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Kommunale Öffentlichkeitsarbeit in der SBZ/DDR von 1945 bis 1989

Inhaltsanalytische Fallstudie am Beispiel Leipzigs

Magisterarbeit 2004 135 Seiten

Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemkontext
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
1.3 Forschungsstand

2. Das Tätigkeitsfeld der Öffentlichkeitsarbeit
2.1 Definition des Begriffs Öffentlichkeitsarbeit
2.2 Geschichtlicher Abriss
2.3 Kommunale Öffentlichkeitsarbeit

3. Öffentlichkeitsarbeit in der DDR
3.1 Öffentliche Kommunikation im Sozialismus
3.1.1 Verständnis von Propaganda und Agitation aus Sicht der DDR
3.1.2 Verständnis von Öffentlichkeitsarbeit aus Sicht der DDR
3.2 Rechtliche und politische Rahmenbedingungen
3.3 Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit in der DDR
3.4 Definition von Öffentlichkeitsarbeit in der DDR

4. Kommunale Öffentlichkeitsarbeit in der DDR
4.1 Die Bedeutung der Kommunen in der DDR
4.1.1 Die rechtliche Stellung der Kommunen
4.1.2 Die Rolle des Bürgers
4.2 Die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit in einer Kommune
4.2.1 Die Rolle der Medien
4.2.2 Die Rolle der Stellen für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

5. Kommunale Öffentlichkeitsarbeit in Leipzig von 1945 bis 1989
5.1 Die Stadt Leipzig
5.2 Kurze Chronik der Leipziger Stadtverwaltung
5.3 Die Pressestelle der Stadt Leipzig
5.3.1 Der Stadtfunk
5.3.2 Die „Leipziger Zeitung“
5.4 Inhaltsanalyse
5.4.1 Forschungsfrage
5.4.2 Leitthesen
5.5 Auswertung der Zeiträume
5.5.1 Sowjetische Besatzungszone (Mai 1945 bis 6.10.1949)
5.5.2 Von der Gründung der DDR bis zum Arbeiteraufstand (7.10.1949 bis 17.6.1953)
5.5.3 Vom Arbeiteraufstand bis zum Mauerbau (18.6.1953 bis 12.8.1961)
5.5.4 Vom Mauerbau bis zu Ulbrichts Rücktritt (13.8.1961 bis 2.5.1971)
5.5.5 Von der Honecker-Wahl bis zum X. Parteitag (3.5.1971 bis 10.4.1981)
5.5.6 Vom X. Parteitag bis zum Ende der DDR (11.4.1981 bis 1989)
5.6 Gegenüberstellung der Zeiträume
5.7 Auswertung der Leitthesen

6. Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemkontext

Der Begriff Öffentlichkeitsarbeit wird heutzutage oft nur in Verbindung mit demokratischen Staaten verwendet. Doch setzt sich nach fast 15 Jahren seit der politischen Wende in Deutschland die Meinung durch, dass Öffentlichkeitsarbeit auch in der DDR, also in einer Diktatur, stattgefunden hat. Häufig wird sie mit Agitation und Propaganda gleichgesetzt. Deshalb gilt es festzustellen, ob und vor allem wie Öffentlichkeitsarbeit in der DDR praktiziert wurde. Besonders im Mittelpunkt soll dabei die kommunale Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Leipzig stehen.

Für die Aufarbeitung des Staates DDR und als Beitrag für die PR-Geschichtsschreibung findet die Autorin es wichtig, dieses noch relativ dunkle Feld näher zu beleuchten. Zum einen, um darzustellen, wie Öffentlichkeitsarbeit unter anderen politischen und rechtlichen Strukturen agiert bzw. agieren kann, und zum anderen, um die kommunale Öffentlichkeitsarbeit einer Kommune im Verlauf mehrerer Jahrzehnte zu beschreiben. Die Tatsache, dass alle Strukturen in der DDR, somit auch die kommunalen Verwaltungsstrukturen, dem Prinzip des demokratischen Zentralismus[1] folgten, erschwert die Begriffsbestimmung und Charakterisierung der Öffentlichkeitsarbeit. Dies liegt vor allem in der engen Verflechtung von staatlichen bzw. kommunalen Stellen mit den jeweiligen Parteiapparaten der SED.

Es muss daher zwischen der Öffentlichkeitsarbeit, wie wir sie heute verstehen, und der sozialistischen Öffentlichkeitsarbeit unterschieden werden, um das Tätigkeitsfeld und die Kommunikationsform „Öffentlichkeitsarbeit in der DDR“ möglichst umfassend darzustellen.

Eine Besonderheit stellen die beiden politischen Systeme dar, weshalb ebenfalls auf sie eingegangen werden soll. Möchte man die Öffentlichkeitsarbeit der DDR bewerten, legt man heutige Definitionen und Auffassungen zugrunde. Das ist für eine jetzige Reflexion vonnöten und auch richtig, um einen Maßstab zu setzen. Dennoch wäre es verkehrt, die DDR als Ganzes und mit ihren Teilsystemen nur im Vergleich mit der BRD zu sehen. Die Entstehungsgeschichte und Besonderheiten, die sich im Verlauf der Geschichte entwickelt haben, sowie das Selbstverständnis der DDR müssen berücksichtigt werden und lassen auf diese Weise auch andere Ansichten zu. Ein bloßer Vergleich bzw. eine orts- und zeitlose Analyse der DDR-Öffentlichkeitsarbeit könnte dagegen zu Verzerrungen führen.

Hinzu kommt, dass es Veränderungen in der Gemeinsamkeit Sprache gab, was die Annäherungen an Begriffe erschwert.

„Die tiefgreifendste Veränderung in der Lexik beider Gesellschaftsordnungen ist durch die Bedeutungsdifferenzierung ein und desselben Zeichens entstanden. Diese Differenzierung betrifft vor allem den ideologiegebundenen Teil des Wortschatzes.“[2]

Werden Begriffe benutzt, die in beiden Staaten existierten, dürfen sie nicht unüberlegt verwendet und gleichgesetzt werden, da Bedeutung und Verwendung stark variieren können und bei der systemimmanenten Betrachtung der jeweilige Begriffsinhalt zum Tragen kommt. Ein Übernehmen westdeutscher Definitionen würde zu einem einseitigen Ergebnis führen, muss aber im Vergleich mit herangezogen werden.

Spricht man von Öffentlichkeitsarbeit in der DDR, versteht es sich von selbst, diese nicht als identisch mit der der BRD zu sehen. Bedingt durch zwei verschiedene politische Systeme, nahm die Öffentlichkeitsarbeit unterschiedliche Wege. Dennoch hält die Autorin an dem Begriff fest und möchte ihn genauso für die DDR anwenden, auch wenn sich Wesen und Funktion der Öffentlichkeitsarbeit in den beiden deutschen Staaten teilweise stark unterschieden. Der gemeinsame Nenner, dessen Größe es zu untersuchen gilt, aber auch die Anwendung und Aufarbeitung dieses Gegenstandes in der DDR selber, berechtigen dazu, von Öffentlichkeitsarbeit in der DDR zu sprechen.

In der folgenden Arbeit soll nicht mehr untersucht werden, ob es sich bei der DDR um eine Diktatur handelt; auch darüber nicht, ob man von einer Diktatur oder einem totalitären Staat sprechen sollte. Dadurch, dass darüber schon viel diskutiert wurde und die Mehrheit der Wissenschaftler von einer Diktatur oder einem totalitären Staat spricht, soll diese Erkenntnis bereits als gegeben gelten.[3] Erwähnung soll dazu aber noch die Ansicht Brunners finden, der in seinem Vergleich zwischen der Bundesrepublik und der DDR sowie der Fragestellung nach Demokratie und Diktatur festhält, dass das System der DDR wie selbstverständlich an westlichen Demokratien gemessen wurde, aber man entgegenhalten müsse, dass die DDR gar keine westliche Demokratie sein wollte und man ihrem Selbstverständnis mit der Anlegung eines ungewollten Maßstabs nicht gerecht werde. Es müsse demnach zunächst durch Betrachtung der Systemimmanenz an eigenen Normen gemessen werden, um dann eine Möglichkeit des Vergleiches zu finden. Ein Mittelweg zwischen rein systemimmanenter und nur vergleichender Betrachtung muss gefunden werden, da ein System nur für sich selbst betrachtet keine weiteren Erkenntnisse aufbringt.[4]

1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist, eine umfangreiche Darstellung kommunaler Öffentlichkeitsarbeit in der DDR zu geben, wobei Theorie und Praxis gleichermaßen zum Zuge kommen sollen, um eine allgemeingültige Darlegung anzustreben, aber auch um anhand eines spezifischen Falles (Stadt Leipzig) die zuvor erarbeiteten theoretischen Gesichtspunkte und Besonderheiten zu vergleichen und gegebenenfalls Diskrepanzen aufzudecken.

Leitmotivisch sollen zuvor aufgestellte Thesen die Arbeit begleiten, theoretische Vorüberlegungen bestätigen oder widerlegen. Im ersten Teil der Arbeit steht zunächst die Öffentlichkeitsarbeit in der DDR im Mittelpunkt, um dann näher auf die Kommunen und deren Öffentlichkeitsarbeit einzugehen. Mit diesem theoretischen Wissen soll der zweite, empirische Teil den Praxisbezug herstellen. Die vorliegenden Daten sind zwar nicht repräsentativ, spiegeln aber dennoch wichtige und markante Eigenschaften wider. Dabei lassen sich die Erkenntnisse nicht ohne Weiteres auf die kommunale Öffentlichkeitsarbeit in der DDR im Allgemeinen übertragen, da Leipzig als Halb-Millionen-Stadt nicht als eine typische Stadt in der DDR gelten kann. Es geht vielmehr darum, Zustand und Wandel darzustellen, den eine Stadt im Laufe der vier Jahre SBZ und 40 Jahre DDR erlebt hat. Die allgemeinen Ausarbeitungen zur staatlichen und kommunalen Öffentlichkeitsarbeit beziehen sich hauptsächlich auf die DDR, während die Öffentlichkeitsarbeit zu Zeiten der SBZ erst im praktischen Teil beleuchtet wird.

Der Aufbau wurde trichterförmig gewählt, um sich dem Thema vom allgemeinen zum besonderen zu nähern. Nach der Darstellung von heutiger Öffentlichkeitsarbeit sowie einem kurzen geschichtlichen Abriss, folgen die Besonderheiten der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit zu verschiedenen Zeiten. Mit dem dritten Kapitel wird das Thema spezifiziert. Zunächst geht es um sozialistische, danach um die kommunale Öffentlichkeitsarbeit in der DDR. Wichtig ist dabei die genauere Betrachtung der rechtlichen Stellung der Kommunen und die Rolle der Bürger. Mit der Bedeutung der Medien und der Stellen für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird der theoretische Teil abgeschlossen und der empirische Teil schließt sich an.

