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Supply Chain Management als Netzwerk verschiedener Unternehmen der Logistikkette

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 22 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Historische Entwicklung
1.2 Definition SCM

2 Ziele des SCM

3 Notwendige Schritte zur Einführung des SCM
3.1 Ist – Zustand
3.2 Neue Denkweise
3.2.1 Einführung einer „Supply Chain Denkweise“
3.2.2 Einführung eines organisationsübergreifenden Supply Chain Managements
3.3 Informationsfluss
3.4 Ganzheitlichkeit

4 Kritische Betrachtung des SCM

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Entwicklung von Unternehmensstrategien

Abbildung 2 Begriffsvielfalt beim SCM

Abbildung 3 Der Bull-Whip-Effekt

Abbildung 4 Das Supply – Chain- Konzept

Abbildung 5 Simultane Datenweitergabe

Abbildung 6 Einfaches Modell eines komplexen Netzwerkes

Abbildung 7 Darstellung einer Lieferkette

1 Einführung

Supply Chain Management (SCM) ist ein Begriff, der heute immer häufiger verwendet wird. Viele Unternehmen haben den Wandel der Zeit erkannt und möchten SCM auch in ihren Unternehmen einsetzen. Doch nicht jeder, der dieses Schlagwort benutzt, weiß genau, was Supply Chain Management bedeutet, sowohl für ihr Unternehmen, als auch für die beteiligten Partner.

Durch die Globalisierung und die damit verbundene weltweite Vernetzung der Unternehmen veränderte die damaligen Märkte in Bezug auf Beschaffung und Absatz. Die Prozesse wurden transparenter, was zu zunehmendem Konkurrenzdruck führte. Dieser Konkurrenzdruck zwang die Unternehmen, sich um ihre Prozesse und deren Prozessoptimierung zu kümmern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Nur so konnte man die Preise senken und wettbewerbsfähig bleiben. Die Unternehmen konzentrierten sich immer mehr auf ihre Kernkompetenzen, um ihre Kosten so weit wie möglich zu senken. Durch den enormen Druck auf die Unternehmen optimierten sie ihre Prozesse innerhalb ihrer Unternehmen, so dass hier kaum noch Kostendegressionen möglich waren.

Jedoch der immer noch vorhandene Druck zwang die Unternehmen dazu, weiterführende, neue Strategien und Konzepte zu entwickeln, um auch langfristig gesehen wettbewerbsfähig zu bleiben.

Das SCM ist eines der Konzepte, das diese komplexe Aufgabe bewältigt.

Mit diesem Konzept ist es möglich, das logistische Trilemma "Minimaler Bestand versus maximaler Servicelevel"[1] zu lösen.

In den folgenden Ausführungen zum Thema „Supply Chain Management als Netzwerk verschiedener Unternehmen der Logistikkette“ wird zunächst erläutert, wie das SCM historisch entstanden und gewachsen ist und wie es definiert ist. Weiterhin wird kurz auf die Ziele des SCM und die wesentlichen Schritte zur Einführung eines effizienten SCM – Netzwerkes eingegangen. Nach der Erläuterung der notwendigen Veränderungen in den Unternehmen wird das Schlagwort „Ganzheitlichkeit“ im Zusammenhang mit SCM näher erklärt. Am Schluss der Arbeit steht ein Überblick über die Punkte, die den Aufbau eines solchen Netzwerkes verhindern (können) und eine Schlussbetrachtung.

1.1 Historische Entwicklung

Bis Ende der 70er Jahre gab es die „Traditionelle Kunden-Lieferanten-Beziehung“. Geprägt war diese Beziehung von einer regen Nachfrage nach allen Arten von Gütern.

Zu Beginn der 80er Jahre wurden engere Kooperationen mit den Lieferanten erforderlich, da sich Angebot und Nachfrage annäherte und die Preis- und Qualitätsansprüche stiegen. Zu dieser Zeit entstand das „Supply Management“, das auf eine langfristige Reduktion der Lieferantenzahl zu Gunsten schneller und unproblematischer operationeller Auftragsabwicklung zielte.

