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Die Bekämpfung von Sklaverei und Sklavenhandel im Sudan im 19. Jhd - Die öffentliche Meinung in Großbritannien, Maßnahmen und Theorien

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 37 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil
1 Die öffentliche Meinung in Großbritannien über Sklaverei und Sklavenhandel im Sudan (1800 – 1874)
1.1 Die Anti-Sklavereibewegung
1.2 Reiseberichte
1.3 Die Anti-Slavery Society

2 Theoretische Ansätze zur Bekämpfung von Sklaverei und Sklavenhandel im Sudan: Bowring, Speke und Baker

3 Maßnahmen gegen Sklaverei und Sklavenhandel im Sudan (1863 – 1891): Ismael, Baker und Großbritannien

4 Die Maßnahmen Charles George Gordons zur Lösung der Sklavereifrage im Sudan (1874 – 1879)

III. Schluss

IV. Anhang

I. Einleitung

Was waren die Motive der europäischen Imperialisten Charles George Gordon und Samuel White Baker, sich schwierigen administrativen und militärischen Herausforderungen im Sudan zu stellen? Welche Ansichten vertraten sie in ihren Auseinandersetzungen mit der britischen Öffentlichkeit und der britischen Anti-Slavery Society? Was waren die Meinungen ihrer Kritiker zur Sklavereiproblematik im Sudan des 19. Jahrhunderts? Welche Lösungsansätze zur Bekämpfung von Sklaverei und Sklavenhandel im Sudan wurden von der Society, der britischen Regierung und Vertretern des Osmanischen Reiches hervorgebracht? Welche Maßnahmen wurden unternommen um dem Problem zu begegnen?

Diesen Fragen werde ich im Hauptteil meiner Hausarbeit nachgehen. Sie entstand im Rahmen des Hauptseminars „Europäische Imperialisten“, das im Sommersemester 2006 unter Professor Thomas Philipp an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg abgehalten wurde. Sie ist eine Ausarbeitung meines Referates über den britischen General Charles George Gordon, der in den 1870er und 1880er Jahren Gouverneur der ägyptischen Provinz Sudan war. Im Verlaufe des Seminars kristallisierte sich heraus, dass bei den unterschiedlichen Vertretern des europäischen Imperialismus des 19. Jahrhunderts oft eine gemeinsame Geisteshaltung feststellbar ist, welche in der damaligen Zeit unter dem Begriff „Mission Civilisatrice“ zusammengefasst wurde. Der Begriff beschreibt die Haltung der damaligen Europäer, die moralische Verpflichtung zu haben, die Normen und Werte, Kultur, soziale oder technische Errungenschaften der westlichen Welt in den unterentwickelten Kolonien der jeweiligen Länder zu verbreiten. General Gordon kann als ein stereotyper Vertreter dieser Haltung bezeichnet werden.

Gordon war eingehend mit der Sklavereiproblematik im Sudan und in den anderen Teilen des Osmanischen Reiches vertraut. Dies belegt seine zahlreiche Korrespondenz mit seinen Zeitgenossen, mit Mitgliedern der Anti-Slavery Society und mit Regierungsvertretern. Seine Vorschläge, wie dem Problem von Sklaverei und Sklavenhandel im Sudan zu begegnen sei, erscheinen aus heutiger Sicht oft sehr human, da sie kulturelle und soziale Aspekte des Landes zu integrieren versuchten. Seine Lösungsansätze, standen allerdings oft im Kontrast zu den Maßnahmen, die er während seiner Amtszeit im Sudan gegen diese beiden Institutionen ergriff. Die Darstellung dieser gegensätzlichen Handlungsweise des Generals bildet den Schwerpunkt meiner Hausarbeit.

