nur auf Druck der Marktmacht ihrer Grosskunden eingeführt. Diese proprietären Systeme erfordern jedoch eine gemeinsame Abstimmung von den für die Datenvermittlung benötigten Standards. Das hat zur Folge, dass sich weltweit kein einheitlicher Standard durchgesetzt hat.

Die zwei meistverwendeten EDI-Standards sind in Europa UN/EDIFACT und in Nordamerika ANSI.X.12. Daneben existieren eine Vielzahl von regionalen oder branchengeprägten Standards.[12] Es ist anzunehmen, dass das herkömmliche EDI in Zukunft verschwinden wird und vollumfänglich durch WebEDI ersetzt wird.[13] Dank dem Internet haben auch KMU’s die Möglichkeit sich an EDI Lösungen anzubinden. Darüber hinaus bietet WebEDI endlich einen weltweit einheitlichen Standard und die Unterstützung von Zeichnungen und Grafiken, was mit dem herkömmlichen EDI nicht möglich war.

2.2.2. Internet

Unter dem Begriff Internet wird die Ansammlung registrierter Computernetzwerke verstanden, die auf der Basis des TCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet Protocol) miteinander kommunizieren. In einer breiteren Definition wird mit Internet das IP-Netzwerk einschliesslich aller Einrichtungen für den physikalischen Datenaustausch bezeichnet.[14]

1990 fand der erste Internet Access Provider für die kommerzielle Nutzung Anschluss ans Internet. 1994 wurden die wichtigsten Knoten von 5 amerikanischen Telefongesellschaften übernommen. Das Internet wurde als offene Plattform konzipiert, die dank standardisierten Protokollen (IP) und standardisiertem Adressensystem Universal Resource Locator (URL) ein weltweites Wachstum und eine Integration zahlreicher Privatnetze ermöglicht. Vor allem dem World Wide Web (WWW) ist der kommerzielle Durchbruch des Internets zu verdanken. In einer graphischen Oberfläche (Browser) wurden die wichtigsten Internet-Dienste integriert. Darin wird der Austausch von Text, Ton, Grafiken und Video unterstützt. Die Vorteile vom WWW sind die Einfachheit der Benutzung, der umfassende Zugriff, die Unterstützung von beinahe allen Plattformen, die Interaktivität und Interoperabilität sowie das Design (Hypertext linking und Multimediafähigkeit).[15]

Die Schnittstelle im Internet ist vielfältig nutzbar. Sie kann als Mensch-Mensch-, als Mensch-Anwendung- und als Anwendung-Anwendung-Schnittstelle benutzt werden.

E-Commerce ist somit keine Kostenfrage mehr, da die variablen Kosten für die Verbindung gleich Null sind und keine hohen Fixkosten anfallen.

Mit dem Siegeszug des Internet kann man sagen, dass im E-Commerce B-to-B ein Paradigmawechsel stattgefunden hat. Die Unternehmen sind nicht mehr, wie dies bei EDI-Lösungen der Fall ist, an Vertragspartner gebunden, sonder haben die volle Freiheit, mit Tausenden von Firmen, die ebenfalls im Internet vertreten sind, zu interagieren, ohne weitergehende Verpflichtungen eingehen zu müssen. Dieses Modell kann auch als „drive-through“-Modell bezeichnet werden.[16] Die Internet-Technologie ermöglicht die Einbindung von EDI-Lösungen und die Anknüpfung an ERP-Systeme.

2.2.3. Trends

Für die Nutzung des Internets für EDI wurde ein neuer Standard zur Übertragung von Daten zwischen zwei Geschäftsanwendungen gesucht. XML („eXtensible Markup Language“) erfüllt erstmals das Bedürfnis nach einem einheitlichen Standard und ermöglicht das nahtlose Fliessen von EDI-Nachrichten über das WWW von einem Produktivsystem in das Produktivsystem des Geschäftspartners. Dies ermöglicht einen plattform-unabhängigen Datenaustausch zwischen verschieden Applikationen. Da XML ein offenes, testbasiertes Format ist, kann es genauso wie HTML über das WWW kommuniziert werden. Spezielle Anforderungen an Hardware und Netzinfrastruktur bestehen nicht. Somit kann auch die Internet-Technologie vermehrt zur Integration von Partnerunternehmen verwendet werden.[17]

Es wird erwartet, dass XML in Zukunft eine grosse Bedeutung zukommen wird. Die Entwicklung von Anwendungen für den B-to-B-Bereich erfolgen zunehmend für die Internet-Technologie. Das gilt auch für die fortschreitende Entwicklung im mobilen Sektor. Vor allem dank der enormen Verbreitung der Mobilkommunikation innerhalb der Bevölkerung werden auch immer mehr Internet-Anwendungen auf die Bedürfnisse von Mobiltelefonbenützern angepasst. Die Mobilkommunikation erfährt momentan eine Konvergenz mit dem Internet und wird in den nächsten Jahren für mobile Lösungen im Geschäftsumfeld sorgen.[18] Ziel ist das Verschmelzen der beiden Technologien und ein nahtloser und vollwertiger mobiler Internetzugriff. Dadurch werden neue Funktionen ermöglicht und es entstehen zusätzliche E-Commerce-Nutzenpotentiale für Unternehmen.

2.3. Ausgewählte Geschäftsmodelle

2.3.1. Ausgangslage

Sich verändernde Umweltfaktoren wie weltweiter Abbau von Handelshemmnissen, vorherrschen eines Käufermarkt, zunehmende Globalisierung von Unternehmen und Dezentralisierung der Produktion, Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK-Technologie) etc. erhöhen den Druck auf die heutigen Unternehmen. Dank dem Internet hat die betriebliche Datenverarbeitung eine enorme Effizienzsteigerung erfahren. Dieses Potential wird aber durch einen dürftigen Datenaustausch zwischen Unternehmen nur wenig ausgeschöpft. In der Schweiz wird Internet hauptsächlich als Informationsmedium genutzt, dagegen ist die Nutzung in der Beschaffung noch immer zurückhaltend.[19] Immer mehr Unternehmen erkennen jedoch die strategische Bedeutung dieser neuen Technologie und investieren erhebliche Summen in internetbasierte Lösungen.

