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Ansätze zur Analyse und Optimierung von Logistiknetzwerken

Diplomarbeit 1998 144 Seiten

BWL - Industriebetriebslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit

2. Netzwerke in der Logistik
2.1 Logistik
2.1.1 Ursprung und Definition des Logistikbegriffs
2.1.2 Charakterisierung von Logistiksystemen
2.1.2.1 Definition von Logistiksystemen
2.1.2.2 Grundstrukturen von Logistiksystemen
2.1.2.3 Abgrenzung verschiedener Logistiksysteme
2.1.3 Logistische Gestaltungsprinzipien
2.1.3.1 Systemdenken
2.1.3.2 Gesamtkostendenken
2.1.3.3 Flußdenken
2.1.3.4 Servicedenken
2.1.4 Logistische Gestaltungsziele
2.1.4.1 Leistungsziele
2.1.4.2 Kostenziele
2.1.4.3 Effizienzziele
2.2 Unternehmensnetzwerke
2.2.1 Charakterisierung von Unternehmensnetzwerken
2.2.1.1 Definition von Unternehmensnetzwerken
2.2.1.2 Organisatorische Einordnung von Unternehmensnetzwerken
2.2.1.3 Verflechtungsebenen und Merkmale von Unternehmensnetzwerken
2.2.2 Theoretische Ansätze zur Erklärung von Unternehmensnetzwerken
2.2.2.1 Transaktionskostenansatz
2.2.2.2 Principal-Agent-Theorie
2.2.2.3 Resource Dependence-Ansatz
2.2.2.4 Theorie der flexiblen Spezialisierung
2.2.3 Typologie von Unternehmensnetzwerken
2.2.3.1 Strategisches Netzwerk
2.2.3.2 Regionales Netzwerk
2.2.3.3 Virtuelle Unternehmung
2.2.3.4 Operatives Netzwerk
2.2.3.5 Internes Netzwerk
2.2.4 Ziele und Potentiale von Unternehmensnetzwerken

3. Ansätze zur Analyse und Optimierung von Logistiknetzwerken
3.1 Logistiknetzwerke
3.2 Betrachtungsebenen in Logistiknetzwerken
3.2.1 Logistiknetzwerke aus externer Makroperspektive
3.2.2 Logistiknetzwerke aus Mikroperspektive
3.2.3 Logistiknetzwerke aus interner Makroperspektive
3.2.4 Betrachtungsebenen als Ausgangspunkt der Analyse logistischer Netzwerke
3.3 Instrumente zur Modellierung von Logistiknetzwerken
3.3.1 Graphenmodell
3.3.2 System Dynamics-Modell
3.3.3 Modell des Logistikgeschehens
3.3.4 Prozeßkettenmodell
3.4 Instrumente zur Bewertung von Logistiknetzwerken
3.4.1 Assistenzsystem
3.4.2 Kennlinientechnik
3.4.3 Integriertes Prozeß- und Wirkmodell
3.4.4 Ressourcenorientierte Prozeßkostenrechnung
3.4.5 Ressourcenorientierte Prozeßkettenanalyse

4. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Grundstrukturen von Logistiksystemen

Abb. 2: Institutionelle Abgrenzung von Logistiksystemen

Abb. 3: Funktionelle Abgrenzung von Logistiksystemen

Abb. 4: Strategisches Netzwerk

Abb. 5: Regionales Netzwerk

Abb. 6: Virtuelle Unternehmung

Abb. 7: Operatives Netzwerk

Abb. 8: Internes Netzwerk

Abb. 9: Flächendeckende Logistiknetzwerke

Abb. 10: Graphenmodell eines Logistiknetzwerks

Abb. 11: System Dynamics-Modell eines Logistiksystems

Abb. 12: Logistiknetzwerk im Modell des Logistikgeschehens

Abb. 13: Prozeßkettenelement

Abb. 14: Die fünf Lenkungsebenen logistischer Systeme

Abb. 15: Logistiknetzwerk im Prozeßkettenmodell

Abb. 16: Ableitung der Potentialklassen

Abb. 17: Potentielle Einsatzbereiche von Assistenzsystemen

Abb. 18: Spitzenkennzahlen und Referenzprozesse logistischer Netzwerke

Abb. 19: Zusammenhang zwischen Leistung, Bestand und Durchlaufzeitgrößen

Abb. 20: Ableitung der Lagerkennlinie aus dem Lager-Durchlaufdiagramm

Abb. 21: Auslastung eines Gabelstaplers und Durchlaufzeit der Transportaufträge bei variiertem Transportauftragsbestand

Abb. 22: Integriertes Prozeß- und Wirkmodell

Abb. 23: Ressourcenverfahren zur Bewertung logistischer Prozesse

Abb. 24: Anwendungsfelder der Ressourcenorientierten Prozeßkostenrechnung

Abb. 25: Ressourcenbedarfscharakteristiken

Abb. 26: Gegenüberstellung von Ressourcenbedarf und Ressourcenangebot

Abb. 27: Wertzuwachskurven

Abb. 28: Kostenorientierte Betriebskennlinie einer Prozeßkette

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Vergleich alternativer Koordinationsformen

Tab. 2: Verflechtungsebenen in Unternehmensnetzwerken

Tab. 3: Einflußfaktoren auf das Transaktionskostenniveau

Tab. 4: Typologie von Unternehmensnetzwerken

Tab. 5: Elementare Komponenten des Modells des Logistikgeschehens

Tab. 6: Differenzierung der Prozeßkosten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit

Durch die Globalisierung der Märkte sowie der steigenden Individualisierung der Kundenbedürfnisse ergeben sich für Unternehmen vielfältige Chancen, aber auch veränderte Wettbewerbsanforderungen. Um dem wachsenden Wettbewerbsdruck Stand zu halten und den immer turbulenter, schnellebiger und unsicherer werdenden Umfeldbedingungen gerecht zu werden, forcieren viele Unternehmen die Suche nach zukunftsweisenden Konzepten unternehmensübergreifender Zusammenarbeit. Dabei gewinnt die Gestaltung überbetrieblicher Logistiksysteme zunehmend an Bedeutung, wobei seit geraumer Zeit vielfältige Ansätze zum Management von Logistikketten diskutiert werden. Sie sind Ausdruck der Erkenntnis, daß der Wettbewerb sich zunehmend nicht zwischen einzelnen Unternehmen, sondern zwischen ganzen Wertschöpfungsketten entscheiden wird. Um strategische Vorteile zu gewinnen, kooperieren Unternehmen daher vermehrt entlang der logistischen Kette ausgehend vom Rohmaterial bis hin zum Endkunden.

Für die Zukunft zeichnet sich ein Übergang von logistischen Ketten hin zu Logistiknetzwerken ab, womit eine neue Dimension des Wettbewerbs eröffnet wird. Die Gestaltung unternehmensübergreifender Logistiksysteme in Unternehmensnetzwerken ist dabei durch ein Spannungsverhältnis von Spezialisierung und Integration geprägt, denn die zunehmende interorganisatorische Arbeitsteilung in einem Netzwerk führt dazu, daß die Zahl der an der Leistungserstellung beteiligten Unternehmen wächst, so daß auch die Anzahl der interorganisatorischen Schnittstellen zunimmt, wobei insgesamt ein steigender Koordinationsbedarf entsteht. Die Beherrschung logistischer Netzwerke erfordert somit entsprechend „netzwerkfähige“ Methoden und Instrumente, die eine flußorientierte Gestaltung überbetrieblicher Logistikprozesse ermöglichen und die Basis für ein netzweites Logistikmanagement schaffen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen daher mögliche Ansätze dargestellt werden, die eine Analyse und Optimierung unternehmensübergreifender Logistiksysteme unterstützen.

