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INNERVATIONEN - Zur unbewussten Wahrnehmungsebene in Alfred Hitchcocks PSYCHO

Magisterarbeit 2001 255 Seiten

Filmwissenschaft

Leseprobe

INHALT

1 EINLEITUNG

1.1 METHODE DER FILMANALYSE
1.2 PSYCHO IM KONTEXT
1.3 ERLÄUTERUNG ZUR UNTERSUCHUNGSPRAXIS

2 KÖRPER-INNERVATIONEN ZUR UNBEWUSSTEN WAHRNEHMUNG IN HITCHCOCKS PSYCHO
2.1 DER SPIEGEL ALS METAPHER UND ALLEGORIE IN HITCHCOCKS PSYCHO
2.1.1 Die Spiegel-Bilder
2.1.1.1 Der Spiegel im Hotelzimmer
2.1.1.2 Der Kosmetik-Spiegel
2.1.1.3 Der Spiegel in Marions Appartement
2.1.1.4 Der Rück-Spiegel
2.1.1.5 Der Spiegel im Waschraum
2.1.1.6 Der Spiegel in der Motel-Rezeption
2.1.1.7 Der Spiegel und der Detektiv
2.1.1.8 Der Spiegel in Zimmer 1
2.1.1.9 Die Spiegel der Spiegel
2.2 DAS BILD-IM-BILD
2.2.1 Das Bild im Hotel
2.2.2 Caroline’s Bilder
2.2.3 Marions Bilder
2.2.4 Familienbilder
2.2.5 Schicksalsbilder
2.2.6 Normans/Mutters Bilder
2.3 EDWARD HOPPERS BILDER
2.3.1 Hotelzimmer
2.3.2 Büro
2.4 BILDFORMAT, KASCH UND SCHWARZ-WEIß
2.4.1 Kasch
2.4.1.1 Marions Kasch
2.4.1.2 Normans Kasch
2.4.1.3 Marion und Norman
2.4.2 Die Schwarz-Weiß-Wahl
2.4.2.1 Hotelzimmer
2.4.3 Vertikal-Horizontal
2.5 MIMIK UND GESTIK
2.5.1 Das diabolische Lächeln
2.5.2 Linke Hand/rechte Hand
2.6 DAS KURZ-ZEITBILD
2.6.1 Mahl
2.6.2 Stuhl
2.6.3 Kenn-Zeichen
2.6.4 Norman

3 AUSSICHT

LITERATURANGABEN

LEBENSLAUF

ERKLÄRUNG

INHALT BAND 2
SEQUENZGRAFIK
STORYBOARD

„Ernie, ist dir klar, was wir in diesem Film machen? Das Publi kum ist wie eine gewaltige Orgel, auf der du und ich spielen. In einem Augenblick spielen wir diese Note und bekommen diese Reaktion, und dann spielen wir jenen Akkord, und das Publikum reagiert auf jene Art. Und eines Tages werden wir noch nicht einmal mehr einen Film dafür zu machen brauchen - in ihre Gehirne werden Elektroden eingepflanzt sein, und wir brauchen nur noch verschiedene Knöpfe zu drücken, und sie werden >ooooh< und >aaah< machen, und wir werden ihnen einen Schrecken einjagen und sie zum Lachen bringen. Wird das nicht wunderbar sein?“1

1 Einleitung

Man stelle sich einen Studierenden der Film- und Medienwissenschaft vor, der vor die Aufgabe gestellt wird, Hitchcocks Film PSYCHO einer einge henden Analyse, im Hinblick auf Aufbau und Struktur, zu unterziehen. Man stelle sich weiter vor, dass dieser Film-Betrachter selbst vom Aufbau und der Struktur dieses Films, wie der Kinobesucher, in einen Sog gezogen wird und Teil des Films wird, so dass er auf die Idee verfällt nun einzelne Filmbilder zwei-dimensional auszudrucken, zu untersuchen und ihnen so mit den filmischen Raum zu entziehen, der ihn vorher doch bezwang und absorbierte. Weiter wäre vorstellbar, dass dieser Betrachter nun endlich die nötige Distanz gefunden hätte, die zu einer analytischen Sicht des Films gehört, wenn wissenschaftliche Arbeit gefordert wird. Was würde man dagegen annehmen, wenn diese gedruckten Einzelbilder aus dem Film ähnliche Effekte und Affekte auslösten wie das räumliche Filmbild, ähnliche Assoziationen, Gedanken, Emotionen? Sicher könnte man diese Auswirkungen auf die frühere Rezeption zurückführen, auf die Ikonografie PSYCHOS und die unzähligen Symbole und Zeichen, die zum kommunika- tiven Gedächtnis der modernen Gesellschaft gehören, wie Micky Maus und Pop-Art als Archetypus eines kommunikativen Systems verstanden wer den, das Nachbilder an Vorbildern misst und versucht sie zuzuordnen, so als ob das Wiedererkennen am Bilderlesen den Hauptantrieb darstellt.

Mag diese Begründung zutreffen, ist die Kraft PSYCHOS dessen ungeach tet spürbar, die sogar vom Einzelbild ausgeht und aus dem Rahmen, den ein Filmbild begrenzt, austritt und den Rezipienten phagozytiert. Es ist nicht das eigentlich Sichtbare, die Denotation oder die Exemplifikation im Bildinhalt, welches zu faszinieren scheint, sondern die kontemplative Ima gination, die vom Filmbild aus evoziert wird. Die Stilleben, Tableaus, Ein stellungen, Rekursionen und Kamerafahrten, die Hitchcock in PSYCHO entwirft, bewirken ein episches Aufeinander, dessen Dekonstruktion zum Einzelbild in eine erfahrbare affektive Körperlichkeit des Betrachters über führt wird.2 Das Produkt der Redundanz, das Filmbild, kann solitär funkti onieren, weil es Implikate besitzt, die vor und nach dem Einzelbild virtuell als Kontinuum denkbar sind. Das Einzelbild wird so zum Artefakt des Ki nos, der Technik, der Apparatur, in ihm ist Film als Aura spürbar, ohne es sichtbar werden zu lassen.3 Nur so kann die Begründung für die Faszinati on des Einzelbildes erklärbar gemacht werden.4 Und wenn die immanente Kraft PSYCHOS durch die Reduktion zum Einzelbild immer noch spürbar wird, inwieweit muss der Film PSYCHO durch das Auge, die Haut, den Körper des Zuschauers seinen Weg durch das vegetative Geflecht seiner innervierten Zielorgane bahnen ehe er zu Bewusstsein kommt?

Die Regression in die der Betrachter verfällt, in ein frühes Stadium der Subjektivierung seiner selbst, die Lacan in seinem Aufsatz zum Spiegelsta- dium ergründete und oft als Kino-Metapher gebraucht wurde, beschreibt das Verhalten 6 bis 18 Monate alter Säuglinge, die beim Anblick ihres Spiegelbildes eine Lust empfinden und zum Ausdruck bringen.5 Lacan deu tete hingegen das gefundene Ich als Pseudo-Ich, das imaginativ eine spä tere Entwicklung zur Ich-Integration vorwegnimmt, in der das Körper Selbst noch nicht integrierbarer Bestandteil des Säuglings ist, und durch das Erkennen des Ichs im Spiegel ersetzt wird. In der Apparatus-Theorie Baudrys6 zeigt sich die vorher formulierte Regressions-Arbeit zur Wieder erkennung des Betrachters wieder. Der Zuschauer im Kino verlässt seine körperliche Hülle, da der Spiegel der Leinwand zwar die äußere Realität wiederspiegelt, aber dennoch den Körper des Betrachters in seiner Indivi dualität und Subjektivität nicht zu repräsentieren vermag.

