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Schiffbruch als Metapher im Film: Hans Blumenbergs 'Schiffbruch mit Zuschauer' als philosophischer Hintergrund des Films 'Die Innere Sicherheit' von Wolfgang Petzold

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 30 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Das Element Wasser
2.1.1 Das große Wasser: Das Meer
2.2 Das Artefakt: Das Schiff
2.2.1 Das Schiff als Metapher
2.2.1.1 Das Lebensschiff
2.2.1.2 Das Staatsschiff
2.2.1.3 Das Kirchenschiff
2.2.1.4 Das Narrenschiff
2.2.2 Das Scheitern der Schifffahrt: Der Schiffbruch
2.3 Die Metapher
2.3.1 Definition und Kritik
2.3.2 Moderne Theorien
2.4 Die Metapherologie Hans Blumenbergs
2.4.1 Blumenberg und die nautische Metapher
2.4.1 Seefahrt als Grenzverletzung
2.4.1.2 Vom Frevel zum Glücksversprechen: Der Bedeutungswandel der Schifffahrtsmetapher im Verlauf der Geschichte
2.4.1.2.1 Die antike Deutung: Schifffahrt als Frevel
2.4.1.2.2 Die neuzeitliche Deutung: Risiko des Schiffbruchs als Preis des Fortschritts
2.4.1.2.3 Die moderne Deutung: Das Scheitern als Chance zur retrograden Seetüchtigkeit
2.5 Ideologischer Schiffbruch: Die Wassermetaphorik in Wolfgang Petzolds Film „Die Innere Sicherheit“
2.5.1 „Die Innere Sicherheit“ im filmhistorischen Kontext
2.5.2 Inhalt
2.5.3 Handlungsanalyse
2.5.4 Das Genre als Schlüssel zum Verständnis
2.5.5 Wassermetaphern
2.5.5.1 Gratwanderung auf den Gezeiten: Die Metapher des Surfens
2.5.5.2 Leviathan, Moby Dick und die RAF
2.5.6 Der politische Schiffbruch der 68er Generation
2.5.7 Überleben, aber wie? Retrograde Seetüchtigkeit als Aufgabe der Generationen

3. Schluss
3.1 Zusammenfassung
3.2 Ausblick: Space - the final frontier

Verwendete Literatur

1. Einleitung

Ist es möglich, sämtliche Bedeutungsinhalte einer Metapher, wie sie beispielsweise die der ‚Schifffahrt des Lebens’ hervor bringt, in eindeutige, sprachliche Begriffe zu fassen? Der deutsche Philosoph Hans Blumenberg (1920-1996) verneint dies und entwickelte eine Wissenschaft der Metapher, die ‚Metapherologie’. Ihr Untersuchungsgegenstand ist der Funktions- und Bedeutungswandel, dem so genannte ‚absolute’ Metaphern im Lauf der menschlichen Entwicklung unterliegen.

Eine dieser absoluten Metaphern bildet der ‚Schiffbruch’ als Ausdruck des Scheiterns auf der ‚Schifffahrt des Lebens’. Im Folgenden soll dem historisch-semantischen Wandel dieser Metapher von den Mythen der Frühantike über ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert bis zu ihrer ideologischen Erschöpfung in der Moderne nachgegangen werden.

Die Basis bildet hierbei Blumenbergs Schrift „Schiffbruch mit Zuschauer.“[1] Daran schließt sich eine Analyse des Films „Die Innere Sicherheit“[2] von Wolfgang Petzold an, die zeigen soll, wie Metaphern und Mythen der Nautik auch in einem filmischen Kunstwerk der Gegenwart verwendet werden. Den Abschluss dieser Arbeit bildet ein Ausblick auf eine mögliche Weiterführung dieses Ansatzes im Genre des Science-Fiction-Films.

2. Hauptteil

2.1 Das Element Wasser

Leben spendend, Durst stillend, reinigend – dies sind die positiven Eigenschaften eines Elements, das dem Menschen in der Welt seit jeher begegnet. Verschlingend, zerstörerisch, fremd sind die negativen Eigenschaften. Diese zwei Extrempositionen bilden die Pole, zwischen denen das Element Wasser, von dem hier die Rede ist, die vielfältigsten Bedeutungsgehalte und Sinnzuschreibungen durch den Menschen erfuhr und erfährt.[3] Wasser ist nicht nur das einzige Element, das in der natürlichen Umgebung in allen Aggregatzuständen (als festes Eis, flüssiges Wasser und gasförmiger Dampf) vorkommt, es nimmt auch in der Vielzahl seiner Erscheinungsweisen (als Regen, als Quelle, als Fluss, etc. ) eine einzigartige Stellung in der Lebenswelt des Menschen ein.