Dem „Phänomen“ des Logistiknetzwerks soll sich dabei schrittweise von zwei Seiten genähert werden (2.). Im Rahmen der logistischen Grundlagen (2.1) erfolgt zunächst eine Definition des Logistikbegriffs (2.1.1) sowie eine allgemeine Charakterisierung von Logistiksystemen (2.1.2). Darauf aufbauend werden die bei der Gestaltung logistischer Systeme zu berücksichtigenden Gestaltungsprinzipien (2.1.3) und -ziele (2.1.4) eruiert, die die Bewertungsgrundlage logistischer Netzwerke bilden und eine zielführende Auswahl entsprechender Bewertungsinstrumente gewährleisten. Von anderer Seite erfolgt die Annäherung über eine Darstellung unternehmensübergreifender Zusammenarbeit in Form von Unternehmensnetzwerken (2.2). Nach einer Charakterisierung (2.2.1) und theoretischen Erklärung (2.2.2) von Unternehmensnetzwerken werden verschiedene Netzwerktypen (2.2.3) dargestellt und die Chancen von Unternehmensnetzwerken erläutert (2.2.4). Im dritten Abschnitt (3.) erfolgt dann eine integrative Betrachtung der zuvor beschriebenen Bereiche (3.1), wobei der Darstellung eines allgemeinen Rahmens zur Analyse logistischer Netzwerke (3.2) die Beschreibung möglicher Instrumente zur Modellierung (3.3) und Bewertung (3.4) von Logistiknetzwerken folgt. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefaßt und ein Ausblick auf weitere Problemstellungen gegeben (4.).

2. Netzwerke in der Logistik

2.1 Logistik

2.1.1 Ursprung und Definition des Logistikbegriffs

Seit Beginn der 70er Jahre findet der Begriff „Logistik“ zunehmend Verwendung auch in der deutschsprachigen Literatur. Etymologisch gesehen unterlag er dabei bis heute einem ständigen Bedeutungswandel. Obwohl von vielen Autoren[1] der Ursprung des Begriffs im französischsprachigen Raum gesehen wird, konnte der griechische Ursprung des Logistikbegriffs nachgewiesen werden.[2] Demnach ist der Begriff ausschließlich auf den griechischen Wortstamm „logos“ (= Wort, Verstand, Rechnung) und nicht auf den französischen Wortstamm „loger“ (= versorgen, bereitstellen, unterstützen) zurückzuführen.[3] Der Logistikbegriff findet dabei erst über den Umweg des Militärs Eingang in den Sprachgebrauch der Wirtschaftswissenschaften[4] ; in den fünfziger Jahren zunächst in den USA und mit etwas Verzögerung Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre auch in Deutschland.[5] Heute ist „Logistik“ ein in Wissenschaft und Praxis häufig gebrauchter, wenn auch nicht unumstrittener Begriff. Die intensive Diskussion logistischer Fragestellungen hat dabei zu einer Vielzahl von Logistikdefinitionen geführt, wobei es im folgenden genügen soll, die grundlegenden Definitionen vorzustellen.

Im Rahmen eines flußorientierten Ansatzes definiert sich Logistik als Prozeß der Planung, Realisierung und Kontrolle des effizienten, kosteneffektiven Fließens und Lagerns von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Fertigfabrikaten und der damit zusammenhängenden Informationen vom Liefer- zum Empfangspunkt entsprechend den Anforderungen der Kunden.[6]

„[...] logistics [...] is the term describing the process of planning, implementing, and controlling the efficient, cost effective flow and storage of raw materials, in-process-inventory, finished goods, and related information from point of origin to point of consumption for the purpose of conforming to customer requirements.“[7]

Im Gegensatz dazu stellt der lebenszyklusorientierte Ansatz auf die Unterstützungsleistung der Logistik in den unterschiedlichen Phasen des Produktlebenszyklus ab. Insofern wird Logistik als Management verstanden, das während des „Lebens“ eines Produkts die effiziente Nutzung von Ressourcen und die Leistungsfähigkeit logistischer Elemente sicherstellt, so daß eine effektive Steuerung des Ressourcenverbrauchs ermöglicht und gewährleistet wird.[8]

Der dienstleistungsorientierte Ansatz beruht gedanklich auf der Notwendigkeit einzelne Dienstleistungs- und Produktionsaktivitäten aufeinander abzustimmen, um den gewünschten Kundennutzen zu erzielen. Insofern versteht sich Logistik als ein Prozeß zur Koordination aller immateriellen Aktivitäten zur kosten- und kundeneffektiven Erfüllung einer Dienstleistung.[9]

„[...] logistics is the process of coordinating nonmaterial activities necessary to the fulfillment of the service in a cost- and customer service-effective way.“[10]

Dieser Arbeit soll im folgenden jedoch die prozeßorientierte Definition von Kuhn zugrunde gelegt werden, der Logistik als die Lehre von der Beherrschbarkeit der Austauschbeziehungen an Material und Informationen in den Prozeßketten zwischen Lieferanten und Kunden versteht. Der Prozeßorientierung folgend, sind Kunden-Lieferanten-Beziehungen als elementare Schnittstellen zu begreifen und über die Prozeßketten ganzheitlich und einheitlich zu definieren, zu steuern und zu bewerten.[11]

2.1.2 Charakterisierung von Logistiksystemen

2.1.2.1 Definition von Logistiksystemen

Nachdem im vorherigen Abschnitt einführend der Logistikbegriff dargestellt wurde, soll nun geklärt werden, was unter einem Logistiksystem zu verstehen ist.

Unter einem Logistiksystem versteht man ein komplexes sozio-technisches Gebilde aus Elementen bzw. Subsystemen, die ein interdependentes Beziehungsgeflecht bilden und für einen gemeinsamen Zweck miteinander operieren. Dabei ist es in eine innere und äußere Umwelt eingebettet, mit der es interagiert.[12] Anknüpfungspunkt logistischer Systeme sind die logistischen Objekte (z. B. Material und Güterströme). Diese werden bestimmten Operationen unterworfen, wobei dazu sowohl die benötigten Informationen bzgl. der zu transformierenden Objekte als auch über die durchzuführenden Logistikprozesse vorliegen müssen. Darüber hinaus sind neben der Aufgaben- und Kontextumwelt die Ziele der logistischen Aktivitäten zu berücksichtigen. Die Leistung von Logistiksystemen besteht darin, Lösungspakete für komplexe güterwirtschaftliche Problemstellungen bereitzustellen. Dabei beschränkt sich die Leistungsaufgabe nicht nur auf die Beherrschung des Güterflusses, sondern erstreckt sich ebenfalls auf den notwendigen Informationsfluß.[13] Logistiksysteme sind durch das Ineinandergreifen von Bewegungs- und Lagerprozessen gekennzeichnet. Dieses Zusammenspiel von Bewegungs- und Lagerprozessen läßt sich graphisch betrachtet als ein Netzwerk von Knoten darstellen, die durch Kanten miteinander verbunden sind. Innerhalb des Netzwerks werden Objekte bewegt, wobei es sich dabei um Sachgüter, Energie, Informationen oder Menschen handeln kann. Diese Objekte werden an den Knoten vorübergehend festgehalten bzw. auf einen anderen durch das Netzwerk führenden Weg übergeleitet. Die Verbindungen zwischen den einzelnen Knoten stellen dabei die möglichen Wege dar, auf denen Objekte durch das Netzwerk gelenkt werden können.[14]

2.1.2.2 Grundstrukturen von Logistiksystemen

Dem Netzwerkgedanken folgend lassen sich die in Abbildung 1 dargestellten Grundstrukturen logistischer Systeme unterscheiden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Grundstrukturen von Logistiksystemen[15]

Charakteristisch für einstufige Systeme ist die Raum- und Zeitüberbrückung zwischen Liefer- (Quelle) und Empfangspunkt (Senke) durch einen direkten Güterfluß. Dieser ist nicht unterbrochen, so daß zusätzliche Lager- bzw. Bewegungsprozesse vermieden werden.[16]

Mehrstufige Logistiksysteme sind dagegen dadurch gekennzeichnet, daß der Güterfluß mindestens an einem Punkt unterbrochen ist, an dem zusätzliche Lager- bzw. Bewegungsprozesse stattfinden. In diesem Zusammenhang ist zwischen Auflösungs- und Konzentrationsprozessen zu differenzieren. Im „Break Bulk Point“ (Auflösungspunkt) wird der eintreffende Güterfluß dem Bedarf der Empfangspunkte angepaßt, indem er mengenmäßig verkleinert bzw. im Falle eines heterogenen Güterflusses in verschiedene homogene Güterflüsse aufgelöst wird. Im „Consolidation Point“ (Konzentrationspunkt) dagegen werden Güter gebündelt, d. h. gesammelt oder sortimentiert. Bei der Sammlung werden mehrere von verschiedenen Lieferpunkten eintreffende kleine Mengen zu größeren homogenen Einheiten zusammengefaßt. Im Falle des Sortimentierens fließen von den verschiedenen Lieferpunkten unterschiedliche Güterströme zum Konzentrationspunkt, die dort zu Sortimenten zusammengefaßt werden. Während die eingehenden Güterflüsse homogene Strukturen aufweisen, sind die an die jeweiligen Empfangspunkte ausgehenden Güterflüsse heterogen zusammengesetzt.

