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Präsentation von Personaldaten aus dem Human Ressource - SAP Business Information Warehouse in einem Management-Portal (SAP)

Diplomarbeit 2007 82 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Aufgabenstellung und -abgrenzung
1.3 Ziel der Arbeit
1.4 Vorgehen

2 Grundlagen
2.1 Kennzahlen
2.1.1 Arten von Kennzahlen
2.1.2 Betriebliche Kennzahlen
2.1.3 Kennzahlen in Personal- und Fachabteilungen
2.2 Data Warehouse
2.2.1 SAP Business Information Warehouse
2.3 Portale - Einordnung und Abgrenzung
2.3.1 Typen von Portalen
2.3.2 Wesentliche Funktionen des InfoServe Mitarbeiter-Portals
2.3.3 Enterprise Portal: Vorteile

3 Analyse und Anforderungen an das Lösungskonzept
3.1 Ausprägungen des Unternehmensreportings
3.1.1 Reporting aus Sicht der Holding
3.1.2 Reporting aus Sicht der Geschäftsleitung
3.1.3 Reporting aus Sicht der Bereichsleitung
3.1.4 Reporting aus Sicht der Abteilungsleitung
3.1.5 Reporting aus Sicht von Fachabteilungen
3.2 Analyse der Personalkennzahlen
3.2.1 Auswahl von Personalkennzahlen
3.2.2 Personalkennzahl: Fluktuationsquote
3.3 Problemidentifikation bei der Anwendung von Kennzahlen
3.4 Anforderungen an das Lösungskonzept
3.4.1 Anforderungen an den Aufbau der Auswertungsergebnisse
3.4.2 Anforderungen an den Inhalt der Auswertungen
3.4.3 Anforderungen an die Darstellung der Auswertungen

4 Lösungskonzept
4.1 Portaleinbindung der Web Auswertungen
4.1.1 Navigation
4.1.2 Aufbau der Darstellung von Web Auswertungen
4.1.3 Chart- und Vergleichstypen
4.1.4 Farbeinsatz im Portal
4.1.5 Filter- und Sortiermöglichkeiten
4.2 Identifikation der Rollen
4.2.1 Geschäftsleitung
4.2.2 Bereichsleitung
4.2.3 Abteilungsleitung
4.3 Aktualisierungsrhythmen der Daten
4.4 Einführung BW und Entwicklung von Queries
4.4.1 Phasen bei der Einführung eines BW
4.4.2 Entwicklung der Query
4.4.3 Weiterentwicklung zur Web Auswertung
4.4.4 Einbindung ins Portal

5 Resümee und Ausblick
5.1 Resümee
5.2 Ausblick

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Diverse Quellen

Stichwortverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1) Vorgehen

Abbildung 2) Kennzahlenart

Abbildung 3) Eingliederung des SAP BW in SAP NetWeaver

Abbildung 4) Datenfluss im SAP BW

Abbildung 5) SAP BW Architektur

Abbildung 6) OLAP-Prozessor

Abbildung 7) Enterprise Portal Einbindungen

Abbildung 8) 4-Ebenen-Hierarchie

Abbildung 9) Spannungsdreieck

Abbildung 10) Statistik aus der internen Studie „Erhebung von Personalkennzahlen“

Abbildung 11) Navigation im E-Portal

Abbildung 12) Aufbau Web Auswertung

Abbildung 13) Aufklapp-Menüs im E-Portal

Abbildung 14) Phasen bei der Einführung eines SAP BW

Abbildung 15) Web Auswertung im E-Portal

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1) Definitionstabelle: Fluktuationsquote

Tabelle 2) Wertetabelle „Personalstatistik nach Geschlecht“

Tabelle 3) Aktualisierungsrhythmen der Daten

Anlagenverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen

3 Analyse und Anforderungen an das Lösungskonzept

4 Lösungskonzept

5 Resümee und Ausblick

Quellenverzeichnis

Stichwortverzeichnis

Anhang

Anlage 1: Definition einer Query im BEx Query Designer

Anlage 2: Definition einer Web Auswertung im BEx Web Application Designer

Anlage 3: „Personalstatistik nach Betriebszugehörigkeit “

Anlage 4: „Personalstatistik nach Geschlecht“

Anlage 5: „Krankenquote“

Anlage 6: „Urlaubsübersicht“

Anlage 7: „Personalstatistik nach Lebensalter“

Anlage 8: „Personalbestand“

Anlage 9: Web Auswertung „Personalstatistik nach Geschlecht“ - Perspektive - „Geschäftsleitung“

Anlage 10: Web Auswertung „Personalstatistik nach Geschlecht“ - Perspektive - „Bereichsleitung“

Anlage 11: Web Auswertung “Personalstatistik nach Geschlecht” - Perspektive - “Abteilungsleitung”

Abstract

„Innovative technische Konzepte des Data Warehousing und OLAP begleiten eine zunehmende strategische Ausrichtung der Informationsverarbeitung mit einer stärkeren Fokussierung auf Aspekte der Analyse und Entscheidungsunterstützung.“1

Bisher wurden die Führungskräfte bei Endress+Hauser InfoServe weitestgehend durch Printmedien wie diverse SAP- oder Excel-Listen mit Entscheidungsunterstützenden Informationen versorgt. Das Thema dieser Diplomarbeit lautet „Präsentation von Personaldaten aus dem Human Ressource - SAP Business Information Warehouse in einem Management-Portal (SAP)“, um Medienbrüche zu reduzieren, den Informationsprozess zu verschlanken und zu optimieren sowie die Personalabteilung zu entlasten.

Mit Unternehmensportalen und Data Warehouses stehen zeitgemäße Technologien zur Verfügung, die eine Verbesserung der Informationsversorgung für Führungskräfte ermöglichen. In dieser Arbeit werden die grundsätzlichen Eigenschaften und Funktionen dieser Systeme und ihre Rolle innerhalb des Lösungskonzeptes näher betrachtet.

Das Blickfeld richtet sich auf die Selektion von Personalkennzahlen, welche im Management- Portal grafisch aufbereitet werden sollen. Die Selektion erfolgt unter Beachtung einiger Punk- te wie beispielsweise der richtigen Zusammenstellung von Personalkennzahlen. Es muss dar- auf geachtet werden, dass nicht zu viele Kennzahlen gebildet werden, deren Aussagewert im Verhältnis zum Erstellungsaufwand letztlich zu gering ist bzw. schon von anderen abgedeckt wird.2 Ferner sollten nur solche Kennzahlen ausgewählt werden, welche zum einen häufig von der Zielgruppe erhoben werden und zum anderen den Anwendern als ein hilfreiches In- strument zur Entscheidungsunterstützung dienen können. Für die einzelnen Hierarchien gilt es ein Konzept zu entwickeln, um eine Unterscheidung in Form von Zugriffen realisieren zu können.

