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Medea: Fremde unter Fremden. Der Medea-Mythos bei Hans Henny Jahnn und Christa Wolf - ein Vergleich

Magisterarbeit 2006 64 Seiten

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Begriff des Mythos

2. Die Geschichte des Medea-Mythos
2.1 Der antike Medea-Mythos
2.2 Das Medeadrama des Euripides

3. Der Medea-Mythos in Hans Henny Jahnns Drama „Medea“
3.1 Die Aspekte der Fremdheit Medeas

4. Der Medea-Mythos in Christa Wolfs Roman „Medea. Stimmen“
4.1 Christa Wolfs Mythosverständnis
4.2 Die Verarbeitung des Medea-Stoffs
4.3 Medea: Fremde unter Fremden

5. Assimilation ausgeschlossen – Medea im Vergleich

6. Schlußbemerkung

Literatur

Einleitung

Der Mythos von Medea, der Göttin, Zauberin, Priesterin, Heilerin, Mutter, Liebenden und Todbringenden hat über die Jahrtausende hinweg Kunst und Li­te­ra­tur beschäftigt. Seine erste einschneidende Bearbeitung erfuhr er durch Euripides, dessen Medeadrama 431 v. Chr. bei den Dionysien aufgeführt wurde. Bereits vor Euripides ist die Figur der Medea in vielen Schriften belegt, so in He­siods Theogonie, bei Appollonius von Rhodos, in der Ko­rinthiaka des Eumelos, um nur einige der frühen Textbelege zu nennen. Sie ist sowohl in der griechischen als auch in der römischen Literatur existent. Ovid schrieb ein Me­dea­drama, das jedoch verlorengegangen ist, dafür blieb eine kurze Passage über Me­dea in den „Metamorphosen“ erhalten. Seneca verfaßte ein Medeadrama. Medeas Spur führt wei­ter über die Literatur des Mittelalters, hier sind u. a. Medeas Auftreten in Konrad von Würzburgs „Trojanischer Krieg“ und in Christine de Pizans „Buch von der Stadt der Frauen“ zu nennen. Es folgen literaturgeschichtlich bedeutende Werke wie die „Medea“ von Pierre Corneille, das Medeadrama Franz Grillparzers, sowie das von Hans Henny Jahnn und Jean Anouilh. Anna Seghers schreibt über Medea in ihrem „Argonautenschiff“, Hei­ner Müller setzt sich mit ihr in seinem „Medea­material“ auseinander und Christa Wolf in ihrem Roman „Medea. Stimmen“. So zieht sich Medeas Spur bis in die heutige Zeit und wird sich aller Voraussicht nach auch nicht so schnell verlieren.

Die Figur der Medea hat in den 2500 Jahren ihrer literarischen Existenz verschiedene Rollen eingenommen und die verschiedensten Deutungsansätze durchlaufen. So galt beispielsweise die thessalische Medea der vorepischen Zeit als „eine Göttin aus dem Kreise der Hekate“[1], die korinthische Medea wiederum wurde als eine Göttin „aus dem Bereich der Hera und der Aphrodite“[2] angesehen, bevor sie bedeutungsgeschichtlich zur Heroine[3] herabsank. Hinsichtlich dessen, was der Name „Medea“ bedeutet, weist das RE[4] darauf hin, daß ihr Name der Gruppe von Namen zuzurechnen ist, die die Bedeutung einschließt: „Frauen, die sich und anderen Rat wissen“[5].

Bevor die beiden Werke von Hans Henny Jahnn und Christa Wolf, die zu den literaturwissenschaftlich wichtigen Bearbeitungen des Medea-Mythos zählen, unter dem Aspekt der Fremdheit näh­er betrachtet werden, wird eine für die Arbeit grundlegende allgemeine My­thosdefinition vorangestellt, es werden die wichtigsten Komponenten des Medea-My­thos veranschaulicht, und es wird kurz auf das Medeadrama des Euripides eingegan­gen, da es einen Markstein der literarischen Bearbeitung des Medea-Stoffes darstellt.

1. Der Begriff des Mythos

Für eine Untersuchung der Texte von Jahnn und Wolf ist eine Definition des Begriffs Mythos unerläßlich. Dem Charakter vorliegender Arbeit angemessen, soll von einer literaturwissenschaftlich geprägten Definition des Begriffs Mythos ausgegangen werden.

Graf empfiehlt, zunächst einmal von der unumstrittensten Definition aus­zugehen, d. h., zu sagen: „Mythen sind traditionelle Erzählungen, traditional tales[6], was nah bei der Übersetzung des altgriechischen Wortes μῦθος liegt, die nichts anderes besagt, als „Fabel, Sage“[7] und „Rede, Geschichte, (sagenhafte) Erzählung“[8].

Ein Mythos kann mündlich und schriftlich weitergegeben werden und unterschiedlichen Zwecken dienen. So kann er den Versuch früher Kulturstufen darstellen, Fragen des Weltursprungs und -endes, der Götter- und Menschenentstehung, sowie bestimmter Naturphänomene zu er­fassen, oder aber auch den Versuch, moralische, existentielle und mystische Fragen zu verarbeiten.[9] Trencsényi-Waldapfel weist darauf hin, daß die verglei­chende Mythologie von Grundformen der Mythen ausgeht, sogenannten „Elementartypen“[10]. Diese Elementartypen sind bei den verschiedensten Völkern nachweisbar und enthalten „unter gleichen Bedingungen der Entwicklung in der Überlieferung der verschiedensten Völker mehr oder weniger gleiche Mo­tive“[11]. Wichtig jedoch ist, daß der Mythos nicht mit dem jeweils aktuellen Text des Dichters, des Erzählers gleichgesetzt werden darf.[12]

