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Die Großstadt als Wahrnehmungsherausforderung in Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz (1929)

Hausarbeit (Hauptseminar) 1998 29 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Verhältnis von großstädtischer Erfahrungswirklichkeit zur Entwicklung neuer darstellungsästhetischer Konzepte in der Literatur der Moderne
2.1 Die Erfahrung der großstädtischen Erfahrungswirklichkeit und die Krise der Wahrnehmung
2.2 Thematischer und darstellungsästhetischer Paradigmenwechsel durch den Verlust des Glaubens an das autonome Individuum
2.2.1 Die Stadt rückt in den Mittelpunkt des Romangeschehens
2.2.2 Die Auflösung der totalitätsstiftenden Erzählinstanz
2.3 Neue darstellungsästhetische Impulse durch die Erfahrung der beschleunigten Bewegung (besser: durch die erfahrung der moderne oder so..)
2.3.1 Montage und Reihung disparater, fragmentarischer Momenteindrücke
2.3.2 Auflösung des festen Erzählerstandpunkts

3. Die Stadt in Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz
3.1. Die Wahrnehmung der Großstadt in Berlin Alexanderplatz
3.1.1. Zur Rolle des Erzählers in Berlin Alexanderplatz
3.1.2. Die Wahrnehmung der Stadt als komplexes Funktionsgefüge
3.1.3. Die Wahrnehmung der Stadt als feindliches Gegenüber
3.2. Zur Montagetechnik Döblins
3.2.1 Montage als mimetisches Prinzip
3.2.2. Der Einfluß der futuristischen Künste auf die Entwicklung der literarischen Montagetechnik
3.2.3. Zum Begriff der Montage im Medium der Literatur
3.2.4. Die Montagetechnik in Berlin Alexanderplatz

4. Schlußbemerkung

5. Bibliographie

1. Einleitung

Alfred Döblin hat mit Berlin Alexanderplatz einen Roman geschrieben, in dem er sich nicht nur thematisch mit der „fundamentalen Irritation der Wahrnehmung“[1] auseinandersetzt, mit der sich die in den Großstädten des beginnenden 20. Jahrhunderts lebenden Menschen permanent konfrontiert sahen, sondern er versucht in seinem Werk auch, die neue Erfahrungswirklichkeit des urbanen Menschen in darstellungs-ästhetischer Hinsicht zu verarbeiten.

Die Wahrnehmungsherausforderungen, die durch die Konzentration von Produktion, Handel, sowie Verkehrs- und Informationsfluß an den Menschen des 20. Jahrhunderts gestellt werden, waren und sind für die im großstädtischen Lebensraum lebenden Menschen besonders stark ausgeprägt. Durch das unglaubliche Tempo, mit dem die städtischen Lebensräume expandieren, erlangt das Dilemma des modernen Menschen, mit seinen gewohnten Wahrnehmungsmustern die neuartige Erfahrungswirklichkeit nicht mehr abbilden zu können, zudem für eine immer größere Zahl von Menschen an Aktualität. Im Jahr 1800 war Peking die einzige Millionenstadt, 1850 überschritten London und Paris die Millionengrenze und als Döblin seinen Berlin Alexanderplatz Roman 1929 veröffentlichte, gab es weltweit bereits über 16 Großstädte mit über einer Millionen Einwohnern.[2]

Diese Arbeit soll zunächst zeigen, in welchem Zusammenhang die Entwicklung der modernen Großstadt, Wechsel der Wahrnehmungsparadigmen und die Herausbildung neuer literarischer Formen stehen. Da die Modernität des Berlin Alexanderplatz Romans nicht zuletzt im Wechselspiel zwischen thematischer Behandlung der Großstadtproblematik und literarischer Formgebung begründet ist, soll des weiteren detailliert auf die Wahrnehmung und Thematisierung der Stadt in Döblins Roman sowie auf die ästhetischen Konzepte zur Darstellung Berlins eingegangen werden.

