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Die Bilanzierung von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen im Konzernabschluss (nach HGB, IFRS und US-GAAP)

Seminararbeit 2006 19 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung

2. Anwendungsbereiche der Equity-Methode
2.1 Assoziierte Unternehmen im engeren Sinne
2.1.1 Kriterium der Beteiligung
2.1.2 Kriterium des maßgeblichen Einflusses
2.2 Assoziierte Unternehmen im weiteren Sinne

3. Die Equity-Methode nach dem Handelsrecht
3.1 Erstmalige Anwendung der Equity-Methode
3.2 Equity-Methode in den Folgejahren
3.3. Anwendungsbeispiel von Buchwertmethode und Kapitalanteilsmethode
3.3.1 Buchwertmethode
3.3.2 Kapitalanteilsmethode
3.4 Beendung der Equity-Methode

4. Technik der Equity-Methode nach IFRS und US-GAAP

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Die Globalisierung und die internationale Verflechtung von Unternehmen nehmen weltweit zu, daher ist es sinnvoll bei der internationalen Rechnungslegung für mehr Transparenz zu sorgen. Im Juni 2002 haben das Europäische Parlament und der Europäische Rat eine Verordnung zur Anwendung der International Financial Reporting Standard (IFRS) verabschiedet. Danach sind alle kapitalmarktorientierten Unternehmen mit Sitz in der Europäischen Union verpflichtet, für die Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2005 beginnen, ihre Konzernabschlüsse nach IFRS aufzustellen. Den Mitgliedstaaten ist es jedoch gestattet, die Frist bis zum 1. Januar 2007 zu verlängern, wenn Unternehmen nur mit Schuldtiteln notiert sind oder außerhalb der Europäischen Union börsennotiert sind und bereits international anerkannte Standards anwenden (Artikel 9 der International Accounting Standard Verordnung, kurz IAS-Verordung).[1] In Deutschland wurde diese IAS-Verordnung im Dezember 2004 im Rahmen des Bilanzrechtsreformgesetzes umgesetzt.

Von diesen Regelungen sind in Deutschland 1.008 Unternehmen betroffen, da sie entweder Aktien oder Forderungswertpapiere emittieren, die zum Handel an der Frankfurter Börse oder an einer der anderen sechs Regionalbörsen zugelassen sind. Jedoch sind von 1.008 Unternehmen, nur 789 konsolidierungspflichtig und müssen ihre Konzernabschlüsse nach den Regelungen der IFRS erstellen. 75 Unternehmen von den konsolidierungspflichtigen Unternehmen dürfen die Verlängerungsoption nach Artikel 9 der IAS-Verordnung ausüben.[2]

Die Folgen für die kapitalmarktorientierten Unternehmen in der Europäischen Union bringen Vor- und Nachteile. Der Nachteil besteht darin, dass zum Teil hohe Kosten, für die Umstellung von den nationalen auf die internationalen Rechnungslegungsnormen, entstehen. Vorteile sind unter anderem die realistische Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die internationale Vergleichbarkeit.[3] Dies führt zu verbesserten Finanzierungschancen für Unternehmen. Gleichzeitig wird die Finanzierung von Investitionen für Unternehmen an ausländischen Kapitalmärkten erleichtert. Aus diesen Gründen veröffentlichen deutsche Konzerne seit mehreren Jahren neben den handelsrechtlichen Jahresabschlüssen auch Jahresabschlüsse nach IFRS oder United States - Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP).

Beispielsweise bilanzierten im Prime Standard der Deutschen Börse im Jahr 2003, 57 % der Konzerne nach IFRS, 33 % nach US GAAP und 10 % nach Handelsrecht. Namhafte, deutsche Unternehmen die nach IFRS bilanzieren sind zum Beispiel Adidas, BMW und Volkswagen. US-GAAP verwenden unter anderem Konzerne, wie BASF, Daimler-Chrysler und Siemens.[4]

Von diesem Hintergrund befasst sich die vorliegende Arbeit mit der Bilanzierung von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen im Konzernabschluss nach den handelsrechtlichen und internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Dazu werden im Folgenden zunächst die Anwendungsbereiche der Equity-Methode im Konzernabschluss erläutert (zweites Kapitel). Dabei werden die assoziierten Unternehmen nach nationalen und internationalen Vorschriften definiert. Im Anschluss, wird im dritten Kapitel die handelsrechtliche Anwendung der Equity-Methode vorgestellt. Es werden dabei die Buchwertmethode und die Kapitalanteilsmethode anhand eines praktischen Beispiels erläutert. Die Arbeit endet mit der Anwendung der Equity-Methode nach IFRS und US-GAAP im Vergleich zum Handelsrecht (viertes Kapitel).

