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Bildungsmanagement: Qualifikationsprofil für Bildungsmanager

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 25 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis verwendeter Abkürzungen

Verzeichnis der Abbildungen

0 Vorwort und Aufbau der Seminararbeit

1 Begriffsklärungen
1.1 Bildung
1.2 Management
1.3 Qualifikation
1.4 Die Aufgabenstellung der Seminararbeit

2 Bildungsmanagement als Aufgabe der Erwachsenenbildung
2.1 Arbeitsbereiche und Aufgaben professioneller Erwachsenenbildner
2.2 Aufgabenspektrum des Bildungsmanagement
2.3 Weiterbildung in Betrieben – ein Arbeitsfeld für Bildungsmanager

3 Qualifikationen eines Bildungsmanagers
3.1 Abgrenzung des Begriffs ‚Bildungsmanager’
3.2 Ableiten eines Qualifikationsprofils für Bildungsmanager

4 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Verzeichnis verwendeter Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verzeichnis der Abbildungen

Abbildung 1 Managementkreis

Abbildung 2 Aufgaben eines Erwachsenenbildners

Abbildung 3 Trägerstrukturen in der Weiterbildung insgesamt im Bundesgebiet nach Teilnahmefällen

0 Vorwort und Aufbau der Seminararbeit

Die Aufgaben, welche im Bildungsbereich beruflich Tätige übernehmen, sind vielfältig und beschränken sich nicht nur auf die tatsächliche Lehre. Hauptberuflich tätige nehmen vor allem auch planerische, beratende und organisierende bzw. verwaltende Aufgaben in Bildungseinrichtungen wahr oder sind in leitender Funktion tätig. Diese Aufgaben der Gestaltung von Bildungsprozessen und der Führung von Bildungsbetrieben umschreibt man heute oft unter dem Begriff Bildungsmanagement.[1] Eine Tätigkeit in diesem Bereich erfordert eine spezifische Qualifikationsstruktur: Neben pädagogischen Fachkenntnissen wird offenbar auch Wissen über Beratung, Verwaltung und in betriebswirtschaftlichen Bereichen notwendig sein, um im Bildungsmanagement tätig zu werden. Mit der Frage, was Bildungsmanager eigentlich sind und welche Qualifikationen Bildungsmanager benötigen, beschäftigt sich die folgende Seminararbeit.

Die Arbeit beginnt mit der notwendigen Klärung einiger Begrifflichkeiten, um eine solide Ausgangsbasis weiterer Erörterungen zu schaffen. Daran anschließend wird das Bildungsmanagement im Gebiet der Erwachsenenbildung in den Blick genommen. Die Hintergrundfolie, auf der die Aufgaben des Bildungsmanagers entwickelt werden, ist dabei immer der pädagogische Prozess, der jeder Bildungsmaßnahme zu Grunde liegt, denn im Bildungsmanagement ist aus Sicht der Erwachsenenbildung die Pädagogik die maßgebliche Leitdisziplin. Die Arbeit wird mit dem dritten Abschnitt weiter geführt, der – ausgehend von den Managementaufgaben in Bildungsprozessen und Bildungseinrichtungen – die Anforderungen an die Qualifikationsstruktur derjenigen ermittelt, welche sich mit diesen Managementaufgaben befassen. Dabei wird hier auch eine etwas weiter gefasste Abgrenzung des Begriffs des Bildungsmanagers angeboten.

Die Arbeit schließt mit der Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Anreißen möglicher Konsequenzen für die Erwachsenenbildung.

1 Begriffsklärungen

Die Themenstellung der Seminararbeit ist nicht ohne eine gründliche vorausgehende Begriffsklärung zu bearbeiten: Mit den Begriffen Bildung, Qualifikation und Management führt die Aufgabenstellung Zentralbegriffe der Pädagogik und der Betriebswirtschaft im Titel, die angemessen aufbereitet werden müssen. Erst wenn eine Abgrenzung der Begrifflichkeiten von ähnlichen, bisweilen synonymen oder synonym verwendeten Termini wie beispielsweise Wissen, Unternehmensführung oder Kompetenzen erfolgt ist, kann die Aufgabenstellung auch bearbeitet werden.