Die Einführung eines portalorientierten Reportings gestattet einen verbesserten, automatisierten Reporting-Prozess, der dazu beiträgt, die Informationsversorgung der Geschäfts-, Bereichs- und Abteilungsleitung zu optimieren.

Danksagung

Erst einmal möchte ich allen danken, die mich während der Erstellung dieser Diplomarbeit unterstützt haben.

In Bezug auf diese Arbeit und auf mein gesamtes Studium möchte ich mich ganz besonders bei meinem Betreuer an der Hochschule Furtwangen, Herrn Prof. Dr. Thomas Marx, bedanken. Er stand mir mit konstruktiver Kritik und kompetenten Ratschlägen zur Seite und hatte für Fragen jederzeit ein offenes Ohr.

Ein ganz besonderer Dank gilt außerdem meinem Betreuer bei InfoServe, Herrn Claus-Jürgen Conrad, für die konstante und intensive Unterstützung während des Schreibens dieser Arbeit. Ungeachtet seiner zahlreichen terminlichen Verpflichtungen, konnte ich mich jederzeit an ihn wenden.

Ein herzliches Dankeschön geht auch an alle Mitarbeiter der Firma Endress+Hauser InfoServe, die ebenfalls zum Gelingen dieser Arbeit beigetragen haben. Besonders erwähnen möchte ich hierbei die Mitarbeiter Christian Bader, der mir in Sachen SAP BW immer sehr gerne Fragen beantwortet hat, sowie Katrin Fischer und Sandra Köpfer für ihre Unterstützung in Bezug auf diverse Portal-Aktivitäten.

Danke ebenso an alle Teilnehmer der internen Studie „Erhebung von Personalkennzahlen“. Die Umfrage leistete einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung einiger Definitionen hinsichtlich der Personalkennzahlen.

Des Weiteren möchte ich mich bei meinen Mitstudenten Christian Baltes und Antonio Feraz- zo für das sehr zeitintensive Korrekturlesen bedanken. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen.

Last but not least möchte ich meinen Eltern, Familienangehörigen, Freunden und Bekannten dafür danken, dass sie ebenfalls sehr akribisch Korrektur gelesen haben und mir immer mit Rat und teilweise auch Tat zur Seite standen.

Marian Bielefeld

1 Einleitung

„ Die neue Quelle der Macht ist nicht mehr Geld in der Hand von wenigen, sondern Informa- tion in den Händen von vielen. “ 3

Dieser Satz stammt von John Naisbitt und es ist bemerkenswert, dass er diese Worte zu Beginn des 20ten Jahrhunderts gesprochen hat. Konnte damals schon geahnt werden, welche Entwicklung die Informationstechnologie nehmen würde?

Der Begriff „Information“ stammt aus dem lateinischen (=informare) und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „bilden“ bzw. „eine Form geben“. Das Online Lexikon Wikipedia definiert das Wort „Information“ folgendermaßen:

„Information ist ein potenziell oder tatsächlich vorhandenes nutzbares oder genutztes Muster von Materie und/oder Energieformen, das für einen Betrachter innerhalb eines bestimmten Kontextes relevant ist. Wesentlich für die Information ist die Wiedererkennbarkeit sowie der Neuigkeitsgehalt. Das verwendete Muster verändert den Zustand eines Betrachters - im menschlichen Zusammenhang insbesondere dessen Wissen. Formaler ist Information die Be- seitigung von Unbestimmtheit bzw. die Beseitigung einer Ungewissheit durch Auskunft, Mit- teilung, Benachrichtigung oder Kenntnis über Gegenstände und Phänomene.“4

„Auf der Suche nach neuen Wettbewerbsvorteilen nutzen Entscheidungsträger im Vorstand, in Stabsabteilungen, im Controlling oder in den Fachabteilungen (wie der Personalabteilung) immer häufiger die Informationstechnologie.“5 Sie dient nicht nur der Sammlung und dem Austausch von Daten, sondern in verstärktem Maße auch der systematischen und schnellen Beschaffung, Verwaltung, Bereitstellung, Analyse, Aufbereitung und Interpretation von In- formationen.

Information ist somit im Zeitalter der Wissensgesellschaft als „…die unternehmerische Res- source schlechthin“6 anzusehen: Im operativen Betrieb ist die Ressource „Information“ als Produktionsfaktor von Bedeutung, und in allen Phasen strategischer Entscheidungsprozesse kann sie zum Wettbewerbsfaktor werden, wenn es dem Unternehmen gelingt, „…die kriti- schen Erfolgsfaktoren Art und Qualität der Information sowie Qualität und Effizienz der Ent scheidungsprozesse angemessen zu gestalten.“7

Um dies zu erreichen, müssen alle Fragen der für das Unternehmen am besten geeigneten Informationsversorgung stärker als bisher in den Vordergrund gerückt werden.

1.1 Motivation

Die richtige Information, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und in der richtigen Aufberei- tung, ist entscheidend für erfolgreiches unternehmerisches Handeln. Realisieren lässt sich die- se Forderung mit dem Ansatz der Informationslogistik, bei dem die Information als ein Produktionsfaktor betrachtet und somit vergleichbar mit anderen Teilen der logistischen Kette im Unternehmen wird. Der Begriff der Informationslogistik steht damit sowohl im Kontext einer Real8 - und Nominalgüterlogistik9 als auch im Zusammenhang mit dem Informationsma- nagement.10

Die Informationslogistik umfasst sämtliche Tätigkeiten, durch die eine vollkommene Verfügbarkeit der Informationen sichergestellt wird. Dabei sind vor allem drei sich ergänzende Komponenten notwendig:

- Minimierung der Informationsdurchlaufzeiten
- Optimierung der Informationsbestände
- Informationsverfügbarkeit „Just in time“11

Um diese Ziele zu erreichen, ist ein Daten- und Informations-Pool als Basis einer adäquaten betrieblichen Informationsversorgung anzustreben.12

Ein Schritt in diese Richtung ist, Informationen aus unterschiedlichen Datenquellen und Sys- temen in einer Umgebung zur Verfügung zu stellen. Das hier zu behandelnde Thema, die Prä- sentation von Personaldaten aus dem Human Ressource - SAP Business Information Warehouse in einem Management-Portal, deckt sich nahezu exakt mit dieser Forderung. Da- durch hat ein Mitarbeiter, nach einer einmaligen Anmeldung über ein so genanntes Single- Sign-on, die Möglichkeit, aus einer einheitlichen Benutzeroberfläche heraus, dem Manage- ment-Portal, auf mehrere Dienste und Informationen zuzugreifen, welche sich in mehreren unterschiedlichen Systemen befinden ohne dabei wissen zu müssen, welchen Datenbanken oder Systemen die Daten entstammen.

