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Die Besonderheiten der Rechnungslegung in Krankenhäusern

Seminararbeit 2006 23 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Unternehmen Krankenhaus
2.1 Besonderheit des Krankenhauses als Unternehmen
2.1.1 Auftrag und Funktion
2.1.2 Prozess der Leistungserstellung
2.2 Trägerstrukturen
2.2.1 Öffentlich-rechtliche Träger
2.2.2 Frei-gemeinnützige und private Träger
2.3 Duales Finanzierungssystem
2.4 G-DRG-Systematik
2.5 Spezifische Rechnungslegungsvorschriften
2.5.1 Gesetze
2.5.2 Verordnungen

3 Besonderheiten des Jahresabschlusses
3.1 Finanzierungsrelevante Vorschriften
3.2 Bilanzierung
3.2.1 Aktiva
3.2.2 Passiva
3.3 Gewinn- und Verlustrechnung
3.4 Anhang und Lagebericht

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Untersuchungsgegenstände dieser Seminararbeit sind die Besonderheiten der Rechnungslegung in Krankenhäusern, der Schwerpunkt liegt dabei auf den Auswirkungen des dualen Finanzierungssystems bei Krankenhäusern öffentlich-rechtlicher Trägerschaften.

Zunächst wird in diesem Zusammenhang das Krankenhaus als Unternehmen dargestellt. Hierbei werden insbesondere Auftrag und Funktion der Krankenhäuser innerhalb des deutschen Gesundheitssystems verdeutlicht. Des Weiteren wird die krankenhäusliche Leistungserstellung von denjenigen anderen Branchen abgegrenzt.

Als nächstes werden die Trägerstrukturen vorgestellt, die aktuell in der Krankenhauslandschaft vorzufinden sind. In diesem Zusammenhang wird eingehend das duale Finanzierungssystem vorgestellt, da hierin die wesentlichen Ursachen für die Besonderheiten der Rechnungslegung in Krankenhäusern begründet sind. Ein weiteres Hauptaugenmerk dieser Hausarbeit liegt auf der noch jungen und seit seiner Einführung schon des Öfteren überarbeiteten G-DRG-Systematik. Diese wird in ihren Bestandteilen erläutert und es wird ein Zusammenhang zu der Erlösseite von Krankenhäusern hergestellt.

Im Anschluss werden die krankenhausspezifischen, juristischen Grundlagen der Rechnungslegung im Rahmen von Gesetzen und Verordnungen erörtert.

Abschließend werden die Konsequenzen dieser Besonderheiten der Rechnungslegung für Krankenhäuser für den Jahresabschluss aufgezeigt. In diesem Zusammenhang werden signifikante Bilanzpositionen, Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung und Besonderheiten bei der Aufstellung des Anhangs und, je nach Rechtsform, des Lageberichts beschrieben.

2 Unternehmen Krankenhaus

2.1 Besonderheit des Krankenhauses als Unternehmen

2.2.1 Auftrag und Funktion

Nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz ist „das Hauptziel des Krankenhausbetriebes die Deckung des Krankenversorgungsbedarfs der Bevölkerung. Die Bedarfsdeckung soll durch die betrieblichen Leistungen der Krankenhäuser erreicht werden“[1]. Dabei wird zwischen den Allgemein- oder Akutkrankenhäusern mit mehreren Fachbereichen und den spezialisierten Fachkrankenhäusern unterschieden. Dazu zählen außerdem Universitätskliniken, die weitergehende Forschungsaufgaben verrichten und Sondereinrichtungen wie Suchtkrankenhäuser[2].

Die Leistungen werden einerseits durch das medizinische Personal, also durch Ärzte und Pflegekräfte, und durch das Wirtschaftspersonal andererseits, beispielsweise Techniker und Hauswirtschaftskräfte, ermöglicht. Diese bedienen sich bei der Leistungserstellung an den Sachgütern des medizinischen, des medizinisch-technischen und des wirtschaftlichen Bedarfs[3].

Der so genannte Krankenversorgungsbedarf lässt sich unter medizinischen Gesichtspunkten in die Veränderung der Gesundheitszustandes oder der Pflegebedürftigkeit unterteilen, des Weiteren sind Geburten ein wesentlicher Bestandteil der krankenhäuslichen Arbeit. Dabei gelten das Erkennen, das Heilen, Bessern oder Lindern von Krankheiten der Patienten als Kernaufgaben[4]. Dieser Auftrag kann, je nach Schwere des jeweiligen Falles, sowohl voll- oder teilstationär, als auch ambulant vollzogen werden.

Das Krankenhaus ist also als eine „soziale Institution zu verstehen, in denen qualifizierte Fachkräfte mit Hilfe moderner Medizin Patienten entsprechend der schwere und Kompliziertheit ihrer Krankheit zu behandeln und zu heilen versucht“[5].