Bei einem kombinierten Logistiksystem werden die Elemente des ein- und mehrstufigen Systems schließlich miteinander verknüpft, so daß direkte und indirekte Güterströme nebeneinander auftreten.[17]

2.1.2.3 Abgrenzung verschiedener Logistiksysteme

Im Hinblick auf eine später durchzuführende genauere Analyse ist es notwendig, neben der Beschreibung logistischer Grundstrukturen, eine Unterscheidung verschiedener Logistiksysteme vorzunehmen. Im folgenden soll daher sowohl eine institutionelle als auch eine funktionelle Abgrenzung möglicher Logistiksysteme vorgenommen werden. Im Rahmen der institutionellen Abgrenzung wird, wie in Abbildung 2 erkennbar, zwischen Makro-, Mikro-, und Meta-Logistik unterschieden.[18]

Unter Makrologistik versteht man die Gesamtheit aller logistischen Systeme innerhalb einer Region, einer Volkswirtschaft oder eines supranational abgegrenzten Bereiches. Bei Entscheidungs- und Steuerungsprozessen makrologistischer Systeme wird nicht auf das einzelne Objekt abgestellt, sondern eher auf Objektklassen. Betrachtet man beispielsweise das Verkehrssystem als primäres Untersuchungsobjekt der Makrologistik, ist es wenig sinnvoll, das Verhalten jedes einzelnen Verkehrsteilnehmers zu untersuchen. Vielmehr wird man die Verkehrsteilnehmer in entscheidungsrelevante Teilnehmerklassen aufteilen und das Verhalten der Klasse analysieren.[19] Das makrologistische System bildet für das einzelne Unternehmen einen wesentlichen Teil seines logistischen Umsystems. Im Rahmen der durch dieses Umsystem gegebenen Strukturen und Funktionen strebt das einzelne Unternehmen eine möglichst günstige Betrachtung der eigenen Logistik an. Dabei weist die Makrologistik Schnittstellen zur Mikrologistik auf, die im Unternehmen durch die Beschaffungs- bzw. Absatzaktivitäten gebildet werden.[20]

Handelt es sich bei den Systemen der Makrologistik um gesamtwirtschaftliche Logistiksysteme, so zählen zur Mikrologistik sowohl die Logistiksysteme privater als auch die Logistiksysteme öffentlicher Institutionen. Dabei unterscheidet sich die Mikrologistik insofern von der globalen Betrachtungsweise der Makrologistik, als daß sie mikrologistische Systeme analysiert. Es handelt sich dabei um einzelwirtschaftliche Systeme, in denen logistische Prozesse gestaltet werden. Allerdings sind mikrologistische Systeme nicht nur auf innerbetriebliche Vorgänge beschränkt, sondern umfassen darüber hinaus auch zwischenbetriebliche Logistiksysteme.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Institutionelle Abgrenzung von Logistiksystemen[21]

Wie in Abbildung 2 erkennbar, kann auf der Ebene der Mikrologistik u. a. eine Unterscheidung zwischen Krankenhaus-, Militär- und Unternehmenslogistik getroffen werden. Im Rahmen dieser Arbeit soll die Betrachtung allerdings auf logistische Prozesse in und vor allen zwischen Unternehmen, d. h. auf die Unternehmenslogistik beschränkt bleiben. Non-Profit Unternehmen, wie z. B. Verbände und Behörden, deren Zielsystem nicht durch weitgehend wirtschaftliche Ziele gekennzeichnet ist, sollen im folgenden nicht Gegenstand der Untersuchung sein. In Abhängigkeit von der am Markt zu erbringenden Leistung kann die Unternehmenslogistik in Industrie-, Handels- und Dienstleistungslogistik untergliedert werden. Bei der Industrie- und Handelslogistik ist darüber hinaus zwischen inner- und zwischenbetrieblicher Logistik zu differenzieren. Die Dienstleistungslogistik ist demgegenüber danach zu untergliedern, ob die vom jeweiligen Unternehmen am Markt erbrachte logistische Leistung die Primärleistung darstellt, wie dies beispielsweise bei einer Spedition der Fall ist, oder ob es sich bei der erbrachten Leistung „lediglich“ um eine Sekundärleistung handelt, die im Rahmen der Erfüllung des eigentlichen Unternehmensziels erbracht wird.[22]

Auf der Ebene der Metalogistik kann schließlich danach unterschieden werden, welche Art von Unternehmen miteinander kooperieren, um logistische Aufgaben zu erfüllen. So ist eine Kooperation zwischen Unternehmen der verladenden Wirtschaft ebenso denkbar wie die partnerschaftliche Zusammenarbeit mehrerer Logistikunternehmen oder eine Kooperation von Logistikunternehmen und verladender Wirtschaft.[23]

Neben der institutionellen Abgrenzung können Logistiksysteme funktionell abgegrenzt werden. Von Interesse sind dabei die Art und Anzahl der im System betrachteten Funktionen. Im folgenden sollen daher die einzelnen Phasen eines Güterflusses am Beispiel eines Industrieunternehmens dargestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Funktionelle Abgrenzung von Logistiksystemen[24]

Wie in Abbildung 3 erkennbar, umfaßt die Beschaffungs- bzw. Versorgungslogistik die erste Phase des Güterflusses. Diese beginnt beim Lieferanten am Beschaffungsmarkt und endet am Beschaffungs- bzw. Eingangslager des Industrieunternehmens. Dabei kann die Versorgung direkt bzw. durch das Zwischenschalten eines Zulieferungslagers indirekt erfolgen. Die angelieferten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ebenso Ersatz- und Kaufteile fließen in der zweiten Phase vom Beschaffungslager in den Produktionsbereich des Industriebetriebs. Halbfertigfabrikate, Fertigfabrikate und Ersatzteile fließen anschließend in das Absatzlager. Logistiksysteme, deren Aufgabenbereich die zweiten Phase des Güterflusses umfaßt, bezeichnet man als Produktions-logistik. Die Logistik in der dritten Phase des Güterflusses, der aus Halbfertigfabrikaten, Fertigfabrikaten und Handelswaren besteht, wird als Distributionslogistik bezeichnet. Die Güter fließen in dieser Phase vom Absatzlager ausgehend über Auslieferungslager an die Kunden im jeweiligen Absatzmarkt. Allerdings ist das Zwischenschalten von regionalen Auslieferungslagern nicht in allen Fällen die optimale Lösung, so daß eine direkte Belieferung der Kunden aus dem Produktionsprozeß bzw. aus dem Absatzlager vorzuziehen ist.[25] In der vierten Phase setzt sich der Güterstrom aus Rückständen, d. h. aus Sekundärrohstoffen und Abfällen zusammen. Diese vom Kunden zurückzuführenden Güter werden zum einen entsorgt (Abfälle) und zum anderen wieder- bzw. weiterverwendet oder -verwertet (Sekundärrohstoffe).[26] Dieses phasenspezifische Subsystem der Logistik wird als Entsorgungslogistik bezeichnet.[27] Die beschriebenen Teilsysteme können unter dem Begriff der Unternehmenslogistik zusammengefaßt werden. Allerdings ist an dieser Stelle anzumerken, daß in Abhängigkeit vom betrachteten Unternehmenstyp einzelne Teilsysteme ausgespart werden können, so daß z. B. bei einem reinen Handelsunternehmen auf die Produktionslogistik verzichtet werden kann.