Die Apparatus-Debatte, Anfang der 70er Jahre in Frankreich initialisiert, versuchte die technische Apparatur des Kinos in die Kritik am bürgerlichen Film und seinem Transport reaktionärer Ideologien zu integrieren. Dass dem technischen Apparat der Kamera die Ideologie vergegenständlicht immer schon inne wohne, war Haupt-These dieser Debatte.7 Die Diskussi on, weiter getragen durch semiotische und psychoanalytische Ansätze, ist bis heute noch spürbar.8 Die feministische Filmtheorie wurde durch die neuen Erkenntnisse der Apparatus-Debatte und einem psychoanalytischen Ansatz dazu gebracht, eine Blicktheorie in Bezug auf Geschlechterdifferen zierungen zu etablieren. Der machtvolle männliche Blick, so etwa Mulvey, bezieht seine Kraft aus der ihm immanenten Position der Identifikation mit der Kamera.9

Für diese Arbeit wird es wichtig sein, Ergebnisse der Apparatus-Debatte in Bezug auf den Zuschauer und seinen Realitätseindruck sowie seine Regressionsarbeit zu berücksichtigen und sie im zweiten Teil in der Analyse PSYCHOS auf ihren Nutzen hin zu bewerten.

Der Verfasser der vorliegenden Arbeit, der Studierende, war lange Zeit bemüht überhaupt eine Angriffsfläche für PSYCHO zu finden, die es ver mag all diese Befunde in einem homogenen Ganzen zu integrieren. Viele Ansätze und Methoden erwiesen sich als zu steril und eigenartig leblos (Semiotik), um dem Thema gerecht zu werden. Den Anspruch der Semio tik, den Zeichenbegriff der Sprache auch auf den Film zu übertragen und ihn in ein strukturalisiertes Regelwerk mit fast mathematischen Entspre chungen zu überführen, erwies sich Ende der sechziger Jahre als misslun genes Unterfangen. Das Problem der „Segmentierung“ des Films in kleins te sich von einander abgrenzende Einheiten, schien beim Film auf Prob leme zu stoßen, im Gegensatz zur Sprache und Schrift. Ein weiteres Prob lem stellt die Zeichendefinition dar, die, von einem Zeichensystem ausge hend, dem einzelnen Zeichen nur in der Differenz zu einem anderen Zei chen Sinngehalt gibt. Das Bild wehrt sich vehement gegen solche einein deutige Zuordnungen, da es in der räumlichen, durch Bewegung und Zeit konstatierten Kontinuität der Bild-„Bedeutungen“ außerhalb eines klar de finierbaren Zeichensystems existiert.

Schließlich ist es der weiteren Entwicklung in den Medienwissenschaften zu verdanken, dass die Innervationen des Zuschauer-Körpers durch die unbewusste Ebene in Hitchcocks PSYCHO analysierbar wurden. Die Kör- perfeindlichkeit, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten den Diskurs in den Geisteswissenschaften10 prägte, wurde aufgelöst durch Untersuchun gen des Selbst und des Körpers im Kino11 und somit ist eine Wiederkehr des Körpers12 auch in den Medienwissenschaften zu konstatieren. Der vor liegenden Untersuchung kam des weiteren auch die Entwicklung einer in terdisziplinären Anstrengung zugute, die versucht eine Bildwissenschaft13, die auch das Filmbild nicht ausspart, neben der Sprachwissenschaft zu e tablieren. Nun konnte das latente Gerüst für diese Arbeit manifest werden und die ubiquitär aufgefundenen Artefakte in den Bildern PSYCHOS einer minuziösen Analyse unterzogen werden.

1.1 Methode der Filmanalyse

Wie nähert man sich dem Phänomen PSYCHO aus einer anderen, nicht festgelegten Perspektive? Wie können Unterscheidungen zu den üblichen Analysen dieses Films gesetzt und gleichzeitig eine andere Methodik integ riert werden? Wie erklärt sich das Faszinosum PSYCHO? Und schließlich, was fasziniert den Zuschauer immer noch an PSYCHO, wie nimmt er den Film wahr?

Bei Durchsicht der ungezählten Publikationen, die den weiteren Erfolg PSYCHOS, auch in den Filmwissenschaften, begleiteten, muss der Ver dacht aufkommen, dass die meisten Verfasser dieser Rezensionen, Kriti ken, Essays oder Analysen keine erschöpfende Erklärung für das Faszino sum PSYCHO herausarbeiten konnten. So wenig Essentielles kam dabei zum Vorschein, dass Anekdoten und Zitate sich reproduzierten und so zum allgemeinen Mythos um PSYCHO beitrugen. Viele Methoden der Analyse und Rezeption wurden angewandt, um PSYCHO als Film gerecht zu wer den. Persönlich-emotionale wie filmwissenschaftliche Methoden fanden in Unmengen in den Bibliografien um PSYCHO und Hitchcock Platz. Es wird die Anstrengung vermieden, alle Versuche der Interpretation im Einzelnen zu katalogisieren und es sollen nur einige wenige Analysen, die für die vorliegende Arbeit relevante Ansätze bergen, bemüht werden.14

Sicher liegt ein Grund für die unbefriedigenden Resultate der meisten Ana lysen in der für den Film PSYCHO gewählten Methode15. Zu sehr ist PSY-

CHO bereits zu einem modernen Mythos geworden und Georg Seesslen spricht gar vom „Psycho“-Sydrom16, der eine ganze Reihe von späteren Filmen hervorbrachte, von den weiteren Teilen PSYCHOS17 ganz zu schweigen.

Welche Methode wäre nun zu wählen, um ein wenig Licht in den Mythos PSYCHO zu bringen?

Der Obertitel der vorliegenden Arbeit „Körper-Innervationen“ macht zu mindest deutlich, dass primär auf Effektoren und Affekten im Filmerleben eingegangen werden soll. Die physiologisch/ psychologischen Termini sol len jedoch keineswegs auf eine wahrnehmungs- bzw. rezeptionsanalyti sche Arbeit hinweisen, wie sie beispielsweise in der Filmwirkungsforschung ihren Niederschlag findet. Diese empirische Methodik benutzt die aufge schlüsselte narrative Struktur des zu untersuchenden Films als Stimulus Material. Die veränderten Aktivierungen beim Zuschauer innerhalb der Filmrezeption stellen die zu beobachtenden Ergebnisse dar. Diese Vorge hensweise weist einen hohen quantitativen Wert auf, der jedoch in vieler lei Hinsicht nicht den erhofften essenziellen Bereich der Emotion, Kogniti on und des Unterbewusstseins integriert.18 Vielmehr bedarf es in Bezug auf PSYCHO einer neuen Begriffswahl, die es ermöglicht festgefahrene, mittlerweile zu determinierte Begriffe, beispielsweise aus der Semiotik o der der Psychoanalyse, zu verwerfen.

kann nicht zur Klärung der Faszination um PSYCHO beitragen. Zu sehr wird mit normativen Konnotationen und Denotationen gearbeitet.

