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Intellektuelle unter Franco

Seminararbeit 2003 12 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Situation der Intellektuellen unter Franco
2.1. Kriegsende und Zusammenbruch des Geisteslebens (1939-1945)
2.2. Internationale Isolation und Wiederentdeckung des liberalen Denkens (1945-1951)
2.3. Geistige Liberalisierung und politische Öffnung nach außen (1951-1956)
2.4. Wirtschaftliche Liberalisierung (1956-1962)
2.5. Institutionalisierung und zweite Phase der Liberalisierung (1962-1969)
2.6. Wirtschaftskrise und politische Wende (1969-1975)

3. Zum Werk „Cinco horas con Mario“ und zum Autor Miguel Delibes
3.1. Charakterisierung des Don Mario in „Cinco horas con Mario“
3.2. Der Gegensatz zwischen Don Mario und seiner Frau Doña Carmen

4. Resümee

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Intellektuelle unter Franco“. In Bezug auf dieses Thema soll zunächst die Entwicklung der Lage der Intellektuellen unter Franco beschrieben werden. Dazu wurde die Zeit der Diktatur Francos in Spanien von 1939 bis 1975 in sechs ungefähr gleich lange Zeitabschnitte eingeteilt. Untersucht werden soll hier vor allem die schrittweise Liberalisierung des intellektuellen Denkens und parallel dazu die politische Entwicklung Spaniens in dieser Epoche. Im Anschluss daran soll im zweiten Teil der Arbeit die Hauptperson Mario aus dem im Seminar behandelten Roman „Cinco horas con Mario“ von Miguel Delibes charakterisiert werden. Das Werk „Cinco horas con Mario“ wurde von Miguel Delibes unter dem Regime von Franco geschrieben und veröffentlicht. Daher sollen in Bezug auf die Hauptperson Mario folgende Leitfragen untersucht werden: Wird Mario von Delibes als Intellektueller dargestellt? Inwiefern geschieht dies? Worin besteht der Gegensatz zwischen Mario und seiner Frau im Roman von Miguel Delibes? Gibt es Parallelen zwischen der männlichen Hauptfigur und dem Autor Miguel Delibes?

Der erste Teil der Arbeit leitet sich hauptsächlich aus dem Werk von Elías Díaz mit dem gleichnamigen Titel „Intellektuelle unter Franco“ ab. Dies lässt sich in erster Linie darauf zurückführen, dass zu dem Thema der Lage der Intellektuellen unter Franco bislang nur sehr wenig Literatur erschienen ist. Den zweiten Teil der Arbeit betreffend sind hingegen schon mehrere Aufsätze und Monographien über das Werk von Miguel Delibes veröffentlicht worden und auch deutschsprachig erschienen, so dass ausreichend Sekundärliteratur zum Roman „Cinco horas con Mario“ vorhanden ist.

2. Situation der Intellektuellen unter Franco

In diesem ersten Teil der Arbeit soll die Situation der Intellektuellen unter Franco von 1939 bis 1975 näher untersucht werden. Die erste Phase beginnt folglich mit dem Ende des spanischen Bürgerkrieges und dem damit verbundenen Zusammenbruch des Geisteslebens. In den folgenden Phasen werden die Probleme zwischen den Exilanten und den Daheimgebliebenen erörtert und die Folgen der Zensur des Regimes beschrieben. Die 50er und 60er Jahre stehen dann ganz im Zeichen eines wirtschaftlichen und intellektuellen Liberalisierungsprozesses. Am Ende dieser chronischen Darstellung steht schließlich die Wirtschaftskrise anfangs der 70er Jahre und die nicht zuletzt deswegen einsetzende politische Wende, die so genannte „Transición“.

2.1. Kriegsende und Zusammenbruch des Geisteslebens (1939-1945)

Diese erste Phase des Franco-Regimes ist vor allem von dem Gang ins Exil vieler Intellektueller geprägt. So verlassen viele Philosophen, Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler Spanien meistens in Richtung Mexiko und Argentinien. Was in Spanien zurückbleibt, bezeichnet José Luis Abellán in dieser Zeit als „intellektuelle Wüste“ und Laín spricht von einer „Generation ohne Lehrer“. Die Arbeit der daheimgebliebenen Intellektuellen hingegen wird durch die staatliche Kontrolle und die Zensur erschwert. Die Kampagne gegen liberale Denker richtet sich vor allem gegen die „Gruppe Escorial“ um Laín, Tovar und Ridruejo. Diese Falangisten sind maßgeblich am Aufbau eines neuen Geisteslebens beteiligt und gelten als „gemäßigte Faschisten“. Die Gegenreaktion der Frankisten besteht in der Veröffentlichung der Zeitschriften „Revista de Estudios políticos“ von Alfonso García Valdecasas, „Acción Española“, „Arbor“ von Serer, Lucas und Pérez-Embid und dem „Consejo Superior de Investigaciones Científicas“ von José Ibáñez Martín.[1]

2.2. Internationale Isolation und Wiederentdeckung des liberalen Denkens (1945-1951)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gerät das Regime außenpolitisch zunächst in eine internationale Isolation. Erst Anfang der 50er Jahre gelingt mit der Schaffung des „Instituto de Estudios Políticos“ eine Westannäherung und –integration. Diese politische Annäherung an den Westen wird in erster Linie durch die gemeinsame Ablehnung des Kommunismus während des Kalten Krieges erreicht. So kehren 1950 die Botschafter der westlichen Staaten nach und nach zurück nach Spanien, welches dann 1952 UNESCO-Mitglied und 1955 UN-Mitglied wird. Bezüglich des Geisteslebens findet in dieser Phase eine Besinnung auf die Werte der Zeit von vor 1936 statt. Beleg dafür sind die Zeitschriften „Indice“ von Figueroa und „Insula“ von Canito und Cano, sowie die Ideen des „Instituto de Humanidades“ geleitet von Ortega y Gasset. Auf dem Gebiet der Soziologie wird diese Entwicklung durch die Überlegungen von Javier Conde widergespiegelt. Des Weiteren sorgt in dieser Zeit die sogenannte „Spanien als Problem“-Debatte zwischen totalitären und liberalen Intellektuellen für Aufsehen. So vertritt der Liberale Laín in seinem Werk „España como problema“ die Meinung, dass das Regime die geistige und politische Entwicklung erheblich behindern würde. Für die literarische Antwort der totalitären Denker sorgt wenig später Serer mit seinem Werk „España, sin problema“ in dem er die Anschuldigungen Laíns zu widerlegen sucht und und eine gegensätzliche Meinung vertritt.[2]

[...]


[1] Díaz, Elías: Intellektuelle unter Franco – Eine Geschichte des spanischen Denkens von 1939-1975, Frankfurt am Main 1991, S.13-36

[2] ebd.: S.37-58

Details

Seiten
12
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638690324
ISBN (Buch)
9783638755177
Dateigröße
400 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v74272
Institution / Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
2,3
Schlagworte
Intellektuelle Franco Spanische Autoren Jahrhundert Miguel Delibes

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