Neben der phasenbezogenen Abgrenzung von Logistiksystemen ist eine verrichtungsspezifische Betrachtung logistischer Systeme möglich. Man unterscheidet in diesem Zusammenhang Lagerhaltungssysteme, Transportsysteme, Lagerhaussysteme, Verpackungssysteme und Auftragsabwicklungssysteme, wobei diese, auf das Wesentliche beschränkend, im folgenden jedoch nicht näher beschrieben werden sollen.[28]

2.1.3 Logistische Gestaltungsprinzipien

Nachdem zuvor eine Charakterisierung logistischer Systeme vorgenommen wurde, sollen im folgenden die im Rahmen der Gestaltung von Logistiksystemen zu berücksichtigenden Prinzipien der Logistikkonzeption erläutert werden. Diese bilden den Gestaltungsrahmen logistischer Maßnahmen bei der Konfiguration sowohl intra- als auch interorganisatorischer Logistiksysteme und sind insbesondere auch bei der Gestaltung der im späteren Verlauf zu beschreibenden Logistiknetzwerke zu berücksichtigen. Die im folgenden angeführten Prinzipien sind dabei in der Betriebswirtschaftslehre prinzipiell bekannt und haben in unterschiedlicher Form Eingang in die theoretische und praktische Diskussion gefunden. Ihre gesamte Wirkungsintensität erfahren sie jedoch erst durch die Integration zu einem logistischen Leitbild.[29]

2.1.3.1 Systemdenken

Dem Systemdenken bzw. dem Denken in komplexen, vernetzten Zusammenhängen liegt die systemtheoretische Betrachtungsweise zugrunde.[30] Der Ursprung des Systemdenkens liegt in der Biologie, wobei es von dort in die Wirtschaftswissenschaften übertragen wurde. Kennzeichnend ist neben der ganzheitlichen Betrachtungsweise vor allem die Erkenntnis, daß für die Erklärung der Ganzheit die Erklärung einzelner Elemente nicht ausreicht.[31] Durch die Integration isolierter Elemente entstehen zusätzliche Leistungspotentiale, die ausschließlich dem Gesamtsystem zugeordnet werden können und größer sind als die addierten Leistungspotentiale der Teilelemente, so daß eine die Interdependenzen berücksichtigende Analyse der Systemelemente, ihrer Eigenschaften und der Beziehungen untereinander erforderlich ist.[32] Eine „Erweiterung“ des Denkrahmens erfährt die Logistik durch den von Klaus entwickelten Prozeßansatz.[33] Ausgehend von einer Analyse aktueller und älterer Beiträge der Managementliteratur sowie Konzepten und Prinzipien erfolgreicher Unternehmungen formuliert Klaus die These von der Konvergenz aktueller Theorie- und Praxisentwicklungen.[34] Dabei wurden vier Arbeits- und Entwicklungslinien der Betriebswirtschafts- und Managementlehre identifiziert, die die handlungsleitenden Charakteristika der Logistik zum Ausdruck bringen.[35] Weitreichende Impulse für eine Neuorientierung des Managementdenkens liefert das von Porter entwickelte Konzept der Wertschöpfungskette.[36] Es wird deutlich, daß insbesondere die horizontale Verkettung der Aktivitäten im Unternehmen, die „Kumulativität“ des Wertschöpfungsprozesses und die Differenzierung zwischen unmittelbar, indirekt und nicht wertschöpfenden Aktivitäten von wettbewerbsentscheidender Bedeutung ist.[37] Den zweiten theoretischen Ausgangspunkt bilden ältere Beiträge deutscher und angelsächsischer Organisationswissenschaftler[38], in denen aufgezeigt wird, wie Unternehmen als Gewebe von standardisierten Organisationsprozessen und -abläufen interpretiert werden können.[39] Die dritte wegweisende Entwicklung entstammt dem Bereich der Unternehmenspraxis insbesonderer erfolgreicher japanischer Unternehmungen, deren Organisationsprinzipien und Verhaltensmuster durch eine stärkere horizontale Integration und Denken in Flüssen und Prozessen gekennzeichnet sind.[40] Die vierte Entwicklungslinie entstand um Coopers und Kaplans Konzept des „Activity Based Accounting“, das auf der Bewertung von Aktivitäten und Prozessen aufbaut, wodurch die Defizite traditioneller funktionsorientierter Kostenrechnungsmodelle überwunden werden.[41] Die vorgenannten Entwicklungslinien zusammenführend, entwickelt Klaus ein „Fließsystem-“modell, bestehend aus „Ressourcennetzen“, „Geweben von Flüssen bzw. Prozessen“ und „Flußobjekten“, welches eine ganzheitliche Erfassung und Gestaltung logistischer Systeme im Sinne des Systemdenkens auch auf „operationaler“ Ebene unterstützt.[42]

2.1.3.2 Gesamtkostendenken

Die gleiche Interdependenz, die zwischen einzelnen Systemelementen besteht, gilt auch für die durch diese Elemente verursachten Kosten. Kostensenkungen in einem logistischen Subsystem können somit Kostensteigerungen in anderen Teilsystemen verursachen und letztlich sogar zu einem Kostenanstieg für das gesamte Logistiksystem führen.[43] Durch das Gesamt- oder Totalkostendenken werden diese Interdependenzen erfaßt, so daß bei der Beurteilung logistischer Entscheidungen und Systeme die gesamten mit der betrieblichen Leistungserstellung verbundenen logistischen Kostenkategorien sowie deren mittelbare und unmittelbare Interdependenz zu den Kosten anderer Funktionsbereiche berücksichtigt werden.[44] Da bei Kosteninterdependenzen die Minimierung einzelner Kostenarten nicht zwingend zu einem Gesamtkostenoptimum führen muß, steht beim Gesamtkostenkonzept weniger die Minimierung isolierter Kostenkategorien im Vordergrund, sondern die Optimierung der gesamten entscheidungsrelevanten Kosten, so daß ein Gesamtkostenoptimum erreicht werden kann.[45] Einschränkend bleibt jedoch anzumerken, daß der Umsetzung des Totalkostenansatzes u. a. durch die bestehenden Kostenrechnungssysteme Grenzen gesetzt sind. Insbesondere vor dem Hintergrund interorganisatorischer Kosteninterdependenzen gestaltet sich sowohl die Ermittlung als auch die Quantifizierung der entscheidungsrelevanten Kosten als schwierig und ist häufig mit aufwendigen Analysen und Sonderrechnungen verbunden. Trotz dieser Einschränkungen ist festzustellen, daß eine Steigerung logistischer Effizienz weder durch die Optimierung einzelner Logistikprozesse erreicht, noch auf den Logistikbereich im engeren Sinne beschränkt bleiben kann. Vielmehr muß eine integrative Betrachtung aller Bereiche der Wertschöpfungskette erfolgen, um das gesamte Wirkungs- und Gestaltungspotential der Logistik zu erschließen.[46]

2.1.3.3 Flußdenken

Das Flußprinzip zielt darauf ab, die Wertschöpfungsaktivitäten stärker auf die unternehmerische Marktleistung auszurichten. Dabei wird der Wertschöpfungsprozeß als durchgängige logistische Kette, die sich vom Lieferanten über das eigene Unternehmen bis zum Kunden erstreckt, verstanden, in die die vertikal ausgerichteten Primärfunktionen Beschaffung, Produktion und Vertrieb unmittelbar und Sekundärfunktionen, wie die Produktentwicklung oder das Controlling, mittelbar eingebunden werden. Die Ausrichtung auf die unternehmerische Gesamtleistung bedeutet somit eine Abkehr von der einseitigen Funktionsoptimierung vertikaler Unternehmenskonzepte.[47] Die Realisierung des Flußprinzips führt zu einer prozeßorientierten Sichtweise sowohl einzelner Wertschöpfungsaktivitäten als auch der gesamten Wertschöpfungskette, wobei eine flußgerechte Optimierung räumlicher, zeitlicher sowie organisatorischer Schnittstellen die Zielsetzung verfolgt, Material-, Produkt- und Informationsflüsse über Unternehmens- und Funktionsgrenzen hinweg redundanzfrei und zeiteffizient zu gestalten.[48] Dabei wird die Autonomie, nach der sich die einzelnen Glieder der Logistikkette durch Bestandspuffer voneinander abkoppeln, durch Koordination ersetzt, so daß dem Flußdenken folgend alle Glieder der Logistikkette gekoppelt werden. Auf das Beispiel der Lagerhaltung bezogen bedeutet Koordination, daß unverzichtbare Bestände in den Abschnitt des Logistiksystems verlagert werden, wo es für die gesamte Wertschöpfungskette am effizientesten ist.[49]

