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Geld in der modernen Kultur-Stile des Lebens nach Georg Simmel

Hausarbeit 2005 17 Seiten

Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geld und seine Entstehungsgeschichte

3. Sinn des Geldes in der Kultur
3.1 Allgemeine Betrachtung

4 Georg Simmels „Philosophie des Geldes“
4.1 Stile des Lebens
4.2 Bezug zur Moderne

5 Schlussbetrachtung

6 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ein Medium verbindet Menschen auf der ganzen Welt und trifft keine Unterscheidung in Religion, Hautfarbe oder Sprache. Dabei hat es die Macht Kriege auszulösen oder Leben zu retten. Die Rede ist von Geld. Das tägliche Leben eines Jeden dreht sich um dieses Geltungsmittel und eine Welt ohne Geld erscheint nicht vorstellbar.

„Als ich klein war, glaubte ich Geld sei das wichtigste im Leben.

Heute, da ich alt bin, weiß ich: Es stimmt.[1]

Das Zitat stammt von Oscar Wilde und trifft die Situation der Moderne aufs Ganze.

Diesen Prozess des Geldes, als Maß aller Dinge, machte 1900 der Soziologe Georg Simmel zum Hauptthema seines Werkes „Philosophie des Geldes“.

In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie sich Georg Simmels Einschätzungen zum Geld auf die Moderne übertragen lassen und welcher Sinn dem Geld unterliegt.

Zuvor geht es jedoch um die Entstehungsgeschichte des Geldes, um anschließend den Sinn des Geldes in der heutigen Kultur zu beleuchten und zu hinterfragen. Folgend wird auf Georg Simmels Werk „Philosophie des Geldes“ eingegangen, wobei das Hauptaugenmerk auf dem 3. Kapitel, den „Stilen des Lebens“, liegt. Ein Fazit bildet schließlich den Abschluss der Arbeit.

2. Geld und seine Entstehungsgeschichte

An dieser Stelle wird ein grober Überblick über die Geschichte des Geldes gegeben.

In der Vorzeit stellten die Menschen ihre Nutzmittel, wie Kleidung oder Behausungen, selbst her. Ihre Nahrung erlegten sie gleichermaßen selber, so dass der Begriff Arbeitsteilung für die Menschen noch keine Bedeutung hatte.[2] Eine Spezialisierung bei der Herstellung bestimmter Güter kam zustande, nachdem den Vorzeitmenschen bewusst wurde, dass es günstiger sei, sich auf die Herstellung einer bestimmten Sache zu konzentrieren. So tauschten die Menschen ab dann Güter, die sie selbst nicht herstellten, für ihre eigenen. Um solch ein Tauschgeschäft abzuwickeln, benötigten die Menschen ein allgemein anerkanntes Zahlungsmittel, das Geld.

Erste Entdeckungen gibt es dabei aus dem Jahr 25.000 vor Christus zu berichten. Damals benutzten die Menschen Nephritbeilchen als eine Art Geld.[3] Andere Urvölker gebrauchten ihr Hab und Gut, meist Nahrungsmittel oder Vieh, als Tauschmittel. Aber auch Schmuck, zumeist Perlen und Muscheln, sowie Rohstoffe ersetzten in früheren Kulturen das Geld. Dieses Natural- oder Warengeld war zu dieser Zeiten weit verbreitet und in allen Epochen zu finden. Sie stellten die erste Stufe der Geldentwicklung dar.

Das erste Metallgeld, es bestand aus Silber, wurde etwa um 2.000 vor Christus im Mesopotamien im heutigen Irak benutzt.[4]

Die ersten bekannten Münzen stammen aus dem damaligen Königreich Lydien um 600 vor Christus. Dabei wurden Münzen mit Gold oder Silber überzogen und mit einer Prägung (Siegel, Stempel, Bild) versehen.[5] Diese Idee, Münzgeld zur Bezahlung zu verwenden, breitete sich zu dieser Zeit rasch im ganzen Mittelmeerraum aus. Beim Münzgeld waren, im Gegensatz zum Tauschhandel, die Händler vor Täuschungen zum größten Teil sicher.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte nahm der Erfolgsweg des Geldes kein Ende und ersetzte auf der ganzen Welt Vieh, Muscheln und andere Güter als Tauschmittel.

Dabei wurden immer wieder neue Prägungen, Legierungen, Wertmaße festgelegt. Gekennzeichnet war der Geldhandel schon damals von Schwankungen des Geldwertes. Um das weltweite Geldgeschäft auszubauen und zu kontrollieren, entstand 1409 die erste Börse Europas in Brügge.[6] Das erste Papiergeld in Europa wurde 1666 von den Schweden verwendet, nachdem die Vorräte an Silbermünzen knapp geworden waren.[7] Bei diesem Papiergeld handelte es sich um Zahlungsverpflichtungen, die schriftlich niedergelegt wurden, so genannte Quittungen. Dies waren die Anfänge des heutigen Geldes.

