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Stalins Reaktion auf die westliche Note vom 25. März 1952

Hausarbeit 2005 10 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Reaktion der Westmächte auf die Stalin-Note
2.1. Wie die Westmächte die Stalin-Note beurteilten
2.2. Die Antwortnote der Westmächte

3. Stalins Reaktion auf die Note der Westmächte
3.1. Warum Stalin die West-Note ablehnte
3.2. Die Gespräche zwischen Stalin und der SED-Führung am 01. April 1952
3.3. Die Gespräche zwischen Stalin und der SED-Führung am 07. April 1952

4. Fazit

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Als in der Außenministerkonferenz der Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich vom 12. bis zum 19. September 1950 in New York die Weichen für eine Einbeziehung der Bundesrepublik Deutschland in das westliche Verteidigungsbündnis gestellt wurden, musste Stalin, wollte er die Westintegration und die Wiederaufrüstung der BRD verhindern, reagieren.

Dies tat er im Oktober 1950, als er bei der Konferenz der Außenminister der Ostblockstaaten in Prag eine Erklärung gegen die geplante Remilitarisierung Westdeutschlands sowie Vorschläge zur Konstituierung eines gesamtdeutschen Rates zur Vorbereitung einer gesamtdeutschen provisorischen Regierung veröffentlichte.[1]

Daraufhin appellierte die Volkskammer der DDR am 31. Januar 1951 unter dem Schlagwort „Deutsche an einen Tisch“[2] an den Deutschen Bundestag, einen gesamtdeutschen konstituierenden Rat einzuberufen, der über die „Schaffung einer rechtsstaatlichen Ordnung und einer freiheitlichen Regierungsform in ganz Deutschland“[3] verhandeln sollte.

Da diese Vorschläge jedoch viele Risiken für die SED-Regierung der DDR enthielten, glaubte man im Westen, dass es sich lediglich um ein billiges Propagandamanöver handelte und man diese Vorschläge nicht ernstnehmen könnte[4].

Am 09. März lehnte die Bonner Regierung unter Konrad Adenauer den Appell der Volkskammer ab.

Nach diversen gescheiterten Versuchen und Aktionen der SED-Führung, die Westdeutschen umzustimmen und gegen ihre Regierung zu mobilisieren, verfasste die Sowjetunion am 10. März 1952 die sogenannte Stalin-Note.

Der Plan war, dass die DDR-Regierung mit einem Appell zum Abschluss eines Friedensvertrages mit Deutschland an die vier Siegermächte herantreten sollte. Dieser Appell sollte dann durch die sowjetische Regierung unterstützt werden, indem sie mit Grundsätzen für einen Friedensvertrag antwortet, die den Westmächten in der besagten Note übermittelt werden sollten.[5]

Diese Note enthielt einerseits Punkte, die Stalin in jedem Fall verwirklicht sehen wollte, wie z.B. den Verzicht Deutschlands auf die Gebiete östlich von Oder und Neiße, das Verbot von „Organisationen, die der Demokratie und der Sache der Erhaltung des Friedens feindlich sind“[6] und die Auflage, „keinerlei Koalitionen oder Militärbündnisse einzugehen, die sich gegen irgendeinen Staat richten, der mit seinen Streitkräften am Krieg gegen Deutschland teilgenommen hat“[7]. Andererseits kam sie aber gerade den Deutschen inhaltlich sehr entgegen. Unter anderem sollte Deutschland „eigene nationale Streitkräfte“ besitzen dürfen, „die für die Verteidigung des Landes notwendig sind“. Es sollte „keine Beschränkungen“ in der Entwicklung der Friedenswirtschaft und im Handel mit anderen Ländern geben und Deutschland sollte durch den Abzug sämtlicher Besatzungstruppen seine politische Souveränität erlangen[8].

Wie die Antwort der Westmächte auf die Stalin-Note aussah, möchte ich zu Beginn meiner Hausarbeit unter Kapitel 2. kurz erläutern. Der Hauptteil meiner Arbeit besteht jedoch darin, Stalins Reaktion auf die Antwort der Westmächte zu beschreiben

(Kapitel 3.). Dabei stütze ich meine Informationen vor allem auf Aufzeichnungen der Gespräche zwischen Stalin und der SED-Führung im April 1952, die im März 2004 in einem Artikel von Elke Scherstjanoi und Rolf Semmelmann in der ZfG (Zeitschrift für Geschichtswissenschaft) veröffentlicht wurden. Am Schluss der Arbeit werde ich dann ein kurzes Fazit ziehen.

2. Die Reaktion der Westmächte auf die Stalin-Note

2.1. Wie die Westmächte die Stalin-Note beurteilten

Wie schon im Oktober 1950, als Stalin bei der Prager Außenministerkonferenz den Vorschlag zur Einberufung eines gesamtdeutschen konstituierenden Rates veröffentlichte, reagierten die Westmächte zunächst eher zurückhaltend auf die Stalin-Note. Sie befürchteten, dass es sich erneut um ein taktisches Ablenkungsmanöver handelte, mit dem die Sowjetunion die Westintegration und die damit verbundene Wiederaufrüstung der Bundesrepublik Deutschland verhindern oder zumindest verlangsamen wollte.[9]

[...]


[1] Vgl. Loth, Wilfried: Stalins ungeliebtes Kind – warum Moskau die DDR nicht wollte. Berlin 1994,

S.171

[2] Vgl. Loth, S. 174

[3] Zitat „Neues Deutschland“ vom 31.01.1951, in: Loth, S. 173

[4] Vgl. Loth, S. 173

[5] Vgl. Loth, S. 178

[6] Text der Note vom 10.03.1952, in: Steininger, Rolf: Deutsche Geschichte, Band 2: 1948-1955,

3. Auflage, Frankfurt/Main 2002, S.209

[7] Text der Note vom 10.03.1952, in: Steininger, S. 209

[8] Text der Note vom 10.03.1952, in: Steininger, S. 210

[9] Vgl. Steininger, S. 177/178

Details

Seiten
10
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638618717
Dateigröße
366 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v69465
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1-
Schlagworte
Stalins Reaktion Note März Seminar Stalin-Note

Autor

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Titel: Stalins Reaktion auf die westliche Note vom 25. März 1952