2.1.3.4 Servicedenken

Das Servicedenken verlangt die Gewährleistung eines marktadäquaten, vom Abnehmer einer Ware geforderten Lieferservice. Dieser konkretisiert sich in den Einzelkomponenten Lieferzeit, Lieferzuverlässigkeit, Lieferungsbeschaffenheit und Lieferflexibilität.[50] Handelt es sich um die Versorgung einer nachgelagerten Produktionsstufe, wird auch von Versorgungsservice gesprochen.[51] Unter dem Gesichtspunkt der Lieferanten-Kunden-Beziehung repräsentieren Versorgungs- und Lieferservice jedoch zwei Seiten derselben Medaille, denn der Lieferservice des Lieferanten hat den Versorgungsserviceanforderungen des Kunden zu entsprechen.[52] Die Serviceanforderungen hängen somit einerseits von den Bedürfnissen der Kunden (Lieferserviceanforderungen), andererseits auch von der eigenen Produktion ab (Versorgungsserviceanforderungen).[53] Hadamitzky spricht in diesem Zusammenhang auch von Kundenorientierung und versteht den logistischen Wertschöpfungsprozeß als „Chain of Customer“, die es durchgängig nach dem Prinzip der Kundenorientierung zu gestalten gilt. Für die Gestaltung logistischer Systeme ergibt sich somit eine Umkehrung der Wertschöpfungsperspektive, wobei „Production-Push“ durch „Market-Pull“ zu ersetzen ist.[54]

2.1.4 Logistische Gestaltungsziele

Die Gestaltung logistischer Systeme setzt die Ableitung und Vorgabe von Zielen voraus. Diese sind Ausdruck rationalen Verhaltens und beschreiben zukünftige Sachverhalte, deren Realisierung angestrebt wird. Sie bilden somit die Basis sowohl für die Generierung als auch für die Beurteilung von Systemalternativen und gelten als Wertprämissen für logistische Entscheidungen. Da die Logistikziele Bestandteil des generellen Zielsystems eines Unternehmens- bzw. Unternehmensverbundes sind, dürfen sie nicht isoliert ermittelt werden, sondern müssen hinsichtlich ihrer Zielinhalte, ihrer Zielausprägungen und ihrer Geltungsdauer aus der Gesamtzielkonzeption abgeleitet werden. Nur dann ist sichergestellt, daß die Logistikziele zur Erreichung der übergeordneten Ziele des Unternehmens- bzw. Unternehmensverbundes beitragen. Die Gesamtzielkonzeption und das logistische Zielsystem sind dabei durch eine Vielzahl heterogener Zielkomponenten gekennzeichnet, zwischen denen konkurrierende, komplementäre und indifferente Beziehungen bestehen können. Als Zielkomponenten logistischer Systeme sollen im weiteren Leistungs-, Kosten- und Effizienzziele inhaltlich präzisiert werden. Sie konkretisieren das logistische Sachziel, welches sich in der Forderung manifestiert, die richtigen logistischen Objekte, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt, für den richtigen Verbraucher und zu den richtigen Kosten zur Verfügung zu stellen.[55]

2.1.4.1 Leistungsziele

Im Vergleich zu Sachleistungen, die gezählt oder gewogen werden können, sind Logistikleistungen i. d. R. schwerer zu operationalisieren und zu quantifizieren. Infolgedessen haben sich in der Literatur zahlreiche Vorschläge zur Systematisierung der logistischen Leistung herausgebildet. Die Mehrzahl der vorhandenen Ansätze subsumiert das logistische Leistungsspektrum dabei unter den Servicebegriff, wobei über dessen Extension zum Teil weit auseinandergehende Vorstellungen bestehen. So beschränken Wojaczek und Ihde den Servicebegriff auf den vom Kunden wahrgenommenen Lieferservice und präzisieren diesen durch Zielgrößen wie Lieferzeit, Lieferbereitschaft, Lieferzuverlässigkeit oder Lieferflexibilität.[56] Pfohl dagegen wählt einen weiteren Betrachtungsrahmen und ergänzt den Lieferservice um den Versorgungsservice.[57] Eine noch weitere Auslegung des Servicebegriffs nimmt Ballou vor, der sogar den „after sale serv-ice“ als Bestandteil des „customer service“ betrachtet.[58] Angesichts dieser Vielschichtigkeit bezweifelt Hadamitzky die generelle Eignung des Servicebegriffs zur Präzisierung von Logistikleistungen und Leistungszielen, wobei er einen alternativen Operationalisierungsansatz empfiehlt.[59] Einen gewissen Konsens deutet auch eine jüngere Veröffentlichung von Pfohl an, der den Liefer- bzw. Versorgungsservice zwar weiterhin als wichtigste Leistungseigenschaft logistischer Systeme bezeichnet, ihn jedoch um drei weitere Leistungseigenschaften ergänzt.[60]

Anhand der Ausführungen wird deutlich, daß die Beurteilung logistischer Systeme bereits durch die Operationalisierung der oben genannten Sachziele erschwert wird. Erfolgversprechend erscheint hier die Integration der beiden letztgenannten Ansätze, wobei jedoch schwerpunktmäßig dem Ansatz von Hadamitzky gefolgt werden soll. Dieser unterteilt das logistische Leistungsspektrum in drei aufeinander aufbauende Ebenen, denen Zielgrößen zugeordnet werden können.

Die erste Leistungsebene betrifft dabei die Sicherstellung der Verfügbarkeit logistischer Objekte und Ressourcen. Sie umfaßt somit u. a. die Zielgrößen Produktverfügbarkeit, Materialverfügbarkeit und die Verfügbarkeit von Informationen. Der Grad der Verfügbarkeit logischer Objekte und Ressourcen wird durch das der zweiten Ebene zugeordnete Leistungsvermögen des Logistiksystems bestimmt. Dieses konkretisiert sich in den Leistungselementen Zeit und Flexibilität. Der Faktor Zeit beinhaltet Zielgrößen wie Lieferzeiten, Informationsdurchflußzeiten, Materialdurchflußzeiten, Wiederbeschaffungszeiten sowie die für die Planung und Erstellung des Logistiksystems notwendige Zeit. Die Flexibilität dagegen kennzeichnet die Fähigkeit der Logistik auf aktuelle und potentielle Veränderungen zu reagieren und auftretende Chancen nutzen zu können. Sie kann beispielsweise durch die Anpassungsgeschwindigkeit bei Kundenauftragsänderungen, der Reaktionszeit bei Störungen innerhalb der logistischen Kette oder durch die Abwicklungsgeschwindigkeit bei Neuaufträgen spezifiziert werden. Ein hohes logistisches Leistungsvermögen setzt wiederum ein entsprechendes Qualitätsniveau der Logistikprozesse voraus. Die Prozeßqualität bringt dabei die Zuverlässigkeit der unterschiedlichen Material- und Informationsflußaktivitäten zum Ausdruck. Als Zielgrößen können hier u. a. die Lieferqualität, die Termin-, Mengen- und Liefertreue sowie die Informationsqualität herangezogen werden.[61]

