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Alkoholismus

Hausarbeit 2005 21 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Formen und Typen des Alkoholismus
1.1 Einleitung- Alkoholabhängigkeit
1.2 Ablauf der Krankheit nach dem Jellinek- Schema
1.3 Der Alpha- Trinker
1.4 Der Beta- Trinker
1.5 Der Gamma- Trinker
1.6 Der Delta- Trinker

2. Problemhorizont
2.1 Ursachen der Sucht
2.1.1 Genetische Vorveranlagung
2.1.2 Psychosoziale Risikofaktoren
2.2 Alkoholismus und Angehörige
2.2.1 Eltern → Kinder
2.2.2 Ehepartner/- Co- Abhängigkeit
2.3 Auswirkungen übermäßigen Alkoholkonsums

3. Fallbeispiele
3.1 Fallberichte

4. Therapie und Hilfen für Abhängige
4.1 Grundelemente der Therapie
4.1.1 Die Therapie bzw. Behandlungskette
4.2 Beratungsstellen
4.3 Selbsthilfegruppen
4.4 Welche Aufgabe haben Suchtberatungsstellen und wie findet man sie?

5. Literaturverzeichnis

1. Formen und Typen des Alkoholismus

1.1 Einleitung- Alkoholabhängigkeit

Alkohol besitzt einen hohen Stellenwert und ist fest verankert in unserer heutigen Gesellschaft. Es gibt kaum ein gesellschaftliches Ereignis, welches ohne Alkohol stattfindet. Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Vereinsfeste, Betriebsfeiern, ja sogar Staatsakte werden mit Alkohol „begossen und besiegelt“.

Alkohol scheint die Eintrittskarte in eine Welt voller Erfolg, Wohlstand, Geselligkeit und Freundschaft zu sein. Der Umgang mit Alkohol ist arglos, man sollte meinen völlig ungefährlich und harmlos. Aber das stimmt nicht!

Alkohol ist eine Droge!

Eine Droge die abhängig machen kann!!

1.2 Ablauf der Krankheit nach dem Jellinek- Schema

Der amerikanische Forscher Prof. Jellinek hat vor über 40 Jahren die Entwicklung der Alkoholabhängigkeit ausführlich beschrieben.

Demnach umfasst die Krankheit vier Phasen, die oft ineinander übergehen:

I. Die Vorphase

In der Vorphase wird Alkohol in gesellschaftliche Form getrunken, zu geselligen Anlässen oder einfach nur am Abend zur Entspannung.

Anfangs wird die eintretende Erleichterung überwiegend auf die „tolle Situation“ (lustige Gesellschaft) als auf das Trinken zurückgeführt. Deshalb wird unbewusst nach Gelegenheiten Ausschau gehalten um Alkohol zu trinken.

Allmählich erhöht sich dabei die Alkoholtoleranz. Bereits in dieser Phase beginnt die Gewöhnung des Körpers an den Alkohol. Der Trinker braucht nun größere Mengen Suchtstoff als früher, um die gewünschte Erleichterung zu erreichen. Durch das wiederholte Erleichtern durch Alkohol, fällt im Laufe der Zeit die Fähigkeit, psychische Belastungen auszuhalten, so weit ab, dass der Alkoholtrinker zu einer immer schnelleren Flucht vor dem Frust sucht.

II. Die Anfangsphase

Nun geht der Alkoholismus gleitend in die Anfangsphase über. Die Zeit der Gewohnheit ist vorbei. Da die Trinkgewohnheiten nun doch etwas vom Durchschnitt abweichen, versucht der Trinker, bei geselligen Trinkanlässen „normal“ zu trinken. Er fängt an, Alkohol ohne Wissen der anderen zu sich zu nehmen, um nicht aufzufallen.

Das gesteigerte Bedürfnis führt auch dazu, häufig an Alkohol zu denken und gelegentlich vorsorglich ein paar Gläser zu trinken.

Die verstärkte Alkoholabhängigkeit macht sich auch dadurch bemerkbar, dass nach kurzer Abstinenz die ersten Gläser besonders gierig heruntergekippt werden.

