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Der Zweite Punische Krieg

Examensarbeit 2007 103 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Vorgeschichte des Zweiten Punischen Kriegs
2.1 Die Kriegsfolgen des Ersten Punischen Kriegs
2.2 Der Söldneraufstand
2.3 Der Aufstieg der Barkiden in Spanien
2.4 Der Hasdrubalvertrag
2.5 Der weitere Aufstieg der Barkiden vom Hasdrubalvertrag bis zur Auseinandersetzung mit Sagunt
2.6 Der Fall Sagunt
2.7 Von der Eroberung Sagunts bis zur Kriegserklärung
2.8 Klärung der Kriegsschuldfrage

3. Der Kriegsverlauf
3.1 Vom Überschreiten des Ebros bis zu den Alpen
3.2 Die Alpenüberquerung
3.3 Italien
3.3.1 Vom Fuß der Alpen bis Cannae
3.3.2 Die Schlacht von Cannae 216
3.3.3 Karthagos Strategie nach Cannae
3.3.4 Roms Strategie nach Cannae
3.4 Die Wende des Krieges
3.4.1 Sizilien
3.4.2 Makedonien
3.4.3 Spanien
3.4.4 Italien
3.5 Verlagerung des Kriegsschauplatzes nach Afrika
3.5.1 Unternehmungen bis zur Schlacht bei Zama
3.5.2 Die Schlacht bei Zama

4. Kriegsfolgen und Konsequenzen des Zweiten Punischen Krieges

5. Ausblick

6. Literaturverzeichnis
6.1 Quellenverzeichnis
6.2 Sekundärliteratur

7. Abbildungsverzeichnis

1. Vorwort

Die vorliegende Arbeit will einen Überblick über den Zweiten Punischen Krieg geben, der von 218 bis 201 in weiten Teilen des Mittelmeerraumes herrschte.

Die Quellenlage, auf der die Darstellung des Zweiten Punischen Krieges und die vielfältige Fachliteratur basieren, spiegelt die Seite des Siegers Rom wider. Karthagische Quellen liegen heute nur noch in Form von phönikischen Inschriften und archäologischen Funden vor. Lediglich in der griechischen Geschichtsschreibung wurde Karthagos Anschauung beschrieben, jedoch ist aufgrund der schlechten Quellenlage nur noch die Möglichkeit vorhanden, dies in Polybios Werken zu suchen. Wobei auch hier wieder eine Deutung aus der Sicht des Gewinners zu verzeichnen ist.[1] Die Darstellung aus der Sicht des Gewinners wird noch durch die römischen und griechischen Klischees über die Karthager ergänzt. Seibert fasst diese wie folgt zusammen: „Punisch war in der Antike synonym für hinterlistig, treulos und vertragsbrüchig. Perfidia punica oder Poeni foedifragi waren beliebte Schlagwörter.“[2]

Zeitgenössische Geschichtswerke antiker Autoren liegen uns nicht mehr vor. Polybios ist der Geschichtsschreiber, dessen Werk uns heute noch größtenteils vorliegt und der die geringste zeitliche Distanz zum Zweiten Punischen Krieg hatte. Polybios wurde im Jahre 200 v. Chr. geboren, also bereits nachdem der Krieg beendet war. Er liefert zwar einen sehr detaillierten Überblick über die ersten Jahre, jedoch liegt das Werk ab dem Jahr 216 nur noch in Fragmenten vor. Auch Diodor verfasste sein Geschichtswerk auf Griechisch, da er im 1. Jahrhundert v. Chr. in Agyrion auf Sizilien geboren wurde. Sein Werk ist wissenschaftlich umstritten. Die einzige heute noch vollständig erhaltene Darstellung des Zweiten Punischen Krieges ist die des Livius. Er lebte ungefähr von 59 v. Chr. bis 17 n. Chr., und zwischen dem Ereignis und seiner Niederschrift liegen demnach ungefähr 200 Jahre. Livius war Römer und gilt allgemein als prorömisch. Auch Appian behandelt den Zweiten Punischen Krieg. Er lebte in Alexandrien in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Appian ist sehr prorömisch und hielt selbst das Amt des procurator inne. Cassius Dios Geschichtswerk stammt aus dem 3. Jhd n. Chr. Der zeitliche Abstand zum Ereignis ist hier zum einen sehr groß und zum anderen ist das Werk auch nur noch fragmentarisch erhalten.[3]

Zudem kann man innerhalb der Geschichtsschreibung eine Tendenz dazu entdecken, dass später datierte Werke häufig dazu neigen, Rom in ein besonders günstiges Licht zu rücken. Dies geschieht, indem die Überlieferungen aus der vorangegangenen Zeit leicht abgeändert werden und somit Karthago zum Beispiel die alleinige Kriegsschuld trägt.[4] Groag stellt dies folgendermaßen dar: „Was die römischen Historiker anlangt, so haben sich diese von ihrem Hasse gegen den Punier, der ihr Volk an den Rand des Abgrundes gebracht hatte, fast ausnahmslos nicht freimachen können.“[5]

Auffallend an dieser Thematik, die sich doch auf vor über 2000 Jahre ereignete Geschehnisse bezieht, ist die Tatsache, dass es noch immer zwei Lager in der Forschung gibt. Die eine befürwortet Karthagos und die andere Roms Seite, wobei dies dann auch meist das ganze Werk durchzieht.

Bezeichnenderweise beschreibt Livius den Zweiten Punischen Krieg als bellum maxime omnium memorabile.[6]

2. Die Vorgeschichte des Zweiten Punischen Kriegs

2.1 Die Kriegsfolgen des Ersten Punischen Kriegs

Der Erste Punische Krieg dauerte beinahe 20 Jahre an, von 264 bis 241. Nach der Beendigung waren große personelle und materielle Verluste auf beiden Seiten zu verzeichnen und es musste ein Friedensabkommen zwischen dem Sieger Rom und dem unterlegenen Karthago geschlossen werden. Dieses wurde vorerst zwischen dem römischen Konsul C. Lutatius Catulus und dem karthagischen Befehlshaber Hamilkar Barkas ausgehandelt. Der Vertrag beinhaltete die Räumung Siziliens, den Verzicht auf militärische Maßnahmen gegen Syrakus, die Freilassung römischer Kriegsgefangener und Reparationszahlungen von 2200 Silbertalenten innerhalb von 20 Jahren.[7] Ein Talent entsprach 26,2 kg Silber.[8] Jedoch wurde das Abkommen als solches in Rom nicht akzeptiert und man berief eine zehnköpfige Senatskommission ein, die die Voraussetzungen für einen zukünftigen Frieden um einiges verschärften. So musste Karthago nicht mehr nur Sizilien räumen, sondern auch alle Inseln zwischen Sizilien und Italien. Zudem wurden die Kriegszahlungen auf 3200 Silbertalente erhöht. Der Zeitraum in der die Zahlung stattfinden sollte, wurde hingegen auf 10 Jahre herabgesetzt. Zusätzlich war eine sofortige Zahlung von 1000 Talenten fällig. Mit Sizilien hatte Karthago eine wichtige Ressourcenquelle verloren.[9] Der endgültige Friedensvertrag wird auch oft Lutatiusvertrag genannt, da der römische Konsul maßgeblich daran beteiligt war.[10] Der Wortlaut des Vertrages ist nicht erhalten geblieben.

2.2 Der Söldneraufstand

Nach dem Ersten Punischen Krieg 241 hatte Karthago Probleme, seine Söldner zu bezahlen, was dazu führte, dass es zu Söldneraufständen in Nordafrika aber auch auf Sardinien kam. Diese Aufstände weiteten sich auf die libyschen und phoinikischen Untertanen beziehungsweise Untertanenstände und sogar auf Utica, einen eigentlich Verbündeten Karthagos, aus. Zwar konnte Hamilkar Barkas die Aufstände in Nordafrika niederschlagen, jedoch verhielt es sich mit dem Nebenschauplatz Sardinien anders. Karthago wandte sich 238 an Rom und bat um Hilfe, als es dem sardinischen Söldneraufstand nicht Herr wurde und ihn durch militärische Gewalt beenden wollte. Rom antwortete jedoch, dass es die Kriegsvorbereitung nicht gegen die Söldner, sondern gegen sich selbst sah. Sollte Karthago an den Vorbereitungen festhalten, würde Rom in diesem Fall den Krieg erklären. Da Karthago in keiner Weise fähig gewesen wäre, einen erneuten Krieg gegen Rom zu führen, mussten sie Sardinien Rom überlassen und außerdem eine zusätzliche Geldsumme von 1200 Silbertalente an Rom abgeben. In diesem Zug fiel nicht nur Sardinien sondern auch Korsika an Rom. Zwar stand es nicht im gleichen Maß wie Sardinien unter dem Einfluss Karthagos, jedoch befand es sich im karthagischen Herrschaftsgebiet.[11] Polybios betonte schon zu seiner Zeit das Ausmaß dieses unrechten Vorgehens:

„While therefore we find that the crossing of the Romans to Sicily was not contrary to treaty, for the second war, that in which they made the treaty about Sardinia, it is impossible to discover any reasonable pretext or cause. In this case everyone would agree that the Carthaginians, contrary to all justice, and merely because the occassion permitted it, were forced to evacuate Sardinia and pay the additional sum I mentioned.[12]

Auch Werner Huss betont: „Selten hat Rom derart sein räuberisches Gesicht gezeigt wie bei der Annexion Sardiniens.“[13] Alfred Heuß stellt die daraus resultierenden Konsequenzen für Karthago dar, nämlich dass Karthago mit dem Verlust der beiden Inseln Sardinien und Korsika die Basis seines Machtbereiches verloren hatte. Diese Basis besaß Karthago schon über Jahrhunderte hinweg und sie beruhte auf dessen Hegemonie zur See im westlichen Mittelmeerraum.[14]

Warum die Römer bei diesem Ereignis mit einer solchen Vehemenz vorgegangen sind, kann man nicht genau erklären. Neuere Forschungen betonen häufig die strategisch günstige Lage innerhalb des Mittelmeerraums oder den voranschreitenden Expansionsdrang Roms. Fakt ist jedoch, dass die Römer die Insel nicht erwähnten, als der Friedensvertrag 241 ausgehandelt wurde und bereits zu diesem Zeitpunkt die strategische Lage klar war. Zudem hat sich die Außenpolitik der Römer in dieser Zeit nicht bedeutend geändert, wodurch eine neue Expansionspolitik zu erklären gewesen wäre. Es scheint mehr, als ob man durch die Übernahme der Insel und die fällige Geldsumme Karthago schwächen wollte, was besonders dadurch deutlich wird, dass der Betrag als Ganzes bezahlt werden musste.[15]

2.3 Der Aufstieg der Barkiden in Spanien

Der Familienname der Barkiden geht auf Hamilkar Barkas zurück. Diesem wurde sein Beiname Barkas, was für Blitz steht, von den Römern während des Ersten Punischen Krieges verliehen. Sie waren ein Teil des phönizischen Adels, der Karthago gründete. Die Barkiden machten sich einen Namen sowohl als Handels- wie auch als Schiffsherren. Viele von ihnen hatten auch einen Großgrundbesitz im tunesischen und ostalgerischen Hinterland.[16] Die städtische aristokratische Oberschicht bestimmte die inneren Angelegenheiten Karthagos. Zu diesem kleinen Teil der Bevölkerung zählten auch die Barkiden und nach und nach setzte sich auch eine Vorherrschaft dieser Aristokratie in der Außenpolitik durch. Hierdurch lag dann die gesamte Politik in der Hand der Aristokratie, die alle bedeutenden Ämter ausführte und alle Institutionen vertrat. Die karthagische Staatsform ist somit mit der römischen vergleichbar.[17]

Hamilkar hatte sich im Ersten Punischen Krieg einen Namen als erfolgreichster Befehlshaber über seine Truppen gemacht. Er wurde in keiner Schlacht geschlagen und mit der Aushandlung des Lutatiusfriedens im Jahr 241 betraut. Nach der Niederlage im Ersten Punischen Krieg und dem Verlust der drei großen Mittelmeerinseln Sizilien, Sardinien und Korsika wurde Hamilkar Barkas von den Karthagern zum alleinigen Oberbefehlshaber ernannt. Das Amt des Strategos war das höchste Militäramt Karthagos und es enthielt die Befähigung zum Kommando über die Truppen und die Verfügung über ansehnliche Hilfsmittel. Hamilkar wurde zudem damit betraut, auf der Iberischen Halbinsel einen neuen Machtbereich zu schaffen, indem an verbliebenen Stützpunkten aus der karthagischen Kolonialzeit, wie zum Beispiel Gades, angeknüpft werden sollte.[18] 237 brach Hamilkar zu dieser Expedition nach Spanien auf. Aus seinem engeren Familienkreis begleiteten ihn sein Schwiegersohn Hasdrubal und sein damals neunjähriger Sohn Hannibal, der älteste seiner drei Söhne.[19]

Die nachfolgende Karte soll Spanien und dessen Ressourcen aufzeigen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Iberische Halbinsel zur Zeit der Barkiden

Noch vor der Abreise soll Hannibal seinem Vater einen Schwur geleistet haben. Über Hamilkars Verhalten wird folgendes berichtet: „[...] his father took him by the hand, led him up to the altar, and bade him lay his hand on the victim and swear never to bet he friend of the Romans.”[20] Auch Livius berichtet von einem solchen Schwur. Bei ihm fällt dieser stärker aus: „Fama est etiam Hannibalem annorum ferme novem, pueriliter blandientem patri Hamilcari, ut duceretur in Hispaniam, cum perfecto Africo bello exercitum eo traiecturus sacrificaret, altaribus admotum tactis sacris iure iurando adactum se, cum primum posset, hostem fore populo Romano.“[21] Hier ist also nicht mehr nur die Rede davon, kein Freund der Römer zu sein – wobei durchaus ein neutrales Verhältnis denkbar wäre - sondern Hannibal soll sobald wie möglich als Feind auftreten. An dieser Stelle soll lediglich auf den Schwur hingewiesen werden. Eine genauere Betrachtung der beiden Überlieferungen soll zusammen mit der Klärung der Kriegsschuldfrage in Punkt 2.8 erfolgen.

So brachen 237 Hamilkar, Hasdrubal und Hannibal und die zugeteilten Truppen auf. Karthagos Flotte wurde im Ersten Punischen Krieg weitgehend zerstört und aus Angst vor einer erneuten Auseinandersetzung mit Rom riskierte man nicht, sie wieder aufzubauen. Aufgrund dessen musste Hamilkar mit seinen Truppen von Karthago an den Küsten Nordafrikas entlang bis zur Straße von Gibraltar marschieren.[22] 236 kam Hamilkar mit seinen Truppen in der südspanischen, phönikischen Stadt Gades an, die wie erwähnt bereits in Karthagos Hand war. Ab diesem Zeitpunkt begann Hamilkar mit seinem Heer, das hauptsächlich aus libyschen Söldnern und numidischen Reitern bestand, durch Eroberungen die bereits vorhandenen Territorien in Südspanien stark zu erweitern.[23]

Die neu eroberten Gebiete sollten die durch den Ersten Punischen Krieg verlorenen Ressourcen zu den Gunsten der Karthager ersetzen und vor allem sollten sie dazu dienen, die Reparationskosten an Rom bezahlen zu können. Die Iberische Halbinsel hatte einen großen Holzbestand und Metalle wie Silber, Kupfer und Zinn.[24] Nach dieser ersten Eroberungswelle gründete Hamilkar in den neu gewonnenen Gebieten die Stadt Akra Leuke, die als Zentrum für Militär und Verwaltung fungieren sollte.[25] Bei Cassius Dio findet sich der Verweis auf eine römische Gesandtschaft nach Spanien im Jahr 231. Nach ihm wollten sie sich einen Überblick über die Situation in Spanien verschafften und vor allem über Hamilkars Fortschritte dort. Die Römer selbst hatten laut Cassius Dio aber zu diesem Zeitpunkt noch kein Interesse an Spanien. Hamilkar soll ihnen zufrieden stellende Auskünfte gegeben haben und aufgeführt haben, dass die Karthager die Mittel zur Zahlung der Reparationskosten an Rom benötigte. Die römischen Gesandten sollen sich mit der Auskunft zufriedengegeben haben.[26] Huss zweifelt zwar nicht daran, dass eine Gesandtschaft nach Spanien kam, jedoch an der angeblichen Aussage Hamilkars. Seiner Meinung nach hätte Rom diese Erklärung in Frage gestellt, da der letzte von zehn Teilen der Reparationszahlung aus dem Ersten Punischen Krieg im Jahr 231 fällig war – das gleiche Jahr in dem auch die Gesandtschaft kam.[27] John Rich zweifelt die Gesandtschaft selbst an und beruft sich dabei auf Polybios.[28] Dieser erwähnt nämlich ein erstes römisches Einmischen in die Geschehnisse auf der Iberischen Halbinsel bei der Überlieferung des zeitlich später zu datierenden Ebrovertrages.[29]

Walter Otto stellt heraus, dass die Gesandtschaft zumindest ein Indiz dafür ist, dass sich die Römer zunehmend auch für den westlichen Mittelmeerraum interessierten.[30]

Im Laufe der Zeit erlangte Karthago somit wieder Macht und Reichtum. Im Winter 229/228 starb Hamilkar bei der Belagerung von Helike.[31] Ob er in einer offenen Schlacht fiel oder bei einer Flussüberquerung, nachdem er in eine Falle gelockt worden war, ist nicht gesichert.[32] Pedro Barceló beschreibt das Wirken der Barkiden unter Hamilkar als Werk, welches zum einen die Herrschaft über das Hinterland der noch bestehenden alten Niederlassungen der Phöniker inne hatte und zum anderen die Edelmetallförderung im östlichen Bergland Andalusiens und der damit verbundene Handel.[33]