Die Auswahl und Festlegung der logistischen Leistungsziele ist eine Frage der Prioritäten und Kosten, wobei neben den Anforderungen unterschiedlicher Kundengruppen, Marktsegmente und Versorgungskanäle, die Interdependenzen zwischen den einzelnen Leistungsgrößen sowie die Kostenreagibiliät unterschiedlich hoher Leistungsziele zu berücksichtigen sind.[62]

2.1.4.2 Kostenziele

Zur Bewertung eines Logistiksystems müssen neben den bereits dargestellten Leistungskomponenten auch die Kostenkomponenten betrachtet werden. Die wachsende Bedeutung logistischer Kostenziele ist dabei in der Veränderung der Strukturen sowie der absoluten und relativen Höhe der Logistikkosten begründet. Hadamitzky weist darauf hin, daß über die Zusammensetzung der Logistikkosten jedoch sehr unterschiedliche Auffassungen vorliegen.[63] Die geeignete Bestimmung logistischer Kosten wird dabei in erster Linie durch die Abbildungsmängel der traditionellen Kostenrechnungssysteme eingeschränkt, deren Konstruktionsprinzipien primär auf die Belange der Fertigung ausgerichtet sind.[64] Folglich werden die Logistikkosten in vielen Fällen noch immer undifferenziert als Gemeinkosten abgebildet und über pauschale Umlagen auf Erzeugnisse oder Kostenstellen verrechnet. Abgrenzungsprobleme ergeben sich jedoch nicht nur bei der Erfassung logistischer Kostenstrukturen, sondern bereits bei der Bestimmung des zu erfassenden Kostenumfangs. Dieser korrespondiert zum einen mit der Anzahl und dem Kostenvolumen der im Rahmen der Logistikkonzeption einbezogenen Kostenstellen, zum anderen mit der Anzahl der einbezogenen Logistikprozesse sowie der Genauigkeit und der Konsequenz ihrer Erfassung.

Die Ausführungen verdeutlichen, daß die Aussagefähigkeit der Logistikkosten durch eine ausschließlich funktionsorientierte Auslegung des Logistikkostenbegriffs begrenzt ist. Vor diesem Hintergrund empfiehlt Hadamitzky einen prozeßorientierten Logistikkostenbegriff und entwickelt darauf aufbauend prozeßbezogene Logistikkostenkategorien, die im Rahmen der Bewertung logistischer Systeme als quantitatives Zielkriterium herangezogen werden können.[65]

- Kosten der physischen Materialflußprozesse: Hierunter fallen die internen und externen Lager- und Transportkosten, die Verpackungs- und Entsorgungskosten sowie die Kosten des Warenein- und -ausgangs.

- Kosten der Informationsflußprozesse: Hierunter fallen die Kosten der Planung, Disposition und Steuerung von logistischen Objekten und Ressourcen sowie die Kosten der Kundenauftragsabwicklung.

- Kosten logistischer Managementprozesse: Hierunter fallen die Kosten der Logistikleitung, des Logistik-Controlling und der logistischen Forschung und Entwicklung.

- Kosten der Bevorratungsprozesse: Hierunter fallen die Kapitalbindungskosten sämtlicher im Logistiksystem gebundenen Vorräte sowie die Kosten der Bestandsrisiken.

- Kosten mangelnder Prozeßsicherheit: Hierunter fallen Kosten, die aufgrund einer unzureichenden Qualität der logistischen Prozesse entstehen. Dazu zählen Konventionalstrafen, Kosten für Nacharbeiten und Stillstandszeiten sowie Opportunitätskosten in Form von Imageverlusten, die auf Nicht-, Fehl- oder Spätlieferungen zurückzuführen sind.[66]

2.1.4.3 Effizienzziele

Nachdem die grundlegenden Bewertungskriterien logistischer Systeme dargestellt wurden, sollen im folgenden die daraus abzuleitenden Effizienzziele eruiert werden. Die integrative Betrachtung logistischer Zielausprägungen ist dabei insbesondere bei konfliktären Zielbeziehungen von Bedeutung und erlaubt den Grad der Zielerreichung in abstufbaren Merkmalen zu ermitteln.[67]

Pfohl bezeichnet Logistiksysteme als effizient, wenn bei ihrer Gestaltung sowohl die Logistikkosten (Input) als auch die Logistikleistungen (Output) als Gestaltungsziele berücksichtigt wurden. Dabei verbindet das logistische Effizienzdenken den Input und den Output, um anstelle einer einseitigen Optimierung der konfliktären Zielgrößen einen effizienten Ausgleich zwischen diesen zu bewirken. Die Effizienzorientierung verlangt bei der Lösung logistischer Probleme somit weder eine alleinige Ausrichtung am Ziel der Leistungsmaximierung noch eine alleinige Orientierung am Ziel der Kostenminimierung. Verfolgt man jedoch nur eines dieser Ziele, so werden keine effizienten, sondern effektive Logistiksysteme gestaltet.[68] Die Effizienz eines Logistiksystems kann auf ökonomischer Ebene letztlich durch die Rentabilität d. h. durch die Relation von Periodenerfolg und durchschnittlich gebundenem Kapital bemessen werden.[69] In Abhängigkeit von der Abgrenzung des jeweiligen Erfolgs- und Kapitalbegriffs lassen sich drei Rentabilitätskoeffizienten identifizieren[70], wobei Hadamitzky insbesondere den Return on Investment als geeignetes logistisches Rentabilitätsziel perzipiert.[71]

Der logistische Effizienzgedanke setzt sich schließlich auch auf technologischer Ebene fort, wenn es darum geht, Probleme der Leistungsfähigkeit (z. B. Kapazitäten, Elastizitäten) und Leistungsbereitschaft (z. B. Störanfälligkeit) technischer Systeme zu lösen. Das logistische Effizienzziel entspricht dabei dem Produktivitätsziel, das durch die Relation von Output und Input gemessen wird.[72]

Die Ausführungen verdeutlichen, daß die generell effizienzorientierte Sichtweise der Betriebswirtschaftslehre auch für die Logistik kennzeichnend ist. Gleichzeitig ist jedoch darauf hinzuweisen, daß Effizienzorientierung allein kein Gewähr für das Bestehen des Unternehmens am Markt ist. Vielmehr sind dem „Effizienzpostulat“ durch entsprechende Effektivitätsüberlegungen im Sinne von Servicedenken und Kundenorientierung Grenzen gesetzt.

2.2 Unternehmensnetzwerke

Eine Sichtung der Literatur zu Netzwerken ergibt, daß nahezu jedes empirische Phänomen als Netzwerk betrachtet werden kann. Schließlich ist ein Netzwerk zunächst nichts anderes als ein methodisches Konstrukt mit dem ein Untersuchungsgegenstand erfaßt und abgegrenzt werden kann.[73] Schubert sieht die Ursprünge des Netzwerkkonzepts im Bereich der Soziologie und der Sozialanthropologie, wobei personale Netze lange Zeit im Vordergrund wissenschaftlichen Interesses standen.[74] Der Sozialanthropologe Mitchell definiert soziale Netzwerke als „[...] a specific set of linkages among a defined set of persons, with the additional property that the characteristics of these linkages as a whole may be used to interpret the social behaviour of the persons involved.“[75]

Heute findet der Netzwerkgedanke in vielen Bereichen Verwendung. Die Vielfalt der Veröffentlichungen reicht dabei von der Psychologie über die Informatik, Operations Research und Politikwissenschaften bis hin zu den Wirtschaftswissenschaften.[76] Im Rahmen dieser Arbeit sollen Organisationen als Netzwerke betrachtet werden. Das Spektrum der netzwerkorientierten Organisationsformen reicht dabei von einer konsequenten Verwirklichung des Profit Center Konzepts über die Entwicklung von Holdingstrukturen hin bis zur Netzwerkorganisation.[77] Dabei findet der Netzwerkbegriff in der Literatur in unterschiedlicher Form Verwendung, so daß eine Explikation des im Rahmen dieser Arbeit verwendeten Netzwerkbegriffs angebracht erscheint.

2.2.1 Charakterisierung von Unternehmensnetzwerken

2.2.1.1 Definition von Unternehmensnetzwerken

Im folgenden wird ein daher Überblick über verschiedene Definitionen von Unternehmensnetzwerken gegeben, die allerdings in wichtigen Aspekten übereinstimmen.

