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Feste feiern im Jahreskreis als mögliche Form der Gemeinschaftserziehung

Referat (Ausarbeitung) 2006 15 Seiten

Didaktik - Sachunterricht, Heimatkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Persönlichkeitsentwicklung und Gemeinschaftsförderung

2. Bedeutung des Feierns

3. Feste und Feiern in der Schule
3.1 Das Fest kann beginnen
3.1 Lehrplanbezug
3.2 Schulpraktische Anregungen für Feste und Feiern in der Klasse
3.2.1 Kennenlernfest
3.2.2. Geburtstag
3.2.3 Martinsfest
3.2.4 Frühlingsfest
3.2.5 Sommerfest
3.2.6 Erntedankfest

Literatur

1. Persönlichkeitsentwicklung und Gemeinschaftsförderung

Kinder zum ICH, zum DU und zum WIR zu erziehen, das sind Forderungen, die seit jeher Brennpunkte der Erziehung, Förderung und Bildungsarbeit darstellen (Sedlak F., 1996, S.7 ff.).

Man unterscheidet nun 3 Stufen, auf denen sich Kinder während ihrer Persönlichkeitsentwicklung befinden können.

ICH-Stufe:

Die ICH-Stufe ist gekennzeichnet durch ausgeprägten Egozentrismus, Arrangements mit der Umwelt zur Aufrechterhaltung des Selbstwertgefühls ohne Beitrag zur Gemeinschaft. Auf dieser Stufe wird grundlegendes Selbstbewusstsein aufgebaut. Es wird geübt, sich in Beziehungen zu einzelnen Personen unterschiedlich zu verhalten. Die egozentrische Wahrnehmung verhindert einen selbstsicheren, unbefangenen Kontakt zum DU. Gemeinschaftliche Aspekte werden vernachlässigt.

DU-Stufe:

Auf der DU-Stufe ist das Kind bereit zur Einfühlung, aber auch zur Dialogfähigkeit. Dieser Punkt stellt die Vorbedingung für Gemeinschaftsfähigkeit dar.

Gefahren: Die Probleme einer übermäßigen Bindung an eine bestimmte Person oder extremer Abhängigkeit treten ans Tageslicht. Ein Egoismus zu zweit wird gelebt.

WIR-Stufe:

Auf der WIR-Stufe entwickelt sich die Gemeinschaft auf Grund von Selbstbewusstsein und Beziehungsoffenheit. Die Wir-Stufe ist demnach die höchste soziale Stufe.

Gefahren ergeben sich aus einer übermäßigen Abgrenzung, eines Geltungsbedürfnisses oder andererseits einer passiven Pseudoidentität durch Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Ins Positive gewendet sind die drei Ziele der Erziehung zum ICH, zum DU und zum WIR ebenfalls Hauptansatzstellen pädagogischen und psychologischen Bemühens.

ICH: Hier geht es um die Förderung der Individuation, um das Bewusstmachen der spezifischen eigenen Möglichkeiten. Die Betonung der Individualität, die Abgrenzung von anderen wird besonders von der Differentialpsychologie vollzogen. Ebenso geht es um die Bewusstmachung der individuellen Verantwortung, Autonomie, um die Selbstwerdung im gegebenen gesellschaftlichen Rahmen. Wie der einzelne sich unter bestimmten Rahmenbedingungen entfaltet, ist u.a. Anliegen der Entwicklungspsychologie.

DU: Die soziale Wahrnehmung muss von Anfang an unterstützt werden. Dazu gehört das Aufgreifen prosozialer, d.h. entwickelten sozialen Handlungsweisen zugrunde liegender basaler Verhaltensformen. Die Öffnung zur Partnerschaftlichkeit erfordert das empathische Eingehen auf das jeweilige DU, das Erkennen der verbalen und nonverbalen Signale in der Kommunikation. Eine weitere Aufgabe bezieht sich auf die Gestaltung des „privaten“ Beziehungsbereiches im gesellschaftlichen Kontext.

WIR: Die Gemeinschaftsfähigkeit ist jene Integrationsleistung, die über die duale Sozialisation hinausgeht und eine Vielfalt von wechselnden Akkommodations- und Assimilationsprozessen erfordert. Es kommt zu einer ungeheuren Zunahme der Komplexität der Beziehungen und Interaktionswirkungen, Feedbacks, Rückkoppelungen, Selbststeuerungsmechanismen etc. Dabei ist das individuelle Verhältnis zur Gesellschaft zu bestimmen; das Wechselspiel zwischen individuellem Bewusstsein, Erleben und Verhalten und der Gesellschaft und die Einbettung (privater) Subsysteme in den gesamtgesellschaftlichen Rahmen.

Um eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung zu gewährleisten, ist es nötig, dass die wichtigsten emotionalen und sozialen Grundbedürfnisse erfüllt werden. Grob gesagt bedeutet dies: Anregung, Zuwendung und Sicherheit.

2. Bedeutung des Feierns

Feier ist Ausdruck einer Zustimmung zur Welt, ein Ja zur Sinnhaftigkeit des Lebens

Die Welt wird als gute, positive Schöpfung anerkannt. Feiern heißt daher ursprünglich sich in Dankbarkeit und Freude darauf zu besinnen, dass das Leben geschenkt ist. Der Feiernde lässt sich gern beschenken.

Feiern ist Besinnung auf das Wesentliche

Meistens feiert man mit Menschen, die einem besonders nahe stehen (Familie, Freunde,…). Gefeiter wird aber auch mit Menschen, mit denen zusammen man eine größere Gemeinschaft und somit Kultur bildet (Staat, Land, Nation, Verein, Gemeinde, Klasse,…)

Feiern als Integration der Vergangenheit

Oft erinnert man sich zu „Feiertagen“ an vergangene Ereignisse (z.B.: Nationalfeiertag). Diese Feiern beinhalten Geschichte und geben oft Sicherheit.

Feiern bedeutet eine Vertiefung der sozialen Kultur

Durch Feste und Feiern wird das Erleben von Gemeinschaft, Freundschaft und gegenseitiges Wohlwollen vertieft. Soziale Beziehungen werden geschaffen oder gestärkt.

Feiern ermöglicht ein vertieftes Empfinden von Freude

Durch ein nicht alltägliches Angebot von verschiedensten Dingen (Tanz, Spiel, Dekoration, Essen/Trinken, Kleidung) empfinden die Kinder Abwechslung und Freude.

Feiern als Ausbrechen aus dem Alltag/der Routine

Die tägliche Arbeit soll hiermit nicht abgewertet werden, nur wo gearbeitet wird, kann ein Fest als etwas Besonderes wahrgenommen werden. Feste feiern ist schön und wichtig. Gerade in der Kindheit erlebte, gelungene Feste bleiben als Höhepunkte oft dauerhaft in Erinnerung.

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Details

Seiten
15
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638593359
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v67033
Institution / Hochschule
Pädagogische Akademie des Bundes in der Steiermark
Note
Sehr gut
Schlagworte
Feste Jahreskreis Form Gemeinschaftserziehung Fachdidaktik Sachunterricht

Autor

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Titel: Feste feiern im Jahreskreis als mögliche Form der Gemeinschaftserziehung