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Erwachsene lernen Klavier mit Hilfe des Computers

Magisterarbeit 2006 90 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kurzfassung

Abstract

1 Einleitung

2 Die Klavier- & Keyboardschule von eMedia
2.1 Beschreibung des Programms
2.2 Kapitelübersicht
Einführung (i-x)
Kapitel I (1-30)
Kapitel II (31-62)
Kapitel III (64-87)
Kapitel IV (88-108)
Kapitel V (109-131)
Kapitel VI (132-160)
Kapitel VII (161-190)
Kapitel VIII (191-212)
Kapitel IX (213-232)
Kapitel X (233-261)
Kapitel XI (262-293)
Kapitel XII (294-313)
Gesamtbetrachtung
2.3 Bewertung der eMedia Klavier- & Keyboardschule
2.3.1 Positive Aspekte der eMedia Software-Schule
2.3.2 Negative Aspekte der eMedia Software-Schule
2.3.3 Ungenaue Bewertungen aus der Fachliteratur
2.3.4 Erfahrungsbericht

3 Vergleichende Betrachtung von eMedia mit instrumentalpädagogischen Lernfelder und traditionellen Schulen
3.1 Tabellarische Auswertung der Betrachtung
3.2 Ergebnisse der Betrachtung
3.3 Vorteile der Software-Schule gegenüber traditionellen Schulen

4 Die Rolle des menschlichen Lehrers
4.1 Contra menschlicher Lehrer – Pro Softwareschule
4.2 Pro menschlicher Lehrer – Contra Software-Schule
4.3 Fazit des Vergleichs: Software-Schule – menschlicher Lehrer
4.4 Die Software-Schule als Simulation eines menschlichen Lehrers
4.5 Die Software-Schule als didaktisches Material für menschliche Lehrer

5 Weitere Software-Schulen auf CD-ROM

6 Internetbasierte Lernangebote für Klavier
6.1 Internet-Klavierschulen
6.2 Plattformen, die Klavierlehrer zum Unterrichten nutzen können
6.3 Online-basiertes Musiklernen

7 Intelligente Instrumente
7.1 Roland (HPi)
7.2 Casio (CELVIANO - AL-100R)
7.3 Kawai CN
7.4 Yamaha Tasteninstrumente
7.5 Yamaha-Online
7.5.1 Internet Direct Connection (IDC)
7.5.2 Digital Music Notebook(DMN)

8 Einordnung der elektronischen Angebote zum Klavierlernen in den Bereich „computerunterstütztes Lernen (CUL)“
8.1 Typisierung von Musikprogrammen
8.2 Einordnung in E-Learning allgemein
8.3 Exkursion Musikspiele
8.3.1 PC-Spiele
8.3.2 Konsolen-Spiele
8.3.3 Arcade-Spiele

9 Zusammenfassung und Schluss

10 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Vorwort

Navigationshinweise

Es empfiehlt sich die vorliegende Arbeit in elektronischer Form am Computer zu lesen, da dies einen schnelleren Zugriff auf die gesetzten Links ermöglicht. Diese können sich sowohl auf Online-Inhalte im Internet, als auch auf Offline-Inhalte der Begleit-CD beziehen.

Die Initialzündung

Die Idee, meine Magisterarbeit über Lernsoftware für Klavier zu verfassen, kam mir in dem Augenblick, als ich im Urlaub in eine Spielhalle ging. Ich entdeckte eine große Menschentraube vor einem Spielautomaten, an dem man mit einem digitalen Schlagzeug den Rhythmus für bekannte Popsongs schlagen musste. An den Drums war ein Touchscreen montiert, mit dem man Navigationsaufgaben wahrnehmen konnte und der gleichzeitig als optische Führungshilfe für den Beat fungierte. Der richtige und zeitgenaue Einsatz der entsprechenden Schlagkomponenten wurde mit Hilfe einer Bildlaufleiste dargestellt, ähnlich dem Textfluss bei Karaoke. Da der Ansturm auf dieses Spiel ungeheuer groß war, kam ich nur äußerst selten in den Genuss, das Spiel auszuprobieren. Doch die wenigen Male machten mir so viel Spaß, dass ich ernsthaft mit dem Gedanken spielte, Schlagzeug zu lernen. Nachdem ich mich bei den umstehenden Jugendlichen umgehört hatte, erfuhr ich, dass die meisten Spieler täglich mehrere Stunden mit dieser Beschäftigung zubrachten und daher auch nahezu alle Level des Schlagzeugspiels bewältigen konnten. Viele von ihnen konnten sehr komplexe Rhythmen und Schlagkombinationen spielen und das alles, ohne eine einzige Unterrichtsstunde bei einem „echten“ Schlagzeuglehrer bekommen zu haben. (vgl. 8.3.3 Arcade-Spiele)