Weiterhin wird der Zuschauer-Körper als Transmitter definiert, der in allen Analysen um PSYCHO kaum berücksichtigt wurde, obwohl er es ist, der das Nicht-Bewusste mit Reizen des Films versorgt und sogar Hitchcock auf diesen Umstand hinwies19. Effektoren des Films können in vielerlei Hinsicht definiert werden, Prämisse und Gegenstand für alle untersuchten Zu schauerreize sind jedoch die vom Körper des Zuschauers ausgehenden Affekte, die kognitiv nicht erfahrbar werden, da sie sich in einer noch nicht bewussten Ebene befinden. Um diese Meta- oder Subebene analysierbar zu machen, bedarf es einer extrem aufwendigen Untersuchung des Films sowie der eigenen Introspektion und einer virtuellen Gegenübertragung mit dem Kino-Zuschauer. Sämtliche Effektoren (hauptsächlich Bilder, je doch auch Einstellungen, Fahrten, Montagen, Rekursionen, Vorbilder, Ar tefakte, Symbole, Zeichen, „Fehler“, Tableaus, Zeiterfahrung, Musik), die beim Zuschauer ambivalente, kognitiv noch nicht definierte Gefühle und Affekte evozieren, sollen bei der Dechiffrierung des subtilen Codes in die Analyse integriert werden.

Ein ähnlich gelagertes Konzept verfolgt William Rothmann20. Rothmann bleibt jedoch in der in den 80er Jahren eingeführten Blicktheorie21 zu sehr gefangen, die in einzelnen Interpretationen der Szenen zu sehr zu nur persönlich definierbaren Schlüssen führen. Trotz dieser Kritik ist Roth manns Arbeit ein äußerst wichtiger Hinweis auf die Sub-Ebene des Films PSYCHO, die sich quasi nur in einer Einzelbildanalyse annähernd dechiff rieren lässt, die auch Rothmann konsequent einsetzt. Dieses Wechselspiel,

Suckfüll, Monika: Film erleben. Narrative Strukturen und physiologische Prozesse - „Das Piano“ von Jane Campion. Berlin 1997 einerseits das Filmbild22 im Auge zu haben und gleichzeitig der eigenen Introspektion und somit den Zuschauer-Körper im Sinne einer Gegenübertragung zu vertrauen, ist Hauptmethode der vorliegenden Arbeit.

Nach genauer Zuordnung der Effektoren und Affektoren, die die Sub Ebene des Films formulierbar machen, soll eine immer synchron laufende immanente Untersuchung induktiv zur narrativen Struktur PSYCHOs füh ren, um den Gesamtfilm nicht aus den Augen zu verlieren. In dieser Ebene der Filmanalyse kann nun wiederum auf andere Methoden der Filmbe trachtungen zurückgegriffen werden. Hierbei lässt sich die Analyse von interdisziplinären Ansätzen anleiten. Semiotische und psychoanalytische, kunstwissenschaftliche (Ikonographie) und philosophische Blickwinkel sol len berücksichtigt werden.

1.2 PSYCHO im Kontext

PSYCHO in ein fassbares und nachvollziehbares Raster zu bringen scheint ein schwieriges Unterfangen. Viele Theorien und Ansätze, je nach philoso phischem Anspruch, erheben PSYCHO einmal zum postmodernen Film schlechthin, oder er wird als Film in einer Triaden-Theorie unter andere Hitchcock-Filmen eingeordnet. Slavoj Zizek gibt in der Einleitung zu dem Buch „Ein Triumph des Blicks über das Auge, Psychoanalyse bei Hitch cock“23 einen Einblick in die verschiedenen Zuordnungen PSYCHOs, und dies nicht nur das Werk Hitchcocks betreffend, sondern auch übergeord net in ästhetisch-philosophischer Hinsicht.

Den Hollywood-Film der dreißiger und vierziger Jahre zählt Frederic Jame son24 in seiner historischen Triaden-Theorie „Realismus-Modernismus Postmodernismus“ wegen seines neu definierten narrativen Codes zum Realismus:

„... `Modernismus´ die großen Autoren der fünfziger und sechziger Jahre und ´Postmodernismus´ das Schlamassel, in dem wir uns heute befinden,...“25 und weiter:“...Für eine dialektische Annähe- rungsweise ist Hitchcock gerade insofern von besonderem Interes- se, als er sich an den Grenzen dieser Triade bewegt - jeder Versuch einer Klassifizierung führt früher oder später zu dem paradoxen Re sultat, daß Hitchcock in gewisser Weise allen drei Klassen zugleich angehört: Er ist ‚Realist’ (für die Vertreter der alten linken Kritiker und Historiker, in deren Augen sein Name für die ideologische nar rative Hollywood-Geschlossenheit steht, bis hin zu Raymond Bel lour, für den seine Filme den ödipalen Verlauf variieren und als sol-

che eine ‚sowohl exzentrische als auch exemplarische Version’ des klassischen Hollywood-Erzählkinos sind); er ist ‚Modernist’ (d.h. ein Vorläufer und zugleich einer in der Reihe der großen auteurs, die, an den Rändern Hollywoods oder außerhalb, dessen erzählerische Codes subvertierten - Welles, Renoir, Bergmann ...), und er ist ‚Postmodernist’ (wenn aus keinem anderen Grund, so der oben genannten Übertragung, die seine Filme bei den Interpreten auslö- sen).“ 26

In dieser Einteilung erscheint PSYCHO zusammen mit den anderen Filmen aus den fünfziger und sechziger Jahren als postmoderner Film, indem der Protagonist ...“inhaltlich zentriert auf die Perspektive des männlichen Hel den, für den das mütterliche Über-Ich den Zugang zu einer ‚normalen’ se xuellen Beziehung versperrt27, gedeutet wird.

Eine weitere, werkimmanentere Einteilungsebene wird durch die Einfüh rung der Trilogie-Theorie erreicht. Hier werden nun Hitchcocks berühmtes te Filme VERTIGO, NORTH BY NORTHWEST und PSYCHO als Schlüsselfil me definiert, da ...“Ihr formales Problem...“ dasselbe ist wie „ die Beziehung eines Mangels und eines Faktors (einer Person), der diesen kompensieren soll. In VERTIGO sucht der Held nach Kompensation für das Ver schwinden der geliebten Frau (ihren offensichtlichen Selbstmord) auf einer buchstäblich imaginären Ebene: er versucht durch Klei dung, Frisur und ähnliches das Bild der verlorenen Frau wiederher zustellen. In NORTH BY NORTHWEST befinden wir uns auf der symbolischen Ebene: hier geht es um einen leeren Namen, den Namen einer nichtexistenten Person (‚Kaplan’), einem Signifikanten ohne Träger, der nur durch Zufall an den Helden geheftet wird. In PSYCHO erreichen wir schließlich die Ebene des Realen: Norman Bates, der die Kleider seiner Mutter anzieht, mit ihrer Stimme spricht usw., möchte weder ihr Bild wiederauferstehen lassen, noch in ihrem Namen handeln; er möchte ihren Platz im Realen einneh men - Zeichen eines psychotischen Zustands.“28

Man kommt schwerlich umhin, PSYCHO auch aus der neueren psychoana lytischen Sicht beispielsweise eines Lacan zu sehen, zumal der Titel und überhaupt der größte Teil des Hitchcockschen Werkes, in der Annahme einer Intention des Regisseurs, eine psychoanalytische Sichtweise erlaubt. Dies wird auch in der übergeordneten Interpretationsebene mit zu berück sichtigen sein.

