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Probleme bei der gesellschaftlichen Integration türkischer und italienischer Gastarbeiterfamilien in der Bundesrepublik

Hausarbeit (Hauptseminar) 2005 34 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursachen und Ausmaß der Migration türkischer und italienischer Gastarbeiter

3. Analyse der sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als Integrations- hindernis für türkische und italienische Gastarbeiterfamilien
3.1. Ausbildung und Beschäftigung
3.2. Einkommenssituation, Transferleistungen und Sparverhalten
3.3. Wohnsituation und medizinische Versorgung

4. Integrationsanalyse anhand empirischer Untersuchungen
4.1. Türkische und italienische Gastarbeiterfamilien im Spiegel der deutschen Bevölkerung
4.2. Aufenthaltspläne und Integrationsverhalten, der in der Bundesrepublik lebenden Türken und Italiener

5. Türken und Italiener – Unterschiedliche Voraussetzungen für eine gesellschaftliche Integration in der Bundesrepublik?

6. Resümee

1. Einleitung

Erst kürzlich ist der ehemalige SPD-Chef Oskar Lafontaine in die Kritik geraten, weil er den mit der Zeit des Nationalsozialismus konnotierten Begriff der „Fremdarbeiter“ benutzt hat, anstatt von ausländischen Arbeitnehmern oder „Gastarbeitern“ zu sprechen, als er sich gegen die Beschäftigung osteuropäischer Arbeitskräfte in Deutschland zu Billiglöhnen ausgesprochen hat.[1] Doch auch der Begriff „Gastarbeiter“ ist nicht immer voll und ganz zutreffend, wenn über die in den sechziger und siebziger Jahren angeworbenen ausländischen Arbeitskräfte diskutiert wird. Daher hat der WDR bereits 1970 ein Preisausschreiben veranstaltet, in dem nach einer neuen Bezeichnung für die „Gastarbeiter“ gesucht worden ist. Unter den mehr als 30.000 Einsendungen befinden sich Vorschläge wie „Erlaubtarbeiter“, „Hilfsdeutsche“, „Konjunktur-Bullen“ oder „Südländische Arbeitnehmer“. Die Jury des Westdeutschen Rundfunks kommt zu dem Schluss, dass keiner der eingesandten Vorschläge unmissverständlicher sei, als die offizielle Bezeichnung der „ausländischen Arbeitnehmer“.[2] Da sich in der Gesellschaft jedoch lediglich der Begriff der „Gastarbeiter“ weitestgehend etabliert hat, soll er auch im Rahmen dieser Arbeit verwendet werden.

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Problemen der gesellschaftlichen Integration der türkischen und italienischen Gastarbeiterfamilien in der Bundesrepublik. Um einen ersten Überblick zu geben, werden zunächst kurz die Ursachen und das Ausmaß der Gastarbeitermigration dargestellt. Im Folgenden sollen die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für türkische und italienische Gastarbeiterfamilien untersucht werden, die für eine Bewertung der Situation nötig sind. Im darauf folgenden Teil wird eine Integrationsanalyse anhand empirischer Untersuchungen durchgeführt, die die Entwicklung des Gastarbeiterproblems aus Sicht der deutschen Bevölkerung, sowie aus der Perspektive der Betroffenen selbst, verdeutlicht. Abschließend sollen die Integrationsvoraussetzungen sowohl türkischer als auch italienischer Gastarbeiterfamilien in der Bundesrepublik miteinander verglichen werden. Dies soll unter Berücksichtigung der folgenden Leitfragen geschehen: Gibt es unterschiedliche Voraussetzungen für die Integration von Türken und Italienern? Welche Kernprobleme stehen einer reibungslosen Integration beider Gruppen im Wege? Welche Lösungsmöglichkeiten bestehen gegebenenfalls, insbesondere für die zweite und dritte Generation?

Zum Thema der Gastarbeitermigration sind in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Monographien und Aufsätze erschienen. Als Grundlage dieser Arbeit dienen vor allem solche Werke, die sich speziell mit türkischen und italienischen Gastarbeitern und ihren Nachfahren beschäftigen, aber auch allgemeinere, die zur Einführung in die Thematik verwendet werden sollen. Hier sind in erster Linie die von Horst und Helga Reimann veröffentlichten Bücher, sowie der Aufsatz von Thomas Bauer und Klaus Zimmermann zu nennen.[3]