Ein grosser Teil der Unternehmen hat mit dem Einsatz des Internets erst begonnen. Wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, entwickeln sich umfassende E-Commerce Lösungen in fünf Stufen: Angefangen wird meist bei der Selbstdarstellung des Unternehmens und der Produktpräsentation. Darauf folgt die interaktive Webseite, die Transaktionsfähigkeit der Internet-Lösung, die Anbindung Externer Partner und als letzter Schritt die virtuelle Lieferkette bzw. das virtuelle Unternehmen.[20] Diese Entwicklung wird auch durch eine strategische sowie organisatorische Neuausrichtung begleitet. Dadurch entstehen zahlreiche neue Geschäftsmodelle. Eine umfassende Beschreibung aller bekannten Geschäftsmodelle würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Deshalb werden im Folgenden die wichtigsten Grundtendenzen erläutert und einige ausgewählte Modelle genauer beschrieben.

Früher dominierten vertikal integrierte Unternehmensgiganten, welche die gesamte Wertschöpfungskette unter einem Dach vereinigten. Im heutigen Informationszeitalter bestimmen die tiefen Transaktionskosten die Organisation von Unternehmen neu. Dadurch stellt sich für viele Unternehmen die Frage nach den eigentlichen Kernkompetenzen. Gemäss dem Modell der horizontalen Integration von Geschäftsbereichen lässt sich der Grossteil aller Organisationen in die Kernbereiche Innovationen, Produktion und Logistik sowie Kundengeschäft unterteilen. Durch die Möglichkeiten der IT und dank den tiefen Transaktionskosten ist ein Fremdbezug von immer komplexeren Produkten und Dienstleistungen kein Problem und vor allem keine Kostenfrage mehr.[21]

Gemäss dem Modell der virtuellen Organisation gibt es folgende drei Stadien einer Virtualisierung:

- Vernetzung im Aufgabenbereich
- Vernetzung auf Stufe Organisation
- Überbetriebliche Vernetzung

Ziel virtueller Organisationen ist es, in erster Linie durch die Aggregation von Wissen und den Aufbau von Beziehungen für den Kunden einen Mehrwert zu schaffen, der über das Produktangebot hinausgeht. Es ist nicht das Produkt an sich, das den Kern eines Angebotes ausmacht, sondern der Mehrwert eines ganzen Bündels von Produkten und Dienstleistungen. Die benötigten Güter werden in einem Verbund von unabhängigen Herstellern, die dem Kunden gegenüber als Einheit auftreten, zusammengestellt.[22]

Durch die Verwendung der Internet-Technologie zur Steuerung von Geschäftsprozessen hat sich das Management von komplexen Beziehungsnetzwerken heutzutage bedeutend vereinfacht. Abbildung 3 zeigt stark vereinfacht das Modell einer Wertkette. Dabei soll das Augenmerk auf die Funktionen Beschaffung sowie Absatz gerichtet werden. Dabei wird gezeigt, wie diese Funktionen durch E-Commerce Busisiness-Modelle unterstützt werden können. Je nach verwendetem Modell werden mehr die strategischen bzw. die operativen Aufgaben wahrgenommen. Nachfolgend werden die Modelle Supply Chain Management (SCM) für die Beschreibung der Integration von strategischen Geschäftspartnern, E-Procurement für die Beschaffung über Internet sowie Custumer Relationship Management (CRM) für den Absatz über Internet beschrieben.

Abb. 3: Abgrenzung der Begriffe.[23]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3.2. Supply Chain Management

Eine Supply Chain bzw. Lieferkette ist eine Kette von wertschöpfenden Schritten, die nach ihrer Abarbeitung dazu führen, dass der Kunden das richtige Material in der richtigen Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung hat.[24] „SCM versteht sich als eine strategische, kooperationsorientierte und unternehmensübergreifende (= integrationsorientierte) (Logistik-) Managementkonzeption, die zu einer Verbesserung der Logistikleistung auf allen Stufen der Supply Chain führt. Die Forderung nach Integration und Kooperation geht über die Logistik-Dimension (Logistik, Supply Management) hinaus. Die Steuerung aller Aktivitäten erfolgt durch die Nachfrage (=durch den Endverbraucher).“[25]

SCM entstand vor allem aus einem Bedürfnis zur Kontrolle und zum Sicherstellen der Verfügbarkeit an strategischen Produkten, auch direkte Güter oder A-Produkte genannt, heraus. Diese zeichnen sich durch eine hohe Gesamteinkaufssumme und eine hohe Kostenwirksamkeit aus. Die Beschaffung erfolgt zentral durch die Beschaffungsabteilung und bindet nur wenige, weitgehend integrierte Lieferanten. Durch Automation der Prozesse kann die benötige Bearbeitungszeit stark verkürzt und die Kosten können somit gesenkt werden.[26] Internet bietet heutzutage die ideale technische Voraussetzung für die Unterstützung eines SCM-Modells. Während früher kostspielige EDI-Lösungen benötigt wurden, wird heute zunehmend Web-EDI verwendet.[27]

2.3.3. E-Procurement

„While traditional use of information technology (IT) has been complex back-end applications supporting production-oriented procurement and supply-chains of large companies (the traditional area of EDI-systems), a recent trend in focusing on user-friendly front-end applications supporting non-production-oriented procurement by non-purchasing experts.“[28]

