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Musiktherapeutisches Konzept für die Arbeit mit Drogenabhängigen

Diplomarbeit 2004 45 Seiten

Musikwissenschaft

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort

1 KAPITEL - Grundlagen der Sozialmusiktherapie
1.1 Einführung
1.2 Der therapeutische Charakter der Sozialmusiktherapie
1.3 Die Handlungsmittel
1.4 Die Handlungsformen
1.5 Die Handlungsprinzipien
1.6 Die psychologischen Handlungsfelder

2 KAPITEL - Beziehung von Sucht und Musik

3 KAPITEL - Handlungsansatz
3.1 Institutionelle Ausgangsbedingungen
3.2 Psychopathologische und soziale
Ausgangsbedingungen bei Drogenabhängigen
3.3 Grundelemente des Therapiekonzeptes von „Walkabout“
3.4 Ressourcen

4 KAPITEL – Musiktherapeutische Behandlungsmöglichkeiten
4.1 Entzugsphase
4.2 Einstiegsphase
4.3 Aktionsphase
4.4 Phase der Außenorientierung
4.5 Behandlungsplan

Danksagung und Literaturverzeichnis

Vorwort

In diesem Konzept beschäftigte ich mich mit den musiktherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten bei Drogenabhängigen, im Alter zwischen sechzehn und etwa fünfundzwanzig Jahren. Der Schwerpunkt liegt aufgrund meiner fachspezifischen Ausbildung im Bereich Sozialmusiktherapie“ und ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Basierend am Schulenübergreifenden Konzept der Sozialmusiktherapie, welches ich in dieser Arbeit in Kapitel 1 darstelle, nähere ich mich dem Hauptthema dieser Arbeit. Es besteht aufgrund der Aussagen zum Kausalitätsprinzip (nach Schwabe) die Möglichkeit, mit diesem vorliegenden musiktherapeutischen Konzept, sowohl eigenständig und unabhängig musikthera-peutisch zu arbeiten, als auch in weiterer Folge mit meinen zukünftigen Kollegen, ein gemeinsames Konzept im Psychologie bzw. Psychotherapiebereich, zu „entwickeln“.

In Kapitel 2 beleuchte ich kurz die Affinität zwischen Sucht und Musik. Ausgehend vom Handlungsansatz in Kapitel 3, stelle ich meine Überlegungen für die praktische Arbeit mit jungen Drogenabhängigen im vierten und letzten Kapitel dieses Konzepts dar.

Der Hauptschwerpunkt liegt nach meiner Auffassung, in der Arbeit mit den Ressourcen der Drogenabhängigen. Wie kann mit den vorhandenen Energien die „Sucht“ bewältigt werden? Mein Grundverständnis in der zukünftigen Arbeit mit jungen Drogenabhängigen baut vorwiegend darauf auf, dass ich mit „jungen“ Menschen arbeiten werde und erst in zweiter Linie mit Drogensüchtigen.

"Nach meiner Erfahrung geschieht Außergewöhnliches, wenn ein von Glaubwürdigkeit, Achtung und Verstehen geprägtes Klima geschaffen wird. In einem solchen Klima wird Starrheit zu Beweglichkeit, statisches Beharren zu Entwicklung, Abhängigkeit zu Autonomie, Vorhersagbarkeit zu spontaner Kreativität, Abwehrhaltung zu Selbstannahme und Selbstverwirklichung."

Carl R. Rogers

KAPITEL 1 GRUNDLAGEN DER SOZIALMUSIKTHERAPIE

Durch die Darstellung der Grundlagen der Sozialmusiktherapie nähere ich mich der Thematik des vorliegenden Gesamtkonzeptes für die Drogenstation „Walkabout“.