2.1.1 Das große Wasser: Das Meer

Die größte Ansammlung dieses Elements bilden die Meere, die die Erdoberfläche zu 70 Prozent bedecken. Das Meer spielte in der Lebenswelt der Menschen des Mittelmeerraumes, wo einer der Ursprünge der abendländischen Kultur zu verorten ist, seit jeher eine herausragende Rolle. In den Schöpfungsmythen erscheint es als bereits vorhandene ‚prima materia’ noch vor der Entstehung der Götter selbst.[4] Das Meer bildete eine natürliche Begrenzung der menschlichen Lebenswelt, die ihre Entsprechung in der griechischen Mythologie fand, wenn das Meer, der ‚okeanos’, als Sitz der Götter, bzw. Grenze zur Sphäre der Götter beschrieben wurde. Eine Zuschreibung mit der sich der antike Mensch die Unberechenbarkeit und Gefährdungen durch das Meer zu erklären versuchte.[5]

2.2 Das Artefakt: Das Schiff

Eine charakteristische Eigenschaft der Menschheit ist der Versuch, den als ‚Launen der Götter’ personifizierten Naturerscheinungen mit technischen Mitteln zu trotzen. Einen passiven Schutz vor unbändigen Wasserfluten bilden Dämme, doch das Artefakt, mit dem sich der Mensch aktiv auf das unheimliche Element hinaus wagen kann, ist das Schiff, und bereits die frühesten der Weltliteratur überlieferten Schriften handeln von abenteuerlichen Reisen auf dem Meer. So befindet sich der Held des um 1200 vor Christus entstandenen Gilgamesch-Epos[6] auf einer Schifffahrt, deren Ziel es ist, ewiges Leben zu finden. Hier zeigt sich eine metaphorische Verbindung Meer-Leben-Schiff, die sich von der Antike bis in die Moderne beobachten lässt. „Vielleicht entdeckte er bald schon in seinem Geschöpf, dem Schiff, auch sich selbst, ein Bild seiner eigenen Existenz: seiner dauernden Gefährdung und seines andauernden Wagemuts.“[7]

2.2.1 Das Schiff als Metapher

2.2.1.1 Das Lebensschiff

Das Schiff erhält in der biblischen Geschichte von Noah als ‚Lebensschiff’ einen Sinngehalt, den die Rettung menschlichen Lebens vor den Gefahren einer bedrohlichen Natur auszeichnet. In der Schilderung der Sintflut hatte Gott die von ihm geschaffene Feste zwischen den Wassern des Himmels und denen der Erde in einem umgekehrten Schöpfungsakt wieder geöffnet. „Der Herr sah, dass auf der Erde die Schlechtigkeit des Menschen zunahm und alles Sinnen und Trachten nur schlecht war. Da reute es den Herrn, den Menschen geschaffen zu haben. (...) Nur Noah fand Gnade in den Augen des Herrn. Da sprach Gott zu Noah. Ich sehe das Ende aller Wesen aus Fleisch, denn durch sie ist die Welt voller Gewalt. Mach Du Dir eine Arche aus Zypressen-Holz! Ich will nämlich eine Flut über die Erde bringen. Alles auf Erden soll sterben. Nur Du, und von jedem Lebewesen ein Exemplar will ich retten.“[8]

Der Verlauf der Reise zu Schiff ist hier eng verbunden mit dem Verlauf des menschlichen Lebens und „die ‚navigatio vitae’ ist als feststehender Begriff in die Literatur und Kunst eingegangen.“[9] Im Gegensatz zu ihr stehen die Bilder des ‚Totenschiffs’ und der ‚Reise über den Totenfluss’, wie sie aus der ägyptischen beziehungsweise griechischen Mythologie bekannt sind. Hier dient das Schiff als Transportmittel der Seele auf ihrem Weg in das Jenseits.