Wurde die Aufmerksamkeit bisher hauptsächlich auf die Beschaffung von strategischen Produkte gerichtet (vergl. SCM), wurde man sich in den letzten Jahren bewusst, dass der Einkauf nicht strategischer Produkte sehr ineffizient abgewickelt wurde. Nicht strategische Güter, auch C-Artikel, Maintain-, Repair- and Operating-Products oder Low-Impact-High-Volume-Produkte genannt, sind durch eine geringe Kostenwirksamkeit und eine geringe Gesamteinkaufsumme charakterisiert. Trotzdem vereinigen sie 80% der Bearbeitungszeit, 80% aller Lieferanten und 50% aller Bestellungen auf sich. Die Hauptgründe dafür liegen in den komplexen Abläufen bei der Beschaffung solcher Produkte und in der zentralisierten Ausrichtung der Beschaffungsprozesse. Der Reengeneering-Ansatz der Beschaffungsprozesse verfolgt das Ziel einer Optimierung der nicht strategischen Beschaffung. Die heute vorherrschenden operativen Prozesse bei Beschaffungen sollen möglichst automatisiert und dezentralisiert werden. Dabei müssen sowohl interne als auch externe Prozesse verändert werden.[29] Folgende Darstellung zeigt den traditionellen Ablauf einer Beschaffung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Traditioneller Ablauf der Beschaffung.[30]

Das Potential für eine Internetunterstützung der dargestellten Prozesse ist bei der Suche und der Auswahl von Lieferanten und bei der Bestellabwicklung am grössten.[31]

Folgende Grundtypen des internetbasierten Einkaufs können unterschieden werden:

- Sell-Side-Lösungen: eigene Internetpräsenz mit eigener Kataloglösung.
- Buy-Side-Lösungen: eigene elektronische Kataloge in welchen Daten von ausgewählten Lieferanten aufgenommen werden.
- Elektronische Marktplätze: beinhalten Kataloge verschiedener Lieferanten (Multi-Lieferanten-Kataloge) und unterstützen Bestellprozesse.
- Ausschreibung / Auktionen.[32]

2.3.4. Customer Relationship Management (CRM)

CRM entstand als Folge der Wandlung vom Verkäufer- zum Käufermarkt. Die Produkte wurden austauschbar und die Handelsbeziehungen sind folglich abgeschwächt. Mit dem Angebot von Zusatzleistung (Value-Added-Service, VAD) soll nicht bloss der Verkauf von Produkten an möglichst viele anonyme Kunden erfolgen, sondern der gezielte Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen erreicht werden. Dies erfordert jedoch die Ausrichtung der Geschäftsprozesse und der Service-Leistungen auf die Kunden und nicht auf die Produkte. Dafür ist ein effizientes Wissensmanagement ein strategisch bedeutender Erfolgsfaktor. Das Sammeln und Auswerten von Kundeninformationen, von Produktinformationen, von Informationen über Markt und Konkurrenten, von Informationen über Bestellungen und Verträge und von Informationen über Probleme und Lösungen können gemäss dem Ressource–Based–View-Ansatz als einzigartige Ressource oder auch als Kernkompetenz betrachtet werden.[33] Solche Informationen sollten jedoch prozessorientiert gesammelt werden. Ziel solcher Erhebungen ist die individuelle Anpassung von Verkaufsprozessen an die Beschaffungsprozesse des Kunden.[34]

Marketing-Prozesse richten sich an den Markt bzw. an anonyme potentielle Käufer. Verkaufsprozesse hingegen richten sich an voraussichtliche und bereits vorhandene Kunden, während der Service ausschliesslich an Kunden gerichtet ist.

Durch die Nutzung der IT und insbesondere des Internets kann somit eine One-to-One Marketing Lösung eingesetzt werden., d.h. eine Erkennung des Kunden und das Generieren eines auf ihn abgestimmten Angebotes.[35]

Folgende Infrastruktur ermöglicht ein One-to-One Marketing:

- Datenbanken: Durchführen von Analysen wie Marktsegmentierung und Erstellen von Kundenprofilen.
- Verkaufsautomation: Produktekonfigurator.
- Dokumenten Management/optisches Archiv: Produktbeschreibung, Formulare, Korrespondenz.
- Workflow Management: standartisierte und repetitive Aufgaben wie das Beschwerdenmanagement können automatisiert werden.
- Informationsaggregation: Erfahrungen gehen nicht verloren und können wieder abgerufen werden.[36]

2.4. Electronic Commerce B-to-B im Rahmen der Mobilität

2.4.1. Mobilitätsfunktionen innerhalb von Unternehmen

Die Bedürfnisse die aus der Mobilität der Nutzer von IT (Informationstechnologie) entstehen sind für die Entwicklung von mobilen Lösungen massgebend. Deshalb soll der Begriff Mobilität auf die verschiedenen Funktionen bei den Nutzern von Telekommunikation und IT hin untersucht werden. Der Mobilitätstrend setzt sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammen: Durch die Globalisierung von Unternehmen nimmt die Notwendigkeiten von Geschäftsreisen stetig zu. Ein weiterer Grund für den ansteigenden Mobilitätsbedarf ist die zunehmende Teamarbeit. Auch die Zunahme des Dienstleistungssektors ist mit verantwortlich für die steigende Mobilität von Mitarbeitern. Während die Herstellung von Gütern ortsgebunden ist, ist die Erbringung einer Dienstleistung ohne den Kunden oft nicht denkbar, was eine Erhöhung der Mobilität auf Seite des Kunden aber auch auf der Seite des Anbieters zur Folge hat.[37]

Folgende Arten der Mobilität können unterschieden werden:

Besuchen:

Besuchen bedeutet einen zeitlich beschränkten Aufenthalt mit einem darauffolgenden Ortswechsel. Das kann in Form eines Kundenbesuches, von Gastreferaten oder von Stellvertretungen geschehen. Der Besucher bringt entweder die benötigte Infrastruktur mit, oder verwendet die am Besuchsort vorhandene. Die Anwendungssituation von Geräten erfolgt meist in arbeitsfreundlicher Umgebung. Meistens stehen Räume und Tische zur Verfügung, wo man unter ähnlichen Voraussetzungen arbeiten kann wie am gewohnten Arbeitsplatz.