Die Aufbereitung von Personalkennzahlen in einem Management-Portal geht einher mit ei- nem erheblichen Nutzen für die einzelnen Beschäftigten. An erster Stelle erzeugt dies ein ho- hes Maß an Self-Service (Selbstversorgung) in Bezug auf die Informationsbeschaffung der Beschäftigten. Dadurch wird der Synergieeffekt generiert, wodurch die Personalabteilung ent- lastet wird, da diese keine Listen mehr erstellen und verteilen muss. Ferner wird eine bedeu- tende Minderung bezüglich der Vergabe von Usern und Passwörtern dadurch erzielt, dass nur noch ein User und ein Passwort von Nöten ist (Single-Sign-on), um sich an sämtlichen Back- End-Systemen anzumelden. Durch die Aufbereitung von Informationen in digitaler Form werden Printmedien vermieden, was zwangsläufig zu einer Reduzierung von Medienbrüchen im Unternehmen führt. Die Nutzung eines solch intuitiven Mediums, wie dem InfoServe Mitarbeiter-Portal zur Informationsbereitstellung, erzielt eine hochgradige Akzeptanz bei den Beschäftigten. Diese Akzeptanz der Beschäftigten ist unverzichtbar, um einen hohen Nutzungsgrad des Portals sicherzustellen.

1.2 Aufgabenstellung und -abgrenzung

Die Endress+Hauser InfoServe GmbH+Co. KG vertritt als Informatikdienstleister die Interessen aller E+H Unternehmen hinsichtlich der Organisation und Informationstechnologie und ist somit verantwortlich für eine optimale Entwicklung, Implementierung und Wartung der SAP-Anwendungen.13

Damit InfoServe seine Kunden jederzeit mit den aktuellsten IT-Trends unterstützen und versorgen kann, ist „Pionierarbeit“ in sämtlichen Bereichen der modernen Informationstechnologie zwingend erforderlich.

Das Thema dieser Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Präsentation von Personaldaten in ei- nem Management-Portal, um Führungskräften eine optimale Aufbereitung von Entschei- dungsunterstützenden Informationen aus unterschiedlichen Systemen ad hoc14 zur Verfügung zu stellen.

Kernaufgabe ist die Entwicklung einer Lösung, durch die eine Verbesserung des Reporting im Bereich des ad hoc Berichtswesens bei InfoServe sichergestellt werden kann. Ausgangspunkt ist eine rollenabhängige Darstellung von ausgewählten Personalkennzahlen im Management- Portal. Als Datenquelle dient ein konsolidierter Datenbestand in einem SAP Business Infor- mation Warehouse. Der Analyseteil der Arbeit soll darüber Aufschluss geben, welche Perso- nalkennzahlen in welcher Zusammensetzung für welche Personenkreise zur Verfügung gestellt werden.

1.3 Ziel der Arbeit

Hauptziel dieser Diplomarbeit ist, ein Lösungskonzept für eine effiziente und automatisierte Reportbereitstellung für Führungskräfte im InfoServe Mitarbeiter-Portal zu entwickeln. Dieses Ziel lässt sich in drei Unterziele aufteilen:

Als allererste Aufgabe in Bezug auf das Hauptziel steht die Analyse von mehreren Personalkennzahlen an. Der Fokus liegt hier primär auf ihrer jeweiligen Aussagekraft, ihrer mathematischen Berechnung sowie welche Einflussgrößen in der Zusammensetzung eine Rolle spielen, um die Personalkennzahlen zu generieren.

Zweitens muss erörtert werden, welche Personalkennzahlen für welche Personenkreise zur Verfügung gestellt werden. Ein Abteilungsleiter darf nicht die gleichen Personalkennzahlen wie ein Bereichsleiter bereitgestellt bekommen. So wie ein Bereichsleiter nicht über die Zugriffsrechte verfügen darf, welche ein Mitglied der Holding innehat.

Drittens gilt es festzulegen, wie die jeweiligen Personalkennzahlen im Mitarbeiter- bzw. Ma- nagement-Portal (SAP Enterprise Portal 6.0) grafisch aufbereitet werden. Das bedeutet, es muss bestimmt werden, welche Merkmale zu einer Personalkennzahl zugeordnet werden, ob es zweckmäßig ist ein Chart hinzuzufügen, um die Aussagekraft der Kennzahl zu unterstrei- chen sowie nach welchen Kriterien eine Personalkennzahl am zweckmäßigsten zu filtern ist.

1.4 Vorgehen

Der erste Schritt versteht sich dahingehend, dass die Kernbereiche, welche in dieser Arbeit die Begriffe „Kennzahl“, „Data Warehouse“ und „Portal“ darstellen, herausgearbeitet werden müssen, um diese im Kapitel „Grundlagen“ unkompliziert und verständlich aufzubereiten.

Im zweiten Schritt ist es wichtig, dass eine Analyse von Personalkennzahlen darüber Auf- schluss gibt, wie die einzelnen Kennzahlen zusammengesetzt werden und welche Kennzahlen letztlich im Portal aufbereitet werden sollen. Zu diesem Zweck wurde eine interne Studie entwickelt, mit dem Ziel herauszufinden, welche Personalkennzahlen am häufigsten erhoben werden, welche Maßnahmen zur Unternehmenssteuerung daraus abgeleitet werden können, wann diese Personalkennzahlen abgerufen werden oder welche Mitarbeiterkreise sich für die Kennzahl „A“ interessieren könnten. Die Studie befindet sich im Anhang und kann digital auf der beiliegenden CD aufgerufen werden.

Zudem müssen die verschiedenen Anforderungen an ein mögliches Lösungskonzept herausgearbeitet werden um eine optimale Umsetzung sicherzustellen. Diese Anforderungen bestehen aus drei Bausteinen:

- Anforderungen an den Aufbau der Auswertungsergebnisse
- Anforderungen an den Inhalt der Auswertungen
- Anforderungen an die Darstellung der Auswertungen

Voraussetzung für die Entwicklung eines Lösungskonzeptes ist der Abschluss einer Konzeptanalyse in Form des dritten Kapitels „Analyse und Anforderungen an das Lösungskonzept“. Neben der Beschreibung des entwickelten „Prototyps“ umfasst das Lösungskonzept einen Abschnitt zur Klärung der unterschiedlichen Zugriffsrechte, eine Übersicht über die Aktualisierungsrhythmen der Daten sowie einen Terminplan.

