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Interpretationsansätze zu 'Bargan läßt es sein' von Bertolt Brecht

Seminararbeit 2001 10 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Bertolt Brecht: Lyriker, Dramatiker – Epiker?

2. Bargan läßt es sein – Interpretationsansätze

3. Schluß

5. Literaturverzeichnis

Einleitung

Gegenstand des Proseminars war Bertolt Brechts erzählende Prosa, wobei vor allem eine Auswahl einiger seiner Kurzgeschichten besprochen und disputiert wurde. Die vorliegende Hausarbeit ist der Versuch, verschiedene Interpretationsansätze der Kurzgeschichte Bargan läßt es sein aufzuzeigen und zu vergleichen. Zunächst soll jedoch einführend ein kurzer Überblick und der allgemeine Stellenwert der erzählenden Prosa – hier vor allem der Kurzgeschichte – im Schaffen Bertolt Brechts erläutert werden.

1. Bertolt Brecht: Lyriker, Dramatiker – Epiker?

Klaus-Detlef Müller schrieb 1980 in seinen Brecht – Kommentaren, dass Brechts erzählende Prosa „nie den Grad von Aufmerksamkeit und Beachtung gefunden [hat], mit dem das dramatische Werk und seine Theorie sowie neuerdings auch – zu Recht – die Lyrik aufgenommen wurden“. Weiter heißt es: „Eine solche Abstufung der Wertschätzung mag berechtigt sein, zumal da sie sich mit Brechts Selbsteinschätzung zu decken scheint: er hat sich als Stückeschreiber verstanden und sich zur Lyrik als persönlicher Ausdrucksweise bekannt, die Prosa jedoch kaum als eine ihm wichtige Darstellungsform erwähnt.“ Bestätigt wird diese Aussage durch eine zeitgenössische Untersuchung, die Brecht nach Müllers Worten als einen „vergleichsweise unbekannten Erzähler“ sieht.[1]

Schon zwei Jahre zuvor erklärte Kirsten Boie-Grotz die Vernachlässigung der frühen Prosa in Brechts Gesamtwerk mit der Tatsache, dass das Erzählwerk im Vergleich zu Lyrik und Drama unverhältnismäßig schmaler sei und zum anderen in seiner Bedeutung hinter beiden zurückbleibe.[2]

Von geringem Interesse ist Brechts erzählerisches Werk zunächst auch für die Forschung. Nadeshda Dakowas Untersuchung von 1961 zur frühen Prosa Brechts wurde lediglich als maschinenschriftliche Dissertation veröffentlicht. Auch sie ist der Meinung, dass das Erzählwerk bis 1930 gegenüber Lyrik und Drama zweitrangig sei und auch dann für Brecht nicht an Bedeutung zunimmt, als dieser sich im Exil befindend „auf die Prosa als unkompliziertere Gattung konzentrierte.“

Mittlerweile hat sich die Argumentation jedoch zu Gunsten der Anerkennung von Brechts immerhin „recht umfangreiche[m] erzählende[n] Werk“ verändert.[3]

So sind bereits nach dem zweiten Weltkrieg Prosa-Werke Brechts, die zu dieser Zeit zu den ersten Veröffentlichungen zählen, in den verschiedenen Besatzungszonen erhältlich. Auch wenn die Fachwelt den „Erzähler Brecht“ lange Zeit nicht beachtete, bestätigen Auflagenziffern vieler seiner Prosabände das Interesse zumindest seiner Leserschaft: Die erste Taschenbuchausgabe des Dreigroschenromans verkaufte sich innerhalb von zehn Monaten 50000 mal, die Kalendergeschichten oder die Geschichten von Herrn Keuner waren nicht weniger erfolgreich. Auch in der Schule werden mittlerweile seine Geschichten gelesen[4] und Knopf kündigte schon 1984 an, dass „Brecht der Goethe des 21. Jahrhunderts werden wird.“[5]

[...]


[1] Klaus-Detlef Müller: Brecht-Kommentar zur erzählenden Prosa, München 1980, S. 11f.

[2] Kirsten Boie-Grotz: Brecht, der unbekannte Erzähler: die Prosa 1913-1934, Stuttgart 1978, S. 5.

[3] Müller: Brecht-Kommentar, S. 11.

[4] Wolfgang Jeske: Bertolt Brecht. Prosa II, Frankfurt/M. 1991, S. 558.

[5] Jan Knopf: Zitat aus dem Vorlesungsverzeichnis der Universität Karlsruhe, SS 2001.

Details

Seiten
10
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638690096
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v73053
Institution / Hochschule
Universität Karlsruhe (TH) – Institut für Literaturwissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
Interpretationsansätze Bargan Bertolt Brecht Prosa

Autor

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Titel: Interpretationsansätze zu 'Bargan läßt es sein' von Bertolt Brecht