1.1 Einführung

Sozialmusiktherapie meint in einer ersten Definition: Begegnung zwischen Mensch und Musik, zwischen Mensch und Mensch. Da eine Begegnung sich niemals wiederholt, auch wenn diese sich im selben Raum und mit denselben Menschen abspielt, meint sozialmusiktherapeutische Arbeit „Offenheit für den Augenblick“ und nicht Rückgriff auf ein Rezept. Dieses „sich Einlassen“ auf die Unsicherheiten und Unwägbarkeiten des Augenblicks, kann jedoch nur auf der Grundlage eines wissenschaftlichen Konzepts gelingen. Sozialmusiktherapie geht grundsätzlich von sozialer Erkrankung des Individuums aus. Soziale Krankheit ist (nach Schwabe/Haase SMT 1998), das Unvermögen des Individuums, Nähe und Distanz in der Beziehung zu anderen Menschen, zu Objekten und zu sich selbst in einer das Leben fördernden Balance zu gestalten. Soziale Krankheit ist demnach die nachhaltig gestörte Fähigkeit, die Gefühle, welche im Prozess der Annäherung bzw. Abgrenzung zu anderen Menschen, oder zu sich selbst entstehen, wahrzunehmen, zuzulassen und konstruktiv mit ihnen umgehen zu können. Dies schließt gleichzeitig auch eine nachhaltig gestörte Wahrnehmungsfähigkeit und/oder Akzeptanzfähigkeit für die Gefühle anderer ein.

Die Möglichkeit sich vor sozialer Krankheit zu schützen ist umso geringer, je jünger der Mensch ist und je weniger seine Fähigkeit entwickelt ist, das, was andere mit ihm tun, zu reflektieren und zu durchschauen. Die Ursache für soziale Krankheit, könnte

man auch als „nicht geglückte Sozialisation des Individuums“ definieren (vgl. Schwabe/Haase, SMT, 1998). Diese Aussagen treffen weitestgehend auch für Drogenabhängige zu.

Primär sind für soziale Krankheit zwei Ursachenfelder verantwortlich:

1) Die ersten Präge- Erfahrungen, also die ersten Erlebnisse mit dem DU, in der Regel mit der Mutter. Ist die Beziehung von Annahme, Zuwendung und Stabilität gekennzeichnet, wird der Grundstein für Selbstannahme und Stabilität gelegt. Das nicht enttäuschte Urvertrauen schafft so ein Vertrauen in das Leben selbst mit all seinen Schwierigkeiten und Möglichkeiten. Das heißt Labilisierungen können zugelassen und verarbeitet werden. UR- Beziehungskränkungen bzw. die ersten sozialen Erfahrungen, können die Ursache für die Entstehung von psychischen, somatischen und psychosomatischen Krankheiten sein.
2) Chronische körperliche und psychische Erkrankungen mit geringen Heilungschancen, Unfälle, Schicksalsschläge (Tod, Scheidung…) Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt, Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen bzw. Altersgruppen (Schwabe/Haase 1998, S.21ff).

1.2 Der therapeutische Charakter der SMT

Sozialmusiktherapie ist Psychotherapie, da sie Orientierungen und Ziele aus mehreren psychotherapeutischen Modellen enthält sich jedoch keiner Psychotherapieschule verpflichtet fühlt. Sozialmusiktherapie zielt auf eine Veränderung im Erleben und Verhalten und beschäftigt sich mit der (wechselseitigen) Selbstregulation des Menschen. Es geht um die Entwicklung von Autonomie und Reife. Der Sozialmusiktherapeut ist dabei ein Experte für den Prozess und nicht für die Lösungen, denn die inhaltlichen Ziele sollen letztendlich vom Klienten bestimmt werden. Nachdem es kaum einheitliche Erklärungen darüber gibt, was Psychotherapie im Wesentlichen ist, Dr. Schwabes Aussagen über Psychotherapie:

1) Psychotherapie ist eine Handlung die gezielt zum Einsatz kommt, wenn es darum geht, psychische, körperliche und (oder) soziale Störungen zu lindern, oder wenn möglich zu beseitigen.
2) Der Einsatz von Psychotherapie setzt eine möglichst genaue Diagnostik voraus
3) Psychotherapie ist nicht: Applikation von Wirkstoffen, sondern Mobilisierung von Eigenkräften
4) Aufgrund der engen Verbundenheit mit der Medizin und Psychologie, gehört Psychotherapie institutionell in den Bereich der Medizin als auch der Psychologie