Die folgende Abbildung zeigt das Vorgehen während der Erstellung dieser Diplomarbeit.

2. Grundlagen Einführung in den theoretischen Bezugsrahmen:

- Kennzahlen
- Data Warehouse
- Portale

3. Analyse Analyse Perso

- Ausprägungen des Problem
- nalkennzahlen Unternehmensre
- identifikation
- Anforderungen
- Anforderungen
- Anforderungen

4. Lösungskonzept

Aufbau Darstellung Inhalt

5. Zusammen- Erreichte Ergebnisse Ausblick

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1) Vorgehen15

2 Grundlagen

Das Kapitel Grundlagen gibt eine Einführung in den theoretischen Bezugsrahmen.

Im ersten Teil wird der Begriff „Kennzahlen“ erläutert. Es wird aufgezeigt, was unter betrieblichen Kennzahlen verstanden wird und welchen Zweck Kennzahlen in Fachabteilungen, wie beispielsweise der Personalabteilung, haben.

Der zweite Teil des Kapitels Grundlagen vermittelt einen Überblick über das Data Warehouse. In diesem Abschnitt wird speziell auf das von der SAP entwickelte Business Information Warehouse eingegangen und der Datenfluss beschrieben.

Der letzte Teil dieses Kapitels beschäftigt sich mit der Beschreibung der Portaltechnologie. In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Varianten von Portalen dargestellt, deren Funktionen erläutert und deren Nutzung am Beispiel eines Mitarbeiter-Portals aufgezeigt.

2.1 Kennzahlen

„Um die schwer überschaubare Menge der im Unternehmen anfallenden Informationen zu wenigen aussagekräftigen Größen zusammenzufassen, empfiehlt sich die Anwendung spezifischer Kennzahlen.“16

Kennzahlen sind das Ergebnis der metrisierenden17 Messtheorien. Sie enthalten (mit Hilfe der gestaltenden Messtheorien) in konzentrierter Form quantitative Informationen und unterscheiden sich somit von Rohinformationen und Daten. Während Daten durch eine sinnvolle Auswahl und Gruppierung zu Informationen avancieren, berichten Kennzahlen in verdichteter Form über Sachverhalte, die aufgrund eines Informationsbedürfnisses generiert worden sind und zur Analyse oder Steuerung herangezogen werden.18

2.1.1 Arten von Kennzahlen

Es lassen sich verschiedene Arten von Kennzahlen unterscheiden, die je nach Bedarf retrospektiv19, gegenwartsbezogen oder prospektiv20, ermittelt werden können. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über eine mögliche Einteilung von Kennzahlen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2) Kennzahlenart 21

2.1.2 Betriebliche Kennzahlen

Betriebliche Kennzahlen haben eine Vielzahl von Funktionen. Zum einen können sie bei der Suche nach Ursachen und Maßnahmen zur Verbesserung des unternehmerischen Erfolgs beitragen, zum anderen können sie als Indikatoren zu branchenspezifischen oder Branchenübergreifenden Vergleichsprozessen von Unternehmen dienen (Benchmarking22 ).

Eine einheitliche und eindeutige Definition der betrieblichen Kennzahlen findet sich in der Li- teratur nicht. Generell hat eine Kennzahl die Aufgabe, „…quantitativ messbare Sachverhalte in prägnanter Form wiederzugeben.“23 Alle wesentlichen Aspekte beinhaltet die Definition von Bühn „Eine Kennzahl ist eine einzelne Zahl oder eine Zahl, die sich aus zwei oder mehre- ren miteinander in sachlich-logischem Zusammenhang stehenden Mengen bzw. Wertgrößen zusammensetzen lässt und bestimmte Gegebenheiten oder Entwicklungen des Unternehmens oder einzelner Unternehmensteile charakteristisch und konzentriert wiedergibt.“24

2.1.3 Kennzahlen in Personal- und Fachabteilungen

Personalwirtschaftliche Kennzahlen werden als ein wichtiges Instrument zur Planung und Steuerung des Personalbereichs bezeichnet werden. Quantifizierbare Aspekte können mittels Kennzahlen direkt erfasst werden, für qualitative Aspekte lassen sich Kennzahlen als Indika- toren heranziehen.25 Personalkennzahlen fassen jedoch nicht nur Informationen zusammen, sondern sind gleichzeitig ein Mittel zur Rationalisierung von Informationsverarbeitung und -aufnahme. Die Daten lassen sich den Anforderungen der Empfänger entsprechend aufberei- ten.26

Personalkennzahlen können generell verwendet werden, um die Feststellung von Entwicklun- gen oder Trends aufzuzeigen. Ein Beispiel dafür wäre: Wenn sich die Eigenkündigungsquote (Austritt aus dem Unternehmen) in einem bestimmten Zeitraum proportional nach oben ent- wickeln würde, könnte eventuell auf ein weniger optimales Arbeitsklima geschlossen werden. Weiterhin können sich Personalkennzahlen als nützliches Instrument zur Ermittlung von Be- urteilungsgrößen für interne und externe Vergleiche und als Maßgröße zur Feststellung eines Zielerreichungsgrades erweisen. Als Indikator für Fehlentwicklungen, wie beispielsweise die Stagnation des Prozentwertes von Frauen in Führungspositionen im Unternehmen, sind Per- sonalkennzahlen ein effektives Analysewerkzeug. Des Weiteren eignen sich Personalkennzah- len als Steuerungsinstrument für Unternehmensprozesse wie zum Beispiel für das betriebliche Vorschlagswesen.

2.2 Data Warehouse

Der Begriff Data Warehouse wird im Bereich der „Management Support Systeme“27 verwendet. Eine der Schwierigkeiten bei einer wirksamen Unterstützung des Managements sind die über das gesamte Unternehmen verteilten, zum Teil unstrukturierten Daten. Das Ziel muss es daher sein, diese Fragmentierung zu lösen und ein eigenständiges, unternehmensweites „Sammelbecken“ für Daten der Planungs- und Entscheidungsebene einzurichten.

