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Ikonographische Betrachtung der Erschaffung Adams im Kontext der abendländischen Tradition

Seminararbeit 2004 10 Seiten

Kunst - Malerei

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bildbeschreibung

3. Ikonographische Betrachtung der Erschaffung Adams im Kontext der abendländischen Tradition

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Auf Wunsch des Papstes Julius II. wurde in der Zeit von 1508 bis 1512 die Sixtinische Kapelle im Vatikanischen Palast in Rom mit Fresken von Michelangelo ausgestattet. Im Folgenden wird ein Fresko besonders herausgehoben:

„Die Erschaffung Adams“, die in den zentralen Bildfeldern an der Decke der Sixtinischen Kapelle dargestellt ist.

Dieses Werk zählt sicherlich zu den bekanntesten Bildmotiven der Kunstgeschichte und keines der anderen Fresken in der Kapelle hat die Nachwelt mehr beeindruckt, als die Szene des sechsten Schöpfungstages in der Bibel. Nach einer Bildbeschreibung des Freskos möchte ich auf die künstlerische Umsetzung der Erschaffung Adams in Bezug auf die ikonographische Tradition des Abendlandes kommen. Es soll analysiert werden, ob der Künstler sich an früheren Darstellungen der Erschaffungsszene orientiert hat, oder ob er sich an die Beschreibung der Szene aus der Bibel gehalten hat.

Des Weiteren soll der Frage nachgegangen werden warum Michelangelo die Erschaffung Adams auf diese Weise dargestellt hat.

2. Bildbeschreibung

Das Fresko der Erschaffung Adams von Michelangelo ist auf 1510 datiert und befindet sich an der Decke der sixtinischen Kapelle unmittelbar zwischen der Darstellung „Die Scheidung von Himmel und Wasser“ und „Der Erschaffung Evas“.

Bei genauer Betrachtung des Bildfeldes sind im Vordergrund zunächst zwei Personen zu sehen, die das Bild überwiegend ausfüllen. In der unteren linken Seite liegt ein junger, nackter Mann mit aufgestütztem Oberkörper. Bei dieser athletische und muskulösen Person handelt es sich um Adam.

Der junge Mann liegt am Rande einer hell und dunkelgrün schattierten Fläche, die einem abschüssigen Hang ähnelt. Durch stark herausgearbeitete Konturen hebt er sich deutlich von der grünen Fläche unter ihm ab. Das Gesicht ist im Profil dargestellt und weist sehr weiche Züge auf.[1]

Er hat das linke Bein angewinkelt, das rechte ist ausgestreckt. Mit dem rechten Arm stützt er sich auf dem abschüssigen Hang unter ihm ab. Seine rechte Hand ist zum Körper hin unnatürlich angewinkelt. Der Oberkörper ist aufgerichtet. Der linke Arm ist auf dem angewinkelten Knie aufgestützt und in Richtung der anderen Person ausgestreckt. Die rechte Hand hängt schwach herunter.

Adam schaut zu der zweiten Person auf. Diese ist, schwebend am Himmel, in der oberen rechten Ecke des Bildes zu sehen. Es handelt sich hierbei um Gottvater, der als älterer Mann, in einem rosafarbenen Gewand dargestellt wird. Das Gewand hebt sich deutlich von seinem Umfeld ab. Die Haare Gottes sind lang und grau, ebenso wie sein Bart. Die Gesichtszüge sind hart und sein Blick ist ernst auf Adam gerichtet. Der rechte Arm Gottes ist ebenfalls ausgestreckt, die Hand und der Zeigefinger sind durchgestreckt im Inbegriff den Zeigefinger des Adams zu berühren. Im linken Arm hält Gottvater eine zarte, mädchenhafte Gestalt.[2] Diese blickt Adam mit leuchtenden Augen an. Des Weiteren schweben elf Kinder, die in verschiedenen Helligkeitsgraden undeutlich gemalt sind, um den Herrn.[3] Sie befinden sich in einem ausgebreiteten, roten Stoff. Sie begleiten und stützen den Herrn. Auch die Blicke der Kinder sind nahezu alle auf Adam gerichtet. Ein grünes tuch fädelt sich durch die Figuren hindurch und flattert unterhalb der oval angeordneten Figurengruppe in der Luft

An die grüne Fläche des Hanges grenzt unmittelbar ein schmaler, blau grauer Streifen.

Den Hintergrund bildet ein durch Wolken durchzogener, angedeuteter, aber nicht ausgeführter Himmel. Alle Figuren wirken durch die Darstellung von Licht und Schatten sehr plastisch. Eine bestimmte Lichtquelle ist jedoch nicht zu erkennen.

Die Farbpalette ist auf wenige Farben wie grün, rot und blau Töne beschränkt, die sich je nach Licht und Schatten verändern.

[...]


[1] De Vecchi, Pierluigi: Die Sixtinische Kapelle. Das Meisterwerk Michelangelos erstrahlt in neuem Glanz. Freiburg im Breisgau 1996, S.163.

[2] Oertel, Robert: Michelangelo. Die sixtinische Decke. Burg bei Magdeburg 1940, (Heimbücher der Kunst), S. 15.

[3] Harrt, Frederick: Michelangelo. Gemälde. Köln 1965, S. 96.

Details

Seiten
10
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638623827
Dateigröße
374 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v69293
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Institut für Kunstgeschichte
Note
1,5
Schlagworte
Ikonographische Betrachtung Erschaffung Adams Kontext Tradition Einführung Arbeiten Kunsthistoriker/innen

Autor

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Titel: Ikonographische Betrachtung der Erschaffung Adams im Kontext der abendländischen Tradition