1.3 Forschungsstand

An Publikationen aus der DDR, die den Soll-Zustand der Öffentlichkeitsarbeit thematisieren, mangelt es nicht. Zu nennen sind in erster Linie die Dissertationen, die an der Karl-Marx-Universität Leipzig und an der Humboldt-Universität Berlin geschrieben worden sind und überwiegend aus den 70er Jahren stammen. Damit wird auch deutlich, dass zu jener Zeit eine intensive Beschäftigung mit diesem Thema stattfand. Einige der Dissertationen sind jedoch stark idealistisch bzw. ideologisch geprägt und genügen nicht immer durchweg wissenschaftlichen Ansprüchen. Sie beziehen sich sehr oft auf politische Beschlüsse, Konferenzen und den damit verbundenen Idealvorstellungen. Dieser z.T. starke Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit erschwert eine realistische Analyse. Auch die Artikel, Beiträge und Aufsätze in Zeitschriften, Zeitungen und Heften über den Ist-Zustand sind teilweise stark idealisiert und geben nicht immer Probleme an, sondern resümieren die bis dato festgestellten Vorzüge. Des Weiteren sind Artikel und Aufsätze zu nennen, die sich vor allem mit Teilbereichen und somit spezifischer Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt haben. In ihnen klingen praktische Bezüge an, die auch Probleme oder Vorgehensweisen benennen. Generell kann man aber festhalten, dass die vorliegende Literatur weitestgehend politisiert und ideologisiert ist und kein reales Abbild schafft. Es liegt sogar die Vermutung nahe, dass die Wirklichkeit weit weniger ideologisch durchdrungen war, als es aus den schriftlichen Quellen ersichtlich wird.

Was Publikationen aus der BRD zu diesem Thema angeht, so sind diese für die Zeit bis 1989 marginal. Hervorzuheben ist Swobodas Aufsatz von 1986, der in seinen Grundzügen immer noch aktuell ist. Erst mit dem Ende der DDR ist allmählich eine theoretische Aufarbeitung festzustellen. Ergebnisse, die aus Tagungen oder Erfahrungsaustauschen gewonnen wurden, finden sich in Aufsatzsammlungen wieder, in denen Praktiker aus der DDR, aber auch westliche Wissenschaftler zu Wort kommen. Diese Mischung kann und sollte hilfreich sein, sich dem Thema unsensibel, aber auch vorurteilsfrei zu nähern. Trotz dieser Ansätze gibt es noch einige Bereiche und Themen, die einer fundierten Aufarbeitung harren. Die Darstellung des politischen Systems der DDR ist mit am ausführlichsten untersucht und kann für die weitere Erforschung sehr gut genutzt werden. Federführend hierbei sind Weber und Judt. Was das Kommunikations- und Mediensystem betrifft, lassen sich vor allem Holzweißig, Geserick, Kutsch, Gibas und Picaper anführen. Für das vorliegende Thema sind besonders die Aufsätze und Darstellungen von Bentele und Liebert hervorzuheben, da sie sowohl eine Gesamtdarstellung anstreben als auch spezielle Teilbereiche untersuchen.[5]

Mit dieser Arbeit wird versucht, die Öffentlichkeitsarbeit in der DDR zum einen in das politische und gesellschaftliche System einzuordnen und zum anderen Merkmale und Abgrenzungen zu finden, die das Tätigkeitsfeld und die Kommunikationsform detaillierter beschreiben. Dabei kann diese Arbeit, schon aus Gründen des Umfangs, nur einen kleinen Baustein des gesamten Forschungsgebiets darstellen.

2. Das Tätigkeitsfeld der Öffentlichkeitsarbeit

2.1 Definition des Begriffs Öffentlichkeitsarbeit

Der im 20. Jahrhundert geprägte Begriff Öffentlichkeitsarbeit, der in dieser Arbeit synonym mit Public Relations (PR) verwendet wird, bezeichnet eine Form öffentlicher Kommunikation, in der die Pflege der Beziehungen zwischen einem Kommunikator und der Öffentlichkeit im Mittelpunkt steht. Aus der Formulierung des PR-Theoretikers Oeckl „Öffentlichkeitsarbeit = Information + Anpassung + Integration“[6] wird deutlich, dass die Beziehung zu der Öffentlichkeit nicht nur aus reiner Informationsweitergabe besteht, sondern es vielmehr darum geht, Verständnis bei den Teilöffentlichkeiten zu erreichen, um ein vertrauensvolles Verhältnis aufbauen zu können. Oeckl war es auch, der sich 1950 dafür einsetzte, den Begriff Öffentlichkeitsarbeit als Übersetzung des englischen Public Relations anzuwenden. Die nachweislich erste Verwendung von „Öffentlichkeitsarbeit“ geht auf Katsch vom evangelischen Preßverband im Jahre 1917 zurück.[7] Die weiteren Funktionen sind Persuasion, Imagegestaltung sowie das Herstellen gesellschaftlichen Konsenses.[8] Somit dient die Öffentlichkeitsarbeit zum einen der wahrheitsgetreuen und dialogischen Kommunikation und zum anderen der Bereinigung und Vorbeugung von Konflikten. Zu bedenken bleibt jedoch, dass es sich immer um eine Selbstdarstellung handelt.

Mit der Anwendung von PR seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland und schon einige Jahrzehnte zuvor in den USA[9] haben sich verschiedene Arten entwickelt, die sich im Laufe der Zeit spezialisiert haben. Eine mögliche Einteilung findet sich im Lexikon der Public Relations, das zwischen unternehmerischer, gewerkschaftlicher, produkt- und absatzbezogener und schließlich institutioneller Öffentlichkeitsarbeit unterscheidet.[10]

2.2 Geschichtlicher Abriss

Der Beginn von PR/Öffentlichkeitsarbeit lässt sich nicht auf ein Datum fixieren, doch sind bemerkenswerte Entwicklungen auf diesem Gebiet besonders seit Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA zu verzeichnen.

1882 wurde der Begriff „Public Relations“ das erste Mal definiert. Verwendet von dem Rechtsanwalt Dorman Eaton vor einem Seminar, erklärte er ihn mit „to mean relations for the general good“.[11] Der Gebrauch des Begriffes, der die organisierte Wechselbeziehung zwischen Teilöffentlichkeiten meint, setzte sich erst mit Edward Bernays Ansichten und seinem Buch „Crystallizing Public Opinion“ von 1923 durch. Dass Public Relations/Öffentlichkeitsarbeit schon zuvor praktiziert wurde, ohne allerdings so bezeichnet worden zu sein, scheint auf allgemeine Zustimmung zu stoßen. Oeckl führt als Beispiel die kommunikativen Aktivitäten großer Firmen Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, aber auch die Presse-Tätigkeiten innerhalb der Reichsmarine an.[12]

In Deutschland war es vor allem Carl Hundhausen, der die Öffentlichkeitsarbeit in den Mittelpunkt rückte. Dies gelang ihm aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, u.a. mit seinem Buch „Werbung um öffentliches Vertrauen und Public Relations“ aus dem Jahre 1951. Der englische Begriff setzte sich nur schwer durch, weshalb sich Oeckl für die Einführung des deutschen Terminus „Öffentlichkeitsarbeit“ stark machte. Mit Gründung der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) 1958 entwickelten sich sowohl das Tätigkeitsfeld auch die theoretische Aufarbeitung weiter.[13]

In der heutigen Gesellschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist das Tätigkeitsfeld der Öffentlichkeitsarbeit nach wie vor von großer Bedeutung. Mit der zunehmenden Professionalisierung seit Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts und der Erkenntnis, dass der Öffentlichkeitsarbeit „in einer Zeit des weltweiten Pluralismus und raschen Wandels in Technik und Wertvorstellungen eine eminent integrierende Aufgabe in Wirtschaft und Gesellschaft“[14] zukommt, breiten sich Wissen und Erfahrungen dieser Kommunikationsform aus.

2.3 Kommunale Öffentlichkeitsarbeit

Die grundlegenden Merkmale der Public Relations, nämlich das Vermitteln von Informationen sowie eine grundsätzliche Bereitschaft, das eigene Tun der Öffentlichkeit gegenüber zu vertreten, treffen auch für die kommunale Öffentlichkeitsarbeit zu. Im Mittelpunkt steht das Bemühen, die Öffentlichkeit für die eigenen Arbeiten und Ziele zu interessieren, ein positives Image zu gestalten und Vertrauen zu schaffen.

Kommunikator ist dabei als Vertreter der Kommune die entsprechende Pressestelle oder das Nachrichtenamt. Kommunen sind selbständige juristische Personen und Körperschaften des öffentlichen Rechts mit einer Verfassung, einem eigenem Haushalt und eigenen Angestellten bzw. Beamten. Dies leitet sich aus dem Artikel 28, Absatz 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland ab, der die Selbstverwaltung der Gemeinden garantiert.[15] Hinzu kommt Art. 20 GG, in dem es heißt, dass die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer Staat sei und alle Organe an Recht und Gesetz gebunden seien, so dass auch die kommunale Selbstverwaltung demokratisch handeln müsse, weshalb sie zu objektiver und umfassender Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verpflichtet sei. Hierbei wird auch die Funktion der Öffentlichkeitsarbeit deutlich, die Kommune zu einem Bindeglied zwischen Bürgern, Verwaltung und Presse werden zu lassen und dabei demokratisch zu handeln. Die Rahmenbedingungen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sind in den Leitsätzen des Deutschen Städtetages festgelegt, die zuletzt 1998 erneuert wurden. Darin heißt es unter anderem, dass „die wichtigste Aufgabe der städtischen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit [...] eine sachliche, umfassende und ständige Information der Bürger“ sei und es eine „Pflicht zur Information“[16] gebe, um frühzeitig und umfassend zu informieren, wobei verschiedene Formen der Wissensverbreitung gewählt werden sollen. Ein verfassungsrechtliches Gebot ist das der politischen Enthaltsamkeit, das nicht nur in Wahlkampfzeiten sondern durchgängig gilt.

Die Besonderheit der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit liegt demnach zum einen in der Einhaltung normativer Grundlagen, v.a. in dem Gebot der politischen Enthaltsamkeit, und der Bindegliedfunktion zwischen Rat, Verwaltung und Bürgern. Zum anderen orientiert sie sich

„am Gemeinsinn und will die pluralistische Kommune fördern. Sie unterstützt den Zusammenhalt der städtischen Gesellschaft, indem sie administrative, verteilende und politisch-steuernde Leistungen kommuniziert. Städtische PR stärkt dadurch zugleich die Identifikation der Bürger mit ihrem Gemeinwesen.“[17]

Öffentlichkeitsarbeit kann in der Hierarchie innerhalb der Verwaltung in zwei Formen vorkommen: Erstens wird Öffentlichkeitsarbeit für die gesamte Kommune betrieben und als zentrale oder koordinierende PR-Kommunikation bezeichnet. Meistens als Pressestelle organisiert, laufen die Fäden der gesamten Einrichtung zusammen, womit die jeweilige Kommune nach außen und innen vertreten wird. Bei der zweiten Form, der dezentralen PR-Kommunikation, wird Öffentlichkeitsarbeit von einzelnen Dezernaten, Bereichen oder Referaten betrieben. Dies kann ein uneinheitliches Corporate Identity hervorrufen und zu zeitlichen und inhaltlichen Überschneidungen bzw. Versäumnissen führen.

