Lade Inhalt...

Alkoholismus als Krankheit

Hausarbeit 2003 13 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist eigentlich Alkohol?

3. Alkoholmissbrauch und Alkoholismus

4. Wie kann es zu einer Abhängigkeit kommen?
Die Lerntheorie
Die Psychodynamische Theorie
Soziale Kulturen

5. Die verschiedenen Formen des Alkoholismus
1. Alpha – Trinker
2. Beta – Trinker
3. Gamma – Trinker
4. Delta – Trinker
5. Epsilon – Trinker

6. Die Verlaufsphasen des Alkoholismus
Die Prodromalphase
Die kritische Phase
Die chronische Phase

7. Organische Folgen des Alkoholismus:
Erkrankung der Leber:
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
Erkrankungen der oberen Verdauungswege
Erkrankungen des Magens und des Darms
Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems
Muskelerkrankungen
Knochenerkrankungen
Krebs

8. Schlussbemerkung

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

In meiner Hausarbeit zu dem Psychologieseminar „Alkoholismus: Zwischen Stimulation und Sucht“ behandle ich das Thema: „Alkoholismus als Krankheit.“

Als erstes werde ich erklären, was Alkohol eigentlich ist, um dann den Unterschied zwischen Alkoholmissbrauch und Alkoholismus zu erklären und wie es eigentlich zum Alkoholismus kommen kann.

Danach werde ich über die verschiedenen Formen des Alkoholismus schreiben und die Verlaufsphasen dieser Krankheit genauer erläutern und abschließend auch auf die organischen Schäden genauer einzugehen.

2. Was ist eigentlich Alkohol?

Der Alkohol ist eines der ältesten Rausch- und Genussmittel der Welt. So wurde er unter anderem schon bei einigen Naturvölkern als auch bei früheren Hochkulturen, wie den Römern, Griechen und Ägyptern erwähnt.

Eine Destillation wurde bereits erstmals im 11. Jahrhundert beschrieben. Jedoch begann die moderne Alkoholherstellung, wie wir sie heute kennen, erst um 1900 in Frankreich und den USA. Seitdem wurde das Verfahren der Herstellung immer wieder verbessert und verfeinert.

Es wird zwischen zwei Arten von Alkohol unterschieden. Erstens dem Industriealkohol, welcher durch Destillation, Vergärung oder synthetisch hergestellt wird. Er wird beispielsweise als Brennstoff oder Lösungsmittel genutzt. Die andere Art ist der Trinkalkohol. Dieser wird ausschließlich durch die Hefevergärung von Pflanzenteilen, Zuckern oder Stärke gewonnen.[1]

Nach einer Auflistung der Weltgesundheitsorganisation ist der Äthylalkohol wegen seines hohen Missbrauchspotentials zu den Drogen zu zählen. Unterschieden werden in dieser Auflistung 7 verschiedene Stoffgruppen, welche allesamt ein hohes Missbrauchspotential haben. Dies sind: Morphine, Barbiturate und Alkohol, Kokain, Cannabis, Amphetamine, Khat und Halluzinogene. Nach neueren Untersuchungen auch werden nun auch die sog. Schnüffelstoffe dazugezählt.[2]

Der Alkohol nimmt unter allen diesen Stoffen eine Sonderstellung ein, da er 4 Funktionen aufweist, welche alle anderen Stoffe nicht haben. Bei Feuerleich heißt es hierzu:

„Alkohol ist:

1. ein Nahrungsmittel, d. h. ein Stoff mit hohem Energiewert,
2. ein Genussmittel und als solches Bestandteil von zahlreichen allgemein üblichen und geschätzten Getränken
3. ein Rauschmittel
4. ein Gift, dessen toxische Wirkung sich bei akuter und bei chronischer Überdosierung manifestiert.“[3]

3. Alkoholmissbrauch und Alkoholismus:

Wie in Punkt 2 deutlich wurde ist Alkohol zu den Drogen zu zählen. Die Frage ist nun, wie es zu der Krankheit des Alkoholismus kommen kann? Hierzu werde ich zunächst die beiden Begriffe Missbrauch und Sucht erklären, da diese für den Unterschied zwischen Alkoholmissbrauch und Alkoholismus bedeutend sind.