Zu Beginn der 90er Jahre zwang das Überangebot auf den Märkten die Unternehmen sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, was dazu führte, dass Teile der Wertschöpfungskette outgesourct wurden. Um die entstandenen komplexen Strukturen betrachten, gestalten und steuern zu können, kam man zum Supply Chain Management.[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Entwicklung von Unternehmensstrategien[3]

1.2 Definition SCM

Supply (engl.) – beliefern, versorgen

Chain (engl.) – Kette

à Supply Chain (SC) = Versorgungskette

Wie die folgenden verschiedenen Definitionen zeigen, dass für den Begriff „Versorgungskette“ auch die Begriffe „Logistikkette“ und „Wertschöpfungskette“ synonym verwendet werden können.

- Supply Chain Management ist „die prozessorientierte Gestaltung, Lenkung und Entwicklung aller Aktivitäten von der Beschaffung der Rohmaterialien bis zum Verkauf an den Endverbraucher[4] mit dem Ziel, ausgewählte Kooperationspartner in einer langfristigen und partnerschaftlichen Win – win – Beziehung in das Wertschöpfungssystem des Unternehmens mit seinen unterschiedlichen Aktivitäten zu integrieren, um durch Abstimmung, Nutzung und Verbesserung der gemeinsamen Fähigkeiten die Wettbewerbssituation der gesamten Logistikkette zu steigern.“[5]

- „SCM ist die Koordination einer strategischen und langfristigen Zusammenarbeit von internen und externen Organisationseinheiten im gesamten Logistiknetzwerk zur Entwicklung und Herstellung von Produkten. Dies sowohl in der Beschaffung und Produktion, als auch in der Produkt- und Prozessinnovation. Jede Organisationseinheit ist dabei auf ihrer Kernkompetenz tätig. Die Auswahl der externen Organisationseinheiten erfolgt über ihr Potential zur Realisierung von kurzen Durchlaufzeiten.[6]

Für den Begriff Supply Chain Management gibt es sehr viele weitere Definitionen, da dieses Gebiet in vielen wissenschaftlichen Teilbereichen erforscht wird. Aktuell gibt es jedoch 2 wesentliche Begriffsauffassungen zum Thema SCM:

1. SCM als allgemeines begriffliches Dach

2. SCM als Bezeichnung für Softwaretools, die eine optimierende Planung und Steuerung von vernetzten Geschäftspartnern auf der Basis moderner Algorithmen bzw. Kommunikationsprinzipien unterstützen.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Begriffsvielfalt beim SCM[8]

2 Ziele des SCM

Die Ziele des SCM lassen sich in drei Hauptkategorien unterteilen:[9]

- Realisierung von Kostenvorteilen

Traditionell werden Sicherheitsbestände gehalten, die Kosten verursachen. Diese Sicherheitsbestände werden wegen der großen Unsicherheiten in den Wertschöpfungsstufen gehalten. Diese Unsicherheiten möchte man durch die Kooperation von Hersteller und Zulieferer in bezug auf die nachgefragte Menge, Lieferzeiten und die Produktqualität reduzieren oder gar beseitigen. Durch die Beseitigung der Unsicherheiten lassen sich die Bestandskosten senken. Zudem können durch die Kooperation Einkaufs-, Fertigungs- oder Distributionsgemeinschaften gebildet werden, durch die Verbund- und Skaleneffekte genutzt werden können.

- Realisierung von Zeitvorteilen

Durch die Kooperation der verschiedenen Unternehmen kann man bei Produkten schon ab der Entwicklungsphase zusammenarbeiten. So lässt sich Zeit schon in der Entwicklung neuer Produkte sparen und später auch die Auftrags- und Durchlaufzeiten verkürzen.

- Realisierung von Qualitätsvorteilen

Durch das SCM wird die Produktqualität für alle transparenter und die Qualitätssicherung wird zum gemeinsamen Ziel aller Beteiligten.

Durch die Kooperationen zwischen den Beteiligten der Supply Chain möchte man versuchen den gesamten Material- und Informationsfluss optimal zu steuern und eine bessere Kundenorientierung zu erreichen.