Reisen:

Reisen bezeichnet ein vehikelunterstützes Verschieben von einem Punkt zu einem anderen. Dies kann aktiv als Lenker eines Fahrzeugs oder passiv als Passagier geschehen. Typische Reisesituationen sind der Arbeitsweg als Pendler, Geschäftsreisen oder das Zurücklegen von Distanzen für Kundenbesuche. Passives reisen ermöglicht das Arbeiten, sofern die Umgebung dies zulässt. Zu denken sind dabei an Busfahrten, Zugfahrten oder Flugreisen. Dabei kann das Arbeiten bestenfalls im Sitzen mit Auflagefläche und Energieversorgung oder unter schwierigeren Umständen im Stehen mit nur einer verfügbaren Hand erfolgen. Beim aktiven Reisen wird die Bedienung von Arbeitsgeräten stark eingeschränkt. Einerseits werden beide Hände zum Lenken eines Fahrzeugs benötigt und anderseits kann jede Ablenkung zu gefährlichen Situationen führen.

Wandern:

Wandern ist als lokale Mobilität zu betrachten. Die wandernde Person wendet viel Zeit für die Fortbewegung zu Fuss auf. Typische Berufe wo viel Zeit mit Wandern verbracht wird sind z.B. interner Serviceangestellter für den Support von Computern, bzw. Maschinen oder Wachpersonal. Wandern erfordert einen hohen Grad persönlicher Mobilität und stellt somit die grössten Anforderungen an die Bedienbarkeit von mobilen Geräten. Die Arbeit erfolgt oft im Stehen und in Bewegung, was die Bedienung von Geräten stark beeinträchtigt. Einerseits darf die Aufmerksamkeit nicht zu stark in Anspruch genommen werden, andererseits müssen Arbeitsgeräte sehr leicht und handlich sein. Daher wird grosser Wert auf leichte tragbare Technologie gelegt.[38]

2.4.2. Integrationsmodell von Mobilitätsformen in Unternehmen

Das Internet und somit die gesamte IT im E-Commerce B-to-B Bereich wurde bisher weitgehend auf die Bedürfnisse von stationären Arbeitsplätzen ausgerichtet. Dies geschah im Hinblick auf die verfügbare Technologie. Seit den 80er Jahren wurde das Thema Mobilität immer aktueller, vorerst jedoch nur für die Übermittlung von Sprache. Entscheidend sind dabei die Entwicklung von immer kleineren Geräten, die Einführung von mobilen Kommunikationssystemen innerhalb von Unternehmen sowie deren Verfügbarkeit auf regionaler, nationaler bzw. internationaler Ebene.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Einbindung der Mobilitätsfunktion Besuchen ins E-Commerce B-to-B.

Die Abbildung 5 bringt die verschiedenen Mobilitätsformen mit der Technologie in Zusammenhang, welche die entsprechende Mobilitätsform unterstützt. Bisher wurde nur die stationäre Mobilität durch die Vernetzung von Desktop-Systemem untersucht. Die Bildung von Intra- bzw. Extranets einerseits und die Anbindung ans Internet andererseits trug zum Entstehen des Web-basierten E-Commerce B-to-B-Modells bei, das wiederum zu neuen Business-Modellen wie SCM, E-Procurement oder CRM geführt hat.

Dabei sollen für die Integration der drei Mobilitätsfunktionen ins E-Commerce B-to-B Modell zwei verschiedenen Integrationsformen unterschieden werden:

- Mit vertikaler Integration soll die Integration einer Technologie in ein Arbeitsumfeld, in diesem Fall zur Unterstützung einer bestimmten Mobilitätsform, bezeichnet werden. Dabei sollten zur Unterstützung eines bestimmten Bereiches Anwendungen entwickelt werden, die zur Verbesserung der Arbeitserbringung beitragen. Oft entstehen so jedoch Insellösungen in Form von proprietären Systemen die nur bereichsspezifisch eingesetzt werden können. Aus diesem Grund wird zusätzlich die horizontale Integration eingeführt.
- Die horizontale Integration soll dagegen Möglichkeiten eines bereichs- oder mobilitätsübergreifenden Einsatzes von Technologien beschreiben. Dies geschieht vorwiegend durch die zunehmende Standardisierung von Schnittstellen und durch die Konvergenz der verschiedenen Technologien. So sollten Technologien zur Unterstützung der verschiedenen Mobilitätsformen gegenseitig kompatibel gemacht werden mit dem Ziel, eine einheitlichen Gesamtlösung aufzubauen.

Somit werden Technologien gesucht, die jederzeit einen Verbindungsaufbau ermöglichen und universell verfügbar sind, unabhängig von Zeit, Distanz und Ort. Sie sollten eine offene Architektur aufweisen, die alle möglichen Anwendungen und Informationen unterstützt.[39] Dies beinhaltet den mobilen Zugriff aufs Internet, auf Intranets sowie Extranets um Geschäftstransaktionen und Prozesse zu optimieren.

2.4.3. Auswirkungen auf organisatorischer Ebene

Abb. 6: Einbindung der Mobilen Arbeit in die Organisation.