„Der Mythos ist nicht der aktuelle Dichtertext, sondern transzendiert ihn: er ist der Stoff, ein in großen Zügen festgelegter Handlungsablauf mit ebenso festen Personen, den der individuelle Dichter nur in Grenzen variieren kann. Die einzelne Variation, das einzelne Dichtwerk, hat einen Autor, der Mythos nicht: er wird von Ge­neration zu Generation gereicht, ohne daß man von einem Mythenmacher wüßte: eben dies meint ‚traditionell’.“[13]

Man sieht, daß ein Mythos sowohl feste als auch variable, flexible Bestandteile enthält. Im Gegensatz zum Märchen, das keinen Anspruch auf feste Orte und Zeiten erhebt und rein informell ist, erhebt ein Mythos Anspruch auf Verbindlichkeit hinsichtlich Ort und Zeit, ist in ein Kollektiv eingebunden und be­sitzt einen Götterapparat.[14] Mit anderen Worten: „Der Mythos aber gilt allein für eine in Ort und Zeit festumrissene Gemeinschaft, in deren Tradition er ausgeformt wird.“[15]

Doch diese Ausformung des Mythos ist keineswegs auf eine be­stimm­­te Epoche bzw. auf einen bestimmten historischen Zeitraum beschränkt. Im Gegenteil, ein Mythos kann die Zeiten überdauern und immer wieder neu und variabel ausgeformt werden, mit anderen Worten, er kann stets aufs neue aktualisiert werden und auf zeitgemäße gesellschaftliche Zustände referieren. Denn um mit Graf zu sprechen:

„Der Grund für die immer neue Ausformung, der Motor der Traditi­on sozusagen, ist der Anspruch des Mythos auf Verbindlichkeit: er will Gültiges aussagen über die Entstehung der Welt, der Gesell­schaft und ihrer Institutionen, über die Götter und ihr Verhältnis zu den Menschen, kurz über alles, was die menschliche Existenz bestimmt. Ändern sich die Umstände, ändert sich auch der Mythos: in dieser neuen Anpassung an die jeweiligen Ansprüche zeigt sich eben seine Lebensfähigkeit [...].“[16]

Ein Mythos besitzt einen mehr oder weniger festen Kern, und ist dennoch in seiner Ausformung flexibel. Indem man mittels Allegorie und Interpretation unter seiner Oberfläche nach philosophischen Wahrheiten sucht, wird versucht, seine Verbindlichkeit auf­rechtzuerhalten.[17]

Die Dichter nehmen Einfluß auf den Mythos und besitzen die Macht, ihn zu verändern.[18] Sie eignen sich den Mythos an und nutzen seine Möglichkeit, mythische, moralische und existentielle Fragen zu verarbeiten. Dies soll am Beispiel der „Medea“ von Hans Henny Jahnn und von Christa Wolfs Roman „Medea. Stimmen“ sowohl im allgemeinen als auch speziell unter dem Aspekt des Fremden veranschaulicht werden.

2. Die Geschichte des Medea-Mythos

2.1 Der antike Medea-Mythos

Zunächst sollen die Ausprägungen des Medea-Mythos betrachtet werden, die vor Euripides’ Medeadrama existierten und nachweisbar sind. Im Schrifttum entspricht dies einem Zeitraum von fast 300 Jahren. Um 700 v. Chr. in Hesiods Theogonie erfolgte die erste schriftliche Erwähnung Medeas. Im Jahre 431 v. Chr. schließlich wurde Euripides’ Medeadrama uraufgeführt. Parallel dazu und viel weiter in die Zeit zurückreichend existierten zweifelsohne zahlreiche mündliche Überlieferungen des Medea-Mythos, die dazu beigetragen haben dürften, daß eine he­te­rogene Ansammlung von Medeabruchstücken in verschiedensten Schriften ent­stehen konnte, auf die sowohl Euripides als auch ihm nachfolgende Autoren in ihren Bearbeitungen des Mythos zurückgreifen konnten und so verschiedene Aktualisierungen des Medea-Mythos schufen.[19]

In der darstellenden Kunst ist die bisher älteste nachweisbare Darstellung der Medea auf einer Kanne zu finden, die auf die Zeit um 630 v. Chr. da­tiert wird.[20] Göttner-Abendroth geht davon aus, daß der Medea-My­thos den al­ten matriarchalischen Göttinnenmythen zuzurechnen ist, daß er jedoch, als er ver­schrift­licht wurde, bereits patriarchalisch verfremdete Motive aufwies bzw. pa­­triarchalisch überprägt war.[21]

Steskal meint, daß man in der Überlieferungslage des Medea-Mythos unterscheiden muß „zwischen einem thessalischen kolchisch-jolkischen und ei­nem korinthischen Medea-Mythos“[22]. Zum Strang der kolchisch-jolkischen Über­lieferung rechnet er u. a. die Erwähnungen Medeas im Epos „Naupaktika“[23], in Hesiods (um 700 v. Chr.) „Theogonie“, in den Fragmenten des Simonides von Keos (etwa 556–468 v. Chr.) sowie in Pindars (518–nach 446 v.Chr.) „4. Pythischer Ode“ (462 v. Chr.).[24] Für die korinthische Überlieferung nennt er Eumelos[25] (griech. Ependichter der 2. Hälfte des 8. Jh. v. Chr.) „Korinthiaka“ sowie Schriften der Korinther Parmeniskos, Didymos und Kreophylos.[26] Im RE findet sich über Medeas örtliche Herkunft folgendes: „Das Märchenland Aia, das jonische Kolonisationstätigkeit in Kolchis festlegte, wird zwar bei He­siod Theog. 992ff. noch nicht als Heimat der M. genannt, ist jedoch sonst durch­gehend als solche überliefert.“[27]

