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Kommunikation nach Watzlawick. Der systemische Aspekt und der Nutzen für die Beratung

Referat (Ausarbeitung) 2007 21 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Watzlawicks Kommunikationsmodell in der Theorie

2. Fünf Axiome nach Watzlawick
Erstes Axiom: „Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren.”
Zweites Axiom: „Die Inhalts- und Beziehungsaspekte der Kommunikation“
Drittes Axiom: „Die Interpunktion von Ereignisfolgen“
Viertes Axiom: „Digitale und analoge Kommunikation“
Fünftes Axiom: „Symmetrische und komplementäre Kommunikation“
Zusammenfassung der Axiome

3. Der systemische Aspekt in Watzlawicks Kommunikationsmodell

4. Systemische Aspekte bei Watzlawick in Abgrenzung zur Systemtheorie Luhmanns

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Viele Unternehmen sind heute auf die Hilfe von Beratungs- bzw. Coachingfirmen angewiesen da sie Probleme, die während Projektarbeiten, Umstellungsprozessen oder auch nur während des Arbeitsalltages nicht alleine bewältigen können. Woran liegt das und wie kann man diese Probleme beseitigen? Um diese Frage zu beantworten muss man sich zuerst Gedanken über eine grundlegende Tatsache mache.

Da Kommunikation die Grundlage jeglicher Zusammenarbeit in Betrieben und Unternehmen ist, wird deutlich, wie wichtig es ist das diese Kommunikation problemlos verläuft. Meist sind fehlende oder mangelhafte Kommunikation und unzureichende Informationsweitergabe Auslöser für schwerwiegende Probleme innerhalb verschiedenster sozialer Systeme, gemeint sind hier auch die oben genannten Probleme.

Um diese Probleme effektiv zu beheben sollten die Ursachen beseitigt werden. Also hauptsächlich die Fehler und Mängel in der Kommunikation. Um erfolgreich die Kommunikation innerhalb verschiedener Systeme zu beheben ist es notwendig sich mit Theorien zur Kommunikation zu befassen. Eine Theorie die hier von Nutzen sein könnte ist die von Paul Watzlawick.

Paul Watzlawick schuf mit seinem Kommunikationsmodell eine äußerst interessante Theorie, deren mögliche Bedeutung für die systemische Beratung und ihre Ähnlichkeit zur Systemtheorie dieser Arbeit dargestellt werden sollen. Watzlawick und seine Mitarbeiter erkannten bei ihrer Arbeit, dass schizophrene Personen bestimmte Formen der Alltagskommunikation, welche normale Menschen davor bewahren, in eine Situation zu geraten aus der es keinen Ausweg mehr gibt, nicht leisten können.

Nimmt man nun diese Erkenntnis und überträgt sie auf Firmen, Abteilungen oder, systemtheoretisch gesprochen, soziale Systeme[1] gelangt man zu dem Gedanken das auch hier das „kurieren“ der Kommunikationsprobleme die Lösung sein könnte. Um dies dann auch erfolgreich durchzuführen, können u.a. die fünf Axiome der Kommunikation nach Watzlawick zur Hilfe genommen werden. Diese fünf Axiome, oft auch Regeln genannt, werden im Laufe dieser Arbeit auch noch näher dargestellt.

Das erste Kapitel dieser Arbeit wird sich zunächst mit einigen theoretischen Grundannahmen, auf die die Theorie aufbaut, befassen und näher erläutern. Zum einen geht es hier bei um ein spezifisches Verständnis von Kommunikation, zum anderen um die Vorstellung wie Kommunikation abläuft und wodurch ein Individuum in seinem Verhalten bzw. seiner Kommunikation beeinflusst wird. Das zweite Kapitel befasst sich dann mit einer Darstellung der 5 Axiome nach Watzlawick, welche als Grundlage für eine erfolgreiche oder einfach nur störungsfreie Kommunikation dienen sollen. Ebenso wird bei der Betrachtung dieser „Regeln“ deutlich an welchen Stellen Probleme in der Kommunikation auftreten können. Im dritten Kapitel geht es dann um die Frage nach dem systemischen Aspekt in Watzlawicks Theorie, hauptsächlich was bei ihm überhaupt die Eigenschaften eines Systems hat und ob er dies selber bei der Entwicklung seiner Theorie so gesehen hat. Das vierte Kapitel soll sich letztlich mit der Frage auseinandersetzen inwiefern Ähnlichkeiten oder Verbindungen zur Systemtheorie nach Luhmann bestehen. Da allerdings eine eingehende Betrachtung der Systemtheorie Luhmanns den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen würde, wird es hierbei hauptsächlich um die, für die systemische Beratung interessanten lebenden sozialen System gehen. Im Fazit wird dann abschließend festgestellt wo Gemeinsamkeiten oder aber Unterschiede im Bezug auf die systemischen Aspekte bestehen und ob Watzlawicks Vorstellung von Kommunikation einen Nutzen für die Beratung bringt.

1. Watzlawicks Kommunikationsmodell in der Theorie

Nachdem Paul Watzlawick, der 1921 in Österreich geboren wurde, erfolgreich Philologie und Philosophie an der Universität Venedig studierte, promovierte er zunächst 1949 im Fach Philosophie um anschließend eine Ausbildung in Psychotherapie zu absolvieren. Zusammen mit Don D. Jackson, der Watzlawick 1960 nach Palo Alto in Kalifornien holte, wo Watzlawick am „Mental Research Institute“ forschte, und J. H. Beavin entwickelte er das im folgenden beschriebene und viel beachtete Kommunikationsmodell.