Georg Seesslen, der über die Grundlagen und die Mythologie des populä ren Films allerlei Effektives zu Tage brachte, hat sich schon des öfteren mit dem Genre „Thriller“ beschäftigt. In seinem Buch „Kino der Angst; Thriller,“ benutzt er einen anderen Angriffspunkt zum Verständnis PSY CHOs:

“Hitchcock hatte es in allen seinen Filmen verstanden, die Mythen der amerikanischen populären Kultur in seinen Kosmos zu integrie- ren, so wie hier die Mythen der Psychologie (nicht etwa die Psycho- logie selber), den Mythos der verstörten, unbefriedigten amerikani- schen Frau (Janet Leigh als ideale Verkörperung des Typus), der schrecklichen Mutter, des kranken, guten amerikanischen Jungen. Auto, Motel, Polizist, Straße, Büro, Geld, Detektiv etc. - das sind Zeichen der gegenwärtigen, realen Positivität, der Versagung; Villa (= Spukschloß), ausgestopfte Tiere, Mumie, Treppen, Messer, fal- sche Kleider - das sind Zeichen aus einem Vorrat gotischer Vergan-genheitsabbildungen, des Versagten. Erst durch den Dialog dieser beiden Zeichensysteme, durch diese nicht aus Analogien, sondern aus Widersprüchen entstehende Beziehung zueinander, entsteht die visuelle Spannung dieses Thrillers, der sich vom Horror-Film nicht nur einige Symbole, sondern einige seiner Bewegungsfiguren, sei ner Emotionen besorgt hat.

So ist PSYCHO in gewissem Sinn die Visualisierung von potenzierten Ängsten, eine Dokumentation darüber, wie beide Formen der Angst, die alltäglich-erfahrene und die geträumte, miteinander zu sammenhängen.“ 29

Abschließend gilt es noch einen Autor zu erwähnen, der sich einige Ge danken über das Genre Suspense-Thriller gemacht hat. Charles Derrys Buch „The Suspense Thriller; Films in the Shadow of Alfred Hitchcock“,30 ist ein oft benutztes Buch zur Definition und Zuordnung von Filmen zum Suspense-Genre. Er differenziert sechs Arten des Thrillers, wie beispiels weise „Thriller of Murderous Passions“ oder „The Innocent-on-the-Run Thriller“. Merkwürdigerweise ist es Derry trotz häufigen Zitierens von PSY CHO nicht möglich, den Film eindeutig zu klassifizieren, was ihn bei VER TIGO und NORTH BY NOTHWEST jedoch mühelos gelingt. Damit nicht genug, setzt er Hitchcock in seiner Thriller-Regisseur-Hitparade nach Chabrol nur an die zweite Stelle. Das mag an der willkürlichen Differenzie rung der einzelnen Thriller liegen, ist jedoch für diese Betrachtung irrele vant, da er durch die häufigen Vergleiche und Verweise auf PSYCHO indi rekt den qualitativen Stellenwert und seine Wirkung auch für andere Filme beweist.

Diese Auswahl an Klassifizierungversuchen von Zizek über Jameson und Seesslen zu Derry möge nur ein kleiner Anhaltspunkt dafür sein, dass PSYCHO wie ein Apparat war oder ist. Es versuchten insbesondere philo sophische Vertreter Lacans, Derridas oder Foucaults, die mit „ esoterischs- ten theoretischen Finessen31 Analysen betrieben, die Aura PSYCHOs zu vergrößern.

1.3 Erläuterung zur Untersuchungspraxis

Eine wichtige Erläuterung hinsichtlich formeller Gegebenheiten soll am En de der Einführung Missverständnisse bezüglich des dargestellten Bildmate rials entgegenwirken. Im Laufe der technischen Entwicklungen der Film und Vermarktungsstrategien kam es zu einer Evolution, die Kinofilme ei nem breiten Distributionsmarkt zugänglich machte. Auch PSYCHO blieb davon nicht verschont. Hitchcocks intendiertes TV-Format 4:3 wurde im Laufe der Zeit von den Rechte-Inhabern verändert. Die Anfang der siebzi ger Jahre ausgestrahlten Kopien PSYCHOs in den Fernsehsendern ent sprachen diesem Format ja noch originär. Das Kauf-Video (1992/CIC Video) straffte bereits das Format in eine nicht klar definierbare Skalie rung. Dies ist von besonderer Wichtigkeit, da die ersten Untersuchungen und Analysen der Filmbilder sich noch auf die originäre TV-Fassung berie fen. Schon im Kauf-Video ist die entstandene Veränderung der Skalierung äußerst signifikant. Das Kapitel um das Format und den Kaschs in PSYCHO ist mit dem Kauf-Video nur rudimentär analysierbar, weil der Gegenstand der Untersuchung nicht mehr sichtbar ist. Eine weitere Veröffentlichung PSYCHOs als Kauf-Video in WIDE-SCREEN und THX-Sound (1998 CIC VIDEO) machte gar ein Ende mit dem, meiner Meinung nach, wichtigen Format und den dazugehörigen Kasch-Zeichen. Am vorläufigen Ende der Veränderungen an PSYCHO, kam 1999 die DVD des Spielfilms auf den Markt, die ein Format von 1,85:1 aufwies und in Dolby digital vertrieben wurde. Eine Verbreiterung des Formats, welche die DVD zumindest für dieses Kapitel disqualifizierte. Jedoch besitzt die DVD einen gewaltigen Vorteil gegenüber dem Kauf-Video im Hinblick auf das Handling und Cap turing der Filmbilder. Musste das Kauf-Video noch per analoger Video Karte aufwendig in die Textverarbeitung implementiert werden, fällt das Capturen der DVD-Bilder immens leichter durch die bereits integrierten Funktionen des jeweiligen DVD-Players. In der vorliegenden Arbeit benut ze ich daher bevorzugt Filmbilder PSYCHOs aus der DVD-Produktion und werde nur im Kapitel über das Format und die Kaschs die Fernsehfassung bemühen. Digitale Bildbearbeitungen finden nur im Rahmen einer Verbes serung der Bildqualität statt (Tonwertkorrektur, Retusche des Sender Logos der Fernsehfassung). Für die Untertitelung werde ich keine Se quenz- oder Szenen-Identifizierung verwenden, sondern erfasse die Zeit zuordnung der Bilder in einem Timecode, der die Echtzeitabfolge des Films repräsentiert. Im Anhang der hier vorliegenden Arbeit befindet sich ein Sequenzprotokoll, das sich an den Erfordernissen der Bildinterpretationen orientiert. Des weiteren ist das Original-Storyboard von Joseph Stefano komplett im Anhang vorhanden, da alle Dialog-Zitate und deren Seitenan gaben dem Storyboard entnommen wurden.