Das RE ordnet „Naupaktika“ (frg. 10) wiederum als Versuch ein, Medea „der korkyräischen Lokalsage einzugliedern“[28], was den Kreis zur korinthischen Überlieferung schlösse, „denn Korkyra ist zunächst eine euböische Kolonie gewesen, bevor es den Status einer Tochterstadt von Korinth erhielt“[29]. Der euböische Adel spielte eine wichtige Rolle in der Anfangsphase der großen Kolonisationsbewegungen, die dann ab Mitte des 8. Jahrhunderts auch alle Küstenbereiche des Schwarzen Meeres erfaßt hatten.[30]

Das RE weist allerdings darauf hin, daß all diese Lokalisierungen von eher untergeordnetem Interesse sind, im Gegensatz zur Rolle, die Medea in der korinthischen Sage spielt.[31]

Kottaridou macht darauf aufmerksam, die politische Bedeutung, die die „Korinthiaka“ des Eumelos für die bis dahin recht mythenarme Stadt Korinth hinsichtlich ihrer Größe und Wichtigkeit als Kolonialmacht darstellt, nicht zu unterschätzen.[32] Eumelos gehörte höchstwahrscheinlich selbst dem die Stadt regierenden Herrschergeschlecht der Bakchiaden an und verhalf Korinth durch und in seiner „Korinthiaka“ zu einer ruhmreichen Vergangenheit. Er identifizierte Korinth, welches zur damaligen Zeit mythologisch gesehen von geringer Bedeutung war, geschickt „mit Ephyra, einem Land, das zwar eine reiche my­thische Vergangenheit, aber keine ‚reale’ historische Präsenz besaß.“[33] Der Mythos war deshalb so wichtig und bedeutend, weil er damals oft als eine Art Propagandamittel von konkurrierenden Städten eingesetzt wurde. Korinth war zu Lebzeiten des Eumelos eine der reichsten und mächtigsten Städte Griechenlands, besaß jedoch im Gegensatz zu Orten geringerer Bedeutung, die sich mit bekannten Mythen schmücken konnten, eine „beschämend blasse [...] Präsenz im Mythos“[34]. Dennoch ist ungewiß, ob die Aneinanderbindung des korinthischen und des kolchischen Herrscherhauses im Medea-Mythos der „Korinthiaka“ als Propagandamittel zum Zwecke der Kolonialisierung der Gebiete am Schwarzen Meer dienen sollte, da keine archäologischen Funde gemacht wurden, die die Existenz korinthischer Kolonien oder die Anwesenheit korinthischer Kolonialisten in jenen Gebieten beweisen könnten.[35]

Auf die Vereinnahmung des Mythos zu Propagandazwecken hat auch Graves hingewiesen, als er sagte: „An der Originalgeschich­te von der Argo ist wahrscheinlich von Barden viel herumgepfuscht worden, die gewisse Familien oder Städte dadurch zu verherrlichen wünschten, daß sie ihre Vorfahren oder Gründer als Argonauten hinstellten.“[36] Seine Aussage, daß es sich bei dem Zug der Argonauten um die Beschreibung einer Kolonialisierung handelt, erscheint plausibel und wird auch von Bernhardt vertreten.[37]

Bereits im Kapitel über eine allgemeine Definition des Begriffs Mythos wurde festgestellt, daß ein Mythos sowohl aus festen als auch aus variablen Elementen besteht, er über eine gewisse Dehnbarkeit und Wandelbarkeit verfügt und daß seine Struktur und sein Inhalt epochenabhängig verwertet und aktualisiert werden können. Renate Schlesier hat ebenfalls darauf hingewiesen, daß jeder Mythos über einen festen Kern verfügt, der diesen charakterisiert:

„Doch der Eindruck einer grenzenlosen Variabilität der mythischen Figuren und Geschichten täuscht. Eine Mythenfigur kann nicht alles tun und erleiden, was jede andere ebenfalls tun und erleiden könnte. Ihre Geschichte hat einen unverwechselbaren Kern, der nur für sie spezifisch ist. Bis in die moderne Umwandlung und Anverwandlung von Mythenfiguren hinein bewahrt dieser Kern eine erstaunliche Festigkeit und Widerstandskraft.“[38]

Im Medea-Mythos gehören meiner Meinung nach folgende Elemente zu den mehr oder weniger festen Bestandteilen des Mythos:

- die beiden Personen Medea und Jason bilden die zentralen Protagonisten;
- Jason ist seiner Herkunft nach ein Mensch und sterblich;
- Medea ist ihrer Herkunft nach eine Göttin bzw. Heroine, unsterblich, und besitzt gewisse Zauberkräfte;
- Medea und Jason gehören beide ihrer Abstammung nach Herrscherhäusern an (Medeas Vater Aietes ist König von Kolchis; Jasons Vater Aison war König von Jolkos);
- die Liebesgeschichte zwischen Jason und Medea ist eingebettet in den Mythenzyklus des Argonautenzugs;
- Jason kommt mit der Argo nach Kolchis, um das Goldene Vlies zu holen;
- Medea hilft Jason bei der Bewältigung der Aufgaben, die König Aietes ihm gestellt hat;
- Medea geht mit Jason auf die Argo;
- Tod von Medeas Bruder Apsyrtos;
- Vermählung von Jason und Medea;
- Peliasepisode (Verjüngung);
- Ankunft und Asyl in Korinth;
- Existenz der beiden Söhne Medeas und Jasons;
- Glauke/Kreusa-Episode;
- Tod der Kreusa, des Kreon und der beiden Kinder Medeas.

Dies betrifft jenen Teil des Mythos, der in Korinth einen gewissen Abschluß findet, da sich dort die Wege von Jason und Medea trennen; im weiteren Verlauf des Mythos um Medea spielt Jason dann keine Rolle mehr. Zum archaischsten Bestandteil des Medea-Mythos ist außerdem das Zerstückelungsmotiv zu rechnen, das mit dem Verjüngungszauber in Zusammenhang steht, worauf später noch genauer einzugehen sein wird. Einen weiteren elementaren Topos des Mythos stellt das Aufeinanderprallen zweier gegensätzlicher, unterschiedlicher, einander fremder Kulturen und der daraus resultierenden Mißverständnisse dar.

