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Zukunftsorientierter Technikunterricht in der Realschule - Bereiten wir die Schüler auf die Technik von gestern vor?

Hausarbeit 2006 13 Seiten

Technik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zukunftsorientierter Technikunterricht in der Realschule

1 Gesellschaftliche Voraussetzungen und Entwicklungen als Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung des Technikunterrichts in der Realschule
1.1 Entwicklungen in modernen Industrie-Gesellschaften
1.2 Veränderungen in der Arbeitswelt und bei den Qualifikationsanforderungen
1.3 Wandel der Familienstruktur und des Wertesystems
1.4 Erfahrungswelt der Schüler
1.5 Kennzeichen von Technik
1.6 Entwicklungstendenzen moderner Technik

2 Allgemeine Überlegungen zu einer zukunftsorientierten Schule

3 Leitlinien für einen modernen Technikunterricht

4 Fazit

Zukunftsorientierter Technikunterricht in der Realschule

Eine Moderne Schule muss Antworten auf die Anforderungen und Herausforderungen der heutigen Zeit finden. Nur in diesem Gesamtzusammenhang kann ein Konzept für einen zukunftsorientierten Technikunterricht für die Realschule entworfen werden. Die folgenden Ausführungen sind deshalb in drei Teile gegliedert:

Der erste Teil dient der Darstellung und Vergewisserung dieser Anforderungen und Voraussetzungen. Hier werden die Veränderung der Lebenswelt der Schüler und die Veränderung ihrer heutigen und zukünftigen Lebens- und Arbeitswelt betrachtet.

Eine weitere Aufgabe besteht darin, die Grundlage für einen zukunftsorientierten Technikunterricht, einen sachangemessenen und tragfähigen Begriff moderner Technik zu entwickeln.

Im zweiten Teil sollen dann aus diesen Vorüberlegungen einige allgemeine und grundsätzliche Leitlinien für eine zukunftsorientierte Realschule präzisiert werden. Sie sollen der Bestimmung der Entwicklungs- und Zielrichtung, der inhaltlichen Arbeitsfelder und der pädagogisch-didaktischen Prinzipien dienen.

Im dritten Teil können dann unter diesen Prämissen detaillierte Ausarbeitungen für den Technikunterricht in der Realschule vorgenommen werden. Darin geht es um die grundsätzliche Bestimmung von Zielen, Inhaltsbereichen, Erschließungsmethoden usw.

1 Gesellschaftliche Voraussetzungen und Entwicklungen als Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung des Technik-unterrichts in der Realschule

1.1 Entwicklungen in modernen Industrie-Gesellschaften

Moderne Gesellschaften sind vor allem durch das Phänomen der Globalisierung gekennzeichnet, wobei dieser Begriff in unterschiedlicher Weise verwendet wird. Einen Punkt betrifft die Verflechtung der internationalen Märkte. Weiter gefasst impliziert er die Globalisierung des Ressourcen- und Umweltproblems. Dies bedeutet, dass es notwendig ist über die Begrenztheit der Ressourcen nachzudenken und die globalen Auswirkungen ihrer uneingeschränkten Nutzung in Form von Klimaveränderung, Verschmutzung und Vergiftung von Boden, Wasser und Luft zu berücksichtigen.

Das Thema Globalisierung birgt einige Aspekte die für die Schule von besonderer Bedeutung sein können. Durch die weithin gesättigten nationalen Märkte sind viele Firmen gezwungen, zunehmend international zu agieren. Dies bedeutet, dass auch der Arbeitsmarkt international wird. Für die Absolventen unserer Schulen bedeutet dies, dass sie sich einer größeren Konkurrenz stellen müssen. Gleichzeitig kann davon ausgegangen werden, dass Fremdsprachenkenntnisse eine zunehmende Rolle bei Bewerbungen spielen können. Umso wichtiger scheint es, dass sich das nationale Schulsystem mit den internationalen Standards vergleichen muss, (z.B. TIMMS-Studie) um den Anschluss an andere Länder nicht zu verlieren.