2 Körper-Innervationen

Zur unbewussten Wahrnehmung des Zuschauers in Hitchcocks PSYCHO

2.1 Der Spiegel als Metapher und Allegorie

Alfreds Hitchcocks PSYCHO

Die Metapher des Spiegels, ihre Bedeutung, Zuordnung und Allegorien sind dem Wandel kulturhistorischer Veränderungen, der Religion, Philosophie und Kunst unterworfen. In neuerer Zeit erfährt das Sinnbild des Spiegels, transportiert durch die „Schwarze Romantik“ und die Einführung der Psychoanalyse, eine neue Dimension, obgleich schon sehr früh die Symbolträchtigkeit und die Ich-Erfahrung des Spiegels formuliert wurden. Dazu Jurgis Baltrusaitis in seiner umfassenden Arbeit „Der Spiegel - Entdeckungen, Täuschungen, Phantasien“32

Baltrusaitis durchforstet philosophische, kunsthistorische und religiöse Schriften. Er wird fündig bei Matthäus, X, 16, sowie bei Salomon, wo der Spiegel eine Allegorie für Weisheit und Klugheit ist. Sokrates riet seinen Schülern, sich immer wieder im Spiegel zu betrachten, ...“um, wenn sie schön wären, sich dessen würdig zu machen, wenn aber hässlich, diesen Mangel durch gute Bildung auszugleichen ... “.33

Das Thema des Schattens und des Doppelgängers als Spiegelung des Menschen tritt in der Romantik mit Chamisso, E. T. A. Hoffmann, Edgar Allan Poe und anderen auf die Bühne. Hier wird auch die Allegorie des Spiegels auf die erweiterte, gar dunkle Seite der seelischen Realität gezo- gen. Die Wirklichkeit bedarf keiner Abbildung mehr, sondern sie wird gebrochen und zerlegt um danach eine neue Welt zu rekonstruieren.

Diese Ansicht ist nicht sehr weit von der Generalthese Spotos für die Spiegel-Funktion in PSYCHO entfernt:

„In diesem Film tauchen in nicht abreißender Folge Spiegel auf: im Hotel; im Büro, in dem sich Janet Leigh im Spiegel anschaut; in ih rem Heim; in ihrem Auto; in der Toilette eines Gebrauchtwagen händlers; am Motelempfang und in den Motel-Zimmern; und, am verräterischsten, im Zimmer der ´Mutter´ des Mörders, wo die Be deutung des doppelten Spiegels klar wird.

Der Spiegel ist nicht nur wie in der Schauerroman-Tradition ein ge- eignetes Ausstattungsstück, um eine gespaltene Persönlichkeit an- zuzeigen - er deutet auch auf das Bedürfnis nach Erkenntnis des ei- genen Inneren hin, “ 34

Es macht Sinn, diese Meta-These auf ihre Differenzen in der späteren immanenteren Analysearbeit zu überprüfen.

2.1.1 Die Spiegel-Bilder

Donald Spotos Theorien eignen sich sehr gut als fundamentaler Anhalts punkt für die Interpretation der verwendeten Spiegelmotive in PSYCHO. Sie eignen sich in ihren pauschalisierenden Annahmen für eine beweisfüh rende Analyse in der Weise, dass sie am Anfang einer Hypothese stehen, um danach in der werkimmanenten Bild-Analyse bestätigt oder abgelehnt zu werden, wobei natürlich immer daran gedacht werden muss, dass der Anspruch Spotos gerade in einem ubiquitären populären Ansatz zum Ver ständnis des Werks Hitchcocks liegt. Dennoch vermittelt er dadurch auch Ansichten, die aus den kulturellen Aspekten unserer Zivilisation als Kom munikationsprozess entstammen, und aus diesem Grund in eine Analyse integriert werden müssen.

Die captured frames in den folgenden Abbildungen beinhalten sämtliche Situationen und Räume, in denen ein Spiegel benutzt wird. Analysiert werden sollen jedoch nur signifikante Motive, die den Spiegel als enigma tisches Stilmittel erklärbar machen und eine subtil verwirrende, nicht kognitive Rezeption beim Zuschauer auslösen. Ein besonderes Augenmerk liegt in der Analyse des Rezeptionsspiegels in Bates Motel mit seiner Aura der „Pforte zur Hölle“ oder einer fragenden Sphinx. Aber auch die zwei Spiegel im Schlafzimmer von Misses Bates spielen bei der weiteren Inter pretation eine wichtige Rolle. In PSYCHOs letztem Spiegelmotiv tritt die Funktion gleichsam schockartig in das Vor-Bewusstsein des Zuschauers. Ferner existieren außer dem Spiegelmotiv noch weitere Arten der visuellen Reflexion, die sich beispielsweise in Schatten oder Glas manifestieren.

2.1.1.1 Der Spiegel im Hotelzimmer

Die oben formulierten Thesen Spotos über die Funktion und Symbolik der Spiegel, die auch aus literaturwissenschaftlichen Arbeiten der schwarzen Romantik35 hinlänglich bekannt sind, sollen hier als Anhaltspunkt und Rei befläche der zu analysierenden Bilder dienen. Die untere Abbildung ist der Hotelzimmer-Sequenz am Beginn PSYCHOs entnommen. Sie ist geprägt vom Dialog zwischen Marion und Sam, die hier mit aufgeführt wird:

Abbildung 1 0:05:27

„MARY

(a smile)

I pay, too. They also pay who meet in hotel rooms.

SAM

A couple of years and the debts will be paid off. And if she ever re-marries, the alimony Stops ... and then ...

MARY

I haven’t even been married once yet!“36

Die Einstellung ist nicht die erste, die einen Spiegel aufweist. Kurze Zeit zuvor benutzte Marion denselben Spiegel als Kontrolle für ihre Garderobe.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 0:04:15

Ihre Mittagspause ist beendet und den weiteren Tag muss sie als Angestellte in einem Büro verbringen. Ernst Bloch gibt einen klassenspezifischen Interpretationshinweis für die Funktion des Spiegels im Hinblick auf den kleinen Angestellten:

“Zum Ankleiden gehört ein Spiegel, mit den Augen seines Herrn sieht sich der Bedrohte an. Mit den Augen, wie der Boss ihn wünscht, wenn er auf seine Angestellten sich verlassen will. Zwar glaubt der Gespiegelte sich zu sehen, wie er sich selber zu sehen, selber zu sein wünscht, ja, auch der notgedrungen Gespiegelte glaubt das, kurz vor seinem Auftritt unter Menschen, im Geschäft.“ 37

Natürlich stellt Blochs Hinweis auf die Funktion des Spiegels keine Analyse PSYCHOs dar, doch es eröffnet einen Raum, der die Situation Marions auch auf ihren Rang in der gesellschaftlichen Struktur Amerikas hin be leuchtet. Die klassenbewusste Anschauung Blochs ist deshalb nicht von der Hand zu weisen, da in der Einganssequenz durch die benutzte Schwarz-Weiß-Technik und der Fernsehästhetik der Anklang von Melo dramatik oder Neo-Realismus assoziierbar wurde und hier seine Fortset zung findet. Und dies wäre gerade deshalb zu bemerken, da Bloch auch auf das „Bedrohtsein“ eingeht. Die Büroangestellte Marion Crane schützt sich durch die Kontrolle des Spiegels vor Repressalien ihres Chefs. Die Be drohung während des ersten Spiegelkontakts ist jedoch für den Zuschauer kaum spürbar, da es sich um eine alltägliche Situation handelt.