Persönliche Gründe für die Themenwahl

Folgende biographische Motive waren für die Wahl des Themas ausschlaggebend:

- Klavier ist mein Hauptfachinstrument.
- Starkes Interesse für musikalische Erwachsenenbildung durch mein Nebenfach Andragogik.
- Mehrjährige Klavierlehrertätigkeit und praktische Erfahrung im Unterrichten von erwachsenen Schülern.
- Im Jahre 2000 Ausbildung Games-Level Design (Games-Academy Berlin[1] ).

Benutzte Technik

- Laptop: Asus A3L mit Intel Celeron Prozessor 1,5 GHZ / 512 MB RAM
- Betriebssystem: Windows XP Home Edition Vers.2002 Service Pack 2
- Audio Interface: Tascam US-122
- Digitalpiano: GEM pRP8
- Dokumentvorlage „thesis“ für wissenschaftliche Arbeiten von Wolf-Fritz Riekert[2]

Mehr zum Thema

Hinweis: Die Inhalte aus „Mehr zum Thema“ wurden aus Platz und Zeitgründen nicht mit ins Literaturverzeichnis aufgenommen. Sie genügen damit zwar nicht wissenschaftlichen Ansprüchen, können als zusätzliche Informationsquelle aber sehr nützlich sein.

Offline: Foto GEM pRP8, Foto Tascam US-122, Foto Equipment, Dokumentvorlage thesis

Kurzfassung

Gegenstand der hier vorgestellten Arbeit ist eine Sichtung von elektronischen Systemen zum Erlernen des Klavierspiels sowie deren Beurteilung hinsichtlich Stärken und Schwächen. Dazu wird zunächst eine Software-Schule auf CD-ROM mit dem Titel „eMedia Klavier & Keyboardschule“ untersucht. Diese wird zum einen traditionellen Klavierschulen für Erwachsene in Buchform gegenübergestellt, zum anderen in Beziehung zum menschlichen Klavierpädagogen gebracht. Als nächster Schritt werden weitere Software-Schulen auf CD-ROM vorgestellt sowie zwei weitere E-Learning Konzepte näher betrachtet. Zum einen sind dies internet-basierte Klavierschulen, die auch mit individueller Betreuung arbeiten können, zum anderen intelligente Instrumente, die eine Vielzahl von Lernfeatures an Bord haben. Anschließend werden die elektronischen Konzeptionen zum Erlernen des Klavierspiels in den Gesamtzusammenhang des computerunterstützten Lernens eingeordnet. Als letzte Station folgt ein kleiner Exkurs zu musikorientierten Computerspielen.

Schlagwörter: Erwachsene, Klavier, Piano, Keyboard, Computer, Musik, Software, Computerunterstütztes Lernen (CUL), Klavierschule, eMedia, Internet, Digitalpiano, Instrumentalunterricht, Klavierunterricht, virtueller Lehrer, virtueller Unterricht, Magisterarbeit, Musikprogramm, Musiksoftware, Klaviersoftware, Musikpädagogik, Klavierpädagogik

Abstract

Title: Adults are learning piano with help of the computer. The topic of this final thesis for M.A. degree is an overview of computer-based learning strategies for piano education and the evaluation of this style of learning. The main object of the survey is the eMedia Piano & Keyboard School which is put on one hand in counterview to traditional schools for adults and on the other hand to human piano teachers. The next step is the presentation of other software-schools on CD-ROM and two other e-learning concepts. One of these is the system of internet-based piano schools. The other is the system of intelligent pianos, which contains many learning features. Besides an excursion to music relevant computer games, the topic finally is put into the categories of computer-based learning.