Hamilkars Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Hasdrubal, der in Leuke Akra zum Strategos der Truppen gewählt worden war und anschließend die Bestätigung Karthagos erhielt. Sein erstes militärisches Vorgehen stellte einen Rachezug gegen alle die an dem Komplott gegen Hamilkar beteiligt waren dar. Insgesamt waren dies zwölf Stämme und Hasdrubal stufte die in den Gebieten vorhandenen Städte auf tributpflichtige Städte ab, was dazu führte, dass sich viele iberische Stämme aus Angst vor Karthago sich diesem unterstellten.[34] Anschließend setzte Hasdrubal die territoriale Expansion Hamilkars zwar fort, jedoch versuchte er im Gegensatz zu Hamilkar nach seinen ersten militärischen Akten zukünftig seine Ziele vorwiegend durch Diplomatie zu erreichen. Dies zeigt sich an seiner Hochzeit mit einer iberischen Prinzessin.[35] Hasdrubal konnte diplomatischer handeln, da die Karthager zu seiner Amtszeit auf der Iberischen Halbinsel bereits eine gefestigtere Stellung besaßen.[36] Hermann Bengtson betont sogar, dass sich unter Hasdrubal „eine Art Hausmacht der Barkiden“ in Spanien bildete.[37] Bei den Iberern stieg er durch die Heirat mit der iberischen Prinzessin sehr in seinem Einfluss. Die Fürsten luden ihn zu sich ein und die Stimmberechtigten der Iberer-Stämme der Iberer wählten ihn zum Oberbefehlshaber der iberischen Truppen.[38] Hasdrubal hatte eine herrschaftliche Stellung in Spanien erlangt und prägte sogar Münzen mit seinem eigenen Abbild.[39] Hasdrubals Diplomatie beinhaltete auch die Vermählung iberischer Häuptlinge mit Karthagerinnen oder auch andere taktische Vorgehensweisen, die alle den Sinn hatten, bei den betreffenden Personen das Interesse Karthagos zu verankern. Durch diese positiven Verbindungen zur einheimischen Bevölkerung entstand für Karthago ein großer Absatzmarkt für ihre Produkte - unter anderem aus dem Ackerbau und durch ihre Minen und Gruben. Eine weitere Einnahmequelle für Karthago stellten die in Abhängigkeit geratenen Gemeinden dar, welche Hasdrubal einen Zins zahlen mussten. Hasdrubal gründete außerdem das neue Zentrum der Iberischen Halbinsel Neukarthago, welches auch unter den Namen Carthago Nova und Cartagena bekannt ist. Grund für eine neue Zentrale waren vor allem Umweltfaktoren, da die Lokalität die Möglichkeit eines Hafens bot und somit einen engeren Kontakt zu Karthago.[40] In der Nähe Neukarthagos gab es Silberminen und vom neuen Hafen aus konnte man Karthago schneller ansteuern als von den anderen karthagischen Anlagestellen in Spanien, wie zum Beispiel von Gades. Zudem stand Neukarthago auch für Karthagos neue Macht auf der Iberischen Halbinsel und hatte damit auch einen symbolischen Wert.[41]

Zu dieser Zeit diente die Iberische Halbinsel aber nicht nur ökonomischen, sondern auch militärischen Interessen. Hasdrubal schuf dort ein neues Heer, welches er auch ausbildete. Dazu dienten ihm Einberufungen der Männer, die in den von Karthago eroberten Gebieten sesshaft waren und man integrierte sie einfach in das bereits bestehende Heer. Zusätzlich gab es einen Zufluss von Männern aus bereits abhängigen Gebieten sowie von Söldnern. Finanziert wurde dieses Heer durch die Einnahmen des Handels aus Spanien. Jedoch wurde nicht das ganze Geld dafür benötigt, so dass immer ein Teil nach Karthago geschickt wurde.[42]

2.4 Der Hasdrubalvertrag

Im Zeitrahmen vom Herbst 226 bis zum Frühling 225 wurde eine Gesandtschaft vom römischen Senat zu Hasdrubal nach Spanien geschickt. Ihre Aufgabe war es, mit dem Karthager einen Vertrag abzuschließen. Dieser soll im Folgenden wie bei Barceló Hasdrubalvertrag und nicht Ebrovertrag genannt werden.[43] In Anlehnung an den Lutatiusvertrag, der auch nach einem der Vertragspartner genannt wurde, ist es zum einen durchaus akzeptabel und außerdem bietet es auch einen inhaltlichen Vorteil, der an späterer Stelle begründet werden soll. Polybios schreibt bezüglich des Vertrags:

„The Romans, seeing that Hasdrubal was in a fair way to create a larger and more formidable empire than Carthage formerly possessed, resolved to begin to occupy themselves with Spanish affairs. Finding that they had hitherto been asleep and had allowed Carthage to build up a powerful dominion, they tried, as far as possible, to make up for lost time. For the present they did not venture to impose orders on Carthage, or to go to war with her, because the threat of a Celtic invasion was hanging over them, the attack being indeed expected from day to day. They decided, then, to smooth down and conciliate Hasdrubal in the first place, and then to attack the Celts and decide the issue by arms, for they thought that as long as they had these Celts threatening their frontier, not only would they never be masters of Italy, but they would not even be safe in Rome itself. Accordingly, after having sent envoys to Hasdrubal and made a treaty, in which no mention was made of the rest of Spain, but the Carthaginians engaged not to cross the Ebro in arms, they at once entered o the struggle against the Italian Celts.”[44]

Der genaue Wortlaut dieses Vertrages ist nirgends niedergeschrieben. Die inhaltliche Wiedergabe weicht aber innerhalb der Geschichtsschreibung voneinander ab. So schreibt Livius: „Cum hoc Hasdrubale, quia mirae artis in sollicitandis gentibus imperioque suo iungendis fuerat, foedus renovaverat populus Romanus, ut finis utriusque imperii esset amnis Hiberus Saguntinisque mediis inter imperia duorum populorum libertas servaretur.[45]

Beide Überlieferungen nennen den Hiberus (Ιβηρ) als Grenze für die karthagische Expansion. Polybios nennt hierfür das Interesse Roms, die Karthager von ihren Feinden, den Kelten, fernzuhalten, damit diese sich nicht mit ihnen im bevorstehenden Krieg verbünden könnten. Livius nennt keinen genaueren Grund.

Für viele Autoren ist Polybios Aussage glaubhaft, da tatsächlich ein Krieg mit den Kelten bevorstand. Beide Geschichtsschreiber nennen auch als Vertragspartner Roms Hasdrubal, was die Sonderposition der Barkiden in Spanien zeigt, da die Vertragspartner eben nicht die beiden Städte Rom und Karthago waren. Die inhaltliche Unterscheidung bei Livius und Polybios bezieht sich auf die Stadt Sagunt und wird an späterer Stelle von großer Bedeutung sein. Livius spricht von einer vertraglichen Vereinbarung Karthagos, sich von Sagunt fernzuhalten; bei Polybios wird die Stadt dagegen nicht erwähnt.

In Polybios Darstellung heißt es, dass Hasdrubal mit Samthandschuhen angefasst werden sollte. Fraglich ist, was damit genau gemeint war, da in der Überlieferung lediglich eine Einschränkung des karthagischen Machteinflusses festgehalten wurde. Da es keine Überlieferung des genauen Wortlautes des Vertrages gibt, stellen viele Historiker die Frage, was an dieser einseitigen Verpflichtung die sanfte Methode wäre. So geht Edmund Groag davon aus, dass der Vertrag unvollständig sein muss. Dies begründet er damit, dass Polybios zwar berichtet, dass die Römer es nicht wagten, Forderungen an Hasdrubal zu stellen; aber auf der anderen Seite ist die einzige Übermittlung des Inhalts eben eine solche Einschränkung. Für ihn ist das nach damaligen Diplomatiebräuchen nicht denkbar. Dies begründet Groag damit, dass Karthago im Jahr 226 die günstigere Ausgangssituation hatte, da es sicher über den bevorstehenden Keltenkrieg unterrichtet war. Wäre also ein solcher Vertrag mit nur einem bindenden Vertragspunkt für nur einen Vertragspartner zustande gekommen, wäre er nach Groag einzigartig in der Geschichte. Zudem führt er auf, dass ein solcher Vertrag bei dieser Ausgangslage allein wegen Hasdrubals gerühmter diplomatischer Künste stutzig macht.[46]

Auch für Otto ist ein derartig einseitiger Vertrag als ein Freundschaftsabkommen sehr unwahrscheinlich, vor allem wenn man Hasdrubals Verhandlungsgeschick bedenkt, welches bereits in Punkt 2.3 zum Ausdruck kam. Er behauptet, dass auch Verpflichtungen auf Seiten Roms enthalten gewesen sein müssen. Ottos Behauptung geht sogar noch weiter: Da der Hiberus die einzig genannte Vereinbarung ist, geht er davon aus, dass sich auch Roms Pflichten auf diese Grenzlinie beziehen. Rom hätte demnach den Fluss von Norden aus nicht mit militärischen Absichten überqueren dürfen.[47] Dafür wurde folgende Textstelle bei Polybios sprechen: „For the Romans, who had never before dared to cross the Ebro, but had been content with the friendship and alliance of the peoples on its north bank, now crossed it, and for the first time ventured to aim at acquiring dominion on the other side [...].“[48] Auch andere Autoren wie zum Beispiel Brian H. Warmington fragen, ob es dafür eine Gegenleistung gegeben hat.[49]