In der zweiten Spiegeleinstellung, die der ersten unmittelbar angeschlos sen ist, findet keine Kontrolle ihrer Person durch sie selbst mehr statt. Nur der Zuschauer erblickt evident den Rücken Marions. Jedoch ist durch die Personenformation im Raum und der Sehachsen klar, dass auch Sam

Loomis sich selbst und den Rückenteil Marions im Spiegel erblicken muss. Der Spiegel hat hier also die primäre Funktion einer zweiten und sichtba ren Kamera übernommen, die gleichzeitig unseren und Sam Loomis Blick integriert. Aus dieser optisch-potenziellen Sichtweise zu Sam und dem Zu schauer hin entsteht der Eindruck des Bloßgelegtseins Marions als Außen stehende und Nichtwissende einer Beobachtung Sams und des Zuschau ers.

Die Verdopplung Marions ist durch sie nicht kontrollierbar und besitzt ei nen demaskierenden Charakter, der zu einer starken Identifikation des Zuschauers mit Marion führt, da sie nun eine schutzbedürftige Person rep räsentiert. Ihr Gesichtsausdruck spiegelt dies wieder, denn der Dialog be handelt ein für sie ernstes Thema. Ihr auf Sam gerichteter Blick38 erscheint verzweifelt und hilflos, gar traurig. Dennoch stellt die Spiegelung kein An zeichen für einen Identitätskonflikt dar, eher eine Manipulation des Zu schauers zur Steigerung der emotionalen Grundhaltung gegenüber Marion. Die reife und scheinbar kluge Frau steht vor einer Entscheidung, die mög lichenfalls ihr Leben verändert: die Entscheidung sich zu trennen oder wei tere Kompromisse einzugehen. Sie besitzt die Kennzeichen einer reifen Frau, die ihre Mädchenhaftigkeit längst aufgegeben hat. Nun nimmt die Sicherheit immer mehr zu, älter zu werden und sie hat das Gefühl, ihr läuft die Zeit davon. Ihre Sexualität will sie nun bürgerlich kanalisiert wis sen, eine persönliche Entscheidung in Marions Welt, die nur noch von den realen Gegebenheiten abhängt. Rothmann sieht im Blick der Kamera auf Marion auch den Blick ihrer Mutter39. Sie betonte schon zuvor das Bild ih rer Mutter an der Wand ihres Appartements, das sie wohl umdrehen müsste, falls Sam zu Besuch kommen sollte. Der Wille und die Macht einer Mutter über die Tochter.

Spotos Thesen zur Deutung können auf einer Ebene der nicht immanenten Analyse zutreffen. Jedoch liegt der signifikante Konflikt in der Entscheidungsparalyse Marions begründet. Ihre Zerrissenheit durch die nicht befriedigten Sehnsüchte markieren für den Zuschauer den Punkt ei ner Identifikation mit Marions Schicksal, die von Hitchcocks Kameraeinstel lung und der Verdopplung Marions noch verstärkt wird und für den weite ren narrativen Verlauf von Bedeutung ist. Letztlich zeigt sich die Wirkung auf den Zuschauer als eine emotional geprägte Fixierung auf Marion Crane und die Hoffnung eines potentiellen Happyends. Hitchcocks vermehrter Einsatz von Spiegeln mit ihren nur im Filmkontext erkennbaren Funktionen vermitteln zusätzlich den Eindruck einer immer von fremden Menschen oder Mächten beobachteten Welt. Der Spiegel als zusätzliches Auge für den neugierigen Voyeur und das Erkennen dieses Status durch den Zu schauer erweitert die sichtbare Welt und gibt sie dem Zuschauer zurück als Reflexion Marions und Normans Welt. Und dass die Welt PSYCHOs auch die Welt des Zuschauers ist oder zumindest subtil so empfunden wird, ist eine jener Hauptwirkungen PSYCHOs, die sich einer Sinndeutung nur schwer zugänglich macht.

2.1.1.2 Der Kosmetik-Spiegel

Eine völlig andere Konstellation ergibt sich aus der Einstellung mit der Abbildung 3.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 0:07:07

Sie ist Bestandteil der Sequenz in George Lowerys Immobilienbüro und wird durch eine Überblendung von der Hotelzimmertür zum Eingang des Büros eingeführt. Es beginnt sogleich ein Dialog mit der schon anwesen den Kollegin Caroline (Patricia Hitchcock, die Tochter Hitchcocks), der durch den Eintritt ihres Chefs zusammen mit einem Kunden unterbrochen wird.

Mary enters office, crosses to her desk, sits down, rubs her temples, finally looks over at Caroline, a girl in the last of her teens.

MARY

Isn’t Mr. Lowery back from Lunch?

CAROLINE

(a high, bright, eager-to-talk voice laced with a vague Texan accent)

He’s lunching with the man who’s buying the Harris Street property, you know, that oil lease man ... so that’s why he’s late.

(a pause, then, as

Mary does not respond To the pointed thrust) You getting a headache? MARY

It’ll pass. Headaches are like Resolutions ... you forget them soon as they stop hurting.

CAROLINE

You got aspirins? I have something ... not aspirins, but (cheerfully takes bottle of pills out of desk drawer) my mother’s doctor gave these to me the day of my wedding. (laughs)

Teddy was furious when he found out I’d taken tranquilizers! She rises, starts for Mary’s desk, pills in hand. MARY Were there any calls? CAROLINE Teddy called. Me … And my mother Called to see if Teddy called. Oh, And your sister called to say she’s Going to Tucson to do some buying And she’ll be gone the whole Weekend and ...

She breaks off, distracted by the SOUND of the door

Opening. MR. LOWERY and his oil-lease client. TOM CASSIDY enter the office. Lowery is a pleasant, worried-faced man, big and a trifle pompous. Cassidy is very loud and has a lunch-hour load on. He is a gross man, exuding a kind of pitiful vulgarity.”40

In der Beschreibung der letzten Spiegeleinstellung fiel es einfacher durch die Vorgabe der Thesen Spotos eine einleuchtende Bewertung hinsichtlich der Funktion des Spiegels zu erreichen. Das entstandene Doppelbild war einsichtiger in seinem Assoziationsrahmen und die resultierenden Thesen vom zweiten Kameraauge und der Entscheidungsparalyse Marions sind auch im Kontext des Films nachvollziehbar.