Keywords: adults, piano, keyboard, computer, music, software, computer based training (CBT), computer assisted instruction (CAI), piano education, piano school, virtual teacher, eMedia, Internet, final thesis for M.A. degree, virtual teacher, virtual lesson, virtual education, digital piano

1 Einleitung

In dieser Arbeit werden elektronische Systeme untersucht, die zum Erlernen des Klavierspiels konzipiert wurden. Rudolph beschreibt Klavierlernprogramme folgendermaßen:

„Piano pedagogy programs are written with the objective of teaching piano via the computer. Typically, these programs have tutorial lessons and drill and practice modules that provide feedback on student performance. Some programs also have games and other options, such as notation and recording.”[3]

Die untersuchten Systeme lassen sich in drei Hauptkategorien unterteilen, die je nach Vernetzungsfähigkeit auch als Mischformen auftreten können:

- Software auf CD-ROM
- Internetbasierte Lernangebote
- Intelligente Instrumente

Erwachsene lernen Klavier mit Hilfe des Computers. Um das Thema klar abzugrenzen, ist es zunächst sinnvoll, die einzelnen Komponenten der Themenstellung genauer zu betrachten.

Erwachsene

Die Einschränkung der Zielgruppe auf Erwachsene ist aus folgenden Gründen sinnvoll:

1. Abgrenzung von speziell für Kinder entwickelten Konzepten.
2. Vergleichsmöglichkeit mit traditionellen Schulen für Erwachsene.

Die in der Arbeit untersuchten Computerkonzepte richten sich in der Regel nicht ausdrücklich an Erwachsene. Jedoch sprechen folgende Aspekte dafür, dass diese Zielgruppe angesprochen wird:

- Sprache und Layout.
- Fähigkeit zur selbständigen Stofferarbeitung.
- Vorhandensein oder Zugang zu benötigtem Equipment.
- Medienkompetenz bzgl. elektronischer Geräte und Software.

Lernen

Sowohl die elektronischen Systeme als auch die traditionellen Schulen für Erwachsene leiten in der Regel zum Selbststudium an. Lernen bezieht sich hier in erster Linie auf autodidaktisches Lernen. Klavierlernen in Verbindung mit einem Instrumentallehrer, der die Schulen als didaktisches Material einsetzt, wird als eigener Punkt in der Arbeit behandelt (vgl. 4.5 Die Software-Schule als didaktisches Material).

Die untersuchten Schulen wurden für Anfänger konzipiert und beginnen bei Null, d.h. vom Benutzer werden keinerlei musikalische Vorkenntnisse erwartet. Alle theoretischen und praktischen Anforderungen an das Klavierspiel werden von Grund auf erarbeitet. Die meisten der untersuchten Konzeptionen enden auf dem Spielniveau einfacher Stücke in C, F und G.

Klavier

Die vorliegende Arbeit legt ihren Schwerpunkt auf das Instrument Klavier, auch wenn viele der untersuchten Produkte sowohl Klavier- als auch Keyboardspieler ansprechen. Erfahrungsgemäß bieten sich für das Klavierlernen mit Hilfe des Computers am besten Digitalpianos an, da diese sowohl über Anschlagsdynamik verfügen, als auch Midi-Aufgaben wahrnehmen können.

Computer

Computer meint sowohl Programme am PC, als auch Anwendungen, die bereits im Instrument integriert sind. Das wichtigste Kriterium hierbei ist die Interaktionsfähigkeit des Systems, d.h. das Gerät muss in der Lage sein, dem Lerner eine Rückmeldung über sein Spiel zu geben. Modelle, die den Computer als reines Abspielmedium[4] von Spielanweisungen und/oder Stücken nutzen, werden nicht berücksichtigt.

Bisherige Beachtung in der Fachliteratur

Bei den Nachforschungen für diese Arbeit zeigte sich, dass zwar das Gebiet des computerunterstützten Lernens für Musik allgemein (Musiktheorie, Gehörbildung, Medienkompetenz, Notensetzen, Informieren über Musik, Lernspiele für Kinder, Arranging…) stark in der musikpädagogischen Literatur vertreten ist, das Feld des computerunterstützten Instrumentallernens dabei aber kaum berücksichtigt wurde. Die meisten Hintergrundinformationen stammen daher aus Computerzeitschriften, Werbeprospekten, Internetseiten der Hersteller und eigenen Tests. In Amerika ist der Bereich „Musiklernen mit Hilfe von elektronischen Medien“ wesentlich stärker vertreten als in Deutschland. Ein wichtiger Partner für Musikerzieher ist dort z.B. das „Technology Institute for Music Educators“[5]. Ziel dieser Organisation ist es, unter anderem auf diesem Gebiet Informationsarbeit zu leisten, Standards festzulegen, Diskussionen anzuregen, Workshops anzubieten, Unterrichtsmaterial bereitzustellen, Konferenzen auszurichten und vieles mehr.