Ein wichtiges Ziel der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit ist die freie Meinungsbildung eines jeden Bürgers. Der Bürger soll nicht beeinflusst, sondern informiert werden und darüber hinaus bereit sein, mit der Kommune in einen Dialog zu treten. Die Kommune selber muss ebenfalls zu diesem Dialog bereit sein, um zu kommunizieren und im Idealfall eine symmetrische Public Relations zu erreichen:

„Städtische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hat einerseits die Pflicht, den demokratischen Prozeß zu fördern, neutral und unparteiisch die Medien und die Bürger über die Arbeit der Stadtverwaltung zu unterrichten. Sie hat andererseits die Aufgabe, ein positives, einheitliches Erscheinungsbild der Stadt zu fördern, die Stadt so gut wie möglich in den Medien dargestellt zu bekommen und damit auch die Arbeit der Stadtverwaltung und des Oberbürgermeisters gut zu verkaufen.“[18]

Als Beginn kommunaler bzw. städtischer[19] Öffentlichkeitsarbeit wird in der Literatur oft die Angabe Müllers zitiert: „In Magdeburg entstand 1906 [...] die erste städtische Pressestelle“[20]. Diese Angabe bedeutet aber nicht, dass es zuvor keine Öffentlichkeitsarbeit gab. Seeling spricht von „öffentliche[r] städtische[r] Kommunikation“[21], die er schon weit vor 1906 sieht, indem er die Gemeindezeitungen und städtischen Bekanntmachungen, die schon vor Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 existierten, als Vorläufer der „organisierte[n]“ Kommunikation ansieht. Ebenso datiert Bentele Formen kommunaler Öffentlichkeitsarbeit in diese Zeit, indem er sagt, dass es „auf kommunaler Ebene [...] Öffentlichkeitsarbeit spätestens seit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts“[22] gab.

Mit der Gründung der ersten kommunalen Pressestelle in Magdeburg begann eine deutschlandweite Ausbreitung von Pressestellen oder Nachrichten- und Informationsämtern. Zwischen 1906 und 1927 wurden im Deutschen Reich 68 Nachrichten- bzw. Presse- und Verkehrsämter gegründet, so dass fast jede größere Stadt eine Anlaufstelle für Journalisten und Bürger bot. Diese Entwicklung steht in Zusammenhang mit der Erkenntnis, dass Öffentlichkeitsarbeit eine Notwendigkeit darstellt.[23]

Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914 ist ein Zuwachs intensiver Öffentlichkeitsarbeit und Informationstätigkeit zu verzeichnen, da die Bevölkerung während des Krieges besonders an Informationen interessiert war. Dies entwickelte sich in der Weimarer Republik weiter, weshalb viele Nachrichten- und Presseämter gegründet wurden. Nach und nach entstand ein eigenes Berufsfeld, nämlich das der Öffentlichkeitsarbeiter, die sich 1921 in der „Arbeitsgemeinschaft städtischer Nachrichten- und Presseämter“ mit Sitz in Erfurt zusammenfanden, u.a. um Erfahrungen auszutauschen. Die Pressereferenten entwickelten darüber hinaus einen Maßnahmenkatalog für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Presse, von dem einige Punkte immer noch gültig sind. In diesen Maßnahmen sind u.a. die weitgehend selbständige Stellung für den Leiter des Presseamtes und die Erlaubnis, den Presseamtsleiter an den Sitzungen der Verwaltung teilnehmen zu lassen, festgehalten. Schon damals forderte man, dass das Presseamt dem Verwaltungschef unmittelbar unterstellt werden sollte.

Was die Zeit zwischen 1933 und 1945, die Zeit des Nationalsozialismus, angeht, lässt sich nur eine eingeschränkte kommunale Öffentlichkeitsarbeit feststellen, da eine Selbstverwaltung durch die Gleichschaltung aller Ämter nicht möglich war. So galt auch in diesem Bereich weitgehend das Führerprinzip, weshalb Öffentlichkeitsarbeit, wie wir sie heute verstehen, nur gering stattfand, zumindest bei staatlichen und kommunalen Behörden.

Nach 1945 war ein gesteigertes Bedürfnis nach objektiver Information zu verzeichnen, aber mit der Gründung zweier deutscher Staaten im Jahr 1949 entwickelten sich auch zwei verschiedene Formen der Öffentlichkeitsarbeit: eine demokratische in der Bundesrepublik und eine sozialistische in der DDR.

3. Öffentlichkeitsarbeit in der DDR

3.1 Öffentliche Kommunikation im Sozialismus

Um die Öffentlichkeitsarbeit im System des Sozialismus näher beleuchten zu können, bedarf es nicht nur des Wissens um die Aufgaben, Merkmale und Strukturen vom Tätigkeitsfeld „Öffentlichkeitsarbeit“ allein, sondern vielmehr ist es wichtig, das System zu erklären, in das dieser Bereich eingebettet war. Dabei soll es zunächst um die öffentliche Kommunikation im Allgemeinen gehen, um sich dann spezifischer mit der Öffentlichkeitsarbeit zu beschäftigen.

„Sprache und Kommunikation standen im Dienst der sozialistischen Bewußtseinsbildung, der Meinungsbeeinflussung im Sinne der marxistisch-leninistischen Weltanschauung.“[24] - so bewertet u.a. Gärtner die öffentliche Kommunikation in der DDR.

Die öffentliche Kommunikation kann man als einen Indikator für die Gesellschaft nehmen, da sie aufzeigt, welche Strukturen in dem politischen und sozialen System existieren. Durch die Alleinherrschaft der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bedingt, wies die Kommunikation in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit einen „offiziellen (d.h. dienstlichen, im Unterschied zu privatem) Charakter“[25] auf. Es bestehen selbstverständlich auch in Demokratien Unterschiede zwischen der privaten und der offiziellen Kommunikation. Bemerkenswert bei der öffentlichen Kommunikation in der DDR ist jedoch der Missbrauch der Sprache zum „Herrschaftsmittel“ und die Einengung der Kommunikation dahingehend, dass die Sprache „ideologisch strikt festgelegt und von geringem Ausdrucksreichtum“ war und sich „einer Narkosemaske“[26] gleich über die Kommunikationsteilnehmer legte. Die politisch-ideologisch besetzten Phrasen und Formulierungen wirkten sehr stark in die gesellschaftliche Kommunikation. Es kam zum sogenannten „code-switching“[27] zwischen der formellen Sprache und der persönlich geprägten Alltagssprache, weil die vorgegebene Kommunikationsstruktur bei öffentlicher Kommunikation eingehalten werden musste.[28] Daher würden aus verständlichen Gründen die DDR-Bürger nach dem Abschied vom SED-Regime sogar dazu neigen, die Bedeutung der offiziellen Sprache für ihren Sprachgebrauch als völlig belanglos herunterzuspielen.[29] Fix bezeichnet den öffentlichen Sprachgebrauch in der DDR als „rituelle Kommunikation“[30] und zeigt die Nähe zwischen dem politischen und sprachlichen Handeln auf. Hauptmerkmale seien

„die ausgedehnte Schablonisierung und Ritualisierung des Sprachgebrauchs und des kommunikativen Verhaltens in der Öffentlichkeit. [...] Da alles - Politik, Wirtschaft, Bildung, Kultur - von oben geregelt wurde, war zwangsläufig auch der Ablauf offizieller kommunikativer Prozesse von oben bestimmt“[31].

Gudorf geht noch einen Schritt weiter und wirft der öffentlichen Sprachkommunikation eine „immanente Parteilichkeit“[32] vor.

Die öffentliche Kommunikation ist demnach zum einen durch Politisierung und Ideologisierung charakterisiert, zeigt zum anderen aber auch einen Rückzug in private Nischen, der genutzt wurde, um die tabuisierten Themen anzusprechen. Die sogenannte Nischengesellschaft, in der sich ein entpolitisiertes, alltägliches Leben abgespielt hat, bildete sich gegen den Staat heraus.[33] Kuczynski stellt zudem fest, dass der öffentlichen Kommunikation vor allen Dingen der Meinungsstreit und die Kritik fehlten, wobei aber die öffentliche Diskussion von Widersprüchen die Voraussetzung dafür wäre, sie zu lösen.[34]

Für Wolle ist die Beherrschung der Kommunikation in der DDR beispiellos in der neueren europäischen Geschichte, da es wohl niemals und nirgendwo eine derart lückenlose und perfekte Überwachung des öffentlichen Raumes gegeben habe. Zugleich muss er aber feststellen, dass sich Gegenöffentlichkeiten, u.a. in der Kirche, bilden konnten.[35]

Versucht man nun, um die öffentliche Kommunikation wissend, sich der Kommunikationsform „Öffentlichkeitsarbeit“ zu nähern, so wird einem bewusst, dass man nicht von einer „Öffentlichkeitsarbeit in der DDR“ sprechen kann, wenn man den Begriff als denjenigen versteht, wie er in heutiger Zeit definiert wird. Die Öffentlichkeitsarbeit in der DDR ist demnach eine spezifische, die man entweder mit einem Attribut versehen muss, um diese Spezifik und somit Abgrenzung zur Öffentlichkeitsarbeit in Staaten mit parlamentarisch-demokratischer Regierungsform zu verdeutlichen, oder man muss um diese Besonderheit inhaltlich wissen, dann erübrigt sich ein zusätzlicher Begriff.

Es steht somit fest, dass man es mit einer besonderen Form der Öffentlichkeitsarbeit zu tun hat und das vor allem deshalb, weil das politische System der SBZ bzw. der DDR so stark auf alle Kommunikationsformen und Berufsfelder gewirkt hat, weshalb diese immer untrennbar voneinander gesehen werden müssen. Aus dem Wissen heraus, dass die DDR eine Diktatur war und dass alles „im Sinne und zum Zweck des kommunistischen Endziels“[36] getan wurde, ergibt sich auch, dass die praktizierte Öffentlichkeitsarbeit nicht losgelöst von dem politischen System gesehen werden kann - eine demokratische und freie Form der Öffentlichkeitsarbeit ist sowohl von den rechtlichen als auch von den gesellschaftlichen Bedingungen nicht möglich gewesen.[37]

Diese Feststellung bedarf aber insofern auch einer Einschränkung, als es in einem System unterschiedliche Ausprägungen von Staatstreue resp. Parteitreue geben kann - und genau an diesem Punkt setzt auch das Problem an, Öffentlichkeitsarbeit in der DDR einordnen und bewerten zu können: Es wäre zu einfach und auch falsch, bei dem Berufsfeld Öffentlichkeitsarbeit von reiner (parteipolitischer) Propaganda zu sprechen, aber genauso oberflächlich ist es, diese beiden Kommunikationsformen (Propaganda und Öffentlichkeitsarbeit) als sich ausschließende Prinzipien und die Öffentlichkeitsarbeit in der DDR frei von politischen Zielen zu sehen.

Es geht bei der Betrachtung von Öffentlichkeitsarbeit in der DDR also zugleich um das Verhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Propaganda sowie den Versuch, Überschneidungen, Trennlinien und Definitionen zu finden, die helfen sollen, beide Phänomene hinreichend zu beschreiben. Dabei reichen die Ansätze von der Übereinstimmung bis hin zur deutlichen Trennung von Öffentlichkeitsarbeit und Propaganda. Liebert benennt drei verschiedene Positionen zum Verhältnis beider. Vertreter der ersten Position, und dazu gehört beispielsweise Kunczik, subsumieren die Öffentlichkeitsarbeit unter die Propaganda und sind für eine Gleichsetzung. Kunczik sieht sich damit in der Tradition der ersten PR-Theoretiker wie beispielsweise Bernays oder Lasswell, weshalb für ihn „PR nur ein anderes Wort für Propaganda“[38] sei. Die zweite Position wird v.a. von Bentele und Poerschke vertreten, die deutliche Unterschiede zwischen Propaganda und Öffentlichkeitsarbeit sehen, was vor allem die Wahl der Mittel und Instrumente bzw. die Akteure selber betrifft. Die dritte Position, die vor allem von Grunig und Hunt getragen wird, sieht Propaganda als einen Teil der PR an.[39]

Röhr fragt provokativ: „Gab es überhaupt so etwas wie Public Relations in der DDR? Oder zweitens: War das, was sich in der DDR Öffentlichkeitsarbeit nannte, nicht einfach eine bestimmte Art realsozialistischer Propaganda, wenn nicht sogar identisch damit?“[40] Poerschke dagegen kommt zu der Auffassung, dass „Propaganda und Öffentlichkeitsarbeit bei aller äußerlichen Ähnlichkeit nicht miteinander gleichgesetzt werden können“[41].