II. Hauptteil

1 Die öffentliche Meinung in Großbritannien über Sklaverei und Sklavenhandel im Sudan (1800 – 1874)

1.1 Die Anti-Sklavereibewegung

Als die Frage der Bekämpfung von Sklavenhandel und Sklaverei im Sudan in den 1830er Jahren für die britische Öffentlichkeit relevant wurde, konnte die Anti-Sklavereibewegungen bereits auf eine mehr als fünfzigjährige Geschichte in Großbritannien zurückblicken. Die Ursprünge der Anti-Sklavereibewegung in Großbritannien gründeten in sensiblen religiösen Überzeugungen. Quäker und Methodisten erörterten am Ende des 18. Jahrhunderts die Frage nach der moralischen Haltbarkeit der Institutionen Sklaverei und Sklavenhandel vor einem theologischen Hintergrund. Sie verdammten Sklaverei als gotteslästerlich und einer Nation wie Großbritannien als nicht würdig.[1] Anfang des 19. Jahrhunderts hatte die Anti-Sklavereibewegung bereits große öffentliche Unterstützung und politischen Einfluss erlangt. Jm Jahre 1807 untersagte die britische Regierung den Sklavenhandel im gesamten britischen Imperium. Dagegen protestierten die Sklavenhalter. Sie befürchteten signifikante wirtschaftliche Einbußen. Die Sklavereigegner hofften, dass durch die Beendigung des Sklavenhandels auch die Sklaverei selber verschwinden würde. Am Status der Menschen, die sich bereits in Sklaverei in den britischen Kolonien befanden, änderte sich jedoch in den folgenden drei Dekaden wenig.

In den 1820er Jahren erweiterte sich die Gruppe der Sklavereigegner auf ein gesamtgesellschaftliches Spektrum. Im Jahre 1823 wurde die Anti-Slavery Society gegründet. Sie setzte sich zum Ziel, die Sklaverei im gesamten britischen Empire abzuschaffen. Auf ihren Vorträgen erreichten sie in Dörfern und Städten, in Hallen, Kirchen oder auf den Marktplätzen Großbritanniens ein oftmals zahlreiches Publikum von bis zu mehreren 1000 Personen. Bücher, gedruckte Reden und Predigten, waren für die Gesellschaft wichtige Mittel um ihre Ansichten unter den britischen Bürgern zu verbreiten. Das wichtigste Medium war die Zeitschrift der Gesellschaft, der Anti-Slavery Reporter. Diese wurde über die Distributionskanäle der Anti-Slavery Society vertrieben, an Freunde verteilt, oder von den Rednern bei ihren Vortragsreisen an die Zuhörerschaft verkauft. Die Publikationen erreichten oft sehr hohe Auflagen. Zwischen 1823 und 1831 veröffentlichte die Anti-Slavery Society über 2,8 Millionen Abhandlungen. Allein im Jahre 1831 wurden knapp 500.000 Traktate von der Gesellschaft an Freunde, Unterstützer und sonstige Interessierte verteilt. Die Argumente der Sklavereigegner konzentrierten sich meist in drei Schwerpunkten: Erstens sei die Sklaverei ein Affront gegen eine christliche Zivilisation und Gesinnung. Zweitens widerspräche sie den Menschenrechten. Drittens sei der Nutzen der Sklavenhalterei wirtschaftlich irrelevant. In den 1820er Jahren erlangte die Anti-Sklavereibewegung eine stetig wachende Anhängerschaft in der britischen Bevölkerung und unter den Politikern:

„By the mid-1820s it was simply assumed that, with the exception of the West India lobby, the nation was united against slavery. This was a ploy of the abolitionists – to assert the universality of their support. Although the campaign for full black freedom was only begun in 1823, within two years politicians clearly believed that the abolitionists had overwhelming support on their side. The legislative arguments henceforth were not so much about whether black freedom should be conceded but when and under what circumstances.”[2]

Die Frage nach einem Fortbestand der Institution der Sklaverei in den britischen Kolonien wurde jedoch noch bis in die 1830er Jahre fortgeführt. Die Befürworter der Sklaverei argumentierten mit der unersetzlichen wirtschaftlichen Wichtigkeit der Sklaven für das Britische Empire. Die Argumente der Sklavereigegner hingegen waren zumeist religiöser und humanitärer Art. Eine Einigung konnte erst erzielt werden, nachdem sich die britische Regierung mit den betroffenen Händlern und Großgrundbesitzern in der sensiblen Fragen nach Kompensationszahlungen geeinigt hatte. Im Jahre 1838 erließ die britische Regierung ein Gesetz, das die Sklavenhaltung im gesamten Empire verbot. In der Folgezeit verlagerte sich das Interesse der Briten auf die Umstände der Sklaven in den übrigen Teilen der Welt.