Die nötigen Erkenntnisse zur Entwicklung dieses Kommunikationsmodells erhielten Watzlawick und seine Kollegen durch die Arbeit mit schizophrenen Patienten. Während der Therapie von Patientengruppen, vor allem Familien, gingen sie deren Kommunikationsstrukturen nach. Dabei stellten sie fest das Schizophrene nicht dazu in der Lage sind bestimmte Formen der Alltagskommunikation zu leisten, welche den normalen Menschen davor bewahren in ausweglose Situation zu geraten. Daraus folgerte Watzlawick, dass die Schizophrenie als eine Kommunikationsstörung verstanden werden kann, und dass in der Therapie versucht werden muss diese zu beseitigen.

Der Begriff der Kommunikation, wie Watzlawick ihn verwendet unterscheidet sich stark von dem was wir im alltäglichen Gebrauch darunter verstehen. So gehört bei Watzlawick nicht nur verbales Verhalten zur Kommunikation, „auch alle nicht verbalen Begleiterscheinungen, die sogenannte Körpersprache“ (Watzlawick, et al., 2003), sind zu beachten. Zudem „ist die die kommunikativen Abläufe mit bestimmende Rolle des Kontextes, also der «Umwelt» jeder Kommunikation, in Betracht zu ziehen. In dieser pragmatischen Sicht ist demnach nicht nur die Sprache, sondern alles Verhalten Kommunikation, und jede Kommunikation - selbst die kommunikativen Aspekte jedes Kontextes - beeinflusst das Verhalten.“ (Watzlawick, et al., 2003). Dieses Verständnis von Kommunikation führt dann auch dazu, dass bei diesem Kommunikationsmodell nicht mehr das traditionelle Verständnis von Kommunikation nach dem Muster „Sender – Zeichen – Empfänger“ maßgeblich ist, und dass das Augenmerk auf der „Sender-Empfänger-Beziehung auf der Basis der Kommunikation“ (Watzlawick, et al., 2003) liegt. Eine vereinfachte Darstellung der Kommunikation nach Watzlawick lässt sich bei Bachmair finden. Das unten dargestellte Schema macht deutlich das Kommunikator (A) und Kommunikant (B) in einer kreisförmigen Beziehungen miteinander stehen. Bei diesem Beispiel wird die Nachricht auf einem Kanal entweder verbal oder nonverbal, mündlich oder schriftlich, in Ton oder Bild, über natürliche oder technische Wege die übertragen. Im gedachten weiteren Verlauf der dargestellten Kommunikation würde A dann eine Rückmeldung an B bezüglich dessen Rückmeldung geben. Diese Rückmeldung ist dann mit der Nachricht gleichzusetzen, zumindest wenn man die Annahme verfolgt, dass diese Rückmeldung dazu führt B zu informieren. Die Frage die sich hier nun stellt lautet: Was passiert mit der Kommunikation wenn entweder schon A die Rückmeldung nicht annimmt oder B dies nicht tut? Dieser Frage widmet sich im 2. Kapitel der Arbeit das erste Axiom von Watzlawick.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um die, im folgenden Kapitel, dargestellten Axiome besser zu verstehen, sowie die mögliche Bedeutung für die Beratung erahnen zu können, ist es an dieser Stelle noch hilfeich, folgende Annahme, die dem hier bisher dargestellten Kommunikationsmodell zugrunde liegt, zu betrachten. Diese besagt, „dass die Beziehungen zwischen Menschen als Regelkreis betrachtet werden können – d.h.: das Verhalten jedes einzelnen wirkt auf die Verhaltensweisen der anderen Personen ein und wird selbst wiederum auch von den Handlungen aller anderen bedingt. Das Individuum ist also nicht aus sich allein heraus in seinen Handlungen zu verstehen, sondern seine Reaktion sind nur im Zusammenhang mit den Reaktionen der übrigen Handelnden zu begreifen“ (Bachmair, et al., 1989). Hier wird nun deutlich, dass das Verhalten des Einzelnen nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern dass auch das Verhalten bzw. die Reaktionen der Anderen, mit denen eine Person in einer Beziehung steht, von Bedeutung sind. Man kann an dieser Stellen davon ausgehen, dass es sich bei den erwähnten Beziehungen um funktionale Beziehungen handelt. In den meisten Fällen werden diese Beziehungen einer Struktur unterliegen, also auf spezielle Art und Weise organisiert und geplant sein, wie es z.B. in Firmen der Fall ist. So kann die Hierarchie in einem Unternehmen, wenn sie denn vorhanden ist, mit sehr hoher Sicherheit als Beziehungsgeflecht betrachtet werden. Wenn nun innerhalb der Firma Probleme auftreten, ist es zunächst sehr wahrscheinlich, dass diese durch Störungen innerhalb dieses Sytems von Beziehungen hervorgerufen werden.

Um zu sehen wo diese Störungen auftreten können und welche Grundsätze bei der Beseitigung dieser hilfreich sind soll nun ein Blick auf die 5 Axiome nach Watzlawick geworfen werden.

[...]


[1] Unter sozialen Systemen sollen hier jene nach Luhmann verstanden werden. Eine übersichtliche Beschreibung sozialer Systeme findet sich in Baraldi, et al., 1997 S. 195ff.

Details

Seiten
21
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638816892
ISBN (Buch)
9783638818308
Dateigröße
651 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v76486
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
Kommunikation Watzlawick Aspekt Nutzen Beratung Seminar

Autor

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Titel: Kommunikation nach Watzlawick. Der systemische Aspekt und der Nutzen für die Beratung