E-Commerce hat dank sinkenden Transaktionskosten zu einer Ablösung der starren Organisationsformen durch die virtuelle Organisationsform geführt. Durch die zunehmende Mobilität der Mitarbeiter beginnt sich das Verhältnis zwischen Unternehmen und Angestellten ebenfalls zu verändern. Mobile Mitarbeiter werden zunehmend selbständiger und flexibler. Die Folge davon könnte nach einem Aufbrechen von starren Oraganisationsformen zusätzlich eine Lockerung der starren Arbeitsverhältnisse sein. Dies hat einerseits Auswirkungen auf den Arbeitsplatz, andererseits auf das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Arbeitsplatz

Die Telearbeit soll es dem Arbeitnehmer ermöglichen, einen Grossteil der Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Diese Arbeitsform eignet sich jedoch nur für Arbeiten, die nicht teambasiert sind. Der Telearbeiter hat kein grosses Bedürfnis nach mobilen Datenkommunikationslösungen, da er seine Arbeit hauptsächlich an einem stationären Arbeitsplatz zu Hause erledigt, und nur selten seinen Büroarbeitsplatz aufsucht.

Ist die Distanz zur Zentrale zu gross, bedeutet das, dass der Arbeitnehmer seine Arbeit fix von seinem Aufenthaltsort aus erledigt. Somit spricht man von einem virtuellen Büro. Dazu werden leistungsfähige Technologien für die Datenübertragung und die Zusammenarbeit, ein effektives Training und ein zuverlässiges Leistungsmesssystem benötigt.

Von einem Hoteling spricht man, wenn man eine flexible Arbeitsplazpraxis zur Unterstützung von mobilen und Fernarbeitern einführt. Dabei werden eine bestimmte Anzahl an Büroräumen zur Verfügung gestellt, die vom Arbeitnehmer bei Bedarf übers Web oder Intranet reserviert werden kann. So kann die Arbeitseffizienz pro Büroarbeitsfläche bedeutend erhöht werden.

Beim Modell der freien Bürozuordnung, ist jeder selbst verantwortlich, einen freien Arbeitsplatz zu finden. Diese Arbeitsplatzlösung ist geeignet für sehr mobile Mitarbeitergruppen und fördert die Teamarbeit.

Beim mobilen Büro handelt es sich um ein Modell, wo höchst mobile Mitarbeiter durch die Verwendung von mobilen Datenübermittlungstechnologien ihr Büro stets dabei, bzw. immer die Möglichkeit haben, auf alle arbeitsnotwendigen Daten zugreifen zu können.[40]

Arbeitsverhältnis

Durch zunehmende Mobilität wird die Bindung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber immer loser. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass mobile Mitarbeiter einen höheren Freiheitsgrad, grössere Selbständigkeit aber auch mehr Eigenverantwortung haben. Als Folge davon wird es immer mehr Portfolio-Worker geben. Unter Protfolio-Workern sind Mitarbeiter zu verstehen, die einen festen Arbeitsplatz haben, aber ihre Arbeit und ihr Know-how nebenbei auch anderen Auftraggeber zur Verfügung stellen. Solche Portfolio-Beschäftigte können in virtuellen Unternehmen zeitlich befristete Aufträge übernehmen. Sie kennen keine feste Anstellung, sondern nur das Auftragsverhältnis und verhalten sich im Prinzip wie Freiberufler. Je weiter sich mobile technische Lösungen entwickeln, die es erlauben, mobile Mitarbeiter in unternehmenseigene Netzwerke einzubinden, umso grösser wird der Bedarf an Flexibilität am Arbeitsmarkt werden. Dieser wird sich soweit ändern, dass einer fixen Stammbelegschaft immer mehr Mitarbeiter in flexiblen Arbeitsverhältnissen gegenüberstehen werden. Aus fixen Unternehmensorganisationen werden so ablauforientierte Projektstrukturen, und der einzelne Mitarbeiter muss danach trachten, seine Kernkompetenzen zu erhalten und auszubauen.[41]

3. Entwicklung der Mobilkommunikation

3.1. Technische Mobilität

In Telekommunikations-Systemen steht Mobilität für die Beweglichkeit von Geräten und von Nutzern von Telekommunikations-Diensten.[42]

Nachdem die Mobilität von Nutzern bereits definiert wurde, wird in diesem Kapitel vorwiegend die Mobilität von Geräten behandelt.

IT und Telekommunikationsgeräte lassen sich in die Kategorien Desktop-Geräte, portable Geräte und mobile Geräte einordnen.[43]

Desktop-Geräte sind fest an einem Arbeitsplatz installiert und lassen sich bestenfalls mittels eines beweglichen Gestells verschieben. Sie erfüllen den höchsten Bedienungskomfort und können dank des verfügbaren Platzes die technischen Anforderungen in höchstem Masse erfüllen. Es sind keine Kompromisse zwischen Leistungsfähigkeit und Grösse oder Bedienbarkeit nötig. Daher gelten Desktop Geräte meist als Massstab für die technische Machbarkeit. Die Schwierigkeit besteht darin, Desktop-Anwendungen mit einer möglichst grossen Funktionalität in portable oder mobile Geräte zu integrieren, was oft aus Gründen der Leistung oder der Bedienbarkeit nicht möglich ist.

Portable Geräte gelten dank der heutigen Technologie als nahezu gleichwertig wie Desktop-Geräte. Sie sind handlich, leicht und sehr gut transportierbar. Sie sind jedoch auch nicht unbeschränkt einsetzbar: Für die Bedienung werden beide Hände benötigt, was eine Auflagefläche und meist eine Sitzangelegenheit am Arbeitsort voraussetzt. Portable Geräte haben eine beschränkte Nutzungsdauer. Der eingebaute Akku ermöglicht meist nur eine Betriebsdauer von wenigen Stunden. Der Nachteil von leistungsfähigen portablen Geräten ist der Preis. Der Anschaffungspreis beträgt etwa ein Zweifaches eines vergleichbaren Desktop-Gerätes mit vergleichbaren Leistungsmerkmalen.