Durch das zu viele trinken stellen sich bald Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen ein. Da sie dennoch ihre Trinkgewohnheiten nicht ändern können, wird nach Ausreden vor sich und Anderen gesucht.

Der Trinkende meidet Anspielungen auf seinen Konsum und wirkt verärgert und gekränkt.

Alkoholbedingte Gedächtnislücken sind Warnsignale, dass das kritische Stadium des Alkoholismus bevorsteht.

III. Die kritische Phase

Der Alkoholiker beginnt sein Trinkverhalten zu erklären und in seiner Umwelt zu suchen. Es entsteht ein komplettes „Erklärungssystem“, das auf alle Bereiche des Lebens ausgedehnt wird. Der Alkoholismus lässt sich jetzt nicht mehr verbergen. Ehepartner, Verwandt oder Freunde beginnen zu warnen und zu ermahnen.

Der Trinker erlebt das als sehr bedrohlich und reagiert darauf zunehmend verärgert. Daher zieht er sich von seinen Freunden und Bekannten zurück und ersetzt sie häufig durch neue „Trinkkumpane“, vereinsamt aber letztendlich.

Der Alkohol wird zum Mittelpunkt des Lebens.

Der Gedanke, plötzlich keinen Alkohol mehr zu haben, löst starke Angst aus. Es wird dann oft versteckt ein Alkoholvorrat angelegt, damit besorgte Angehörige ihm den Alkohol nicht wegnehmen können.

In dieser Phase werden Kontrollverluste sichtbar, da er mit dem trinken nicht mehr aufhören kann und alles was verfügbar ist, geleert wird.

Der Alkoholabhängige hat die Kontrolle über sein Alkoholtrinken verloren.

Gewissensbisse, soziale Isolierung, Verlust der Selbstachtung und Gefährdung der Existenz haben den Alkoholiker zerrüttet. So beginnt er schon früh morgens mit seinen Trinkgewohnheiten, um den Tag in einem „normalen“ Zustand zu überstehen.

IV. Die chronische Phase

Deutliche Schädigungsfolgen seelischer, körperlicher und sozialer Art kennzeichnen die chronische Phase.

Das völlige Konzentrieren auf den Alkohol und das durch das morgendliche Trinken verstärkte verlangen lassen den Widerstand von Alkoholikern jetzt zusammenbrechen. Zum ersten Mal finden sie sich mitten am Tag oder in der Woche total betrunken.

Der Alkoholabhängige gibt in dieser Phase seine moralischen und ethischen Wertvorstellungen auf und zeigt bisher bei ihm unbekannte Verhaltensweisen. Durch die langjährige permanente Belastung des Körpers mit dem Zellgift Alkohol erlahmt der Organismus. Es treten immer deutlicher Konzentrationsschwierigkeiten auf, Gedächtnisprobleme, morgendliches Zittern der Hände und Nachtschweiß werden zur Regel. Diese Entzugssymptome werden durch erneutes trinken bekämpft. Damit ist er im Teufelskreis seiner Sucht gefangen.

1.3 Der Alpha- Trinker

Der Alpha- Trinker, auch Konflikt- oder Problemtrinker genannt, trinkt Alkohol um sich zu entspannen, Angst oder Verstimmungen zu beseitigen oder um Ärger runterzuspülen. Alpha- Trinker haben durchaus eine seelische Abhängigkeit vom Alkohol. Sie haben aber keine Suchtstruktur und Kontrollverluste, können jederzeit mit dem trinken aufhören und sind nicht alkoholkrank im Sinne der RVO.

1.4 Der Beta- Trinker

Dem Beta- Trinker oder auch Gelegenheitstrinker, wird sein Trinkverhalten oft vom sozialen Umfeld mitbestimmt. Beliebt ist aber auch das „gemütliche“ Trinken vor dem Fernseher, was schnell zur Gewohnheit werden kann. Beta- Trinker bekommen nicht selten Organschäden, aber sie haben keine Suchtstruktur. Sie sind weder körperlich noch seelisch vom Alkohol abhängig.