Der Spiegel in Abbildung 3 entzieht sich derlei Analysen vehement. Ein zweiter Blick ist nicht gegeben und dadurch auch keine weiter gehende

Interpretation eine Spaltung Marions möglich. Jedoch wäre zu Anfang der Analyse der Hinweis Ernst Blochs bezüglich dieser Situation noch signifi kanter. Marion fühlt sich durch ihre vorgegebenen Kopfschmerzen nicht wohl und ihr Chef wird wohl jeden Augenblick ins Büro kommen. Der Blick in den kleinen runden und aufgeklappten Spiegel kann als Schutzreflex vor ihrem Chef gesehen werden. Jedoch ist die ungewöhnlich weite Entfer nung des Spiegels vom Gesicht Marions auffallend. Assoziativ werden hier einige Fragen aufgeworfen, die attraktiv für die Auslegung der geistigen Konstitution Marions sein könnten.

Sollte für Marion bereits die Entscheidung gefallen sein die 40 000 Dollar zu stehlen und stellt die Handlung des Schminkens eine Übersprungshand lung dar, oder ein sich selbst befragendes Orakel über die durchzuführen de Tat? Befragt sie sich über die Hoffnungen und Chancen? Oder geht es gar nicht um Geld, sondern um ein Insichkehren und Innehalten? Betrach tet man sich das Bild genauer, erinnert es an einen Beobachter (Agent, Detektiv oder Polizist) hinter einer Zeitung, der den Spiegel nur als Ver steck und Aussichtspunkt für eine Observierung nutzt. Dabei wirkt Marions Gesicht gespannt, gar gehetzt, wobei ihr Lippenstift in den kurzen Kame ra-Shots kaum auf ein Ziel hin funktioniert. Man kennt von früheren Re zeptionen die Langsamkeit und Erotik, die von einem Schminken der Lip pen ausgehen kann. Hiervon ist in dieser Szene nichts zu spüren, obwohl eigentlich genügend Zeit vorhanden wäre, Marion als erotische und be dächtige Frau zu illustrieren, wie bereits in der Hotelsequenz begonnen. Hitchcock hat es scheinbar doch darauf abgesehen eine elektrisierende Spannung auf die Szene zu legen. Legt man weiter die zugegeben mutige Hypothese zu Grunde, dass Marion den Plan des Diebstahl bereits vor Ein tritt des Büros gefasst hatte, könnten der Dialog und die Spiegelmetapher als Beweis fungieren. Bei der ersten Erwähnung Carolines in Sachen Geld greift sich Marion plötzlich an den Kopf und gibt vor Kopfschmerzen zu haben.

Dies wäre nicht der einzige Hinweis auf eine Anziehungskraft des Geldes für Marion. Beim Eintritt des „Oil-Lease-Man“ erwähnt er die Hitze, die sich im Raum befindet und er könnte Marion damit gemeint haben, die in eine nervöse Stimmung geraten ist. Und, was noch kompromittierender wäre, Marions Chef lässt sich von ihr den vorbereiteten Kaufvertrag über das Kaufobjekt geben. Marion wusste also schon viel früher über das Geld und den kommenden Abschluss Bescheid.

Man könnte versucht sein, dies alles als attraktive Gelegenheit für Marion aufzufassen. Der Spiegel würde innerhalb dieser Hypothese tatsächlich als Schutz und Beobachtungsposten gelten. Er bietet Schutz bei den letzten Entschlüssen, die gefällt werden müssen, und er reflektiert ihr Gesicht als Kontrollinstanz.

Die Frage nach dem Zeitpunkt des Entschlusses das Geld zu stehlen, wird in der Literatur über PSYCHO verschiedentlich aufgefasst. Eine Hypothese, die gänzlich von anderen Anschauungen abweicht, bietet wieder Rothmann41. Für ihn fällt der Entschluss im Dialog zwischen Marion und Cassidy, der unmittelbar nach Eintritt des Chefs zusammen mit dem Kunden beginnt (siehe Abbildung 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 0:08:30

Der Dialog kann als Flirt zwischen Cassidy und Marion angesehen werden. Für Cassidy wird dies auch so sein. Marion hingegen macht ein nachdenk liches Gesicht, fast in Denkerhaltung. Die Worte Cassidys provozieren dies. Er spricht von seiner Tochter, der er das Haus mit den 40 000 Dollar schenken will:

CASSIDY

I’m buying this house for my baby’s wedding present. Forty thousand dollars, cash! Now that ain´t buying happiness, that’s buying off unhappiness! That penniless punk she’s marrying...

(laughs)

Probably a good kid ... it’s just That I hate him.

(looks at deed)

Yup! Forty thousand, says here ...

(to Lowery)

Casharoonie!”42

Marion scheint jetzt in den Sinn zu kommen, das Unglück fernhalten zu wollen oder dass das Glück käuflich sein kann. Man erahnt die Gedanken Marions und Rothmann gibt an, auch ein Zeichen Hitchcocks entdeckt zu haben, welches seine These zu unterstützen scheint:

„As she goes to put the money in a large envelope, her entrance into the frame is preceded by that of her shadow, and her figure is momentarily doubled. Is this only an accident of filming, or is it a secret sign?“ 43

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 0:10:23

[...]


1 Spoto, Donald: Alfred Hitchcock. Die dunkle Seite des Genies. München 1993, Seite 485 6

2 Vgl.: Felix, Jürgen: Unter die Haut. Signaturen des Selbst im Kino der Körper. St. Augustin 1998

3 Vgl.: Crary, Jonathan: Techniken des Betrachters. Sehen und Moderne im 19. Jahrhundert. Dresden/Basel 1996

4 Vgl.: Didi-Hubermann: Was wir sehen blickt uns an. Zur Metapsychologie des Bildes. München 1999

5 Lacan, Jacques: Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion. Schriften. Band 1, Ol ten 1973

6 Baudry, Jean-Louis: Ideological Effects of the Basic Cinematographic Apparatus. In: Film Quarterly, Nr. 27, 1974

7 Gronemeyer weist darauf hin, dass bereits Vertreter der Frankfurter Schule Mitte der sechziger Jahre der Auffassung waren: „Mit dem Versuch einer Dekonstruktion der Stel lung, die die kinematographische Technik bei der Konstitution des symbolischen Systems des Films einnahm, wendeten die Apparatus-Theoretiker eine Überlegung auf eine kon krete Technik an, die in allgemeinerer Form bereits von Vertretern der Frankfurter Schule Mitte der sechziger Jahre formuliert worden war...“. Gronemeyer, Nicole: Dispositiv, Ap parat. Zu Theorien visueller Medien. In: Medienwissenschaft. Marburg 1/1998, Seite 9

8 Vgl.: Winkler, Hartmut: Der filmische Raum und der Zuschauer - „Apparatus“ - Semantik - „Ideology“. Heidelberg 1992

9 Mulvey, Laura: Visuelle Lust und narratives Kino. In: Nabakowski, Gislind u.a. (Hg.): Frauen in der Kunst. Band 1. Frankfurt 1980

10 Vgl.: Heller, Heinz/Kraus, Matthias/Meder, Thomas/Prümm, Karl/Winkler, Hartmut (Hg.): Über Bilder sprechen. Positionen und Perspektiven der Medienwissenschaft. Mar burg 2000. Der ständige Wechsel der Begriffe Medienwissenschaft - Geisteswissenschaft

- Filmwissenschaft macht eine weitere Entwicklung in der Medienwissenschaft deutlich. Nach langer Inkubationszeit und Selbstreflexion kristallisiert sich ein gegenständlicher und methodischer Konflikt innerhalb der „Medienwissenschaften“ heraus. Konsens könnte die Einigung über eine „Wahrnehmung jenseits eingefahrener Perspektiven“(Vorwort Sei te 7) sein, die es ermöglicht, die aus den verschiedensten Fachbereichen rekrutierten Fachwissenschaftler zu einer eigenständigen Medienwissenschaft zu bewegen.