2.2.2 Prozess der Leistungserstellung

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht besteht die Leistung eines Krankenhauses

in einem „Betriebsprozess aus der Kombination der Elementarfaktoren menschliche Arbeitsleistung, Sachgut und Betriebsmittel, dem disponiblen Faktor mit Leitung und Träger und dem Humanfaktor mit dem Patienten als Dienstleistungssubjekt“[6].

Besonders die primäre und die sekundäre Prävention stellen wesentliche Leistungsprozesse in den Krankenhäusern dar, in denen verschiedene Kosten und Aufwendungen anfallen, die aber gleichzeitig die Grundlage für die Abrechnung der Leistungen bilden, die in erheblichem Maße die Ertragsseite des Krankenhauses abbilden[7]. Die für die krankenhäusliche Leistungserstellung verwendeten Dienstleistungen, sowie besonders die verbrauchten oder abgenutzten Sach- und Anlagegüter und deren Erstattung bilden die Grundlage für die angewandten Besonderheiten der Rechnungslegung in Krankenhäusern.

Im Zentrum der krankenhäuslichen Leistungserstellung steht als Subjekt der Leistung der Mensch. Er steht bei Diagnose und Behandlung sowie der nachstationären Betreuung im Mittelpunkt. Außerdem ist er Gegenstand der Leistungsabrechnung und damit wiederum maßgeblicher Bestandteil der Rechnungslegung. Die Besonderheit des Menschen als Leistungsgegenstand wird bei der Betrachtung eines Patienten über Abrechnungsstichtage hinweg offensichtlich, wenn er als „unfertige Leistung“ bilanziert wird[8].

Die einzigartige Kombination von sozialem Auftrag, zwingender Wirtschaftlichkeitsorientierung und dualem Finanzierungssystem macht eine Anpassung der Rechnungslegung unentbehrlich.

2.2 Trägerstrukturen

2.2.1 Öffentlich-rechtliche Träger

Als Träger eines Krankenhauses wird bezeichnet, „wer das Krankenhaus betreibt und bewirtschaftet[9] “. Ein Träger kann dabei öffentlich-rechtlicher, frei-gemeinnütziger oder privater Natur sein. Bei der Wahl der Trägerschaft stehen, neben den aufgrund des Versorgungsauftrages historisch gewachsenen Strukturen, haftungs- und steuerrechtliche sowie förderungstechnische Überlegungen im Mittelpunkt[10].

Bei öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern können Gebietskörperschaften wie Kommunen und Städte, aber auch deren Zweckverbände Träger sein. Darüber hinaus werden zahlreiche Krankenhäuser von Parafisci wie den Berufsgenossenschaften bewirtschaftet. Ziel der Öffentlichen ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung, eine betriebswirtschaftliche Zielsetzung wie die Gewinnerzielung hat keine Priorität. Die wirtschaftliche Existenz wird durch den Sicherstellungsauftrag des Trägers gewährleistet[11].

Im Hinblick auf die Rechnungslegung hebt sich diese Krankenhausträgerstruktur von anderen Trägern durch das duale Finanzierungssystem ab. Auf der einen Seite werden die laufenden Betriebskosten durch den Nutzer, respektive dessen Sozialversicherungsträger getragen[12]. In diesem Zusammenhang sind die

G-DRG-Fallpauschalen, auf die im weiteren Verlauf noch näher eingegangen wird, von fundamentaler Bedeutung. Auf der anderen Seite ist die öffentliche Hand für die Finanzierung von Investitionen in Anlagen und bauliche Erweiterungen verantwortlich. Bei den Universitätskliniken sind darüber hinaus im Rahmen der Forschung und Entwicklung unterschiedliche Förderungsalternativen in Anlehnung an das Hochschulbauförderungsgesetz maßgeblich[13].

[...]


[1] F. Keun, 2001, Seite 1.

[2] Vgl. B. Hubert. 2006, Seiten 75f.

[3] Vgl. F. Keun, 2001, Seite 3.

[4] Ebenda.

[5] Vgl. N. Zdrowomyslaw, W. Dürig,, 1999, Seite 162.

[6] F. Keun, 2001, Seite 3.

[7] Vgl. J. Müller, 2005, Seite 108.

[8] Vgl. J. Müller, 2005, Seite 107.

[9] N. Zdrowomyslaw, W. Dürig, 1999, Seite 163.

[10] Vgl. B. Hubert, 2006, Seite 79.

[11] Ebenda.

[12] Vgl. N. Zdrowomyslaw, W. Dürig, 1999, Seite 167.

[13] Vgl. B. Hubert, 2006, Seite 76.

Details

Seiten
23
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638604475
ISBN (Buch)
9783638864893
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v67665
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – RWPC; Mercator School of Management
Note
1,7
Schlagworte
Besonderheiten Rechnungslegung Krankenhäusern

Autor

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Titel: Die Besonderheiten der Rechnungslegung in Krankenhäusern