1.2 Reiseberichte

In den 1830er Jahren erreichten die ersten Berichte über Sklaverei und Sklavenhandel im Sudan die britische Öffentlichkeit. Es handelte sich dabei zumeist um Reiseberichte von britischen Abenteurern und Entdeckern. G. A. Hoskins war einer der ersten britischen Reisenden, die versuchten, einige Informationen über den Sklavenhandel im Sudan zu sammeln. In seinem Reisebericht „Travels in Ethiopia“ (1834) schilderte er das Vorgehen der Sklavenhändler während der so genannten „Ghazwas“, der Raubzüge der Sklavenhändler und ihrer Armeen durch die Dörfer der Einheimischen. Hoskins beschrieb die Fußmärsche der Sklavenkarawanen durch die Wüste und den Verkauf der menschlichen Ware an wohlhabende Araber auf den Sklavenmärkten in Kairo oder am Roten Meer. Darstellungen wie die von Hoskins waren allerdings oft stark übertrieben – wie der Politologe Abbas Ibrahim Muhammad Ali in dem Buch „The British, the Slave Trade and Slavery in the Sudan“ betont. Gemäß Ali unterschieden die Autoren der damaligen Zeit in ihren Darstellungen oft nicht zwischen westlicher und arabischer Sklaverei. Dabei gab es hier deutliche Differenzen. Sklaven der westlichen Welt wurden zumeist zu schwerer Feldarbeit herangezogen. Dagegen wurden die Sklaven in Arabien meist als Hausdiener eingesetzt. Arabische Sklaven erlangten meist nach einigen Jahren im Dienst ihres Herrn die Möglichkeit, aus der Sklaverei entlassen zu werden. Nicht selten waren dabei Ehen zwischen ehemaligen Sklaven und den Söhnen und Töchtern der ehemaligen Herren. Doch auch schon vor ihrer Freilassung war es Sklaven meist gestattet, Familien zu gründen. Prinzipiell hatten arabische Sklaven die Möglichkeit durch treuen Dienst einen Aufstieg in der sozialen Hierarchie der jeweiligen Gesellschaft zu erreichen. Diese Möglichkeiten hatten die westlichen Sklaven meist nicht. Darüber hinaus gab es in der arabischen Welt keine scharfe Trennung zwischen Herrn und Sklave bezüglich der Hautfarbe und der Religion. Sklaven konnten oft frei wählen, ob sie zum Islam konvertieren wollten. Sie dienten ihren wohlhabenden Herren meist als Luxusgüter, oder Statussymbole. Als solche entsprach die Qualität ihrer Nahrung und ihrer Kleidung der ihrer Herren. Allerdings erging es den Sklaven in Ägypten und im übrigen Osmanischen Reich meist besser als jenen im Sudan. Während man osmanische Sklaven traditionell meist im Haushalt einsetzte, wurden sudanesische Sklaven meist für die Feldarbeit herangezogen.[3]

Diese Unterscheidungen zwischen westlicher und arabischer Sklaverei wurden von den westlichen Autoren bis weit in die 1860er Jahre meist nicht geleistet. Die Motive hierfür waren oft persönlich begründet: vielen Autoren ging es in ihrem engagierten Kampf gegen Sklaverei auch um eine Profilierung der eigenen Person in der britischen Gesellschaft. Dies ließ sich erreichen, wenn dem Sujet ihrer Auseinandersetzung eine gewisse Relevanz zuteil wurde. Doch die Sklavenproblematik im Sudan wurde bis dahin von der britischen Öffentlichkeit kaum beachtet. Daher war es nötig, die Umstände der Sklaverei auf einseitige und übertrieben negative Weise darzustellen.