Mehr zum Thema

Online:

http://www.ti-me.org/ (Pfad: Free Tour! → Click here for Flash Presentation)

2 Die Klavier- & Keyboardschule von eMedia

Ein Programm der Kategorie Software auf CD-ROM wurde exemplarisch ausgewählt und näher untersucht. Am deutschsprachigen Markt hat sich vor allem die Klavier- & Keyboardschule von eMedia stark etabliert und ragt aus dem Pool gleichrangiger Produkte hinsichtlich ihrer Werbewirksamkeit (vgl. Abbildung 1) heraus. Als einzige Schule dieser Kategorie hat sie sich im Jahr 2006 auf der Musikmesse in Frankfurt mit einer umfangreichen Produktpräsentation vorgestellt und den Interessenten die Möglichkeit zum Ausprobieren gegeben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: eMedia – Beispiel Produktwerbung[6]

Nach eigenen Angaben hat sich eMedia auf die Entwicklung von Musiklernsoftware spezialisiert und ist seit einigen Jahren Marktführer auf diesem Gebiet[7]. Die Prämierung der eMedia Lernprogramme mit der Giga-Maus 2004 unterstreicht diese Aussage auch von unabhängiger Seite[8].

Von der eMedia Software-Schule gibt es verschiedene Versionen. Zum einen die Einstiegsversion „eMedia Klavier & Keyboard Einstieg“ (Preis ca. 20€) mit ca. 100 Übungseinheiten und 40 Songs, zum anderen die Komplettversion Vol. 1 (Preis ca. 50€ – 60€) mit über 300 Übungen und Unterrichtseinheiten und über 100 Songs, und schließlich für Schüler, die noch kein Instrument haben, eine Komplettversion zusammen mit einem kleinen Midi-Keyboard (Preis ca. 130€).

Mehr zum Thema

Offline:

Foto eMedia Verpackung 1 (jpg), Foto eMedia Verpackung 2 (jpg), Foto eMedia Verpackung 3 (jpg), Foto eMedia Verpackung 4 (jpg), Foto eMedia Verpackung 5 (jpg), Screenshot eMedia Home 1 (jpg), Screenshot eMedia Home 2 (jpg), Screenshot eMedia Home 3 (jpg), Screenshot eMedia Home 4 (jpg), eMedia Produktagent (jpg) (Christian Ständer), eMedia Produktpräsentation 1 (avi), eMedia Produktpräsentation 2 (avi), Interview mit Produktagent (mp3) (Christian Ständer), Werbevideo/Deutsch (exe), Werbevideo/Englisch (exe)

Online:

http://www.emediamusic.com/pkm.html (Produktbeschreibung/Englisch)

http://www.klemm-music.de/emedia/pianokeyboard.htm (Produktbeschreibung/Deutsch)

http://www.emediamusic.com/pkmdemo.html (Demo/Englisch)

http://www.klemm-music.de/demo/index.htm#Emedia (Demo/Deutsch)

2.1 Beschreibung des Programms

Das Produkt wird in einer großen Schachtel ausgeliefert, in der sich nur die CD-ROM und ein kleines Werbeprospekt befinden. Ein Handbuch oder weiteres Zubehör gibt es nicht.

Bei der Software-Schule handelt es sich um ein interaktives Lernprogramm für Einsteiger. Sprache, Aufmachung und Auswahl der Musikstücke lassen eindeutig erkennen, dass sich die Anwendung an Erwachsene richtet.

Technische Mindestvoraussetzungen

PC: Windows 95/98/NT/2000/Me/XP

- 32MB freier RAM-Speicher
- CD-Laufwerk
- Soundkarte
- Midi-Verbindung für interaktive Rückmeldung

Mac: System 7.5.3+, OS X 10.2+

- 32 MB freier RAM-Speicher
- CD-Laufwerk
- Soundkarte
- Midi-Verbindung für interaktive Rückmeldung

2.2 Kapitelübersicht

Das Programm ist untergliedert in eine Einleitung und 12 Kapitel, die insgesamt 316 Einzellektionen enthalten. Durch das Curriculum führen kleine Videos von der Klavierlehrerin Irma Irene Justicia und Audiokommentare, die den Schüler bei den einzelnen Lernschritten anleiten. Die Lektionen bauen aufeinander auf, daher ist es sinnvoll, die Reihenfolge des Lehrplanes einzuhalten. Der Kurs endet auf einem Spielniveau von einfachen zweihändigen Stücken in C, F und G.

