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Gestaltung des internen Rechnungswesens für Dienstleistungen

Seminararbeit 2007 15 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Eignung der internen Rechnungswesensysteme als Entscheidungsgrundlage am Beispiel der Allianz SE

2. Besonderheiten der internen Rechnungswesensysteme in Dienstleistungsunternehmen
2.1 Die Begrifflichkeit der Dienstleistungen
2.2 Bedeutende Unterschiede zwischen den internen Rechnungswesensystemen von Dienstleistungen und Sachleistungen

3. Kostenrechnungssysteme bei Dienstleistungen
3.1 Anforderungen an die Kostenrechnung als Controlling-Instrument für Dienstleistungen
3.2 Aufbau und Eignung ausgewählter Kostenrechnungssysteme als Controllinginstrument für Dienstleistungsunternehmen
3.3 Die methodische Struktur der Prozesskostenrechnung als Element des Kostenmanagements

4. Entwicklungsbedarf des internen RechnungswesenS bei Dienstleistungen

Literaturverzeichnis

1. Eignung der internen Rechnungswesensysteme als Entscheidungsgrundlage am Beispiel der Allianz SE

„Gewinne rauf, Mitarbeiter raus“[1], so titelte der Stern in einem Artikel über die Allianz im August 2006. Trotz Rekordgewinnen, will Deutschlands größter Versicherungskonzern, bei sich und seinen Tochtergesellschaften in Deutschland 7500 Stellen abbauen.[2] Solche Beispiele sind zu Hunderten in den aktuellen Medienberichten zu finden und es stellt sich die Frage, ob die bestehenden Controlling- bzw. internen Rechnungswesensysteme in Dienstleistungsunternehmen einwandfrei funktionieren.

Keine Frage ist jedoch, dass die Bedeutung von Rechnungswesensystemen in Dienstleistungsunternehmen zur Entscheidungsunterstützung in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat.[3] Diese Arbeit wird sich daher in Kapitel 2 zuerst mit den Besonderheiten der Rechnungswesensysteme bei Dienstleistungen auseinander setzen, bevor im dritten Kapitel die Aufgaben erörtert sowie ausgewählte Kostenrechnungssyteme erläutert, diskutiert und auf ihre Eignung geprüft werden.

2. Besonderheiten der internen Rechnungswesensysteme in Dienstleistungsunternehmen

2.1 Die Begrifflichkeit der Dienstleistungen

Der Begriff der Dienstleistung ist in der allgemeinen betriebswirtschaftlichen Literatur in der Vergangenheit kaum definiert worden. Häufig ist der Dienstleistungsbegriff darüber hinaus über Negativdefinitionen zu den Sachleistungen abgegrenzt worden, welche nach Auffassung von Corsten eine „wissenschaftliche Verlegenheitslösung“[4] darstellt.[5] Bei den bestehen Definitionen werden oftmals die Leistungsmerkmale der Integrativität und Immaterialität mit dem Begriff der Dienstleistung eng in Verbindung gebracht.

Von Integrativität spricht man, wenn Leistungen nicht vollkommen autonom durch den Anbieter erstellt werden. Dies ist insbesondere bei Dienstleistungen in der Erstellungsphase der Fall, da hier häufig Informationen des Nachfragers und dessen Umfeld von Nöten sind. Aufgrund der sinnlich, meist begrenzten Wahrnehmung von Dienstleistungen, kann von einer physischen Immaterialität gesprochen werden.[6]

Die Definition von Fischer soll als Grundlage für diese Arbeit dienen, da sie versucht einige bestehende Definitionen einfließen zu lassen und der Heterogenität der Dienstleistungen gerecht zu werden:

„Dienstleistungen sind Prozesse, bei denen ein unmittelbarer Kontakt zwischen dem Leistungsgeber bzw. dessen Objekt und dem Leistungsnehmer bzw. dessen Objekt stattfindet. Das Ergebnis dieses Prozesses kann immateriell oder materiell sein. Ein Dienstleistungsunternehmen hat die Fähigkeit und Bereitschaft Dienstleistungen zu erbringen.“[7]

2.2 Bedeutende Unterschiede zwischen den internen Rechnungswesensystemen von Dienstleistungen und Sachleis-tungen

Wie aktuelle Nachweise des statistischen Bundesamtes belegen, ist der Dienstleistungssektor im Vergleich zum verarbeitenden Gewerbe und zur Land- und Forstwirtschaft in den vergangenen Jahren stark gewachsen.[8] Darüber hinaus werden Dienstleistungen und Services von Unternehmen industrieller Produkte erbracht, um so entscheidende Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Das Wachstum im Dienstleistungssektor, die zunehmende Globalisierung und der Anstieg der produktbegleitenden Dienstleistungen in Industrieunternehmen führen zu stärkerem Wettbewerbs- und Kostendruck, so dass Dienstleistungsunternehmen gezwungen sind, Führungsunterstützung durch interne Rechnungswesensysteme zu leisten.[9]