Um 1860 hatten europäische Sklavenhändler das Gebiet um Bahr-al-Jebel unter ihren Einfluss gebracht. Sie fürchteten eine Intervention der europäischen Großmächte - vor allem Großbritanniens - falls ihre lukrativen Aktivitäten in Europa publik würden. Dies geschah im Jahre 1862. Auf seiner Suche nach der Nilquelle hatte der Engländer John Speke das Gebiet der Sklavenhändler durchquert. Nach seiner Rückkehr nach England wurde sein Reisebericht veröffentlicht. Darin schilderte Speke auch die Ghazwas und den Menschenhandel in dem Gebiet um Bahr-al-Jebel. Durch diese Schilderungen rückte Speke in das Interesse der britischen Öffentlichkeit. In den folgenden Jahren entwickelte sich Speke zu einem glühenden Anhänger der Anti-Sklaverei Bewegung und gelangte durch sein Engagement zu beträchtlichem Ansehen innerhalb Großbritanniens. Gemäß A. I. M. Ali neigte Speke bei seinen Vorträgen oft dazu, seine Beobachtungen, die er im Sudan gemacht hatte, stark zu übertreiben.[4]

Kurze Zeit nach Spekes Tod im Jahre 1865 sorgte der Entdecker Samuel White Baker erneut mit seinen Berichten über Ghazwas und Verschleppungen von Eingeborenen für Aufsehen. Baker hatte Anfang der 1860er Jahre das Gebiet des Weißen Nil bereist. Ähnlich wie Spekes Schilderungen, waren auch Bakers Beschreibungen der Auswirkungen des Sklavenhandels im südlichen Sudan stark übertrieben.[5] Baker erreichte dadurch eine breite öffentliche Wahrnehmung seiner Bücher. Bakers Werke „Albert N´Yanza, Grat Basin of the Nile” (1866) und „The Nile Tributaries of Abyssinia“ (1867) avancierten zu Bestsellern und machten ihren Autoren zu einer viel beachteten Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Vorträge vor der Anti-Slavery Society und in vielen Städten Englands stärkten Bakers Reputation und Geldbeutel: „It must be confessed that Baker was enthusiastic about the suppression of the slave trade not because he was a ´humanitarian´ or concerned with the welfare of the Negroes, but by 1866 the opposition to the slave trade had become respectable in Britain, and as a respectable and enlightened English gentleman Baker must have felt the pressure to stay within this spectrum of respectability.“[6] Bakers Verdienst war es, durch die übertriebene Darstellung und durch sein persönliches Engagement die Sklavenproblematik im Sudan im Bewusstsein der britischen Öffentlichkeit zu verankern. Doch aus heutiger Sicht erscheinen Bakers Ansichten kontrovers. In seinen Büchern malte er ein teilweise stark rassistisch geprägtes Menschenbild:

„however severely we may condemn the horrible system of slavery, the results of emancipation has proved that the Negro does not appreciate the blessings of freedom, nor does he showed the slightest feeling of gratitude to the hand that broke the rivets of his fetters. […] [the Negro] must either be compelled to work, by some stringent law against the vagrancy, or results beautiful countries that prospered under the conditions of Negro forced industry, must yield to ruin under Negro freedom and idle independence.”[7]

1.3 Die Anti-Slavery-Society

Ende der 1830er Jahre wurde die British and Foreign Anti-Slavery Society gegründet. Die Organisation ging aus der Anti-Slavery Society hervor. Die neuen Ziele bestanden darin, Sklaverei und Sklavenhandel weltweit zu bekämpfen:

“That, so long as slavery exists, there is no reasonable prospect of the annihilation of the slave-trade, and of extinguishing the sale and barter of human beings; that the extinction of slavery and the slave trade will be attained most effectually by the employment of those means which are of a moral, religious, and pacific character; and that no measure be resorted to by this society in the prosecution of these objects, but such as are in entire accordance with these principles”[8]

Die einflussreichsten Angehörigen der Gesellschaft waren Mitglieder des Parlaments und der Regierung, reiche Adelige, Bischöfe, Gelehrte und hohe Militärs. Wichtigstes Organ der Society war nach wie vor der jährlich erscheinende Anti-Slavery Reporter. Die darin veröffentlichten Artikeln stammten vor allem von Reisenden und Korrespondenten. Die Zeitschrift bestimmte in den folgenden Jahrzehnten maßgeblich die öffentliche Meinung über die Institutionen Sklaverei und Sklavenhandel im Sudan.