Einführung (i-x)

Zunächst werden dem Benutzer anschaulich die Bedienoberfläche, Navigation und alle Funktionen der Anwendung erklärt. Neben zahlreichen Standardfeatures ist vor allem auch die Vielfalt der Audio- und Midi-Einstellungen erwähnenswert. Klavier- oder Gesangsstimme sowie linke oder rechte Hand können einzeln oder kombiniert wiedergegeben werden. Ein integriertes Midi-Orchester ermöglicht von Anfang an, mit Begleitung zu spielen (vgl. Abbildung 2). Die Geschwindigkeit aller Abspielfunktionen ist stufenlos regelbar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: eMedia - Beispiel Funktionsbeschreibung[9]

Eine Wiedergabeschleife kann an jede beliebige Stelle im Notentext gesetzt werden. Dies ermöglicht eine gezielte Auswahl von schwierigen Passagen, die mit allen bisher genannten Lern-Features geübt werden können.

Das Programm kann Rhythmus, Tondauer und Tonhöhe des Spielers kontrollieren und ihm dann eine Rückmeldung über seine Leistung geben. Die Genauigkeit des Spiels im Vergleich zur Vorgabe wird in Prozentzahlen ausgedrückt. Alle begangenen Fehler werden sowohl im Notentext als auch auf einer animierten Klaviatur angezeigt, die nach Belieben zugeschaltet werden kann. Diese veranschaulicht außerdem Fingersätze, gespielte und zu spielende Tasten sowie die Zuordnung zu den Noten. Zwei weitere integrierte Tools sind das Metronom, das akustisch und/oder optisch verwendet werden kann, und der Audiorecorder. Mit ihm kann man sein eigenes Spiel aufnehmen und die eigene mit der vorgespielten Version vergleichen. Je nach Hardwareausstattung lassen sich auch Aufnahmen im Full-Duplex-Modus machen. Ein am Instrument angeschlossenes Sustain-Pedal kann zum Umblättern verwendet werden. Auf Wunsch können die Stücke auch mit den Gitarrenakkorden angezeigt werden. Alle Unterrichtslektionen und Spielstücke können vom Benutzer[10] ausgedruckt werden und von Papier gespielt werden.

Kapitel I (1-30)

I. Playing on Black Keys – Rhythm
The Piano and Keyboard; Direction of Sound; Counting and Time Signatures; Improvisation on Black Keys with Rhythmic Flashcards; Playing Songs on Black Keys.“[11]

Im ersten Kapitel werden diverse mechanische und elektrische Tasteninstrumente vorgestellt sowie Kommunikationsmöglichkeiten (MIDI, USB) zwischen Instrument und Rechner. Danach folgen Demonstrationen zur richtigen Haltung von Körper und Spielapparat. Als nächstes lernt der Schüler die Zweier- und Dreiergruppierungen der schwarzen Tasten anhand praktischer Übungen kennen, bevor musiktheoretische Grundlagen, wie Taktarten, Taktzeichen, Rhythmus, Noten- und Pausenwerte, erläutert werden (vgl. Abbildung 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: eMedia - Beispiel Musiktheoretische Grundlagen[12]

Rhythmusübungen sind ein wesentlicher Bestandteil der ersten Lektion. Vor dem Spielen der ersten einfachen Lieder muss sich der Lerner durch eine Reihe anspruchsvoller Klatschübungen arbeiten. Erst danach werden die Rhythmuselemente in Kombination zu den schwarzen Tasten gebracht. Es wird von Anfang an mit zwei Händen abwechselnd und mit bis zu drei Fingern gespielt. Außerdem wird der Lerner dazu angeregt zu improvisieren und stets mitzusingen.