2.2.1.2 Das Staatsschiff

Eine Wendung ins Politische erfährt die Schiffsmetapher in ihrer Ausprägung als ‚Staatsschiff’, es „bildet den Zustand der politischen Gesellschaft ab.“[10] Als Ort im Ortlosen korrespondiert das Schiff auf dem Meer mit der Stadt, der Polis auf dem Land. Die Mannschaft, die sich auf dem Schiff befindet, kann als ein schwimmender Mikrokosmos der großen Gemeinschaft auf dem Land gesehen werden. Den Aufgaben und Stellungen der Besatzung des Schiffes vom Steuermann bis hin zum Matrosen entsprechen dann die politischen Ämter.[11] „Horaz hat das ‚Staatsschiff’ in die politische Rhetorik eingeführt, in der es bis zum heutigen Tag seine Rolle spielt.“[12] Die Verwendung der Staatsschiffmetapher hat ihre Spuren auch im Wortschatz der Politik hinterlassen. So lässt sich die etymologische Herkunft des Wortes „Gouverneur“ auf das alte griechische Wort ‚Kybernetes’, Steuermann, zurückverfolgen.[13] Wenn gemeinschaftsbedrohende Erscheinungen wie Aufstände oder Angriffe in metaphorische Verbindung mit dem aufgewühlten Meer gebracht werden, wird dem Staatschef die Aufgabe zugesprochen, das schützende Staatsschiff durch diese Gefahren hindurch zu navigieren. „Das Bild des in nautischer Symbolik umschriebenen Staatsschiffes hat besonders in der attischen Tragödie des 5. vorchristlichen Jahrhunderts Verwendung gefunden, wie z.B. die Anfangszeilen der Tragödie ‚Sieben gegen Theben’ von Aischylos oder die Schilderung des Staatsschiffes im Sturm in ‚König Oedipus’ von Sophokles belegen.“[14]

2.2.1.3 Das Kirchenschiff

Auch die christliche Religion verwendet Bilder, die aus dem Bereich der Schifffahrt stammen. Das Vorbild liefert die Arche Noah, die in der Bibel als einziger Schutz auf der gefährlichen Reise auf dem chaotischen Meer beschrieben wird. Deutlich wird hier die in der Mythologie des Mittelmeerraumes verbreitete Dämonisierung des Meeres als Sitz böser Kräfte. Eine andere Erklärung für die christliche Schiffsymbolik führt auf die ‚Demonstratio de Christo et Antichristo’ des Hippolyt von Rom zurück. Auch hier „wird die Welt mit dem Meer synonym gesetzt, auf dem sich das den Stürmen ausgesetzte Schiff befindet. Unter dem Schutze Christi, des Steuermanns, gelangen die Gläubigen sicher an den Ort ihrer Bestimmung.“[15] Der Mastbaum erscheint wie das christliche Symbol des Kreuzes.[16] Der Ausdruck "Kirchenschiff" wird auch für die drei oder fünf Teilhallen einer Kathedrale verwendet - „eine Stein gewordene Schiffs-Metapher aus ältester Tradition.“[17]

2.2.1.4 Das Narrenschiff

Am Ende des Mittelalters beginnt die bisher feste Verbindung zwischen dem Schiffsmotiv und dem Glauben brüchig und für säkulare Deutung offener zu werden. Die 1494 erschienene Moralsatire „Das Narrenschiff“[18] von Sebastian Brant beschreibt die Seefahrt eines Schiffes, dessen Mannschaft sich aus Narren zusammensetzt. Analog zum Mikrokosmos der Gesellschaft, den das Schiff bildet, verkörpern diese Narren die Fehltritte und Laster der Menschen in satirisch überspitzter Form.

2.2.2 Das Scheitern der Schifffahrt: Der Schiffbruch

Der Schifffahrt als Inbegriff des Wagens und Suchens ist stets auch die Gefahr des Scheiterns mit eingeschrieben. Der Schiffbruch, das ‚naufragium’, ist das immer gegenwärtige Risiko des Untergangs. Die Folgen sind im schlimmsten Fall der Tod durch Ertrinken oder Verbrennen, wenn ein Schiffsbrand der eigentlichen Katastrophe voran ging. In einer etwas besseren Situation befinden sich die, die sich auf ein Boot oder ein Floß retten konnten. Doch auch hier sind die Schiffbrüchigen weiteren Gefahren wie Sturm, Wellen und Witterungseinflüssen, aber auch den unberechenbaren Reaktionen ihrer Leidensgenossen ausgesetzt.[19] Ist es den Schiffbrüchigen gelungen, den rettenden Strand zu erreichen, ist eine vollständige Rettung zwar noch lange nicht gewährleistet, doch zumindest die unmittelbare Gefahr des Wassertodes ist vorerst gebannt.