2. Ursachen und Ausmaß der Migration türkischer und italienischer Gastarbeiter

Ausschlaggebend für die umfangreiche Arbeitsmigration der Gastarbeiter nach dem Zweiten Weltkrieg ist die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland auf der einen, und der südeuropäischen Staaten auf der anderen Seite. So profitiert Deutschland in der „Wirtschaftswunderzeit“ der fünfziger Jahre von dem schnellen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg, während viele Menschen in den Staaten des Mittelmeerraums, wie zum Beispiel der Türkei oder Italien, ohne Arbeit sind und unter der schlechten wirtschaftlichen Lage leiden müssen. Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland wirkt auf die Gastarbeiter folglich wie ein Pull-Faktor. Die dürftige finanzielle Situation im Heimatland bestärkt als Push-Faktor zusätzlich die Entscheidung zur Arbeitsmigration ins Ausland.

Bis zum Mauerbau 1961 kann der durch den wirtschaftlichen Aufschwung erhöhte Arbeitskräftebedarf der Bundesrepublik mit Hilfe der DDR-Flüchtlinge größtenteils gedeckt werden. Weit mehr als drei Millionen Menschen fliehen bis zur Schließung der Grenzen nach Westdeutschland. Doch da selbst das große Arbeitskräftepotential der DDR-Flüchtlinge die deutsche Nachfrage nicht vollständig befriedigen kann - die Zahl der offenen Stellen steigt bis 1960 auf 465.000 an - wird schon im Jahr 1955 ein bilaterales Abkommen mit Italien getroffen. Im Rahmen dieses Abkommens sollen Arbeitskräfte nach Deutschland vermittelt werden, um einerseits die italienische Arbeitslosenquote zu senken, und andererseits die Lücken auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu schließen. Zudem erhofft man sich in Italien einen stetigen Zufluss von Devisen aus Deutschland, da die Gastarbeiter einen großen Teil ihrer Löhne an ihre Familien in der Heimat überweisen würden. Nach dem Bau der Mauer werden ähnliche Verträge mit anderen südeuropäischen Staaten geschlossen, wie zum Beispiel mit der Türkei (1961), Portugal (1964) oder Jugoslawien (1968). Aufgrund dieser Vereinbarungen kommen bis 1966 bereits 1,3 Millionen Gastarbeiter nach Deutschland. In den beiden darauf folgenden Jahren kommt es zu einem rezessionsbedingten Anwerbestopp, der die Anzahl der ausländischen Arbeitnehmer auf 900.000 zurückgehen lässt. Schon im Jahr 1969 werden jedoch erneut Gastarbeiter angeworben, so dass 1973 insgesamt 2,6 Millionen Gastarbeiter in der Bundesrepublik berufstätig sind. Wegen des Ausbruchs der Ölkrise und dem damit zusammenhängenden Konjunktureinbruch, verhängt die Bundesregierung am 23.November 1973 schließlich einen endgültigen Anwerbestopp. Bis zu diesem Tag sind, seit Beginn der Anwerbung 1955, ungefähr 14 Millionen Gastarbeiter nach Deutschland gekommen und 11 Millionen auch wieder in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt. Wider Erwarten verbringen jedoch viele Ausländer einen längeren Aufenthalt in Deutschland, was Überlegungen für eine gesellschaftliche Integration notwendig macht. Denn die Ausländerquote hat sich in den zwölf Jahren der intensiven Anwerbung von 1,2 Prozent (ca. 690.000) auf 6,5 Prozent (ca. 4 Millionen) mehr als verfünffacht.[4]

Innerhalb der ausländischen Wohnbevölkerung stellen bis 1970 die Italiener die größte Gruppe. Sie werden dann ab 1971 von den türkischen Gastarbeitern abgelöst, die noch bis heute den größten Anteil an der ausländischen Bevölkerung stellen. Dies verdeutlicht die besondere Rolle der türkischen und italienischen Gastarbeiter in Deutschland, die daher im Folgenden gesondert betrachtet werden sollen. Wie bereits erwähnt, kommen auf der Suche nach Arbeit zunächst die italienischen Gastarbeiter in die Bundesrepublik. So steigt die Anzahl der italienischen Beschäftigten in Deutschland von ungefähr 7.500 im Jahr 1955 auf über 400.000 (1972) in der Spitze.[5] Die eingewanderten italienischen Gastarbeiter sind zumeist zwischen 21 und 50 Jahre alt und in erster Linie Männer. Andere Teile der Bevölkerung, vor allem Frauen und Kinder, kommen erst im Rahmen der Familienzusammenführungen während der siebziger und achtziger Jahre nach.[6] Mit Hilfe von Rückwanderungsprämien und Familienzusammenführungen versucht man, seitens der Bundesregierung, die soziale Isolation der in Deutschland lebenden Gastarbeiter zu beheben. Insbesondere die Organisation des Familiennachzugs soll zu einer Erleichterung der Integration führen.

