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Die Verklärung Christi (Lk 9,28-36)

Seminararbeit 2004 17 Seiten

Theologie - Biblische Theologie

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Synchrone Analyse
2.1 Sprachlich – syntaktische Analyse
2.2 Semantische Analyse
2.2.1 Bedeutungsverwandte Elemente und „Roter Faden“
2.2.2 Narrative Analyse
2.3 Pragmatische Analyse

3. Diachrone Analyse
3.1 Literarkritik
3.2 Traditionskritik
3.3 Gattungskritik
3.4 Redaktionskritik

4. Weitere hermeneutische Überlegungen

5. Drei befreiungstheologische Ansätze

6. Abschluss

7. Literaturverzeichnis
7.1 Quellen
7.2 Sekundärliteratur

1. Einleitung

Die Verklärung Christi ist ein nicht ganz einfach zu fassender Text. Der Text wird in den folgenden Ausführungen analysiert und die Auslegung von der Botschaft des Textes und dem Inhalt dieser Offenbarung auch mit einbezogen. Zusätzliche hermeneutische Ansätze werden separat noch einmal angeführt.

2. Synchrone Analyse

2.1 Sprachlich – syntaktische Analyse

Der Text enthält keine Sätze, die doppelt vorkommen und nur wenige Wörter sind in diesem Text mehrfach verwendet, das sind: „Jesus“ (4x), „Petrus“ und „Wolke“ (je 3x), „Elija“, „Mose“, „zwei Männer“ und „Stimme“ (je 2x). Allerdings verwendet Lukas zweimal seine „Lieblingskonstruktion, eine εγένετο-Formulierung“1 (VV 28,29). Weitere „strukturierende Elemente sind (...) καί ίδού (V 30) und der Genitivus absolutus (V 34).“2 Ein typischer Ausdruck von Lukas ist auch επιστάτα, was im Deutschen mit Meister übersetzt wird.3

Die wichtigsten Wortarten, die Lukas verwendet sind Verben und Substantive. Bei den Substantiven sind keine Auffälligkeiten zu bemerken, keine Dopplungen und keine besonderen Substantivgruppen. Zu den Verben ist zu bemerken, dass vor allem Verben der Sinneswahrnehmung gebraucht wurden, so z.B. „hören“ (V 35), „sehen“ (V 32) und im übertragenen Sinne „fühlen“ (V 34). Neben diesen treten Verben der Bewegung auf (schlafen, steigen, wach werden, bauen, beten). Weiterhin wird das Wort „sprechen“ in vielen Varianten gebraucht: „reden“ (V 30), „sprechen“ (V 31), „sagen“ (V 33), „rufen“ (V 35), „erzählen“ (V 36). Adjektive hingegen sind in diesem Text keine zu finden, lediglich zwei Partizipien, nämlich „leuchtend“ (V 29) und „strahlend“ (V 32).

Konjunktionen sind im Text folgende vorhanden: „während“ (2x), „aber“ (3x) und „jedoch“ (2x). Weiterhin ist festzustellen, dass, wenn man von der deutschen Einheitsübersetzung ausgeht, je zweimal ein Satz mit „und“ anfängt (VV 29,30) und mit „als“ (VV 33,36).

Die Sätze sind insgesamt betrachtet meistens sehr kurz, bestehen aus einem Haupt- und einem Nebensatz oder nur aus einem Hauptsatz. Wenn jedoch Haupt- und Nebensätze miteinander verknüpft werden, dann hauptsächlich mit „und“ (και). Lange, komplizierte Sätze treten in dieser Perikope nicht auf.

Der Text ist in Vergangenheitsform geschrieben, d.h. Präteritum und Plusquamperfekt.

Auch Stilfiguren treten in diesem Text nicht häufig auf. Einige wenige sind zu nennen. Die Anfänge der Verse 29 und 30 bilden eine Anapher („Und während“; „Und plötzlich“) und die Personifikation ist ebenfalls zweimal zu finden, und zwar in den Versen 34 und 35 („eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie“; „rief eine Stimme aus der Wolke“).

Den Text als solchen kann man in fünf Abschnitte gliedern. Der erste umfasst den Aufstieg auf den Berg und den Grund dafür (V 28). Im zweiten Abschnitt findet die Verklärung Jesu als solche statt und wird beschrieben (V 29). Nun folgt der längste Teil, der mit einer kurzen inhaltlichen Unterbrechung (V 32) vier Verse umfasst (VV 30-33). In diesem wird von der Begegnung Jesu mit den zwei Männern berichtet, und der Ankündigung seines Todes, sowie von der Reaktion des Petrus. Nun folgen die Verse 34-36a, in denen die Offenbarung Jesu als Sohn Gottes beschrieben ist. Der zweite Satz im Vers 36 gibt wie der erste Vers der Perikope den Rahmen der Geschichte an. Eine andere, verkürzte Gliederung Bovon geschrieben: „V 28 Rahmen VV 29-31 Göttliches Zeichen V 32 Menschliche Reaktion (allgemein) V 33 menschliche Reaktion (konkret) VV 34-35 Göttliche Deutung V 36 menschliche Reaktion und Rahmen“4. Es ist abschließend zu diesem Punkt noch anzumerken, dass es so gut wie keine wörtliche Rede in diesem Text gibt. Einmal wir von Petrus etwas gesagt, eine Art Aufforderung um den „drei Heiligen“ die Ehre zu erweisen (V 33) und einmal erfolgt eine Aufforderung durch die Stimme aus der Wolke (V 35).