2. Das Verhältnis von großstädtischer Erfahrungswirklichkeit zur Entwicklung neuer darstellungsästhetischer Konzepte in der Literatur der Moderne

Betrachtet man den ästhetischen Prozeß im Kontext des technischen Fortschritts, zeigt sich, daß „technisch-technologische Strukturen auf der Ebene ästhetischer Wirklichkeitsaneignung wiederkehren. [...] Technisch-industrielle Prozesse und ästhetisch-kulturelle Entwicklung bleiben dabei in einer dynamischen Abhängigkeit voneinander [...].“[3] Die Entwicklung neuer darstellungsästhetischer Konzepte ist „wesentlich durch den geschichtlichen Wandel der Wahrnehmungs- und Erfahrungsstruktur selbst [bedingt].[4] Das Thema dieses Kapitels soll daher die Beziehung sein, in der die Herausbildung neuer darstellungsästhetischer Konzepte zu den Wahrnehmungsproblemen steht, die die Entwicklung der modernen Gesellschaft, und somit die der Stadt, den Menschen auferlegt hat.[5]

2.1 Die Erfahrung der großstädtischen Erfahrungswirklichkeit und die Krise der Wahrnehmung

Der Prozeß der Verstädterung, der von Beginn des 19. Jahrhunderts an exponential voranschreitet und dessen Ende bis heute nicht abzusehen ist, ist verantwortlich für eine Revolution der Wahrnehmungsbedingungen des Menschen, wie sie in diesem Maße noch nie zuvor stattgefunden hat. Diese Veränderungen im „realen Grundriß und im imaginären Aufriß der Stadt haben ihren Grund im historischen Prozeß der Ausdifferenzierung der kapitalistischen Gesellschaft und [...] in der Entdifferenzierung der zuvor genauer markierten großstädtischen Arbeits- und Lebensbereiche.“[6]

Durch technische und naturwissenschaftliche Fortschritte wurden neue Energiequellen (Elektrizität und Erdöl) und Industriezweige (Elekrto- und Chemotechnik) erschlossen. Die Erfindung der Eisenbahn und des Autos sowie die Entwicklung der Telegrafie, des Telefons und der Drucktechnik führten zu einer Ausdifferenzierung des Verkehrs- und Nachrichtenwesens und schaffen somit die Voraussetzung für verstärkten Welthandel und -wirtschaft. Die Wirtschaftsstrukturen wurden durch steigende Kapitalinvestitionen für neue Produktionsverfahren, städtische Großbauten sowie Verkehrs- und Versorgungsanlagen (Eisenbahnen, Kanäle, Häfen) einschneidend verändert. Zur Rationalisierung des Einkaufs und Absatzes verbanden sich kleinere Betriebe zu Großunternehmen. Es entstanden Aktiengesellschaften, Kartelle und Syndikate, die begannen, die Märkte zu beherrschten. Kapitalexport und internationale Kapitalintegration stärkten die Großbanken, die zunehmend an politischem Einfluß gewannen. Die Folgen dieser Entwicklung war eine Steigerung der Produktion und des Sozialprodukts sowie eine Anhebung des allgemeinen Lebensstandards. Die Zentren dieser Entwicklung waren die Städte, die durch positive wirtschaftliche Entwicklung enorme Wachstumsraten zu verzeichnen hatten und die immer mehr Menschen dazu veranlaßten, ihre angestammten ländlichen Wohnorte zu verlassen: man versprach sich vom Leben in der Stadt Arbeit und Wohlstand.

Doch nicht nur Arbeit und Wohlstand erwartete die Menschen in der modernen Großstadt. Die Folgen der oben angeführten Entwicklungen waren für die Menschen in den Großstädten besonders spürbar. Die Masse der dort lebenden und arbeitenden Menschen, die Allgegenwärtigkeit des technischen Fortschritts in Form von immer stärker beschleunigten Bewegungsabläufen, schneller Veränderung des Stadtbildes, Warenfluß, Handel und Nachrichtenwesen, die ewig anhaltende Geräuschkulisse sowie nicht zuletzt die Simultaneität all dieser Handlungs- und Bewegungsabläufe machen die neue, großstädtische Erfahrungswirklichkeit aus und verlangen von den Individuen eine Veränderung der Wahrnehmungsgewohnheiten, ohne die sich das Grundbedürfnis des Menschen nach Ordnung und Sinnstiftung kaum befriedigen lassen. „Am Land kommen die Götter noch zu den Menschen“, denkt Robert Musils Ulrich: „man ist jemand und erlebt etwas, aber in der Stadt, wo es tausendmal so viel Erlebnisse gibt, ist man nicht mehr imstande, sie in Beziehung zu sich zu bringen: und so beginnt ja wohl das berüchtigte Abstraktwerden des Lebens.“[7] An Rainer Maria Rilkes Darstellung der Wahrnehmungszumutung, als die sein Protagonist Malte das großstädtische Paris empfindet, lassen sich die oben genannten Parameter einer neuen, großstädtischen Erfahrungswirklichkeit deutlich ablesen:

Daß ich es nicht lassen kann, bei offenem Fenster zu schlafen. Elektrische Bahnen rasen läutend durch meine Stube. Automobile gehen über mich hin. Eine Tür fällt zu. Irgendwo klirrt eine Scheibe herunter, ich höre ihre großen Scherben lachen, die kleinen Splitter kichern. Dann plötzlich dumpfer, eingeschlossener Lärm von der anderen Seite, innen im Hause. Jemand steigt die Treppe. Kommt, kommt unaufhörlich. Ist da, ist lange da, geht vorbei. Und wieder die Straße. Ein Mädchen kreischt: Ah tais-toi, je ne veux plus. Die Elektrische rennt ganz erregt heran, darüber fort, fort über alles. Jemand ruft. Leute laufen, überholen sich. Ein Hund bellt. Was für eine Erleichterung: ein Hund. Gegen Morgen kräht sogar ein Hahn, und das ist Wohltun ohne Grenzen. Dann schlafe ich plötzlich ein.[8]

Das Gefühl der Anonymität und Isolation, daß die Erfahrung der Großstadt potentiell auszulösen in der Lage ist, sowie die Schwierigkeit eines Autors, angesichts der zunehmend mittelbarer werdenden Kommunikationsabläufe noch eine Beziehung zu seinen Lesern aufzubauen, wird von Alfred Döblin selbst in seinem Aufsatz „Der Bau des epischen Werkes“ beschrieben. Er thematisiert hier das Problem der Beziehungslosigkeit, das zwischen Autor und Rezipienten aufgrund der Verbreitung der maschinellen Drucktechnik herrscht und unter dem er zu leiden scheint:

Früher sang der Epiker und trug im Volk herumziehend die Fabeln, Schwänke und Sagen, die im Volk selbst umliefen und an denen er selbst zumeist nur wenig arbeitete, [...] [vor]. Der Mann hatte damit seine bestimmte Aufgabe, er mußte sich durchs Leben schlagen, seine Zuhörer waren strenge Richter; gefiel ihnen nicht, was er vortrug, so hatte der Mann zu hungern: das war nun ein sehr deutlicher Einfluß auf die Formung seines Werks, es war die allerlebendigste und produktive Kritik, man kann es direkt eine Kollektivarbeit von Autor und Publikum nennen, das Brot, das Geld war ein sehr eindringliches Argument für den Autor und war indirekt ein solider Faktor in Bezug auf die Formung. Wie steht es jetzt? Jetzt sitzt der Autor in seiner Stube, lutscht an seinem Bleistift oder Federhalter, und ihm soll etwas einfallen. [...] Von einem Konnex mit einem Hörerkreis kann keine Rede sein. Wir sitzen alle auf dem Isolierschemel, zweifellos eine unsympathische Situation und der Produktion im ganzen nicht zuträglich. [...] Auf den heutigen Autor ist das Unglück des Buchdrucks gefallen. [...] Die Maschine und die Wirtschaft hat alles zerrissen.[9]

Die in diesem Kapitel beschriebenen Parameter der neuen Erfahrungswirklichkeit 'Großstadt' spielen nicht nur in Döblins Roman Berlin Alexanderplatz eine thematische sowie darstellungsästhetische Rolle, sondern waren insgesamt für die in der Literatur behandelten Problemzusammenhänge von entscheidender Bedeutung.