Kapitel II (31-62)

II. Playing on White Keys – Notes
Introducing Note Reading; Playing Songs on White Keys in Middle C Position.“11

Im zweiten Kapitel werden Notensysteme, Notenschlüssel, Notennamen und die weißen Tasten eingeführt. Nach wie vor wird großer Wert auf Rhythmus und richtiges Zählen gelegt. Mit Hilfe der interaktiven Kontrolle kann der Schüler seine Ergebnisse leicht selbst einschätzen (vgl. Abbildung 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: eMedia - Beispiel interaktive Kontrolle[13]

Nach einigen einführenden Übungen werden die ersten Stücke im Fünftonraum gespielt. Alle Finger beider Hände werden bereits in das Spiel mit einbezogen, was den angehenden Pianisten befähigt, einfache Melodien und Volkslieder zu spielen. Zudem lernt er in diesem Kapitel auch den Auftakt kennen.

Kapitel III (64-87)

„III. Tempo, Dynamics and Sight Reading
Tempo Markings; Dynamics Markings; More Songs in Middle C Position; Sight Reading with Twisted Melodies.“11

Im dritten Kapitel werden Tempo- und Dynamikbezeichnungen eingeführt. Der Schüler wird bereits in dieser frühen Phase mit aufbauenden Übungen an das Blattspiel herangeführt. Die bereits erworbenen Fähigkeiten werden mit weiteren Liedern in C gefestigt.

Kapitel IV (88-108)

„IV. Both Hands Playing Together
Playing Accompaniments: Songs with Both Hands Playing Together in Middle C Position; the Sharp, Flat and Natural Signs.“ 11

Im vierten Kapitel beginnt das gleichzeitige Spiel beider Hände. Der Lerner muss Finger und Hände zum ersten Mal komplett unabhängig voneinander beherrschen. Des Weiteren werden Haltebögen sowie Alterationszeichen eingeführt. Kreuz und B werden systematisch erklärt, wobei auch auf die Erhöhung von E zu Eis und H zu His, sowie die Erniedrigung von F zu FES und C zu CES eingegangen wird. Gleich im Anschluss daran wird auch das Auflösungszeichen und seine Verwendung eingeführt.

Kapitel V (109-131)

„V. Legato and Staccato
More Songs in Middle C Position; Counting Dotted Quarter Notes; Playing Legato, Staccato and the Two-Note Slur.“ 11

Im fünften Kapitel wird zunächst auf das richtige Üben eingegangen, ehe dem Spieler die punktierte Viertelnote erklärt wird. Dazu soll er nach wie vor laut zählen und die Zählzeiten in 1+2+ usw. unterteilen. eMedia erhöht nun den Schwierigkeitsgrad, indem zum ersten Mal mit einem Finger auf eine andere Taste gesprungen werden muss und der stumme Fingersatz zur Anwendung kommt. In weiteren Lektionen werden Legato, Staccato und Tenuto erklärt sowie die Unterschiede von Legato- und Bindebogen. Die richtige Phrasierung des Klavierspiels nimmt ab diesem Punkt einen großen Stellenwert in der Schule ein (vgl. Abbildung 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: eMedia – Beispiel Phrasierung[14]

Kapitel VI (132-160)

„VI. The C Position and Intervals
Introducing Melodic and Harmonic Intervals; Playing Songs in C Position; Creating Melodies and Harmonies.“ 11

In diesem Kapitel werden große und reine Intervalle bis zur Quinte vorgestellt, bevor sie praktisch in Sprüngen und Zusammenklängen geübt werden. Danach lernt der angehende Pianist das Wiederholungssystem mit erster und zweiter Klammer kennen, sowie Stücke mit Melodieführungen, die in der anderen Hand weitergeführt werden (vgl. Abbildung 6).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: eMedia - Beispiel händeübergreifende Melodieführung[15]

Kapitel VII (161-190)

„VII. Chords and Triads
Introducing Chords and Triads; More Songs in C Position; The C and G7 Chords; How To Make Your Own Accompaniment Using the C and G7 Chords; Broken Chords.“ 11

Das siebte Kapitel steht ganz im Zeichen der Akkorde. Zunächst werden die Dreiklänge in Grundstellung bis zur fünften Stufe in C dargestellt und im Anschluss daran an Liedern praktisch umgesetzt. Als nächster Schritt wird dem Lerner die Funktion des Dominantseptakkordes erklärt und auf die verschiedenen Umkehrungsvarianten eingegangen. Auf der Basis dieser Vorkenntnisse gibt es dann eine erste einfache Liedsheetübung. Im weiteren Verlauf der Lektion werden die neu gelernten Akkorde in verschiedenen Varianten geübt und ihre verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten als Begleitpattern aufgezeigt. Besonders witzig ist in diesem Kapitel die Möglichkeit, mit Hilfe des Audiorecorders einen Kanon mit sich selbst zu spielen.