2.2 Semantische Analyse

2.2.1 Bedeutungsverwandte Elemente und „Roter Faden“

Bedeutungsverwandte Elemente in diesem Text sind, erstens die Pronomina für Christus: „Jesus“ (V 28) „Meister“ (V 33) und zweitens das „Alleinsein“ Jesu, einmal als er betet und seine Jünger dabei schlafen (V 29), das zweitemal, als er verklärt wird und seine Jünger ebenfalls schliefen (V 29) und ein drittes Mal, als Jesus „wieder allein“ war (V 36), d.h. ohne die zwei Propheten. Ein drittes Element ist das der Gemeinschaft. Jesus ist am Anfang mit den Jüngern in Gemeinschaft den Berg hinaufgestiegen (V 28). Die Jünger ihrerseits bilden eine Gemeinschaft und „ Die Dreiergruppe der Jünger sieht die Herrlichkeit der anderen Dreiergruppe (...)“5. Jesus war zusammen mit Elija und Mose und bildete eine „heilige“ Gemeinschaft mit ihnen (VV 30-34), so wie auch eine „heilige innigste“ Gemeinschaft mit der Stimme, das heißt dem Vater vorliegt (V 35).

Und alle, d.h. die Jünger, Jesus, Mose und Elija und Gott bilden zusammen ebenfalls eine Gemeinschaft.

Oppositionen finden sich in diesem Text auch. Eine implizite davon ist gerade schon einmal angedeutet worden. Nämlich die „irdische“ Gemeinschaft der drei Jünger und die „himmlische/heilige“ Gemeinschaft von Mose, Elija und Jesus.

Eine weitere Opposition ist, dass Jesus als Mensch dargestellt ist und einmal verklärt, bzw. schließlich als Gottes Sohn. Explizite Oppositionen tauchen z.B. in dem Punkt auf, dass von den Jüngern berichtet wird, als sie schlafen und wieder wach sind (V 32). Außerdem wird einerseits von sprechen, andererseits wird vom schweigen der Jünger berichtet (VV 33,36).

Es lassen sich nun Sinnlinien zusammenfassen, die sich aus den Handlungsträgern und dem Handeln zusammensetzen und zum Schluss den „Roten Faden“ ergeben. Die Handlungsträger dieser Perikope sind Jesus, der die Hauptperson ist und mit dem etwas Großartiges, Wunderbares geschieht und die zwei Männer, also Mose und Elija, die mit Jesus über das Ende in Jerusalem sprechen, als himmlische Handlungsträger zusammen mit der Stimme Gottes in der Wolke und auf der anderen Seite vor allem Petrus, der durch die wörtliche Rede eine größere Rolle zu spielen scheint als die anderen beiden Jünger, obwohl auch diese mit Namen genannt werden, als die irdischen Handlungsträger. Obwohl Jesus in beide Gruppen mit eingegliedert werden könnte, als Mensch, bzw. als Gottes Sohn. Das ist im übrigen auch das stärkste Bedeutungsmerkmal des Textes, Jesus ist ganz Mensch und ganz Gott im Vater und mit dem Vater.

Es gibt in dem Sinne keine großen Handlungen der genannten Personen, denn es wird erzählt was mit Jesus geschehen ist, etwas, das mit ihm persönlich zu tun hat und nicht mit ihm und anderen, wenn er geholfen hat, oder die Menschen belehrt hat. Der eigentlich Handelnde ist Gott selber, denn durch ihn wird Jesus verklärt und geoffenbart als der, der er ist, nämlich Gottes Sohn. Er ist es, der Mose und Elija zu Jesus und seinen Jüngern sendet und Jesus und die Jünger schließlich mit in die Wolke hineinnimmt. Somit lässt sich sagen, dass die Jünger, die zwei Männer und Jesus in das Handeln Gottes mit einbezogen werden, indem sie Zeugen sind, wie die Jünger, Verkündiger sind, wie Mose und Elija und indem Jesus als Geoffenbarter auftritt.

[...]


1 Bovon, Das Evangelium nach Lukas, 489.

2 Ebd., 489.

3 Vgl. Ebd., 499.

4 Bovon, Das Evangelium nach Lukas, 490.

5 Bovon, Das Evangelium nach Lukas, 490.

Details

Seiten
17
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638716215
ISBN (Buch)
9783638755399
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v74669
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Schlagworte
Verklärung Christi

Autor

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