Auf der anderen Seite stellt der Vertrag die Anerkennung der karthagischen Interessensphäre im Süden des Hiberus durch Rom dar. Bengtson sieht in dem Vertrag eine Errungenschaft Hasdrubals. Die Grenze des Hiberus ließ Hasdrubal noch genügend Platz zur Expansion, da die Karthager zu dieser Zeit noch nicht so weit vorgerückt waren.[50] Für Rich ist es sogar undenkbar, dass im Vertrag auch ein Verbot Roms, den Hiberus nicht zu überqueren, vorhanden gewesen sein soll. Dies begründet er damit, dass Polybios in seiner Überlieferung an dieser Stelle glaubhaft ist, da dieser auch nicht wie Livius den Schutz Sagunts hinzugefügt hat, um die Kriegsschuld den Karthagern zuzuschieben. Ausschlaggebender ist für ihn aber, dass Roms Expansion zu dieser Zeit erst bis Norditalien fortgeschritten war und es somit keinen Sinn gemacht hätte, den Römern den Hiberus als Grenze zu setzen.[51] Was Rich im Gegensatz zu den anderen Autoren fraglich findet, ist das Interesse, das die Römer an einem solchen Vertrag gehabt haben könnten. Die gängige Meinung vieler Autoren ist, dass die Römer die Karthager von den Kelten abschirmen wollten, damit diese sich nicht gegen sie verbündeten. Rich legt dar, dass die zitierte Textstelle bei Polybios, welche sich auf den Hasdrubalvertrag bezieht, dies in keiner Weise so benennt. Für ihn werden hier zwei verschiedene Ereignisse ausgeführt. Einmal, dass Karthago sich einen eindrucksvollen Machtbereich geschaffen hat und zum anderen, dass Rom sich mit der Keltengefahr auseinander setzen wollte. Rich erklärt diese Behauptung damit, dass es sich im Falle einer Verstärkung der Kelten durch Hasdrubal, um eine offenkundige Kriegshandlung gehandelt hätte und in diesem Falle ihn kaum ein Vertrag hätte binden können. Er sieht Roms Sorge nicht in einer Verbündung mit den Kelten, sondern im wachsenden Einflussbereich Karthagos in Spanien, was er unter anderem mit der Gründung Neukarthagos als Militär- und Marinestützpunkt sieht. Der Hasdrubalvertrag sollte aber nach Rich nicht den Machteinfluss Karthagos südlich des Hiberus begrenzen, sondern vielmehr eine weitere Expansion Richtung Italien vermeiden. Immerhin hatten die Römer vor, in unmittelbarer Zeit einen Krieg mit den Kelten zu beginnen. Im Falle eines Sieges würden sie danach selbst in diese Richtung expandieren und eine karthagische Ausdehnung in die gleiche Richtung würde eine unmittelbare Bedrohung darstellen. Rich stellt heraus, dass es den Römern somit um ein längerfristiges Ziel ging und nicht um das kurzfristige einer möglichen Verbündung.[52] Eugen Täubler dagegen sieht in dem Vertrag kein längerfristiges Anliegen. Da der Vertrag für keine Seite eine befriedigende dauerhafte Situation bot, geht er davon aus, dass der Vertrag auch von beiden Seiten aus keine andauernde Bedeutung haben sollte. Für beide Seiten waren Konflikte beim Eingriff in die Interessensphäre entsprechend nördlich oder südlich des Hiberus vorprogrammiert. Für Täubler stellt der Vertrag eine Notlösung dar, was auch aus der Abschlussform ersichtlich wird, die nur für einen aktuellen Zweck dienlich war.[53]

Barceló fasst den Sinn des Vertrages zusammen: „Die Hauptintention orientierte sich bei Abschluß des Vertrages an der Genese der in Hispanien mittlerweile erreichten Machtposition, die eine Konsequenz aus einer Reihe von Erfolgen und Rückschlägen gewesen war und deren Fragilität Hasdrubal nicht entging.“[54]

Ebenso ungeklärt ist, ob es sich beim Hasdrubalvertrag um einen so genannten Feldherrenvertrag handelte. Rom hat nach der antiken Überlieferung den Vertrag mit Hasdrubal abgeschlossen. Ob auch Karthago den Vertrag ratifiziert hat, ist unklar. Diese strittige Frage hat aber zu diesem Zeitpunkt noch keine Bedeutung für die weitere Schilderung und soll deshalb erst im Rahmen der Kriegsschuldfrage behandelt werden.

2.5 Der weitere Aufstieg der Barkiden vom Hasdrubalvertrag bis zur Auseinandersetzung mit Sagunt

Nach der Ermordung Hasdrubals durch einen keltischen Sklaven im Herbst 221 trat Hannibal an dessen Stelle.[55] Hannibal soll im Jahre 247 geboren sein, wodurch er bei seinem Amtsantritt dementsprechend 25 oder 26 Jahre alt gewesen wäre.[56] Hannibal wurde von den Truppen zum neuen Strategos gewählt. Die karthagische Regierung war mit dieser Entscheidung nicht zufrieden, da viele gegen die aufgestiegenen Barkiden eingestellt waren. An der Entscheidung selbst konnten sie aber nichts ändern.[57] Bei Livius findet sich eine Charakterisierung Hannibals, die sehr positiv ausfällt. So wurde Hannibal vom karthagischen Heer sehr geschätzt, da er zum einen ein hervorragender Soldat war und zum anderen gliederte er sich vollends in sein Heer ein, was man daran merkte, dass er unter anderem selbst das Nachtlager mit den untergebenen Soldaten teilte. Livius lobt ausführlich Hannibals Stärken, setzt ihnen aber auch die für die Karthager typischen Attribute wie Treulosigkeit und Grausamkeit entgegen.[58] Auch Polybios erwähnt Hannibals positive Eigenstärken bei der Nachfolge Hasdrubals: „The Carthaginians appointed Hannibal to the chief command in Spain, although he was still young, owing to the shrewdness and courage he had envinced in their service.”[59]

Mit Hannibal erhielt der karthagische Expansionsdrang in Spanien eine neue Dimension, indem er zum einen die kriegerische Vorgehensweise seines Vaters fortführte und seine kriegerischen Aktionen auf innerspanischen Gebieten richtete.[60] So überquerte er bereits im Sommer 220 die Flüsse Duero und Tajo, welche beide in Zentralspanien liegen und besiegte dort den einflussreichen Carpetaner mit ihren Verbündeten. Damit hatte Hannibal bereits ein Jahr nach seinem Amtsantritt das gesamte Gebiet südlich des Ebros unterworfen, jedoch nicht die Stadt Sagunt.[61] Die Saguntiner wandten sich aufgrund der Bedrohung durch Karthago an Rom. Der Senat sandte bezüglich dieses Anliegens eine Gesandtschaft nach Neukarthago, welche dort im Jahr 220/219 mit Hannibal erneut die Bestimmung den Hiberus nicht nördlich zu überschreiten festsetzen sollte. Zusätzlich wollten sie ein Einverständnis Hannibals, Sagunt nicht anzugreifen. Hannibal gab aber zu keiner der beiden Forderungen seine Einwilligung. Vielmehr betonte Hannibal gegenüber der römischen Gesandtschaft die Übergriffe Sagunts auf deren benachbarten Stamm der Torboleten, welcher unter der Herrschaft Karthagos stand.[62] Polybios gibt den Sachverhalt folgendermaßen wieder:

„Hannibal, being young, full of martial ardour, encouraged by the success of his enterprises, and spurred on by his long-standing enmity to Rome, in his answer to the legates affected to be guarding the interests of the Saguntines and accused the Romans of having a short time previously, when there was a party quarrel at Saguntum and they were called in to arbitrate, unjustly put to death some of the leading men. The Carthaginians, he said, would not overlook this violation of good faith for it was from of old the principle of Carthage never to neglect the cause of the victims of injustice.”[63]