Ein glückliches Ende kann der erlittene Schiffbruch finden, wenn es einer Gruppe von Rettern gelingt, die Schiffbrüchigen lebend zu bergen.

Die Verbindung zwischen Elementarem und Existentiellem im Zeichen der Schifffahrt hat die Gedankenwelt der Menschen seit jeher angeregt. „Der Schiffbruch als überstandener betrachtet, ist die Figur einer philosophischen Ausgangsbetrachtung.“[20] Die Verwendung und Deutung des Schiffbruchs als Bild für die Situation des Scheiterns aber auch des möglichen Neuanfangs nach dieser ‚tabula rasa’ bildet den metaphorischen Rahmen zum Nachdenken über Grundfragen zu Mensch und Welt.

2.3 Die Metapher

2.3.1 Definition und Kritik

Der Begriff „Metapher“ stammt aus der griechischen Antike und kann mit „Übertragung“ (von gr. metà phérein: „anderswohin tragen“) übersetzt werden. Aristoteles formuliert in seiner ‚Poetik’[21] eine erste Definition der Metapher, in der die Tropen Synekdoche, Metonymie und Metapher zusammengefasst sind. Nach Aristoteles ist die Metapher „die Übertragung eines fremden Nomens und zwar entweder von der Gattung auf die Art oder von der Art auf die Gattung, oder von einer Art auf eine andere, oder nach den Regeln der Analogie.“[22] Dieses Übertragen heißt, dass ein ganzes Spektrum an Bedeutungen freigesetzt wird und so gegen die vermeintliche Eindeutigkeit von sprachlich-semantischen Regeln verstoßen wird, indem ein Begriff für einen anderen gesetzt wird. Aufgrund des Strebens nach einer möglichst reinen Argumentation ist die Metapher als uneigentliche Redeweise in der Philosophie umstritten. „Im Kontext normativer, empiristischer und rationalistischer Theorien galten (und gelten) Metaphern ihren Kritikern im besten Fall als bloß stilistisches Schmuckelement, meist jedoch als emotional-suggestive, kognitiv und linguistisch unbedeutsame Abweichung des Sprachgebrauchs, die keine logische Norm zu erfüllen vermögen.“[23]

Die figürliche Rede wird als Teil der Rhetorik gesehen, die bereits Platon in seiner Schrift ‚Gorgias’ als ‚Kunst der Illusion’ bezeichnet hatte.

Die Liste der Antagonisten der Metapher lässt sich im historischen Verlauf über Descartes, Hobbes und Locke bis hinein in die Gegenwart verfolgen. In der heutigen Situation ist „die metaphernkritische Diskussion weniger durch eine schroffe Ablehnung als durch Ignoranz gekennzeichnet,“[24] doch „neben der Ignoranz gibt es freilich auch in der Gegenwart noch die strikten Gegner der metapherologischen Perspektive.“[25]

2.3.2 Moderne Theorien

Die moderne Metaphernforschung teilt sich auf in kognitive und nicht-kognitive Metapherntheorien. Für erstere steht die bewußtseinssteuernde Funktion der metaphorischen Sprache im Zentrum der Aufmerksamkeit: „Über die Wirkung auf semantische Strukturen hinausgehend, können Metaphern gemäß der Kognitivitätsthese das Bewusstsein verändern, indem sie Geschehnisse sprachlich neu objektivieren, unartikulierte Erfahrungen ausdrücken und Sachverhalte analog wiedergeben, die keine begriffliche Entsprechung haben.“[26] Die Aufgabe beschränkt sich also nicht nur auf die ornamentär-rhetorische Funktion.

