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Internationaler islamischer Terrorismus - Die Motive al-Qaidas

Hausarbeit 2007 10 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erscheinungsformen des Terrorismus
2.1. Sozialrevolutionärer/ ethnisch- nationalistischer Terrorismus
2.2. Religiöser/ Vigilantistischer Terrorismus
2.3. Internationaler Terrorismus

3. Die Qaida
3.1. Entstehung
3.2. Struktur

4. Beweggründe

5. Fazit

6. Bibliographie

1. Einleitung

Im Januar 1980 machte sich ein junger, bürgerlicher, gut ausgebildeter Ingenieur dem Ruf des Dschihad - des heiligen Krieges der Muslime - folgend auf den Weg nach Afghanistan, um den Untergrundkampf gegen die sowjetische Okkupation zu unterstützen. Sein Name wird 21 Jahre später um die Welt gehen, und auf seinen Kopf eine Prämie von mindestens 50 Millionen US-Dollar ausgesetzt sein - Osama Bin Laden. Als Sohn eines erfolgreichen Geschäftsmannes mit guten Verbindungen ins saudische Königshaus, Scheich Mohammed Bin Ud Bin Laden, besaß Osama die besten Aufstiegschancen in Saudi-Arabien. Doch es kommt anders: Er wendet sich dem fundamentalistischen Islam zu und gründet das Terrornetzwerk al-Qaida..[1] Bin Laden und die Qaida werden für den Tod Tausender unschuldiger Zivilisten verantwortlich gemacht.

Es stellt sich die Frage nach den Beweggründen: Warum hassen sie uns? Warum tun sie das? Warum sind sie bereit zu sterben und dabei möglichst viele Menschen zu ermorden?

Im Folgenden wird zunächst ein kurzer Überblick über die verschiedenen Arten des Terrorismus, sowie die Methoden, Motive und Ziele gegeben (2.). Dabei wird herausgearbeitet, was den internationalen von anderen Formen des Terrorismus unterscheidet. Anschließend wird der Blick auf das Netzwerk der Qaida gerichtet, und ihre Entstehungsgeschichte sowie ihre Struktur beleuchtet (3.). Im 4. Teil sollen die Beweggründe, also die eben gestellte Frage - warum tun sie das - dargestellt werden. Im darauf folgenden Fazit wird ein Überblick über die Bekämpfungsansätze gegeben, dabei wird auch auf Ideen eingegangen, die in der politischen Diskussion eine untergeordnete Rolle spielen. Schließlich werden Antworten auf die eingangs gestellten Fragen entwickelt.

2. Erscheinungsformen des Terrorismus

Es gibt verschieden Definitionen des Begriffs Terrorismus. Nach gängigen Definitionen handelt es sich dabei um eine „ungerechtfertigte, Schrecken verbreitende Gewaltanwendung [gegen Zivilisten], die aus politischen [oder religiösen] Motiven“ von Gruppen oder Einzelpersonen, „die nicht direkt durch Regierungen kontrolliert werden“[2], verübt werden. Im Folgenden wird der Terrorismus abgegrenzt vom Terror, der willkürliche, gewalttätige Einschüchterung durch einen (totalitären) Staat - gerichtet gegen die eigenen Bürger - bezeichnet.[3]

Anders als die Guerilla muss sich der Terrorismus im Allgemeinen mit einer symbolischen Strategie begnügen, statt auf die vollständige physische Vernichtung des Feindes abzuzielen. Terroristen versuchen einen Zustand der Hysterie zu erzeugen.

2.1. Sozialrevolutionärer/ ethnisch- nationalistischer Terrorismus

Der sozialrevolutionäre Terrorismus entstand in den späten 60er-Jahren aus Kommunen und Studentengruppen in Westeuropa und Nordamerika, die, inspiriert vom Gedankengut der „Neuen Linken“, eine grundlegende Umwälzung der Besitz- und Herrschaftsverhältnisse nach kommunistischem Vorbild anstrebten. Zur Durchsetzung dieser Ziele erschien Gewalt für die Gruppen wie die Rote-Armee-Fraktion in Westdeutschland und die Roten Brigaden in Italien als legitimes Mittel. Nachdem bereits in den 1980er-Jahren eine deutliche Schwächung des sozialrevolutionären Terrorismus in Westeuropa zu beobachten war, verlor er nach dem Zusammenbruch des Ostblocks jegliche Bedeutung.[4]

Die bekanntesten Beispiele für ethnisch-nationalistischen Terrorismus sind die ETA und die IRA. Die ETA („Baskenland und Freiheit“) verfolgt das Ziel eines unabhängigen Baskenlandes mit terroristischen Mitteln. Die IRA (Irish Republican Army) kämpfte bis 2005 mit Gewalt für die Loslösung Nordirlands von Großbritannien. Ethnisch-nationalistischer Terrorismus appelliert an eine gemeinsame Identität nationaler Minderheiten in Abgrenzung von der Mehrheitsbevölkerung und setzt auf Gewalt als Mittel zur Schaffung eine eigenen Staates.[5]

[...]


[1] In der Presse existieren unterschiedliche Schreibweisen, die in dieser Arbeit verwendete (al-Qaida.) lehnt sich an die englische Aussprache an [ El ’Kaa-ida ].

Es ist problematisch von einer „Gründung“ der Qaida zu sprechen; siehe dazu Teil 3.

[2] Heine, P.: Terror in Allahs Namen. Freiburg 2004, S. 8.

[3] Zur Problematik der Begriffsdefinition siehe exemplarisch: Hoffman, B.: Terrorismus- der unerklärte Krieg, 2. Aufl., Frankfurt a. M. 2006, S. 21- 23; Nohlen, D., Schultze, R.- O.: Lexikon der Politikwissenschaft, Bd. 2, 3. Aufl., München 2005, S. 1017- 1018.

[4] Eine ausführliche Darstellung des sozialrevolutionären Terrorismus findet sich bei Aust, S.: Der Baader Meinhof Komplex. München 1998.

[5] Vgl. Augstein, R.: Spiegel- Special, Terror: Der Krieg des 21. Jahrhunderts. Hamburg 2004, S. 60- 61, 70-71.

Details

Seiten
10
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638631907
ISBN (Buch)
9783638844680
Dateigröße
382 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v71442
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Institut für Sozialwissenschaften/ Bereich Politikwissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
Internationaler Terrorismus Motive

Autor

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