Nachdem Hannibal also nicht auf das Anliegen der Gesandtschaft eingegangen war, berichtet Polybios folgendes über deren weiteres Vorgehen: „The Roman legates, seeing clearly that war was inevitable, took ship for Carthage to convey the same protest to the Government there. They never thought, however that the war would be in Italy, but supposed they would fight in Spain with Saguntum for a base.”[64] Rich zweifelt aber an, ob Rom tatsächlich zu diesem Zeitpunkt wusste, dass ein Krieg unausweichlich war und vor allem, ob Sagunt tatsächlich als Basis dienen sollte. Zwar hätte es Sinn gemacht, dass die Römer erstmal versuchten Illyrien zu unterwerfen, dennoch hätten sie dann auch definitiv Vorkehrungen in Sagunt und zu dessen Verteidigung getroffen.[65] Bei Polybios findet sich keine Reaktion der karthagischen Regierung. Er berichtet aber von einer eigenen Gesandtschaft Hannibals: „To Carthage, however, he sent, asking for instructions, since the Saguntines, relying on their alliance with Rome, were wronging some of the peoples subject to Carthage.”[66] Klaus Bringmann beschreibt dies als eine Absicherung Hannibals bei der karthagischen Regierung, dass er die Stadt Sagunt angreifen und erobern dürfe, da es seine Expansion behindere und zudem der Ausgangspunkt für das Intervenieren Roms war.[67] Otto geht davon aus, dass Karthago Hannibal einräumte so zu handeln, wie er es für richtig erachten würde. Er behauptet, dass Karthagos Aussagen vermeiden wollte, in denen Karthago ein Kriegswille unterstellt werden konnte. Für Hannibal bedeutete dies eine Handlungsfreiheit, die von der karthagischen Regierung gebilligt wurde.[68]

Geht man von der bei Polybios vorhandenen Darstellung aus, kommt man zu der Ansicht, dass bereits im Winter 220/219 ein Krieg unumgänglich war. Polybios beschreibt dieses Unausweichliche aber als ein solches Faktum, das übertrieben erscheint. Vor allem im Angesicht dessen, dass Rom später nicht bei der Belagerung Sagunts eingreifen wird. Auch Wilhelm Hoffmann betont dies: „Es klafft also hier in der polybianischen Darstellung sichtlich ein Widerspruch; seine Auffassung, daß Rom bereits vor dem ersten Augenblick an Hannibals Vorgehen gegen Sagunt als casus belli angesehen habe, läßt sich nicht in Einklang bringen mit dem Ablauf der Ereignisse vom Spätherbst 220 bis zum Frühjahr 218, wie er ihm in der ursprünglichen Überlieferung vorgelegen hat.“[69] Bringmann geht davon aus, dass Hannibal annahm, dass Rom zu sehr in militärische Aktionen im Gebiet der Poebene eingebunden war, als dass es bei einem Angriff Sagunts von Seiten Karthagos eingreifen würde, womit er Recht behalten sollte.[70] Otto stellt auch noch die anderen Bedrohungen Roms neben den Kelten der Poebene heraus, die zum einen das Erstarken Makedonien beinhalten und zum anderen den an der Adria zu lokalisierenden Demetrios von Pharos.[71]

2.6 Der Fall Sagunt

Die Hafenstadt Sagunt fühlte sich von Hannibals Taten bedroht und wandte sich deshalb an den römischen Senat. Dieser sprach eine Warnung an Hannibal aus, dass jener die Stadt nicht einnehmen darf. Die Stadt soll aber bereits eine Verbündete Roms vor Abschluss des Vertrags gewesen sein, wofür jedoch kein Vertrag vorliegt.[72] Somit ist nichts über die Natur oder der Datierung dieser Verbindung bekannt.[73] Grund für die Auseinandersetzung Karthagos mit Sagunt waren Sagunts Auseinandersetzungen mit den karthagofreundlichen Torboleten im benachbarten Gebiet.[74] Im Rahmen dieses Konfliktes kam es dann auch zur Annexion torboletischer Gebiete durch die Saguntiner.[75]

Hannibal begann mit der Belagerung Sagunts im Frühjahr 219. Dies wird aus der Bemerkung Polybios geschlossen, in der er das Jahr nach der 140. Olympiade für den Beginn der Belagerung Sagunts nennt.[76] Die Karthager bestürmten die Stadt heftig, jedoch hielt diese lange Zeit diesen Angriffen statt. Die Saguntiner wollten einen Frieden aushandeln, nachdem klar war, dass die Stadt fallen würde. Hannibal setzte folgende Bedingungen fest, die aber von den Saguntinern nicht angenommen wurden: „Postulabatur autem, redderent res Turdetanis traditoque omni auro atque argento egressi urbe cum singulis vestimentis ibi habitarent, ubi Poenus iussisset.“[77] Huss stellt klar, dass Hannibals Forderungen für einen solchen Fall nicht unüblich waren.[78] Nachdem die Saguntiner sich nicht ergaben, wurde die Belagerung fortgesetzt. „At length after eight months of hardship and anxiety he took the city by storm.”[79] Damit wurde Sagunt nach der Meinung der meisten neueren Autoren entweder im Dezember 219 oder im Januar 218 von den Karthagern erobert.[80] Durch die vagen Angaben bei Polybios bezüglich des Beginns und der Dauer kommen für den Beginn aber alle Monate von März bis Juli 219 in Frage. Daraus ergibt sich generell auch für den Fall der Stadt ein möglicher Zeitrahmen von Oktober 219 bis Februar 218. Seibert stellt fest, dass unter den genannten Angaben bei Polybios kein genaues Datum gesichert werden kann.[81] Glaubt man Livius handelte es sich um ein unglaubliches militärisches Aufgebot von Seiten der Karthager: „Abundabat multitudine hominum Poenus – ad centum enim quinquaginta milia habuisse in armis satis creditur […].“[82] Was der lange Belagerungszeitraum deutlich macht, ist dass Hannibals Heer nicht für Belagerungen geeignet war. Sein wichtigstes militärisches Instrument stellt die Reiterei dar und diese bringt für eine Belagerung keinerlei Gewinn.[83]

Rom griff jedoch weder während der Belagerung noch bei der Eroberung militärisch ein. Polybios berichtet dabei von folgendem Beschluss des römischen Senats: „Consequently, the Senate, adapting their measures to this supposition, decided to secure their position in Illyria, as they foresaw that the war would be serious and long and the scene of it far away from home.”[84] Beide Konsule aus dem Jahr 219 waren bei den bei Polybios erwähnten Kämpfen in Illyrien beschäftigt.[85] Die Auseinandersetzungen waren aber nicht so bedeutend, dass das gesamte Heer und beide Konsule benötigt gewesen wären. Ein Teil des Heeres hätte ohne weiteres der verbündeten Stadt Sagunt Beistand leisten können.[86] Rich dagegen stellt heraus, dass nicht bekannt ist, ob es von Seiten Roms in Betracht Rom gezogen wurde, einen der beiden Konsule nach Spanien zu schicken. Er sagt, dass falls dies so gewesen wäre, hätte es auch als zu provokativ abgelehnt werden können.[87] Auch Bringmann sah einen weiteren Grund im Nichteinschreiten Roms darin, dass Rom sich nicht mit einem in diesem Gebiet gegenwärtigen Gegner anlegen wollte.[88] Für Karl-Heinz Schwarte ist klar, dass Rom nur deswegen nicht einschritt, weil Hannibal gar keinen Vertrag mit Rom verletzte. Er sieht darin nur einen Schritt, der die Verletzung des Hasdrubalvertrages durch die Römer rückgängig machte.[89]

2.7 Von der Eroberung Sagunts bis zur Kriegserklärung

Für den weiteren Verlauf soll vorerst geklärt werden, in welchem Verhältnis Sagunt und Rom zueinander standen.

Polybios schreibt: „This being so, it is an acknowledged fact that the Saguntines, a good many years before the time of Hannibal, placed themselves under the protection of Rome.”[90] Rich deutet darauf hin, dass es sich um eine Unterwerfung gehandelt haben könnte, was er mit der lateinischen Phrase deditio in fidem zum Ausdruck bringt.[91]

Polybios schreibt an mehreren Stellen von diesem Bündnis zwischen Sagunt und Rom.[92] Da in der Überlieferung kein wirkliches Datum und kein Status oder andere Informationen gegeben werden, spiegelt dies sich auch in der Fachliteratur wieder. So nennt Huss als einziges Argument für eine Beziehung zwischen Sagunt und Rom in der Überlieferung Polybios die Tatsache, dass Sagunt eine Gesandtschaft nach Rom geschickt hat. Ansonsten sieht er keine Begründungen. Er weist darauf hin, dass man der eben bei Polybios genannten Aussage sehr misstrauisch gegenüber stehen muss. Zum einen gibt es eben keine Überlieferungen zu diesem Bündnis und zum anderen weil die Saguntiner sich auch ohne weiteres das erste Mal bei diesem Zwischenfall an die Römer hätten wenden können. Für ihn ist es demnach mehr ein rechtfertigender Einschub. Zudem führt Huss das Argument auf, dass die Römer durch ihre Auseinandersetzungen mit den Kelten wohl kaum eine zusätzliche auf der Iberischen Halbinsel provozieren wollten. Deshalb glaubt Huss, dass die Kontaktaufnahme der Römer mit den Saguntinern wohl in das Jahr 221 fällt, da in diesem Jahr karthagisch-olkadischen Kämpfe begannen.[93]