Aufgabe dieses Informations-Pools ist es, die periodischen Datenflüsse aus der spezialisierten und heterogenen Welt der Transaktionsebene aufeinander abzustimmen und einen schnellen, standardisierten Zugriff in geeigneter Form zu schaffen.28

Das Data-Warehouse-Konzept stellt die derzeit wichtigste Entwicklung im Bereich der Integrationsstrategien für Managementinformationen dar und soll die Qualität, die Integrität und die Konsistenz des zugrunde liegenden Datenmaterials sicherstellen. Das Konzept des Data Warehouse basiert zu einem wesentlichen Teil auf der eingangs aufgestellten Forderung nach einer adäquaten Informationsversorgung: die richtige Information, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und in der richtigen Aufbereitung.29

Ein Data Warehouse ermöglicht eine effiziente Strukturierung von sämtlichen im Unternehmen anfallenden Daten. Als zentrales Datenlager ist ein Data Warehouse in der Lage, in regelmäßigen Intervallen Informationen aus den operativen Systemen zu empfangen. Diese Informationen werden konsolidiert und sämtliche Daten, welche der Anwender als wichtig erachtet, werden herausgefiltert und nach Themen geordnet. Mit Hilfe von Analysewerkzeugen besteht die Möglichkeit, Detailanalysen vorzunehmen (Drill-Down). Die vielseitigen Aufgaben eines Data Warehouses erledigt nicht etwa eine monolithische30 Anwendung, sondern ein komplexes System, bei dem mehrere Anwendungen kooperieren.

Dem Aufbau eines Data Warehouses liegen zwei Leitgedanken zugrunde:

- Integration von Daten aus verteilten und unterschiedlich strukturierten Datenbestän- den, um im Data Warehouse eine globale Sicht auf die Quelldaten und damit übergrei- fende Auswertungen zu ermöglichen.

- Separation der Daten, die für das operative Geschäft genutzt werden, von solchen Da- ten, die im Data Warehouse zum Beispiel für Aufgaben des Berichtswesens, der Ent- scheidungsunterstützung, der Geschäftsanalyse sowie des Controllings und der Unternehmensführung verwendet werden.31

2.2.1 SAP Business Information Warehouse

Das Business Information Warehouse von SAP deckt die im Abschnitt Data Warehouse beschriebenen Anforderungen vollständig ab. Wie folgende Grafik verdeutlicht, stellt das SAP BW als Kernkomponente von SAP NetWeaver die Business Intelligence Plattform sowie eine Suite von Business Intelligence Werkzeugen zur Verfügung.32

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3) Eingliederung des SAP BW in SAP NetWeaver33

Die Architektur des SAP Business Information Warehouse ist angelehnt an die allgemeinen Referenzarchitekturen für ein Data Warehouse. Ausgehend von verschiedenen möglichen Quellsystemen erfolgt eine im Allgemeinen periodische Datenversorgung in die zentrale Datenhaltung des SAP BW.

2.2.1.1 Datenfluss im SAP BW

Um die Funktionalität und die Arbeitsweise des SAP Business Information Warehouse nach- vollziehen zu können, muss der Weg, den die Daten nehmen, exakt beschrieben werden. Auf der folgenden Abbildung wird dargestellt, welche einzelnen „Stationen“ durchlaufen werden, bevor die Daten mit den Analysewerkzeugen des SAP BW ausgewertet werden können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4) Datenfluss im SAP BW34

Im ersten Schritt der Datenextraktion werden Daten aus dem Quellsystem über definierte Übertragungsregeln in die entsprechenden Strukturen des SAP BW übertragen. Ein Quellsystem kann dabei eine flache Datei (z.B. Excel-File), ein SAP R/3 System oder auch ein Fremdsystem sein. Die Datenanforderung aus einem Quellsystem übernehmen im SAP BW so genannte InfoPackages. Jedes InfoPackage ist ein Datenextraktionsauftrag, der sich am Quellsystem anmeldet, die Daten extrahiert, diese an das SAP BW sendet und die Fortschreibung der Daten anstößt. Jeder abgeschickte Datenextraktionsauftrag wird auch als „Request“ bezeichnet und liefert ein oder mehrere Datenpakete an das SAP BW.

Die zu extrahierenden Daten werden im Quellsystem in Form von Feldstrukturen durch die DataSource beschrieben. DataSources werden als Plug-In35 im SAP R/3 System installiert. SAP BW erkennt aktivierte DataSources automatisch und erstellt durch replizieren (Metada- tenupload) eine Kopie im eigenen System. Für den Datenaustausch stehen damit in beiden Systemen identische Strukturen bereit. Durch die Definition von Mapping- bzw. Übertra- gungsregeln werden DataSource und InfoSource und somit R/3 und BW miteinander ver- knüpft. Eine InfoSource beschreibt dabei die Zielstruktur im BW und stellt eine Menge von logisch zusammengehörenden BW-Objekten dar. Zusätzlich besteht beim „Abholen“ der Da- ten aus dem Quellsystem die Möglichkeit, extrahierte Daten zunächst in der PSA (Persistent Staging Area) abzulegen. Die PSA bietet dadurch die Möglichkeit, zum einen die geladenen Daten zu verifizieren und darüber hinaus, fehlerhafte Datensätze manuell zu korrigieren.

Im zweiten Schritt der Datenextraktion erfolgt die Fortschreibung der Daten aus der Kommu- nikationsstruktur (InfoSource) über so genannte Fortschreibungsregeln in einen InfoProvi- der.36 InfoProvider können u. a. ODS-Objekte37 oder InfoCubes sein. Die Funktionen von Fortschreibungs- und Übertragungsregeln sind nahezu identisch, lediglich der Zeitpunkt, wann diese im Ladeprozess greifen, ist abweichend. Um bei der Auswertung der Daten eine möglichst hohe Flexibilität und Performance zu gewährleisten, werden Daten in InfoCubes in Dimensionen gehalten und ähnlich einem mehrdimensionalen Würfel (engl. Cube) angeordnet. Die eigentliche Auswertung von Daten erfolgt dann mit Hilfe einer auf einen InfoCube definierten Query.

Eine gute Übersicht der Architektur und des Zusammenspiels der beteiligten Komponenten des SAP Business Information Warehouse ergibt sich aus der Abbildung Fünf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten38

Abbildung 5) SAP BW Architektur39

2.2.1.2 Die OLAP-Technologie als Grundlage für die Informationsaufbereitung

OLAP steht für Online Analytical Processing, ermöglicht multidimensionale Analysen auf dem SAP BW Datenbestand und stellt den OLAP-Tools, wie BEx Analyzer oder Web Appli- cation Designer, die Daten über die Schnittstellen BAPI40, XML41 oder ODBO42 technisch zur Verfügung.

Die OLAP-Systeme (z.B. SAP BW) dienen zur Entscheidungsunterstützung, sie zeigen aggregierte Datensichten über einen längeren Zeitraum und über Applikationsgrenzen hinweg. Die charakteristischen Anforderungen von OLAP-Systemen sind somit einerseits die Integration der Daten, andererseits die Datenhistorie.