Es zeigen sich in der Literatur verschiedene Ansätze, die sich den beiden Phänomenen auf unterschiedliche Herangehensweise nähern, sei es aus kommunikationswissenschaftlicher, politischer oder sozialer Sicht. Besonders erwähnenswert sind der Aufsatz Maletzkes über Propaganda aus dem Jahre 1972[42] sowie der Artikel im prmagazin von Swoboda über Öffentlichkeitsarbeit in der DDR von 1986[43]. In neuerer Zeit sind es vor allem Bentele und Liebert, die eine wissenschaftliche Aufarbeitung thematisieren.[44]

Maletzkes Ausführungen gehen besonders auf das Verhältnis von Kommunikation und Politik ein. Er stellt fest: „Propaganda wird also nicht um ihrer selbst willen betrieben, sondern sie ist ein Mittel im Dienste politischer Absichten.“[45] Maletzke setzt seine Erkenntnisse zwar noch nicht in Beziehung zur Öffentlichkeitsarbeit, aber seine Überlegungen helfen, Trennlinien aufzudecken. Auch wenn sich Swoboda in dem erwähnten Artikel primär mit der Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt, kommt er auch auf Propaganda zu sprechen, um Unterschiede aufzudecken und stellt fest, dass „neben Agitation und Propaganda [...] die sozialistische Öffentlichkeitsarbeit“[46] besteht. Trotz der „Einbettung aller Kommunikationsformen in die gesamtgesellschaftliche, politische Informationstätigkeit“ unterscheidet er Agitation, Propaganda und Öffentlichkeitsarbeit und gibt kurze Definitionsansätze.[47]

Bentele unternimmt in seinem Aufsatz von 1999 den Versuch, Abgrenzungen und Überschneidungen zwischen Propaganda und Öffentlichkeitsarbeit zu finden und ist der Auffassung, man müsse zwischen Berufsfeld und Kommunikationsstil unterscheiden. Es gebe in der DDR ein empirisch beschreibbares Berufsfeld Öffentlichkeitsarbeit, das Gemeinsamkeiten, aber auch eine Reihe von deutlichen Unterschieden mit dem PR-Berufsfeld in der Bundesrepublik aufweise.[48]

Geht man zunächst genauer auf die Merkmale der Propaganda ein, so sind die Überlegungen von Merten hilfreich. Er stellt in seinem Aufsatz folgende Kriterien für die politische Propaganda auf:[49]

- Alleinstellungsmerkmal
- Verhaltensprämissen
- Ausschließlichkeitscharakter
- Androhung von Strafe bei Nicht-Gehorsam
- Linientreue
- Verheißung positiver Sanktionen
- Bezug auf eine bessere Zukunft.

Dieser Merkmalskatalog zeigt die wesentlichen Punkte der Propaganda auf, wie man sie weitestgehend auch bei anderen Theoretikern findet.[50] Sie spiegeln einen Teil des politischen Systems der DDR wider, in dem der Führungsanspruch der SED Kernpunkt der Politik war, wie das Lied „Die Partei, die Partei, die hat immer recht“[51] symbolisch darstellt. Merten resümiert: „Propaganda ist […] eine […] Form der Anwendung von Macht“[52]. Diese Kriterien sind aber nicht unüberlegt auf Öffentlichkeitsarbeit übertragbar, weil ihr Ziel nicht primär ein politisch-ideologisches ist. „Einer der Ansprüche an Öffentlichkeitsarbeit in der DDR war also [...] , Aufgaben und Leistungen des Unternehmens öffentlich zu machen und um Vertrauen und Anerkennung zu werben.“[53] Das Aufbauen von Vertrauen zeigt den Unterschied zur Propaganda, ebenso die Tatsache, dass die Öffentlichkeitsarbeiter weder Strafen bei Nicht-Gehorsam oder Verheißungen aussprachen, wie es Merten für die Propaganda vermerkt. Zudem hält Poerschke vor Augen, dass als Öffentlichkeitsarbeit nicht das bezeichnet werden sollte, was unter der politisch-ideologischen Führungsarbeit und unter Agitation und Propaganda allgemein verstanden wurde.[54]

Es stellt sich nun die Frage, ob sich noch die Ansicht vertreten lässt, von einer Gleichsetzung von Öffentlichkeitsarbeit und Propaganda zu sprechen. Kann man wirklich behaupten, in der DDR, auch wenn das System nicht demokratisch war, wäre jede Form von Öffentlichkeitsarbeit gleich Propaganda gewesen? Lässt sich nicht trotz des Systemzwangs von zwei Phänomenen sprechen, die einander ähnlich, aber auch verschieden sind? Die Frage lautet daher m.E. nicht, ob man von zwei unterschiedlichen Dingen sprechen muss, sondern nur darum, wie diese beiden Sachverhalte zueinander stehen. So schließe ich mich der Auffassung Benteles an, der davon ausgeht, dass es zu DDR-Zeiten durchaus eine nicht auf politische Propaganda reduzierbare Öffentlichkeitsarbeit gab.[55]

Eine „relativ autonome Öffentlichkeitsarbeit“[56] lässt sich in Bereichen wie der Kultur, in den Kommunen, auf Messen und in den Kontakten zum Ausland feststellen. Weil durch persönliche Verbindungen Wege unpolitischer Entscheidungen genutzt wurden bzw. in den Beziehungen mit dem kapitalistischen Ausland bewusst auf politische Zusätze verzichtet wurde, war „Öffentlichkeitsarbeit in der DDR für ein Unternehmen, das intensive Außenhandelsbeziehungen pflegte, nahezu unproblematisch und deckungsgleich mit PR in der Marktwirtschaft“[57]. Da es bei Kontakten mit dem Ausland nicht um politisch-ideologische Maßnahmen ging, - da es laut Merkwitschka aussichtslos sein dürfte, die kapitalistischen Partner von der sozialistischen Ordnung zu überzeugen - konzentrierte sich diese Öffentlichkeitsarbeit auf Verständigung sowie Vertrauens- und Kontaktpflege und wies keine großen Unterschiede zu der PR in der BRD auf.[58] Müller hält besonders den Umstand der Planwirtschaft für einen Grund, von Öffentlichkeitsarbeit zu sprechen. Gerade deshalb sei es notwendig gewesen, öffentliches Ansehen und Vertrauen zu schaffen sowie ein positives Image herzustellen.[59]

3.1.1 Verständnis von Propaganda und Agitation aus Sicht der DDR

Diese beiden Begriffe wurden in der DDR durchweg positiv gesehen, wenn es sich um Agitation und Propaganda im eigenen Land oder in den anderen sozialistischen Ländern handelte. Trotz der negativen Besetzung des Begriffs durch die Nationalsozialisten und die Abwendung davon nach 1945, übernahm die DDR diesen Terminus und besetzte ihn mit einer positiven Konnotation. Eine mögliche Erklärung mag darin liegen, dass „Propaganda“ besonders von den Kommunisten und linken Sozialdemokraten gebraucht wurde und man sich dieser Tradition anschließen wollte.[60] Dies ist besonders zu berücksichtigen, werden doch „Agitation“ und „Propaganda“ seit 1945 in der BRD mit negativen Inhalten belegt und stehen für Manipulationstechniken mit ideologischer und politischer Beeinflussung.[61]

In der DDR galten beide Formen als „entscheidender Bestandteil der ideologischen Arbeit“[62] und sind als systematische Einflussnahme auf die Menschen und ihr Denken und Handeln zu verstehen. Im Mittelpunkt stand die Ideologie der führenden Partei, der SED, wobei besonders die Theorien und Lehren von Lenin, Marx und Engels vermittelt wurden. Ihre theoretischen Abhandlungen dienten als Legitimation für die sozialistische Gesellschaftsordnung der DDR.

Propaganda als das „dominierende Mittel“[63] der Erziehung und Aufklärung wurde als rechtmäßige Methode angesehen, die Führung zu untermauern und politische Maßnahmen sowie Entscheidungen zu erklären. Betrachtet man propagandistische Texte, wie sie z.B. in Reden und Vorträgen zum Tag der Republik am 7. Oktober jeden Jahres oder auf den Parteitagen gehalten wurden, wird das Ziel der Durchsetzung und Rechtfertigung deutlich:

„Agitation und Propaganda sind darauf gerichtet, […] alle Werktätigen mit der Generallinie, mit dem ganzen Gedankengut des VIII. Parteitages vertraut zu machen, sie von der Richtigkeit des von uns vorgeschlagenen Weges zur Lösung der Fragen der Gegenwart und Zukunft zu überzeugen.“[64]

Häufig wurden die beiden Begriffe gekoppelt oder synonym benutzt. Trotzdem bestehen Unterschiede, die sowohl theoretisch als auch praktisch hervorgehoben wurden. Dabei wurde Propaganda als ein ideologischer Komplex verstanden und als sozialistische Weltanschauung im Ganzen wissenschaftlich aufgearbeitet und vermittelt. „Für die Methode der Propaganda ist gründliche theoretische Erörterung und Erläuterung der zu behandelnden Fragen charakteristisch.“[65]

Agitation hingegen greift einzelne Aspekte auf und versucht, aktuelle Handlungsanweisungen zu geben. Dabei wirkt sie eher emotionalisierend, ist doch das „Aufrütteln und Anspornen“[66] das grundlegende Merkmal. Die eher rationale Propaganda erhebt einen wissenschaftlichen Anspruch. Beiden gemein ist die Verbreitung der Ideologie, wobei sich die Methoden unterscheiden. Während durch Agitation Massen erreicht werden sollen, richtet sich Propaganda an den einzelnen.[67] Wolf führt für die Agitation die Arbeit mit den Massenmedien unter Zuhilfenahme von gesprochenem Wort und Bild („Sichtagitation“) an, um die Bevölkerung zu erreichen. „Aufgabe der Propaganda war es hingegen, systematisch und gezielt die Ideologie der SED zu verbreiten.“[68] Propaganda versteht sich deshalb oft als vorwiegend schriftliche Kommunikation, Agitation dagegen häufig als eher mündliche Verbreitung. Wollte man bewusst keine Trennung vornehmen, sondern die Anwendung beider Methoden vornehmen, wurde der Begriff „Agitprop“ verwendet.

Wichtigste theoretische Grundlage der sozialistischen Propaganda stellte der Marxismus-Leninismus dar, der auf den Theorien von Marx und Engels sowie den Abhandlungen Lenins basierte.

Der Marxismus-Leninismus als eine Weltanschauung, aber auch als philosophisches, politisches und ökonomisches System, stellte eine Symbiose mehrerer Theorien von Marx, Engels und Lenin dar. Marx und Engels arbeiteten z.T. gemeinsam an den Werken und Lenin baute auf diese auf.

Im Manifest der kommunistischen Partei (1848) formulierten Marx und Engels Thesen ihrer Gesellschaftstheorie. Sie äußerten sich zu ihren Ansichten über die Gesellschaft im Kapitalismus und zu dem Verhältnis der Bourgeoisie zum Proletariat, was in den Aufruf „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ mündete. Ihnen schwebte eine Gesellschaft vor, in der die Proletarier politisches Bewusstsein annehmen, weshalb durch die sich zuspitzenden Klassengegensätze eine Revolution angefacht werde, die zur Auflösung der Bourgeoisie und des Kapitalismus führe.

