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Analyse eines publizistischen Textes

Seminararbeit 2002 12 Seiten

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Theoretische Einleitung

II. Fremdwörter

III. Modewörter

IV. Lexik des Nonstandard

V. Umgangssprachliche Lexik

VI. Umgangssprachliche Wendungen

VII. Verwendung von Ellipsen

VIII. Syntaktischer Zusammenhang der Wortformen

IX. Verkürzungen

X. Zusammenfassung

XI. Literaturverzeichnis

XII. Quellenverzeichnis

I Theoretische Einleitung

Theoretischer Ausgangspunkt im Seminar war es, die Sprache in Funktionalstile einzuteilen. Demnach gibt es:

1. Alltagssprache (mündliche, ungezwungene Kommunikation)
2. offizielle Kommunikation (geschrieben oder gesprochen; vollständige, ganze Sätze)
3. fachliche Kommunikation (spezielle Themen; Fachausdrücke)
4. Presse und Publizistik (Standardsprache+offizielle+Fachsprache)

Die Pressesprache als Teil der Nationalsprache funktioniert auch als Spiegel der gesellschaftlichen Verhältnisse und des Zustands einer Sprache.

Verschiedene Ansichten und Meinungen gab es zur Normenproblematik und Varietätenproblematik, wobei folgende Einteilungen als am nützlichsten erschienen:

- Varietäten:

Standardsprache: kodifizierte Literatursprache (кодифицированный литературный язык)

Substandard: Umgangssprache (разговорная речь)

Nonstandardsprache: Dialekte, niedere Umgangssprache (просторечие)

- Sprachliche Normen:
- sind Teil der sozialen Normen einer Gesellschaft. Sie regeln das sprachlich-kommunikative Handeln.
- sind Verallgemeinerungen, die aus dem sprachlichen Usus hervorgegangen sind und gleichzeitig den Usus regeln.
- sind Auswahlgrößen aus der Gesamtheit der Möglichkeiten, die die Sprache in einem bestimmten Zeitraum für die Bildung und Verwendung sprachlicher Mittel besitzt.
- sind präskriptive Größen. Sie existieren intern im Bewusstsein der Angehörigen einer Sprachgemeinschaft, können aber auch extern als Normkodifizierung aufgezeichnet sein.

Oskar Müller unterscheidet zwischen Nähesprechen und Distanzsprechen und ordnet folgende Charakteristika zu:

Nähesprechen: dialogisch, kontextunabhängig, wenig geplant, sparsam, extensive Versprachlichung.

Distanzsprechen: monologisch, kontextabhängig, stark geplant, intensiv, kompakte Versprachlichung.

Nach Wolfgang Gladrow sind für die Norm des umgangssprachlichen Äußerungsaufbaus folgende Spezifika kennzeichnend: Positionierung der Konstituenten, Akzentuierung, Reduzierung von Konstituenten. Als Soziolinguist ordnet er die Umgangssprache dem städtischen Raum und die Nonstandardsprache eher dem ländlichen Raum zu. Die Standardsprache charakterisiert er als fest, bewusst, starr, und die Umgangssprache als dynamisch, unbewusst.

Bei S.Koester-Thoma/E.A.Zemskaja wird Umgangssprache definiert durch:

1. sprachliche Charakteristika,
2. außersprachliche Charakteristika.

Weiterhin werden 3 hierarchische Parameter für die Ungezwungenheit der Rede bestimmt:

-a: das Fehlen offizieller Beziehungen zwischen den Sprechern(neutral oder nah)
-b: das Fehlen des Parameters ‚Mitteilung mit offiziellem Charakter’, wie Vorlesung, Vortrag, Rede, Bericht, Examensantwort, usw., d.h., der Parameter ‚Adressierung’ lautet ‚nicht offiziell’.
-c: das Fehlen von offiziellen Umständen.[1]

Abschließend zu diesem Thema lässt sich sagen, dass die Umgangssprache sich aus der kodifizierten Literatursprache und dem Non-Standard speist und nicht kodifiziert ist.

Zemskaja zitiert den Linguisten Michael W. Panow:“раньше нормой был запрет теперь нормой стал выбор.“[2], und deutet damit auf die veränderten Strukturen des Sprachgebrauchs hin, die jetzt das Interesse der Öffentlichkeit erfahren.

[...]


[1] Vgl. S.Koester-Thoma/E.A.Zemskaja, S. 16ff

[2] Zemskaja, Известия

Details

Seiten
12
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638635509
ISBN (Buch)
9783638754941
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v71492
Institution / Hochschule
Universität Rostock
Note
2,0
Schlagworte
Analyse Textes Pressesprache Russischen

Autor

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Titel: Analyse eines publizistischen Textes