In Bezug auf die Arbeitsmigration der türkischen Gastarbeiter ist festzustellen, dass sich die Anzahl der Beschäftigten von 2.500 (1960) innerhalb von nur 14 Jahren auf 600.000 (1974) deutlich erhöht hat. Auch hier sind es in erster Linie die arbeitsfähigen Männer, die nach Deutschland auswandern.[7] Im Gegensatz zu den italienischen Gastarbeitern, die sich zunächst in Süddeutschland ansiedeln und sich von dort aus in den Norden der Bundesrepublik ausdehnen, wandern die türkischen Gastarbeiter vor allem in das Ruhrgebiet und nach West-Berlin aus. Deshalb sind ungefähr 35 Prozent der türkischen Gastarbeiter allein in Nordrhein-Westfalen und Berlin und fast 40 Prozent der italienischen Gastarbeiter in Baden-Württemberg beschäftigt.[8] Die Ausbreitung der verschiedenen Gruppen ausländischer Arbeitnehmer erfolgt außerdem hierarchisch. Sie sind schwerpunktmäßig in den größeren Städten sesshaft und verteilen sich im Laufe der Jahre nur sehr zögerlich auch auf die ländlichen Regionen.[9]

3. Analyse der sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als Integrations-hindernis für türkische und italienische Gastarbeiterfamilien

3.1. Ausbildung und Beschäftigung

Eine Voraussetzung für die erfolgreiche Suche eines qualifizierten Arbeitsplatzes der in den sechziger und siebziger Jahren eingewanderten Gastarbeiter ist die im Herkunftsland genossene Schul- und Berufsausbildung. Laut der Bundesanstalt für Arbeit hat 1972 jedoch lediglich ein Viertel der italienischen und ein Drittel der türkischen Gastarbeiter über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Diese ist außerdem zumeist in einem Betrieb erworben worden, so dass viele der Ausländer keinen Schulabschluss vorweisen können. Bei den türkischen Arbeitnehmern können lediglich zwanzig Prozent eine Schulbildung von mehr als fünf Jahren vorweisen.[10] Aufgrund der schlechten Ausbildungslage versucht die deutsche Bundesregierung, die Arbeiter durch das Angebot von Fach- und Sprachkursen schon in deren Heimatland besser auf den Beruf in der Bundesrepublik vorzubereiten. Die Sprachkenntnisse der angeworbenen Gastarbeiter stellen trotz des Angebots weiterhin ein Problem dar. So haben 1972, nach einer Repräsentativuntersuchung, 39 Prozent der italienischen und sogar 58 Prozent der türkischen Gastarbeiter nur schlechte oder gar keine Deutschkenntnisse. Die fachliche Berufsausbildung soll vor allem auf die Arbeit in der Metall- und Baubranche vorbereiten, was auch an den später in diesen Branchen sehr zahlreich abgeschlossenen Beschäftigungsverhältnissen zu erkennen ist.[11]

