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Raum und Zeit in Miroslav Krlezas Roman 'Bankett in Blitwien'

Referat (Ausarbeitung) 2004 13 Seiten

Russistik / Slavistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A METHODISCHE VORÜBERLEGUNG

B HAUPTTEIL
1. Kurzer biographischer Abriß Miroslav Krležas
2. Über den Inhalt des Werkes 'Bankett in Blitwien'
3. Zur zeitlichen Konzeption
4. Zur räumlichen Konzeption
5. Die Traumwelt als eine Überwindung von Raum und Zeit

C SCHLUSS

Literaturhinweise

A METHODISCHE VORÜBERLEGUNG

Der erste Weltkrieg ist vorüber. Seit Einführung der Diktatur 1929 verstärken sich die gesellschaftlichen Gegensätze in Jugoslawien. Am Vorabend schrecklicher geschichtlicher Ereignisse entstehen die ersten zwei Bände des visionären Romans „Bankett in Blitwien“. Geprägt von Stalins Säuberungen in der Kunst während des Sozialistischen Realismus entsteht erst zwanzig Jahre später, 1962 der dritte Band.

In diesem Zusammenhang wird auf das für Krleža spezifische Weltmodell hinsichtlich der Gestaltung von Raum und Zeit eingegangen werden. Des weiteren wird die Bedeutung von Raum und Zeit für die Gesamtkonzeption der Novelle erarbeitet werden.

Aufgrund des geringen Umfangs der vorliegenden Arbeit, bin ich des öfteren gezwungen, bestimmte Themenbereiche nur anzuschneiden und zur weiteren Lektüre auf entsprechende Sekundärliteratur zu verweisen, wie es z.B. in dem Kapitel 5 der Fall ist. Hier wird der Bereich der Redesituation bei Krleža angesprochen, der leider nicht weiter vertieft werden kann, aber in Sibylle Schneiders Arbeit (siehe Literaturverzeichnis) ausführlich behandelt wird.

B HAUPTTEIL

1. Kurzer biographischer Abriß Miroslav Krležas

Berühmt für seine Novellen, Essays, Kurzgeschichten, so wie durch seine Poesie, war Miroslav Krleža eine zentrale Figur in der modernen Kroatischen Literatur.

Geboren wurde Miroslav Krleža 1893 in Zagreb, während der Zeit des Österreich – Ungarischen Kaiserreiches. Nachdem er die Schule abgeschlossen hatte, trat er 1908 die Ausbildung in der Militärakademie in Budapest an und meldet sich 1912 freiwillig in der serbischen Armee. Ironischer Weise wird er dort für einen österreichischen Spion gehalten, so dass er gezwungen war nach Österreich – Ungarn zurückzukehren, wo er dann von den Österreichern verhaftet wurde. Zum einfachen Soldaten degradiert, erlebt er dort den ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg kehrt er nach Zagreb zurück und verschreibt sich ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit.

Seine Romane der Dreißiger Jahre behandeln vorwiegend Schicksale der links-liberalen Intelligenz Kroatiens. Später folgten Romane, wie Banket u Blitvi oder Zastave.

Seit Anfang der zwanziger Jahre bestimmte er maßgeblich die Richtung der Kroatischen und Jugoslawischen Literatur. Wichtige Instrumente waren dabei die von ihm herausgegebenen Zeitschriften Plamen (1919), Knjizevna republica (1923-27), Danas (1933/34) und Pecat (1939/40). Tief beeindruckt von der sowjetischen Revolution, fühlte er sich hingezogen zu der marxistischen Idee.

Zunächst einer sozialrevolutionären Linie folgend, wandte er sich seit 1929 gegen die linksrevolutionäre Literatur und forderte von der Kunst bei all ihrem sozialpolitischen Engagement vor allem ästhetische Qualität. Er gerät in Konflikt mit der von Russland gelenkten proletarischen Literatur, so wie später mit den Theoretikern des Sozialistischen Realismus.

Es kommt in Jugoslawien zum „Konflikt auf der literarischen Linken (sukob na knji ževnoj ljevici)[1], der die literaturästhetische Diskussion bis 1952 bestimmen soll.

Er beteiligte sich nicht aktiv an der Partisanenbewegung, so dass seine Stellung unmittelbar nach dem Krieg unsicher war. Erst nach Titos Bruch mit Stalin, ist die Zeit Krležas gekommen. 1952 wurde sein Konzept der linken, sozialistischen, jedoch undogmatische Literatur und Kunst unverhofft zur Doktrin erhoben. Die Rede, die er damals hielt gehört zu einer der schärfsten bekannt gewordenen Abrechnungen mit dem „Sozialistischen Realismus“.

Seit 1952 verfügte Krleža über eine unangefochtene kulturpolitische Autorität in Jugoslawien. Er nahm wichtige Ämter in Schriftstellerverbänden ein und wurde vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Als Direktor des Lexikographischen Instituts in Zagreb war er als Herausgeber bei den großen jugoslawischen Enzyklopädien beteiligt. Er starb am 29. Dezember 1981 in Zagreb.[2]

2. Über den Inhalt des Werkes 'Bankett in Blitwien'

Irgendwo zwischen Baltikum und Balkan in der fiktiven Land­schaft Karabaltikum liegt die Volksrepublik Blitwien. Der Plot der Novelle folgt zwei Hauptcharakteren – Oberst Kristian Barutanski, den Diktator Blitwiens und der Anwalt Niels Nielsen, einen ambivalenten Liberalen. Seit der Kindheit miteinander verbunden, beinahe wie Brüder, repräsentieren sie nun zwei oppositionelle Kräfte. Barutanskis Herrschaft ist ein Regime der Willkür und des politischen Mordes. Nur er allein hält sich für fähig, das rückständige Volk zur Zivi­lisation zu führen. Sein Gegenspieler Nielsen nimmt mit offenen Briefen und Pamphleten den aussichtslosen Kampf mit dem Alleinherrscher auf. Er wird verfolgt, muss befürchten, liquidiert zu werden, und flieht in das Nachbarland Blatwien. Obwohl Blatwien eine "Demokratie" ist, erkennt Nielsen sehr bald, dass auch hier Gewaltanwendung und Machtmissbrauch zur Tagesordnung ge­hören.

[...]


[1] Frangeš, Ivo: Geschichte der kroatischen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, in: Karl Gutschmidt, Hans-Bernd Harder und Hans Rothe [Hrsg.]: Bausteine zur slavischen Philologie und Kulturgeschichte. Reihe A: Slavistische Forschungen, Bd. 15, Köln, 1995, S. 768

[2] Näher dazu: Frangeš, Ivo: Geschichte der kroatischen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, in: Karl Gutschmidt, Hans-Bernd Harder und Hans Rothe [Hrsg.]: Bausteine zur slavischen Philologie und Kulturgeschichte. Reihe A: Slavistische Forschungen, Bd. 15, Köln, 1995, S. 767 ff.

Details

Seiten
13
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638593168
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v66984
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Schlagworte
Raum Zeit Miroslav Krlezas Roman Bankett Blitwien Hauptseminar Erzählwerken Literaturen

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Titel: Raum und Zeit in Miroslav Krlezas Roman 'Bankett in Blitwien'