2. Anwendungsbereiche der Equity-Methode

2.1 Assoziierte Unternehmen im engeren Sinne

Assoziierte Unternehmen stellen Unternehmen dar, auf die andere Gesellschaften einen maßgeblichen Einfluss (significant influence) ausüben können.[5] Hierbei wird zwischen assoziierten Unternehmen im engeren und im weiteren Sinne unterschieden.

Im Konzernabschluss ist die Equity-Methode nach HGB, IFRS und US-GAAP für Beteiligungen an assoziierten Unternehmen (associate) anzuwenden. Trotz dieser Gemeinsamkeit unterscheiden sich die hier betrachteten Rechnungslegungsnormen untereinander. Das Handelsrecht und die IFRS definieren assoziierte Unternehmen über den maßgeblichen Einfluss. In US-GAAP verwendet man den Ausdruck assoziiertes Unternehmen nicht, jedoch wird im Term APB 18 der Begriff von einem Unternehmen unter maßgeblichem Einfluss verwendet (sog. Equity-Investment).[6]

Ein Unternehmen wird handelsrechtlich als assoziiertes Unternehmen im engeren Sinne bezeichnet, wenn die beiden Kriterien des § 311 Abs. 1 Satz 1 HGB erfüllt sind. Es muss eine Beteiligung im Sinne des § 271 HGB vorliegen. Ebenso muss das beteiligte Unternehmen auf die Geschäfts- und Finanzpolitik des Beteiligungsunternehmens einen maßgeblichen Einfluss ausüben. Gemäß IFRS und US-GAAP ist es ausreichend, wenn das beteiligte Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss ausüben könnte.[7]

2.1.1 Kriterium der Beteiligung

Eine Beteiligung im Sinne des § 271 Satz 1 HGB liegen vor, sofern ein Konzernunternehmen dauerhaft Anteile an einem Unternehmen hält. Im Zweifel ist die Beteiligungsvermutung heranzuziehen, diese besagt, wenn der Kapitalanteil einer Beteiligung größer als 20 % ist, wird widerlegbar vermutet, dass es sich um eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen handelt.

Auch nach IFRS und US-GAAP müssen Anteile gehalten werden, jedoch müssen die Kriterien des § 271 HGB nicht erfüllt sein. Falls keine dauerhafte Halteabsicht besteht, kann es gegebenenfalls nach IFRS und US-GAAP zu einem Verbot der Anwendung der Equity-Methode kommen. Insofern die Beteiligung nach IFRS 5 in die Kategorie „zur Veräußerung gehalten“ (held for sale) fällt (IAS 28.13 (a)), darf die Equity-Methode nicht angewendet werden.[8] Dies trifft beispielsweise auf, Risikokapitalgesellschaften, Fondunternehmen und ähnliche Gesellschaften zu, die Beteiligungen an assoziierte Unternehmen halten.[9]

[...]


[1] Vgl. Grünberger (IFRS, 2006) S. 17

[2] Vgl. PWC (Hrsg.) (Studie: IAS/IFRS, 2004) S. 6 ff.

[3] Vgl. Deloitte & Touch (Hrsg.) (Forschungsbericht: Rechnungslegung, 2002) S. 3 ff.

[4] Vgl. Deutsche Börse (hrsg.) (Prime Standard, 2002 und 2003), http://deutsche-boerse.com/ dbag/dispatch/de/kir/gdb_navigation/listing/50_Reports_and_ Statistics/80_ Accounting_ Standards, 12. Nov. 2006

[5] Vgl. Ammann / Müller (Konzernbilanzierung, 2006) S. 263

[6] Vgl. Küting / Weber (Konzernabschluss, 2005) S. 144

[7] Vgl. Casey u.a. (IAS - US GAAP - HGB, 2002) S. 37

[8] Vgl. KPMG (Hrsg.) (IFRSs, 2004) S. 257

[9] Vgl. Küting / Weber (Konzernabschluss, 2005) S. 148

Details

Seiten
19
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638622141
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v69591
Institution / Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Neu-Ulm; früher Fachhochschule Neu-Ulm – Fachhochschule
Note
1,7
Schlagworte
Bilanzierung Beteiligungen Unternehmen Konzernabschluss IFRS US-GAAP) Konzernrechnungslegung

Autor

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