Mehr als zwei Drittel der Gastarbeiter, die in den sechziger und siebziger Jahren nach Deutschland kommen, sind ungelernte oder angelernte Arbeiter, was sich auch auf die Berufstätigkeit auswirkt. So sind sie vor allem in der chemischen Industrie, der Kunststoffverarbeitung, der Textilindustrie oder in der Metallerzeugung tätig. Insgesamt üben die ungelernten und angelernten Arbeiter demzufolge schwerpunktmäßig Arbeiten im Lager- und Transportwesen aus. Nur etwa 20 Prozent der Gastarbeiter sind Facharbeiter und daher zumeist als Elektroniker, Schlosser oder in anderen Handwerksberufen beschäftigt. Die Tatsache, dass sehr wenige ausländische Beschäftigte 1972 im tertiären Sektor arbeiten, ist in erster Linie auf die Probleme bei den Sprachkenntnissen zurückzuführen.[12] Bei einem Vergleich der Verteilung von Gastarbeitern und deutschen Beschäftigten auf die verschiedenen Wirtschaftsbereiche fallen ebenfalls Unterschiede auf. So sind nach einer Untersuchung des Statistischen Bundesamts überdurchschnittlich viele Gastarbeiter im Produzierenden Gewerbe tätig. Während im Jahr 1970 der durchschnittliche Ausländeranteil bei 8,1 Prozent liegt, beträgt er im Verarbeitenden Gewerbe 12,1 Prozent und im Baugewerbe sogar 14,9 Prozent.[13] Dies verdeutlicht, dass die angeworbenen Gastarbeiter in Berufen beschäftigt sind, für die auch eine geringe Qualifikation ausreichend ist. Eben diese Defizite in der schulischen und beruflichen Ausbildung der Gastarbeiter, haben - insbesondere ab 1973 - negative Auswirkungen auf ihre Beschäftigungsmöglichkeiten. So führt das Abflauen der Konjunktur Anfang der siebziger Jahre zu einer völlig neuen Konkurrenzsituation auf dem deutschen Arbeitsmarkt. In der Folge steigen die Anforderungen der Arbeitgeber an die größer werdende Gruppe der Arbeitssuchenden, wobei besonders die relativ gering qualifizierten Gastarbeiter das Nachsehen haben. Deutlich wird dies unter anderem daran, dass die Arbeitslosenquote der eingewanderten Ausländer, nach Angaben des Statistischen Bundesamts, 1974 erstmalig höher ist als der Durchschnitt. Während die Arbeitslosenquote in Deutschland 1972 bei 1,1 Prozent liegt und bei den ausländischen Bevölkerungsteilen bei 0,7 Prozent, kehrt sich die Situation bis 1983 um. In diesem Jahr sind 9,1 Prozent der Deutschen, aber 14,7 Prozent der Ausländer ohne Arbeitsverhältnis. Von dem Anstieg der Arbeitslosigkeit, allein von 1980 bis 1984, sind innerhalb der Gruppe der Gastarbeiter die Italiener mit einem Beschäftigungsminus von 30,8 Prozent und die Türken (-15,4 Prozent) am stärksten betroffen.[14] Die negativen wirtschaftlichen Entwicklungen der siebziger und frühen achtziger Jahre wirken sich folglich auf die Gastarbeiter verstärkt aus.

Die problematische Ausbildungs- und Beschäftigungslage der türkischen und italienischen Gastarbeiter hat auch Folgen für deren nachgezogene oder erst in Deutschland geborenen Kinder. In den siebziger Jahren leben insgesamt knapp eine Million Gastarbeiterkinder in Deutschland. Davon kommen gut 135.000 aus Italien und fast 400.000 (48,5 Prozent) aus der Türkei. Aufgrund des im Vergleich zur deutschen Bevölkerung relativ niedrigen Ausbildungs- und Beschäftigungsniveaus der Gastarbeiter stellt auch die schulische Ausbildung ihrer Kinder ein Problem dar. Die sogenannte zweite Generation der Gastarbeiter muss mit den Folgen der Migration und den sich daraus ergebenden kulturellen Veränderungen fertig werden. Um dieses Problem zu bewältigen, bedarf es einer besonderen Förderung bei der schulischen Ausbildung. Doch die fehlenden Sprachkenntnisse, die aufgrund der eingangs erläuterten Sprachprobleme der türkischen oder italienischen Eltern nicht im Familienalltag nachgeholt werden können, führen oft zu einer besorgniserregenden Aufteilung der Gastarbeiterkinder auf die unterschiedlichen Schultypen. Denn der Anteil der ausländischen Kinder an Grund- und Hauptschulen steigt nach Angaben der Kultusministerkonferenz von 1979 auf 7,4 Prozent und der an Sonderschulen auf 5,4 Prozent. Im Gegensatz dazu stehen die Anteile der Gastarbeiterkinder in Realschulen und Gymnasien mit lediglich 1,5 Prozent.[15] Ein weiteres Problem ist, dass nur drei von vier Gastarbeiterkindern der Schulpflicht nachkommen, was ebenfalls auf die besondere Situation innerhalb der Gastarbeiterfamilien zurückzuführen ist. So sind beispielsweise viele der im Rahmen von Familienzusammenführungen nach Deutschland gekommenen Kinder in ihrem Heimatland nicht mehr schulpflichtig und werden daher von ihren Eltern im Gastland nicht mehr zur Schule geschickt. Doch selbst bei einem planmäßigen Schulbesuch schneiden ausländische Schüler schlechter ab als ihre deutschen Mitschüler. So bleiben nach einer 1983 zum ersten Mal vorgelegten Statistik 40 Prozent der Gastarbeiterkinder ohne Hauptschulabschluss, während Experten für die davor liegenden Jahre sogar von bis zu 60 Prozent ausgehen.[16] Die sich daraus ergebende problematische Ausbildungsgrundlage der Gastarbeiterfamilien stellt ein nicht zu übersehendes Integrationshindernis dar, weil sich in der Folge auch das zukünftige Beschäftigungsrisiko erhöht.

