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Ausgewählte Messmethoden der Kreativität

Hausarbeit 2006 11 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition

3. Wie lässt sich Kreativität messen?
3.1 Ansatzpunkte
3.2 Anforderungen

4. Anerkannte Messmethoden der Kreativität
4.1 Remote Associations Test
4.2 Torrance Test of Creative Thinking
4.3 Verbaler Kreativitätstest

5. Resümee

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Zu Beginn der 1950er Jahre hat der Begriff Kreativität, ausgehend von den Vereinigten Staaten von Amerika, zunehmend an Bedeutung gewonnen. Den Anstoß zur Kreativitätsforschung gab J.P. Guilford in seiner Antrittsrede als Präsident der „American Psychological Association“ im Jahr 1950. Er wies damals darauf hin, dass die Möglichkeiten zur Identifizierung und Förderung von kreativ begabten Personen unzureichend seien und löste damit die Initialzündung zur Ausbildung einer systematischen Kreativitätsforschung aus. Die sich darauf hin entwickelnden Initiativen erhielten in den USA einen starken Vortrieb auf breiter Front durch den so genannten Sputnik-Schock von 1957. Nach diesem Ereignis versuchten die Vereinigten Staaten mit aller Macht den scheinbaren technologischen Vorsprung der Sowjetunion wieder wettzumachen und investierten erhebliche Mittel auch in die Kreativitätsforschung.[1]

In den nachfolgenden zwei Jahrzehnten kam es zu einem stetig wachsenden Interesse an der Kreativitätsforschung. Mitte der 1970er Jahre trat jedoch eine Phase der Ernüchterung ein und die Zahl der Kreativitätsuntersuchungen nahm pro Jahr um etwa 20 % im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren ab.[2] Als mögliche Ursache dieser quantitativen Reduzierung von Kreativitätsuntersuchungen wird die Unzulänglichkeit der gebräuchlichen Operationalisierung der Kreativität bzw. die Schwierigkeit, aussagekräftige Kreativitätstest zu entwickeln, die den wissenschaftlichen Anforderungen in Bezug auf Objektivität, Validität und Reliabilität genügen, angesehen.[3]

Die anscheinend immer noch unzureichenden Ergebnisse in der Kreativitätsforschung haben mein Interesse geweckt und mich dazu inspiriert, meine Hausarbeit im Fach „Begabung, Intelligenz und Kreativität“ über das weite Thema der Kreativitätstests zu schreiben. Die folgenden Fragen sind mir dabei in den Sinn gekommen, die ich versuchen will, in dieser Hausarbeit zu beantworten:

Was ist eigentlich Kreativität?

Warum ist es offenbar so schwer, Kreativität zu messen?

Lässt sich ein so spontanes Phänomen wie die Kreativität mit einer systematisch- empirischen Ermittlung überhaupt exakt konkretisieren?

Um diesen Fragen auf den Grund gehen zu können, möchte ich im nächsten Abschnitt einleitend klären, wie sich Kreativität beschreiben lässt.

2. Begriffsdefinition

Zur Definition des Begriffes Kreativität gibt es eine Vielzahl an Vorschlägen, von denen ich einige nun exemplarisch anführen möchte.

Nach Meyers Enzyklopädischem Lexikon ist Kreativität » die Fähigkeit, produktiv zu denken und die Ergebnisse dieses Denkens, vor allem originell neue Verarbeitungen existierender Informationen, zu konkretisieren (etwa in Form einer Erfindung oder eines Kunstwerkes). «

Nach G. Mühle ist Kreativität ein » definitorisch noch nicht genügend scharf umgrenzter Begriff, für ein Gefüge intellektueller und nichtintellektueller (motivationaler, einstellungs- und temperamentmäßiger) Persönlichkeitszüge, die als Grundlage für produktive, originale, schöpferische Leistungen angesehen werden (im Sinne von Prozessen des Umordnens, Planens, Entwerfens, Erfindens, Entdeckens). Kriterien solcher Leistungen findet man z. B. in der Originalität und Neuartigkeit der Problemlösung, der Offenheit und Flüssigkeit des Produktionsprozesses. Vom stärker individualistischen Begriff des Schöpferischen (etwa der Reformpädagogik) unterscheidet sich der Begriff Kreativität durch den soziokulturellen Bezugsrahmen (Kriterium: „Nützlich für die Gesellschaft“), sozialpsychologisch verweist er in seiner Bedeutung als Fähigkeit zur Innovation auf die Interdependenz von Kreativität und Gesellschaft. «[4]

Für Siegfried Preiser sind die zentralen Aspekte eines kreativen Produkts die Neuheit und Angemessenheit oder Sinnhaftigkeit. Die Klassifizierung der Neuheit sei abhängig von der Bezugsgruppe; die Einordnung der Angemessenheit sei abhängig von den (subjektiven) Werten des Beurteilers.[5]

Im Vergleich der angegebenen Definitionsvorschläge zum Begriff Kreativität lässt sich übereinstimmend erkennen, dass die Minimalanforderungen an diesen Begriff die Kriterien Neuartigkeit, Originalität und Nützlichkeit beinhalten müssen. So stellt sich anschließend die Frage, wie sich diese Faktoren objektiv messen lassen.

[...]


[1] Vgl. Mühle, G., Art. Kreativität, Kreativitätsforschung, in: Dorsch, Friedrich, Psychologisches Wörterbuch, Bern 2004, 517.

[2] Vgl. Facaoaru, Cornelia, Kreativität in Wissenschaft und Technik, Operationalisierung von Problemlösefähigkeiten und kognitiven Stilen, Bern Stuttgart Toronto 1985, 1.

[3] Vgl. ebd.

[4] Mühle, G., 516f.

[5] Vgl. Preiser, Siegfried, Kreativitätsforschung, Darmstadt 1976, 6f.

Details

Seiten
11
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638591805
ISBN (Buch)
9783638799539
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v66765
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,0
Schlagworte
Ausgewählte Messmethoden Kreativität Begabung Intelligenz

Autor

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Titel: Ausgewählte Messmethoden der Kreativität