Ende der 1830er Jahre mehrten sich die Berichte über die Ghazwas. Der Zeitpunkt für die Gründung der Gesellschaft erwies sich als geschickt gewählt, um politischen Einfluss gegenüber der britischen Regierung wirksam zu machen. 1839 sah sich die britische Regierung einer starken Opposition gegenüber. Die britische Regierung war auf das Wohlwollen der humanistischen Fraktion des Parlaments angewiesen und deshalb den Forderungen der Humanisten gegenüber aufgeschlossen. Auf Druck der Sklavereigegner begann die britische Regierung Verhandlungen über die Beendigung von Sklaverei und Sklavenhandel mit Khediven Muhammad Ali, dem Regenten Ägyptens und des Sudan. Ali schien zunächst auf die Forderungen der europäischen Humanisten einzugehen. Doch die populären Maßnahmen Alis bewirkten keine anhaltenden Veränderungen in der Sklavereifrage (siehe Kapitel 3). Enttäuscht über den ausbleibenden Erfolg Bemühungen, richtete sich die Aufmerksamkeit der Anti-Slavery Society in den 1850er und 1860er Jahren nach Nordamerika.

Nach der Beendigung des amerikanischen Bürgerkriegs im Jahre 1863 erhob die Anti-Slavery Society die Forderung nach sofortiger Beendigung der Sklaverei in den osmanischen Gebieten. Der Politologe A. I. M. Ali sieht in diesem dogmatischen Verhalten ein ignorieren der realen Gegebenheiten: „So in the Sudan slaves were an integral part of the social, economic and political structure of the country. And slavery had an economic, cultural and religious impact upon Sudanese peoples. [...] The Anti-Slavery Society ought to have known from its experience that to illegalize the slave trade or slavery did not necessarily mean the end of either institution.”[9]

Ehud Toledano hält den Einfluss, den die Anti-Slavery Society auf die britische Politik ausübte, für überbewertet. Denn für die britische Regierung war das Gesamtkonzept ihrer Außenpolitik wichtiger als die Befriedigung der Lobbyisten:

„Thus, the role of public opinion must not be exaggerated. Although any British government had to take into account public sentiment and the well-organized, vociferous antislavery ´lobby´, no government, in fact, let the issue interfere with the conduct of its foreign policy in the East. Yet, most governments in Britain genuinely shared the wish of the public to see the Ottoman slave trade at an end. Moreover, during most of the period under discussion, there was no conflict between this attitude and the major goals of british foreign policy, which sought to reform the Empire according to Western concepts.“[10]

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch Ali. Jedoch ist für ihn der schwindende Einfluss der Society erst ab den 1880er Jahren nachweisbar. Denn bis dahin bildete sie eine starke humanistische Fraktion im Parlament. Im Jahre 1880 änderten die Parlamentswahlen die Machtverhältnisse, wodurch die Regierung nicht mehr auf die Unterstützung der Humanisten angewiesen war. Darüber hinaus beschleunigte das Nachlassen der öffentlichen Unterstützung den Machtverlust der Society: „The Government also had another reason not to fear the Society at that time. There were signs which showed that the Society´s influence was decreasing considerably. It still had the support of influential persons, but among the public it could no longer claim the support it used to have.”[11]

[...]


[1] Walvin, James (Hrsg.) 1982: “The Propaganda of Anit-Slavery”. IN: Ders.: “Slavery in British Society 1776 – 1846”. Baton Rouge: Louisiana State University Press, S. 64

[2] Walvin, S. 60

[3] Mowafi, Reda 1981: “Slavery, Slave trade and Abolition Attempts in Egypt and the Sudan 1820 – 1882”. Malmö: MRL-Offset, S. 23ff

[4] Ali, Abbas Ibrahim Muhammad 1972: “The British, the Slave Trade and Slavery in the Sudan 1820-1881.”. Khartoum: Khartoum University Press, S.30

[5] Ali, S. 33

[6] Ali, S. 34

[7] Zitiert nach Ali, S.41

[8] Auszug aus den Gründungsstatuten der Society; Ali, S. 13

[9] Ali, S. 64

[10] Toledano, Ehud R. 1982: “The Ottoman Slave Trade and Its Suppression: 1840-1890.” Princeton: Princeton University Press, S. 272

[11] Ali, S. 128

Details

Seiten
37
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638586801
ISBN (Buch)
9783640732968
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v67950
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Politische Wissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
Bekämpfung Sklaverei Sklavenhandel Sudan Meinung Großbritannien Maßnahmen Theorien

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