Lenin ging besonders auf die Funktionen der Presse ein. Wichtig sei, sie als Instrument des Klassenkampfes zu benutzen: zunächst die Macht im Staat mit der Parteipresse erobern, um dann die gesamte Presse als Mittel zur Festigung der Herrschaft und zur Verwirklichung der Diktatur des Proletariats einzusetzen.[69] In seinem umfangreichen Aufsatz Was tun? propagierte er die Errichtung der Diktatur des Proletariats, wandte sich somit demonstrativ von einer Massenpartei, die die Revolution in Angriff nimmt, ab und befürwortete die Arbeiterpartei mit einer politischen Avantgarde.

Dem Ansatz Lenin folgend sollte mit der Anwendung von Agitation und Propaganda zum einen die eigene Gesellschaft indoktriniert und zum anderen weitere, feindliche Ideologien, auch innerhalb der sozialistischen Bruderländer, z.B. Titoismus, Maoismus, abgewehrt werden.

Im November 1972 wurden innerhalb des Politbüros des Zentralkomitee (ZK) der SED neue und weitere Aufgaben von Agitation und Propaganda festgelegt. Darin heißt es u.a., dass sich die sozialistische Gesellschaft die „in ihrem Ausmaß neue Aufgabe“ gestellt hat, „das wissenschaftliche Weltbild in der ganzen Arbeiterklasse, bei allen Werktätigen und besonders in der Jugend weiter herauszubilden“[70]. Die angesprochene Erziehung der Arbeiter und der Jugendlichen stand jedoch der erwünschten Polemik[71] entgegen, denn ein wirklicher Meinungsstreit, Ideenkampf oder Gedankenkrieg, wie Polemik im „Wörterbuch der sozialistischen Journalistik“ definiert wird, war nicht angestrebt worden und hat auch nicht wirklich stattgefunden, da andere Anschauungen, Ideen oder Theorien als die sozialistische Ideologie nicht geduldet wurden. Die eigene Weltanschauung wurde nie in Frage gestellt.

Gibas betont die systemimmanente Sichtweise, in der Propaganda als wissenschaftliche Aufklärung definiert und der Marxismus-Leninismus als eine der Wahrheit verpflichteten Weltanschauung dargestellt wurde. Der Aspekt der Unwahrheit und Manipulation, wie Propaganda heute größtenteils verstanden wird, kam somit laut Definition nicht zum Tragen, obwohl die Merkmale Überzeugung, Missionierung und vor allem Mobilisierung trotzdem intendiert waren.[72] Wolf jedoch reduziert die Wirkung von Propaganda dahingehend, dass sie darin eine Verbreitung wirklichkeitsfremder Phrasen sehe, die auf die breite Masse der Bevölkerung kaum Einfluss hätte.[73] Demnach wären die Auswirkungen von Propaganda auf alle Bereiche relativ gering, was eine veränderte Herangehensweise bei der Betrachtung öffentlicher Kommunikation erforderlich mache. Wolf geht somit von einer weit weniger effektiven Wirkung der sozialistischen Propaganda aus, als vielfach angenommen wird. Wenn demnach die politische Propaganda weniger wirkungsvoll war, müsste dies auch eine weniger propagandistische Öffentlichkeitsarbeit hervorrufen.

Fest steht, Agitation und Propaganda bewirkte durch das Durchsetzen von Machtinteressen und der Verbreitung einer bestimmten Ideologie eine selektierte Kommunikation, welche die öffentliche Kommunikation wesentlich geprägt hat. Buzek fasst zusammen, dass Propaganda und Agitation zusammen mit dem Zwang die wichtigsten Werkzeuge zur Aufrechterhaltung der kommunistischen Diktatur bildeten.[74]

3.1.2 Verständnis von Öffentlichkeitsarbeit aus Sicht der DDR

Um sich einer Definition von Öffentlichkeitsarbeit in der DDR zu nähern, soll es nun darum gehen, wie dieser Begriff in der DDR selber definiert und gehandhabt wurde.

1958 erschien in der Zeitschrift „neue werbung“ ein Artikel von Klein, in dem zum ersten Mal auf dem Gebiet der DDR der Begriff „Public Relations“ auftauchte.[75] Es wird jedoch aus der Literatur, sowohl aus der primären als auch sekundären, deutlich, dass die Verwendung erst in den 60er Jahren einsetzte und eine wissenschaftliche Auseinandersetzung verstärkt in den 70er und 80er Jahren stattfand. So stammen zwar einige Dissertationen auch schon aus früheren Jahren[76] und es wird der Begriff Öffentlichkeitsarbeit bereits 1970 im Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache als Neuprägung bezeichnet[77], im Kleinen Politischen Wörterbuch aus dem Jahre 1979 (3. Auflage) erscheint er jedoch noch nicht, sondern erst ab der 4., überarbeiteten und ergänzten Auflage des Jahres 1983.[78] Laut Wöltge findet sich im offiziellen Sprachgebrauch der SED-Staatsführung der Begriff erstmals im Jahre 1965. In einem Beschluss des Politbüros des ZK der SED, der sich auf die 4. Journalistenkonferenz vom 11./12.12.1964 bezieht, heißt es: „Die wachsende Aktivität der Volksmassen stellt die staatlichen Organe in ihrer Öffentlichkeitsarbeit vor neue, noch größere Aufgaben.“[79]

Eine rege Beschäftigung mit diesem Begriff lässt sich bei der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR verzeichnen. Diese in Potsdam-Babelsberg ansässige Akademie gab besonders in den 80er Jahren Beiträge heraus, die sich mit den verschiedenen Formen von Öffentlichkeitsarbeit beschäftigten.[80]

Einen wesentlichen Beitrag für die kommunale Öffentlichkeitsarbeit leisteten die Zeitschriften „neue werbung“, „organisation“ sowie „Stadt und Gemeinde“. Die „neue werbung“, eine Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der sozialistischen Werbung - so der Untertitel - aus dem Verlag „Die Wirtschaft“ und seit 1953 erschienen, beschäftigte sich bereits 1958 mit dem Thema Öffentlichkeitsarbeit, häufig in besonderer Verbindung mit Werbung und Messewesen. Die von der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR seit 1966 herausgegebene Zeitschrift „organisation“, die bis zum Heft 4 des Jahres 1968 „Information“ hieß, widmete sich sogar mit einer ständigen Rubrik der Öffentlichkeitsarbeit, allerdings auch erst in den 80er Jahren. Ebenso von der Akademie herausgegeben wurde die Zeitschrift „Staat und Recht“, die in den 70er und 80er Jahren Beiträge zur Öffentlichkeitsarbeit publizierte. Zu erwähnen bleibt noch die Zeitung „Sozialistische Demokratie“, ein Organ des Staatsrates und des Ministerrates der DDR, die sich verstärkt in den Jahren 1970 und 1971 mit staatlicher Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt hat und beispielsweise in diesen beiden Jahren die Reihe „Besser informiert - bewußter handeln!“ veröffentlichte, die lose in den Ausgaben ab 32/1970 bis zur Ausgabe 9 des Jahres 1971 über Erfahrungen und Ansichten zur Öffentlichkeitsarbeit berichtete.

Was die Verwendung des englischen Begriffs „Public Relations“ und seiner deutschen Entsprechung „Öffentlichkeitsarbeit“ angeht, so findet sich in den verschiedenen DDR-Publikationen über die rund 30 Jahre hinweg die grundsätzliche Ansicht, dass man die sozialistische Öffentlichkeitsarbeit klar und deutlich von der westlichen und vor allem amerikanischen PR abgrenzen müsse.[81] PR in der BRD wurde als „die in den USA entwickelte und bis zur Perfektion getriebene Manipulation der Öffentlichkeit“[82] definiert bzw. als „Öffentlichkeitsarbeit“ bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Ging es dagegen um die eigene Öffentlichkeitsarbeit, wurde sie häufig als „staatliche“[83], „sozialistische“[84] oder als „demokratische“[85] Öffentlichkeitsarbeit bezeichnet und somit abgegrenzt.

Liebold begründet dies mit den unterschiedliche Ideologien, Beweggründen und Zielsetzungen, die beiden Formen von Öffentlichkeitsarbeit zugrunde lägen. Deshalb sei es auch grundfalsch, behaupten zu wollen, es handle sich bei sozialistischer Öffentlichkeitsarbeit um eine Anwendung von Prinzipien der Public Relations unter sozialistischen Verhältnissen. „Unsere sozialistische Öffentlichkeitsarbeit hat mit den Public Relations kapitalistischer Prägung inhaltlich nicht das Mindeste gemein.“[86]

Auch Klein, der den PR-Begriff in der DDR einführte, verwendete in seinen späteren Ausführungen das deutsche Äquivalent[87] und appelliert in einem Artikel, „keine Verwischung und Vermischung sozialistischer und kapitalistischer Theorien und Termini zuzulassen“[88]. Im Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache findet sich ebenfalls eine Unterscheidung, indem Öffentlichkeitsarbeit „unter sozialistischen Verhältnissen“ als „Maßnahmen zur Information der Öffentlichkeit“ verstanden wird, während Öffentlichkeitsarbeit unter kapitalistischen Verhältnissen eine gezielte, die Öffentlichkeit manipulierende Maßnahme sei.[89] Dabei wird eine negative Konnotation deutlich.

Die Attribuierung zeigt das Bedürfnis der DDR-Theoretiker, sich von der westlichen Auffassung zu distanzieren und die Besonderheit der Öffentlichkeitsarbeit in der DDR auch sprachlich zu verdeutlichen. Dabei wurden die Attribute „staatlich“, „sozialistisch“ und „demokratisch“ synonym behandelt. Es kam aber häufiger zu der Verwendung von „staatlich“ bzw. „sozialistisch“, womit die Zuordnung zu der politischen Dimension klar wird. Öffentlichkeitsarbeit wurde demnach als eine staatliche Aufgabe gesehen, die dem System des Sozialismus diente. Ging es dagegen explizit um regionale Aktivitäten, wurde der Zusatz „kommunalpolitisch“ oder „Öffentlichkeitsarbeit der örtlichen Staatsorgane“ verwendet.[90]

Betrachtet man die Definitionen und Abhandlungen in den Dissertationen oder in verschiedenen Wörterbüchern, so fällt auf, dass es meistens auf eine Zweiteilung hinauslief: die als staatlich bzw. sozialistisch bezeichnete und im Gegensatz dazu die überwiegend marktorientierte Öffentlichkeitsarbeit, zu der die Produktionswerbung, das Messewesen und die Kontakte zum Ausland gezählt wurden.[91] Die marktorientierte bzw. ökonomische Seite der Öffentlichkeitsarbeit reichte in den Bereich der Werbung hinein. Auch dazu gibt es verschiedene Ansichten zur Definition dieser beiden Begriffe. Liebold findet als Gemeinsamkeiten die Anwendung spezieller Kommunikationsmittel heraus und dass „beiden Kategorien [...] die politisch-ideologischen [...] Prinzipien zugrunde“[92] lägen. Unterschiede sieht er in den Interessen: bei der Werbung stehen kommerzielle Zwecke und der Konsument im Vordergrund, während es bei der Öffentlichkeitsarbeit um gesamtgesellschaftliche Interessen geht und um den Rezipienten als aktiven schöpferischen Mitgestalter. Deshalb stellt er abschließend fest, „daß die Öffentlichkeitsarbeit nicht identisch mit der Werbung, wohl aber mit ihr verwandt ist“[93].