Mobile Geräte vermögen den Leistungsanspruch von Desktop- oder portablen Geräten nicht zu erfüllen. Es ist jedoch auch nicht das Ziel von mobilen Geräten solch hohen Anforderungen zu genügen, da die zugrundeliegenden Nutzungssituation das Arbeiten mit komplizierten Anwendungen ohnehin nicht erlaubt.[44] Mobile Geräte sollen einen hohen Grad an Funktionalität für den Einsatz in der Wandermobilität erreichen. Durch die Erhöhung der Bedienungsfreundlichkeit und die Beschränkung auf wenige ausgewählte Anwendungen entstehen Geräte, die sehr klein, in nahezu allen Situationen einsetzbar und immer zur Hand sind. Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit drückt sich jedoch durch ein günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis aus. So sind mobile Gräte in der Anschaffung um einiges günstiger als Desktop-Geräte.[45]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Unterstützung der persönlichen durch die technische Mobilität.[46]

Wie Tabelle 2 zeigt, können durch die Verwendung von Mobilen Geräten in Unternehmen alle persönlichen Mobilitätsarten unterstützt werden. Somit wird das höchste horizontale Integrationspotential für Anwendungen erreicht.

3.2. Abgrenzung

Mobilfunk ist der Oberbegriff für drahtlose Telekommunikation im weitesten Sinne. Man unterscheidet den öffentlichen, bewegten Flugfunk-, Seefunk- und Landfunkdienst sowie zwischen analogen und digitalen Systemen. Heute gibt es eine breite Palette von Anwendungsformen des Mobilfunks. Es werden zwei Übermittlungsarten von Daten unterschieden:

- Bei der leitungsorientierten Übermittlung von Daten wird für die Gesamte Verbindungsdauer ein Kanal geschaltet. Nachteilig dabei sind die geringe Kanalauslastung und die lange Zeit für den Verbindungsaufbau.
- Bei der paketorientierten Übermittlung wird eine Nachricht beim Sender in kleine einzelne Pakete aufgeteilt und in Abhängigkeit der Netzauslastung zum Empfänger geschickt.[47]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Anwendungsformen des Mobilfunks.[48]

Dank den stark steigenden Teilnehmerzahlen hat der Mobilfunk im engeren Sinne mit dem GSM-Standard eine weltweite Verbreitung erreicht. Die Zukunft der Mobilkommunikation wird an den kommerziellen Erfolg von GSM anknüpfen und neben der Übertragung von Sprache vor allem auch die paketorientierte Übertragung von Daten unterstützen.

Dadurch wird die Zukunft des Datenfunkes ungewiss. Der Datenfunk mit den beiden Techniken Modacom von Motorola und Mobitex von Ericsson eignet sich für Anwendungen bei denen oft kleine Datenmengen übertragen werden müssen.[49]

Im Bereich des Satelittenmobilfunks existieren verschiedene Systeme. Das Global Positioning System (GPS) erlaubt eine exakte weltweite Lokalisierung des Benutzers mittels eines GPS-fähigen Endgeräts. Andere System wie IRIDIUM von Motorola, Globalstar oder das ICO-System sollen eine weltweite Übertragung von Sprache und Daten via Satellit ermöglichen.[50]

Der Paging-Dienst ermöglicht die Einwegübertragung von alphanumerischen Zeichen oder das Senden eines Signals für die Anwendung von Piepsern in Notfallsituationen.[51]

Beim Bündelfunk handelt es sich um proprietäre Lösungen der Sprach- und Datenübertragung zwischen einer Fest- und einer Mobilstation in einem räumlich begrenzen Bereich.[52]

Im Folgenden wird auf die Entwicklung von Mobilfunk im engeren Sinne eingegangen.

Unter Mobilfunk im engeren Sinne ist die Übertragung von Sprache und Daten über zelluläre Systeme zu verstehen. Zelluläre Systeme werden in folgende Kategorien unterteilt:

- Systeme der 1. Generation (G1, analoge Systeme).
- Systeme der 2. Generation (G2, digitale Systeme).
- Systeme der Generation 2.5 (G2.5, Systeme die auf einer Weiterentwicklung der G2 beruhen).
- Systeme der 3. Generation (G3, System das dank eines neuen weltweiten Stadards die mobile Übertragung von multimedialen Anwendungen ermöglichen soll).
- Systeme der 4. Generation (G4, Vernetzung aller existierenden Mobilfunksystemen).[53]

3.3. Zelluläre Mobilfunktechnik

3.3.1. Entstehungsgeschichte des Mobilfunks

1906 Erfolgte die erste Funkübertragung von menschlicher Sprache. Waren die ersten Funkgeräte noch Einweg-Geräte, wurden in den 20er Jahren schon Zweiwege-Geräte eingesetzt, die nach dem Wechselsprechverfahren funktionierten. Damit war es auch schon möglich, über Mobilfunk, mittels einer Zentrale, eine Verbindung zum Telefonfestnetz herzustellen. Kurz nach dem 2. Weltkrieg entstanden schon die ersten Ideen für ein zelluläres Netz, die aber aufgrund der fehlenden technischen Voraussetzungen nicht umgesetzt werden konnten. In den 50er und den 60er Jahren entstanden die ersten analogen Mobilfunknetze die nach dem Duplex Verfahren funktionieren (gleichzeitiger Sende- und Empfangsbetrieb). Ende der 70er Anfang der 80er Jahre wurden in der Schweiz die vorzellulären, analogen Natel (Nationales automatisches Telefonsystem) A- und B-Netze aufgebaut.[54]