Die oben genannten Mythologeme kennzeichnen den Mythos der Medea als solchen. Sie müssen, in welcher Form auch immer Bestandteil einer Bearbeitung dieses Mythos sein, um ihn als Medea-Mythos erkenntlich sein zu lassen, bzw. sie müssen dem Leser bekannt sein, damit er versteht, was gemeint ist, wenn der Autor auf Medea referiert.

Die jeweilige Aktualisierung dieser Mythologeme, d. h. ihre verschie­denen Ausprägungen, Hinzufügungen, Verfremdungen usw. zählen dann zu den flexiblen Elementen des Mythos, die sich je nach Epoche und Gegebenheiten verändern. So findet sich bei Jahnn eine schwarze Medea und bei Wolf eine Medea, die ihre Kinder nicht umgebracht hat. Dennoch handelt es sich in beiden Fällen um eine Medea. Schlesier erläutert diese Flexibilität am Beispiel der geographischen Herkunft Medeas:

„Medea ist eine Figur des antiken griechischen Mythos. Was für alle anderen Figuren dieser Mythentradition gilt, gilt auch für sie: Was sie bestimmt, sind ihre Abstammung, ihre geographischen Bezüge und ihre darin räumlich und zeitlich lokalisierte Geschichte. Diese Geschichte aber ist nicht klar festgelegt, sondern offen für Variationen, so offen, daß sogar einzelne Elemente der geographischen Bezüge und der Abstammung verändert werden können.“[39]

„Die wichtigste Funktion Medeas in der Argonautensage ist ihr Eingreifen als Helferin Iasons bei den von Aietes gestellten Aufgaben“[40], hält man im RE fest. Dieser Grundzusammenhang bindet Medea an Jason, verknüpft beide zu einer Einheit. Medea hat „dabei auch die märchenhaften Züge der hilfreichen Tochter des bösen Königs angenommen, den der Held mit ihrem Beistand überwindet.“[41]

Erika Simon geht in ihrem Aufsatz „Medea in der antiken Kunst. Magierin – Mutter – Göttin“ den verschiedenen Stufen nach, die die Figur der Me­­dea in den Medeadarstellungen der jeweiligen Epoche durchlaufen hat.[42] Sie weist darauf hin, daß Hesiod Medea zu den Göttinnen zählt, „die sich mit Sterblichen verbanden.“[43] Medea gebar Jason einen Sohn, Medeios genannt. „Der Name, die männliche Form zu Medeia, läßt aufhorchen. Söhne pflegten in Griechenland sonst nach dem Vater benannt zu werden. Wie mir scheint, verrät sich hier eine alte matrilineare Tradition.“[44] Auf die Verbindung des Medea-My­thos zu alten matriarchalischen Mythen hat ebenfalls Heide Göttner-Abend­roth hingewiesen[45], und Christa Wolf hat diesen Ansatz in ihrem Medea-Roman fruchtbar gemacht. Laut Simon bezeugen Medeadarstellungen in der ar­­cha­isch­en Kunst „einen verbreiteten Glauben an Medea als eine, die den Tod durch Ma­gie zu überwinden vermag: Ehe jemand jung aus dem Kessel stieg, hatte er ja sterben müssen.“[46] Dies stellt einen wichtigen Hinweis auf den Verjüngungszauber und das Zerstückelungsmotiv dar, die beide eng mit dem Medea-Mythos verknüpft sind. Das Zerstückelungsmotiv und der Verjüngungszauber sind beides Elemente, die aus sehr alten und archaischen Schichten des Mythos stammen. So findet man das Zerstückelungsmotiv ebenfalls in den Mythen von Osiris und Dionysos. „Wie Osiris vor dem Weltuntergang wird Dionysos zerstückelt.“[47] Auch Alban Herbst hat auf Medeas enge Verbindung zu den dionysischen Mysterien hingewiesen.[48] Nach Göttner-Abendroth bedeutet die Zerstückelung den Tod des Heroskönigs, und das Gegenstück dazu bildet seine Wiedererstehung in verjüngter Gestalt zum Zwecke der erneuten Inthronisation.[49] Dieses Schema von Tod und Wiedergeburt bzw. Verjüngung symbolisiert den elementaren Kreislauf der Natur, den Jahreszeitenzyklus von Frühling (Geburt) über Sommer (Fruchtbarkeit), Herbst (Reife) und Winter (Tod, Rückzug zur Erneu­erung). Medea verkörpert in ihren Handlungen eben jene Symbolik. „Nach der Rückkehr der Argo setzt die Sage in verschiedenen Überlieferungszweigen eine Reihe von Zauberhandlungen Medeas an, die auf Verjüngungswunder hinauslaufen.“[50] So ist die „Verjüngung an einem Widder ein in der Sage durch­aus fester Zug.“[51] In diesem Zusammenhang geht es im Medea-Mythos stets um Macht- und Herrschaftsansprüche von Königen, die ihren Anspruch nur mit Hilfe oder auf Kosten Medeas halten oder durchsetzen können. Denn „Medea beherrscht die Zauberkraft, Menschen zu verwandeln, indem sie sie verjüngt oder gar unsterblich macht.“[52]