Die nicht-kognitiven Theorien lassen sich ihrerseits in Vergleichs- und Substitutionstheorien differenzieren. Die Grundlage für die Vergleichstheorie, die die Metapher als einen durch das Weglassen des Partikels ‚wie’ verkürzten Vergleich beschreibt, lieferte der bereits erwähnte Aristoteles in seiner Poetik, aber auch Heinrich Lausberg als Vertreter der moderneren literarischen Rhetorik definiert sie als „gekürzten Vergleich, in dem das Verglichene mit dem Abbild in eins gesetzt wird.“[27]

In der Substitutionstheorie erscheint die Metapher als Ersetzung eines eigentlich zu verwendenden Begriffs durch einen anderen, metaphorischen Ausdruck. Sowohl Substitutionstheorie als auch Vergleichstheorie gehen davon aus, dass Metaphern vollständig ausführbar seien, was sich in der Praxis allerdings als schwierig bis unmöglich erweist: „Nebst der Umständlichkeit und stilistischen Schwäche der Paraphrase ist mit ihr durchwegs ein Verlust an kognitiver Qualität verbunden, welche für die Metapher gerade kennzeichnend ist.“[28]

[...]


[1] Blumenberg, Hans: Schiffbruch mit Zuschauer. Paradigma einer Daseinsmetapher. Frankfurt/M. 1997.

[2] „Die Innere Sicherheit“. Spielfilm, Deutschland 2000, 102 Min., Farbe. Regie: Christian Petzold. Buch: Christian Petzold, Harun Farocki. Kamera: Hans Fromm. Schnitt: Bettina Böhler. Darsteller: Julia Hummer (Jeanne), Barbara Auer (Clara), Richy Müller (Hans), Bilge Bingül (Heinrich) u. a. .

[3] Für eine umfassende Symbolgeschichte des Wassers.: Selbmann, Sibylle: Mythos Wasser: Symbolik und Kulturgeschichte. Karlsruhe 1995, S.7: „Die vorliegende Untersuchung spannt einen Bogen vom Wasser als Ursprung des Lebens, vom Lebens- und Todeswasser, vom Wasser als Sinnbild der Wiedergeburt, als Mittel und Symbol der Reinigung und Heilung, als Zeichen des Kreislaufs und der Vergänglichkeit über das Wasser als Symbol des menschlichen Lebens, der Seele und der Liebe bis hin zum Wasser als Quell der Weisheit und der schöpferischen Tätigkeit.“

Sowie: Böhme, Gernot; Böhme, Hartmut: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Eine Kulturgeschichte der Elemente. München 1996.

Mit ausführlicher Untersuchung der Wassersymbolik in den Schriften der biblischen Testamente: Woschitz, Karl Matthäus: Fons Vitae – Lebensquell. Sinn- und Symbolgeschichte des Wassers. Freiburg/Breisgau 2003.

[4] Vgl.: Detel, Wolfgang: Das Prinzip des Wassers bei Thales. In: Böhme, Hartmut (Hg.): Kulturgeschichte des Wassers. Frankfurt/M. 1998, S. 43f.

[5] Dabei wurden nicht nur direkte Erscheinungen wie Überflutungen betrachtet. Auch „ein Naturphänomen, das – wie die Blitzschläge – die Griechen seit alters beschäftigte, waren die Erdbeben. Die mythische Erklärung hatte sich auf den ‚Erderschütterer’ Poseidon berufen. Thales versucht zum ersten Mal eine rationale Erklärung. Erdbeben entstünden durch Turbulenzen des Meeres unter der Erde.“ Ekschmitt, Werner: Weltmodelle. Griechische Weltbilder von Thales bis Ptolemäus. Mainz/Rhein 1989, S. 11.

[6] „Heute veranlasst uns der Sprachstand des Gilgamesch-Epos zu glauben, dass das Werk in seiner vorliegenden Form im letzten Drittel des zweiten vorchristlichen Jahrtausends entstand.“ Vgl.: Maul, Stefan M.: Das Gilgamesch-Epos. Neu übersetzt und kommentiert von Stefan M. Maul. München 2005, S. 13.

[7] Hönig, Christoph: Die Lebensfahrt auf dem Meer der Welt. Der Topos. Texte und

Interpretationen. Würzburg 2000, S. 23.

[8] Genesis 6-7. In: Kirchenrat des Kantons Zürich (Hg.): Die Heilige Schrift des Alten und des Neuen Testaments. Zürich 1967.