Ein Großteil der Historiker geht davon aus, dass Rom nach dem Tod Hasdrubals engeren Kontakt zu der griechischen Hafenstadt Sagunt aufnahm. Diese lag ungefähr 150 km südlich des Ebros, womit die Stadt eigentlich Teil des durch den Hasdrubalvertrag zugesicherten Machtgebiets Karthagos war. Zwar war Sagunt nicht im bereits unterworfenen Gebiet Karthagos und Rom handelte auch nicht gegen den genannten Vertrag, jedoch war Rom durch die Beziehungen zu Sagunt eine zukünftige Einmischung erdenklich.[94]

Rich zeigt die mögliche Datierung auf, indem er die eben aufgeführte Darstellung Polybios zur Entstehungszeit des Bündnisses als wahr annimmt und es somit wohl tatsächlich ein Bündnis zwischen Rom und Sagunt gab. Es ist nur ein einziger Anhaltspunkt in dieser Textstelle gegeben, der besagt, dass das Bündnis mehrere Jahre vor Hannibals Zeit geschlossen wurde. Aufgrund dieser Zeitangabe geht Rich davon aus, dass damit jener Zeitraum vor 221 gemeint ist, dem Jahr in dem Hannibal zum Strategos gewählt wurde. Eine andere zeitliche Einschränkung ist für ihn durch den Hasdrubalvertrag 226 möglich.[95] Im diesem Vertrag war ja die Rede davon, dass sich die Römer in die spanischen Angelegenheiten einmischen wollen, weil sie bisher geschlafen hatten.[96] Rich schließt daraus, dass Rom zu diesem Zeitpunkt noch keinen Kontakt zu Sagunt hatte und geht zudem davon aus, dass Sagunt im Vertrag erwähnt worden wäre. Das Bündnis müsste folglich zwischen 225 und 223 geschlossen worden sein. Rich führt die Möglichkeit auf, dass Rom aber in dieser Zeitspanne wohl zu sehr mit dem Einfall der Kelten und der anschließenden Unterwerfung der Kelten in der Poebene beschäftigt war, als dass es die Zeit gehabt hätte, sich neuen Verpflichtungen in Spanien zu widmen. Jedoch erwähnt er auch, dass Rom zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht klar war, dass ein Bündnis in Spanien einen Krieg mit Karthago provozieren könnte.[97] Auch Warmington hält ein Bündnis nach dem Hasdrubalvertrag für wahrscheinlicher und sieht darin die Möglichkeit, dass sich Karthago deshalb von Rom herausgefordert fühlte, da die Stadt in dem von Rom zugesprochenen Machtbereich lag.[98] Auch Barceló geht davon aus, dass Sagunts Zuwendung an Rom mit Hannibals Herrschaft und dessen Feldzügen, welche sich auf große Teile Spaniens bezogen, begann.[99]

Klaus Zimmermann vertritt die Ansicht, dass das besagte Bündnis wohl aus dem Jahr 221/220 stammt, also dem Jahr, in welchem die römische Gesandtschaft Hannibal aufsuchte, um ihn zur Einhaltung des Hasdrubalsvertrags aufzurufen und zur Fernhaltung von Sagunt.[100]

Wie sich zeigt, datiert die neuere Forschung den Hasdrubalvertrag früher als das fragliche Bündnis mit Sagunt. Wäre dies aber wirklich der Fall gewesen, hätten die Römer augenfällig gegen den Hasdrubalvertrag verstoßen.[101] Eine Klärung der Datierungsfrage ist aber, wie bereits gesagt, aufgrund der Quellenlage nicht möglich.

Vorausgesetzt, dass es zwischen Rom und Sagunt zu einem Bündnis gekommen ist, ist es zuudem heute unmöglich, dessen Typus zu bestimmen.[102] Schwarte betont, dass Polybios zwar von einem Bündnis spricht, jedoch an keiner Stelle von einem angeblich abgeschlossenen Vertrag. Er stellt zudem klar, dass Polybios die Kriegsursache prorömisch interpretiert und dessen Meinung überzeugender gewesen wäre, wenn er einen direkten Beweis des Bündnisses aufgeführt hätte.[103]

Was geschah nun aber nachdem Hannibal Sagunt erobert hatte? Bei Polybios wird ein sofortiges Handeln dargestellt:

„The Romans, when the news of the fall of Saguntum reached them, did not assuredly hold a debate on the question of the war, as some authors allege, even setting down the speeches made on both sides – a most absurd proceeding. For how could the Romans, who a year ago had announced to the Carthaginians that their entering the territory of Saguntum would be regarded as a casus belli, now when the city itself had been taken by assault, assemble to debate whether they should go to war or not?”[104]

Polybios überliefert nicht nur ein unmittelbares Handeln, sondern stellt dieses auch genauer dar: „The Romans, on hearing of the calamity that had befallen Saguntum, at once appointed ambassadors and sent them post-haste to Carthage, giving the Carthaginians the option of two alternatives, the one of which, if they accepted it, entailed disgrace and damage, while the other would give rise to extreme trouble and peril.Either they must give up Hannibal and the members of his Council or war would be declared.”[105]

Rich findet dieses von Polybios berichtete Verhalten dennoch widersprüchlich. Dies begründet er damit, dass Rom während der Belagerung in keiner Weise reagiert hatte und nach der Eroberung der Stadt dann einen Krieg beginnen wollte. Den Grund, dass es zwei verschiedene Lager bezüglich des Verstoßes gab, hält er für unbegründet, da Polybios an oben genannter Textstelle eindeutig dazu Stellung bezieht.[106]

Die Frage bleibt also bestehen, weshalb Rom erst so spät handelte. Rich sieht die Lösung in der Betrachtung des römischen Verwaltungsapparates . Die Vereinbarungen zu militärischen Handlungen wurden jeweils am Anfang des neuen Konsularjahrs getroffen. Als Hannibal mit der Belagerung Sagunts begann, waren die Kontrakte für 219 bereits festgesetzt. Rom war sich zwar bewusst, dass eine Kriegserklärung an Karthago fällig war, jedoch mussten sie damit auf das neue Konsularjahr 218 warten. Zu diesem Zeitpunkt war Sagunt dann aber auch schon von den Karthagern eingenommen worden. Rich behauptet aber, dass der Senat auch zu diesem Zeitpunkt, dem Amtsantritt der neuen Konsule gehandelt hätte, wäre Sagunt noch nicht in karthagischer Hand gewesen. Rich geht von einer Eroberung der Stadt im Dezember 219 oder Januar 218 aus. Am 15. März 218 traten die beiden neuen Konsuln ihr Amt in Rom an. Dies müsste lediglich ein paar Wochen nach dem Eintreffen der Nachricht der Eroberung Sagunts durch Karthago in Rom stattgefunden haben. Zu dieser Zeit wurden dann auch bereits Kriegsvorbereitungen begonnen und eine Gesandtschaft zu Hannibal geschickt.[107]

Heuß berichtet, dass der Senat über die einzuleitenden Vorgänge zweigeteilt war, da man nicht wusste, wie man auf Sagunts Eroberung reagieren sollte. Die eine Seite hätte am liebsten sofort den Krieg gegen Karthago begonnen, aber die gemäßigtere Seite setzte sich durch. Diese wollte eine rerum repetitio stellen, bevor ein Krieg eröffnet wurde, wie es die Tradition in Rom vorschrieb.[108] Aufgrund dessen reiste dann die bereits mehrfach erwähnte römische Gesandtschaft nach Karthago und forderte den Rückzug Karthagos und die Auslieferung Hannibals.[109] Die Möglichkeit der Auslieferung Hannibals und seiner Ratgeber wählte man zusätzlich, da Rom bei der Akzeptanz dieser einen Krieg in einem fremden Land gegen eine dort präsente militärische Macht hätte vermeiden können.[110]

Zudem soll Hannibal bereits den Ebro überschritten haben und mit der Eroberung der dortigen Gebiete begonnen haben. Heuß geht davon aus, dass Hannibal die römische Situation erfasste und ihm klar war, dass diese zu der Zeit keinen Krieg gegen Karthago führen wollten. Deshalb überquerte Hannibal im Frühjahr 218 den Ebro und begann mit der Eroberung des Gebietes zwischen Pyrenäen und Ebro.[111]

Als Problem stellt sich auch die Chronologie der Ereignisse von Hannibals Ebroüberquerung und Rom Gesandtschaft mit Auslieferungsgesuch und anschließender Kriegserklärung dar. Schwarte geht davon aus, dass das Datum bei Polybios für das Verlassen Neukarthagos im Mai 218 vertrauenswürdig ist. Im August 218 sollen die beiden Konsuln nach Massilia und Sizilien aufgebrochen sein. Für die Übermittlungsdauer der Nachricht an Rom, dass Hannibal den Ebro überschritten habe, berechnet er ungefähr drei Wochen. Dadurch würde sich eine Zeitdauer von rund zweieinhalb Monaten für die römische Gesandtschaft nach Karthago, deren Rückreise und die anschließenden Kriegsvorbereitungen ergeben. Dies sieht er als knapp aber ausreichend an.[112]

Grund für die strenge Forderung war, dass Hannibal einerseits einen Vertrag mit Rom brach und zum anderen näherte sich Karthago mit der Überschreitung des Ebros dem keltischen Gebiet, was durch den Ebrovertrag bezüglich einer zukünftigen Allianz gegen Rom unterbunden werden sollte.[113] Rich dagegen geht nicht von diesem Ultimatum aus, welches aus der Tradition heraus gestellt wurde. Er betont, dass es 218 noch keine solche gab und diese erst aus diesem Fall entstand. Auch die Gesandtschaft hatte eine Zusammensetzung, die es so nur ein einziges Mal in der römischen Geschichte gab. Normalerweise bestand sie aus drei Personen. 218 waren es fünf Personen und darunter die beiden aus dem Amt scheidenden Konsuln und den älteren früheren Zensor M. Fabius Buteo. Die Forderung war klar, dass Rom und Karthago weiter in Frieden leben könnten, falls man nur Hannibal und seine Ratgeber ausliefern würde. Im Falle, dass Karthago nichts von Hannibals Plänen gewusst hätte und diese nicht billigte, wäre ihnen somit die Möglichkeit eingeräumt worden, dennoch den Konflikt im Frieden mit Rom zu lösen.[114]

[...]