Unter dem Begriff Missbrauch verstehen wir: „…den falschen Gebrauch eines Rechtes, einer Sache oder einer Person. Ein solcher falscher Gebrauch liegt dann vor, wenn das Objekt des Gebrauchs in einer ungewöhnlichen, d. h. qualitativ oder quantitativ vom Normalmaß abweichenden, meist sinnwidrigen oder gar sittenwidrigen Form benutzt wird.[4]

Im Unterschied hierzu verstehen wir unter dem Begriff „Sucht“: „einen Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, die durch den wiederholten Genuß eines natürlichen oder synthetischen Mittels hervorgerufen wird. Weitere Suchtmerkmale sind:

a) ein übermäßiger Wunsch oder Zwang, das Mittel einzunehmen und auf jede Art und Weise sich zu beschaffen,
b) eine Tendenz, die Dosis zu steigern,
c) eine psychische und im allgemeinen auch physische Abhängigkeit von der Wirkung des Mittels und
d) eine schädliche ( zerstörende ) Wirkung auf Individuum und Gesellschaft.“[5]

Der Unterschied zwischen Alkoholismus und Alkoholmissbrauch besteht also darin, dass man unter Alkoholmissbrauch einen gelegentlichen oder gehäuften, übermäßigen Genuss von Alkohol versteht, während es sich beim Alkoholismus um ein zwanghaftes Verlangen, eine „Sucht“ handelt. Alkoholismus ist somit eine Krankheit, welche durch ärztliches Eingreifen behandelt werden kann.

Alkoholmissbrauch und Alkoholismus hängen jedoch sehr eng zusammen. Oft geht der Krankheit des Alkoholismus ein übermäßiger Alkoholmissbrauch voraus, welcher sich dann schleichend zu Alkoholismus steigern kann.[6]

Um Alkoholmissbrauch und Alkoholismus noch genauer unterscheiden zu können, hat Feuerlein 1987 + 1989 fünf wichtige Kriterien für die Definition des Alkoholismus genannt, die da währen:

„1.abnormes bzw. pathologisches Trinkverhalten
2.somatische alkoholbezogene Schäden
3.psychosoziale alkoholbezogene Folgeschäden
4.Entwicklung von Toleranzsteigerung und Entzugssyndromen („körperliche Abhängigkeit“)
5.Entwicklung von „Entzugssymptomen auf der subjektiven Ebene“ (Kontrollverlust, gesteigertes Verlangen nach Alkohol, Zentrierung des Denkens und Strebens nach Alkohol („psychische Abhängigkeit“).

Nach Feuerlein kennzeichnen die ersten 3 Merkmalsbereiche einen Alkoholmißbrauch, auch der 4. Merkmalsbereich kann als Folge eines länger dauernden Alkoholmißbrauchs auftreten. Der 5. Merkmalsbereich soll Abhängigkeit im klinisch – psychiatrischen Sinn definieren.“[7]

Eine noch heute gängige Definition von Alkoholismus stammt von der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 1952. Demnach werden unter Alkoholikern: „exzessive Trinker verstanden, deren Abhängigkeit vom Alkohol einen solchen Grad erreicht hat, dass sie deutliche geistige Störungen oder Konflikte in ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit, ihren mitmenschlichen Beziehungen und ihren sozialen oder wirtschaftlichen Beziehungen aufweisen oder Prodrome einer solchen Entwicklung zeigen.“[8]

In den folgenden Jahren wurde diese Definition jedoch um eine schärfere Definition des Begriffs Abhängigkeit mit seinen körperlichen und psychischen Schäden erweitert.

Feuerlein schreibt hierzu: „Die körperliche Abhängigkeit wurde im Wesentlichen definiert durch die Entstehung von Toleranz und durch das Auftreten von Entzugssyndromen, während die physische Abhängigkeit vor allen Dingen durch Kontrollverlust und durch den Begriff der Unfähigkeit zur Abstinenz bzw. des >Trinken- Müssens< charakterisiert wurde.“[9]

[...]


[1] Vgl. Mallach, Hans Joachim u.a. Alkoholwirkung beim Menschen. Georg Thieme Verlag. Stuttgart 1987. S.1.

[2] Vgl. Feuerlein. In: Zang, Klaus. Klinische Genetik des Alkoholismus. Verlag W. Kohlhammer. Stuttgart, 1984. S. 18.

[3] Ebd. S. 18.

[4] Vgl. Herber, Friedrich. Alkohol: Prozente – Promille – Probleme. VEB Verlag Volk und Gesundheit. Berlin 1971. S. 108.

[5] Ebd. S. 109.

[6] Vgl. Ebd. S.109.

[7] Soyka, Michael. Die Alkoholkrankheit – Diagnose und Therapie. Chapman &Hall. Weinheim 1995.

S. 4.

[8] Feuerlein. In: Zang. S.17.

[9] Ebd. S. 17.

Details

Seiten
13
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638819404
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v77391
Institution / Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
2,0
Schlagworte
Alkoholismus Krankheit Zwischen Stimulation Sucht

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Alkoholismus als Krankheit