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Maßnahmen zur Behandlung von Suchtproblemen im Betrieb

Seminararbeit 2006 28 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung – Sucht in der Gesellschaft und Arbeitswelt

2 Bestandsaufnahme
2.1 Zahlen und Fakten
2.2 Missbrauch oder Sucht?

3 Abhängigkeitserkrankung am Beispiel Alkohol
3.1 Phasen der Alkoholerkrankung (Trinkerkarriere)
3.2 Trinkverhalten und verschiedene Trinkertypen
3.3 Therapieschritte - der Weg aus der Krankheit

4 Fürsorgepflicht des Arbeitsgebers
4.1 Die betriebliche Suchtprävention
4.2 Innerbetriebliches Hilfesystem: Helfen statt kündigen
4.2.1 Stufen-Interventionsplan
4.2.2 Zusammenarbeit mit außerbetrieblichen Einrichtungen
4.2.3 Betriebliches Eingliederungsmanagement
4.3 Verhaltensregeln für Vorgesetzte im Umgang mit betroffenen Mitarbeitern

5 Abschließende Bemerkungen

Anhang: Musterdienstvereinbarung

Endnoten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Betriebliche Suchtkonzeption

Abbildung 2: Stufeninterventionsplan

Literaturverzeichnis

Bengelsdorf, Peter Dr.: (1997)

Alkohol im Betrieb, Schriftenreihe „Düsseldorfer“, Düsseldorf 1997

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.): (2000)

Schritt für Schritt – Interventionskonzept zum Thema Alkohol am Arbeitsplatz, Köln 2000

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.): (2004)

Suchtprävention in der Bundesrepublik Deutschland, Grundlagen und Konzeption, Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung - Band 24, Köln, 2004

Daimler Chrysler AG, Personal- und Arbeitspolitik (Hrsg.): (2001)

Broschüre „Spannung“ – Über Spannungen, Spannungslöser und spannende Lösungen, Handlungsimpulse für Führungskräfte, Stuttgart, 2001, S.23-25.

Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (Hrsg.): (2000)

Repräsentativerhebung zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland, Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis,47, Sonderheft 1, Köln, 2000

Deutsche Hauptsstelle gegen die Suchtgefahren (Hrsg.): (2001)

Sucht und Arbeit – Prävention und Therapie substanz- und verhaltensbezogener Störungen in der Arbeitswelt, Schriftenreihe zum Problem der Suchtgefahren Band 43, Lambertus-Verlag, Freiburg im Breisgau, 2001

Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (Hrsg.): (2005)

Jahrbuch Sucht 2005, Neuland-Verlagsgesellschaft, Geesthach, 2005

Düwell, Franz Josef: (2002)

Handkommentar zum Betriebsverfassungsgesetz, 2002

Elvin Morton Jellinek: (1960)

The Disease Concept of Alcoholism, New Haven, 1960

Elvin Morton Jellinek: (1951)

Typology of Alcoholism, New Haven, 1951

Feuerlein, W.; Küfner, H., Soyka, M.: (1998)

Alkoholismus – Missbrauch und Abhängigkeit, Georg-Thieme-Verlag, 5. überarbeitete Auflage, 1998

Fuchs, Reinhard; Rainer, Ludwig; Rummel, Martina (Hrsg.): (1998)

Betriebliche Suchtprävention, Verlag für Angewandte Psychologie, Göttingen 1998

Fuchs, Reinhard; Resch, Martin: (1996)

Alkohol und Arbeitssicherheit, Arbeitsmanual zur Vorbeugung und Aufklärung, Hogrefe-Verlag, Göttingen, 1996

Gostomzyk, J.: (2005)

Alkohol im Unternehmen – Landeszentrale für Gesundheit in Bayern (LZGB), 2005

Heinze, Gerhard; Reuß, Marion: (2004)

Alkohol-, Medikamenten- und Drogenmissbrauch im Betrieb, Arbeitsschutz – Arbeitsrecht – Prävention – Rehabilitation, 2. aktualisierte Auflage, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2004

Hohenhaus, Ulf R.; Ziegler, Herbert: (2000)

Probleme mit dem Alkohol: eine Fibel für den Betrieb, 6. völlig überarbeitete Auflage, Deutsche Instituts-Verlag, Köln, 2000

Holder, Harold D.: (1998)

Alcohol and the community, A Systems Approach to Prevention, Cambridge University Press, 1998

Hulse, G.; White, J.; Cape, G. (Editors): (2002)

Management of Alcohol and Drug Problems, Oxford University Press, Australia, 2002

Institution für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH: (2004)

Prävention und Rehabilitation zur Verhinderung von Erwerbsminderung, Köln, 2004

John and Hanke: (2003)

Tabak- oder alcocol-attributale stationäre Behandlungen, Deutsche Medizinische Wochenschrift, 128, Seiten 1387-90, 2003

Kalke, J.; Raschke, P.; Kern, W.; Lagemann, C.; Frahm, H. (Hrsg.): (2004)

Handbuch der Suchtprävention; Programme, Projekte und Maßnahmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Lambertus-Verlag, Freiburg im Breisgau, 2004