Die folgende Grafik veranschaulicht die Stellung und die Aufgaben des OLAP-Prozessors in- nerhalb der Datenverarbeitungsprozesse bei der Durchführung von multidimensionalen Ana- lysen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6) OLAP-Prozessor43

Mittel der Analyse im SAP BW sind Queries. Als formale Definition einer multidimensionalen Abfrage legt eine Query folgendes fest:

- die Struktur
- analog zu einem Arbeitsblatt
- die Filter, die auf dieser Struktur wirken
- den Navigationsraum (freie Merkmale44 )

Zur Aufbereitung und Bewertung der Unternehmensdaten besitzt das SAP BW eine vielfältige Anzahl von Analyse- und Navigationsfunktionen, die es dem Benutzer ermöglichen, auf der Basis multidimensional modellierter Datenbestände (InfoProvider) individuelle Abfragen zu formulieren. Anschließend ist der Benutzer in der Lage, diese Daten zur Laufzeit aus unter- schiedlichen Perspektiven zu betrachten und zu beurteilen. Die gesamte Funktionalität zur Beschaffung, Verarbeitung und Aufbereitung dieser Daten wird durch den OLAP-Prozessor bereitgestellt.

Die Kernfunktionalitäten des OLAP-Prozessors gliedern sich wie folgt:

- Drill-Down

Die Funktion Drill-Down drückt aus, innerhalb der Dimensionen zu detaillierten Daten, den Aggregationspfad hinunter zu wandern bzw. den Hierarchieknoten aufzuklappen.45

- Roll-up

Roll-up heißt, innerhalb einer Dimension zu mehr aggregierten Daten, den Aggregationspfad hinauf, wandern.

- Pivote (Rotate)

Pivote bedeutet das Betrachten der Daten aus unterschiedlichen Perspektiven sowie das Vertauschen der Reihenfolge der Dimensionen, welche dargestellt werden.

- Slice

Der Begriff „Slice“ meint das Abschneiden einer Scheibe aus dem multidimensionalen Würfel und somit das Einschränken der Merkmale auf Selektionen wie beispielsweise Einzelwerte, Wertebereiche oder Hierarchieelemente.

- Dice

Die Funktion Dice kennzeichnet das Ausschneiden eines Teilwürfels aus dem multidimensionalen Würfel; den Aufriss eines Elements aus der Sicht entfernen.

2.2.1.3 Business Explorer

Der Business Explorer stellt flexible Reporting- und Analysewerkzeuge für strategische Ana- lyse und Entscheidungsunterstützung zur Verfügung. Diese Werkzeuge beinhalten Query-, Reporting- und Analyse-Funktionen. Im Falle einer Zugangsberechtigung können historische sowie aktuelle Daten in unterschiedlichen Detaillierungsstufen und aus unterschiedlichen Per- spektiven sowohl über das Web als auch in MS Excel ausgewertet werden. Zu den von der SAP ausgelieferten BEx-Tools gehören u. a. der Web Application Designer und der Query Designer.

- BEx Query Designer (QD)

Um den Datenbestand der InfoProvider nach verschiedenen Merkmalen und Kennzahlen auswerten zu können, wird der QD verwendet. In diesem wird zu dem ausgewählten Info- Provider eine Query definiert. Merkmale charakterisieren den Geschäftsvorfall und stellen Beziehungen her. SAP BW stellt verschiedene Merkmalstypen, wie zum Beispiel be- triebswirtschaftliche Merkmale (Kostenstelle oder Buchungskreis), Einheiten (Währungs- einheiten oder Mengeneinheiten), Zeitmerkmale oder technische Merkmale (die Nummer eines Datenladevorgangs), zur Verfügung. Durch die Auswahl und Kombination von In- foObjects46 in einer Query wird bestimmt, welche Daten des gewählten InfoProviders ausgewertet werden können. Die Definition von Queries ermöglicht es, die Daten eines InfoProviders gezielt und schnell auszuwerten.

- Web Application Designer (WAD)

Sollen web-basierte Analysen nicht nur unter Verwendung der standardmäßig vorhandenen Design-Elemente des Web Analyzers, sondern mit umfangreichen Berichtselementen, wie zum Beispiel Diagrammen oder Selbstdefinierten Elementen, gestaltet werden, so wird zu diesem Zweck der Web Application Designer verwendet.

„Beim WAD handelt es sich in erster Linie um einen HTML-Editor (der auch mit anderen HTML-Editoren kombiniert werden kann), der die spezifischen Design-Elemente des BW (und ihre Schnittstelle zum BW) wie beispielsweise verschiedene Tabellen, Grafiken oder Karten in die Gestaltung der Webseiten einbeziehen kann.“47 Diese Objekte, welche BW- Daten von einem Data Provider beziehen und diese als HTML in einer Web Application zur Verfügung stellen, werden Web-Items genannt. Des Weiteren sind durch die Speiche- rung der entsprechenden URL48 die erstellten Web Applications über das Internet oder mobile Endgeräte von überall abrufbar. Dadurch wird erstens eine hohe Flexibilität si- chergestellt und zweitens der Forderung nach der richtigen Information am richtigen Ort nachgekommen, da der Anwender lediglich einen Netzzugang oder ein mobiles Endgerät sowie einen Browser benötigt, um an die gewünschten Informationen zu kommen.

2.3 Portale - Einordnung und Abgrenzung

„Applikationen zur integrierten Darstellung von Inhalten und Funktionen heterogener Systeme in einer einheitlichen Benutzerschnittstelle mit anwendungsübergreifenden Navigationsund Suchmechanismen werden seit Ende 1998 unter dem Begriff „Portal“ diskutiert.“49 Eine umfassende Formulierung des Begriffs „Portal“ geben Österle und Fleisch:

„Ein Portal ist ein elektronisches Fenster auf Services (Dienstleistungen), die aus Sicht des Nutzers zusammengehören. Das elektronische Fenster ist die Benutzerschnittstelle eines Por- tals zu internen und externen Applikationen. Es betreibt die grafische bzw. audiovisuelle In- tegration (Frontend-Integration) von Services. […] Portale verschaffen internen und externen Benutzern einen einfachen Zugang zu einem umfassenden Set an aufeinander abgestimmten Value Added Services. Der Nutzen für den Portal-User ist die Backend-Integration dieser Ser- vices.“50

InfoServe versteht ein Portal als ein Informationssystem, das Benutzer entlang ihrer Prozesse durch die Integration und Bereitstellung von Inhalten und Funktionen bestehender, heterogener Anwendungen unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche umfassend unterstützt. „Portale stellen ihre Leistungen nicht nur gebündelt dar, sondern unterstützen auch ihre Nutzung durch eine Vielzahl von (Portal-) Funktionen.“51

2.3.1 Typen von Portalen

Natürlich ist eine Vielzahl von unterschiedlichen Portalen denkbar, doch für die Praxis sind die im Folgenden vorgestellten Typen bedeutsam:

- Collaborative Portale

Collaborative bieten eine virtuelle Projektumgebung, in der verschiedenste Personengruppen gemeinsam arbeiten können. Die Unterstützung dieser Zusammenarbeit ist durch diverse Werkzeuge, wie Terminplaner, Groupware-Systeme, Workflows52 und E-Mail gekennzeichnet.