1.1 Bildung

Einen der wichtigsten Begriffe in der Pädagogik stellt der Bildungsbegriff dar. Da er eine deutsche Besonderheit ist und in anderen Sprachen kaum eine wörtliche Entsprechung findet, ist er „einer der Grundbegriffe und zugleich ein Programm der Deutschen Pädagogik, wenn nicht gar der Grundbegriff und das Programm.“[2] Der Bildungsbegriff umfasst dabei zwei Bereiche. Einerseits wird er für den Prozess, also den Vorgang der Bildung gebraucht, andererseits beschreibt er auch das Resultat des Prozesses, also die Bildung welche ein Mensch besitzt. Bildung als Ergebnis kann als „die durch Erfahrung und vielfältige Anstrengung erworbene individuelle Prägung im Denken, Fühlen und Handeln, die das Welt- und Selbstverständnis des Menschen bestimmt“[3] bezeichnet werden. Mit dieser Beschreibung dürfte ausreichend das individuelle Moment der Bildung erläutert sein, woraus auch ohne eine nähere Abgrenzung des Managementbegriffs einsichtig wird, dass das unmittelbare Ergebnis des Bildungsprozesses beim jeweiligen Menschen als ‚individuelle Prägung’ einem wie auch immer gearteten Management von Außen völlig entzogen ist, sofern man von einer, in der Pädagogik aber nicht angestrebten, bewussten Manipulationen absieht.

Anders ist der Sachverhalt jedoch bei den Bildungsprozessen an sich zu beurteilen. Bildungsprozesse beruhen, sofern es sich um intentionale Lehr- Lernprozesse handelt, auf bestimmten Prinzipien und sind einer plan- und absichtsvollen Gestaltung zugänglich; diese Gestaltung wird in der Pädagogik unter dem Begriff der Didaktik behandelt. Der formale Aufbau von Bildungsprozessen stellt sich wie folgt[4] dar: Bedarfsanalyse/Zielsetzung, Planung/Entwicklung/Vorbereitung, Durchführung, Feststellung der Ergebnisse im Lernfeld, Anwendung ggfs. mit Feststellung der Ergebnisse im Anwendungsfeld.

Der beschriebene prinzipielle Aufbau von Bildungsprozessen wäre in der eben beschriebenen Form auch für reine Prozesse der Wissensvermittlung einsetzbar. Wenn aber bewusst von Bildung und Bildungsprozessen gesprochen wird, ist damit zumeist eine andere inhaltliche Qualität gemeint[5], da Bildungsprozesse über die reine Wissensvermittlung hinaus sich immer auch auf die Reflexion der Grundfrage des Verhältnisses von Mensch und Welt beziehen.[6] Die deutsche Pädagogik hat zur Bildung, verstanden als Prozess, vor allem zwei Idealformen hervorgebracht: Das Bildungsideal der Aufklärung mit einem transitiven Ansatz des ‚gebildet werden’ nach einem existierenden Vorbild und den klassischen humanistischen Allgemeinbildungsbegriff im Sinne eines reflexiven ‚sich bilden’ nach dem inneren Prinzip. Darauf folgend kommt es bis heute im Wesentlichen zu einer produktiven Auseinandersetzung mit beiden Vorstellungen.[7]

1.2 Management

Der Begriff ‚Management’ gehört laut SCHNECK zu den „schillerndsten Erscheinungen in der wissenschaftlichen Literatur.“[8] Etymologisch stammt der Begriff aus dem Lateinischen und kam über die Italienische Sprache in das Englische und von dort als Fremdwort ins Deutsche.[9] Ursprünglich bedeutet ‚manum agere’ soviel wie ‚an der Hand führen’.[10] In der Betriebswirtschaft bezeichnet Management sowohl die Führungspersonen als auch die Tätigkeit dieser Personengruppe, also die Unternehmensführung als Arbeitsaufgabe. Von einer echten Führungsentscheidung spricht man dann, wenn die Entscheidung sich in relevantem Umfang auf die jetzige oder künftige wirtschaftliche Lage auswirkt, für den gesamten Verantwortungsbereich von Bedeutung ist und nicht an untergeordnete Stellen delegiert werden kann oder darf.[11] Entscheidungen des Managements sind für Unternehmen auf verschiedenen Ebenen notwendig. So unterscheidet sich der Verantwortungsbereich und damit die tragweite der Führungsentscheidungen natürlich, ob es sich um die oberste Leitungsebene eines Unternehmens oder aber um die Leitung von bestimmten Teilbereichen handelt. Sämtliche Managemententscheidungen lassen sich aber aus vier Führungsfunktionen ableiten. Diese Funktionen sind die Koordination der Personen und Sachmittel, die Information und Motivation des Personals, die Repräsentation und rechtliche Vertretung sowie die Festlegung der Ziele.