2.2 Thematischer und darstellungsästhetischer Paradigmenwechsel durch den Verlust des Glaubens an das autonome Individuum

Für die Entwicklung neuer Darstellungsformen in der Literatur des frühen 20. Jahrhunderts sind verschiedene Aspekte von Bedeutung, die letztendlich alle in Zusammenhang mit den technischen und wissenschaftlichen Entwicklungen stehen, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert in der Entstehung großstädtischer Lebensräume kulminierten, in denen die Wahrnehmungskrise des modernen Menschen besonders deutlich zu tage trat. Die 'Krise des Romans' wird von Matthias Uecker daher auch verstanden als „ein Reflex auf eine Krise der Gesellschaft und des Individuums.“[10] Der eigentliche Fixpunkt des traditionellen Romantyps (in Deutschland der Bildungsroman), das „lernfähige, autonome Subjekt, [droht] sich angesichts neuer gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Entwicklungen aufzulösen.“[11]

2.2.1 Die Stadt rückt in den Mittelpunkt des Romangeschehens

Diese Auflösung des Glaubens an das autonome Individuum ist verantwortlich für eine Ablehnung der Romanformen des 18. und 19 Jahrhunderts in der Literatur der Moderne. Der immer größer werdende Einfluß der Naturwissenschaften führte zu Beginn der Neuzeit zu einer Aufwertung subjektiven Wahrnehmung des Individuums. Die Welt wurde von nun an durch mechanische Gesetze und mathematische Formeln erklärt, deren Entdeckungen auf Beobachtung basierten. Der Verlust der Metaphysik wurde im Roman des 18. Und 19 Jahrhunderts durch eine Konzentration auf die Darstellung der inneren Entwicklung des Individuums mittels einer allwissenden und psychologisierenden Erzählerinstanz kompensiert, die durch ihre chronologisch-lineare Darstellung der Handlung sinn- und ordnungsstiftend wirkte. Dies zeugt von einem Optimismus in Bezug auf die Wahrnehmungsfähigkeit des Einzelnen, der sich jedoch im Zuge der Wahrnehmungskrise des Menschen zu Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr halten ließ. Nichts desto trotz kam diese Form des Erzählens den Bedürfnissen der Rezipienten nach Sinnstiftung und höherer Ordnung entgegen. Robert Musils Ulrich bringt dieses Bedürfnis mit folgenden Worten auf den Punkt:

Und als einer jenen scheinbar abseitigen und abstrakten Gedanken, die in seinem Leben oft so unmittelbar Bedeutung gewannen, fiel ihm ein, daß das Gesetz dieses Lebens, nach dem man sich, überlastet und von Einfalt träumend, sehnt, kein anderes sei als das der erzählerischen Ordnung! Jener einfachen Ordnung, die darin besteht, daß man sagen kann: 'Als das geschehen war, hat sich jenes ereignet!' Es ist die einfache Reihenfolge, die Abbildung der überwältigenden Mannigfaltigkeit des Lebens in einer eindimensionalen, wie ein Mathematiker sagen würde, was uns beruhigt; die Aufreihung all dessen, was in Raum und Zeit geschehen ist, auf einem Faden, eben jenen berühmten 'Faden der Erzählung', aus dem nun auch der Lebensfaden besteht. [...] Die meisten Menschen sind im Grundverhältnis zu sich selbst Erzähler [...]: sie lieben das ordentliche Nebeneinander von Tatsachen, weil es einer Notwendigkeit gleichsieht, und fühlen sich durch den Eindruck, daß ihr Leben einen 'Lauf' habe, irgendwie im Chaos geborgen.[12]