Ein Wandel im Umgang mit Bargeld wurde 1968 durch die Einführung von EC-Karten und Schecks herbeigeführt.[8] Bald darauf folgten Kreditkarten, welche, zusammen mit den computerlesbaren EC-Karten, die Münzen und Scheine immer mehr ablösten. Heutzutage kann jede Ware ohne Bargeld gekauft werden. Der heutige Geldverkehr zeichnet sich durch schnelle Übermittlung von Daten auf der ganzen Welt aus, der für den Verbraucher unsichtbar abgewickelt wird.

Die ungeheure Karriere des Geldes lässt sich einzig und allein mit dessen praktischer Funktion erklären.

Denn das Geld erleichtert Tausch- und Handelsgeschäfte, macht Dinge und Dienstleistungen vergleichbar und macht letztendlich eine arbeitsteilige Wirtschaft erst möglich. Heutzutage ist das Geld in fast alle Lebensbereiche eingedrungen. Der Ausspruch „Alles hat seinen Preis“ zeigt inwieweit das „Kosumdenken“ in der heutigen Gesellschaft vorgedrungen ist.

Doch welchen Sinn hat das Geld eigentlich, abgesehen vom Tauschmittel, in der heutigen Kultur? Darauf gibt der folgende Punkt Antwort.

3. Sinn des Geldes in der Kultur

3.1 Allgemeine Betrachtung

An diesem Punkt soll eine allgemeine Betrachtung auf den Sinn des Geldes in der Kultur gegeben werden, um im zweiten Schritt speziell auf Georg Simmels Anschauung zum Geld und seinen Kulturbegriff zu sprechen zu kommen. Die grundlegende Frage lautet: „Welchen Sinn beziehungsweise Zweck erfüllt Geld?“

Geld ist ein Tauschmittel, mit dem alle Güter und Leistungen vergleichbar gemacht werden können. Die Funktion des Geldes liegt darin jeder Ware einen bestimmten Wert zuzuordnen, damit sie erworben werden kann.[9] Geld dient somit als Mittel zum Zweck. In der Kultur drückt sich Geld in Form von Reichtum aus. Dabei reduziert Geld die gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen auf den Besitz von Waren. Das Streben nach größerem Besitz, sprich mehr Geld, unterliegt allen Menschen.

Je mehr Besitz eine Person anhäufen kann, umso größer wird die soziale Stellung dieser Person in der Gesellschaft. Der Kulturbegriff ist demnach so stark mit dem Geldbegriff verknüpft, dass eine Trennung unmöglich ist.

Beide sind voneinander abhängig und in dieser Abhängigkeit liegt die Gefahr der Überbewertung des Geldes in der Gesellschaft. Der Sinn des Geldes zeigt jedoch in keinster Weise nur negative Aspekte auf. So können mit Geld sehr viele „gute“ Dinge vollbracht werden. Als Beispiel können hier die zahlreichen Organisationen, die mit Geldspenden aus der Bevölkerung den armen Menschen helfen, angebracht werden.

Doch gilt es nicht in der heutigen Gesellschaft, in der sich alles um Besitztümer dreht, die größten Güter der Menschen, wie Liebe oder Gesundheit, in den Vordergrund zu rücken?

[...]


[1] http://www.zit.at/show_name.php3?name=691; zuletzt besucht am 06.03.2006

[2] Vgl. Sprenger, Bernd (2002): „Das Geld der Deutschen“. Paderborn, München, Wien, Zürich: Schöningh Verlag. S.19.

[3] Vgl. Weimar, Wolfram (1992): „Geschichte des Geldes“. Frankfurt am Main und Leipzig: Insel Verlag. S.25.

[4] Vgl. ebd., S.26.

[5] Vgl. ebd., S.27.

[6] Vgl. Weimar, Wolfram (1992): „Geschichte des Geldes“. Frankfurt am Main und Leipzig: Insel Verlag. S.80.

[7] Vgl. ebd., S.114.

[8] Vgl. ebd., S.252.

[9] Vgl. Von Flotow, Paschen (1995): „Geld, Wirtschaft und Gesellschaft“. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag. S.67.

Details

Seiten
17
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638609517
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v68307
Institution / Hochschule
Universität Konstanz
Note
2
Schlagworte
Geld Kultur-Stile Lebens Georg Simmel

Autor

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