Kapitel VIII (191-212)

„VIII. The G Position and Transposition
The G Position: Melodic and Harmonic Intervals; The G and D7 Chords; Playing Songs in G Position; How to Transpose a Song.“ 11

Im achten Kapitel werden die C-Erkenntnisse aus den vorherigen Kapiteln auf die Tonarten F und G ausgeweitet. Bei dieser Gelegenheit wird auch der Einsatz der Alterationszeichen als Kennzeichnung für die Tonarten erklärt. Nun befindet sich der Schüler in G als Basistonart und absolviert viele Übungen nach dem C-Muster aus den vorhergehenden Kapiteln. Neu ist allerdings, dass die Begleitung nach harmonischen Gesichtspunkten analysiert wird (vgl. Abbildung 7).

Zusätzlich gibt eine erste Anleitung bzw. Übung zum Transponieren. Ein einfacher Song, der bereits in einer vorherigen Lektion gelernt wurde, soll nun am Instrument in eine andere Tonart übertragen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: eMedia - Beispiel Harmonieanalyse[16]

Kapitel IX (213-232)

„IX. The F Position and Hanon
The F Position: Melodic and Harmonic Intervals; The F and C7 Chords; Playing Songs in F Position; Transposing from F to C; Hanon Study.“ 11

In diesem Kapitel werden hauptsächlich die Inhalte aus den vorherigen Kapiteln noch einmal in F-Dur wiederholt und gefestigt. Neu sind Technikübungen, die aus dem Hanon entnommen wurden, aber im Vergleich zum Original enorm gekürzt wurden. In diesem Zusammenhang werden auch theoretische Aspekte von Technikübungen besprochen und konkrete Übungsanweisungen für die einzelnen Etüden gegeben.

Kapitel X (233-261)

„X. C Major Scale and I-IV-V7 Chord Progression
Extending the Hand Position, New Melodic and Harmonic Intervals; How to Play Scales; The C Major Scale; C Major Chord Progressions; Songs Using New Intervals, C Major Scale, and Chord Progressions.“ 11

Im zehnten Kapitel werden die Intervalle bis auf die Oktave ausgedehnt. Für den Spieler bedeutet dies, dass er nun den Fünftonraum verlässt, und dass höhere Ansprüche an die Geschicklichkeit seiner Finger gestellt werden. Eine weitere neue Herausforderung ist das Halten von Tasten in einer Hand, während andere Finger derselben Hand weiterspielen (vgl. Abbildung 8).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: eMedia - Beispiel gehaltener Finger[17]

Der Schüler ist nun in der Lage Tonleitern zu spielen. In diesem Zusammenhang werden die Tongeschlechter näher erklärt, sowie ihre charakteristische Zusammensetzung aus Halb- und Ganztonschritten. Dabei werden auch technische Fähigkeiten, wie etwa das Über- und Untersetzen weiter ausgebaut. Im Anschluss daran werden Kadenzen und ihre Funktion behandelt. Vom Spieler wird inzwischen erwartet, dass er kleine Sprünge mit dem kleinen Finger sowie auseinander laufende Tonleitern vollziehen kann.

Kapitel XI (262-293)

„XI. G and F Major Scales, Chords and Arpeggios
The G Major Scale and Chord Progressions; Songs in G Major; The F Major Scale and Chord Progressions; Songs in F Major; How to Use the Pedal; Hands Crossing Over with Arpeggio Songs in C, G, and F Major.“ 11

Im elften Kapitel werden alle Fähigkeiten, die in C und F erworben wurden, auf G übertragen. Alle Theoriekomponenten werden für die neue Tonart neu aufgerollt und mit zahlreichen Übungen vertieft. Im Anschluss daran werden die Funktionen der Pedale am Klavier erklärt sowie das erste Mal das Haltepedal in Übungen und Stücken geprobt. Danach gibt es noch zwei weitere Neuerungen für den Schüler. Zum einen muss er kleine Passagen mit überkreuzten Händen spielen, zum anderen wird er vom Programm aufgefordert, Arpeggien zu üben und danach in Stücken praktisch umzusetzen.