3.3.2. Technische Grundlagen

Bei den vorzellularen Mobilfunksystemen wurde für die Funkübertragung das gesamte Frequenzspektrum verwendet. Das führte in den Randbereichen des Sendegebietes von zwei Basisstationen, zu Überlappungen und somit zu störenden Interferenzen. Auch war dadurch die Teilnehmerkapazität stark eingeschränkt. Bei zellulären Systemen hingegen wird die gesamte Bandbreite ein weiteres Mal in einem anderen Frequenzbereich angeboten. Jede Zelle wird von einer Funkstation abgedeckt. Mehrere Zellen sind mit einem Mobile Switching Center verbunden, das wiederum ans Festnetz angeschlossen ist. Das Mobile Switching Center übernimmt alle notwendigen Funktionen, um den Teilnehmer überall erreichen zu können solange eine Funkversorgung besteht. Funkzellen werden als wabenförmige Zellenstrukturen angesehen, wobei der Frequenzbereich auf sieben Zellen aufgeteilt wird. Diese Clusters können beliebig wiederverwendet werden. Somit ist der Aufbau landesweiter Mobilfunknetze möglich. Durch die variable Grösse der Funkzellen kann die Kapazität lokal den Teilnehmerzahlen angepasst werden. Die Zellen dürfen jedoch nicht zu klein werden, da sonst die Zahl der Hand-Overs (Wechsel zwischen zwei Zellen) zu gross wird.[55]

3.3.3. Analoger Mobilfunk

Analoge, zelluläre Netze wie das schweizerische Natel C- oder das deutsche C-Netz brachten einige Neuerungen mit sich: Dank einer Berechtigungskarte war die Rufnummer jetzt nicht mehr, wie bis anhin, einem Gerät, sondern einer Karte zugewiesen. Auch war es durch Hand-Over möglich, von einem Sendekreis in den nächsten zu wechseln ohne das Gespräch unterbrechen zu müssen. Es war erstmals möglich, landesweit unter einer einzigen Rufnummer erreichbar zu sein. Dank dem zellulären Aufbau konnten die Sendekreise beliebig klein angelegt werden, so dass sie mit einer kleineren Leistung auskamen. Das gleiche galt für die Mobilstationen (Endgeräte). Dadurch waren die Telefone wegen des geringeren Energieverbrauchs länger erreichbar. Die zelluläre Technik ermöglichte erstmals die Mobiltelefonie für breitere Bevölkerungskreise, was zu einer starken Kostensenkung führte. Der analoge Übertragungsweg erwies sich jedoch als Schwachstelle. Die Gesprächsqualität wurde durch Störeinflüsse stark vermindert, Telefone konnten relativ einfach abgehört werden und pro Frequenz war jeweils nur ein Kanal verfügbar.[56] Durch die immer grössere Nachfrage nach Mobiltelefonen wurde der Aufbau eines digitalen Netzes vorangetrieben.

3.3.4. Global System for Mobile Communications (GSM)

Ausgangslage

GSM ist der momentan weltweit am meisten verbreitete Standard digitaler zellulärer Mobilfunknetze. Er wurde 1988 durch eine Vereinbarung der staatlichen Mobilfunkbetreiber von 18 europäischen Ländern eingeführt. Unter anderem enthielt diese Vereinbarung zwei wichtige Punkte: Zum Einen die Forderung, dass pro Land mindestens zwei Betreiberlizenzen ausgestellt werden müssen und zum anderen die Auflage an die Hersteller, System und Endgeräte entsprechend den GSM-Spezifikationen zu entwickeln und die Systemschnittstellen offenzulegen. Beide Punkte waren dazu gedacht, den Wettbewerb auf der Seite der Netzbetreiber und der Infrastrukturhersteller zu fördern. Dadurch sollten durch das Aufbrechen der Monopolstellungen der staatlichen Netzbetreibern eine Senkung der Übermittlungsgebühren erreicht werden.[57] In der Schweiz wurden die drei Lizenzen jeweils von der ehemaligen Monopolistin Swisscom, von diAx und von Orange ersteigert. Um dem ständigen Preiswettbewerb entgegenzuwirken, müssen Netzbetreiber laufend neue Dienstleistungen anbieten können und so die Kundenbindung fördern.[58]

Bereits 1999 zählten die GSM-Netze weltweit 215 Millionen Benutzer, was über 50% aller Mobiltelefon-Vertäge ausmachte.[59] Heute ist es dank Roaming-Verträgen möglich, in ganz Europa problemlos mobil zu telefonieren. Es werden derzeit jeweils zwei Frequenzbänder angeboten. Das ursprüngliche Frequenzband GSM 900 das auf einer Frequenz von 900 MHz funktioniert und das PCN 1800 (Personal Communicating Network) das mit einer Frequenz von 1800 MHz arbeitet. Mit einem Triple-Band-Endgerät das den Empfang auf einem Frequenzbereich von 1900 MHz erlaubt ist es sogar möglich, mit demselben Endgerät in den USA zu telefonieren.

Jeder Frequenzbereich teilt sich in einen „downlink“ (von der Funkstation zum Endgerät) und einen „uplink“ (vom Endgerät zur Funkstation) auf. Bei GSM 900 liegen down- und uplink beispielsweise bei 935-960 MHz. bzw. 890-910 MHz. Diese Frequenzbereiche sind wiederum in 124 Kanäle à 200 kHz. unterteilt, wobei sich in jedem Kanal acht sog. „Timeslots“ befinden. In jedem dieser Zeitschlitze kann jeweils ein Gespräch stattfinden, in einem Kanal also bis zu acht gleichzeitig. GSM unterstützt eine leitungsorientierte Übermittlung von Signalen. Trotz der digitalen Übertragungstechnik war der GSM-Standard ausschliesslich für die Sprachübertragung gedacht und ausgelegt. Trotzdem ist eine Datenübertragung mit einer Geschwindigkeit von 9600 Bit/s möglich, was dank der guten Netzqualität auf 14,4 kBit/s erhöht werden konnte.[60]

