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Motivation und Motivationsförderung im Sportverein

Praktikum in einem pädagogisch-psychologischen Handlungsfeld

Praktikumsbericht / -arbeit 2005 14 Seiten

Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffsdefinition: Motivation

2. Motivation und Motivationsförderung
2.1 Vorbemerkung
2.2 Motivation und motivationale Probleme innerhalb der Trainingsgruppe
2.3 Maßnahmen zur Motivationsförderung

Bibliographie

Einleitung

Mein außerschulisches Praktikum absolvierte ich in der Zeit vom 27.09 – 29.10. 2004 beim OSC X., Abteilung Triathlon. In diesem Sportverein war ich als Trainerin tätig und betreute den Bereich des Nachwuchsleistungssports. Die Trainingsgruppe bestand aus 12 Kindern und Jugendlichen – 4 Mädchen und 8 Jungen – im Alter von 11-17 Jahren. Als Trainerin war ich für die Trainingsplanung, -organisation und -durchführung zuständig und betreute im Durchschnitt 11 Trainingseinheiten pro Woche. In einigen Einheiten wurden die Athleten/innen getrennt nach Alter oder Leistungsstand trainiert, um dem individuellen Entwicklungsstand und damit einhergehenden sportwissenschaftlichen Erkenntnissen gerecht zu werden. Zusätzlich begleitete ich die Sportler/innen zu sportmedizinischen Leistungsdiagnostiken und zu einem Wettkampf.

Während meines Praktikums richtete ich mein Hauptaugenmerk auf die Motivation und Motivationsförderung. Für mich war es von besonderem Interesse, auch im Hinblick auf meine berufliche Zukunft als Lehrer, welche Motivation die Sportler/innen hatten die Sportart Triathlon zu betreiben, wie sich ihre Motivation äußerte, wann es motivationale Probleme gab und wie ich als Trainer die Motivation der Sportler/innen fördern kann. Wie später gezeigt werden soll, spielt die Motivation und Motivationsförderung insbesondere in Ausdauersportarten wie Triathlon, vor allem wenn er als Leistungssport betrieben wird, eine bedeutsame Rolle.

Auch wenn sich meine Beobachtungen auf eine Sportart richteten und ich als Trainerin in einem sehr spezifischen Feld tätig war, so sind die gewonnenen Erfahrungen, wenn auch etwas allgemeiner, auf den (Sport-) Unterricht übertragbar.

1. Begriffsdefinition: Motivation

Inhaltlich und quantitativ ist der Motivationsbegriff schwer einzugrenzen; fast jede Quelle zieht unterschiedliche Aspekte in Betracht und verwendet damit im Zusammenhang stehend eine Reihe verschiedenster Begriffe. Auch die Kategorisierungen der Motivation – biologische, soziale etc. – erfolgt in der Literatur nicht homogen. Im folgenden soll der Begriff dennoch, mit Bezug auf bestimmte Wissenschaftler, überblicksartig erläutert werden.

Nach Schneider und Schmalt bezeichnet Motivation „den aktuellen Zustand des Motiviertseins, die Gesamtheit der emotionalen und kognitiven Prozesse, die Verhalten steuern und antreiben [...]. Dazu gehören auch die Willensprozesse, Vorsätze und Entschlüsse, die durch Bewußtheit und Intentionalität gekennzeichnet sind.“[1] Zimbardo beschreibt diese Prozesse detailliert. Für ihn schließt der Begriff der Motivation folgendes ein: Energie und Erregung; Ausrichtung dieser Energie auf ein Ziel; selektive Aufmerksamkeit für bestimmte Reize; Organisation der Aktivität in ein integriertes Reaktionsmuster bzw. eine Sequenz; Aufrechterhaltung der Aktivität, bis sich die Ausgangsbedingungen ändern.[2] Zimbardo unterscheidet in erster Linie zwischen biologischer, psychologischer und sozialer Motivation. Legewie und Ehlers[3] wiederum liefern keine allgemeine Definition, sondern Beschreibungen für spezifische Motivationskategorien, wie Leistungsmotivation oder biologische Motivation.

Als Grundlage für diese Arbeit halte ich die relativ allgemeine Definition von Schneider und Schmalt als die angemessenste. Die biologische Komponente der Motivation scheint hier von geringer Relevanz, obwohl eine strikte Trennung der Motivationskategorien schwer möglich scheint.

2. Motivation und Motivationsförderung

2.1 Vorbemerkung

Im Voraus muss angemerkt werden, dass die Sportart Triathlon an sich eine große Motivation der Sportler/innen voraussetzt. Durch die Kombination von drei Einzelsportarten – Schwimmen, Radfahren und Laufen – und die zu bewältigenden Wettkampfdistanzen ergibt sich die Notwendigkeit eines hohen Trainingsumfangs und relativ langer Wettkampfzeiten, insbesondere wenn die Sportart, wie im Fall dieser Gruppe, als Leistungssport betrieben wird. Ausdauersportarten allgemein liegen lange Belastungszeiten und eine dafür notwendige Willensstärke diese zu „ertragen“ zugrunde. Eigene Erfahrungen im Wettkampfsport, Tätigkeiten in Sportvereinen und sportwissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Großteil der Kinder und Jugendlichen im Alter meiner Trainingsgruppe keine langfristige Motivation dafür aufbringen. Sie bevorzugen Sportarten, die eher „spaßorientiert“ sind, wie beispielsweise Mannschaftssportarten oder informell ausgeübte „Trendsportarten“. Die mentale Stärke, die für lange Ausdauerbelastungen notwendig ist, muss oftmals über einen langen Zeitraum, ähnlich wie die physische Leistungsfähigkeit, ausgeprägt werden bzw. scheint die Bereitschaft dafür im späten Jugendalter oder frühen Erwachsenenalter zu steigen. Bei den im Leistungssport stehenden Athleten/innen kommt der Motivationsförderung unter Umständen eine noch zentralere Rolle als in anderen Sportarten zu.

[...]


[1] Schneider / Schmalt 1994, S. 16 Die Autoren orientieren sich hier auch an einer Definition von Atkinson.

[2] vgl. Zimbardo 1983, S. 344

[3] vgl. Legewie / Ehlers 1999, S. 205 ff.

Details

Seiten
14
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638797795
ISBN (Buch)
9783656204961
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v75126
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Institut für Psychologie
Note
1,3
Schlagworte
Motivation Motivationsförderung Sportverein Praktikum Handlungsfeld

Autor

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Titel: Motivation und Motivationsförderung im Sportverein