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Romananalyse von Terézia Moras "Alle Tage"

Seminararbeit 2005 20 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Erläuterungen zur theoretisch-methodischen Basis

Analyse der Rezension von Verena Auffermann (2004)

Analyse der Rezension von Uta Beiküfner (2004)

Vergleich der Rezensionen

Zusammenfassung

Literaturliste

Anhang Rezension von Verena Auffermann (2004)

Anhang Rezension von Uta Beiküfner (2004)

Einleitung

Gegenstand der vorliegenden Proseminararbeit ist die Analyse des Romans „Alle Tage“ von Terézia Mora. Dieses Ziel wird durch die detaillierte Betrachtung verschiedener Rezensionen und durch deren Vergleich verfolgt.

Rezensionen sind ein Medium der literaturkritischen Wertung und bieten dem Verfasser eine Möglichkeit der freien Meinungsäußerung. Sie besitzen eine hohe informative Komponente, schildern die wichtigsten Aspekte und liefern Hintergrundinformationen. Dadurch soll der potentielle Leser in der Lage sein, sich ein eigenes Bild zu machen.

Die Vielfalt an vorhandenen und relevanten Rezensionen zum behandelten Roman verleiht dieser Arbeit einen besonderen Reiz, eröffnet ein weites Spektrum und ermöglicht eine diversifizierte Auseinandersetzung mit dem Roman. An dieser Stelle muss jedoch erwähnt werden, dass die Mannigfaltigkeit zu großem Umfang und erhöhter Komplexität bei der Auswertung aller Informationen führt. Aus diesem Grund kann in dieser Arbeit nicht jede interessante Textbesprechung und nicht jedes Detail näher beleuchtet werden. Dennoch wurde das Hauptaugenmerk auf die Erstellung einer qualitativ hochwertigen und umfassenden Analyse gelegt.

Zunächst folgt eine genaue Erläuterung der theoretisch-methodischen Basis für die Untersuchungen und Vergleiche. Hier sind vor allem die Ausführungen von Anz/Baasner (vgl. 2004, 218f.) und von v. Heydebrand/Winko (vgl.1996, 111ff.) maßgebend.

Anschließend werden zwei ausgewählte und repräsentative Rezensionen nach den dargelegten Maßstäben im Detail ausgewertet. Diese Auswertungen stellen den Ausgangspunkt für weitere Betrachtungen und Vergleiche dar. Darüber hinaus werden weitere Kritiken zueinander in Relation gebracht und im Verhältnis zu den im Proseminar erarbeiteten theoretischen Positionen untersucht.

Erläuterungen zur theoretisch-methodischen Basis

Die theoretisch-methodische Basis zur Analyse der Rezensionen wurde in Anlehnung an Anz/Baasner (vgl. 2004, 218f.) gewählt.

Einleitend erfolgt eine Untersuchung der Rezensionen auf die vorhandenen typischen Bestandteile. Es wird ermittelt, wie ausführlich die einzelnen Komponenten behandelt wurden:

- Biographische Informationen,
- Informationen über und Vergleiche mit vorangegangenen Werken des Autors,
- kommentierte Informationen über bisherige Einschätzungen des Autors,
- Vergleiche mit anderen Werken,
- Auskunft über Inhalt, Thema, Form, Sprache, Intention, Aufmachung des Textes,
- Bewertung des Textes oder auch
- selbstreflexive Aussagen über die eigene Machart und Problematik

sind frei kombinierbare Bestandteile einer klassischen Rezension.

Untersucht werden ebenfalls

- der mediale Kontext[1] und die dadurch beeinflusste primäre Adressatengruppe,
- die intendierte Funktion der Kritik,
- der Stil des Textes,
- die dominanten rhetorischen Figuren und Mittel[2],
- die publizistischen Strategien der Aufmerksamkeitsbindung und
- die Beschaffenheit der wertenden Elemente.

Bei der Charakterisierung der literaturkritischen Bestandteile erfolgt eine nähere Betrachtung der Formen der Wertungen, der Art der Argumente und der zugrunde gelegten Wertmaßstäbe. Ebenfalls wird auf die Anwendung dieser Maßstäbe geachtet. Bei der Kategorisierung der Normen stellen die von v. Heydebrand/Winko (vgl. 1996, 111ff.) ausgeführten „axiologischen Werte“[3] einen Ausgangspunkt dar.