1.5 Der Gamma- Trinker

Der Gamma- Trinker zeigt so genanntes „Kontrollverlusttrinken“.

Es gibt Phasen in denen er nichts oder nur wenig trinkt; in mehr oder weniger unregelmäßigen Abständen kommt es aber zu sehr starkem Alkoholkonsum, welcher außer Kontrolle gerät.

Da dieser Alkoholabhängige immer wieder Phasen erlebt in denen er nichts oder nur wenig trinkt, klammert er sich lange Zeit an diese Pseudokontrolle und bagatellisiert die immer wieder auftretenden Kontrollverluste.“

(Klaus Hösl/ Sirko Kupper 1999, S.28)

1.6 Der Delta- Trinker

Der Delta- Trinker konsumierte regelmäßig verteilt über den ganzen Tag seinen Alkohol. Eine Zeit ohne Alkohol gibt es für ihn nicht. Es ist für ihn wichtig einen möglichst gleich bleibenden Alkoholspiegel im Körper aufrecht zu erhalten.

Er kann zwar die Alkoholmenge über den Tag verteilen, kann aber nicht auf das Alkoholtrinken vollständig verzichten.

Da dieser Alkoholabhängige keine Trinkexzesse erlebt und sich als jemand erfährt, der sich den Alkohol einteilen kann, klammer er sich lange Zeit an diese Pseudokontrolle und bagatellisiert so den vorhandenen Abstinenzverlust.

Alpha- und Beta- Trinker sind gefährdet. Alpha- Trinker neigen dazu, Gamma- Alkoholiker zu werden.

Beta- Trinker können sich zu Delta- Trinker entwickeln. Gamma- und Delta- Trinker sind krank im Sinne der RVO.

Die einzelnen Alkoholikertypen sind jedoch nicht ganz eindeutig voneinander abzugrenzen.“

(Rita Russland/ Sibylle Plogstedt 1986, S. 83)

2. Problemhorizont

2.1 Ursachen der Sucht

In den letzten Jahren ist die Alkoholabhängigkeit von Fachleuten aus der Medizin, der Psychologie, der Biologie und der Soziologie untersucht worden. „Ein wesentliches Ergebnis dieser Forschung ist, dass sich die Alkoholabhängigkeit nicht auf einzelne Ursachen zurückzuführen ist. Es sind immer mehrere Faktoren und Bedingungen zu finden. Die Fachleute sprechen hier von einer multifaktoriellen Verursachung.

(Klaus Hösl/ Sirko Kupper 1999, S.32)

Um die Entstehung der Alkoholabhängigkeit zu erklären, werden zwei unterschiedliche Modelle herangezogen: Aus biologisch- medizinischer Sicht ist Alkoholismus die Folge genetischer Dispositionen und Stoffwechselabweichungen im Gehirn. Aus soziologisch- psychologischer Sicht ist süchtiges Trinken die Folge seelischer Verletzungen und ungünstiger sozialer Bedingungen.

Biologische, psychologische und soziale Faktoren in sehr komplexer Form beeinflussen sich bei Alkoholismus gegenseitig.

2.1.1 Genetische Vorveranlagung

In einem Teil der Bevölkerung gibt es Hinweise auf eine genetische Vorveranlagung zu stärkeren Stimmungsschwankungen, auch emotionale Labilität genannt. Dieser Anteil ist unter Abhängigen besonders groß. Wenn Menschen mit solcher Vorveranlagung vielen psychischen und sozialen Belastungen (psychosozialen Risikofaktoren) ausgesetzt sind, ist ihre Suchtgefährdung hoch.

Aber auch Menschen mit keiner oder geringer Vorveranlagung können abhängig werden, wenn sie im Leben zu vielen Risikofaktoren ausgesetzt sind.

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Details

Seiten
21
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638623957
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v70051
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bielefeld
Note
2,0
Schlagworte
Alkoholismus

Autor

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Titel: Alkoholismus