Es besteht allerdings das Problem, dass eine Übertragung der traditionellen Rechnungswesensysteme für Sachleistungen nicht direkt auf die Dienstleistungen möglich ist.[10] Die Kosten der Dienstleistungsunternehmen sind geprägt durch die Dominanz der Bereitstellungskosten, welche auf die hohe Personalintensität sowie die Leer- bzw. Nutzkosten, die durch die starken saisonalen Schwankungen entstehen, zurückzuführen sind.[11] Die vergleichsweise hohen Gemeinkosten in Dienstleistungsunternehmen können keinem Produkt direkt zugerechnet werden und die Aufteilung der Gemeinkosten auf die Leistungsart ist oft schwierig, da in Unternehmen mit breitem Dienstleistungsangebot die Mitarbeiter flexibel eingesetzt werden. Eine Kalkulation zu Marktpreisen ist problematisch, da die Preisspanne zwischen den verschiedenen Anbietern sehr hoch ist und die Leistungen häufig individuell auf den Kunden angepasst werden. Aufgrund dieser speziellen Probleme in Dienstleistungsunternehmen und der notwendigen Lieferung von Entscheidungs­grundlagen ist es daher unerlässlich ein spezielles Rechnungswesensystem für Dienstleistungen zu verwenden, um die Entscheidungsqualität und –fähigkeit zu gewährleisten.[12]

Im Folgenden Kapitel wird die Kostenrechnung als besonders verbreitetes Controllingtool aus dem komplexen und umfangreichen Controllinginstrumentarium herausgegriffen, detailliert und diskutiert.

3. Kostenrechnungssysteme bei Dienstleistungen

3.1 Anforderungen an die Kostenrechnung als Controlling- Instrument für Dienstleistungen

Die Kostenrechnung kann als Teil eines Management-Informationssystems aufgefasst werden.[13] Bei der Verwendung der Kostenrechnung als Controlling-Instrument ist darauf zu achten, dass die Dokumentationsfunktion, die Planungs-, Kontroll- und Informationsfunktion sowie die Koordinationsfunktion erfüllt werden. Die Dokumentationsfunktion, welche das Betriebsgeschehen zahlenmäßig und ex-post dokumentiert, ist Grundlage eines jeden Controlling-Systems, spielt aber bei der Verwendung der Kostenrechnung eine untergeordnete Rolle. Eine deutlich stärke Bedeutung kommt der Planungs-, Kontroll- und Informationsfunktion sowie der Koordinationsfunktion zu, die in erster Linie der Informationsbereitstellung für Entscheidungsträger und der Verhaltensbeeinflussung der Mitarbeiter dienen. Darüber hinaus sind die Anforderungen Führungsorientierung, Bedarforientierung, Entscheidungsorientierung, Richtigkeit und Realitätstreue, Vollständigkeit und Genauigkeit, Zukunftsbezogenheit, Transparenz, Flexibilität, Aktualität, Wirtschaftlichkeit, Relevanz, Kontinuität sowie Lesbarkeit und Klarheit bei einem Controlling-System auf kostenrechnerischer Basis zu erfüllen.[14]

[...]


[1] Stern.de GmbH [Allianz]

[2] Stern.de GmbH [Allianz]

[3] Homburg u.a. [Interne Kundenorientierung der Kostenrechnung] 242

[4] Corsten [Betriebswirtschaftslehre] 18

[5] Fischer [Dienstleistungscontrolling] 42

[6] Reckenfelderbäumer/Paul [Dienstleistungsmanagement] 631

[7] Fischer [Dienstleistungscontrolling] 46

[8] Statistisches Bundesamt [Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen]

[9] Fischer [Dienstleistungscontrolling] 1f

[10] Reckenfelderbäumer [Marketing-Accounting] 39

[11] Reckenfelderbäumer [Dienstleistungsmanagement] 635f

[12] Fischer [Dienstleistungscontrolling] 3

[13] Reichmann [Controlling mit Kennzahlen] 126

[14] Fischer [Dienstleistungscontrolling] 57

Details

Seiten
15
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638678834
ISBN (Buch)
9783638774277
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v73923
Institution / Hochschule
Universität Hohenheim – Betriebswirtschaftslehre - Controlling
Note
2,3
Schlagworte
Gestaltung Rechnungswesens Dienstleistungen Seminar Dienstleistungscontrolling

Autor

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