Ferner wird beachtet, ob die Rezension noch Platz für eine eigene Stellungnahme und persönliche Meinung des Lesers lässt.

Analyse der Rezension von Verena Auffermann (2004)

Verena Auffermann, die Verfasserin dieser Rezension, machte eine Buchhandelslehre und studierte Kunstgeschichte. Seitdem lebt sie als freie Kritikerin in Frankfurt am Main. Ihre Kritiken werden unter anderem in „Die Zeit“ und der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht (vgl. Seeliger 2005 und vgl. Folger 2005).

Sie schwärmt vom Werk, nennt es eine „große Leistung“ und ist der Meinung, dass sich die „exzeptionelle literarische Expedition lohnt“. Dennoch ist die grafische Gestaltung des Artikels schlicht und es wird auf eine reißerische Aufmachung, wie beispielsweise auf einen aufdringlichen und auffallenden Titel, verzichtet. Der Text ist kohärent, spannend geschrieben und der Unterhaltungswert kommt nicht zu kurz. Negative Kritik am Text findet sich schwer. Einzig die Aussage „Ein Koloss, sie hat es bewältigt.“ hat einen abwertenden Beigeschmack, der jedoch durch die Hervorhebung der Leistung der Autorin wieder relativiert wird. Durch die bereits erwähnten Aussagen über den Roman und die explizite Aufforderung „Lesen Sie selbst.“ hat diese Rezension einen leichten Werbecharakter, welcher zwar von der Überzeugtheit der Rezensentin herrühren kann, jedoch ebenso andere Gründe haben könnte. Mora und Auffermann sind sich schon mehrmals persönlich begegnet, beispielsweise dokumentiert im Rahmen des Erlanger Poetenfestes 1999 und 2004 (vgl. Fischer 1999 und vgl. Folger 2004).

Die Rezension ist in der überregionalen, deutschlandweit verbreiteten Wochenzeitung „Die Zeit“ erschienen und richtet sich vor allem an eine gebildete und einkommensstarke Leserschaft (vgl. Ruprecht 2004). Die indirekte und verschleierte Kaufempfehlung für dieses Buch stützt sich auf die Neugier, die durch die Frage „Hat der Mann, der im schwarzen Trenchcoat und umwickelten Füßen an der Kletterstange baumelt, den Sturz überlebt?“ geweckt werden soll. Da der damit hervorgerufene Wissensdurst vielleicht nicht stark genug ist, wird dem noch die Aufforderung „Lesen Sie selbst.“ nachgesetzt. Zwar würde ein Ausrufezeichen der Empfehlung noch mehr Nachdruck verleihen, wäre dann aber wohl zu fordernd. Im Übrigen gibt die Rezension einen ausgeglichenen und umfangreichen Einblick mit adäquatem Tiefgang. Sie ist informativ gestaltet und die Verfasserin hat versucht, eine objektive Darstellung zu bieten. Obwohl die Euphorie der Rezensentin über den Text deutlich zu vernehmen ist, wirkt die Textbesprechung keinesfalls diktatorisch, sondern eher dezent sachlich und somit wird dem Leser die Möglichkeit gelassen, sich ein eigenes Bild zu machen.

[...]


[1] Darunter verstehen Anz/Baasner (2004, 218) die Art des Mediums (Tageszeitung, Zeitschrift, Online-Magazin).

[2] Hier sei auf das Metzler-Literatur-Lexikon (vgl. Schweikle 1990, 390f.) verwiesen.

[3] „Der Begriff ‚axiologischer Wert’“ bezeichnet laut v. Heydebrand/Winko (1996, 40) „den Maßstab, der ein Objekt oder ein Merkmal eines Objekts als ‚wertvoll’ erscheinen lässt, es als Wert erkennbar macht.“

Details

Seiten
20
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638818711
ISBN (Buch)
9783638820400
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v76441
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
2,0
Schlagworte
Romananalyse Literarische Wertung Terézia Mora Alle Tage

Autor

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Titel: Romananalyse von Terézia Moras "Alle Tage"