Aufgrund dieser Aussagen, ist Sozialmusiktherapie sowohl auf der wissenschaftstheoretischen, als auch auf der institutionellen Ebene Psychotherapie (Schwabe/Haase SMT, 1998). Konzeptionell hat SMT wahrnehmungspsycho-logische-, sozial-kommunikative sowie individuell-kreative Handlungsansätze. Diese ermöglichen in Abhängigkeit von spezifischen Indikationsbedingungen, sowohl lebensgeschichtlich abhängige Konfliktaufarbeitung als auch handlungs- und erlebnisorientierte Lebensverbesserung therapeutisch zu realisieren. Dies bedeutet: das Konzept ist integrationsfähig in unterschiedliche psychotherapeutisch-medizinische oder sozial-präventive bzw. - rehabilitative Aufgabenbereiche.

Die Konzeption hat sich über einen Zeitraum von vierzig Jahren entwickelt und hat ihren Ursprung in der Leipziger Musiktherapieschule der sechziger Jahre (Dr. Schwabe). Die Metatheorie basiert auf erkenntnistheoretischer Grundlage. Erkennbarkeit, Beschreibbarkeit und Wiederhol-, also Planbarkeit von Handlungsindikatoren, -ansätzen und -prozessen.

Ausgehend von einer biopsychosozialen Einheit des Menschen wird Gesundheit verstanden als Kompetenz des Menschen im Umgang mit der wechselvollen Vielfalt des Agierens und Reagierens im Komplex des Lebens, im Kontext von Natur, Gesellschaft und Individualität.

Therapie wird als Handlung verstanden mit der Grundannahme, dass Wertschätzung zwischen Therapeut und Patient als Ausgangsbasis für Impulsgebung bzw. Aktivierung die prozessuale Selbstbeeinflussung und Veränderung des Patienten ermöglichen kann. Es geht deshalb um die Entfaltung von sozialer Kompetenz, von Selbstwert, Selbstvertrauen und Handlungsfähigkeit zur Gestaltung individuell geprägter Bedürfnisse (SAMT 2000, Seite 8ff).

Musiktherapeutische Prozesse sollen nicht nur Erleben mobilisieren, sondern Erlebtes erkennen, verstehen als auch verändern helfen. Erkennen und Verstehen ist an die Sprache gebunden. Wobei es z.B. nach einer Improvisation mit Instrumenten oder der eigenen Stimme nicht darum geht zu deuten, sondern so genau wie möglich zu beschreiben. Beschreibbar sind Befindlichkeiten, soziale Prozesse, sowie musikalische und andere Strukturen, die während der Handlung entstanden sind (Improvisationen, Bilder usw.) aber auch gehörte Musik als eine REALITÄT „außer“ mir. Das möglichst genaue Beschreiben (verbales Feedback) wird mit der Absicht angeregt, die Wahrnehmungsfähigkeit zu verbessern um damit zugleich den Erlebnis- und Handlungsbereich zu differenzieren.

Das verbale Feedback ist ein wesentlicher Bestandteil des sozialmusiktherapeutischen Konzeptes. Die Orientierung auf Wahrnehmungsbeschreibung bedeutet das Gegenteil von Wahrnehmungsinterpretation, also von Deutungen wie sie in der Psychoanalyse üblich sind. Es schließt das Spekulieren, Fantasieren über das „Wahrgenommene“ aus: ebenso das Verallgemeinern im Sinne von „Schlussfolgerungen ziehen“ (vgl. Schwabe/ Haase, SMT, 1998). Die Hinlenkung zum Wahrnehmen erfolgt nicht über fremdsuggestive oder andere Einwirkungen, sondern über: Erklären, Anbieten,

Anregen, Interesse wecken. In diesem Angebot ist eine selbst erworbene Leistung verborgen, die zu tief greifenden Wirkungen hinsichtlich der Symptomauflösung und Lebensbewältigung führen kann. Es läuft über den Prozess der Selbstauseinandersetzung der erst eingegangen und bewältigt werden muss (vgl. SAMT 2000).

Warum überhaupt reflektieren bzw. ein Feedback gestalten?