11 Vgl.: Winkler 1992

12 Vgl.: Kamper, Dietmar/Wulf, Christoph (Hg.): Die Wiederkehr des Körpers, Frankfurt/M 1982

13 Vgl.: Sachs-Hombach, Klaus/Rehkämper, Klaus (Hg.): Bild-Bildwahrnehmung- Bildverarbeitung. Interdisziplinäre Beiträge zur Bildwissenschaft, Wiesbaden 1998

14 Innerhalb der konkreten Analysearbeit werde ich auf die wenigen Untersuchungen eingehen, die nach langer Suche im Ergebnis relevant erschienen. Darunter vor allem Rothmanns Analyse

15 Zur gleichen Ansicht gelangt Herwig Fischer in: Fischer, Herwig: Der Duschmord in Alfred Hitchcocks „Psycho-“ - Eine Mikroanalyse, Moosinning 1990. Den Mangel an essen tiellen Resultaten und die Forderung an eine Auflösung des Mythos PSYCHO, konnte je doch auch Fischer nicht einlösen. Die Kritik der inadäquaten Methodenwahl bei anderen Verfassern münden bei Fischer in der Wahl einer mikro-semiotischen Analyse der Dusch mordszene, die es jedoch auch nicht vermag, die Faszination des Zuschauers zu erhel len. Auch die Aneinanderreihung von analysierten Codes und Signifika(n)ten, konnte und

16 Vgl.: Seesslen, Georg: Kino der Angst, Thriller, Grundlagen des populären Films. Marburg 1995. Seesslen, bemüht den populären Film in eine moderne Mythologie zu integrieren, sieht, wie auch die meisten anderen Autoren, PSYCHO als Initial des Psycho-Thrillers schlechthin. Vorläufer gab es z.B. in Clouzots LES DIABOLIQUES.

17 Von PSYCHO wurden insgesamt fünf Teile gedreht, in der die Hauptrolle Anthony Per kins spielte. In PSYCHO III führte er sogar Regie. Für Anthony Perkins wurde PSYCHO zum Verhängnis. Er blieb ein Leben lang in der Rolle des Psychopathen verhaftet, und bekam keine weitere Chance einer Weiterentwicklung seines schauspielerischen Könnens.

18 Ein Beispiel für eine im Verhältnis zu den Resultaten überhöhte Beurteilung dieser Methodik kann man in Monika Suckfülls Dissertationsschrift belegt sehen:

19 Vgl.: Seite 4 oben

20 Rothmann, William: Hitchcock - The Murderous Gaze: London 1982

21 Die feministisch geprägte psychoanaltisch ausgerichtete Filmanalyse, brachte wichtige Ergebnisse für die Blicktheorie. Besonders die Arbeiten Laura Malveys sind hierbei von besonderer Tragweite für die weitere Entwicklung der Blicktheorien. Mulvey, Laura: s. o.

22 In der Medienwissenschaft bildet sich seit Mitte der 90er Jahre eine immer weiterge hende Beschäftigung mit dem Begriff des Bildes heraus, nicht zuletzt durch den Daten fluss digitaler Bilder. Gefordert wird adäquat zu den Sprachwissenschaften eine interdis ziplinäre „Bildwissenschaft“. Einige wichtige Publikationen tragen diesem Vorhaben Rech nung. Die Bildwahrnehmung, ein kognitionswissenschaftlicher Begriff, sollte meiner Mei nung nach in dieser neuen Bildwissenschaft nicht fehlen. Vgl.: Sachs-Hombach, Klaus/Rehkämper, Klaus (Hg.) Bild- Bildwahrnehmung- Bildverarbeitung, Wiesbaden 1998, sowie Heller, Heinz-B/Kraus, Matthias/Meder, Thomas/Prümm, Karl/Winkler, Hartmut (Hg.) Über Bilder sprechen - Positionen und Perspektiven der Medienwissenschaft, Mar burg 2000

23 Zizek, Slavoj (Hg.): Ein Triumpf des Blicks über das Auge. Psychoanalyse bei Hitchcock. Wien 1992

24 Jameson, Frederic: The Existence of Italy, in „Signatures of the Visible. New York: Routledge 1990

25 Zizek 1992, Seite 10

26 Ebd.: Seite 11-12

27 Ebd.: Seite 12 f

28 Ebd.: Seite 13

29 Seesslen 1995, Seite 147

30 Derry, Charles: The Suspense Thriller. Films in the Shadow of Alfred Hitchcock. Jefferson, North Carolina and London 1988

31 Zizek 1992, Seite 10

32 Baltrusaitis, Jurgis: Der Spiegel. Entdeckungen, Täuschungen, Phantasien. Giessen 1996

33 Ebd.: Seite 9

34 Spoto 1993, Seite 506

35 Vgl.: Praz, Mario: Liebe, Tod und Teufel. Die schwarze Romantik. München 1994

36 Stefano, Joseph: PSYCHO. 1959. www.screentalk.org. Seite 6f. Im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit, soll das Original-Drehbuch als Grundlage dienen. Es weicht vom Original-Dialog des Films nur unwesentlich ab. Die Seitenangaben beziehen sich auf den im Anhang befindlichen Abdruck des Storyboards.

37 Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung, Erster Band. Frankfurt 1973, Seite 396

38 Der Begriff „Blick“ ist im Laufe dieser Arbeit nicht unbedingt in Zusammenhang mit der feministischen-psychoanalytischen Filmtheorie gleichzusetzen. Mit „Blick“ ist auch das kurze „Aufblitzen“ von Affekt und Erkenntnis gemeint, die der Zuschauer durch die Re zeption der Filmbilder erfährt. Aus dem Kontext des Begriffs ist eine Differenzierung er sichtlich. Auf die Blicktheorien von Mulvey wird in einem späteren Kapitel einzugehen sein.

39 Rothmann 1982, Seite 251 f.

40 Stefano, Joseph: www.screentalk.org 1959, Seite 8f

41 Rothmann 1982, Seite 258 f.

42 Stefano 195, Seite 10 f.

43 Rothmann 1982, Seite 259

Details

Seiten
255
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638142977
Dateigröße
14.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v6806
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Institut für Theater.- Film- und Medienwissenschaft
Note
sehr gut
Schlagworte
Hitchcock Psycho Filmanalyse Wahrnehmung Psychoanalyse Ikonografie Hopper Bildwissenschaft Rezeption Semiotik Apparatus Körper Regression Traum Stilmittel Unbewusste sublim

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Titel: INNERVATIONEN - Zur unbewussten Wahrnehmungsebene in Alfred Hitchcocks PSYCHO