[9] Mertens, Sabine: Seesturm und Schiffbruch. Eine motivgeschichtliche Studie. Rostock 1987, S. 26.

Vgl. auch: Rahner, Hugo: Symbole der Kirche. Die Ekklesiologie der Väter. Salzburg 1964, S. 245ff. .

[10] Eckart Schäfer: Das Staatsschiff. Zur Präzision eines Topos. In: Jehn, Peter (Hg.): Toposforschung Frankfurt/M. 1972, S. 260. Vgl. ferner: Peil, Dietmar: Untersuchungen zur Staats- und Herrschaftsmetaphorik in literarischen Zeugnissen von der Antike bis zur Gegenwart. München 1983, S. 700-870.

[11] Als ‚Gemeinschaftsschiff’ kann das Schiff auch als Bild für die soziale Schichtung von ‚Oben’ und ‚Unten' einer Klassengesellschaft stehen.

[12] Blumenberg 1997, S. 14.

[13] Vgl. Hönig, S. 21.

[14] Mertens, S. 26.

[15] Mertens, S. 28. Vgl. hierzu auch die Geschichte von Jesus und seinen Jüngern im Sturm in: Markus 4,35-41. In: Kirchenrat des Kantons Zürich (Hg.): Die Heilige Schrift des Alten und des Neuen

Testaments. Zürich 1967.

[16] Vgl. Rahner, S. 239-564.

[17] Hönig, S. 23.

[18] Brant, Sebastian: „Das Narrenschiff“. Stuttgart 1992.

[19] Gefährdungen wie sie beispielsweise Jean Baptiste Savigny nach dem Schiffbruch des französischen Schiffes ‚Medusa’ am 2.7. 1816 auf der Arguin Bank 40 Seemeilen vor Afrika beschreibt: Savigny war einer der anfangs 115 Schiffbrüchigen die sich auf dem Floß befanden. Nur 15 Menschen konnten schließlich gerettet werden. „Diese ganze Nacht kämpften wir mit dem Tode und hielten uns fest an den Stricken, auf die wir uns so ziemlich verlassen konnten. Durch die Wogen bald vor-, bald rückwärts geschleudert, zuweilen ins Meer gestürzt, schwebend zwischen Tod und Leben, wehklagend über unser Unglück, gewiss umzukommen, und doch mit dem verderblichen Elemente, das uns zu verschlingen drohte, gleichsam noch einen Atemzug ringend; das war unsere Lage bis zu Tagesanbruch.“ Savigny, Jean-Baptiste; Corréard, Alexandre: Der Schiffbruch der Fregatte Medusa. Mit einem Vorwort von Michel Tournier, einem Nachwort von Johannes Zeilinger und einem Bildessay zu Théodore Géricaults ‚Floß der Medusa’ von Jörg Templer. Berlin 2005, S. 53.

[20] Blumenberg 1997, S. 15.

[21] Fuhrmann, Manfred (Hg.): Aristoteles: Poetik. Griechisch/Deutsch. Stuttgart 1982.

[22] Aristoteles in Fuhrmann, S. 69.

[23] Haefliger, Jürg: Imaginationssysteme. Erkenntnistheoretische, anthropologische und mentalitätshistorische Aspekte der Metapherologie Hans Blumenbergs. Frankfurt/M. 1996, S. 27.

[24] Ders., S. 38.

[25] Ders., S. 41.

[26] Haefliger, S. 44.

[27] Lausberg, Heinrich: Handbuch der literarischen Rhetorik. Eine Grundlegung der Literaturwissenschaft. 3. Auflage. Stuttgart 1990, S. 78.

[28] Haefliger, S. 51.

Details

Seiten
30
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638610681
Dateigröße
601 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v68522
Institution / Hochschule
Universität Karlsruhe (TH) – Institut für Literaturwissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
Schiffbruch Metapher Film Hans Blumenbergs Zuschauer Hintergrund Films Innere Sicherheit Wolfgang Petzold Oberseminar Wasser“

Autor

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Titel: Schiffbruch als Metapher im Film: Hans Blumenbergs 'Schiffbruch mit Zuschauer' als philosophischer Hintergrund des Films 'Die Innere Sicherheit' von Wolfgang Petzold