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Die psychologischen Aspekte im alltäglichen Umgang mit Geld - Wie beeinflusst Geld die Gesellschaft?

Seminararbeit 2002 22 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wirtschaftliche Menschenbilder
2.1 Der Homo Oeconomicus
2.2 Adlers individualistisches Menschenbild
2.3 Das humanpsychologische Menschenbild
2.4 Zusammenfassung

3 Die psychologischen Aspekte des Geldes
3.1 Der symbolische und abstrakte Gehalt von Geld
3.2 Die Macht des Geldes
3.2.1 Die Macht des Geldes auf unsere Bedürfnisse
3.2.2 Die Macht des Geldes auf Gefühle und Identität
3.3 Die Motivationseigenschaften des Geldes
3.4 Zusammenfassung – ein Aus- und Überblick

4 Schlusswort

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Ich bezahle. Du bezahlst. Er bezahlt. Ich bin ärmer und er ist reicher, aber ich brauche auch gar kein Geld. Denn Geld macht nicht glücklich. Oder doch? Hält es die Welt und die Gesellschaft in Gang? Regiert es wirklich die Welt und somit uns? Warum ist der wohlhabende Nachbar zufriedener? Und warum sind wir, die weniger Geld zur Verfügung haben neidisch auf ihn? Viele Ausreden fallen uns spontan ein, warum wir nicht soviel Geld brauchen. Denn wir sind nicht süchtig nach der monetären Macht. Aber sind wir trotzdem mächtig?

Viele Fragen, die im Laufe meiner Arbeit beantwortet werden sollen, aber nicht aus rein wirtschaftswissenschaftlicher Sicht. Die psychologischen Aspekte im alltäglichen Umgang mit Geld werden hier behandelt. Das Interesse für Wirtschaftspsychologie nimmt in den letzten Jahren immer mehr zu. Denn jeder hat ein allgemeines Verständnis in Bezug auf psychologische Faktoren, die wirtschaftlichen Theorien sind jedoch oft schwer zu begreifen und nachzuvollziehen. Doch was hat das alles mit Geld zu tun? Wir benutzen es täglich und nichts hält uns seit Erschaffung der ersten Münzen so im Bann und gibt uns soviel Macht wie es Geld tut.

Zunächst werde ich eine kurze Einführung zum Homo Oeconomicus geben, um dann alternative Menschenbilder in Bezug auf die Wirtschaft und das Handeln in dieser vorstellen. Der Hauptteil der Ausführungen wird sich mit den einzelnen mir wichtig erscheinenden Aspekten beschäftigen. Von der Sozialisation über das Entstehen von Neid bis hin Bedürfnisbefriedigung durch Geld. Letztendlich möchte ich zu einer Zusammenfassung kommen, die in der Einleitung aufgeworfene Fragen sinnvoll beantwortet und neue zukünftige Handlungsweisen der Wirtschaft darlegt. Ich beziehe mich in meinen Ausführungen auf Henry C. Lindgren, Ernst Fehr und Gerhard Schwarz.

Es ist anzumerken, dass das Thema der Wirtschaftspsychologie in den letzten Jahren so komplex geworden ist, dass ich auf eine Vollständigkeit aller Faktoren verzichten muss, da sonst der Rahmen dieser Arbeit gesprengt werden würde.

2 Wirtschaftliche Menschenbilder

2.1 Der Homo Oeconomicus

Die Volkswirtschaft ging davon aus, dass wirtschaftliche Größen wie Konsum-, Investitions- oder Sparquoten eine Funktion lediglich äußerer Bedingungen (Einkommen, Gewinn, etc.) sind und dass der Mensch sich in seinem wirtschaftlichen Verhalten weitgehend mechanistisch verhält.

Entsprechend wurde der Faktor "Mensch" in volkswirtschaftlichen Theorien eher ausgeblendet und man studierte das "Verhalten des Geldes" so, als sei Geld selbst das handelnde Subjekt, das Wirtschaftsabläufe beeinflusst und nicht der Mensch, der über Geld verfügt.