Nohria und Eccles beschreiben Unternehmesnetzwerke als „[...] a fluid, flexible, and dense pattern of working relationships that cut across various intra- and interorganizational boundaries. [...] The network organization is envisioned as a sprawling and organic electronic network connecting the employees of the firm with one another as well as with their customers, vendors, and strategic partners.“[78] Webster formuliert in diesem Zusammenhang: „Network organizations are the cooporate structures that result from multiple relationships, partnerships, and strategic alliances.[79] [...] The basic characteristic of a network is confederation, a loose and flexible coalition guided from a hub where the key functions include development and management of the alliances themselves, coordination of financial resources and technology, definition and management of core competence and strategy, developing relationships with customers, and managing information resources that bind the network.“[80] Grandori und Soda beschreiben Unternehmensnetzwerke hingegen wie folgt: „An inter-firm network is a mode of regulating interdependence between firms [...] which is based on a cooperative game with partner specific communication.“[81] Währenddessen definieren Forsgren und Johanson „[...] business networks as sets of connected exchange relationships between actors controlling business activities. Business networks differ from social networks – and from networks in general – by being coupled to business activities. The business network model is therefore based on some assumptions about business activities. [...] The interdependence between the activities – in the sense that the outcome of the one is dependent on the performance of the other – becomes stronger.“[82] Sydow schließlich versteht unter einem Unternehmensnetzwerk eine auf die Realisierung von Wettbewerbsvorteilen zielende Organisationsform ökonomischer Aktivitäten, die sich durch komplex-reziproke, eher kooperative denn kompetitive und relativ stabile Beziehungen zwischen rechtlich selbständigen, wirtschaftlich jedoch zumeist abhängigen Unternehmungen auszeichnet. Ein derartiges Unternehmensnetzwerk, das in einer oder in mehreren miteinander verflochtenen Branchen agiert, ist das Ergebnis einer Unternehmensgrenzen übergreifenden Differenzierung und Integration ökonomischer Aktivitäten.[83]

Kennzeichen eines Unternehmensnetzwerks sind demnach wirtschaftliche Austauschbeziehungen zwischen rechtlich selbständigen, aber interdependenten Unternehmen. Die zwischen den Netzwerkunternehmen bestehenden Beziehungen können sowohl langfristig vertraglich geregelt als auch flexibel gestaltet sein und verbinden kooperative und kompetitive Motive.[84] Im Gegensatz zu strategischen Allianzen, die überwiegend horizontal ausgerichtet sind, handelt es sich bei Unternehmensnetzwerken häufig um vertikal, diagonal oder lateral orientierte Netzwerkarrangements.[85] Neben strategischen Allianzen existieren weitere Formen kooperativer Zusammenarbeit wie beispielsweise Konsortien, Kartelle und Wertschöpfungspartnerschaften, um nur einen Auszug möglicher kooperativer Organisationsformen zu nennen. An dieser Stelle soll jedoch auf eine genauere Spezifizierung und Abgrenzung verzichtet und im folgenden der Untersuchungsfokus auf Unternehmensnetzwerke beschränkt werden.[86]

2.2.1.2 Organisatorische Einordnung von Unternehmensnetzwerken

Die Präzisierung des Netzwerkbegriffs erfolgt des weiteren im Vergleich zu Merkmalen von Markt und Hierarchie. Um Unternehmensnetzwerke unter Bezugnahme auf diese Organisationsformen verorten zu können, ist es notwendig, eine Begriffsbestimmung von Markt und Hierarchie vorzunehmen.[87] Anschließend sollen drei Positionen dargestellt werden: Netzwerke als Zwischen- bzw. Hybridform zwischen Markt und Hierarchie, Netzwerke als eigenständige Koordinationsform und die Entwicklung von Netzwerken als eine Synthese von Merkmalen des Marktes wie der Hierarchie.[88]

Ein Markt stellt eine Organisationsform ökonomischer Aktivitäten dar, in der beliebige Marktteilnehmer eine genau spezifizierte Leistung austauschen. Dabei sind die einzelnen Marktteilnehmer, die sich zumindest begrenzt rational und opportunistisch verhalten, gleichberechtigt und in ihren Handlungen weitgehend voneinander unabhängig. Die Koordination einzelner Aktivitäten bzw. Transaktionen im Markt wird durch Preise ermöglicht, die sämtliche transaktionsrelevanten Informationen beinhalten.[89]

„In markets, resources are allocated through bargaining over prices.“[90]

Die Beziehungen zwischen den Marktteilnehmern sind dabei eher flüchtig und idealtypisch kompetitiv.[91]

Hierarchische Beziehungen sind dagegen langfristig angelegt und idealtypisch kooperativ. In einer hierarchischen Organisation erfolgt die Koordination einzelner Organisationsmitglieder durch Weisungen.[92]

[...]


[1] Vgl. Kapoun 1981, S. 123 ff.; Arnold 1986, S. 149; Arnold 1988, Sp. 170; Broggi 1990, S. 216; Krulis-Randa 1977, S. 39.

[2] Vgl. Bjelicic 1987, S. 153 ff.

[3] Vgl. Hausotter 1994, S. 7.

[4] Vgl. Bloech 1984, S. 6 f.; Rupper 1991, S. 6; Broggi 1990, S. 216; Weber 1996, Sp. 1096; Ihde 1997, S. 549.

[5] Vgl. Zahn 1994, S. 37; Hausotter 1994, S. 8; Fuhrmann 1993, S. 6 f.

[6] Vgl. Pfohl 1996, S. 12; zu weiteren flußorientierten Definitionen vgl. auch Jünemann 1989, S. 11 f.; Filz 1993, S. 50; Ehrmann 1997, S. 25; Freichel 1992, S. 8.

[7] Council of Logistics Management o. J., S. 1 f. zitiert in Pfohl 1990, S. 12.

[8] Vgl. Pfohl 1996, S. 13.

[9] Vgl. Pfohl 1996, S. 13.

[10] Arthur D. Little / The Pennsylvania State University, Center for Logistics Research 1991, S. XXII.

[11] Vgl. Kuhn 1995, S. 21.

[12] Vgl. Zahn 1994, S. 38; Dogan 1994, S. 46.

[13] Vgl. Zahn 1994, S. 38; Ihde 1991, S. 14.

[14] Vgl. Pfohl 1996, S. 5.

[15] Pfohl 1997, S. 641.

[16] Vgl. Pfohl 1996, S. 5 f.

[17] Vgl. Pfohl 1996, S. 6 f.; eine ähnliche, jedoch weniger die Anzahl der Stufen berücksichtigende Differenzierung logistischer Grundstrukturen findet sich bei Inderfurth 1996, S. 2; Inderfurth 1998, S. 628 f., der serielle, divergierende und konvergierende Subsysteme unterscheidet.

[18] Vgl. Zahn 1994, S. 37; Hausotter 1994, S. 12.

[19] Vgl. Hausotter 1994, S. 12; Kirsch / Bamberger / Gabele / Klein 1973, S. 83.

[20] Vgl. Hausotter 1994, S. 13; Ihde 1997, S. 683 ff.

[21] Bloech 1997, S. 720; vgl. Hartrampf 1998, S. 130; Hausotter 1994, S. 13; Pfohl 1996, S. 15.

[22] Vgl. Pfohl 1996, S. 16.

[23] Vgl. Pfohl 1996, S. 16.

[24] Pfohl 1996, S. 18; vgl. Hausotter 1994, S. 25; Hartrampf 1998, S. 129; Hardt 1995, S. 22.

[25] Vgl. Pfohl 1996, S. 17.

[26] Zu einer Abgrenzung der Begriffe Wieder- bzw. Weiterverwendung und Wieder- bzw. Weiterverwertung vgl. z. B. Hansen / Raabe / Dombrowsky 1995, S. 63.

[27] Vgl. Pfohl 1996, S. 19.

[28] Vgl. Pfohl 1996, S. 19 f.