Kapitel XII (294-313)

„XII. A Short Trip into the History of Music
Famous Melodies from the Baroque, Classical and Romantic Periods, and 20th Century American Music: Ragtime, Blues, Rock; Patriotic and Holiday Songs.“ 11

Das zwölfte Kapitel enthält einige Informationen über die abendländische Musikgeschichte und neuere amerikanische Musikstile wie z.B. Ragtime, Rock & Roll und Blues (vgl. Abbildung 9).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: eMedia - Beispiel Epochenbetrachtung[18]

Exemplarisch werden zu den genannten Epochen und Komponisten einzelne Stücke vorgestellt, die das Endniveau der Software-Schule markieren. In diesem Zusammenhang werden vor allem stilprägende Spielweisen des Swing oder Ragtime geprobt, wobei vor allem auf die richtige Akzentuierung geachtet wird (vgl. Abbildung 10).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: eMedia - Beispiel Akzentuierung[19]

Die letzten zwei Stücke sind Weihnachtslieder. Am Ende des Kurses beglückwünscht Irma Irene Justicia ihre Schüler in einem Video zum erfolgreichen Bestehen des Lehrgangs.

Gesamtbetrachtung

Bei der eMedia Klavier- & Keyboardschule handelt es sich um einen sehr umfangreichen Lehrgang, der sehr viele Bereiche der klassischen Klavierpädagogik beinhaltet. Neue Lerninhalte werden immer theoretisch und praktisch behandelt. Im Laufe jedes Kapitels bilden kleine interaktive Tests Lernschleifen, mit deren Hilfe der Schüler sein Wissen überprüfen kann. Immer wieder fordern Gehörbildungs- oder Rhythmusübungen zu einer ganzheitlichen Betrachtung des Themengebietes Klavierlernen heraus. Die Software-Schule ist an Inhalten sehr umfangreich und kann auch nach Vollendung der interaktiven Lerninhalte weiterhin als Nachschlagewerk und Liederbuch benutzt werden. Eine Software-Klavierschule für Fortgeschrittene, die auf dem ersten Band aufbaut, ist bereits im Handel erhältlich. Die Möglichkeit, weitere Lektionen über das Internet zu beziehen, besteht meines Wissens nicht.

[...]


[1] Vgl. Games-Academy 2006, http://www.games-academy.de/

[2] Vgl. Riekert 2000, http://v.hdm-stuttgart.de/~riekert/theses/

[3] Rudolph 1996, S. 89

[4] Wie z.B. das Abspielen von Lern-DVDs oder anderen Anwendungen, die nur informierenden Charakter haben.

[5] Vgl. Ti:me 2006, http://www.ti-me.org/

[6] Abbildung aus: Klemm 2006, http://www.klemm-music.de/emedia/pianokeyboard.htm

[7] Vgl. eMedia 2006, http://www.emediamusic.com/aboutus.html

[8] Vgl. Eltern 2006, http://www.eltern.de/forfamily/schule_erziehung/erziehung/gigamaus_04.html?p=11#a32

[9] Abbildung aus: eMedia 2003, iii 1von2

[10] Wenn hier und im Folgenden von einem Benutzer gesprochen wird, soll durch diese Formulierung stets auch der Fall einer Benutzerin mit eingeschlossen sein.

[11] eMedia 2006, http://www.emediamusic.com/academic/edcurriculum.html#pkm

[12] Abbildung aus: eMedia 2003, I/9

[13] Abbildung aus: eMedia 2003, II/37

[14] Abbildung aus: eMedia 2003, V/130, 1von2

[15] Abbildung aus: eMedia 2003, VI/159

[16] Abbildung aus: eMedia 2003, VIII/107

[17] Abbildung aus: eMedia 2003, X/240

[18] Abbildung aus: eMedia 2003, XII/294

[19] Abbildung aus: eMedia 2003, XII/303

Details

Seiten
90
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638616331
ISBN (Buch)
9783640257171
Dateigröße
2.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v70494
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Fachbereich Musikpädagogik
Note
1,7
Schlagworte
Erwachsene Klavier Hilfe Computers

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Titel: Erwachsene lernen Klavier mit Hilfe des Computers