[1] Vgl. Bleicken, S. 135-136.

[2] Seibert, Forschungen zu Hannibal, S. 41.

[3] Vgl. Seibert, Forschungen zu Hannibal, S. 24-37.

[4] Vgl. Rich, S. 5.

[5] Groag, S. 10.

[6] Liv. XXI 1, 1.

[7] Vgl. Zimmermann, S. 33.

[8] Vgl. Bringmann, S. 98.

[9] Vgl. Bringmann, S. 97-98.

[10] Vgl. Hoyos, S. 119.

[11] Vgl. Pol. I 79-88.

[12] Pol. III 28, 1-2: Ὥσπερ οὖν τὴν εἰς Σικελίαν διάβασιν ῾Ρωμαίων οὐ παρὰ τοὺς ὅρκους εὑρίσκομεν γεγενημένην, οὕτως ὑπὲρ τοῦ δευτέρου πολέμου, καθ᾿ ὃν ἐποιήσαντο τὰς περὶ Σαρδόνος συνθήκας, οὔτε πρόφασιν οὔτ᾿ αἰτίαν εὕροι τις ἂν εὔλογον, ἀλλ᾿ ὁμολογουμένως τοὺς Καρχηδονίους ἠναγκασμένους παρὰ πάντα τὰ δίκαια διὰ τὸν καιρὸν ἐκχωρῆσαι μὲν Σαρδόνος, ἐξενεγκεῖν δὲ τὸ προειρημένον πλῆθος τῶν χρημάτων.

[13] Huss, S. 267.

[14] Vgl. Heuß, S. 75.

[15] Vgl. Hoyos, S. 140-141.

[16] Vgl. Görlitz, S. 19.

[17] Vgl. Barceló, S.43-44.

[18] Vgl. Rich, S. 2.

[19] Vgl. Huss, S. 270.

[20] Pol. III 11, 7: [...] λαβόμενον τῆς δεξιᾶς προσαγαγεῖν αὐτὸν πρὸς τὸν βωμὸν καὶ κελεύειν ἁψάμενον τῶν ἱερῶν ὀμνύναι μηδέποτε ῾Ρωμαίοις εὐνοήσειν.

[21] Liv. XXI 1, 4.

[22] Vgl. Huss, S. 270.

[23] Vgl. Bringmann, S. 105.

[24] Vgl. de Beer. S. 59-61.

[25] Vgl. Lancel, Hannibal, S. 67-68.

[26] Vgl. Dio. XII 48.

[27] Vgl. Huss, S. 273.

[28] Vgl. Rich, S. 2.

[29] Vgl. Pol. II 13.

[30] Vgl. Otto, S. 86-87.

[31] Vgl. Barceló, Beobachtungen zur Entstehung der barkidischen Herrschaft in Hispanien, S. 172.

[32] Vgl. Huss, S. 273-274.

[33] Vgl. Barceló, Beobachtungen zur Entstehung der barkidischen Herrschaft in Hispanien, S. 173.

[34] Vgl. Huss, S. 274-275.

[35] Vgl. Bleicken, S. 47.

[36] Vgl. Warmington, S. 206.

[37] Vgl. Bengtson, S. 99.

[38] Vgl. Huss, S. 275.

[39] Vgl. Bengtson, S. 100.

[40] Vgl. Huss, S. 276.

[41] Vgl. Barceló, Beobachtungen zur Entstehung der barkidischen Herrschaft in Hispanien, S. 174-175.

[42] Vgl. Mommsen, S. 91.

[43] Vgl. Barceló, Beobachtungen zur Entstehung der barkidischen Herrschaft in Hispanien, S. 179.

[44] Pol. II 13, 3-7: ὃν καὶ θεωροῦντες ῾Ρωμαῖοι μείζω καὶ φοβερωτέραν ἤδη συνιστάμενον δυναστείαν, ὥρμησαν ἐπὶ τὸ πολυπραγμονεῖν τὰ κατὰ τὴν Ἰβηρίαν. εὑρόντες δὲ σφᾶς ἐπικεκοιμημένους ἐν τοῖς ἔμπροσθεν χρόνοις καὶ προειμένους εἰς τὸ μεγάλην χεῖρα κατασκευάσασθαι Καρχηδονίοις, ἀνατρέχειν ἐπειρῶντο κατὰ δύναμιν. αὐτόθεν μὲν οὖν ἐπιτάττειν ἢ πολεμεῖν οὐ κατετόλμων τοῖς Καρχηδονίοις διὰ τὸ τὸν ἀπὸ τῶν Κελτῶν φόβον ἐπικρέμασθαι τοῖς σφετέροις πράγμασι καὶ μόνον οὐ καθ᾿ ἐκάστην ἡμέραν προσδοκᾶν τὴν ἔφοδον αὐτῶν. καταψήσαντες δὲ καὶ πραΰναντες τὸν Ἀσδρούβαν οὕτως ἔκριναν ἐγχειρεῖν τοῖς Κελτοῖς καὶ διακινδυνεύειν πρὸς αὐτούς, οὐδέποτ᾿ ἂν ὑπολαμβάνοντες οὐχ οἷον δυναστεῦσαι τῶν κατὰ τὴν Ἰταλίαν, ἀλλ᾿ οὐδ᾿ ἀσφαλῶς οἰκῆσαι τὴν ἑαυτῶν πατρίδα τούτους ἔχοντες ἐφέδρους τοὺς ἄνδρας. διόπερ ἅμα τῷ διαπρεσβευσάμενοι πρὸς τὸν Ἀσδρούβαν ποιήσασθαι συνθήκας, ἐν αἷς τὴν μὲν ἄλλην Ἰβηρίαν παρεσιώπων, τὸν δὲ καλούμενον Ἴβηρα ποταμὸν οὐκ ἔδει Καρχηδονίους ἐπὶ πολέμῳ διαβαίνειν, εὐθέως ἐξήνεγκαν τὸν πρὸς τοὺς κατὰ τὴν Ἰταλίαν Κελτοὺς πόλεμον.

[45] Liv. XXI 2, 7.

[46] Vgl. Groag, S. 34-37.

[47] Vgl. Otto, S. 91.

[48] Pol. III 97, 5: οὐδέποτε γὰρ πρότερον, ἀλλ᾿ ἀσμενίζοντες τῇ τῶν ἐπὶ τάδε φιλίᾳ καὶ συμμαχίᾳ, τότε διέβησαν […].

[49] Vgl. Warmington, S. 206-207.

[50] Vgl. Bengtson, S. 100.

[51] Vgl. Rich, S. 20-21.

[52] Vgl. Rich, S. 22-23.

[53] Vgl. Täubler, S. 62.

[54] Barceló, Beobachtungen zur Entstehung der barkidischen Herrschaft in Hispanien, S. 182.

[55] Vgl. Pol. II 36, 1.

[56] Vgl. de Beer, S. 61.

[57] Vgl. Huss, S. 279.

[58] Liv. XXI 4, 2-10: Hamilcarem iuvenem redditum sibi veteres milites credere; eundem vigorem in voltu vimque in oculis, habitum oris lineamentaque intueri. […]. Nunquam ingenium idem ad res diversissimas, parendum atque imperandum, habilius fuit. Itaque haud facile discerneres, utrum imperatori an exercitui carior esset; neque Hasdrubal alium quemquam praeficere malle, ubi quid fortiter ac strenue agendum esset, neque milites alio duce plus confidere aut audere. Plurimum audaciae ad pericula capessenda, plurimum consilii inter ipsa pericula erat. Nullo labore aut corpus fatigari aut animus vinci poterat. Caloris ac frigolis patientia par; cibi potionisque desiderio naturali, non voluptate modus finitius; vigiliarum somnique nec die nec nocte discriminata tempora; id, quod gerendis rebus superesset; quieti datum; ea neque molli strato neque silentio accersita; multi saepe militari sagulo opertum humi iacentem inter custodias stationesque militum conspexerunt. Vestitus nihil inter aequales excellens: arma atque equi conspiciebantur. Equitum peditumque idem longe primus erat; princeps in proelium ibat, ultimus conserto proelio excedebat. Has tantas viri virtutes ingentia vitia aequabant, inhumana crudelitas, perfidia plus quam Punica, nihil veri, nihil sancti, nullus deum metus, nullum ius iurandum, nulla religio. Cum hac indole virtutum atque vitiorum triennio sub Hasdrubale imperatore meruit, nulla re, quae agenda videndaque magno futuro duci esset, praetermissa.