- Expertise Portale

Expertise Portale dienen der Erstellung, Auswertung und Nutzung von Mitarbeiterprofilen und greifen dabei auf so genannte Wissenslandkarten zurück, in denen definiert ist, welche Mitarbeiter über welches Wissen verfügen.

- Enterprise Portale

Enterprise Portale organisieren, kategorisieren und publizieren unternehmensspezifi- sche Informationen. Sie stellen Informationen über Kunden, Lieferanten und Mitarbei- ter des Unternehmens bereit. Viele verschiedene Anwendungen und Systeme werden dem Benutzer dabei in einer einheitlichen, web-basierten grafischen Oberfläche zur Verfügung gestellt.53

Im Rahmen dieser Arbeit wird die zuletzt vorgestellte Portal-Art, das Enterprise Portal, in Form eines Mitarbeiter-Portals für Führungskräfte ausschlaggebend sein.

2.3.2 Wesentliche Funktionen des InfoServe Mitarbeiter-Portals

„Fortschreitende Globalisierung und immer neue Möglichkeiten im eBusiness bedeuten einen stetig wachsenden Konkurrenzdruck für viele Unternehmen. Unternehmensinternes Wissen wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Da wichtige Informationen des Unternehmens und seiner Mitarbeiter aber häufig dezentral abgelegt werden, liegen die Informationen auf zahl- reichen Seiten verstreut. Für eine effektive Nutzung der Wissensbestände, muss der Zugriff auf diese Daten für jeden Mitarbeiter individuell optimiert werden.“54 Dies geschieht mit Hil- fe eines Mitarbeiter-Portals.

Der Portal-Gedanke ist aus der Prozesssicht heraus entstanden, Mitarbeitern bei Ihrer täglichen Arbeit ein effizientes Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen. Mit diesem Hilfsmittel können Beschäftigte, nach einer einmaligen Anmeldung und ohne Kenntnisse über die verschiedenen Back-End-Systeme, unter einer einheitlichen Benutzoberfläche unkompliziert und vor allem schnell Funktionalitäten und Anwendungen in Anspruch nehmen, welche sich in mehreren unterschiedlichen Systemen befinden.

Um dies zu gewährleisten wurden u. a. folgende Funktionen im InfoServe Mitarbeiter-Portal implementiert:

- Zugriff auf Projektdaten

Dadurch ist ein Anwender in der Lage, Projektdaten einzusehen, zu bearbeiten oder ein neues Projekt anzulegen. Ferner besteht für den Benutzer die Möglichkeit, sich Projektstatusberichte anzeigen zu lassen oder sich diese auf seinen lokalen Rechner herunter zu laden.

- Zugriff auf Personaldaten

Zum einen besitzt ein Portalbesucher hier die Möglichkeit, sich Reports über seine An- bzw. Abwesenheiten darlegen zu lassen. Zum anderen wird dem Benutzer die Möglichkeit gegeben, seine Reisekostenabrechnung vorzunehmen sowie Urlaubs- und Seminaranträge zu stellen.

- Zugriff auf das IT-Meldesystem

Im Portal unter dem Begriff IT-Notifications aufgeführt, werden hier sämtliche Themen behandelt, welche sich mit Problemen oder Anfragen der Soft- bzw. Hardware der Beschäftigten befassen. Beispielsweise werden vom Anwender Anträge in Form von Softwareänderungen, wie zum Beispiel der Wunsch den Standard Browser Internet Explorer durch den Mozilla Firefox zu ersetzen, gestellt.

- Zugang zum Internet

Verlinkung von diversen Internetadressen wie beispielsweise SAP-Help-Portal, Online Dictionaries (engl. Wörterbücher) oder auch Reise- und Routenplaner, um den Mitar- beitern einen schnellen Zugriff auf gewünschte Informationen und Dienste bereitzu- stellen.

- Zugang zum Intranet

Das Intranet von E+H InfoServe ist unter dem Namen „ENGINE“ bekannt. In ENGINE werden dem interessierten Mitarbeiter diverse Anwendungen zur Verfügung gestellt. Im Dokumenten-Pool kann sich der Anwender Protokolle, Dokumentationen oder auch Präsentationen zu verschiedenen Themen wie zum Beispiel SAP R/3, Publi- kationen, InfoServe-Richtlinien, etc. aufzeigen lassen. Die Reservierung von Bespre- chungs- bzw. Schulungsräumen ist ebenso möglich wie der Einblick in mehrere Telefonlisten.

2.3.3 Enterprise Portal: Vorteile

- Zugriff auf personalisierte und rollenbasierte Informationen
- Einheitliche, rollenabhängige Benutzeroberfläche für alle Unternehmensanwendungen
- Integration von bestehenden Unternehmensanwendungen
- Verknüpfung von web-basierten Applikationen
- Automatisierung betrieblicher Geschäftsabläufe (Workflow)
- Zugriff auf firmeninterne wie externe Informationen
- Nachhaltige Unterstützung durch innovatives Knowledge Management55
- Einmaliges Anmelden durch Single-Sign-on
- Steigerung der Produktivität der Mitarbeiter

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7) Enterprise Portal Einbindungen56

[...]


1 [MHahne] Seite 11

2 Vgl. Kapitel 3.3 „Problemidentifikation bei der Anwendung von Kennzahlen“

3 Anm.: John Naisbitt (*1930), amerik. Prognostiker

4 [Wikia06]

5 [Biet et al 00] S. 10

6 [PicFra88] S. 544

7 [Fähn96] S. 3

8 Def. „Realgut“: „Ein Realgut ist ein Sachgut, das in Investitionsgüter und Konsumgüter unterteilt werden kann.“ [WIKIb06]

9 Def. „Nominalgut“: „Unter einem Nominalgut wird im Rechnungswesen und in der Finanzwirtschaft die monetäre Bewer- tung eines Gutes verstanden, (in Geldeinheiten) z. B. den Geldwert ge- oder verkaufter Waren, Informationen oder Dienstleistungen ohne Berücksichtigung Ihres realen Wertes.“ [WIKIc06]

10 Vgl. [Szyp93] S. 187 f.

11 Vgl. [WebLin94] S. 68

12 Vgl. [BehMuc01] S. 7

13 Vgl. Kap Analyse und Anforderungen an das Lösungskonzept „3.1 Firmenstruktur der Endress+Hauser InfoServe GmbH+Co. KG“

14 Syn. = sofort, unverzüglich, prompt, augenblicklich, jetzt

15 Abb. 1 Quelle: In Anlehnung an [Kemp05]

16 [Schul89] S. 3

17 Def. „Metrisierung“: Als Metrisierung wird der Übergang von einem beliebigen Einheitensystem in das metrische System bezeichnet.