Karger, S. Medical and Scientific Publisher: (2001)

European Addiction Research, Patterns of Consumption, Vol. 7, Karger, Basel, 2001

Künzl, Reinhard; Oberlander, Thomas (2005)

Alkohol, Drogen, Medikamente und Tabak – Sucht und Prävention im Betrieb, Arbeit und Arbeits­recht – Die Zeitschrift für Personal-Profi (Sonderausgabe), 60. Jahrgang, Huss-Medien, Berlin 2005

Landesstelle gegen Suchtgefahren Schleswig-Holstein (LSSH): (2002)

Co-Abhängigkeit in Familie und Betrieb, Ansprechen statt Schweigen, Hansadruck, Kiel 2002

Legnaro, Aldo; Schmieder, Arnold (Hrsg.): (1999)

Suchtwirtschaft, Jahrbuch Suchtforschung, Band 1, LIT-Verlag, Münster 1999

Mann, Karl (Hrsg.) (2002)

Neue Therapieansätze bei Alkoholproblemen, Pabst-Verlag, Lengerich, 2002

Rost, Wolf-Detlef (2001)

Psychoanalyse des Alkoholismus, Theorie – Diagnostik – Behandlung, 6. Auflage, Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart, 2001

Rummel, Martina; Rainer, Ludwig; Fuchs, Reinhard: (2004)

Alkohol im Unternehmen, Prävention und Intervention, Hogrefe-Verlag, Göttingen, 2004

Schäfer, Volker: (1984)

Alkoholmissbrauch im Betrieb, personalpolitische und personalrechtliche Problemlösungen, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1984

Schriftenreihe des BMG (Hrsg.) (2000)

Alkoholkonsum und alkoholbezogene Störungen in Deutschland, Schriftenreihe des BMG, Band 128, Nomos Verlag, 2000

Sournia, Jean-Charles (1990)

A History of Alcoholism, Basil Blackwell Ltd., Oxford, 1990

Stanford Research Institute (ISR): (1975)

Betriebliche Alkoholismus-Programme in U.S.-Firmen – Ein Untersuchungsbericht des Long Range Planning Service, London, Menlo Park, 1975

Strug, David L.; Priyadarsini, S.; Hymann, Merton M. (Editors): (1986)

Alcohol Interventions, Historical and Sociocultural Approaches, Haworth Press, New York, 1986

WHO (Henderson, M.; Hutcheson, G.; Davis, J.): (1996)

Regional Publications European Series No.67, Alkohol and the workplace, Glasgow (UK), 1996

WHO: (1965)

Expert Committee on dependence-producing drugs, rep. series Nr 312, Genf, 1965

Internetquellen:

-http://www.hls-online.org/sucht_betrieb.html, 19.02.2006.
-http://www.hoefer-net.de/wissen/Suchtprobleme%20im%20Betrieb.ppt, 19.02.2006.
-http://www.gapinfo.de/gesundheitsamt/alle/suchtstoffe/alkohol/betrieb.html, 19.02.2006

1 Einleitung – Sucht in der Gesellschaft und Arbeitswelt

In unserer Gesellschaft gehört der Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln zum Alltag. Aufgrund der angenehmen Wirkung, vor allem dem Effekt, sich von Belastungssituationen abzulenken, entwickelt sich der Konsum dabei leicht zur Gewohnheit, in vielen Fällen bis hin zur Sucht.

Dabei reicht das Spektrum von so genannten stoffgebundenen Süchten wie Alkohol, Medikamenten, illegalen Drogen und Nikotin, über die nicht stoffgebundenen Süchte wie Spielsucht und Essstörungen bis hin zur Arbeitssucht.

Dem Kampf gegen Drogen wird ein breiter Raum in der Öffentlichkeit eingeräumt; die anderen Erkrankungen geraten dabei ins Hintertreffen. Dazu kommt insbesondere bei Alkohol eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz. Der größte Teil der Bundesbürger kann vernünftig mit alkoholhaltigen Getränken umgehen und prägt durch seine Einstellung zu Alkohol das Gesamtverhalten.

Sucht und insbesondere Alkohol macht auch vor den Türen von Betrieben keinen Halt. Der Gesamtverbrauch von Alkohol in der Bundesrepublik schlägt sich auch in dem Kon­sumverhalten innerhalb eines Betriebes nieder; der Alkoholkonsum im Betrieb stellt ein ziemlich genaues Spiegelbild gesellschaftlicher Trinksitten dar.[1]

Suchtkranke schädigen durch die Einnahme des Suchtmittels nicht nur die Gesundheit. Die Arbeitsleistung nimmt ab, Qualitätsmängel, Fehlzeiten und Arbeitsunfälle häufen sich. Des Weiteren werden die Betroffenen von ihren Kollegen und Vorgesetzten zunehmend als Belastung empfunden, wodurch das Betriebsklima tief greifend beeinträchtigt wird.[2]

Das Unternehmen muss seiner Verantwortung allen Mitarbeitern gegenüber gerecht wer­den und Maßnahmen zur Bewältigung der Suchtprobleme und deren Folgen ergreifen. Wie dies geschehen sollte und könnte, ist Hauptthema dieser Arbeit.