Weiterhin lässt sich erkennen, dass die Öffentlichkeitsarbeit immer in einem politischen Kontext und somit untrennbar von der politischen Führung gesehen wurde. So wird sie im Wörterbuch der sozialistischen Journalistik als die „massenpolitische Arbeit von Staats- und Wirtschaftsorganen, Institutionen und Organisationen“ und als ein „untrennbarer Bestandteil der von der Partei der Arbeiterklasse geleiteten gesamten politisch-ideologischen Tätigkeit“ definiert.[94] Das Politische Wörterbuch definiert Öffentlichkeitsarbeit ähnlich, nämlich als „Teil der unter Führung der SED geleisteten politischen Massenarbeit aller Glieder der einheitlichen sozialistischen Staatsmacht und Bestandteil sozialistischer staatlicher Leitung“[95], womit die enge Verknüpfung von Kommunikation und Politik hervorgehoben wird. Im Wörterbuch zum sozialistischen Staat findet sich die zusätzliche Komponente der Mobilisierung, da Öffentlichkeitsarbeit als „aufklärende und mobilisierende, Wahrheit und Klarheit vermittelnde Arbeit“[96] angesehen wurde.

Es gab aber auch konträre Auffassungen des Begriffs „Öffentlichkeitsarbeit“. Wöltge sieht darin überwiegend eine Informationsgebung, da nicht die Information, die die Institution erhält, als Öffentlichkeitsarbeit zähle, sondern nur jene, die sie gibt.[97] Gegen diese Auffassung wehrt sich u.a. Lippold, weil er Öffentlichkeitsarbeit für eine Wechselbeziehung hält.

„Dem Wesen der Öffentlichkeit entsprechend hat sozialistische Öffentlichkeitsarbeit den Charakter eines konstruktiven Dialogs zwischen Staatsorganen und Öffentlichkeit, dessen Angelpunkt die öffentliche Meinung ist.“[98]

In einigen Publikationen wurde Öffentlichkeitsarbeit überwiegend als die Zusammenarbeit von staatlichen Organen und Massenmedien gesehen. Es lassen sich jedoch auch Ansätze finden, die eine stärkere Differenzierung bzw. Konzentrierung aufweisen. Für die kommunalpolitische Öffentlichkeitsarbeit beispielsweise sieht Wöltge die individuelle Kommunikation als Grundform deutlich vor den Massenmedien.[99] Auch Lippold beschränkt sich nicht nur auf die Zusammenarbeit des Initiators mit den Massenmedien, sondern definiert Öffentlichkeitsarbeit als organisierte schöpferische Wechselbeziehung zwischen Staatsorganen und Bevölkerung.[100]

Zunehmend, und das betrifft vor allem die 70er und 80er Jahre, findet sich das Bestreben, die Arbeit mit den Massenmedien als Mittel zu sehen, um den Bürgern näher zu kommen. Die direkte Kommunikation sollte dabei unterstützend wirken. Schröder plädierte dafür, die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Staatsorganen und den Medien noch besser zu nutzen, um die Bürger zu informieren, aber auch um ihre Ideen, Vorschläge und Hinweise zu beachten, damit eine Tribüne des Erfahrungsaustausches hergestellt werden könne.[101] Diese Ansicht spiegelte sich auch in der rechtlichen Grundlage wider, denn im § 9 des Gesetzes über die örtlichen Volksvertretungen (GöV) von 1985 heißt es, die örtlichen Räte hätten durch eine zielstrebige Öffentlichkeitsarbeit die Bürger zu informieren und dabei eng mit den Massenmedien zusammen zu arbeiten. Öffentlichkeitsarbeit verstand sich laut GöV zum einen als Mittel der Information und Diskussion und zum anderen als Maßnahme für die politische Mobilisierung der Bürger.[102]

Betrachtet man die Definitions- und Erklärungsansätze genauer, stehen aber auch immer wieder Information, Teilnahme und Vertrauen im Mittelpunkt - Begriffe, die ebenfalls in den Definitionen der amerikanischen und westdeutschen Theoretiker zu finden sind. Öffentlichkeitsarbeit bedeutete auch in der DDR „Werbung um Vertrauen“, „Verbesserung der Kommunikation“[103], „Überzeugungsarbeit“[104], „Information über wichtige Aufgaben, Maßnahmen, Probleme, Zusammenhänge und Erfahrungen“[105] sowie „umfassende Mitgestaltung und Mitbestimmung der Bürger an der Leitung und Planung des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens“[106]. In diesen Punkten lässt sich demnach eine Übereinstimmung zwischen der kapitalistischen und sozialistischen Auffassung finden. Der wesentliche Unterschied liegt in der Einbettung in das politische System und der engen Verknüpfung von Staat, Medien und Partei im Sozialismus. Dies war die grundlegende Auffassung vom Staat DDR und in der Verfassung dementsprechend verankert, somit erwünscht, sprich legitim, und damit wiederum auch legal.

3.2 Rechtliche und politische Rahmenbedingungen

Wie eingangs erwähnt kann die Öffentlichkeitsarbeit nur unter Berücksichtigung des politischen und damit auch rechtlichen Systems betrachtet werden. Die enge Verflechtung von Staat, Partei und Kommunikation bedarf einer genaueren Untersuchung.

In der Geschichte der DDR kam es neben der Gründungsverfassung von 1949 zu zwei Verfassungsänderungen, nämlich 1968 und 1974, die in bestimmten Punkten Veränderungen aufwiesen, die sich auch auf die Kommunikationsformen und somit auf die Öffentlichkeitsarbeit ausgewirkt haben.

So bekannte sich die Verfassung von 1968 im Artikel 47, 2 zum Prinzip des demokratischen Zentralismus und wich somit von den Grundsätzen bei der Gründung des deutschen Staates 1949 ab. Im Artikel 1 der Gründungsverfassung wird vom Deutschland als einem unteilbaren Land und vom deutschen Volk gesprochen, während es im Artikel 1 der Verfassung von 1974 heißt: „Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei.“[107] Hierbei wird die Konzentration auf die Arbeiterklasse und die Vormachtstellung der SED deutlich. Besonders in den 50er Jahren kam es verstärkt zu Maßnahmen, Gesetzen, Verordnungen und Anweisungen, die sich von den demokratischen Ansätzen in der Gründungsverfassung distanzierten und auf die Errichtung der Diktatur zielten. „Die noch weitgehend bürgerlich-demokratische Verfassung von 1949“[108] garantierte die Grundrechte wie freie Wahlen, Mitbestimmung (Art. 3, Abs. 3), persönliche Freiheit, Wahrung des Postgeheimnisses (Art. 8), Meinungsfreiheit und das Verbot der Pressezensur (Art. 9) sowie das Recht auf Eigentum (Art. 22). In der Praxis erfuhren diese Rechte mit den Jahren eine Aushöhlung. In dem Maße, wie die SED in den ersten Jahren des Bestehens der DDR ihre Vormachtstellung ausbaute, schrumpften die demokratischen Ansätze. Rechtlich gesehen spiegeln die Verfassungen von 1968 und 1974 bereits die Ergebnisse wider, die in den Jahren zuvor durch politische Maßnahmen eingeleitet wurden.

Eine grundlegende politische Rahmenbedingung stellte die Basis-Überbau-Theorie dar, die auf den Ideen von Marx fußte, aufgestellt in seinem Vorwort Zur Kritik der Politischen Ökonomie (1867). So teilte er die Gesellschaft in eine Basis ein, die er als die Gesamtheit der Produktionsverhältnisse versteht. Darauf erhebt sich der juristische und politische Überbau, der als System der ideologischen Verhältnisse definiert werden kann. Weiter heißt es, der Überbau werde in seinem Inhalt durch die Basis bestimmt und beide würden sich wechselseitig beeinflussen. Im Kleinen Politischen Wörterbuch wird auf die Realisierung dieser Gesellschaftstheorie eingegangen und festgestellt, dass den Elementen des Überbaus, das sind die Partei, der Staat und die Ideologie, eine überragende Bedeutung zukomme.[109]

Diese Marxsche Denkweise von der Gesellschaft sowie Lenins Auffassung von einer politischen Avantgarde hielten Einzug in den Sozialismus der DDR und galten als Grundlage der politischen Ordnung.[110]

Weitere wichtige Punkte in der Betrachtung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sollen im Folgenden kurz erläutert werden.

Mit der Übernahme der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) im Mai 1945 wurden sog. SMAD-Befehle erlassen, die den Neuaufbau betrafen. Diese sahen unter der Ägide der UdSSR eine antifaschistisch-demokratische Neuordnung vor. Nach der Gründung der DDR am 7.10.1949 und der Übertragung der Verwaltungsfunktion von der SMAD an die - zunächst provisorische - Regierung der DDR drei Tage später, wurden die Umstrukturierungsmaßnahmen ausgebaut: Dazu zählten der zentralistische Aufbau, die Kontrolle der Verwaltung, der Justiz sowie der Medien durch die Partei, die Gründung von Massenorganisationen, die Beseitigung des Föderalismus durch Auflösung der Länder und Errichtung von Bezirken sowie die Verschmelzung von Partei und Staat. Die 50er Jahre waren nicht nur die Jahre des Aufbaus des Sozialismus, sondern auch die Zeit der Machterrichtung und -festigung der SED. Die 60er Jahre sind vor allem durch eine ökonomische Stabilisierung geprägt, da die Wünsche und Forderungen der Bevölkerung stärker berücksichtigt wurden. Die Herrschaftsmethoden „verlagerten sich mehr und mehr vom Terror auf die Neutralisierung und Manipulierung der Massen“[111].

Die 70er und 80er Jahre, die nun nicht mehr als Aufbaujahre galten, waren durch den Ausbau der SED als beherrschende Partei charakterisiert. Die Verstärkung der ideologischen Schulung wurde auch nach der Ablösung des Generalsekretärs der SED und Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht durch Erich Honecker nicht geändert. „Die in der Verfassung der DDR verankerte «Führungsrolle» der SED gegenüber dem Staat wurde in der Periode 1971-1976 verstärkt hervorgehoben.“[112]

Mehr und mehr taten sich gesellschaftliche Widersprüche auf, die die SED zu überwinden versuchte. Wohnungsbau und Sozialwesen standen im Mittelpunkt, um gestiegene Bedürfnisse zu stillen und eine innere Stabilität zu erreichen. Der Versuch einer liberaleren Kulturpolitik endete mit noch drastischeren Maßnahmen, wie es die Zeit nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann im November 1977 gezeigt hat. Es kam zu Schwankungen zwischen „weicher“ und „harter“ Politik, „die typisch für diese Periode waren“[113]. Die sich abzeichnenden Probleme sozialer, aber auch wirtschaftlicher Art, traten in den 80er Jahren besonders zutage. Verschuldung, oppositionelle Kräfte, Planverfehlungen sowie die Reform-Politik Michael Gorbatschows, dem Generalsekretär der KPdSU, mit „Glasnost“ und „Perestroika“[114] leiteten den Untergang der DDR ein.