Die Tätigkeit des Managements bezeichnet man auch als dispositive Arbeit und die Gesamtheit der Führungsorgane als dispositiven Faktor.[12] Damit ist verdeutlicht, dass diese Arbeit im Gegensatz zu ausführenden Arbeitsaufgaben gesehen wird. Die Aufgaben der mit dispositiver Arbeit betrauten Personengruppe können in einem so genannten Management-Kreis zusammenfassend dargestellt werden. Damit wird auch bildlich verdeutlicht, dass die einzelnen Teilbereiche der Führung kein Abarbeiten eines linearen Programms sind, sondern dass es wechselseitige Abhängigkeiten und Rückkopplungen gibt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3 Qualifikation

Im Zusammenhang mit notwendigen Fähigkeiten stößt man immer wieder auf die Begriffe Kompetenz und Qualifikation, ggfs. auch auf den Bildungsbegriff. Bringt man die Begrifflichkeiten in eine Reihung vom Allgemeinen zum Speziellen, dann stellt der Bildungsbegriff gemäß der unter 1.1 getroffenen Abgrenzung die allgemeinste Disposition dar. Kompetenzen und Qualifikationen hingegen sind spezifiziert. Man unterscheidet gewöhnlich drei[13] (Selbstkompetenz [auch: Persönlichkeitskompetenz], Sachkompetenz und Sozialkompetenz) oder vier[14] (Trennung der Sachkompetenz in Fachkompetenz und Methodenkompetenz) Kompetenzdimensionen und nimmt bei Qualifikationen eine ähnliche Trennung vor. Die gesamte Handlungskompetenz bzw. das gesamte Qualifikationsprofil einer Person besteht dann aus der Summe der Ausprägungen der jeweiligen Kompetenzen/Qualifikationen der einzelnen Dimensionen. Kompetenz bezeichnet zunächst die Fähigkeit und das Vermögen, „bestimmten Anforderungen zu entsprechen“[15], während die Performanz die tatsächliche Anwendung in der Handlungssituation meint. Kompetenz ist im Gegensatz zur Qualifikation allgemeiner gefasst und zunächst nicht auf eine spezielle (berufliche) Tätigkeit gerichtet. Demgegenüber bezieht sich Qualifikation auf eine konkrete, zumeist ökonomische Verwertbarkeit.[16] Es hat daher durchaus seine Berechtigung, wenn der Titel der Seminararbeit auf die Qualifikationen eines Bildungsmanagers abstellt, wenn das Ziel ist, die notwendigen beruflich verwertbaren Fähigkeiten zu beschreiben, die aber sicherlich nicht die gesamte Bildung eines pädagogisch Tätigen ausmachen. An dieser Stelle sei davor gewarnt, Bildung – und dazu gehört auch die Berufsausbildung – nur im Hinblick auf spätere verwertbare Qualifikationen zu konzipieren. Bildung darf eben nicht nur zum „Instrument der Ökonomie reduziert werden […] [sondern ist dem] ganzen Menschen verpflichtet“[17]. In diesem Zusammenhang ist auch kritisch auf Entwicklungen hinzuweisen, welche das universitäre Studium vermehrt auf den Gesichtspunkt der reinen Vermittlung von Qualifikationen reduzieren. Dies geschieht beispielsweise z.T. durch den Bologna-Prozess. Kritiker warnen hier vor der „wirtschaftsgerecht und zeitgeistfreundlich eingerichteten Hochschule“, in dem die Studenten „alles über das Wie, wenig über das Warum und gar nichts über das Wichtigste von allem, das Wozu der Wissenschaft“ erfahren.[18]

[...]


[1] Vgl. dazu beispielsweise den Artikel Bildungsmanagement der mittlerweile recht beliebten WWW-Enzyklopädie ‚Wikipedia’: http://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsmanagement; Zugriff erfolgt am 18.08.2006.

[2] KOCH (1999), 78. Textauszeichnung im Original.

[3] KOCH (1999), 78.

[4] Vgl. GERLICH (1999), 12.

[5] Zumindest insoweit, als nicht Bildung nicht nur als Synonym für Unterricht und Unterweisung gemeint ist.

[6] Vgl. KOCH (1999), 83.

[7] Vgl. KOCH (1999), 79.

[8] SCHNECK (2000), 627.

[9] DROSDOWSKI (1963), 419.

[10] Vgl. SCHNECK (2000), 627.

[11] Vgl. WÖHE/DÖRING (1996), 98.

[12] WÖHE/DÖRING (1996), 97.

[13] Vgl. PASCHEN (1999), 303.

[14] Vgl. DEWE (2000), 365-366.

[15] REINHOLD u.a. (1999), 303.

[16] Vgl. REINHOLD u.a. (1999), 433.

[17] REINHOLD u.a. (1999), 433.

[18] ADAM (2006), 8.

Details

Seiten
25
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638631044
ISBN (Buch)
9783640862085
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v71132
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt – Philosophisch-Pädagogische Fakultät: Lehrstuhl für Erwachsenenbildung und Außerschulische Jugendbildung
Note
1
Schlagworte
Bildungsmanagement Qualifikationsprofil Bildungsmanager Hauptseminar Grundlagen Weiterbildung

Autor

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Titel: Bildungsmanagement: Qualifikationsprofil für Bildungsmanager