18 Vgl. [Wikif06]

19 Syn. Retrospektiv = zurückschauend, rückblickend

20 Syn. Prospektiv = vorausschauend, auf das Zukünftige gerichtet

21 Abb. 2 Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Eilenberger, 1992

22 Def. „Benchmarking“: Der Begriff Benchmark (= Ma ß stab) bzw. Benchmarking (= Ma ß stäbe setzen) bezeichnet ein forma- lisiertes Konzept, um Verbesserungsmöglichkeiten durch den Vergleich von Leistungsmerkmalen mehrerer vergleichba- rer Objekte, Prozesse oder Programme zu finden.

23 [HorRei93] S. 669

24 [Bühn80] S. 11

25 Vgl. [Scherm92] S. 315

26 Vgl. [Gmeli95] S. 14

27 Def. „Management-Support-System“ (MSS): Sind EDV-Systeme, welche Führungskräfte und Entscheidungsträger bei ih- rer Arbeit unterstützen. Sie beruhen auf dem Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen. Vgl. [WIKId06]

28 Vgl. [BehMuc01a] S. 17

29 Vgl. Kapitel Einleitung „1.1 Motivation“

30 Def. „Monolithisch“: Ein Objekt, welches aus einem Stück besteht

31 Vgl. [Lexik06]

32 Vgl. [SAP-BW06]

33 Abb. 3 Quelle: [SAP-BW06]

34 Abb. 4 Quelle: [SAP-BW06]

35 Def. „Plug-In“: Ergänzungs- oder Zusatzmodul ist eine gängige Bezeichnung für ein Computerprogramm, das in ein ande- res Softwareprodukt eingefügt wird. Es ergänzt dabei das Programm, stellt jedoch eine eigenständige Software dar.

36 Def. „InfoProvider“: Oberbegriff für Objekte, auf denen man mit dem Business Explorer Berichte anlegen kann. InfoProvi- der sind diejenigen Objekte oder Sichten, die reporting-relevant sind und die Daten liefern, die mit der Query ausgewer- tet werden können. Vgl. [SAPGLc]

37 Def. „ODS“: Das Operational Data Store Object dient zur Ablage von bereinigten und konsolidierten Daten auf Belegebe- ne (atomare Ebene). Ein ODS Object beschreibt einen konsolidierten Datenbestand aus einer oder auch mehreren In- foSources. Vgl. [SAPGLa]

38 Def. „Dimension“: Semantisch zusammen gehörende Objekte - die Analysemerkmale - werden unter einem gemeinsa- men Oberbegriff - der Dimension - zusammengefasst. Dimensionen geben Antworten auf die Fragen Wer? Was? Wann? Bsp für Dimensionen und deren Analysemerkmale: Dimension Zeit: Tag, Monat, Quartal, Jahr oder Dimension Produkt: Artikel, Produktgruppe, Produktfamilie, Kategorie

39 Abb. 5 Quelle: [BW-WS06]

40 Def. „BAPI“: Business Application Programming Interface ist eine standardisierte Programmierschnittstelle der SAP- Business Objekte. BAPIs ermöglichen es externen Programmen, auf die Daten und Geschäftsprozesse des SAP R/3 zuzugreifen.

41 Def. „XML“: Extensible Markup Language ist ein Standard zur Modellierung von semi-strukturierten Daten in Form einer Baumstruktur, der vom WorldWideWeb Consortium definiert wird. XML definiert Regeln für den Aufbau von Dokumen- ten, die Daten enthalten, die zum Teil einer fest vorgegebenen Struktur entsprechen, teilweise aber auch Elemente beinhalten, die nicht diesem statischen Schema entsprechen.

42 Def. „ODBO“: Ole DB for OLAP, um OLAP-Quellen mit dem SAP BW zu verbinden

43 Abb. 6 Quelle: [SAP-BW06]

44 Def. „Merkmale“: Merkmale sind Bezugsgrößen mit betriebswirtschaftlicher Bedeutung (zum Beispiel Kunde, Produkte, Werke oder Sachkonten), nach denen eine sinnvolle Gruppierung von Kennzahlen möglich ist. Bei Analysen im BW werden Kennzahlen immer in Verbindung mit Merkmalen verwendet und umgekehrt. Die Verwendung von Kennzahlen ohne Merkmale oder umgekehrt, ist in der Betrachtungsweise eines Data Warehouse nicht sinnvoll. Vgl. [BW-WS06]

45 Anm.: Beim Zuklappen des Hierarchieknotens wird nicht mehr von Drill-Down sondern von Drill-Up gesprochen.

46 Def. „InfoObjects“: Betriebswirtschaftliches Auswertungsobjekt. Untergliedert sich primär in Merkmale und Kennzahlen. Merkmale sind bsp. Einheiten, Zeitmerkmale, technische Merkmale. Unter Kennzahlen werden in diesem Zusammen- hang Datenfelder verstanden, in denen Werte oder Mengen abgespeichert werden.

47 [Mehrw05] S. 16

48 Def. „URL“: Uniform Ressource Locator, weltweit eindeutige Internetadresse, bsp. http://www.infoserve.endress.com

49 [ShiTyl98]

50 [ÖstFle01]

51 [Öster02]

52 Def. „Workflow“: Ein Workflow stellt einen automatisierten Prozess dar, der ausgehend von einem auslösenden Ereignis entlang einer definierten Kette von Aktivitäten bis zu einem definierten Arbeitsergebnis führt, wobei der Grad der Ver- vollständigung der Arbeitsergebnisse mit jeder einzelnen Aktivität zunimmt. [Gier00]

53 Vgl. [Seybo99] S. 27

54 Vgl. [ECIN]

55 Anm.: Aus dem englischen, steht für Wissensmanagement

56 Abb. 7 Quelle: Eigene Darstellung

Details

Seiten
82
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638634397
ISBN (Buch)
9783638675635
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v73146
Institution / Hochschule
Hochschule Furtwangen
Note
1,3
Schlagworte
Präsentation Personaldaten Human Ressource Business Information Warehouse Management-Portal

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Titel: Präsentation von Personaldaten aus dem Human Ressource - SAP Business Information Warehouse in einem Management-Portal (SAP)