Daß Medea als Verkörperung der Göttin Hekate oder als deren Priesterin sehr große Macht besaß und daß sie tatsächlich diejenige war, die den Lauf der Dinge be­stimmte, nicht zuletzt, als sie Jason bei der Erfüllung seiner Aufgaben half, belegt auch die von Erika Simon vorgelegte Namensdeutung: „Ihr Name wurde – etymologisch ausnahmsweise richtig – als ‚die Macht Ausübende’ verstanden, und diese Macht erstreckte sich auf Tod und Wiedergeburt.“[53] Simon weist außerdem darauf hin, daß Medea einen Namen trägt, „der Ähnliches bedeutet wie der ihrer korinthischen Gegenspielerin Kreousa.“[54] Demzufolge könnte der Tod der Kreousa und des Kreon auch als symbolischer Tod gelesen werden. Das alte Herrschergeschlecht von Korinth tritt ab und wird vom neuen Herrscherpaar, in diesem Fall Jason und Medea, abgelöst. Diese Lesart wird auch von einer Überlieferung des Medea-Mythos gestützt, demzufolge Medea von den Korinthern als Nachkommin des angestammten Herrschergeschlechts angesehen wurde.[55]

Medeadarstellungen in der klassischen Kunst zur Zeit Alexander des Großen zeigen nach Simon, „[d]aß die Sage von Medea damals auch sonst variiert wurde“[56]. Euripides’ „Tragödie von 431 v. Chr. bildet für den Medeamythos in der Literaturgeschichte eine Wasserscheide, nicht so in der Bildkunst“[57], betont Simon. Erst um 400 v. Chr. in Süditalien ließen sich bildliche Einflüsse des bekannten Dramas nachweisen.[58]

In der römischen Kunst ist die wohl bedeutendtste Medeadarstellung die des Baseler Medeasarkophags, auf dem Medea als „die Einsame gezeigt [ist], als die sie Margot Schmidt überzeugend herausgestellt hat“[59]. Auch die drei Haupt­ei­gen­schaften von Medea – Magierin, Mutter und Göttin – kommen laut Simon auf diesem Sarkophag klar und deutlich zum Ausdruck.[60]

Im Gegensatz zu der eher schwachen Auswirkung, die das euripideische Medeadrama auf die Medeadarstellungen in der antiken Bildkunst besaß, ist man sich in der Forschung dahingehend einig, daß es einen gro­ßen Einfluß auf nachfolgende Bearbeitungen des Stoffes hatte und Figur und Geschichte der Medea am stärksten und nachhaltigsten geprägt hat.[61]

2.2 Das Medeadrama des Euripides

Euripides’ Medea ist für alle darauffolgenden Bearbeitungen des Medeastoffes in der Literatur von Bedeutung gewesen, das heißt; seine Bearbeitung des Medeastoffes war prägend und maßgebend für die gesamte ihm nachfolgende Literatur. Deshalb wird im folgenden eine kurze inhaltliche Darstellung des Medeadramas von Euripides wiedergegeben.

Der Ort der Handlung ist Korinth. Als agierende Personen treten auf: Amme, Erzieher, zwei Söhne der Medea, Medea, Chor der korinthischen Frau­en, Kreon, Jason, Aigeus (König Athens), ein Bote, Dienerinnen Medeas, Gefolge der Könige. Das Stück beginnt mit der Klage der Amme. Sie beklagt Medeas Weggang aus Kolchis und wünscht, daß die Argo nicht nach Kolchis gefunden hätte. Medea ist in blinder Liebe zu Jason, ihm „fügsam [...] in allen Stücken“[62] gefolgt. Doch jetzt herrscht Haß zwischen Jason und Medea, da jener sie betrogen hat, indem er heimlich ein neues Liebesbündnis mit der Toch­ter Kreons eingegangen ist. Bereits hier wird darauf hingewiesen, daß Medeas Haß sich selbst auf ihre Kinder erstreckt. Medea wurde ihres Eherechts beraubt. Der Erzieher kommt hinzu und spricht von der drohenden Verbannung Medeas und der Kinder aus Korinth. Mehrfach wird darauf hingewiesen, daß Medea durch die Vorkommnisse zu einer erbitterten, schwer zu versöhnenden, zornigen und vom Unrecht angestachelten Frau geworden ist. Medea wünscht sich den Tod und verflucht ihre Kinder, Jason und das gesamte Haus.

„Verfluchte Brut einer Mutter voll Haß,

verrecke mitsamt deinem Vater,

und ins Verderben stürze das ganze Haus!“[63]

Medea führt einen langen Monolog über die Wahlmöglichkeiten einer Frau bezüglich ihres Ehemannes, die Stellung der Frau in der Ehe, die Benachteiligungen einer Frau in der Ehe usw. Sie beklagt, daß sie ohne Freunde und Verwandte in Korinth leben muß und von Jason „aus Barbarenland geraubt“[64] wurde. Sie möchte Rache nehmen wegen der Verletzung ihres Eherechts durch Jason. König Kreon kommt zu ihr und spricht die Verbannung aus Korinth über sie und ihre Kinder aus. Medeia bittet um einen Tag Aufschub. „Durch meine Klugheit nämlich bin ich hier verhaßt“[65], konstatiert sie Kreon gegenüber. Er gewährt ihr den erbetenen Tag, und Medea reflektiert über ihren Plan, Jason, Kreon und dessen Tochter mittels Gift zu töten. Euripides legt hier Medea die Aussage über die naturgegebene Schlechtigkeit der Frauen in den Mund:

„[...] Zudem bewähren doch

wir Weiber, unsrer Art nach nicht geschickt zum Guten,

in allen bösen Taten unsre Meisterschaft!“[66]

Auch läßt Euripides durch den Chor den moralischen Verfall der griechischen Gesellschaft anprangern:

„Dahin ist die Ehrfurcht vor Eiden, es weilt die Scham

nicht mehr im großen Hellas, entfloh in die Lüfte.“[67]

Jason tritt auf und wird von Medea als Jammerlappen beschimpft und der Unmännlichkeit bezichtigt. Sie zählt ihm all ihre Taten auf, die sie für ihn vollbracht hat. Sie tötete den Drachen, der das goldene Vlies bewachte und rettete dadurch Jasons Leben. Sie tötete Pelias und nahm dadurch Jason alle Furcht usw. Doch Jason verriet Medea und nahm sich eine neue Frau. Aus Jasons Blickwinkel betrachtet, hat Medea durch ihn mehr gewonnen, als sie ihm gegeben hat. Er eröffnete ihr die Zivilisation und verhalf ihr zu Ruhm.