2 Bestandsaufnahme

Im diesem Teil der Arbeit werden gezielte Hintergrundinformationen und aktuelle Kenn­zahlen gegeben und Begrifflichkeiten erläutert, um an die Suchtproblematik in unserer Gesellschaft mit ihren Auswirkungen auf die Arbeitswelt heranzuführen.

Die Ausführungen beschränken sich hier, wie auch im Rest des Textes, auf stoffliche Suchterkrankungen Alkohol, Medikamente und Drogen, wobei der Hauptfokus auf den Alkoholkonsum gelegt wird. Diese Konzentration ist auf Grund der Verbreitung nach wie vor sinnvoll. Die später erläuterten Präventions- und Interventionsstrategien lassen sich in aller Regel im Kern auf Probleme mit anderen Drogen und den Umgang mit anderen psychosozialen Problemstellungen übertragen. [iii]

2.1 Zahlen und Fakten

2.1.1 Konsum, Missbrauch, Abhängigkeit

Der durchschnittliche Alkoholkonsum lag in Deutschland 2003 bei 10,2 Liter reinem Alkohol je Einwohner, bei leicht abnehmender Tendenz in den letzten Jahren (1990: 12,1Liter/Einwohner). Damit zählt Deutschland im internationalen Vergleich zu den sieben Ländern, in denen mehr als 10 Liter Alkohol pro Kopf und Jahr getrunken werden. Im internationalen Vergleich von 28 Ländern lag Deutschland 1998 auf Rang 5, den ersten Platz nahm Luxemburg mit 13,3 Liter/Einwohner ein. Auf den Plätzen 27 und 28 wurden die USA und Japan mit jeweils 6,5 Liter/ Einwohner geführt.

Der Alkoholgehalt in alkoholischen Getränken wird in Volumenprozent (Vol.%) angegeben. Ein Volumenprozent (1 Vol.%) entspricht 0,8 Gramm Alkohol. Dementsprechend enthält ein Liter Rotwein (11–13 Vol.%) 88–104 g Alkohol.[iv]

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) geht in ihrem Jahrbuch „Sucht“ 2005 von rund 1,7 Millionen Menschen aus (im Alter von 18 bis 70 Jahren), die vom Alkohol ab­hängig sind, daneben etwa 160.000 Kinder und Jugendliche. Weitere 1,7 Millionen Men­schen betreiben missbräuchlichen Konsum, und körperlich und sozial geschädigt. Insgesamt 10,4 Millionen Bundesbürger zeigen ein riskantes Konsumverhalten und stehen damit an der Schwelle zur Sucht.[v]

Die Gesamtzahl der Medikamentenabhängigen wird auf 1,3-1,4 Mio. geschätzt, davon ca. 1-1,1 Mio. Abhängige von Benzodiazepinderivaten und 300.000 von anderen Arznei­mitteln.[vi]

Illegale Drogen [vii] wurden laut einer Erhebung im Jahre 2000 von 6,5% der Westdeut­schen und 5,2% der Ostdeutschen konsumiert. Hochgerechnet auf die Wohnbevölkerung ergeben sich in Westdeutschland 2,5 Mio. und in Ostdeutschland 500.000 aktuelle Kon­sumenten.

Die dominierende Droge war mit 6,2% im Westen und 4,9% im Osten Cannabis. Jeweils 1,3% der Befragten in Ost- und Westdeutschland hatten in den letzten 12 Monaten vor der Untersuchung andere illegale Drogen als Cannabis (Amphetamine, Ecstasy, LSD, Opiate, Kokain, Crack) genommen.

Zu Missbrauch und Abhängigkeit von illegalen Drogen (mindestens eine Diagnose bei den Substanzen Cannabis, Amphetamine, Ecstasy, Opiate und Kokain) der 18 - 59jährigen konnten folgende Zahlen ermittelt werden:

[...]


[1] Vgl. Bengelsdorf (1997), S.8.

[2] Vgl. Heinze und Reuß (2004), S.13.

[iii] Vgl. Rummel, Rainer, Fuchs, Alkohol im Unternehmen (2004), S.2.

[iv] Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS), Jahrbuch Sucht 2005.

[v] Vgl. Heinze und Reuß (2004), S.17.

[vi] Schätzung der DHS; Glaeske, Psychotrope und andere Arzneimittel mit Missbrauchs- und Abhängigkeitspotential Jahrbuch Sucht 2005.

[vii] Repräsentativerhebung zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland, Sucht – Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis, 47, Sonderheft 1, DHS (2000).

Details

Seiten
28
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638610506
ISBN (Buch)
9783638725347
Dateigröße
789 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v68486
Institution / Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn – Hochschule Heilbronn
Note
1,3
Schlagworte
Maßnahmen Behandlung Suchtproblemen Betrieb BWL-Seminar

Autor

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Titel: Maßnahmen zur Behandlung von Suchtproblemen im Betrieb