Erst die Übersetzung in Sprache macht die Vorgänge (Handlungsbedeutungen und Inhalte) bewusst! Der Handlungsprozess und die Reflexion sind Entwicklung und sollten sich immer aufeinander beziehen. Ein konkretisieren des Nachdenkens am abgelaufenen Geschehen verhindert, dass Nachdenken in ein allgemeines Lebensphilosophieren abgleitet. Dies hat aus empirischer Sicht keinen therapeutischen Nutzen. Hier muss ich als Musiktherapeut „Steuern“ und auch als Projektionsfläche bereit stehen.

Feedback bezieht sich auf das, was zuvor an abgelaufener Handlung stattgefunden hat. Dabei kann Aus- bzw. Angesprochen werden.

- Aussprechen meint: das eigene Beschreiben von Erlebtem.
- Ansprechen meint: Beschreibung dessen was ich bei anderen wahrgenommen habe. Es wird auch als: Spiegeln bezeichnet.

Didaktisch unterscheidet man hier drei Feedbackebenen:

1) Beschreibung einer Gestalt, Bewegung, Struktur, Musik….
2) Beschreibung von sozialen Interaktionen und Rollenübernahmen
3) Beschreibung von Gefühlen, Stimmungen, Befinden

1.3 Die Handlungsmittel

Die für das gruppenpschotherapeutische Kausalitätsprinzip charakterisierten Handlungsmittel sind: produktorientierte, darstellende, agierende und reflektierende Tätigkeit (Rudloff/Schwabe, 1997).

Produzieren: diese Tätigkeit ist nie bezogen auf das Endprodukt, sondern wird zum Transportmittel für außermusikalische Bedeutungsinhalte. Z.B: Gefühle, Stimmungen, Erlebnisse, interpersonelle Aktionen der einzelnen Gruppenmitglieder.

Darstellen: meint das Zeigen einer Zustandssituation. Es ist gut geeignet um aktuelle Gefühle und Befindlichkeiten zu zeigen bzw. darzustellen.

Agieren: hat den Charakter eines Verlaufs bzw. einer Entwicklung. Wird zum Zeigen von Erlebnisvorgängen und Verhalten eingesetzt. Es orientiert auf Handlungen die sich auf Entscheidungen hinsichtlich der Rollenübernahme, Kontakt, Position usw. beziehen.

Reflektieren: diese Tätigkeit orientiert auf Nachdenken, Beschreiben, Verdeutlichen, Erkennen

1.4 Die Handlungsformen

1.4.1 Instrumentalmusikimprovisation

Das wesentliche Merkmal der Instrumentalmusikimprovisation ist die über das unmittelbare Spiel zu vollziehende soziale Kommunikation. Das heißt es kommt zu einer bewussten Auseinandersetzung mit sozial-kommunikativen Impulsen. In der Instrumentalmusikimprovisation kommen leicht spielbare ORFF- Instrumente zum

Einsatz. Spielregeln in der Instrumentalmusikimprovisation werden immer vom therapeutischen Anliegen aus bestimmt. Zweck dafür ist es, Richtungen für die Aktivität des Gruppengeschehens anzugeben. Das heißt weiter: die Handlungsanweisungen leiten sich aus der jeweils konkreten Gruppensituation ab. Der Gruppenleiter begibt sich in der Regel auch nicht in das improvisatorische Handeln der Gruppe, da sich dadurch die Wahrnehmung für die Gruppe aufgrund von Eigenaktivität einschränkt (s. Schwabe/Haase 1998, S.111). Im Laufe der Therapie wird von der Beschreibung der musikalischen (optischen Struktur, z.B. beim Malen) Struktur und sozialer Prozesse darauf übergegangen, die Gefühle, Gedanken und Befindlichkeiten zu beschreiben. Dabei entstehen Themen, die mir als Ausgangspunkt für weitere therapeutische Impulse dienen.