„Mehr freilich noch als meine Rettung hast du selbst

gewonnen, mehr als du gabst, wie ich zeigen will.

Zuerst: Du wohnst, anstatt im Lande von Barbaren,

in Hellas, und du weißt, wie man das Recht bewahrt

und nach Gesetzen lebt, von roher Willkür fern.

Dann: Alle Griechen lernten deine Klugheit kennen,

und Ruhm hast du geerntet. Säßest du am Ende

der Welt noch, wäre von dir nicht die Rede.“[68]

Jason sagt, daß er aus Liebe zu Medea und den Kindern die Tochter Kreons geheiratet hat. Es kommt zu keiner Versöhnung zwischen Jason und Medea. Aigeus tritt auf, und Medea fleht ihn um Schutz und Aufnahme in Athen an, verspricht, ihn dafür von seiner Kinderlosigkeit zu befreien. Medea läßt Aigeus einen Eid auf sein Versprechen schwören. Medea entwickelt nun ihren Plan weiter und beschließt ihre Kinder zu töten, um dadurch Jasons Nachkommenschaft auszumerzen und Jason auf diese Weise größten Schmerz zuzufügen. Durch diese Taten will sie Ruhm erlangen. Noch zweifelt sie, ob sie die Tat tatsächlich ausführen soll, oder nicht doch lieber die Kinder außer Landes bringen sollte. Schließlich aber entsendet sie die Knaben mit tödlichen Geschenken zu Jasons neuer Frau und Kreon. Ein Bote schildert ihr daraufhin ausführlich und eindrücklich den Tod der beiden. Nun steht für Medea fest, daß die Kinder sterben müssen, da sie sonst in die Hände ihrer Feinde fallen würden. Sie tötet sie mit dem Schwert. Jason kommt herbeigeeilt und verlangt ins Haus gelassen zu werden. Medea erscheint mit den Leichen der Kinder im Arm in einem Drachenwagen. Im Abschlußdialog zwischen Jason und Medea verwehrt sie ihm seinen Wunsch, die Kinder bestatten und beweinen zu dürfen. Ihr Tod soll seine Qual sein, er soll von der Erkenntnis ihres Todes gequält werden. Er darf sie nicht noch einmal berühren. Medea hat ihn dadurch ins Herz getroffen.

Auffallend ist, daß Euripides bereits am Beginn des Dramas Hinweise auf den zukünftigen Kindermord seiner Medea gibt. Diese Hinweise ziehen sich mehr oder weniger deutlich durch das gesamte Drama. Euripides’ Medea ist eine von Männern – Jason, Kreon, Aigeus – abhängige Frau. Zu Medeas Lebensumständen in Korinth bemerkt Hupfauf folgendes:

„Ein wichtiger Teil ihrer Lebensumstände ist für die Medea in dem Theaterstück des Euripides, daß sie als Fremde in einer ihr feindlich gesinnten Stadt lebt, ohne die Möglichkeit zu haben, jemals wieder in die eigene Heimat zurückzukehren, da ihr durch den Ver­rat am Vaterland und die Ermordung ihres Bruders jede Möglichkeit der Rückkehr nach Kolchis versperrt ist.“[69]

Eines der Hauptthemen des Dramas ist das durch Jason verletzte Eherecht Medeas und die daraus erwachsenden Folgen. „Hierbei ist unübersehbar, daß bei Euripides in quasi feministischer Manier das griechische Patriarchat angeprangert wird.“[70] Kottaridou hebt zudem hervor, daß, obwohl Euripides’ „Medeia“ beim attischen Publikum durchfiel, das Drama einen tiefen und prägenden Eindruck hinterlassen hat.[71]

„Eine Ehefrau, die die Kinder ihres Mannes tötet und seinen Oikos zugrunde richtet, um ihn für seine Treulosigkeit zu bestrafen, war für die attischen Bürger ein Thema, das anscheinend ihren tiefsten Angstvorstellungen entsprach. Euripides hatte diesmal einen sehr heiklen Punkt angesprochen, von dem sein Publikum lieber nichts wissen wollte: So wurde u. W. dieses Thema, Medeias Kindermord, von den attischen Vasenmalern nie aufgenommen. Und dennoch, der Schauer des Grauens, den man bei den Theaterfestspielen jenes Jahres erlebt hatte, hinterließ seine tiefen Spuren auch in der bildenden Kunst. Medeia, die im gleichnamigen Stück offensichtlich im Kostüm der Fremden auf der Bühne erschien, war von nun an für alle die Barbarin schlechthin. Auf allen Bildern [...] wurde sie jetzt plötzlich in der Tracht einer Orientalin dargestellt, für die attischen Künstler, die sie ansonsten in den bereits festgelegten Schemata darstellten, war es nicht mehr denkbar, sie als Griechin erscheinen zu lassen. Eine Frau, die eine so furchtbare Rache kaltblütig plant und mit sicherer Hand ausführt, konnte unmöglich die Bürgerin einer griechischen Stadt sein. Man hatte das Bedürfnis, sich von Medeia abzugrenzen und in einem erprobten Fluchtmechanismus das unerhörte Übel, das sie verkörperte, in das Fremde abzuschieben.“[72]

Später wird darauf einzugehen sein, wie sich die Ausgrenzung und Fremdheit der Medea bei Hans Henny Jahnn und Christa Wolf darstellen. Simon bestätigt Kottaridous Aussage, daß der Kindsmord der euripideischen Medea in der Bildkunst nicht den gleichen Einfluß ausgeübt hat, wie in der Literatur:

„Diese Tragödie von 431 v. Chr. bildet für den Medeamythos in der Literaturgeschichte eine Wasserscheide, nicht so in der Bildkunst. Das Peliadenrelief [...] entstand etwa ein Jahrzehnt danach und zeigt keinen Einfluß jener Tragödie. Die bildlichen Nachwirkungen und Metamorphosen der tragischen Mutter aus dem Drama des Euripides begannen nach unserer heutigen Kenntnis [...] um 400 v. Chr. “[73]

Steskal hat darauf hingewiesen, daß der Plot von Euripides’ Drama dennoch seit dem 5. Jh. v. Chr. für die meisten Adaptionen des Medea-Mythos eine Vorbildfunktion besaß, die sich auf den Handlungsablauf, der entweder übernommen wurde oder den Hintergrund von Bearbeitungen bildete, und sich auf den Kindsmord Medeas bezieht.[74] Wichtig bleibt dabei anzumerken, daß Medea erst durch die auf Euripides’ Tragödie folgenden römischen Medeadramen von Ovid und Seneca zur Furie stilisiert wird:

„Man kann sagen, daß Euripides zwar mit dem Kindsmord [...] das für die Spätantike bis in die Neuzeit hinein entscheidende tra­di­ti­ons­bildende Motiv des Medea-Mythos installiert hat – das nachhaltig wirkende, negative und dann im 20. Jh. von feministischen Auto­rinnen kritisierte Bild der ‚Medea furens’ als Verkörperung von rasender Leidenschaft und okkulter, finsterer Zauberei stammt jedoch eigentlich von Ovid und vor allem von Seneca.“[75]

[...]


[1] Der kleine Pauly. Lexikon der Antike: Hg. von Konrat Ziegler, Walther Sontheimer. 3. Bd. Iuppiter bis Nasidiemus. Stuttgart: Alfred Druckenmüller 1969. S. 1126.

[2] Ebd.

[3] Vgl. ebd. S. 1127.

[4] RE ist die allgemein übliche Abkürzung von Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft.

[5] Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 30.

[6] Graf, Fritz: Griechische Mythologie. Eine Einführung. Düsseldorf, Zürich: Artemis & Winkler 1999. S. 7.

[7] Duden. Deutsches Universalwörterbuch. Hg. von Günther Drosdowski. 2. A. Mannheim: Bibliographisches Institut 1989. S. 1049.

[8] Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Hg. von Günther u. Irmgard Schweikle. 2. A. Stuttgart: Metzler 1990. S. 316.

[9] Vgl. ebd.

[10] Trencsényi-Waldapfel, Imre: Die Töchter der Erinnerung. Götter- und Heldensagen der Griechen und Römer mit einem Ausblick auf die Vergleichende Mythologie. Berlin: Rütten & Loening 1989. S. 12.

[11] Ebd.

[12] Vgl. Graf, Fritz: Griechische Mythologie. Eine Einführung. Düsseldorf, Zürich: Artemis & Winkler 1999. S. 8.

[13] Ebd.

[14] Vgl. ebd. S. 13.

[15] Ebd. 10.

[16] Ebd. S. 9.

[17] Vgl. ebd. S. 10.

[18] „Die griechische Mythologie ist uns außerdem nicht in ihrer primitiven Form erhalten, sondern als komplexes historisches Konglomerat von Altem, Neuerfundenem, von außen Eingeführtem, das sich im Lauf der Jahrhunderte griechischer Kultur ständig verändert: mit an dieser Veränderung arbeiten die Dichter, vor allem die Tragiker.“ (Ebd. S. 17.)

[19] Vgl. Steskal, Christoph: Medea und Jason in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aktualisierungspotential eines Mythos. Regensburg: S. Roderer Vlg. 2001. S. 15.

[20] Vgl. Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin – Mutter – Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 15. Vgl. auch: Christa Wolfs Medea. Voraussetzungen zu einem Text. Hg. von Marianne Hochgeschurz. München: dtv 2000. S. 28.

[21] Vgl. Christa Wolfs Medea. Voraussetzungen zu einem Text. Hg. von Marianne Hochgeschurz. München: dtv 2000. S. 44ff.

[22] Steskal, Christoph: Medea und Jason in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aktualisierungspotential eines Mythos. Regensburg: S. Roderer Vlg. 2001. S. 62.

[23] „Die einem Karkinos von Naupaktos zugeschriebenen Naupaktika hatten Bezug zur Argonautenfahrt [...].“ (Einleitung in die griechische Philologie. Hg. von Heinz-Günther Nesselrath. Stuttgart/Leipzig: B. G. Teubner 1997. S. 179.)

[24] Vgl. Steskal, Christoph: Medea und Jason in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aktualisierungspotential eines Mythos. Regensburg: S. Roderer Vlg. 2001. S. 63ff.

[25] „[D]ie Korinthiaka des Eumelos von Korinth (offenbar ein Zeitgenosse Hesiods) feierten den alten Ruhm dieser Stadt.“ (Einleitung in die griechische Philologie. Hg. von Heinz-Günther Nes­selrath. Stuttgart/Leipzig: B. G. Teubner 1997. S. 179.)

[26] Steskal, Christoph: Medea und Jason in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aktualisierungspotential eines Mythos. Regensburg: S. Roderer Vlg. 2001. S. 66f.

[27] Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 30.

[28] Ebd. S. 41.

[29] Einleitung in die griechische Philologie. Hg. von Heinz-Günther Nesselrath. Stuttgart/Leip­zig: B. G. Teubner 1997. S. 370.

[30] Vgl. Ebd.

[31] Vgl. Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 41.

[32] Vgl. Kottaridou, Angeliki: Kirke und Medea. Die Zauberinnen der Griechen und die Verwandlung des Mythos. Inaugural-Dissertation. Köln: Philosophische Fakultät 1991. S. 126f.