Eine überwiegend gesellschaftliche Rahmenbedingung stellt der Gründungsmythos dar, der aus zwei Komponenten bestand: zum einen die Überwindung des Faschismus und zum anderen die Abkehr vom kapitalistisch-imperialistischen Westen. Nach der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 war es der Wunsch vieler Deutscher, einen demokratischen, antifaschistischen Staat aufzubauen. Die Verwirklichung sahen sie nur in der Stärkung einer sozialistischen Arbeiterpartei, welche die Interessen des Proletariats vertreten und ein faschistisches Deutschland nie mehr zulassen würde. Namhafte Persönlichkeiten wie Anna Seghers, Bertolt Brecht, Thomas Mann, z.T. bürgerlichen Ursprungs, schlossen sich dieser Vorstellung an. Dies beflügelte beim Aufbau des Landes. Die 1932 von der Kommunistischen Partei (KPD) getroffene Vorhersehung, „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“[115], hatte sich bewahrheitet und führte dazu, dass man besonders dieser Partei den Neuaufbau zutraute, weil alle anderen Parteien im Kampf gegen den nazistischen Terror versagt hatten. Durch die Vereinigung der KPD mit den Sozialdemokraten (SPD) am 22.4.1946 wurden alle linken Kräfte gebündelt und gemeinsam für den sozialistischen Aufbau vorgesehen. Mit Wahlplakaten wie „Nie wieder Krieg!“ oder „Faschismus und Krieg haben euch die Jugend geraubt - wählt SED!“[116] sollte die Arbeiterklasse unter der Herrschaft der SED und mit Unterstützung der Nationalen Front, dem Bündnis aller anderen Parteien, zu sich finden und einen einheitlichen Weg einschlagen. Dass dies die Grundlage für die Vormachtstellung der SED und ihrem Machtausbau darstellte, konnten viele Menschen nicht einschätzen, sollte aber bei der Betrachtung der Legitimität der DDR berücksichtigt werden.

In der Nationalhymne der DDR vom 6.11.1949, deren Text von Johannes R. Becher stammt, heißt es: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt [...] Glück und Frieden sei beschieden Deutschland unserm Vaterland, alle Welt sehnt sich nach Frieden [...]“[117], womit das Wunschdenken dieser Zeit überdeutlich repräsentiert wird.

Leonhard, Angehöriger der „Gruppe Ulbricht“, die zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Moskau ideologisch geschult wurde und am 30.4.1945 nach Deutschland kam, um den politischen Aufbau zu koordinieren, stellte für die Zeit des Neuanfangs eine Euphorie fest und schrieb rückblickend:

„Ich war erfüllt von der Hoffnung auf eine relative Selbständigkeit in der politischen Entwicklung Deutschlands [...] So war ich, trotz aller kritischen Gedanken, gerade in jener Zeit besonders optimistisch und hoffnungsvoll und konnte den Beginn der neuen politischen Arbeit kaum erwarten.“[118]

Während viele an einen demokratischen Neuanfang glaubten und von einem sozialistischen Land träumten, reiften bei den SED-Funktionären die Ideen zum Machtausbau der Partei und dem Aufbau des zentralistisch geführten Staates. Ulbrichts Äußerung aus dem Jahre 1945 „Es ist doch ganz klar: Es muß demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“[119] verdeutlicht zum einen die Kerngedanken, zum anderen jedoch auch den hohen ideologischen Anspruch, den anzustrebenden Soll-Zustand. Welchen Ist-Zustand kann man dagegen für die 40 Jahre DDR feststellen? Welche Kluft besteht zwischen Anspruch und Wirklichkeit? Lorig stellte im Jahr 1989 fest, die DDR bliebe bisher allerdings den Beweis dafür schuldig, dass sie in der Lage sei, die ideologische Zielperspektive in politische Realität umzusetzen.[120] Diese Aussage bekräftigt die Annahme, dass die Wirklichkeit in der DDR weit weniger politisch, ideologisch und propagandistisch geprägt war, als von der SED erträumt wurde bzw. von der heutigen Wissenschaft z.T. angenommen wird.

3.3 Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit in der DDR

Von einer beginnenden Entwicklung auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit kann man ab Mitte der 60er Jahre sprechen. Diese Angabe findet sich beispielsweise bei Wöltge[121], bestätigt sich aber auch durch vorhandene Publikationen. Die zunächst theoretische Entfaltung des Themas, zunehmend durch das Praxisfeld bekräftigt und erweitert, verlief parallel zu politischen Richtlinien, Gesetzgebungen und Diskussionen.

Bei der begrifflichen Einordnung bildeten sich zwei Standpunkte heraus: zum einen die Öffentlichkeitsarbeit als neue Art der Werbung anzusehen und zum anderen die feste Verbindung von Politik und der sozialistischen Idee.[122] Es zeigt sich, dass die Dissertationen und Aufsätze aus DDR-Zeiten im Wesentlichen bei dieser Zweiteilung blieben.[123]

Hervorzuheben ist die 4. Journalistenkonferenz des ZK der SED vom 11. bis 12.12.1964 in Berlin. Unter dem Motto „Ideologische Waffen für Frieden und Sozialismus“ widmete man sich erstmalig von offizieller Seite der Öffentlichkeitsarbeit. Auf der Konferenz wurde folgendes festgehalten:

„Die wachsende Aktivität der Volksmassen stellt die staatlichen Organe in ihrer Öffentlichkeitsarbeit vor neue, noch größere Aufgaben. Sie müssen Beschlüsse und Gesetze mittels Presse, Rundfunk und Fernsehen vorbereiten und erläutern, Fragen der Bevölkerung verständlich beantworten, auf Vorschläge und Kritiken schnell reagieren, wichtige eigene Fragen und Vorhaben zur öffentlichen Diskussion stellen und sie gemeinsam mit dem Volk lösen.“[124]

Nur wenige Monate später folgte am 9.2.1965 der Beschluss des Politbüros des ZK der SED zu den Aufgaben von Presse, Rundfunk und Fernsehen beim umfassenden Aufbau in der DDR. In diesem werden die auf der Journalistenkonferenz zwei Monate zuvor getroffenen Erkenntnisse in einem offiziellen Dokument festgehalten und als Aufgaben formuliert. Der Begriff Öffentlichkeitsarbeit wird eingeführt, bleibt aber in seiner Umschreibung relativ vage.

Ein wichtiges Ereignis und für Poerschke das „erste zentrale Dokument“[125] stellte der Beschluss des Ministerrates vom 6.12.1967 über Aufgaben und Verantwortung der Leiter von Staats- und Wirtschaftsorganen und ihrer Presseinstitutionen für die Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenwirken mit der staatlichen Nachrichtenagentur ADN, Presse, Rundfunk und Fernsehen dar. Er legte erstmalig Aufgaben und Einordnung der Öffentlichkeitsarbeit innerhalb der staatlichen Organe und Betriebe fest.

Der VIII. Parteitag der SED vom 15.6. bis 19.6.1971, der zum einen Erich Honecker als neuen Ersten Sekretär präsentierte und zum anderen insofern eine Zäsur darstellte, als neue, realistischere Ziele als zu Ulbrichts Zeiten beschlossen wurden, spielte auch in der Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit eine große Rolle. Lippold sieht vor allem im VIII. Parteitag den Impuls für eine verstärkte Entwicklung bei der Gestaltung des politischen Lebens, der sozialistischen Gesellschaft und dem Verhältnis von Bürgern und Staat. Die Hinwendung des Staates zu den Massen könne vor allem durch die Öffentlichkeitsarbeit realisiert werden.[126]

Zu Beginn der 70er Jahre folgte ein Nachfolgebeschluss zu 1967, der Beschluss des Ministerrates vom 26.5.1972 über die Aufgaben und Verantwortung der Leiter der Staatsorgane, der wirtschaftsleitenden Organe und der zentralen staatlichen Einrichtungen und ihrer Presseinstitutionen für die Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenwirken mit ADN, Presse, Rundfunk und Fernsehen. Er legte die grundlegenden Prinzipien für die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Organen und Medieneinrichtungen fest. Darin heißt es im Abschnitt I,1, Grundsatz und Ziel sei die rechtzeitige, gründliche und zuverlässige Information, wobei jedoch auch betont wurde, die Überzeugung für die Richtigkeit der Politik bei den Bürgern zu festigen.[127]

[...]


[1] Zum Begriff des demokratischen Zentralismus vgl. 4.1.

[2] WÖRTERBUCH, 1970, S. I

[3] Als Beispiel soll Brunners Feststellung gelten, der nach einer ausführlichen Analyse und einem Vergleich zur Bundesrepublik zur Schlussfolgerung kommt, „die DDR nach wie vor zumindest als eine tendenziell totalitäre Diktatur zu qualifizieren“. (BRUNNER, 1989, S. 29) Des Weiteren seien die Totalitarismustheorien von Carl Joachim Friedrich sowie Hans J. Lietzmann genannt.

[4] Vgl. BRUNNER, 1989, S. 6f.

[5] Alle angegebenen Autoren sind im Literaturverzeichnis zu finden.

[6] OECKL, 1976, S. 52

[7] Vgl. LIEBERT, 2003, S. 130

[8] Vgl. BENTELE, 1997, S. 23

[9] Am 27.10.1807 benutzt Thomas Jefferson den Begriff „Public Relations“ in seiner Rede vor dem Kongress. In Deutschland ist es vor allem das Jahr 1851, das als Beginn von Öffentlichkeitsarbeit zählt, da zum einen die „Zentralstelle für Preßangelegenheiten“ in Preußen gegründet wurde und zum anderen der Industrielle Alfred Krupp auf der Weltausstellung in London seine Firma mit einem Stahlblock präsentierte und damit ein weltweites Image begründete. (Vgl. SZYSZKA, 1997, S. 321)

[10] PFLAUM/PIEPER, 1989, S. 247f.

[11] Zit. in PFLAUM/PIEPER, 1989, S. 113 oder OECKL, 1989, S. 13. Eine mögliche Übersetzung könnte lauten: Beziehungen für das allgemeine Wohl im Sinn haben.

[12] Vgl. OECKL, 1989, S. 14f.

[13] Für eine weitergehende Betrachtung vgl. OECKL, 1989, S. 13ff..

[14] PFLAUM/PIEPER, 1989, S. 247

[15] Artikel 28,2 lautet: „Den Gemeinden muß das Recht gewährleistet sein, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln. Auch die Gemeindeverbände haben im Rahmen ihres gesetzlichen Aufgabenbereichs nach Maßgabe der Gesetze das Recht der Selbstverwaltung.“

[16] PETER/MÜLLER, 1998, S. 231

[17] FURCHERT, 2000, S. 136f.

[18] HÖVER, 1997, S. 82f.

[19] In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts betrieben überwiegend Städte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, weniger kleinere Orte oder Gemeinden, weshalb der Begriff der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit erst für die Zeit nach 1945 zu finden ist.

[20] MÜLLER, 1977, S. 18

[21] SEELING, 1997, S. 266

[22] BENTELE, 1997, S. 22

[23] In der „Deutsche[n] Presse“ vom 14.2.1914 heißt es unter der Überschrift „Städtische Nachrichtenämter“: „In den Verwaltungen unserer großen Städte macht sich mehr und mehr das Bedürfnis nach einer besseren Fühlungnahme mit der Presse geltend. Wir sehen hier im Kleinen ein Spiegelbild der Verhältnisse zwischen Reichs- und Staatsbehörden einerseits und der Presse andererseits. Die Presse selbst kann zur Förderung der gegenseitigen guten Beziehungen zwischen ihr und den Kommunen manches beitragen, aber weniger durch das geschriebene Wort, durch schöne Leitartikel, als durch eine klärende Aussprache.“ (DEUTSCHE PRESSE, 1914)

[24] GÄRTNER, 1996, S. 120

[25] MICHEL, 1986, S. 189

[26] FIX, 1996, S. 13

[27] LÜDTKE/BECKER, 1997, S. 63

[28] Dazu gehören z.B. die Formalia in Briefen wie „Mit sozialistischem Gruß“ oder der Beginn des Schulunterrichts mit der Aufforderung des Lehrenden „Für Frieden und Sozialismus! Seid bereit!“.