Eine Grundlage der Annahmen der traditionellen Volkswirtschaftlehre war die Konzeption des Menschen als "homo oeconomicus". Ihm wurden folgende Eigenschaften unterstellt: Der Mensch verhält sich vollkommen rational, ist bestrebt, den eigenen Gewinn bzw. den eigenen Nutzen zu maximieren, ist erschöpfend über alle seine Handlungsalternativen sowie die der anderen Personen informiert und kennt alle Konsequenzen, die sich aus den einzelnen Alternativen ergeben und kann sie vergleichen und bewerten.[1]

Auch wenn in jüngerer Zeit diese Annahmen revidiert wurden, sind die Grundannahmen des Konzeptes des "homo oeconomicus" weit verbreitet geblieben: Der ökonomische Mensch handelt noch immer rational innerhalb der vorgegebenen Begrenzungen und aus Eigennutz.

In einer Zeit, in der sich der wirtschaftliche Handlungsspielraum weiter Bevölkerungsteile in den westlichen Industrienationen wesentlich erweitert hat, erscheint die These von der rein ökonomischen Bestimmung wirtschaftlichen Handelns als nicht mehr angemessen. Viele Menschen können heute über größere Einkommensteile frei verfügen, sie können sich unterschiedliche Güter anschaffen oder ihr Geld auf verschiedene Arten sparen, investieren oder spekulieren.

Abgesehen davon, dass das menschliche Verhalten in Bezug auf den Umgang mit Geld keineswegs dem Modell des homo oeconomicus entspricht, kann man heute ohne die Berücksichtigung psychologischer Bedingungen keine genauen Vorhersagen über einzel- und gesamtwirtschaftliche Vorgänge erwarten.

2.2 Adlers individualistisches Menschenbild

Alfred Adler (1870 – 1937) entwickelte als erstes Konkurrenzsystem zur Psychoanalyse von Sigmund Freud, die Individualpsychologie. Dabei untersuchte er die Phänomene der psychologischen Faktoren des Menschen unter den Kriterien der Angst, des Minderwertigkeitsgefühls, des Geltungsstrebens, des Machtwillens und des Gemeinschaftsgefühls. Bei seinen Forschungen kam er zu anderen Ergebnissen als Freud.[2]

So entwickelte sich ein Menschenbild, dass davon ausgeht, dass der Mensch mit einem naturgegebenen Unzulänglichkeitsgefühl behaftet ist.[3] Dieses Gefühl versucht er in allen Situationen auszugleichen. Dabei möchte der Mensch sein Selbstwertgefühl aufrechterhalten bzw. verstärken. Bei guter Sozialisierung durch Eltern und den Umkreis in dem ein Mensch aufwächst, werden Selbstwert und Selbstachtung durch soziale Beitragsleistung, wie Liebe und Ermutigung, ermöglicht und fehlende Aspekte im Seelenleben somit kompensiert. Unter schlechten Bedingungen kann das Kompensationsstreben jedoch entarten und zu asozialen Überlegenheitsbedürfnissen werden. Die angestrebte Macht und Herrschaft über andere soll die eigene Angst und Unsicherheit übertönen. Adler geht davon aus, dass in unserer heutigen Gesellschaft jeder dazu angehalten wird, seine Ziele auf Selbsterhöhung unter Beeinträchtigung anderer auszurichten.[4]

So kommt es zur Machtgier. Auch wenn Adler nicht konkret auf das Geld Bezug nimmt, so hat er jedoch schon früh erkannt, dass das Gesellschafts- und Wirtschaftssystem unter seinen ausgeführten Aspekten des Strebens nach Macht funktioniert.

[...]


[1] Vgl. http://www.planet-interkom.de/thorsten.hapke/homo_oeconomicus_Exkurs.htm

am 9.8.2002

vgl.http://www.geocities.com/CapitolHill/Lobby/2554/homo-economicus.html

am 9.08.2002

[2] vgl. http://www.m-ww.de/persoenlichkeiten/aadler.html am 10.08.2002

[3] vgl. Zimbardo, Phillip G.: Psychologie. Springer Verlag Berlin,1992, S. 414 und 430

[4] vgl. http://www.m-ww.de/persoenlichkeiten/aadler.html am 10.08.2002

vgl.http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/Projekte/plex/PLex/Lemmata/I-Lemma/Indivi01.htm am 10.08.2002

Details

Seiten
22
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638146869
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v7420
Institution / Hochschule
Universität der Künste Berlin – Gestaltung
Note
1,3
Schlagworte
Aspekte Umgang Geld Gesellschaft Ergänzungsfach Wirtschaftswissenschaften

Autor

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