Der Roman des 18. und 19. Jahrhunderts beschäftigt sich mit dem Verlust dieser Geborgenheit des Helden, oder, um es in Lukacs Worten auszudrücken: mit der „transzendentalen Obdachlosigkeit“ des Menschen in der Neuzeit.[13] Zentrales Thema dieses Romantyps ist daher auch „der Weg des Helden und des Erzählers zur Totalität des Ich.“[14] Der Glaube an die Möglichkeit von Totalität und die damit verbundene Autonomie des Individuums verließ die Autoren der Moderne jedoch angesichts der in Kapitel 2.1 beschriebenen neuen Erfahrungswirklichkeit. Der psychologisierende Blick auf das Individuum wurde aufgegeben zugunsten der Darstellung der neuartigen Erfahrungswirklichkeit durch den Blickwinkel des Erzählers sowie durch die Perspektive des 'Helden' unter anderem durch den inneren Monolog. Die Großstadt wird bevorzugter Darstellungsgegenstand, da sie als „Erfahrungsraum moderner Vergesellschaftung und Zivilisation“ mitverantwortlich ist für die Identitätskrise der Generation, für die der kulturelle Umbruch und die wahrnehmungspsychologischen Bedingungen noch geschichtlich neu und unverarbeitet war. Bei Döblin z.B. wird das Individuum nur noch insofern zum Thema der Darstellung gemacht, als daß sein Schicksal Verallgemeinerbar ist, das Individuum somit die Funktion eines Exempels erfüllt, an dem sich Allgemeingültiges aufzeigen läßt. Die Stadt als Thema des Romans wird so zu einem Stück Aufbegehren gegen den bürgerlichen individualistische Roman.

2.2.2 Die Auflösung der totalitätsstiftenden Erzählinstanz

Das Problem der Individualität und der Identität wird aber nicht nur thematisch durch die Akzentverschiebung hin zur Darstellung der äußeren Umwelt, weg von der Darstellung des individuellen Entwicklungsgang behandelt, sondern auch in darstellungsästhetischer Hinsicht werden neue Verfahren entwickelt. Während im traditionellen Roman versucht wird, den Verlust eines transzendentalen Orientierungszentrums durch einen expliziten, mit einer Stimme sprechenden, totalitätsstiftenden, heterodiegetischen Erzähler zu kompensieren, wird dieser individualisierbare Erzähler im Roman der Moderne ersetzt durch einen in den Hintergrund tretenden heterodiegetischen Erzähler. Das Objekt seiner Erzählung wird multiperspektivisch gebrochen und das raum-zeitlich gebundene Erleben sowie die durch Chronologie geschaffene Linearität und Kausalität der Handlungsabläufe ersetzt durch eine Montage- bzw. Reihungstechnik, die die Simultanität und Schnelligkeit der Handlungs- und Bewegungsabläufe in der modernen Großstadt ebenso wie deren dissozierte Wahrnehmung quasi mimetisch widerspiegelt. Robert Musils Erzähler findet auch für diese Erfahrung, die neben anderen für die Wahrnehmungskrise des modernen Menschen verantwortlich ist und die seinen Held Ulrich befällt, die passenden Worte: „Und Ulrich bemerkte nun, daß ihm dieses primitiv Epische abhanden gekommen sei, woran das private Leben noch festhält, obgleich öffentlich alles schon unerzählerisch geworden ist und nicht einem 'Faden' mehr folgt, sondern sich in einer unendlich verwobenen Fläche ausbreitet.“[15]

[...]


[1] Smuda, Manfred (1992). S. 133

[2] Lawton, Richard (1989). S. 3

[3] Großklaus, Götz. Lämmert, Eberhard (1989). S. 15

[4] Vietta, Silvio (1974). S. 365

[5] Siehe hierzu Scherpe, Klaus (1991). S. 81

[6] Scherpe, Klaus (1989). S. 140f

[7] Musil, Robert (1998). S. 649

[8] Rilke, Rainer Maria (1996). S. 9f

[9] Döblin, Alfred (1929). In: Jahrbuch der Preußischen Akademie der Künste. Sektion für Dichtkunst. S. 243f

[10] Uecker, Matthias (1996). S. 126

[11] Ebd. S. 126

[12] Musil, Robert (1998). S. 650

[13] Lukacs, Georg (1994). S. 32

[14] Keller, Otto (1980). S. 232

[15] Musil, Robert (1998). S. 650

Details

Seiten
29
Jahr
1998
ISBN (eBook)
9783638104739
ISBN (Buch)
9783638786645
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v719
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Institut für deutsche Sprache und Literatur
Note
2,0
Schlagworte
Moderne roman döblin wahrnehmung perspektive Berlin Alexanderplatz

Autor

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Titel: Die Großstadt als Wahrnehmungsherausforderung in Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz (1929)