[59] Pol. II 36, 3: τὴν δὲ στρατηγίαν οἱ Καρχηδόνιοι τῶν κατὰ τὴν Ἰβηρίαν Ἀννίβᾳ περιέθεσαν, ὄντι νέῳ, διὰ τὴν ὑποφαινομένην ἐκ τῶν πράξεων ἀγχίνοιαν αὐτοῦ καὶ τόλμαν.

[60] Vgl. Bleicken, S. 47.

[61] Vgl. Bringmann, S. 108.

[62] Vgl. Heuß, S. 78.

[63] Pol. III 15, 6-7: ὁ δ᾿ Ἀννίβας, ἅτε νέος μὲν ὤν, πλήρης δὲ πολεμικῆς ὁρμῆς, ἐπιτυχὴς δ’ ἐν ταῖς ἐπιβολαῖς, πάλαι δὲ παρωρμημένος πρὸς τὴν κατὰ ῾Ρωμαίων ἔχθραν, πρὸς μὲν ἐκείνους, ὡς κηδόμενος Ζακανθαίων, ἐνεκάλει ῾Ρωμαίοις διότι μικροῖς ἔμπροσθεν χρόνοις, στασιαζόντων αὐτῶν, λαβόντες τὴν ἐπιτροπὴν [εἰς τὸ διαλῦσαι] ἀδίκως ἐπανέλοιντό τινας τῶν προεστώτων· οὓς οὐ περιόψεσθαι παρεσπονδημένους· πάτριον γὰρ εἶναι Καρχηδονίοις τὸ μηδένα τῶν ἀδικουμένων περιορᾶν·

[64] Pol. III 15, 12-13: οἱ δὲ τῶν ῾Ρωμαίων πρέσβεις, ὅτι μὲν εἴη πολεμητέον σαφῶς εἰδότες, ἀπέπλευσαν εἰς Καρχηδόνα, τὰ παραπλήσια θέλοντες ἐπιμαρτύρασθαι κἀκείνους· οὐ μὴν ἐν Ἰταλίᾳ γε πολεμήσειν ἤλπισαν, ἀλλ᾿ ἐν Ἰβηρίᾳ, χρήσεσθαι δὲ πρὸς τὸν πόλεμον ὁρμητηρίῳ τῇ Ζακανθαίων πόλει.

[65] Vgl. Rich, S. 28.

[66] Pol. III 15, 8: πρὸς δὲ Καρχηδονίους διεπέμπετο, πυνθανόμενος τί δεῖ ποιεῖν, ὅτι Ζακανθαῖοι πιστεύοντες τῇ ῾Ρωμαίων συμμαχίᾳ τινὰς τῶν ὑφ᾿ αὑτοὺς ταττομένων ἀδικοῦσι.

[67] Vgl. Bringmann, S. 108.

[68] Vgl. Otto, S. 104.

[69] Hoffmann, Die römische Kriegserklärung an Karthago im Jahre 218, S. 138.

[70] Vgl. Bringmann, S. 108.

[71] Vgl. Otto, S. 98.

[72] Vgl. Bleicken, S. 47-48.

[73] Vgl. Rich, S. 2.

[74] Vgl. Mommsen, S. 96.

[75] Vgl. Huss, S. 281.

[76] Vgl. Pol. III 16, 7-17,1.

[77] Liv. XXI 12, 5.

[78] Vgl. Huss, S. 283.

[79] Pol. III 17,9: πᾶσαν δὲ κακοπάθειαν καὶ μέριμναν ὑπομείνας τέλος ἐν ὀκτὼ μησὶ κατὰ κράτος εἷλε τὴν πόλιν.

[80] Vgl. Rich, S. 29

[81] Vgl. Seibert, Forschungen zu Hannibal, S. 138.

[82] Liv. XXI 8, 3.

[83] Vgl. Seibert, Hannibal, S. 71.

[84] Pol. III 16, 1: Διὸ καὶ πρὸς ταύτην ἁρμοζόμενοι τὴν ὑπόθεσιν ἡ σύγκλητος ἔκρινεν ἀσφαλίσασθαι τὰ κατὰ τὴν Ἰλλυρίδα πράγματα, προορωμένη διότι μέγας ἔσται καὶ πολυχρόνιος καὶ μακρὰν ἀπὸ τῆς οἰκείαις ὁ πόλεμος.

[85] Vgl. Rich, S. 3.

[86] Vgl. Heuß, S. 82-83.

[87] Vgl. Rich, S. 29.

[88] Vgl. Bringmann, S. 108.

[89] Vgl. Schwarte, S. 65.

[90] Pol. III 30, 1: Τούτων δὴ τοιούτων ὑπαρχόντων, ὁμολογούμενον ἦν κἀκεῖνο διότι Ζακανθαῖοι πλείοσιν ἔτεσιν ἤδη πρότερον τῶν κατ᾿ Ἀννίβαν καιρῶν ἐδεδώκεισαν αὑτοὺς εἰς τὴν τῶν

῾Ρωμαίων πίστιν.

[91] Vgl. Rich, S. 26.

[92] Vgl. Pol. III 15, 8.

[93] Vgl. Huss, S. 289-290.

[94] Vgl. Bringmann, S. 107.

[95] Vgl. Rich, S. 24-25.

[96] Vgl. Pol. II 13, 3-4.

[97] Vgl. Rich, S. 25.

[98] Vgl. Warmington, S. 208.

[99] Vgl. Barceló, Beobachtungen zur Entstehung der barkidischen Herrschaft in Hispanien, S. 184.

[100] Vgl. Zimmermann, S. 50.

[101] Vgl. Seibert, Forschungen zu Hannibal, S. 127.

[102] Vgl. Rich, S. 26.

[103] Vgl. Schwarte, S. 50.

[104] Pol. III 20, 1-2: Οἱ δὲ ῾Ρωμαῖοι, προσπεπτωκυίας αὐτοῖς ἤδη τῆς τῶν Ζακανθαίων ἁλώσεως, οὐ μὰ Δία περὶ τοῦ πολέμου τότε διαβούλιον ἦγον, καθάπερ ἔνιοι τῶν συγγραφέων φασί, προσκατατάττοντες ἔτι καὶ τοὺς εἰς ἑκάτερα ῥηθένθας λόγους, πάντων ἀτοπώτατον πρᾶγμα ποιοῦντες. πῶς γὰρ οἷον τ᾿ ἦν ῾Ρωμαίους τοὺς ἐνιαυτῷ πρότερον ἐπηγγελκότας πόλεμον Καρχηδονίοις, ἐὰν ἐπιβαίνωσι τῆς Ζακανθαίων χώρας, τούτους κατὰ κράτος ἑαλωκυίας αὐτῆς τῆς πόλεως τότε βουλεύεσθαι συνελθόντας πότερα πολεμητέον ἢ τοὐναντίον;

[105] Pol. III 20, 6-8: ῾Ρωμαῖοι δέ, προσπεσόντος σφίσι τοῦ γεγονότος κατὰ τοὺς Ζακανθαίους ἀτυχήματος, παραχρῆμα πρεσβευτὰς ἑλόμενοι κατὰ σπουδὴν ἐξαπέστειλαν εἰς τὴν Καρχηδόνα, δύο προτείνοντες αὐτοῖς, ὧν τὸ μὲν αἰσχύνην ἅμα καὶ βλάβην ἐδόκει φέρειν δεξαμένοις τοῖς Καρχηδονίοις, τὸ δ᾿ ἕτερον πραγμάτων καὶ κινδύνων ἀρχὴν μεγάλων. ἢ γὰρ τὸν στρατηγὸν Ἀννίβαν καὶ τοὺς μετ᾿ αὐτοῦ συνέδρους [ἐκδότους διδόναι] ῾Ρωμαίοις ἐκδοτέον ἢ προήγγελλον τὸν πόλεμον.

[106] Vgl. Rich, S. 29.

[107] Vgl. Rich, S. 29-30.

[108] Vgl. Heuß, S. 83.

[109] Vgl. Bleicken, S. 47-48.

[110] Vgl. Rich, S. 30.

[111] Vgl. Heuß. S. 83.

[112] Vgl. Schwarte, S. 53-55.

[113] Vgl. Bringmann, S. 108-109.

[114] Vgl. Rich, S. 31.

Details

Seiten
103
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638729697
ISBN (Buch)
9783638903660
Dateigröße
2.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v75882
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,0
Schlagworte
Zweite Punische Krieg

Autor

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Titel: Der Zweite Punische Krieg