[29] Vgl. SCHLOSSER, 1999, S. 177

[30] FIX, 1996, S. 11

[31] FIX, 1996, S. 13. Gärtner resümiert ähnlich: „In der offiziellen Kommunikation bestand also eine strenge Determination von ‚oben’. In der Weise wurde das gesamte offizielle und öffentliche Reden und Schreiben in das Prokrustes-Bett der herrschenden Ideologie gezwängt und auch sprachlich auf dessen Maß geeicht.“ (GÄRTNER, 1996, S. 121)

[32] GUDORF, 1981, S. 93

[33] Vgl. SPIELHAGEN, 1993, S. 229

[34] Vgl. KUCZYNSKI, 1989, S. 753

[35] Vgl. WOLLE, 1999, S. 136f.

[36] PICAPER, 1976, S. 8

[37] Vgl. 3.2.

[38] KUNCZIK, 1993, S. 16. An anderer Stelle heißt es: „Insgesamt gesehen sind alle Versuche, Werbung, Public Relations und Propaganda unterscheiden zu wollen, semantische Spielereien.“ (S. 15f.)

[39] Vgl. LIEBERT, 1999, S. 11f.

[40] RÖHR, 1998, S. 40

[41] POERSCHKE, 1998, S. 83

[42] MALETZKE, 1972, S. 153 - 164

[43] SWOBODA, 1986, S. 27 - 30

[44] Hier seien v.a. die Arbeiten aus den Jahren 1998 und 1999 von BENTELE und LIEBERT genannt.

[45] MALETZKE, 1972, S. 157

[46] SWOBODA, 1986, S. 28

[47] Vgl. SWOBODA, 1986, S. 28

[48] BENTELE, 1999b, S. 100. Er definiert dabei Berufsfeld als Tätigkeit von PR-Akteuren innerhalb von Organisationen sowie Informations- und Kommunikationsstil als Muster, das aus selektierten Inhalten und bestimmten Kommunikationsformen besteht. (S. 101)

[49] MERTEN, 2000, S. 154

[50] z.B. bei Lasswell, Brown, Arendt und Friedrich, Hundhausen.

[51] SCHLOSSER, 1999, S. 35

[52] MERTEN, 2000, S. 161

[53] MÜLLER, 1998, S. 12

[54] Vgl. POERSCHKE, 1972a, S. 292

[55] BENTELE, 1995, S. 173

[56] LIEBERT, 1998, S. 6

[57] MÜLLER, 1998, S. 13

[58] Vgl. MERKWITSCHKA, 1968, S. 62

[59] Vgl. MÜLLER, 1998, S. 10

[60] Als Beispiel seien Lenin, aber auch der Kommunist Willi Münzenberg genannt, der mit seinem 1937 entstandenen Buch „Propaganda als Waffe“ die Propaganda als organisierte Form thematisierte.

[61] Zur Entstehung des Begriffs selber, seiner ursprünglichen Bedeutung und weiteren Entwicklung sei an dieser Stelle auf BENTELE, 1999a sowie GIBAS, 1998 verwiesen. Die Bewertung von Agitation und Propaganda in der BRD wird besonders bei RICHERT, 1958a deutlich.

[62] KLEINES POLITISCHES WÖRTERBUCH, 1983, S. 778

[63] GRIES, 1999, S. 28

[64] MITTAG, 1972, S. 20

[65] BÖTTGER, 1981, S. 70

[66] BÖTTGER, 1981, S. 71

[67] Lenin zitiert Martynow, der nach den Worten Plechanows gesagt hat: „Der Propagandist vermittelt viele Ideen an eine oder mehrere Personen, der Agitator aber vermittelt nur eine oder nur wenige Ideen, dafür aber vermittelt er sie einer ganzen Menge von Personen.“ (LENIN, 1973, S. 422)

[68] Vgl. WOLF, 2000, S. 4

[69] Vgl. LENIN, 1973, S. 11. In diesem Aufsatz Womit beginnen? findet sich auch der oft zitierte Ausspruch: „Die Rolle der Zeitung beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Verbreitung von Ideen, nicht allein auf die politische Erziehung und die Gewinnung politischer Bundesgenossen. Die Zeitung ist nicht nur ein kollektiver Propagandist und kollektiver Agitator, sondern auch ein kollektiver Organisator.“

[70] BÖTTGER, 1981, S. 71

[71] So heißt es: „Außerdem hängt die Wirksamkeit der Propaganda wesentlich von ihrer Streitbarkeit ab (*Polemik)“. (BÖTTGER, 1981, S. 70)

[72] Vgl. GIBAS, 1998, S. 62

[73] WOLF, 2000, S. 184

[74] BUZEK, 1965, S. 10

[75] KLEIN, 1958. Hierin geht es besonders um die Begriffserklärung, die Entwicklung und Rezeption der PR in den USA und in der BRD, wobei er bereits andeutet, dass man bestimmte Methoden und Techniken durchaus für den Sozialismus ausnutzen sollte. (7/1958, S. 2). In KLEIN, 1964 geht es bereits um die Anwendung von Public Relations in der DDR, speziell um jene mit dem kapitalistischen Ausland.

[76] Z.B. die Dissertation von Fred MERKWITSCHKA (1968) oder von Karla POERSCHKE (1972b)

[77] WÖRTERBUCH, 1970, S. 2694

[78] KLEINES POLITISCHES WÖRTERBUCH, 1983, S. 686f.

[79] 4. JOURNALISTENKONFERENZ, 1965, S. 247

[80] In der Reihe „Aktuelle Beiträge aus der Staats- und Rechtswissenschaft“ erschienen beispielsweise im Jahr 1981 „Information und Initiative. Erfahrungen massenwirksamer Formen und Methoden staatlicher Öffentlichkeitsarbeit seit dem IX. Parteitag der SED“, 1984 „Staatliche Öffentlichkeitsarbeit und sozialistische Kommunalpolitik“ und 1986 „Öffentlichkeitsarbeit beim innerstädtischen Bauen“. Vgl. AKADEMIE (1981), (1984) und (1986)

[81] Vgl. BECKER, 1994, S. 20

[82] HEYDEN et. al., 1968, S. 194

[83] KLEINES POLITISCHES WÖRTERBUCH, 1988, S. 697

[84] POERSCHKE, 1972b

[85] HEYDEN et. al., 1968, S. 543

[86] LIEBOLD, 1974, S. 31

[87] KLEIN, 1966, S. 4: In diesem Artikel legt er Wert auf „die Unterscheidung zwischen ‚kapitalistischen Public Relations’ und ‚sozialistischer Öffentlichkeitsarbeit’“ und gibt für beide Begriffe eine Definition.

[88] KLEIN, 1966, S. 6

[89] WÖRTERBUCH, 1970, S. 2694

[90] o.V., 1971, S. 28 / LIEBL, 1986, S. 33

[91] Eine ähnliche Einteilung nimmt auch Poerschke vor, indem sie die Öffentlichkeitsarbeit in „die politisch-ideologische Arbeit“ und „vorwiegend dem ökonomischen Bereich zukommende Erscheinung“ differenziert. POERSCHKE, 1972b, S. 2; Wöltge wählt die Begriffe „absatzpolitische“ und „staatliche Öffentlichkeitsarbeit“. WÖLTGE, 1973, S. 13ff. bzw. 23ff. oder auch 1979, S. 11ff. bzw. 19ff.

[92] LIEBOLD, 1974, S. 33. Im Handbuch der Werbung heißt es ähnlich: „Ebenso wie bei der Werbung sind auch für die sozialistische Öffentlichkeitsarbeit die Prinzipien der Parteilichkeit, Planbezogenheit, Planmäßigkeit und der Wirtschaftlichkeit anzuwenden.“ (MODEL, 1969, S. 117)

[93] LIEBOLD, 1974, S. 34

[94] BÖTTGER, 1981, S. 148

[95] KLEINES POLITISCHES WÖRTERBUCH, 1988, S. 697

[96] AKADEMIE, 1974b, S. 202

[97] Vgl. WÖLTGE, 1973, S. 95

[98] LIPPOLD, 1981, S. 76

[99] Vgl. WÖLTGE, 1973, S. 36 bzw. 39

[100] Vgl. LIPPOLD, 1981, S. 152

[101] Vgl. SCHRÖDER, 1981, S. 966

[102] Vgl. SCHRÖDER, 1985, S. 6

[103] KLEIN, 1966, S. 4

[104] POERSCHKE, 1972b, S. 31

[105] BÖTTGER, 1981, S. 148

[106] KLEINES POLITISCHES WÖRTERBUCH, 1988, S. 697

[107] In der Verfassung von 1968 ist der Zusatz „der Arbeiter und Bauern“ noch nicht verankert. Dort wird vom sozialistischen Staat deutscher Nation gesprochen.

[108] WEBER, 1991, S. 40

[109] Vgl. KLEINES POLITISCHES WÖRTERBUCH, 1988, S. 120

[110] Vgl. genauer MEW, 1975 sowie LENIN, 1973

[111] WEBER, 1991, S. 97

[112] WEBER, 1991, S. 138

[113] WEBER, 1991, S. 149

[114] „Glasnost“ bedeutet Öffentlichkeit und meint die Transparenz der Regierungstätigkeit, „Perestroika“ als Umbau steht für die Neugestaltung des politischen Systems.

[115] Diese von Ernst Thälmann am 12.3.1932 auf einer Wahlkundgebung getroffene Aussage wurde zur Losung der KPD. (http://www.thaelmann-gedenkstaette.de/biografie.html)

[116] VORSTEHER, 1997, S. 68

[117] Zit. in JUDT, 1998, S. 510

[118] LEONHARD, 2001, S. 420

[119] LEONHARD, 2001, S. 440

[120] Vgl. LORIG, 1989, S. 117

[121] WÖLTGE, 1973, S. 12ff. Er hält fest, „daß die Bezeichnung Öffentlichkeitsarbeit in der DDR ihren Ausgangspunkt im Bereich der Wirtschaft, und hier speziell in der Absatzpolitik gegenüber dem kapitalistischen Ausland nimmt. Sie wird etwa 1964 eingeführt und für ein relativ neues, sich entwickelndes Aufgabengebiet von Betrieben, Handelsorganen und wirtschaftsleitenden Organen genommen“. (S. 23)

[122] Vgl. genauer BENTELE, 2004, S. 5

[123] Zu nennen sind die Dissertationen von LIEBOLD (1974), LIPPOLD (1981), MERKWITSCHKA (1968), POERSCHKE (1972b), SCHMELTER (1972) und WÖLTGE (1973).

[124] 4. JOURNALISTENKONFERENZ, 1964, S. 247f.

[125] POERSCHKE, 1972a, S. 284

[126] Vgl. LIPPOLD, 1981, S. 3

[127] Vgl. HOLZWEIßIG, 1991, S. 308. Da die Beschlüsse des Ministerrates der DDR streng vertraulich behandelt wurden und dementsprechend auch offiziell nicht archiviert wurden (in der Deutschen Bücherei), sei auf diese Quelle (S. 305ff.) verwiesen, bei der sich ein Auszug aus den Mitteilungen des Ministerrates der DDR sowie weitere Beschlüsse zum Thema finden lassen.

Details

Seiten
135
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638722179
ISBN (Buch)
9783638725743
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v75643
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft
Note
2,1
Schlagworte
Kommunale SBZ/DDR

Autor

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Titel: Kommunale Öffentlichkeitsarbeit in der SBZ/DDR von 1945 bis 1989