3.4. Mobilität aufgrund der GSM Technologie

Die GSM-Technologie erlaubt erstmals, fast europaweit und in weiten Teilen der Erde mit einem Gerät mobil zu telefonieren und somit während der mobilen Arbeitszeit weitgehend erreichbar zu sein. Dies ermöglicht es mündliche Anweisungen und Informationen zu vermitteln. Daneben erlauben Portable Computer das Bearbeiten von Dokumenten innerhalb der Reisemobilität. Es ist jedoch nicht denkbar, mit der G2-Technologie, E-Commerce-Anwendungen für den mobilen Einsatz zu entwickeln, die Echtzeit-Transaktionen und umfassenden Zugriff aufs unternehmenseigene ERP-System erlauben soll. Die Verwendung mobiler IT erfordert immer einen Datenabgleich mit dem Back-End. Somit können Arbeiten, die einen sehr hohen Aktualitätsgrad und Echtzeitinformationen erfordern, ausschliesslich von stationären Arbeitsplätzen mittels Desktop-Systemen durchgeführt werden oder mobil mittels Sprachanweisung in Auftrag gegeben werden. Im Sinne der vertikalen Integration sollen neue Technologien im Bereich des Mobilfunks den mobilen Datenaustausch mittels mobilen Endgeräten ermöglichen.

[...]


[1] Mit sämtlichen geschlechtsspezifischen Beziehungen in dieser Arbeit sind jeweils beide Geschlechter gemeint, obwohl in allen fällen jeweils die männliche Form verwendet wird.

[2] Gespräch mit Brunner, M., Senior Consultant bei IBM, 20.10.00.

[3] Mattes (1999), S. 15.

[4] Vgl. Mattes (1999), S. 16.

[5] Mattes (1999), S. 16.

[6] Vgl. http://ec.unibe.ch/begriffe.asp, 20. 12.00.

[7] Vgl. Mathes (1999), S.2f.

[8].Barling/Stark (1998), S. 10.

[9] Vgl. Barling/Stark (1998), S. 3ff.

[10] Mattes (1999) S. 95.

[11] Vgl. Barling/Stark (1998), S. 32.

[12] Vgl. Mattes (1999), S. 100f.

[13] Vgl. Eyholzer (1999), S. 7f.

[14] Vgl. Mattes (1999), S. 90.

[15] Vgl. Griese/Sieber (1996), S. 1ff.

[16] Vgl. Mattes (1999), S. 91.

[17] Vgl. Mattes (1999), S. 104.

[18] Vgl. Österle u.a. (2000), S. 34.

[19] Vgl. Eyholzer/Hunziker (1999), S. 4.

[20] Vgl. Mattes (1999), S. 168ff.

[21] Vgl. Hagel/Singer (1999), S. 133ff.

[22] Vgl. Venkatraman/Henderson (1998), S. 33ff.

[23] Eyholzer/Hunziker (1999), S. 2.

[24] Vgl. Mattes (1999), S. 56.

[25] Kozab (2000), S.27.

[26] Vgl. Eyholzer (1999), S. 4f.

[27] Vgl. Eyholzer/Hunziker (1999), S. 16.

[28] Gebauer/Segev (2000), S.107.

[29] Vgl. Eyholzer (2000), S. 8ff.

[30] Vgl. Brenner/Wilking (1997), S.4f.

[31] Eyholzer/Hunziker (1999), S. 12ff.

[32] Vgl. Eyholzer (1999), 116 S.9ff.

[33] Vgl. Grünig/Kühn (1998), S.145ff.

[34] Vgl. Österle u.a. (2000), S. 144ff.

[35] Vgl. Mattes (1999), S. 44.

[36] Vgl. Österle u.a. (2000), S. 144ff.

[37] Vgl. Kristoffersen,/Ljungberg (1999), S. 3f.

[38] Vgl. Kristoffersen,/Ljungberg (1999), S. 2f.

[39] Vgl. Boland u.a.(1998), S. 2.

[40] Vgl. http://www.kineticworkplace.com, 02.12.00.

[41] Vgl. Überhorst u.a. (2000), S. 9.

[42] Vgl. Klussmann (1997), S. 318.

[43] Vgl. Kristoffersen/Ljungberg (1999), S.3.

[44] Vgl. Kristoffersen/Ljungberg (1999), S.7.

[45] Vgl. Kristoffersen/Ljungberg (1999), S. 5ff.

[46] Vgl. Kristoffersen/Ljungberg (1999), S. 3.

[47] Vgl. Klussmann (1997), S. 313ff.

[48] Klussmann (1997), S. 313.

[49] Vgl. http://www.dafu.de, 01.11.00.

[50] Vgl. http://www.ico.com/system/home.htm, 14.12.00.

[51] Vgl. Klussmann (1997), S. 366.

[52] Vgl. Klussmann (1997), S. 57.

[53] Vgl. Klussmann (1997), S. 313.

[54] Vgl. Klussmann (1997), S. 313ff.

[55] Vgl. Klussmann (1997), S. 542.

[56] Vgl. Schoblick/Schoblick (1997), S. 247ff.

[57] Vgl. Lobensommer (1995), S.317ff.

[58] Vgl. Müller-Veerse (1999), S. 9.

[59] Vgl. Müller-Veerse (1999), S. 19.

[60] Vgl. Brunner (2000), S. 5f.

Details

Seiten
127
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638105026
Dateigröße
910 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v777
Institution / Hochschule
Universität Bern – Informationsmanagement
Note
7
Schlagworte
Mobile Commerce Business-to-Business B2B M-Commerce Mobilitätsfunktionen

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Titel: Mobile Commerce - Analyse der Einbindung von Mobilitätsfunktionen im Electronic Commerce Business-to-Business-Bereich