Abschließend lässt sich zu den Rahmenbedingungen der türkischen und italienischen Gastarbeiterfamilien im Bereich Ausbildung und Beschäftigung folgendes festhalten: Die aus der Türkei und Italien angeworbenen, insbesondere jedoch die ohne Anwerbungsvertrag eingewanderten Gastarbeiter, verfügen über ein relativ geringes Ausbildungsniveau. Dies wirkt sich auch auf den Grad der Beschäftigung der Gastarbeiter in Deutschland aus und wird in wirtschaftlichen Krisenzeiten noch weiter verstärkt. Während die ausländischen Arbeitnehmer in der Anwerbungsphase für ein um bis zu einen Prozentpunkt höheres Wachstum in der Bundesrepublik sorgen, sind sie in Zeiten der Ölkrise als erste von Rationalisierungsplänen der Wirtschaft betroffen.[17] Sowohl die verhältnismäßig niedrige berufliche Stellung der türkischen und italienischen Gastarbeiter als auch die zusätzlichen kulturellen und vor allem sprachlichen Barrieren erschweren die Sozialisation der Gastarbeiterfamilien zusätzlich. Dies lässt sich im Laufe der siebziger und achtziger Jahre zunehmend auch anhand der Ausbildungssituation der zweiten Generation erkennen.

[...]


[1] <http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,365381,00.html> (03.10.2005).

[2] Ernst Klee (Hrsg.): Gastarbeiter. Analysen und Berichte, Frankfurt am Main 1972, S. 149-157.

[3] Horst und Helga Reimann (Hrsg.): Gastarbeiter, Soziale Probleme 4, München 1976 und Gastarbeiter – Analyse und Perspektiven eines sozialen Problems, Opladen 1987; Thomas Bauer und Klaus F. Zimmermann: Gastarbeiter und Wirtschaftsentwicklung im Nachkriegsdeutschland, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, Band 2, 1996, S. 73-108.

[4] Ulrich Herbert: Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland 1880 bis 1980 – Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Bonn 1986, S. 179-219.

[5] Thomas Bauer und Klaus F. Zimmermann: Gastarbeiter und Wirtschaftsentwicklung im Nachkriegsdeutschland, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, Band 2, 1996, S. 95ff.

[6] Ulrich Mammey: 35 Jahre Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland – die demographische Entwicklung, in: Charlotte Höhn / Detlef B. Rein (Hrsg.): Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland, Schriftenreihe des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, Band 20, Wiesbaden 1990, S. 74f.

[7] Ebd.: S. 73.

[8] Thomas Bauer und Klaus F. Zimmermann: Gastarbeiter und Wirtschaftsentwicklung im Nachkriegsdeutschland, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, Band 2, 1996, S. 104.

[9] <http://www.geographie.uni-marburg.de/vgt/deutsch/brd/module/m3/u3.htm> (04.10.2005).

[10] Yilmaz Özkan: Auswirkungen der Arbeitskräftewanderung auf den politischen Sozialisations- und Bewusstwerdungsprozess der türkischen Gastarbeiter, Inaugural-Dissertation, Berlin 1975, S. 124f.

[11] Verena McRae: Die Gastarbeiter – Daten, Fakten, Probleme, München 1981, S. 44-56.

[12] Horst und Helga Reimann (Hrsg.): Gastarbeiter, Soziale Probleme 4, München 1976, S. 25-28.

[13] Ebd.: S. 28-31.

[14] Regine Erichsen: Zurückkehren oder bleiben? Zur wirtschaftlichen Situation von Ausländern in der Bundesrepublik Deutschland, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 24, 1986, S. 14-25.

[15] Verena McRae: Die Gastarbeiter – Daten, Fakten, Probleme, München 1981, S. 86-102.

[16] Helga Herrmann: Ausländische Jugendliche in Ausbildung und Beruf, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 35, 1995, S. 25.

[17] Thomas Bauer und Klaus F. Zimmermann: Gastarbeiter und Wirtschaftsentwicklung im Nachkriegsdeutschland, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, Band 2, 1996, S. 105.

Details

Seiten
34
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638690270
ISBN (Buch)
9783638695022
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v74267
Institution / Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,3
Schlagworte
Probleme Integration Gastarbeiterfamilien Bundesrepublik Migration Neuzeit

Autor

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Titel: Probleme bei der gesellschaftlichen Integration türkischer und italienischer Gastarbeiterfamilien in der Bundesrepublik