3 Notwendige Schritte zur Einführung des SCM

3.1 Ist – Zustand

In vielen Unternehmen arbeitet man nach der traditionellen Logistik, dem Push-Prinzip (Bring – Prinzip). D.h., dass man die Waren in das logistische System bzw. auf den Markt „drückt“[10]. Der Nachteil dieser Methode ist, dass der Markt nicht bedarfsgerecht gedeckt wird. Auf der einen Seite wachsen hohe Bestände (Bull – Whip – Effekt) an, auf der anderen kann nicht das geliefert werden, was der wirkliche Bedarf des Marktes ist.[11]

Zum sogenannten Bull – Whip – Effekt kommt es, da sich jede Wertschöpfungsstufe einen Sicherheitsbestand hält, um Fehlbestände zu vermeiden, da sie nur ihre eigenen Bestände und die direkten Bedarfe kennt. Da die verschiedenen Wertschöpfungsstufen kaum miteinander kommunizieren und in der gesamten Wertschöpfungskette viele Schnittstellen vorhanden sind, entstehen mit jeder Schnittstelle immer größere Informationsverluste und somit immer größeren Ungenauigkeiten auf den Bedarf. Diese Sicherheitsbestände „schaukeln“ sich entlang der SC immer mehr auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Der Bull-Whip-Effekt[12]

Um diese Nachteile des Push-Prinzips in den Griff zu bekommen, ging man über, das Pull-Prinzip (Hol – Prinzip) anzuwenden. Das Pull-Prinzip ist das Prinzip des SCM. Hier geht es darum, dass der Kunde am logistischen System „zieht“. Im optimalen Fall werden alle Ressourcen vom Kunden gesteuert.[13]

So vermeidet man das Anwachsen hoher Bestände und man kann flexibler auf Marktveränderungen reagieren.

3.2 Neue Denkweise

Um die Strategie des SCM durchführen und nutzen zu können, sind 2 Schritte vorzunehmen:

- Einführung einer „Supply Chain Denkweise“
- Einführung eines organisationsübergreifenden SCM

[...]


[1] Internet, Homepage der FH-Pforzheim, FB Beschaffung und Logistik, 25.04.02

[2] Vgl. Bild aus Präsentationsunterlagen der Fa. Dr. Thomas und Partner, „Supply Chain Management (SCM) – Historische Entwicklung und Strategie“, Firmenarchiv, 15.02.00

[3] Quelle: Fraunhofer IAO, IAT Universität Stuttgart, www.scene.iao.fhg.de

[4] Pirron, J.,„Werkzeuge der Zukunft“, Logistik heute 11-98, S. 60

[5] Definition nach KPMG (Quelle:edi-change 3/99)

[6] Präsentationsunterlagen der Fa. Dr. Thomas und Partner, „Supply Chain Management (SCM) – Historische Entwicklung und Strategie“, Firmenarchiv, 15.02.00

[7] Internet, „Supply Chain Management (SCM)“, www.scene.iao.fhg.de, 08.04.02

[8] Quelle: Fraunhofer IAO, IAT Universität Stuttgart, www.scene.iao.fhg.de

[9] Vgl. Weber, J., SCM und Logistik, in WiSt, 29. Jg.(2000), H.5, S. 265f

[10] Vgl. Scherer, C., „ECR und Supply Chain Management: Einfache und kostengünstige Lösungen sind möglich!“, aus Distribution 3/99, S. 15

[11] Vgl. Scherer, C., „ECR und Supply Chain Management: Einfache und kostengünstige Lösungen sind möglich!“, aus Distribution 3/99, S. 15

[12] Jirik, T., Frankfurt a.M., 1999

[13] Vgl. Scherer, C., „ECR und Supply Chain Management: Einfache und kostengünstige Lösungen sind möglich!“, aus Distribution 3/99, S. 15

Details

Seiten
22
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638144711
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v7120
Institution / Hochschule
Hochschule Pforzheim – FB 03 Beschaffung und Logistik
Note
1,0
Schlagworte
SCM Logistik Supply Chain Management Informationsfluss

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