1.2 Veränderungen in der Arbeitswelt und bei den Qualifikationsanforderungen

Aufgrund der ständigen Veränderung der Arbeitswelt aus den geschilderten Tendenzen der Globalisierung, muss der Technikunterricht sich diesen Herausforderungen stellen und die Schüler auf diese vorbereiten. Diese nahezu unübersehbare Anzahl von Veränderungen können zu fünf wesentlichen Punkten zusammengefasst werden:

- Zunehmende Virtualisierung der Arbeitswelt: Darunter versteht man die Tendenz, dass die gegenstandsbezogene Arbeitsprozesse zunehmend Von symbolbezogenen Arbeitsprozessen abgelöst werden.
- Verlagerung der Innovationspotenziale vom industriellen Bereich in die Dienstleistung: Viele Jugendliche können sich nicht mehr vorstellen in produktiven Bereichen (Blaukittel-Berufe) zu arbeiten, sondern vielmehr in wissensintensiven Dienstleistungsberufen.
- Informelle Vernetzung und räumliche Dezentralisierung der Mitarbeiter (z.B. Telfonkonferenzen, Fernwartung usw.)
- Beschleunigung des Arbeitstempos (z.B. Rationalisierung) wird durch den fortschreitenden Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien gewährleistet.
- Auch wird ein breit gefächertes Anforderungsprofil der Angestellten durch neue Technologien immer mehr erforderlich.
Aus diesem Grund werden an die heutigen und zukünftigen Schulabgänger so genannte Schlüsselqualifikationen gestellt:
- Problemlösungsfähigkeit und Kreativität: die Fähigkeit, Probleme im Arbeitsablauf zu erkennen und sachgerecht und kreativ zu lösen
- Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit: die Fähigkeit, sich in Gruppenprozesse aktiv und konstruktiv einzubringen und sie zu fördern
- Lern- und Denkfähigkeit: die Fähigkeit, das eigene Lernvermögen weiterzuentwickeln und in Zusammenhängen und Systemen zu denken
- Bewertungs- und Begründungsfähigkeit: die Fähigkeit, eigene, gemeinsame und fremde Arbeitsanweisungen und Ergebnisse sachlich zu begründen und kritisch zu bewerten
- Verantwortungsfähigkeit: die Fähigkeit, (Mit-)Verantwortung im jeweils angemessenen Rahmen übernehmen zu können
- Selbständigkeit und Leistungsfähigkeit: die Fähigkeit zum selbstständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren von Arbeitsabläufen und ihren Ergebnissen
Außerdem werden von den Arbeitgebern so genannte Basisqualifikationen vorausgesetzt:
- Abstraktionsfähigkeit: die Fähigkeit, nicht nur mit Symbolen und Informationen umgehen, sondern auch Verarbeitungsmuster auf neue Sachverhalte zu übertragen.
- Systemdenken: die Fähigkeit, Wechselbeziehungen zwischen unterschiedlichen Sachverhalten zu erkennen und verarbeiten können
- Offenheit und geistige Flexibilität: Bezeichnet das Vermögen sich neues Wissen anzueignen und auf unterschiedliche Anforderungen beziehen zu können
- Kooperationsfähigkeit: Fähigkeit im Team zu arbeiten und zu kommunizieren

Aber es bleibt zu beachten, dass es auch weiterhin Arbeitsverhältnisse geben wird, die unterhalb dieses Anforderungsniveaus liegen und nicht in allen Berufssparten werden sich die Anforderungen mit gleicher Geschwindigkeit entwickeln. Dennoch muss festgehalten werden, dass die hier genannten Kompetenzen in der Zukunft das wesentliche Anforderungsprofil für qualifizierte Tätigkeiten bestimmen werden.

1.3 Wandel der Familienstruktur und des Wertesystems

Bis weit in die 70er Jahre hinein waren in Deutschland das Normalarbeitsverhältnis (Vollzeitarbeitsplatz für die Männer) und die Normalehe (Ehe und Familie als eine über die Zeit stabile Wirtschafts- und Solidargemeinschaft) für die Menschen leitend gewesen. Dies wurde durch das Wirtschaftswunder dem größten Teil der Bevölkerung ermöglicht. Allerdings haben sich diese Voraussetzungen im Laufe der Zeit verändert. Meist kann niemand mehr auf eine stetige Vollbeschäftigung vertrauen und durch die zunehmende Emanzipation lassen sich immer weniger Frauen auf die traditionelle Rolle der Mutter und Hausfrau festlegen.

Durch die steigenden Trennungs- und Scheidungsraten wachsen immer mehr Kinder in so genannten Einelternfamilien oder Patchwork-Familien auf. Die Kinder versuchen den fehlenden Zusammenhalt der Familie durch verschiedenste Ersatzbefriedigungen auszugleichen (z.B. Kriminalität, Sucht usw). Die Folgen versucht die Gesellschaft dadurch abzufangen, dass sie der Schule diese in den Familien nicht mehr geleisteten Aufgaben aufbürden.

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Details

Seiten
13
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638610803
ISBN (Buch)
9783638844451
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v68539
Institution / Hochschule
Hochschule Ravensburg-Weingarten
Note
2,5
Schlagworte
Zukunftsorientierter Technikunterricht Realschule Bereiten Schüler Technik Technikdidaktik

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