[29] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 39.

[30] Vgl. Krulis-Randa 1977, S. 34 ff.; Ihde 1972, S. 129 ff.; Kirsch 1971, S. 221 ff.

[31] Vgl. Pfohl 1996, S. 26.

[32] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 39; Wojaczek 1996, S. 18.

[33] Es bleibt anzumerken, daß die Eigenständigkeit des Prozeßansatzes in der Literatur nicht unumstritten ist, wobei z. B. Pfohl 1996, S. 27 und Wojaczek 1996, S. 18 den Prozeßansatz bereits im Systemansatz enthalten sehen. Obwohl der Prozeßansatz im Rahmen dieser Arbeit ebenfalls unter den Systemansatz subsumiert wird, erscheint es jedoch vertretbar von einer „Erweiterung“ im Sinne einer Konkretisierung des Systemgedankens zu sprechen, wobei der Prozeßansatz als eine inhaltliche Ausprägung des allgemeinen Beschreibungsrasters der Systemtheorie interpretiert werden kann.

[34] Vgl. zu folgenden Ausführungen Klaus 1993, S. 13 ff.; Klaus 1994, S. 336 ff.

[35] Vgl. Ebner 1997, S. 26.

[36] Vgl. Porter 1985, S. 33 ff.; Porter 1989, S. 59 ff.

[37] Vgl. Ebner 1997, S. 26.

[38] Vgl. z. B. Nordsiek 1934, S. 78, dessen bildliche Darstellung einer ablaufmäßigen Betrachtung von Betriebsaufgaben als Vorläufer der aktuellen Prozeßkettendarstellung aufgefaßt werden kann.

[39] Vgl. Ebner 1997, S. 27.

[40] Vgl. z. B. Imai 1993; Ohno 1993.

[41] Vgl. Cooper / Kaplan 1991, S. 130 ff.

[42] Auf eine detaillierte Darstellung des „Fließsystem-“modells soll an dieser Stelle jedoch verzichtet und statt dessen auf Klaus 1994, S. 337 ff; Klaus 1993, S. 24 ff. verwiesen werden.

[43] Vgl. Pfohl 1996, S. 30; Beispiele konfliktärer Kostenverläufe in logistischen Systemen beschreibt Ballou 1985, S. 30.

[44] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 41.

[45] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 41; Large / Pfohl 1997, S. 2475; einen Überblick über die aufgrund des logistischen Gesamtkostenkonzepts zu berücksichtigenden Kosten gibt Pfohl 1996, S. 31, wobei darauf hinzuweisen ist, daß der Gesamtkostenbegriff lediglich zur Kennzeichnung der Forderung nach Erfassung aller relevanter Logistikkosten verwendet wird und nicht mit dem ebenfalls in der Kostenrechnung üblichen Gebrauch im Sinne von Vollkosten zu verwechseln ist. Kirsch / Bamberger / Gabele / Klein 1973, S. 288 beschreiben das Gesamtkostenkonzept an Hand eines einfachen Beispiels: „Nimmt man beispielsweise die Minimierung der Gesamtkosten als einziges Ziel logistischer Entscheidungen an (was unrealistisch ist) und geht man davon aus, daß bei gegebenem Output-Niveau die Produktionskosten 100 und die Distributionskosten ebenfalls 100, also die Gesamtkosten 200 betragen, so weist ein alternatives System geringere totale Kosten auf, wenn es mit Produktionskosten von 50 und Distributionskosten von 125 verbunden ist.“

[46] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 41 f.

[47] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 42; als Hauptkritikpunkte der konzeptionell insbesondere auf Taylors „Scientific Management“ (vgl. z. B. Strubl 1993, S. 65 ff.) zurückzuführenden Funktionsoptimierung nennt Hadamitzky 1995, S. 44 die hohe Schnittstellenintensität als Folge der ausgeprägten Arbeitsteilung, die unabgestimmte Fragmentierung logistischer Aufgaben als Folge funktional gegliederter Unternehmensstrukturen sowie den eingeschränkten Marktbezug insbesonderer der Produktion.

[48] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 45.

[49] Vgl. Wojaczek 1996, S. 19; vgl. auch Weber 1992, S. 877 ff., der die Koordinationsfunktion als das eigentlich „Neue“ der Logistik perzipiert.

[50] Vgl. Wojaczek 1996, S. 20.

[51] Vgl. Large / Pfohl 1997, S. 2475.

[52] Vgl. Pfohl 1996, S. 33.

[53] Vgl. Pfohl 1996, S. 34.

[54] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 49.

[55] Vgl. Pfohl 1996, S. 12; Jünemann 1989, S. 18; Hadamitzky 1995, S. 50 f.

[56] Vgl. Wojaczek 1996, S. 20; Ihde 1991, S. 22.

[57] Vgl. Pfohl 1996, S. 33 f.

[58] Vgl. Ballou 1985, S. 52 ff.

[59] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 52 ff.

[60] Vgl. Pfohl 1994b, S. 137.

[61] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 53 f.; Pfohl 1994b, S. 137 f.

[62] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 54.

[63] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 55.

[64] Vgl. Kirsch / Bamberger / Gabele / Klein 1973, S. 292 f.

[65] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 55 f.

[66] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 56.

[67] Vgl. Pfohl / Zöllner 1991, S. 324.

[68] Pfohl 1996, S. 40 weist darauf hin, daß das Effektivitätsdenken hinsichtlich der alleinigen Erreichung des Leistungsziels vor allem in der Militär-Logistik zu finden ist.

[69] Vgl. Pfohl 1996, S. 40 f.

[70] Vgl. z. B. Reichmann 1997, S. 80 f., der mit der Eigen- und Gesamtkapitalrentabilität zwei auf die Passivseite der Bilanz bezogene Rentabilitätskoeffizienten unterscheidet und mit dem Return on Investment die Rentabilität des auf der Aktivseite gebundenen Kapitals erfaßt.

[71] Vgl. Hadamitzky 1995, S. 58 f.

[72] Vgl. Pfohl 1996, S. 40.

[73] Vgl. Sydow 1992, S. 75.

[74] Vgl. Schubert 1994, S. 14 ff.

[75] Mitchell 1969, S. 2.

[76] Vgl. Schubert 1994, S. 9; Schwarze 1996, Sp. 1275 ff.; Picot / Rohrbach 1996, Sp. 714 ff.

[77] Vgl. Sydow 1995c, S. 160.

[78] Nohria / Eccles 1992, S. 289.

[79] Webster 1992, S. 5.

[80] Webster 1992, S. 9.

[81] Grandori / Soda 1993, S. 4.

[82] Forsgren / Johanson 1992, S. 5 f.

[83] Sydow 1992, S. 79.

[84] Vgl. Klein 1996, S. 88.

[85] Vgl. Kaluza / Blecker 1996, S. 385; Backhaus / Meyer 1993, S. 332.

[86] Vgl. Männel 1996, S. 55 ff., die eine Abgrenzung des Netzwerkbegriffs zu Kartellen, Konsortien, Allianznetzwerken, Strategischen Gruppen und Wertschöpfungspartnerschaften vornimmt.

[87] Vgl. Sydow 1992, S. 98.

[88] Vgl. zu folgenden Ausführungen Klein 1996, S. 89 ff.

[89] Vgl. Sydow 1992, S. 98; Sydow / Windeler / Krebs / Loose / van Well 1995, S. 17; Alt 1997, S. 78.

[90] Powell 1987, S. 67.

[91] Vgl. Sydow 1992, S. 98; Sydow / Windeler / Krebs / Loose / van Well 1995, S. 17; Alt 1997, S. 79.

[92] Vgl. Alt 1997, S. 87 f.; Malone / Yates / Benjamin 1987, S. 485.

Details

Seiten
144
Jahr
1998
ISBN (eBook)
9783638728058
ISBN (Buch)
9783638729574
Dateigröße
2.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v74163
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
2,0
Schlagworte
Ansätze Analyse Optimierung Logistiknetzwerken

Autor

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Titel: Ansätze zur Analyse und Optimierung von Logistiknetzwerken