[33] Ebd. S. 127.

[34] Ebd. S. 126.

[35] Vgl. Ebd. S. 127.

[36] Graves, Robert: Das Goldene Vlies. Darmstadt: Holle Verlag 1953. S. 489.

[37] Vgl. Bernhardt, Rüdiger: Die Gegenwart des Mythos. Christa Wolfs „Medea“. In: Marxistische Blätter. Essen: Neue Impulse Verlag 1996. (34, 4) S. 81f.

[38] Schlesier, Renate: Medeas Verwandlungen. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 1.

[39] Ebd.

[40] Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 31.

[41] Der kleine Pauly. Lexikon der Antike: Hg. von Konrat Ziegler, Walther Sontheimer. 3. Bd. Iuppiter bis Nasidiemus. Stuttgart: Alfred Druckenmüller 1969. S. 1126.

[42] Vgl. Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin – Mutter – Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 13ff.

[43] Ebd. S. 14. „[965] Nun aber, süß tönende Musen vom Olympos, Töchter des aigisführenden Zeus, besingt die Schar der unsterblichen Göttinnen, die mit sterblichen Männern das Lager teilten und göttergleiche Kinder gebaren! [...] Diese unsterblichen Göttinnen teilten das Lager mit sterblichen Männern [1020] und gebaren göttergleicher Kinder.“ (Hesiod. Theogonie. Griechisch/Deutsch. Hg. von Otto Schönberger. Stuttgart: Philipp Reclam jun. 1999. S. 73ff.)

[44] Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin – Mutter – Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 14.

[45] Vgl. Göttner-Abendroth, Heide: Brief an Christa Wolf vom 11. März 1993. In: Christa Wolfs Medea. Voraussetzungen zu einem Text. Hg. von Marianne Hochgeschurz. München: dtv 2000. S. 44ff.

[46] Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin – Mutter – Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 18.

[47] Herbst, Alban Nikolai: Ihr wollt ein Wort von mir. Ein Schicksal sollt ihr haben. Eine literarische Spekulation über Hans Henny Jahnn und Medea. In: Der Literaturbote. Frankfurt am Main: Literaturbüro 2004. (75. Heft, 19. Jg.) S. 44.

[48] Vgl. Ebd.

[49] Vgl. Göttner-Abendroth, Heide: Brief an Christa Wolf vom 11. März 1993. In: Christa Wolfs Medea. Voraussetzungen zu einem Text. Hg. von Marianne Hochgeschurz. München: dtv 2000. S. 46f.

[50] Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 39.

[51] Ebd. S. 40.

[52] Schlesier, Renate: Medeas Verwandlungen. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 10.

[53] Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin – Mutter – Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 19.

[54] Ebd. (Fußnote 18) S. 49. Simon verweist hier auf ihren Würzburger Kollegen Günter Neumann, der bedauerlicherweise im Jahre 2005 verstorben ist und deshalb nicht mehr persönlich befragt werden konnte. Frau Simon konnte mir auf meine persönliche Anfrage die Zusammenhänge bezüglich der Namensetymologie nicht genauer erläutern. Deshalb schlußfolgere ich, daß die Bedeutungsähnlichkeiten der beiden Namen auf folgende Weise erklärt werden könnten: Medea abgeleitet von „μεδέωυ, -έονσα ‚Herrscher’, -in’ s. μέδω. [...] μέδω [...] ‚herrschen, walten’“ statt wie sonst üblich abgeleitet von „μήδεα [...] ‚Ratschläge, Sorgen’“, und Kreousa abgeleitet von „ϰρείων [...] ‚Herrscher, Fürst’ [...], ϰρέουσα [...] ‚Herrscherin, Fürstin’;“ (Griechisches Etymologisches Wörterbuch. Hg. von Hjalmar Frisk. Band II: Κρ – Ω. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag 1970. S. 190,191,223 u. 12).

[55] Vgl. Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 42.

[56] Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin – Mutter – Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 36.

[57] Ebd. S. 37.

[58] Vgl. Ebd.

[59] Ebd. S. 44.

[60] Vgl. Ebd. S. 45.

[61] Vgl. Schlesier, Renate: Medeas Verwandlungen. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 5.

[62] Euripides: Medeia. In: Dramen. Leipzig: Philipp Reclam jun. 1976. S. 51.

[63] Ebd. S. 54.

[64] Ebd. S. 59.

[65] Ebd. S. 60.

[66] Ebd. S. 63.

[67] Ebd. S. 64.

[68] Ebd. S. 67.

[69] Hupfauf, Maria: Christa Wolfs Medea. Eine Gestalt zwischen Antike und Moderne. Diplomarbeit. Innsbruck: Leopold-Franzens-Universität 2003. S. 19.

[70] Steskal, Christoph: Medea und Jason in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aktualisierungspotential eines Mythos. Regensburg: S. Roderer Vlg. 2001. S. 89.

[71] Vgl. Kottaridou, Angeliki: Kirke und Medea. Die Zauberinnen der Griechen und die Ver­wandlung des Mythos. Inaugural-Dissertation. Köln: Philosophische Fakultät 1991. S. 283.

[72] Ebd.

[73] Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin – Mutter – Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 37.

[74] Vgl. Steskal, Christoph: Medea und Jason in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aktualisierungspotential eines Mythos. Regensburg: S. Roderer Vlg. 2001. S. 71.

[75] Ebd. S. 77.

Details

Seiten
64
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638740104
ISBN (Buch)
9783640868674
Dateigröße
723 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v75768
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz – Philosophische Faktultät Germanistische Literaturwissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
Medea Fremde Fremden Medea-Mythos Hans Henny Jahnn Christa Wolf Vergleich

Autor

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Titel: Medea: Fremde unter Fremden. Der Medea-Mythos bei Hans Henny Jahnn und Christa Wolf - ein Vergleich