1.4.2 Bildgestalten mit Musik.

Bildgestalten mit Musik bedeutet, dass die bildnerische Gestaltung unter dem Einfluss von Musikhören geschieht. Die Musik soll zwar emotional stimulieren, hat jedoch dabei eine Hintergrundfunktion. Es handelt sich dabei um eine Methode die eine Kombination aus musiktherapeutischer und gestalttherapeutischer Arbeitsweise darstellt. Der Therapeut trifft abhängig von der Gruppensituation die Entscheidung, ob es um ein Ausdrücken emotionaler Prozesse des einzelnen geht, ob die Aktivität des einzelnen mehr auf ein Objekt gerichtet werden soll, oder ob ein Interaktionsprozess (z.B. das Malen eines Gruppenbildes) angeregt werden soll. Von Interesse ist dabei vor allem, was tun die Gruppenmitglieder miteinander, wie reagieren, agieren sie, wie viel Raum nehmen sie sich, bzw. wie viel Raum wird anderen gegeben. Ähnlich wie bei der Instrumentalmusikimprovisation sind Interaktionsformen wie: Begleiten, Ergänzen, Akzentuieren, Unterstützen, Verzieren, Zerstören, Verändern, Fortsetzen etc. möglich. All das kann Inhalt des verbalen Feedbacks sein. Es bezieht sich wieder auf eine möglichst genaue Beschreibung dessen, was hier z.B. in der Bildgestaltung zu sehen ist.

1.4.3 Regulatives Wahrnehmungstraining mit Musik ( mit Elementen aus dem Bereich der Regulativen Musiktherapie)

Primär geht es dabei um Wahrnehmungserweiterung und Wahrnehmungs-differenzierung, um ein Anregen zum Wahrnehmen der Realität, der persönlichen, der sozialen, als auch der objektbezogenen Realität. Wenn mit zunehmendem Interesse Musik als Realität wahrgenommen wird, verändert dies die Wahrnehmung der eigenen Person. Dabei kommt es zu einer Positionsveränderung des ICHS und damit zu einer positiven Beeinflussung von Erleben und Verhalten. Musikwahrnehmung steht hier stellvertretend für die Wahrnehmung anderer Objekte. An ihr kann im positiven Sinne „trainiert“ werden, wie Erleben und Verhalten positiv veränderbar sind (SMT Schwabe/Haase 1998, Seite 121ff). Das Hören von Musik löst Gefühle aus und reaktiviert Erlebniszusammenhänge. Dies kann für weitere therapeutische Handlungsvorgänge wichtig werden, wenn es z.B. um die Lösung von seelischen Verkrampfungen und um emotionale Mobilisierung als Anliegen geht. Dabei wird Musik von Tonträgern gehört und anschließend darüber reflektiert. Die Musikauswahl erfolgt durch den Therapeuten und berücksichtigt möglichst alle Faktoren, die in der jeweils konkreten Beziehungssituation real vorhanden sind. Dies betrifft die musikalische Gestalt, die erlernten Hör- Erfahrungen der Patienten und das konkrete therapeutische Anliegen.

1.4.4 Bewegungsimprovisation nach Musik

Der Körper wird zum bewussten Ausdrucksmittel und in diesem Vorgang wird „ICH“ über das eigene Körpererleben bewusst. Außerdem richten sich die Erfahrungen welche Patienten mit dieser Handlungsform machen können, auf eine Erhöhung und Differenzierung der Risikobereitschaft in Bezug auf das Ausagieren emotionaler Sachverhalte (Rudloff/Schwabe 1997, S.114). Den Körper als Ausdrucks-

mittel zu gebrauchen und zu entdecken, das bedeutet zugleich konfrontiert zu werden mit vorhandenen Einschränkungen, die das ICH seiner Körperlichkeit auf vielfältige Weise auferlegt. Dabei handelt es sich um zivilisationsbedingte Köpernormierungen, pathologisch bedingte Hemmungen, Einschränkungen der Körperwahrnehmungen hinsichtlich solcher Körpersignale, die als Erlebtes in der körperlichen Entsprechung unterdrückt bzw. abgewehrt werden, also das Abspalten von Emotionalem von dessen körperlicher Realität.

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Details

Seiten
45
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638585552
Dateigröße
615 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v67272
Institution / Hochschule
Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen – Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen Dr.Schwabe
Note
sehr gut
Schlagworte
Musiktherapeutisches Konzept Arbeit Drogenabhängigen

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Titel: Musiktherapeutisches Konzept für die Arbeit mit Drogenabhängigen